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Stargate: Battlestar Galactica - Elysium - - Druckversion

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Stargate: Battlestar Galactica - Elysium - - Jonathan J. O´Neill - 24.09.2026

Nach dem Neustart von Stargate: Battlestar Galactica, fange ich heute mit dem Neustart von Stargate: Battlestar Galactica - Elysium - an.
Obwohl schon im alten Forum veröffentlicht, wünsche ich dennoch viel Spaß beim Lesen Angel 

Stargate: Battlestar Galactica - Elysium -

Titel: Stargate: Battlestar Galactica - Elysium -
Autor: Jonathan J. O´Neill
Beta: Liljana
Rating: FSK 16
Crossover: aus den Serien BSG/SG1/SGA mit den bekannten Charakteren, sowie eigene Charaktere
Pairings: eigene, und die aus den Serien

Anmerkungen:
1. Alle Rechte von Stargate SG-1 und Atlantis sind Eigentum von MGM und alle Rechte von Battlestar Galactica sind Eigentum von Universal.
2. Ich schreibe diese FF nur zum Spaß, und nicht um Geld damit zu verdienen.
3. Die Geschehnisse sind frei erfunden und verlaufen anders als in den Serien. Ereignisse aus beiden Serien fließen in die FF zu einem besseren Verständnis mit ein.
4. Diese FF ergänzt meine andere FF: Stargate: Battlestar Galactica. Die Handlung spielt in der Vergangenheit (Bei SG-1 vom Zeitpunkt der dritten bis nach der achten Staffel, und bei BSG vor über zwei Jahren vor den Fall der 12. Kolonien, und parallel zur Serie), und verläuft parallel bis zu Folge 2.11 von Stargate: Battlestar Galactica, wo dann die Handlungsfäden beider FF’ schließlich ab Folge 2.12 in Season 2.2 von Stargate: Battlestar Galactica zusammengeführt werden.


Stargate: Battlestar Galactica - Elysium -
1.  Apocalypse

Vor 5 Jahren + 4 Monaten,
2 Jahre + 4 Monate vor dem Fall der 12 Kolonien von Kobol
Andromeda-Galaxie
Picon, Hauptquartier der Kolonialen Flotte

Commander William Adama öffnete die Tür zum Büro von Admiral Corman, welcher ihn schon erwartete. Adama salutierte vor seinem Vorgesetzten: “Sie wollten mich sprechen, Admiral Corman.”
“Ja, Commander Adama. Schließen Sie bitte die Tür und setzen Sie sich doch.”
William ahnte, dass nun nichts Gutes auf ihn wartete, nahm aber das Angebot an und setzte sich in einen der zwei Ledersessel.
“Danke, Sir.”

Corman atmete noch einmal tief durch, dann schlug er eine der Akten auf, die auf seinem Schreibtisch lagen: “Commander, ich habe mich mit der Admiralität ausführlich beraten, über das, was auf der letzten Mission passiert ist. Wir hoffen alle, dass Sie es nicht persönlich nehmen werden. Und für den Dienst, den Sie uns geleistet haben, danken wir Ihnen, war gewiss nicht leicht.“
Er hielt kurz inne, bevor er dann mit Bedauern in der Stimme fortfuhr: „Doch wir mussten eine Entscheidung treffen … Commander William “Husker” Adama: Sie werden Ihres Kommandos über den Kampfstern Valkyrie enthoben und mit sofortiger Wirkung beurlaubt. In dieser Zeit von zwei Monaten können Sie sich entscheiden, ob Sie dann das Kommando über den Kampfstern Galactica bis zu Ihrem Ruhestand übernehmen oder doch lieber einer Beschäftigung als Zivilist und Bürger der Kolonien nachgehen wollen.”

Adama hörte stirnrunzelnd dem zu, was ihm sein Vorgesetzter mitteilte. Er senkte kurz den Kopf, um nachzudenken und fragte dann: “Bitte um Erlaubnis, offen sprechen zu dürfen, Admiral?”
Corman nickte: “Erlaubnis gewährt! Sprechen Sie!”

“Ich bin also der Sündenbock in dieser Geschichte geworden.“ Adama presste die Lippen zusammen und nickte dann mit dem Kopf: „Ich werde mir das Angebot überlegen, Admiral.”

“Es tut mir außerordentlich leid, dass es ausgerechnet Sie trifft, Adama. Darum auch dieses Angebot von uns. Sie dürfen natürlich, wenn Sie sich für die Galactica und dessen Kommando entscheiden, Ihre eigene Crew zusammenstellen.”

“Die Galactica wäre dann also mein Gnadenbrot, aber zumindest ein Gutes …“, bemerkte Adama zynisch, bevor er aufstand und wieder dienstlich wurde: „Bitte nun um die Erlaubnis, mich zurückziehen zu dürfen.”

“Erlaubnis erteilt! Gehen Sie zuerst einmal ruhig nach Hause, Commander Adama, und überlegen Sie es sich reiflich. Aber bitte nicht vergessen, wir brauchen Ihre Antwort in spätestens zwei Monaten”, erklärte Admiral Corman, der bei seinen letzten Worten ebenfalls aufgestanden war und damit seinen Commander entließ.



Milchstraße
Erde, SGC, Besprechungsraum 

Doktor Daniel Jackson beendete nun langsam seinen Vortrag, den er gemeinsam mit Major Samantha Carter und Teal’c über Toradressen hielt, die Colonel Jack O’Neill vor rund einem Jahr in den Rechner eingegeben hatte. O’Neill stand damals unter dem Einfluss einer Technologie der Antiker, als eine Datenbank auf P3R-272, die das gesamte Wissen dieses Volkes beinhaltete, in sein Gehirn heruntergeladen wurde.

“… leider sind einige der Adressen, Daten und Informationen unvollständig und durcheinander. Aber ich vermute, dass es sich um eine Art Sicherheitsmaßnahme  handelt, sollte doch jemand Unbefugtes Zugang zu diesem Wissen erlangen, wie zum Beispiel die Goa’uld. Darum würde ich gerne mit Major Carter weiter an diesem Projekt arbeiten, um die Rätsel zu lösen”, bat Daniel, als er endlich am Ende angelangte. Teal’c hatte die ganze Zeit über die Hände gefaltet vor dem Bauch gehalten. Der Colonel hatte seinen Kopf mit dem linken Arm abgestützt.

“Ich würde sehr gerne Daniel dabei helfen, Sir”, nickte Sam ihrem Vorgesetzten zu.
“Ich bitte darum, Major! Sie dürfen dann alle wegtreten, bis auf den Colonel!”, legte General Hammond schließlich fest.

“Um was geht es denn, General?”, fragte Colonel O’Neill, als die anderen drei Teammitglieder von SG-1 den Besprechungsraum verlassen hatten.
“Sie schulden mir immer noch einen Missionsbereicht, Colonel.” Colonel Jack O’Neill seufzte leise; hatte er das doch glatt vergessen - doch General George Hammond nicht - zu seinem Leidwesen. So versprach er, den Bericht in spätestens 24 Stunden nachzureichen.



Vor 5 Jahren, 2 Jahre vor dem Fall der Kolonien von Kobol
Andromeda-Galaxie
Galactica, Orbit von Caprica

Commander Adama ging durch die Korridore der Galactica, er kam gerade vom Steuerbordhangardeck, wo er einen Streit schlichten musste. William hatte es bisher nicht bereut, wieder in den aktiven Dienst zurückgekehrt zu sein.

Er betrat das CIC seines Kampfsterns, nickte seinem XO Colonel Tigh kurz zu und wandte sich dann an seinen Taktikoffizier: “Lieutenant Gaeta. Sprung nach Picon vorbereiten!”


Picon, Hauptquartier der Kolonialen Flotte

“Meine Damen, meine Herren. Ich danke Ihnen allen für Ihr Kommen. Aus Sicherheitsgründen findet diese Besprechung nur in einem kleinen Kreis statt. Wie Sie alle aus der Akte ersehen können, war Commander Adama vor über einem Jahr damit beauftragt worden, in der Nähe der Waffenstillstandslinie nach dem Rechten zu sehen, das war zumindest die offizielle Version, wie Sie wissen. Er hatte Signale auf dem DRADIS entdeckt, die nicht kolonial waren, sondern von den Zylonen stammen mussten. Daher will ich heute von Ihnen erfahren, wie die streng geheimen Projekte vorangehen. Mister White?”, eröffnete Admiral Nagala das Briefing und wandte sich an einen Commander, der links von ihm saß.

“Die einzelnen Module und Plattformen sind so gut wie fertig. Wir können in ungefähr einem Monat damit beginnen die einzelnen Sektionen zusammenzusetzen. Und in 10 Monaten sollten wir soweit sein, die einzelnen Module und Segmente der Nyx-Station zusammenzufügen, damit sie als Prototyp in 16 Monaten einsatzbereit ist”, berichtete der Commander, worauf der Admiral zufrieden nickte, aber dann noch einwarf: “Versuchen Sie dennoch, die Arbeiten zu beschleunigen! Und in der Zwischenzeit können wir für die Battlestar Groups 96 bis 98 das Personal zusammenstellen, denn ich will keine Verzögerungen in Kauf nehmen!” Um seine Worte zu unterstreichen, blickte er entschlossen White an, faltete seine Hände zusammen, als wolle er beten, und legte sie auf dem Tisch ab.



Milchstraße
Erde, SGC, Büro von General Hammond

Major Carter und Doktor Jackson konnten erste Erfolge verbuchen und hatten diese General Hammond in einem Bericht vorgelegt.
“… es ist eine Art Silbenrätsel der Antiker gewesen. In den Simulationen mit dem Computer sah alles gut aus. Aber um eindeutige Ergebnisse zu erzielen, müssten wir die Adressen in den Wahlcomputer eingeben und anwählen, Sir”, berichtete Sam in einer kurzen Zusammenfassung, was man herausgefunden hatte. Daniel bestätigte mit einem Nicken den Bericht. Hammond lehnte sich kurz zurück und stellte dann klar: “In Ordnung. Bereiten Sie alles vor Major. Und sagen Sie jetzt bitte Colonel O’Neill und Teal’c Bescheid, dass ich SG-1 in einer Stunde zur Missionsbesprechung nach Kelowna erwarte, um die diplomatischen Beziehungen mit der dortigen Regierung auszubauen!”



Vor 4 Jahren + 6 Monaten, 1 Jahr + 6 Monate vor dem Fall der Kolonien
Milchstraße
Erde, SGC, Ebene 18 - Labor von Jonas Quinn

Sam betrat diesen Raum immer mit gemischten Gefühlen, wenn sie sich auf dieser Ebene des Stützpunktes befand. Es war nun ungefähr ein halbes Jahr her, als sie und alle anderen Daniel verloren hatten. Nun arbeitete Jonas Quinn in diesem Labor und der junge Mann wühlte sich mal wieder durch die Aufzeichnungen von Doktor Jackson, um dessen Forschungen weiterzuführen, weil er die Meinung vertrat, es ihm schuldig zu sein.
“Hey, Jonas. Was machst du denn da?”, fragte Major Carter neugierig, als sie neben ihn trat.
“Hallo Sam. Ich arbeite mich gerade durch die Aufzeichnungen, die Doktor Jackson zu der Antikerdatenbank angefertigt hatte. Es geht da um diese Stargateadressen. Leider ist es für mich sehr schwer, seinen Gedankengängen zu folgen. Es ist sehr bedauerlich, dass er nicht mehr da ist, um uns zu helfen.”

Sam nickte traurig. “Oh ja. Aber da wir sehr wenig Zeit haben, werden die bisher ermittelten Adressen gespeichert, und wenn es der Zeitplan zulässt und General Hammond genehmigt, angewählt. Der General schickt mich, ich soll dir sagen, dass wir in einer Stunde eine Besprechung haben.”



Andromeda-Galaxie
Picon, Hauptquartier der Kolonialen Flotte

“Admiral Corman. Sie haben mir berichtet, dass Commander O’Hara meldete, dass die ersten FTL-Tests positiv verlaufen sind. Ebenso sind die Fertigungs- und Produktionsanlagen für Viper, Raptor, Waffen und Munition, die Werften für jeweils ein Schiff der Galactica-Klasse, der Mercury-Klasse, der Valkyrie-Klasse und der Berzerk-Klasse fertig, es kann aber immer nur jeweils ein Schiff eines Typs andocken, auch die Tyliumraffinerie, und weitere Anlagen. Wir haben also bereits die Nyx-Station größtenteils in Betrieb genommen. Nun will ich, dass Sie die Crews für die neuen Battlestar Groups 96 bis 98 zusammenstellen! Doch halten Sie sich an die Vorgaben, die Sie von mir erhalten haben! Sie haben zwei, maximal drei Monate Zeit dafür. Bis dahin sollten die Mannschaften zusammengestellt sein!”, forderte Admiral Nagala und Corman nickte bejahend und erklärte nach einer kurzen Pause: “Ich kann Ihnen die erfreuliche Nachricht übermitteln, dass ich bereits schon vor einigen Monaten angefangen habe, mir Personalakten anzusehen, und hier in dieser Mappe schon einige Vorschläge zum Besetzen der Posten gemacht habe. Außerdem sollten nach der geplanten Stilllegung der Galactica einige erfahrene Offiziere und Mechaniker zur Verfügung stehen.”
Während Corman sprach schob er diese Mappe über den Tisch, Admiral Nagala zu.

Der Admiral nickte zufrieden, als er sich die Akten der vorgeschlagenen Offiziere ansah: “Gute Arbeit. Ich werde es noch einmal prüfen lassen. Doch sieht alles auf den ersten Blick sehr gut aus, was Ihre Auswahl betrifft, Admiral Corman.”

Zwei Monate vergingen, dann trafen die Admiräle und einige Kommandeure wieder am selben Ort zu einer Besprechung zusammen. Admiral Corman legte die vorläufigen Mannschaftslisten vor.

Nagala überflog die Listen; nach einer Weile wandte er sich dann an den Commander der Nyx-Station: “Na schön, Commander O’Hara. Sie behalten, wie vorgesehen, das Kommando über die Nyx-Station.”
“Danke Sir.”
“Es wird aber dennoch einige Zeit dauern, bis alle Schiffe für die drei Verbände zur Verfügung stehen. Denn bisher haben wir nur, wie vorgesehen, die fünf Kampfsterne der Valkyrie-Klasse und vier Schiffe der Berzerk-Klasse für die Nyx-Station zusammen. Und außerdem fünf Kampfsterne der Valkyrie-Klasse und vier des Berzerk-Typs zur Verfügung”, warf Corman ein, und gestand damit, dass es bei der Fertigung etwas Verzögerung gibt.

“Wie dem auch sei.“ Nagala trommelte mit den Fingern ungeduldig auf dem Tisch. „Regeln Sie das, Corman! Also die Kronos, ein Kampfstern der Galactica-Klasse, ist bereits fertig gestellt und wird unter dem Kommando von Commander Alexander Nash stehen. Die Kronos bildet dann mit drei Kampfsternen der Valkyrie-Klasse, sowie fünf Schiffen der Berzerk-Klasse die BSG 96. Die Heracles, ein Kampfstern der Mercury-Klasse, ist noch nicht ganz fertig gestellt, verfluchte moderne Technik“,  schimpfte er zwischendurch, „wird unter dem Kommando einer jungen Frau, Commander Diana McBride, stehen. Die Heracles wird mit zwei Kampfsternen der Valkyrie-Klasse und drei Schiffen der Berzerk-Klasse, die BSG 97 bilden“, verkündete Admiral Nagala. „Und nun fragen Sie sich sicher alle, was mit der BSG 98 ist.” Er machte eine kurze spannende Pause, bevor er fortfuhr: “Diese wird, aber dann nur im Ernstfall, von der Nyx-Station und den BSG 96 und 97 gebildet.”

“Und wer wird zum Admiral dieser BSG ernannt, Sir?”, fragte ein anderer Admiral.

Nagala antwortete entspannt: “Das wurde noch nicht entschieden. Diese Entscheidung steht noch aus, wird aber noch bekannt gegeben; spätestens in sechs bis neun Monaten.”



Vor 3 Jahren + 1 Monat, 1 Monat vor dem Fall der Kolonien
Milchstraße
Erde, SGC, Torraum

Colonel Jack O’Neill ging wortlos die Rampe herunter und schüttelte immer wieder fassungslos den Kopf, als General Hammond ihn ansprach: “Colonel?!”

“Abydos existiert nicht mehr, Sir“, fing Jack an, schüttelte aber wieder mit dem Kopf. „Wir konnten nur noch einmal das Gate anwählen, um uns zu verabschieden.”.
Der General war irritiert: “Wie soll ich denn das verstehen?”
Major Carter antwortete an seiner Stelle: “Allen Bewohnern von Abydos wurde von der Antikerin, die Daniel zum Aufstieg verholfen hat, ebenfalls der Aufstieg ermöglicht. Und - so wie ich es beurteilen kann - wurde alles auf eine andere Ebene der Existenz versetzt.”
“Allerdings gibt es keine Spur von Daniel, denn Skaara hat ihn nach seinem Aufstieg nicht gesehen”, fuhr Jack fort.
Teal’c nickte bestätigend, ebenso auch Jonas Quinn.
General Hammond überlegte kurz und ordnete dann an: “Besprechungsraum!”



Vor 3 Jahren
Tag des Falls der 12. Kolonien von Kobol
Andromeda-Galaxie
Virgon, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Der achtjährige Lucas saß gemeinsam mit 13 anderen Kindern in seiner Klasse, darunter auch seine Zwillingsschwester Tabita. Sie alle mussten heute einen Aufsatz über die Götter von Kobol schreiben. Er hasste dieses Thema und verfluchte innerlich seine Eltern, die ihn und zwei seiner Geschwister in diese Privatschule auf Virgon gesteckt hatten. Er hasste zwar die Schuluniform nicht so sehr, wie sein zwei Jahre älterer Bruder Ryan, der dieselbe Schule besuchte, aber die meisten Vorschriften gingen ihm doch oft zu weit. Hinzu kam, dass sich noch zwölf Schüler der zehnten Klasse, die sich auf eine ihrer vielen Abschlussprüfungen vorbereiteten und die ihn und seine Klasse früher oft schikaniert hatten, ebenfalls in diesem Unterrichtsraum befanden. Zum Glück war einmal der älteste Bruder von Lucas und Tabita zu Besuch in der Schule gewesen, der auf Leonis die Militärakademie seit seinem zwölften Lebensjahr besuchte.

Natalie Faust, seine Klassenlehrerin, saß vor ihm auf ihrem Platz und passte auf, damit auch ja keiner betrog. Sie schaute auf die Uhr und nickte kurz, dann sah sie Lucas an, der gerade seinen Krawattenknoten gelockert hatte, und schüttelte missbilligend den Kopf. Der Junge fühlte sich ertappt, als er aufschaute und seine Lehrerin ihm geradewegs in die Augen blickte.
“Entschuldigung”, meinte der Achtjährige nur, während die Frau nur mit einem Nicken andeutete, was er nun tun sollte. Lucas löste den Knoten vollkommen und erneuerte seine Krawatte ordentlich.
Natalie Faust schaute sich das Resultat zufrieden an, und fragte schließlich leise: “Wo steckt eigentlich dein Bruder Ryan? Er sollte doch jetzt hier die Physikarbeit nachschreiben. Er schwänzt wohl schon wieder - stimmt’ Lucas?” Der Angesprochene senkte betreten den Kopf.
Dann folgte schon die nächste Frage: “Hat er etwas gegen mich?”
“Nein, nein. Miss Faust“, beeilte er sich zu sagen und gestand im Flüsterton: „Ryan legt wohl alles daran, von dieser Schule zu fliegen.”
Die Lehrerin nickte bedauernd, wusste sie doch, dass Ryan – ebenso wie seine beiden Geschwister – zwar ein netter Junge, aber ansonsten das genaue Gegenteil von Tabita und Lucas war.

Die Klassenlehrerin stand langsam auf. Sie ging zur Tür des Klassenzimmers, steckte leise, und von allen unbemerkt den Schlüssel hinein, und schloss ab. Dann ging sie - einmal durch den Raum laufend - wieder an ihren Platz zurück. Nun öffnete Natalie ihre Tasche; darin lagen neben Papieren, Büchern und anderen Sachen, die eine Frau benötigte, auch drei geladene 9-mm Pistolen sowie drei Ersatzmagazine.

Ein grelles Licht zerriss plötzlich die Stille im Klassenzimmer.
“Verflucht, was war das denn?”, murmelte einer der Zehnklässler und schaute neugierig aus dem Fenster.
In der Ferne waren mehrere, schnell aufeinanderfolgende Blitze zu sehen.

“Die Zeit ist um”, sagte die blonde Klassenlehrerin laut, nahm mit diesen Worten dann in jede Hand eine Pistole und fing an, auf die Schüler aus der zehnten Klasse zu schießen.
Die Schüler aus der Klasse von Lucas sprangen zum Teil sofort entsetzt und schreiend auf, rannten zur Tür, um zu entkommen - doch diese war zugesperrt. Es brach ein unsäglicher Tumult aus. Schüler fingen an zu schreien und einige rannten panisch zur Tür – doch diese Zuflucht war versperrt. Andere suchten zwischen den Sitzreihen Schutz und duckten sich. Hilferufe von den verängstigten Kindern und markerschütterndes Stöhnen von den getroffenen Zehntklässern hallten durch den Raum. Lucas hatte seinen Oberkörper über den Tisch gebeugt und hielt sich mit beiden Händen die Ohren zu.


Leonis, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Zur selben Zeit war die neue Militärakademie der Kolonialen Flotte von den Angriffen der Zylonen bislang noch verschont geblieben. Doch man entdeckte nun auf den DRADIS, dass sich mehrere Flugobjekte dem Gelände näherten, denn die Zylonen planten, zunächst diesen Komplex zu erobern, um ihn als Basis für ihre Operationen nutzen zu können.

“Alle Kadetten zur Waffenkammer, zur Kantine – verflucht: Sammelt alles ein, was wir brauchen! Die Akademie wird evakuiert! Ich wiederhole, die Akademie wird evakuiert!”, ordnete der Commander, der die Leitung über die Einrichtung inne hatte, per Lautsprecheranlage an. Er hoffte, dass die unterirdischen Hangars von den angreifenden Zylonen nicht bemerkt wurden.
“Die Banditen werden in einer Stunde hier sein”, teilte ein Offizier mit.
Commander Junus nickte: “Die Leute haben 45 Minuten Zeit, dann verschwinden wir von hier! Machen Sie eine entsprechende Durchsage, Mister Iden!”
“Jawohl, Sir.”

Die Zeit drängte; auch ein junger Kadett beteiligte sich eifrig und packte mit einigen seiner Kameraden die Transportkisten. “Beeil Dich, John. Wir müssen hier in 10 Minuten raus sein!”
“Bin gleich fertig, Paul. He, Sara halte doch bitte mal den Sack auf.”

Nach neun Minuten verließen diese drei und fünf weitere Kadetten das Lager und eilten im unterirdischen Tunnel auf einen der Hangars zu, wo zwei Kampfsterne von der Valkyrie-Klasse und ein Schiff der Berzerk-Klasse vorhanden waren, die eigentlich nur als Schulungsobjekte dienen sollten, aber das Entscheidende war, dass diese einsatzbereit waren.
Commander Junus verließ als einer der Letzten das Hauptgebäude, stieg mit einigen seiner Offiziere in einen wartenden Raptor und meinte: “Bei den Göttern, nun aber schnell weg hier! In fünf Minuten geht die Bombe hoch.”

Beim letzten Satz drehten einige den Kopf zu Junus herum. “Verflucht noch mal”, murmelte eine Frau entsetzt.
“Das ist Vorschrift, dass im Falle des Falls des Stützpunktes, alles zerstört wird”, entgegnete der Commander, während der Raptor auf einen der schon abhebenden Kampfsterne zusteuerte.

Kaum war der Raptor im Landedeck, ordnete der Raptorpilot, wie vom Commander befohlen, an: “Hier Raptor CA-D132. Wir sind an Bord. Anordnung vom Commander: „Sofort den FTL-Sprung durchführen!”

Die drei Schiffe der Kolonialen Flotte verschwanden in einem Überlichtblitz, und gerade als die ersten Raider und schweren Jäger der Zylonen das Gelände erreicht hatten, detonierte der von Junus aktivierte Nuklearsprengsatz und riss die Gebäude und die sich nahenden Flugobjekte in viele kleine Trümmerteile auseinander.



Milchstraße
Erde, SGC, Ebene 18 

Zur selben Zeit hatte man in einer benachbarten Galaxie ganz andere Sorgen. Die Zeit drängte, denn die Goa’uld würden wohl bald unter der Herrschaft von Anubis nach der Erde greifen.
Daniel Jackson war nun seit knapp zwei Wochen wieder auf der Erde, nachdem er von den Aufgestiegenen zurück war; besser gesagt, von der Antikerin Oma Desala, die auch einen Teil seines Gedächtnisses gelöscht hatte. Doch das Gute war, dass er bereits seine erste Mission mit SG-1 erfolgreich abgeschlossen hatte.

Jack betrat das Labor von Daniel. Dort traf er auf den Archäologen, Sam, Teal’c und auch auf den General, die bereits auf ihn warteten. O’Neill war immer noch etwas irritiert. Zunächst einmal konnte sich Jackson an eine Tafel der Antiker erinnern, und konnte dazu noch die Schrift ohne Probleme lesen, aber dass er sich ausgerechnet nicht mal mehr an ihn erinnern konnte, hatte den Colonel doch etwas gewurmt, wenngleich er es niemals öffentlich zugegeben hätte.
‘Liegt vermutlich daran, dass er an dieser Antikeramnesie gelitten hat. Zumindest ist das jetzt vorbei’, dachte er und fragte dann in die Runde: “Also, was gibt es Neues?”

“Doktor Jackson und Major Carter haben interessante Fortschritte gemacht”, begann Hammond und wandte sich dann an Sam: “Major, fangen Sie bitte an!”

Major Carter holte kurz Luft, dann begann sie mit ihrem Vortrag, indem sie aufführte, dass es sich um dreizehn mögliche Stargate-Adressen handeln würde und General Hammond bat, diese zu überprüfen. Der Kommandeur des Stargate-Centers willigte ohne lange zu überlegen ein. Sam erklärte kurz, dass sie allerdings noch ein paar Berechnungen machen müsse.
“Und ich werde mich an die Übersetzungen machen, um weitere Informationen über die Planeten zu bekommen, da es auf dem Planeten, wo ihr mich gefunden habt, es einige Inschriften der Antiker gab”, erklärte Daniel.

Hammond nickte zustimmend: “Major Carter, Doktor Jackson, Ihnen stehen alle Ressourcen dieser Basis zur Verfügung!”



Andromeda-Galaxie
Virgon, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Natalie Faust ging auf die Zehnklässler zu, nachdem sie ihre Waffen nachgeladen hatte, um zu überprüfen, ob die zwölf Schüler auch wirklich tot waren. Sie stellte fest dass einige der Jugendlichen noch lebten - noch.
Wenige Minuten später hatte die Zylonin Gewissheit, dass von diesen keiner mehr am Leben war - bis auf einen, der gerade auf den Lehrertisch zugekrochen kam. Sie ging langsam auf ihn zu und beobachtete mit kaltem Blick, wie er versuchte, an die eine Waffe zu gelangen, die auf dem Tisch lag. Wie eine Katze näherte sie sich langsam ihrem Opfer, das nun versuchte, abzudrücken - doch nichts außer einem leisen Klicken war dabei zu hören.
Natalie lächelte boshaft: “Das Magazin in dieser Waffe ist leer geschossen, und das letzte habe ich.” Dann drückte sie ab.

Lucas, der immer noch wie erstarrt an seinem Platz saß, zuckte bei dem lauten Knall zusammen und hob den Kopf. Er sah, wie sich seine Lehrerin nun ihm zuwandte. Sie zielte auf ihn, drückte aber noch nicht ab. Der Junge senkte den Kopf wieder, hielt sich mit beiden Händen die Ohren zu, und wartete nun auf den Schuss und den kurz darauf eintretenden Schmerz.

Während dessen - im Orbit des Planeten und der Kolonie Virgon - hatte nun Nagala, der durch den eingetretenen Ernstfall zum Flottenadmiral geworden war, mit Mühe eine Flotte aus mehreren Kampfsternen zusammengezogen, um zu einem Gegenschlag gegen die Armada der Zylonen auszuholen.

Admiral Nagala hatte selber das Kommando an Bord der Atlantia übernommen und plante nun nach den Angriffen der Zylonen, zumindest das Helios Beta System zu halten, da dies nur zwei der zwölf Kolonien beherbergte.
Außer dem Kampfstern Atlantia, eines Schiffes der Mercury-Klasse, und drei weiterer dieser Klasse, waren außerdem noch zwei Kampfsterne des Galactica-Typs und zwei des Valkyrie-Typs versammelt, um den Kampf gegen die Zylonen aufzunehmen.
Nachdem man einen Basisstern von der Zylonischen Flotte mit vereinter Feuerkraft zerstören und ein weiteres beschädigen konnte, schien sich das Blatt zu Gunsten der Menschen zu wenden. Doch tauchten plötzlich vier weitere Basisschiffe der Zylonen auf, kurz nachdem der Basisstern zerstört worden war.

Die Atlantia selbst wurde auch wiederholt getroffen. Nagala beobachtete den DRADIS-Bildschirm über sich und bemerkte, dass von seiner kleinen  Flotte immer mehr Schiffe zerstört wurden. Zu allererst traf es die Kampfsterne des Valkyrie-Typs; die meldeten, sich nicht mehr lange halten zu können. Ein Entkommen war unmöglich geworden, da die Zylonen die FTL-Antriebe ausgeschaltet hatten.

Nach einer knappen halben Stunde erbitterten Kampfes war nur noch die Atlantia übrig. Nagala ahnte nun, dass es so gut wie aus war. Voller Wut und Zorn ballte er die Hände zu Fäusten: ”Die Kolonien wurden überrannt, die Hauptstadt Caprica-City zerstört, das Hauptquartier auf Picon genauso; unsere Flotte ist so gut wie vernichtet. Wir haben den Krieg verloren. Mister Beck! Informieren Sie alle verbliebenen Raptoren. Sie sollen so viele von den jüngeren Leuten mit sich nehmen, wie sie können - ebenso Vorräte - und sich zur Nyx-Station begeben!”

Sein XO nickte: “Jawohl, Sir.”
“Doch es bleiben noch drei Evakuierungsraptoren hier, bis auch von der Atlantia einige die Möglichkeit hatten, zu entkommen!”

Nun meldete sich sein Taktikoffizier zu Wort: “Admiral. Wir sind von acht Basisschiffen umstellt. Die Zylonen versuchen, uns zu entern. Ich befürchte, sie werden mit Hilfe eines Computervirus unsere Systeme in kurzer Zeit ausschalten.”

Admiral Nagala verzog verärgert das Gesicht und wandte sich an einen Major: “Major O’Brien! Sie sorgen persönlich dafür, dass die Informationen, die wir sammeln konnten, und die nötigen Anweisungen bei Commander Samuel O’Hara, dem Kommandanten der Nyx-Station, ankommen! Und nun gehen Sie!“ Dann fügte er noch barsch hinzu: „Ihr da, Sie und Sie dort auch! Los! Macht, dass ihr hier rauskommt! Wir werden uns solange es geht zur Wehr setzen.”
Die angewiesenen Offiziere eilten aus dem CIC.
Commander Beck seufzte: “Lange halten wir aber nicht mehr durch.”
“Ich weiß.”


Nyx-Station, Irgendwo im Cyrannus Sternsystem

Die eintreffenden Berichte sorgten für Trauer und Wut auf der Station. Eine junge Offizierin wandte sich an O’Hara: “Commander. Sir. Admiral Nagala ist soeben an Bord der Atlantia gefallen.”
“Oh, ihr Götter”, stöhnte ein weiterer Offizier, während Commander O’Hara fieberhaft überlegte, was er tun sollte.

“Wie lauten ihre Befehle Sir?”, fragte sein XO.
“Na schön, wie ist der Status der Kronos und der Heracles? Obwohl ich mich schon ernsthaft frage, was wir mit den Kampfsternen, die wir noch haben, gegen eine solche Übermacht von dieser Größe ausrichten sollen?”, grübelte Samuel O’Hara.

Nun meldete sich sein Kommunikationsoffizier zu Wort: “Bericht von der Heracles - sie wird noch betankt. Die Kronos ist einsatzbereit, genauso wie drei Kampfsterne der Valkyrie-Klasse.”
“Das reicht nicht”, brummte Commander O’Hara unwirsch.
“DRADIS Kontakt! … Glück gehabt Sir, es sind zwölf koloniale Raptoren und zwei Kampfsterne der Valkyrie-Klasse sowie ein Hilfsschiff der Berzerk-Klasse”, meldete sein Taktikoffizier mit leichter Verzögerung.
“Sie sollen sich identifizieren!”, ordnete der XO an.


Virgon, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Die zylonische Agentin senkte ihre Waffe. Der Junge hob verwundert den Kopf und blickte der Frau in die Augen. Natalie schaute ihn an, hob wieder die Waffe hoch und zielte. Doch nach wenigen Sekunden senkte sie erneut die Pistole. 
‘Was ist nur los? Wieso kann ich es nicht? Liegt es vielleicht daran, dass ich diese Kinder seit rund zwei Jahren jeden Tag vor mir habe’, dachte sie verwundert, hob wieder die Waffe und zielte nun langsam auf die anderen Kinder, die völlig verschreckt und ängstlich auf ihre Lehrerin blickten.
Sie schüttelte mit dem Kopf. Nein - sie konnte es einfach nicht, und dachte: ‘Gott kann doch nicht wollen, dass ich Kinder umbringe, und diese haben mir nichts getan. Schön, viele Eltern dieser Kinder sind beim Militär, aber ist es ein Grund, sie auszulöschen?’

Wieder sah sie Lukas an, der immer noch still an seinem Platz saß. Natalie blickte ihm in die Augen - der Junge hatte Angst, das konnte sie sehen, genauso wie die anderen Kinder in diesem Raum.

Die blonde Zylonin senkte ihren Arm und traf schließlich eine Entscheidung, für die sie womöglich von den anderen hart bestraft werden würde. Natalie ging zur Tür, holte den Schlüssel hervor und schloss sie auf, öffnete sie und ging wieder an ihren Platz zurück. Die Kinder schauten ihre Lehrerin verwundert an. “Los! Packt eure Sachen und verschwindet!”, forderte sie ihre Schüler auf. Dann setzte sie sich auf ihren Stuhl und zog ein Blatt aus ihrer Tasche heraus. Dabei beobachtete sie aus den Augenwinkeln das Verhalten der Kinder, die nun schleunigst ihre Schulsachen packten. Dabei war es fast unvermeidlich, keinen Blick auf die blutüberströmten Leichen zu werfen. Ein verzweifeltes Schluchzen stieg vielen in der Kehle hoch und sie verließen fluchtartig den Raum.

Bis auf Tabita, die Schwester von Lucas, waren die anderen Kinder bereits weg. Bevor die beiden hinausstürzen konnten, packte Natalie Lucas am Arm und schaute ihn noch einmal eindringlich und mit traurigen Augen an. Unbemerkt steckte sie dem Jungen eine Notiz zu.

“Los, verschwindet endlich!”, forderte sie die zwei auf, die ihr noch einen letzten entsetzten Blick zuwarfen, und dann aus dem Klassenzimmer rannten, um Hilfe zu suchen.


RE: Stargate: Battlestar Galactica - Elysium - - Jonathan J. O´Neill - 25.09.2026

Und weiter geht es Angel
2.  Search & Rescue, Part 1

Vor 3 Jahren - Tag des Falls der 12 Kolonien von Kobol
Milchstraße
Erde, SGC, Büro von General Hammond

General Hammond war gemeinsam mit Colonel O’Neill nach der Besprechung mit dem SG-1-Team auf Ebene 18, wo sich das Labor von Daniel befand, nach unten gefahren. Der General wollte ungestört mit dem Colonel sprechen.
“Setzen Sie sich bitte, Colonel”, bat der General auf einen der Stühle deutend, während er die Tür schloss.

Nach einer kurzen Pause fuhr der Stargate-Center-Kommandeur schließlich fort: “Ihre Bitte, ein fast 1000 Meter langes Schiff zu bauen, ist sehr schwer umzusetzen, Jack. Wir benötigen dafür eine sehr große Weltraumwerft, aber das wissen Sie ja selbst. Außerdem können wir unmöglich solch ein großes Projekt auf der Erde oder auf einem den Goa’uld bekannten Planeten, beziehungsweise dessen Orbit durchführen.”

O’Neill runzelte die Stirn und entgegnete: “Wir haben den Asgard oft geholfen, die schulden uns damit einen großen Berg von Gefallen. Und mit Thor habe ich auch schon über dieses Thema gesprochen.”

“Das haben Sie also schon getan. Wie dem auch sei. Der Präsident gibt Ihnen dafür grünes Licht, zunächst einmal die Werft zu bauen“, verkündete Hammond die Entscheidung des Präsidenten. „Die Pläne für die BC-306 werden noch geprüft.”



Andromeda-Galaxie
Nyx-Station, Irgendwo im Cyrannus Sternsystem

Nach sorgfältigen Sicherheitschecks betrat Commander Junus mit einigen Offizieren seines Stabes die Offiziersmesse. Man wollte nun alle verfügbaren Informationen zusammentragen und beraten, was man tun könnte.
Mit einer fünfminütigen Verzögerung erschien auch Commander O’Hara, der Kommandeur der Nyx-Station, begrüßte alle kurz und wies an, ihm zu berichten, was man bisher in Erfahrung bringen konnte.

Die Offiziere, die die Angriffe der Zylonen überlebt hatten, berichteten nun noch einmal ausführlich, was sich in den vergangenen Stunden ereignet hatte, und wie sie aufgefordert wurden, sich zu dieser Station zu begeben. Samuel O’Hara hörte geduldig und aufmerksam zu. Sein Gesicht wurde immer besorgter mit jedem Bericht, den er sich anhören musste.
“Die Zylonen versuchen, uns also auszulöschen. Wir sprechen somit von einem Genozidangriff. Danke, Major O’Brien, für die Informationen, die Sie uns mitgeteilt haben. Auch erwähnten Sie, dass Sie eine Nachricht mit Anordnungen von Admiral Nagala bei sich haben”, O’Hara schaute den Major auffordernd an.
Dieser schaute ihn verstehend an, nickte, stand auf und übergab dem Commander einen Briefumschlag: “Ja, Commander … Admiral Nagala hat mir befohlen, Ihnen das hier persönlich zu überreichen, Sir.”

In der Landebucht bedrängte eine Gruppe von den eingetroffenen Zivilisten die diensthabenden Marines und verlangten, sofort den Kommandeur zu sprechen.
“Bei den Göttern! Wie oft denn noch: Commander O’Hara befindet sich mit weiteren Offizieren in einer wichtigen Lagebesprechung”, rief ein Sergeant den Zivilisten zu.
“Die sollen nicht da sitzen und rumquatschen, sondern los fliegen, um zu kämpfen, und den Zylonen gehörig in den Arsch treten”, schimpfte der Wortführer der Gruppe zurück, der wie einige seiner Begleiter, fein gekleidet war.
Zuspruch machte sich bei den Zivilisten breit: “Ja. Stimmt genau.”
“Zum letzten Mal: Bleiben Sie wo Sie sind!”, befahl einer der Soldaten und musste mit Hilfe seiner Kameraden die Leute immer wieder zurückdrängen.
Der Wortführer ließ aber nicht locker mit seinen Anliegen, auf der Stelle mit einem der verantwortlichen Offiziere sprechen zu wollen.


Virgon, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Natalie Faust hatte sich wieder ins Klassenzimmer begeben, an den Lehrertisch gesetzt und die Augen geschlossen.

Es verging viel Zeit, als sie eine bekannte männliche Stimme hörte, die kalt und gefühllos äußerte: “Was ist das denn, fehlt hier nicht ein knappes Dutzend?”
Natalie sah auf und erkannte im Türrahmen den Schuldirektor, der sie fragend ansah.
Sie schüttelte den Kopf: “Ich konnte es nicht … Ich … Verdammt noch mal, das sind Kinder. Unschuldige Kinder, die ich seit sie hier sind kenne ...”

“Na. Na. Keine Blasphemie”, tadelte John Mephisto und kam langsam auf sie zu. Nach einer kurzen Atempause fuhr er fort: “Wie dem auch sei. Wir haben zahlreiche Städte bombardiert, in denen ebenfalls Menschenkinder gelebt hatten …”
Die Sechs unterbrach ihn und entgegnete: “Und wie viele von uns haben Kindern in die Augen gesehen, in denen sich Angst und Furcht widerspiegelten?”

Der Zylon holte tief Luft, bevor er wieder das Wort übernahm: “Egal. Ich gebe zu, dass auch ein paar Lehrer während der Konferenz entwischt sind. Und leider waren an dem heutigen Tag nur wenige Menschen hier, darum haben wir diesen Bereich nicht bombardiert. Wir werden die Flüchtlinge - Kinder und Lehrer - aufspüren und dementsprechend verfahren.”
“Nein!”
“Was heißt hier: Nein?”
“Nein, heißt Nein! Ich werde keines dieser wehrlosen Kinder umbringen, und Du auch nicht”, stieß Natalie aufgebracht hervor.

Der Schulleiter lachte kurz auf, bevor er noch einmal einen weiteren Versuch startete, seine Partnerin zu überzeugen: “Ich will dich nur daran erinnern, dass die meisten Eltern dieser Kinder zum größten Teil bei der Kolonialflotte, also beim feindlichen Militär sind. Außerdem ist es humaner für diese Kinder, wenn wir sie auslöschen, anstatt sie ihrem Schicksal zu überlassen, wo sie verhungern - oder aber vielleicht auch getötet und … na ja, Du weißt schon. Es sind eben Menschen.”

“Ich bezweifle, dass Gott dies alles hier, vor allem aber den Mord an diesen Kindern, gut heißt”, konterte die Zylonin.
Dieser Konter saß, so dass Mephisto lange Zeit überlegte, bevor er dann lächelte und seinen Vorschlag unterbreitete: “Ich mache dir einen Vorschlag. Also dir sind laut diesem Klassenbuch hier 14 Kinder entkommen, mir zwei Lehrer, die aus dem Fenster gesprungen sind. Außerdem sind noch zwei komplette Klassen und zwei weitere Lehrer verschwunden. Darum schlage ich nun vor, dass wir uns erst einmal zurückziehen, bis Verstärkung hier ist.”

Der Zylon legte eine dramatische Pause ein. Die Zylonin schaute ihn irritiert an und fragte schließlich: “Was hast du vor?”

“Ab übermorgen werden wir für … sagen wir mal zwei Wochen die Flüchtlinge verfolgen. Finden wir sie in dieser Zeit, werden wir sie alle töten. Sollten wir sie erst später aufgreifen, lassen wir zumindest die Kinder am Leben, um sie zu erziehen und zu studieren”, antwortete John Mephisto und grinste dabei verschlagen.
Natalie bemerkte den Blick und fragte nach: “Wo ist der Haken?”
“Natürlich gibt es einen. Ich glaube aber nicht, dass du es wissen willst”, meinte der Zylon, während er sich die Sitzordnung der Klasse von Natalie ansah und die Namen der Schüler überflog.

“Ich denke, das gehört zu dem Vorschlag dazu. Also raus mit der Sprache!”, verlangte die Zylonin.
Der Zylon tat so, als dachte er kurz nach, dann nickte er: “Na schön, hör gut zu! Du weißt ja, dass du ungehorsam warst und als Buße für deine Fehler wirst du, weil du eine Sechs bist, Natalie, sechs Kinder, die ich aussuchen werde, persönlich hinrichten, wenn wir die Flüchtlinge ab übermorgen in den nächsten zwei Wochen finden sollten. Nimmst du diesen Vorschlag nicht an, werden alle Kinder sterben.”

Natalie Faust rann ein kalter Schauer den Rücken herunter. Sie wusste, dass sie einwilligen musste und stimmte dem Vorschlag schweren Herzens zu: “Na gut, einverstanden. Aber ich bete, dass wir in den nächsten Wochen keinen Erfolg haben werden.”
Mephisto nickte zufrieden und versicherte: “Sehr gut. Wir werden sehen. Ich verspreche dir, heute und morgen niemanden im Umkreis von 14 Meilen von dieser Schule verfolgen zu lassen und alle Truppen zurückzuziehen. Und dass ich alle Bedingungen einhalten werde, egal was passiert.”
‘Das hoffe ich für dich’, dachte die Zylonin, als sie beide den Raum und dann schließlich in Begleitung von acht Zenturios das Schulgelände verließen.

Zur selben Zeit, tief unter der Erde in einer verlassenen Schutzanlage, wurden die vier überlebenden Lehrer sowie 52 überlebende Schüler von einigen Mitgliedern des Schulpyramidteams, darunter war auch Ryan, der ältere Bruder von Tabita und Lucas, durch geheime Gänge, einem Labyrinth aus Tunneln und Räumen, in ein unterirdisches Versteck geführt.

Als sie ihr Ziel erreicht hatten, hatte sich einer der Lehrer soweit von seinem Schock erholt, dass er wieder Kraft und genug Stimme hatte, dem zehnjährigen Ryan und seinen Freunde zu danken, während die anderen Lehrer sich große Mühe gaben, die anderen Kinder zu trösten und zu beruhigen, so gut sie konnten, solange sie unterwegs waren.

Als alle ihr endgültiges Ziel, einen alten Schutzbunker, erreicht hatten, stieß Oliver Wilder, der sich bisher mit Ryan und weiteren Mitgliedern des Sportteams unterhalten hatte, einen anerkennenden Pfiff aus. Dann wurde das schwere Schott verschlossen.
“Also hier treibt ihr euch immer herum, wenn keiner weiß wo ihr steckt”, stellte eine Lehrerin, Sara Douglas fest, die sich ihren verletzten linken Arm hielt.

Der andere Lehrer, Thomas Hale, wandte sich ebenfalls an Ryan und seine elf Freunde: “Wo sind eure Schulsachen?” Gemeinsam gingen die Kinder zu einem Schrank, öffneten diesen und präsentierten mit einem “Hier drin” zwölf Taschen.
“Wer sagt‘ denn. Zumindest vorschriftsmäßig verwahrt”, stichelte sein Kollege, der einen Thyliumgenerator begutachtete.

Allmählich dämmerte den Lehrern, wo in all den vergangenen Jahren aussortierte Gegenstände und Sachen hingelangt waren. “Eine unterirdische Quelle mit einem kleinen See, Liegen, Betten, Schränke, Generatoren … wirklich nicht schlecht”, bemerkte die andere Lehrerin, Esther Paris, die ihrer Kollegin sorgfältig den Arm versorgte, und sich bisher aus der Diskussion herausgehalten hatte.
“Wir sollten froh darüber sein, dass diese Kinder auch ausgerechnet heute den Unterricht ebenfalls geschwänzt haben und wir in Sicherheit sind.“

“Und was nun? Was machen wir jetzt?”, fragte der Lehrer, der sich vor kurzem mit den Kindern unterhalten  hatte. Die vier Erwachsenen begannen, sich zu beraten, bis man nach einer guten Stunde beschloss, zunächst in diesem Versteck auszuharren.
“Nächstes Problem: Hier gibt es zwar Nahrungsmittel und so weiter, doch wird es nicht lange ausreichen”, sprach Sara Douglas ein wichtiges Thema an.
Der Lehrer, der sich sorgfältig umgesehen hatte, nickte: “Wasser ist kein Problem. Aber wir brauchen Decken, Proviant und so weiter … am besten, wir fragen die Kinder, denn anscheinend kennen sie sich hier bestens aus – vor allem die geheimen Wege und Pfade.”


Nyx-Station, Irgendwo im Cyrannus Sternsystem

Nach einer langen Sitzung mit der Teilnahme der meisten führenden Offiziere hatte man endlich alle verfügbaren Informationen zusammengefasst. Der von Admiral Nagala zum Admiral beförderte Commander Samuel O’Hara erteilte seine ersten Befehle: “Danke für den ausführlichen Bericht Major O’Brien. Ich will, dass alle militärischen und zivilen Schiffe sofort ihre CNP-Einheiten entfernen und danach sämtliche Computersysteme säubern! Ich will keine böse Überraschung deswegen mehr erleben. Sollte jemand von Ihnen Doktor Gaius Baltar aufgreifen, wird er sofort verhaftet! Die Anklage für diesen Dreckskerl könnte Hochverrat lauten. Wir befinden uns in der Nähe des Helios Beta Systems. Daher will ich, dass wir in diesem System so viele zivile und militärische Schiffe einsammeln, wie wir können. Da laut den Berichten das Alpha- und Gamma-System scheinbar am stärksten von den Angriffen betroffen sind, weiten wir unsere Suche noch auf das Delta-System aus! Doch ich will, dass alle beteiligten Raptorcrews mit absoluter Vorsicht vorgehen! Sie haben ab jetzt 84 Stunden Zeit, diese Mission durchzuführen, und die …” Zu seinem Ärger wurde der Admiral abrupt von einem Zivilisten, der in Begleitung von einigen Marines war, unterbrochen. Der Sergeant entschuldigte sich sofort für das unangemeldete Eindringen: “Tut mir leid, Sir. Dieser Mann hier sagt, er wäre ein Mitglied des Quorums und wollte dringend mit einem Verantwortlichen sprechen.”
Admiral O’Hara verzog das Gesicht: “ Sie können den Mann loslassen, Sergeant! … Also, was wollen Sie, Mister?”

Der Politiker glättete noch einmal kurz seinen Anzug, bevor er sich räusperte und auf die Frage antwortete: “Mein Name ist Bruce Wales, Ratsmitglied von der Kolonie Picon. Einige weitere Mitglieder der Regierung und ich waren gerade auf dem Weg nach Leonis, als die Zylonen angriffen. Und nun frage ich Sie: Worauf warten Sie eigentlich noch? Es herrscht Krieg, und Sie und alle anderen hier sitzen nur da und reden …”

“Mister Wales. Wir haben momentan nicht die militärischen Mittel, um einen wirkungsvollen Gegenschlag durchzuführen. Denn laut der Berichte und Meldungen, die mir erst seit kurzem vorliegen, verfügen die verfluchten Toaster über eine riesige Armada von mindestens 100 Basisschiffen. Die Hilfs- und Begleitschiffe, Jäger und schweren Jäger nicht mitgezählt. Bei allem Respekt, bei dem, was Sie da von uns verlangen, können wir die meisten unserer Leute sofort an die Wand stellen - das würde im Ergebnis keinerlei Unterschied machen. Außerdem kommen die meisten von den Frauen und Männern gerade von der Akademie oder Offiziersschule und sollten erste praktische Erfahrungen auf Kampfsternen sammeln. Hätte ich allerdings das benötigte Personal und die dreifache Stärke an Ressourcen zur Verfügung, würde ich sofort zum Gegenschlag ausholen. Aber mit nur zwei großen Kampfsternen und acht kleineren des Valkyrie-Typs ist das glatter Selbstmord. Admiral Nagala hat dies vor gut sechs, acht Stunden über Virgon versucht - mit dem katastrophalen Ergebnis, das alle Schiffe dieser Flotte zerstört wurden, bis auf vereinzelte Raptor und Viper. Doch wir versuchen natürlich, so viele zu retten, wie wir es in den nächsten knappen vier Tagen können. Mehr kann ich nicht riskieren, denn unser aller Überleben, das unseres Volkes und unserer Rasse steht auf dem Spiel”, wies der Admiral den Politiker zurecht.

“Tut mir Leid, Admiral. Ich wusste nicht, dass …”, versuchte Wales sich stotternd zu entschuldigen und sein Anliegen zu rechtfertigen.
“Schon gut. Wir stehen alle momentan ziemlich unter Druck”, nahm es der Admiral zur Kenntnis, dann wandte er sich wieder den Offizieren zu.
Samuel O’Hara räusperte sich kurz, bis er ungestört fortfahren konnte, und verkündete: “Laut Paragraph 3, Absatz 12 des Gesetzes der Kolonialen Flotte ist jeder, der Militärdienst geleistet hat, wieder im aktiven Dienst! Jeder von Ihnen macht eine entsprechende Durchsage auf seinem Schiff!”

Tamara Edwards, CAG von Commander McBride an Bord der Battlestar Heracles, drehte sich ihrer Kommandantin zu: “Da wird Jonathan aber ziemlich schlechte Laune bekommen, wenn er das hört.” “Kann ich mir vorstellen, Major”, bestätigte McBride, “und nun keine Scheu, sprechen Sie den Admiral an und tragen Sie Ihr Anliegen vor.”

Major Edwards strich sich noch einmal über ihre schulterlangen blonden Haare, um sich zu sammeln, dann wandte sie sich an den Admiral: “Admiral O’Hara, Sir. Darf ich offen sprechen und ein Anliegen vortragen?”
O’Hara wandte sich in ihre Richtung und nickte ihr freundlich zu: “Wenn Politiker hier sogar schon reinplatzen und reden dürfen … Spaß beiseite. Was gibt es, Major Edwards? Sie dürfen offen sprechen.”

“Viele an Bord dieser BSG haben Kinder, die in eine Privatschule auf Virgon gehen. Diese liegt weit außerhalb der Städte und sonstigen Siedlungen. Ich bitte Sie darum, die Menschen und drei meiner Kinder, die sich noch dort befinden, retten zu dürfen.”

Der Admiral dachte einige Minuten lang sorgfältig über dieses Anliegen nach, bevor er sich entschieden hatte: “Commander McBride. Sie und ihre Crew nehmen sich zuerst Virgon und danach Leonis vor! Planen sie diese Mission sorgfältig! Es werden sie dazu noch vier Kampfsterne der Valkyrie-Klasse, als Unterstützung begleiten. So, abschließend danke ich Ihnen allen noch einmal für Ihr Kommen. Los an die Arbeit! Wegtreten!”


Virgon, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Zur selben Zeit schärften die Lehrer den Kindern, die sich an der Aktion beteiligten, noch einmal ein, wie sie sich im Schulgebäude auf der Suche nach den benötigten Sachen verhalten sollten, und erklärten allen wiederholt, was man meisten benötigte.
“Also los!”, gab Oliver Wilder das Zeichen zum Aufbruch.

Als sie alle aus dem geheimen Zugang in der Bibliothek traten, stellten sie nach kurzer Erkundung überrascht fest, dass sich niemand weiteres auf dem Schulgelände aufhielt und dass sogar die Toten verschwunden waren. Dennoch ließen sie allerhöchste Vorsicht walten, während sie die Räume, die Zimmer, das Lager, die Küche und die Speisekammer der Schule durchsuchten.

Nach ihrem erfolgreichen Beutezug verschwanden sie genauso wieder, wie sie gekommen waren - hinter dem Geheimgang, der in einer versteckten Drehtür hinter dem Kamin der Schulbibliothek verborgen war. Schwer beladen mit ihrer überlebenswichtigen Fracht, die sie in Rucksäcke und Taschen verstaut hatten, liefen sie durch die niedrigen und engen Gänge, die so angelegt waren, das sich unmöglich ein Zylon hier herunter begeben konnte.

Als sie alle wieder bei den Zurückgebliebenen ankamen, sortierten sie alles, was sie brauchen konnten an Kleidung, Nahrungsmitteln, Erste-Hilfe-Koffern, Gaskochern, Taschenlampen, Decken und andere Sachen, die ihnen als nützlich erschienen.
Einer der Lehrer hatte einige alte Waffen gefunden und ebenfalls mitgenommen.


Battlestar Heracles, Nyx-Station, Helios Beta System, Cyrannus-Sternsystem

Ein junger Mann wies sich bei der Wache aus, betrat das Quartier von Commander Diana McBride, hörte kurz zu, um was es ging und sagte schließlich: “Ich kann euch führen.”

McBride drehte sich verärgert in die Richtung, woher die Stimme kam und zügelte ihn sofort: “Nun mal langsam junger Mann! Wer sind Sie überhaupt und weshalb stören Sie dieses Briefing?”
Anstatt des jungen Offiziers antwortete ihr CAG im Flüsterton: “John. Den Göttern sei Dank, du lebst.” Tamara Edwards stürzte auf ihren achtzehnjährigen Sohn zu und zog ihn erleichtert in die Arme.
“Entschuldigung, Sir“, drehte sie sich wieder um. “Darf ich vorstellen, mein ältester Sohn, Lieutenant John Edwards.”

“Ahh, ja. Wenn das mal kein gutes Omen ist. Und nun zu Ihnen: Wie kommen Sie überhaupt auf die Idee, uns bei der Mission helfen zu können, Lieutenant?”, fragte Commander McBride.

“Ich war selber sechs Jahre auf dieser Schule, bevor ich auf die Akademie der Kolonialflotte gekommen bin, Sir”, fing John an, zu erklären. “Darum kenne ich mich dort sehr gut aus. Es gibt in der Bibliothek einen geheimen Zugang beim Kamin, der in einen alten Bunker führt, der noch aus der Zeit des ersten Zylonenkrieges stammen muss. Ich habe Ryan davon erzählt, da ich selber auch im Pyramidteam der Schule gespielt habe. Wenn es Überlebende gibt, dann halten sie sich mit Sicherheit dort auf.”

Commander McBride musste diesmal nicht lange überlegen: “Na schön. Sie haben mich überzeugt und sind damit im Team. Können Sie auch fliegen, Lieutenant Edwards?”
“Ja. Raptor und die Viper Mark II”, antwortete John, als gerade Admiral O’Hara hereinkam. Dieser sah sich kurz um und fragte: “Ist er noch nicht da?”
“Nein, Sir. Bisher nicht”, antwortete Major Edwards.

Bevor einer der Umstehenden fragen konnte, wer gemeint war, öffnete sich schon die Tür und ein Mann um die Vierzig, in eine grüne Uniform gekleidet, betrat das Quartier.
Er nickte in die Runde: “Admiral. Commander. Major. Sie wollten mit mir sprechen.“ Dabei fiel sein Blick auf den jungen Mann.
„Oh, hallo John“, stellte er erfreut fest, „Schön, dass du es geschafft hast.”
“Hallo Dad.”
“Also, was gibt es?”

“Warum so kühl, trocken und reserviert. Wie ich sehe, hat Sie Major Edwards schon in Kenntnis gesetzt”, begann der Admiral, “dass Sie sich wieder im aktiven Dienst befinden, Jonathan. Wo wir gerade davon sprechen, wo ist überhaupt Ihre Dienstuniform?”

“Sie wissen doch ganz genau, dass ich diese hier bevorzuge, Samuel”, antwortete Jonathan.

Der Admiral hob leicht genervt die Augenbrauen: “Natürlich – wie konnte ich das vergessen … Sie werden auf der Heracles dienen, Edwards.“
Und bedeutete dann McBride, fortzufahren. “Wir haben eine sehr wichtige Mission vor uns und ich brauche einen erfahrenen Offizier an meiner Seite …”, begann Diana McBride. Jonathan Edwards unterbrach sie grinsend: “Erfahren?! Ich bin seit knapp vier Jahren nicht mehr im Dienst.”

Commander McBride ließ sich nicht beirren und fuhr fort: “…was man gelernt hat, vergisst man nicht so schnell. Also - ich brauche einen fähigen XO an meiner Seite, denn mein aktueller ist mir zu grün hinter den Ohren für diesen Job.”

Tamara Edwards lächelte leicht, als sie ihren Mann anschaute, der sich beide Hände vor das Gesicht geschlagen hatte und sich die Augen rieb.

Nun übernahm wieder Admiral O’Hara die Wortführung: “Ich habe hier einen Brief von Admiral Nagala, den er mir zukommen ließ, als die Atlantia unter dem Beschuss der Zylonen stand. Kurz vor seinem Tod erwog er den Plan, Sie in den Rang des Admirals für die BSG 98 zu befördern - doch er ließ davon ab, weil er befürchtete, dass Sie ihn in den tiefsten Abgrund des Tartaros wünschen würden …”
“Da hatte er gar nicht mal so Unrecht”, brummte Jonathan.
Der Admiral straffte seine Schultern und holte tief Luft: “… Jonathan Richard Edwards: Sie erhalten Ihren alten Rang, den eines Commanders zurück, bevor Sie den Dienst wegen gesundheitlicher Probleme quittierten, und schließlich Admiral Cain das Kommando auf der Pegasus übernahm.”



Tag 1 nach dem Fall der 12 Kolonien der Kolonien
Andromeda-Galaxie
Heracles CIC, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Der Kampfstern Heracles, ein Battlestar der Mercury-Klasse, hatte seinen Liegeplatz an der Nyx-Station verlassen und wartete nun auf die Erlaubnis, seine Mission beginnen zu können. Es waren zehn Stunden seit der Besprechung vergangen und der Admiral hatte angeordnet, dass sich die Besatzungen der fünf Schiffe zunächst einmal ausruhen sollen.

Auf dem DRADIS-Bildschirm im CIC der Heracles beobachteten McBride, Edwards und einige weitere Offiziere, wie die vier Schiffe der Valkyrie-Klasse, die Trojan, die Minos, die Aron und die Icarus, bereits in Formation gingen und auf den Einsatzbefehl und auf sie warteten.

Commander Diana McBride, die ihre Crew eben noch auf den wichtigen Einsatz eingestimmt hatte, nickte kurz, nahm den Hörer von der Konsole und sagte: “Admiral O’Hara, hier ist die Heracles. Wir sind soweit.”

“Hier ist der Admiral. Commader O’Hara, Sie haben das Kommando bei diesem Einsatz. Die Spähraptoren sind zurück und melden, dass alles sauber ist. Sie haben somit grünes Licht. Gute Jagd. Und bringen Sie alle wieder wohlbehalten zurück. Vergessen Sie vor allem die Frist nicht … und seien Sie vorsichtig”, ertönte die Stimme des Admirals aus den Lautsprechern.

“Das hoffen wir alle”, flüsterte der Taktikoffizier, bevor dann die ganze Crew diesen kurzen Satz laut und mehrmals wiederholte.
McBride schaute sich kurz im CIC um: “Danke, Sir.“ Dann ordnete sie an: „Sprung vorbereiten! … Und auf mein Kommando durchführen!”
Sie begann runterzuzählen: “…und Überlichtsprung!”


Virgon - Heracles, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Der Taktikoffizier überprüfte kurz das DRADIS, bevor er schließlich erleichtert vermeldete: “Keine Zylonen in Sicht. Das DRADIS ist leer. Keine Kontakte - bis auf die zahlreichen Trümmer- und Wrackteile, die von Kampfsternen, Viper und Raptor stammen müssen, und natürlich den vier Kampfsternen der Valkyrie-Klasse.”

Commander McBride, Commander Edwards und ein junger Major, der der eigentliche XO war, sowie der Taktikoffizier beobachteten weiter aufmerksam das DRADIS - nichts passierte.
“Na schön, irgendwie gefällt mir das nicht“, Jonathan Edwards presste die Lippen zusammen. „McBride, ich schlage vor, unser Zielgebiet über Virgon anzusteuern und darüber hinaus in einer Verteidigungsformation in Stellung zu gehen, um einen sicheren Rückzug unserer Bodenteams zu gewährleisten”, setzte er noch hinzu. Edwards hatte der Bitte von Commander McBride nachgegeben, nicht zusammen mit Major Edwards und Lieutenant Edwards auf Virgon nach anderen und seinen noch vermissten drei Kindern zu suchen. Diana nickte zustimmend und gab dessen Vorschläge im Befehlston an ihre Crew und den kleinen Verband weiter.

Eine junge Frau, Major Patricia James, die eigentlich den Dienst des XO auf der Heracles ausüben sollte, schaute den beiden älteren Offizieren, besonders Commander Edwards aufmerksam über die Schulter.
“Alle unsere Viper befinden sich startbereit in den Startröhren. Ebenso die der anderen vier Schiffe unseres Verbandes”, meldete der Kommunikationsoffizier.

“Hier ist Commander McBride. Such- und Rettungsteams, ihr habt Starterlaubnis!”

“Die Uhr steht jetzt bei 23 Minuten und noch immer keine Zylonen zu sehen”, äußerte Major James und behielt gemeinsam mit Commander McBride und Commander Edwards das DRADIS im Auge. Doch sah man nur die eigenen Flugzeuge, die sich weiter ungehindert auf die Planetenoberfläche von Virgon zu bewegten.


Zur selben Zeit auf Virgon, in der Sicherheit ihres Zufluchtortes spielten einige der Kinder Pyramid, andere vertrieben sich die Zeit mit Lesen, während die vier Lehrer alles sortierten und den Vorrat an Lebensmitteln einteilten. Vor circa drei Stunden waren die meisten von ihnen von einer weiteren Runde zurückgekehrt, in der sich alle aus ihren Zimmern persönliche Dinge geholt hatten; und wie beim ersten Mal, war keine Spur von den Zylonen zu erkennen gewesen. Dieses Verhalten sorgte mittlerweile bei allen für großes Unbehagen, so dass jeder etwas tat, um sich davon irgendwie abzulenken. Man hatte vorsichtshalber beschlossen, nicht mehr nach oben zu gehen, außer - es sei zwingend erforderlich.

“Toller Wurf, Gordon”, rief einer dem Werfer zu, der seinen Ball gerade im Ziel versenkte.

“Diese Ruhe vor dem Sturm bringt mich noch um”, murmelte die am Arm verletzte Lehrerin leise ihren Kollegen zu, um die Kinder nicht zu ängstigen.
Wilder nickte: “Den Gang in der Bibliothek vom Kamin hierher runter haben wir sicherheitshalber blockiert. Wenn sich also jemand gewaltsam Zutritt verschafft, werden wir durch den Lärm wenigstens gewarnt.”
Hale meinte brummend: “Somit bleiben uns nur noch zwei Fluchtwege.”

Nun wandte sich Esther Paris ihren Kollegen zu: “So, ich bin fertig. Wir haben genug Lebensmittel für zwei Wochen, bestenfalls für drei, wenn wir alles etwas strecken.”


Nyx-Station, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Der XO von Admiral O’Hara verkündete seinen Vorgesetzten die gute Nachricht, dass ein Kampfstern der Valkyrie-Klasse eine weitere kleine Flotte von elf zivilen Schiffen entdeckt hatte. Der Admiral forderte seinen XO auf, sofort Kontakt aufzunehmen, dass sich diese Schiffe an der Nyx-Station einfinden sollten. “… ich will, dass die Zivilisten zunächst an Bord ihrer Schiffe bleiben, da ich erst einmal erfahren will, wer alles dort an Bord ist!”, ordnete O’Hara zusätzlich an.

Kurz darauf informierte ihn ein Kommunikationsoffizier, dass man eine verschlüsselte Nachricht empfangen hatte, die offenbar von der Galactica stammte. Der Admiral und sein XO schauten sich die Nachricht auf dem Ausdruck an.
“Commander Adama übernimmt scheinbar das Kommando über die Flotte”, murmelte der Colonel, “und will, dass sich alle verfügbaren Schiffe bei Ragnar versammeln. Könnte aber auch eine Falle der Zylonen sein.”

Samuel O’Hara nickte: “Das wäre gut möglich. Aber vielleicht ist die Galactica ja doch entkommen. Und um sicher zu gehen, will ich, dass sich vier Aufklärungsraptor en zur Ragnar-Anlegestelle begeben und die Situation erkunden! Keine Kontakte! Nur die Lage überprüfen! Außer, es ist wirklich Adama, dann Kontakt aufnehmen!”

“Unsere Raptoren sind momentan alle im Einsatz”, warf der Colonel ein. “Doch ich werde umgehend vier davon abziehen und in die Mission einweisen lassen!”

3.  Search & Rescue, Part II

Vor 3 Jahren
Tag 1 nach dem Fall der 12 Kolonien
Andromeda-Galaxie
Heracles CIC, Orbit von Virgon, Helios Beta System

“Hier ist der CAG”, begann Major Tamara Edwards, die bereits in einem der Einsatzraptor saß, ihre Mitteilung, “wir sind alle an Bord, und einsatzbereit, Sir.”
“Na, dann los. Plan ausführen und die Eskortviper starten!”, ordnete McBride an.
“Die Viper 12 bis 46 sind unterwegs und nehmen ihre Positionen ein”, meldete der Taktikoffizier, während Commander Edwards immer noch argwöhnisch das DRADIS beobachtete.
Kurz darauf starteten von allen Kampfsternen ebenfalls die angeforderten Raptoren, die sofort von den Vipergeschwadern zur Planetenoberfläche eskortiert wurden.

Edwards schaute nach wie vor konzentriert auf den Bildschirm über seinem Kopf. Er war angespannt und schüttelte schließlich mit dem Kopf: “Die Sache gefällt mir nicht. Mister Shawn, geben Sie mir die Trojan!”
Commander McBride nickte zustimmend, denn auch ihr behagte die Situation nicht besonders. “Jawohl Sir … Verbindung steht.”

Jonathan nahm den Hörer von der Konsole: “Commander Fisher, hier ist Commander Edwards von der Heracles. Ich will, dass Sie von ihrem und von den drei anderen Schiffen vier Raptoren und 16 Vipern starten und in vier Staffeln um den Planeten auf Patrouille schicken! Sie sollen in sich über den Polen und den Äquator von Virgon langsam bis zur anderen Seite des Planeten fliegen, und die Lage dort erkunden!”
“In Ordnung, Commander Edwards. Ich gebe Ihren Befehl sofort weiter”, vernahm er die Stimme von Fisher aus dem Hörer.


Nyx-Station, Irgendwo im Cyrannus Sternsystem

Auf der Station gingen immer mehr Berichte von gefundenen Zivilschiffen ein, die den Angriffen der Zylonen bisher entgangen waren. Darunter befanden sich neben Passagier- und Frachtschiffen ein beschädigtes Thyliumschiff, welches man im Asteroidengürtel des Helios Beta Systems gefunden hatte.
Somit stieg die Anzahl der Schiffe zum wiederholten Male an, die Listen wurden an Wales und dem Admiral weitergereicht. Der Politiker hatte einen Platz zugewiesen bekommen, wo er nun die eingehenden Nachrichten durchging.

“Das sind wirklich gute Nachrichten. Schicken sie eines unserer Schiffe der Berzerk-Klasse dorthin, sie sollen die Crew und die möglichen Passagiere an Bord nehmen, die Ladung aufnehmen sowie alles Verwertbare an Lebensmitteln und so weiter, und dann sofort wieder hierherkommen! Keine Heldentaten!”, ordnete Colonel O`Hara, der XO der Station an, da Admiral O’Hara anderweitig beschäftigt war.

Bruce Wales ging auf die aufgestellte Tafel zu, um die Zahl zu korrigieren, die sich darauf befand. “Bisher haben wir 29.491 zivile Flüchtlinge bei uns versammelt, die den Angriff überlebt haben”, murmelte er.

Der Admiral rieb sich müde die Stirn: “Es werden immer mehr Schiffe um uns. Somit wächst auch die Gefahr, entdeckt zu werden. Ich will, dass man die Personalien von allen überprüft, denn wir benötigen zusätzliches Personal und somit Unterstützung in allen Bereichen, besonders Mediziner und Piloten! Geben Sie die Notsprungkoordinaten an die zivilen Schiffe weiter, und zusätzlich soll die CAP verstärkt werden, Colonel!”
Der XO nickte seinem Vorgesetzten, welcher auch sein älterer Bruder war, zu.


Anlegestation Ragnar, Cyrannus Sternsystem

Die Besatzung vom Aufklärungsraptor mit der Kennung CF-2234 hatte den Kürzeren gezogen und musste nun die Vorhut übernehmen, und überprüfen, ob die Lage auch sicher war.
“Oh meine Götter. Verflucht! Das sind ja Dutzende von Zylonen”, entfuhr es dem Raptorpiloten, als er die Raumschiffe der Feinde sah, kurz nachdem sie angekommen waren.
“Nichts wie weg hier! Die verfluchten Toaster haben uns bereits entdeckt”, brüllte der Co-Pilot, als zwei zylonische Jäger Kurs auf den Raptor nahmen. Denkbar knapp nur konnte sich dieser mit einem Überlichtsprung retten.

An Bord eines der Basisschiffe vor Ort bemerkte man diesen unerwarteten Besuch ebenfalls und man beschloss, mit dieser Begegnung nicht allzu nachlässig umzugehen. Nach kurzer Beratung einigten sich die Zylonen darauf, Patrouillen von Jägern auszusenden, um nach weiteren Menschen zu suchen, die bisher entkommen waren.



Milchstraße
Erde, SGC, Besprechungsraum

Im Briefing Room des Stargate-Centers konnte Major Carter nach mühevoller, gemeinsamer Arbeit mit Doktor Jackson die erste komplette Stargateadresse präsentieren, die man aus den Rätseln der Antiker zusammengestellt hatte.

Als beide endlich ihren Vortrag beendet hatten, verzog Colonel O’Neill das Gesicht: “Es ist eine Adresse mit acht Koordinaten. Also führt es uns in eine andere Galaxie.”
Sam nickte, und bestätigte: “Der Colonel hat Recht. Wir benötigen jede Menge Energie für den Aufbau eines Wurmlochs, um eine Verbindung herzustellen, und diese auch stabil aufrecht zu erhalten.”
Teal’c, der bisher schweigend zugehört hatte, fragte: “Wohin würden uns die Symbole führen?”
“Aufgrund der Simulationen, die wir durchgeführt hatten - vermutlich in die Andromeda-Galaxie. Also außerhalb unserer Reichweite”, antwortete Daniel und legte den Bericht auf dem Konferenztisch ab.

“Speichern Sie die Adresse ein, Major! Irgendwann kommen wir schon dort hin”, ordnete General Hammond nach einer kurzen Pause an, danach entließ er das Team.



Andromeda-Galaxie
Virgon, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Die Nacht war gerade hereingebrochen, als die 24 Raptoren auf dem Schulgelände landeten. Die Viperstaffeln flogen Patrouillen im näheren Umkreis.
Major Edwards hatte einen Funkspruch von der Heracles bekommen. Sie teilte dem Such- und Rettungsteam mit, dass eine Falle der Zylonen vermutet wurde und deshalb CAP’s zusammengestellt werden sollten, um die Lage über Virgon genauer zu sondieren und befahl am Ende: “…, herhören: Die Piloten und achtzehn Marines bleiben bei den Raptoren und bauen eine Verteidigungslinie auf, für den Fall, dass wir Probleme bekommen! Der Rest kommt mit mir. Lieutenant Edwards, Sie zeigen uns den Weg. Ausrücken!”

Die im Orbit befindlichen vier Patrouillen hatten mittlerweile beinahe den Planeten umflogen und die Tagseite erreicht. “Hier Raptor CF-201 ... bisher nur Trümmer- und Wrackteile von Kampfsternen auf dem DRADIS. Wie schaut es bei euch aus?”
“Genau das Gleiche.”
“Hier auch.”
“Möchte mal wissen, was der Commander gemeint hat”, fing der letzte an, wurde doch sofort still und fing dann an, laut zu fluchen, als er einige Basisschiffe und Jäger erkannte, die versuchten, sich hinter den Wracks der Kampfsterne zu verbergen.

“Götter. Nichts wie weg hier, und sofort zurück zur Basis!”, befahl der Staffelführer, als er sich von der Nachricht erholt hatte.

Einige Raider der Zylonen nahmen in der Zwischenzeit bereits deren Verfolgung auf.


Heracles CIC, Virgon, Helios Beta System

Die Nachricht, die der Kommunikationsoffizier seinen Vorgesetzten mitteilte, dass sich drei bis vier Basisschiffe der Zylonen hier versteckt hielten, bestätigten die düstere Vorahnung von McBride und Edwards.

“Na schön. Die Raptoren sollen auf dem Gelände der Schule landen und bei der Evakuierung der Überlebenden dort helfen - ebenso die Viper! Geben Sie auch sofort unseren Einsatzkräften auf Virgon Nachricht, dass die Party heiß werden wird, weil ungebetene Gäste zum Essen kommen!”, ordnete Commander McBride an.
Sie und auch Commander Edwards wussten, dass ihre Chancen aussichtslos stünden,  wenn nicht die vier Schiffe der Valkyrie-Klasse bei ihnen wären.

Auf dem DRADIS-Monitor konnte man erkennen, wie die Basisschiffe Kurs auf die Heracles nahmen und die erste Welle von Jägern starteten, um die Menschen anzugreifen.

“Hier ist Commander McBride: Gefechtsalarm für den gesamten Verband! An alle Geschütze: Feuer frei, um die Schutzzone aufzubauen, und alle verfügbaren Viper starten! Bringen Sie uns in eine günstige Ausgangslage, so dass wir über den anderen Schiffen positioniert sind! Denn wir können einiges mehr einstecken als zum Beispiel die Trojan.”
Jonathan Edwards nickte zufrieden und fragte sich, weshalb er eigentlich hier sein sollte.

“Schutzzone ist aufgebaut. Und die ersten sechs Geschwader sind innerhalb der nächsten zwei Minuten auch draußen”, meldete der Taktikoffizier.

Die Kommandantin des Kampfsterns lächelte Commander Edwards und Major James zu: “Sehr gut. Aber wir müssen schneller werden! Überlichttriebwerke auf Standby!”

Auf dem Planeten selbst hatten sich die Marines bereits durch das Hauptgebäude der Schule vorangetastet und waren in der Bibliothek angekommen. Einer der Marines versuchte seit einigen Minuten vergeblich, die Geheimtür zu öffnen. Auch mit Unterstützung gelang es nicht, darum schimpfte und fluchte er: “Verdammter Mist. Der Zugang muss von der anderen Seite blockiert worden sein, Sir.”

Die Soldaten gaben schließlich schwer atmend und schwitzend auf. Tamara Edwards schaute ihren Sohn auffordernd an: “Gibt es noch weitere Zugänge in den alten Bunker? Denn die Zeit wird allmählich knapp.” Beim letzten Satz tippte sie ihr Headset an und erinnerte alle an die letzte Nachricht, die sie erhalten hatten, und auch - was ihnen allen drohte.

Der junge Lieutenant dachte fieberhaft nach und erinnerte sich schließlich: “Da gibt es einen alten Minenschacht, ungefähr 500 Meter von hier entfernt. Dieser Zugang liegt am Nächsten und der andere ist noch weiter weg …”
“Das reicht, John“, unterbrach Major Edwards ihren Sohn und ordnete an: „Sergeant Wilder, Sie bleiben mit fünf Mann hier im Gebäude, für den Fall, dass doch noch einige weitere Überlebende auftauchen sollten!” Sie verließ mit ihm und den restlichen Marines das Gebäude.


Auf dem Flaggbasisschiff der kleinen Zylonenflotte betrat John Mephisto die Brücke und meinte zynisch: “Sieh an. Wir haben Besuch.”
Ein Vierermodell nickte: “Ja, ein Kampfstern der Mercury-Klasse, sowie vier kleinere Kampfsterne mit ihren Kampfflugzeugen sind hier eingetroffen, und außerdem ist eine große Anzahl von Raptor auf dem Planeten gelandet, in dem Bereich, wo sich die Schule befindet. Wir haben den Kampf bereits aufgenommen.”

“Aber - was wollen die hier?”, fragte einer der Leobens.
“Nach Überlebenden suchen, um diese zu retten”, vermutete Natalie Faust.
“Wenn das so ist”, begann Mephisto, “gibt es eine kleine Planänderung. Da die Kolonialen Schiffe uns den direkten Weg zum Zielgebiet versperren, sind wir gezwungen, Bodentruppen abzusetzen.”
Die anderen Modelle waren einverstanden, unter der Voraussetzung, dass man die Kinder und Frauen lebend ergreifen wolle.


An Bord des kleinen Kampfverbandes der Kolonien machten sich die Vorbereitungen nun bezahlt, nämlich alle Viper zu bemannen, in den Startröhren zu platzieren und weitere davor startbereit aufzustellen.
Die angreifende erste Welle von den Jägern der Zylonen wurde von dem Feuer der Abwehrgeschütze der Heracles, Trojan, Minos, Aron und Icarus zerstört, um die Schutzzone aufzubauen, damit sie sich vom feindlichen Feuer besser schützen und die Vipergeschwader den weiteren Angriffswellen der Raider und schweren Jägern entgegenstellen können.
Doch die Schiffe der Zylonen hatten den kleinen Kampfverband der Menschen  bereits vollständig eingeschlossen.

An Bord der Heracles warnte der Taktikoffizier die Crew im CIC: “Atomalarm! Nukleare Raketen befinden sich Kollisionskurs mit uns.”
Commander McBride nahm den Hörer von der DRADIS-Konsole: “Hier spricht der Commander. Warnung für das gesamte Schiff: Auf Einschlag vorbereiten!”

Wenige Sekunden nach der Durchsage wurde die Heracles zunächst von einem, und kurz darauf von drei weiteren Treffern erschüttert.
“Sir. Die Zylonen nehmen unsere Triebwerke und die Backbordlandebucht verstärkt ins Visier”, berichtete Patricia James, während Commander Edwards die Schadensberichte einsah, überprüfte sowie die Strahlungswerte kontrollierte.
“Die Geschütze der Backbordseite sollen das dort befindliche Zylonenschiff, welches uns beschießt, verstärkt unter Feuer nehmen!”, ordnete McBride an, als ein weiterer Treffer den Kampfstern schwer erschütterte.

Über der Kolonie Virgon war nun eine erbitterte Weltraumschlacht entbrannt und die Zylonen wollten auf ihr Virus zurückgreifen, da auch sie bisher starke Verluste einstecken mussten; erzielten aber keine Wirkung damit.

Auf Virgon, tief im Bergmassiv, wo sich ein alter Schutzbunker befand, waren leise Schritte zu hören, die sich einer schweren Stahltür näherten. Es klopfte dumpf in einigen bestimmten rhythmischen Abständen. Die Lehrer drehten die Köpfe in die Richtung der Tür. Die Kinder, die ebenfalls dadurch geweckt wurden, erhoben sich müde und schauten sich verstört um. Wilder und Hale nahmen die alten Jagdwaffen an sich, und zielten vorsichtshalber auf die Tür. Eine angespannte Stille hatte sich ausgebreitet und alle lauschten aufmerksam, als sich die Klangfolge an der Tür wiederholte.

Die Lehrerin Paris murmelte leise im Takt der Schläge vor sich hin, und nickte schließlich: “Das ist ein Morsecode der Kolonialen Flotte.”
Einer ihrer Kollegen runzelte skeptisch die Stirn: “Woher wollen Sie das wissen, Esther?” 
“Ich war auf der Battlestar Solaria Sanitäterin, bevor ich das Geld für mein Studium zusammen hatte.”

Draußen vor der Tür verlor Major Tamara Edwards langsam die Geduld. Sie trat heran, holte tief Luft und rief laut: “Hier ist Major Edwards, CAG der Battlestar Heracles, Koloniale Flotte! Öffnet die Tür, oder wir öffnen sie gewaltsam! Wir sind hier, um euch in Sicherheit zu bringen. Aufmachen!”

Während sich die Lehrer noch beratschlagten, wie sie sich verhalten sollten, erkannten Tabita, Lucas und Ryan die Stimme ihrer Mutter, obwohl diese durch die eiserne Barriere gedämpft wurde.
“Wir sind hier drin, Mom”, rief das Mädchen laut. So laut, dass es sogar die Soldaten der Heracles hören konnten.
“Den Göttern sei Dank”, murmelte Tamara erleichtert.

Binnen kürzester Zeit wurde das Schloss geöffnet und die schwere Tür beiseite geschoben. Erleichterung machte sich bei allen Überlebenden breit, als die ersten Marines den Unterschlupf betraten. Major Edwards gab sofort ihre Anweisungen, was zu tun sei. Sie drängte zur Eile, da die Zeit knapp ist, weil die Zylonen im Orbit angriffen.

Während die Marines allen halfen, ihre Sachen zusammenzupacken, trat Tamara zusammen mit John an die anderen drei Familienmitglieder heran, um diese kurz zu umarmen. Tabita bekam sorgenvolle Augen, denn sie sah ihren Vater nicht.
“Eurem Dad geht es gut. Er ist an Bord der Heracles”, beruhigte Tamara ihre Tochter, dann trieb sie auch schon wieder alle zum Aufbruch. Jeder nahm soviel an sich, wie er tragen konnte; aber nur soviel, dass es einen nicht behinderte. Die Überlebenden wurden angewiesen, sich Kleidung einzupacken sowie etwas Proviant und die Hälfte der Marines wurde angewiesen, beim Tragen zu helfen.



Tag 2 nach dem Fall der 12 Kolonien
Andromeda-Galaxie
Heracles CIC, Im Orbit von Virgon

Es war nun schon 4:00 Uhr früh, und noch immer tobte die Schlacht über dem Planeten. Man war besorgt um die Gesundheit der Einsatzkräfte am Boden, denn der Taktikoffizier hatte berichtet, dass sich Bodentruppen der Zylonen nun ebenfalls auf Virgon befanden und in Richtung Schulgelände unterwegs seien.

“Lange halten wir den Angriffen nicht mehr stand. Das gilt insbesondere für die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse. Auch sind nun die Reservegeschwader im Kampf”, kommentierte Commander Edwards die Situation, die noch verschlechtert wurde, als man die Ankunft von zwei weiteren Basisschiffen registrierte.
“Sie haben Recht, Edwards. Das wird verflucht eng”, stimmte Commander McBride zu, die nun so langsam eine Entscheidung fällen musste.

Der Taktikoffizier unterbrach die Beratung, in der sich McBride und Edwards gerade befanden und sorgte für eine Überraschung: “Sir, die Battlestar Mercury ist soeben aufgetaucht, und kurz darauf zwei Kampfsterne des Galactica-Typs. Sie eröffnen das Feuer auf die Zylonenflotte.”
“Sehr gut. Das verschafft uns etwas mehr Zeit. Öffnen Sie einen Kanal!”, forderte McBride erleichtert, wurde aber von einem fluchenden Kommunikationsoffizier enttäuscht, da die Zylonen die Funkfrequenzen blockierten.

Auf dem DRADIS bemerkte man einen weiteren Kampfstern der Valkyrie-Klasse, der sich neben der Heracles positionierte, um die Backbordgondel zu schützen, während sich die anderen Kampfsterne, die kurz zuvor mit der Mercury eingetroffen waren,  um die Basisschiffe kümmerten.


Zylonenflotte

Die Zylonen waren nun doch überrascht, dass es noch genügend Schiffe der Kolonialen Flotte gab, die es geschafft hatten, ihrem Angriff zu entgehen. Sofort wurden Nachrichten ausgesandt, in denen nach weiterer Unterstützung verlangt wurde.
Mephisto verzog das Gesicht: “Dieser kleinen Flotte wird es auch nicht anders ergehen, wie der von Admiral Nagala an Bord der Atlantia. Haltet uns aus dem Kampfgeschehen möglichst raus!”

“Wir stimmen zu. Es müssten nun die letzten Streitkräfte der Kolonien sein”, vermutete eine Drei.
“Cavil, und eine Teil unserer Armada, verfolgen die Galactica und eine Flotte von Überlebenden”, berichtete eine Sharon.
“Sehr gut”, nickte Mephisto.
Das Einsermodell überlegte kurz, sah alle der Reihe nach an und fuhr dann fort: “Aber es wäre sicherlich nicht verkehrt, wenn wir die Systeme nach weiteren Schiffen von Überlebenden absuchen.”
Einer der Simons’ nickte sofort und die anderen stimmten dem Vorschlag ebenfalls zu, Jäger und Basisschiffe auszusenden, um weitere zivile und militärische Schiffe der Kolonien aufzuspüren.


Nyx-Station, Irgendwo im Cyrannus Sternsystem

Am Rande des Helios Beta Systems versammelten sich immer mehr zivile Schiffe mit weiteren Überlebenden an Bord um die Nyx-Station.
“Bisher sind seit den Angriffen noch weitere 23 zivile Schiffe eingetroffen. Wir stehen jetzt bei 34 zivilen Schiffen”, teilte Colonel Simon O’Hara dem Admiral mit, als er ihm einen weiteren Bericht aushändigte. Während dieser sich darin vertiefte, meldete sich ein Kommunikationsoffizier zu Wort und berichtete, dass die Erkundungsraptoren zurückgekehrt seien.
Admiral Samuel O’Hara nickte: “Sie sollen landen und unverzüglich Bericht erstatten!”

Nach einer Stunde hatten die Piloten in einer Besprechung alles erzählt, was sie vorgefunden hatten. Der Admiral verzog das Gesicht: “Es ist also möglich, dass sich die Galactica dort aufhält oder aufgehalten hat.”
“Ja, Sir. Die Galactica sollte stillgelegt werden; hatte also keine Munition an Bord. Abgesehen von dem Vipergeschwader und den übrigen bewaffneten Truppen, die sich auf ihr noch befanden”, stimmte ein Major zu.

“Ich will, dass sich die Battlestar Iuno in drei Stunden nach Ragnar begibt und die Lage vor Ort überprüft. Sollte es dort noch Verwertbares geben, sollen sie es einsammeln und dann wieder hierher zurückkehren! Commander Park, es ist Ihr Schiff; bereiten Sie also Ihre Crew vor! Aber keine Heldentaten! Wenn es Ärger gibt, kommen Sie umgehend zurück zur Basis!”, ordnete der Admiral an.


Virgon, Helios Beta System

Es hatte knapp zwei Stunden gedauert, bis man alles zusammengepackt hatte. Eine Fünfergruppe von Marines ging - geführt von Major Edwards - voran.
Die Sonne war bereits aufgegangen, als die ersten Menschen das unterirdische Labyrinth verließen, welches ihnen in den vergangenen Tagen Schutz und Zuflucht geboten hatte. Die Gruppe der überlebenden Kinder und Lehrer wurden von den Marines in die Mitte genommen, als man durch den Wald auf das Schulgelände zulief.

Völlig überrascht waren die Zenturios, die in der Gegend patrouillierten, als sie unerwartet auf die Menschen trafen. Die Soldaten eröffneten sofort das Feuer auf die Zylonen. Verstreut herumliegende Felsen boten den Menschen Deckung, da die verbliebenen Zylonen das Feuer natürlich sofort erwiderten.
Die Soldaten fluchten lauthals, als sie feststellen mussten, dass die drei verbliebenen Zenturios offenbar stärker gepanzert waren und nur mit Kopfschüssen neutralisiert werden konnten.

Nach einer Viertelstunde war das Gefecht zu Ende, als zwei Raketen, die von einer Viper abgeschossen wurden, einige weitere Zenturios, die sich genähert hatten, in einer Explosion untergehen ließ. Nun war der Weg zu den wartenden Raptoren wieder frei und Major Edwards trieb etwas barsch die Gruppe um sich zur Eile an.
Die Viperpatrouillen über ihnen sorgten durch ihre Unterstützung in der Luft für einen sicheren Abzug.
Einige der Marines hatten leichte Schussverletzungen erlitten – zum Glück bloß Streifschüsse und ein paar Schrammen, wie ein Sanitäter feststellte.

Vom Schulgebäude aus gaben Sergeant Wilder und seine fünf Marines den flüchtenden Zivilisten Feuerschutz, die hastig zu den startbereiten Raptoren rannten. Das war auch dringend notwendig, denn schon waren wieder mehrere Zenturios aufgetaucht, die die Flucht der Menschen verhindern wollten.

Der Sergeant hatte genug und nickte seinen Soldaten zu, die Raketenwerfer in den Händen hielten: “Feuern, und dann sofort Stellungswechsel! Feuer frei!”
Die Raketen trafen die Zylonen vollkommen überrascht, so dass die Zenturios, die den Angriff überstanden hatten, von den flüchtenden Menschen abließen und sich mit ihrem Feuer auf die vermutete Stellung der Menschen konzentrierten, als einige Raketen von einer vorbei fliegenden Viper auch das Ende ihre Existenz besiegelte.

Als auch die letzten in die Raptoren gestiegen waren, hoben diese ab, um Virgon zu verlassen. Sergeant Wilder und die fünf Marines eilten auf die beiden letzten wartenden Raptoren zu. Die Raptoren wurden sofort von einem Vipergeschwader der Heracles eskortiert.

Alle anderen Raptoren waren mittlerweile sicher an Bord der Trojan, Minos, Aron und Icarus gelandet. Die Commander dieser vier Kampfsterne sprangen sofort zurück zur Nyx-Station.
Die beiden letzten Raptoren verließen die Atmosphäre von Virgon, und waren seit ihrem Start einem ständigen starken Beschuss ausgesetzt.
Im CIC der Heracles hatte Commander McBride die erleichterte Meldung der Techniker erhalten, dass die Kommunikation auf einigen Frequenzen wieder funktioniere.
Commander Edwards und Major James betrachteten in der Zwischenzeit weiterhin aufmerksam das DRADIS und sahen somit, dass alle Raptoren - bis auf die zwei letzten - sicher gelandet waren, und sich nach dem FTL-Sprung der vier Kampfsterne in Sicherheit bei der Nyx-Station befanden.
“Okay, sobald die beiden letzten Raptoren an Bord sind, verschwinden wir von hier!”, ordnete McBride an und nickte Major James zu. Patricia James nahm einen der Hörer von der Konsole, um ihren Befehl mitzuteilen: “Sofort alle Vipergeschwader zurückziehen und landen!”

Nachdem sie ihren Befehl ausgesprochen hatte, erschütterte ein weiterer schwerer Treffer den Kampfstern und die Glastüren zum CIC der Heracles zerbarsten mit einem großen Knall in unzählige kleine Einzelteile.


RE: Stargate: Battlestar Galactica - Elysium - - Jonathan J. O´Neill - 28.09.2026

So. Und weiter geht es Rolleyes
Viel Vergnügen beim Lesen Angel

4.  Family

Andromeda-Galaxie, Cyrannus System
Heracles CIC, Orbit von Virgon, Helios Beta System

Die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse waren bereits seit einigen Minuten weg. Nur die beiden der Mercury-Klasse und zwei Kampfsterne des Galactica-Typs kämpften noch weiter gegen die Zylonen, um den Rückzug der noch im Kampf verbliebenen Raptor und Vipergeschwader zu decken.

Der Aufprall und die Explosion des letzten Treffers waren sehr heftig gewesen. Jeder, der zuvor gestanden hatte, fand sich auf dem Boden wieder und musste sich langsam wieder aufrappeln, wie auch Edwards und McBride, die dann sofort auf das DRADIS schauten: “Unsere Viper sind fast alle an Bord, … verflucht, wir haben einen der beiden Raptoren verloren”, schimpfte Major James.

“Auf Sprung vorbereiten! Wir verziehen uns, sobald die letzte Viper gelandet ist!”, befahl McBride, die im Stillen den Göttern und den Ingenieuren dafür dankte, dass ihr Schiff über eine verbesserte Panzerung verfügte.

Der Taktikoffizier gab die Ankunft vier weiterer Zylonenbasisschiffe bekannt, die sofort das Feuer auf einen der Kampfsterne eröffneten, um ihn zu zerstören.
Es dauerte nur wenige Minuten, bis der selektierte Battlestar eingekreist und danach komplett zerstört worden war.
“Oh, ihr Götter - die Zylonen haben gerade die Midias zerstört”, rief der Taktikoffizier erschrocken, und auf dem DRADIS-Monitor verschwand die Signatur des Kampfsterns.
“Sprung durchführen!”, brüllte Edwards, als er sah und sogleich auch bestätigt bekam, dass alle Flugzeuge an Bord waren.

Nach einer quälenden Wartezeit von 10 Sekunden sprangen die verbliebenen Kampfsterne mit Hilfe eines Überlichtsprungs weg und ließen die Flotte der Zylonen allein zurück. Die von den Basissternen abgefeuerten Atomwaffen, die die Heracles, die Mercury und die Titania treffen sollten, flogen nun auf Virgon zu, um auf dem Planeten zu detonieren.



Tag 3 nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie, Cyrannus Star System
Nyx-Station, Helios Beta System

Die Vertreter der drei Kampfsterne, die der Heracles unerwartet zu Hilfe geeilt waren, wurden von dem Stab und der Crew von Admiral O’Hara begeistert empfangen. Der Admiral erkundigte sich sofort, wer das Kommando über diesen Verband habe, wurde aber darüber unterrichtet, dass Admiral Baker im Koma liege, da er verwundet worden sei.

Am Ende der anschließenden mehrstündigen Besprechung, in der über die aktuelle Lage beraten wurde, ergriff schließlich Bruce Wales das Wort: “Ich schlage vor, in die Kolonien zurückzukehren. Es muss noch weitere Kampfsterne geben, die in dem Cyrannus System verstreut worden sind.”

“Nein, Mister Wales. Denn es wurde, wenn Sie genau zugehört hätten, unsere gesamte Flotte zerstört“, warf ein Offizier ein. „Die Schiffe in dieser Flotte sind vermutlich der Rest, was von unserer Zivilisation übrig geblieben ist”,

Auch andere sprachen sich gegen eine Rückkehr aus, da die Kolonien atomar verseucht sind und die Zylonen über eine große Armada von Basisschiffen verfügen, gegen die man auf Dauer keine Chance hätte.
Einige stimmten der Entscheidung zu, den Krieg als verloren zu betrachten, um sich darum zu kümmern, für den Fortbestand der Kolonialen Zivilisation zu sorgen und sich irgendwo eine neue Heimat zu suchen - weit weg von den Kolonien sowie der Bedrohung durch die Zylonen.

“Ich tue nun etwas, was mir eigentlich nicht gefällt: Ich übernehme das Kommando über diese Flotte und verhänge mit sofortiger Wirkung das Kriegsrecht!”
Bruce Wales protestierte vehement gegen diese Entscheidung von Admiral O’Hara, welcher beschwichtigend die Arme hob. Er gestattete, im Verlauf der Suche nach weiteren Überlebenden in den nächsten zwei Tagen und während der Suche nach einer neuen Heimat, eine zivile Regierung aufzubauen.

Danach entließ Samuel O’Hara alle - bis auf einige koloniale Offiziere und Mister Wales - und wartete auf die Rückkehr der Iuno, die mit einigen weiteren Schiffen nach Ragnar gereist war, um die letzten Bestände an Ausrüstung und Munition zu bergen.

Auf dem Kampfstern Heracles bekamen die Geretteten von der Virgon-Mission ihre Quartiere zugewiesen, da es noch ausreichend Platz an Bord gab. Die Lehrer hatten entschieden, dass sämtliche Schüler ihre Schuluniform tragen mussten, und wiesen all die Kinder, die bisher noch keine trugen, dazu auf, sich umgehend umzuziehen. Ryan und einige seiner Mitschüler stöhnten, als diese Entscheidung gefällt wurde.

“Nimm dir ein Beispiel an deinen beiden jüngeren Geschwistern”, mahnte eine Lehrerin im freundlichen Ton und deutete dabei auf Tabita und Lucas. Der jüngere der beiden Jungs fing sofort an, gegen seinen älteren Bruder zu sticheln. Ryan wollte sich das aber nicht länger von Lucas gefallen lassen, ging auf diesen zu und verdrehte seinem jüngeren Bruder den Arm.
Als die beiden Brüder immer heftiger stritten und miteinander rangelten, ertönte plötzlich eine bekannte Stimme: “Wir befinden uns zwar auf einem Kampfstern, aber nun ist Schluss!”
Die Jungen erstarrten in ihrer Bewegung, während Tabita schon auf den Mann zulief: “Dad!” Sie umarmte ihren Vater - glücklich darüber, ihn wiederzusehen.

“Hallo Kleines”, flüsterte Jonathan, ebenfalls glücklich, seine kleine Tochter wieder in den Armen halten zu dürfen. Er hauchte dem Mädchen einen Kuss auf die Stirn. Dann wandte er sich seinen beiden Söhnen zu: “Und ihr beide: Sofort auseinander!”
Die beiden lösten ihre sich unverzüglich voneinander und Lucas trat jetzt auch an seinen Vater heran - nur Ryan blieb da stehen, wo er war. als auch seine Mutter Tamara Edwards und der älteste der Brüder, John, auftauchten. Die Familie war wieder zusammen, ein seltenes Glück nach diesen schweren Tagen, wie sich herausstellen sollte.

“Ryan. Los umziehen!” forderte Commander Edwards seinen Sohn auf, der sich noch immer nicht gerührt hatte.
“Ja, Sir”, seufzte der Junge, der sich nun in Bewegung setzte, seine Sachen nahm und hinter einem Vorhang verschwand, um der Aufforderung Folge zu leisten.

Zur selben Zeit ließ sich Admiral O’Hara an Bord der Battlestar Mercury von Colonel Hopkins herumführen, um sich persönlich nach dem gesundheitlichen Zustand von Admiral Baker zu erkundigen und darüber informieren zu lassen, in welchem technischen Zustand die Mercury war.
Nach dem Rundgang sicherte Colonel Hopkins zu, in den nächsten drei Stunden einen Bericht vorzulegen und Admiral O’Hara ordnete an, dass die Mercury am Dock Mi festmachen solle, um die Schäden zu beheben.
“Noch etwas, Colonel. Sie haben wie üblich weiterhin das Kommando! Ich will mich nicht in die Interna der Mercury einmischen!”
“In Ordnung, Sir“, nickte Hopkins. „Ich informiere Sie, sobald sich der Zustand von Admiral Baker verändert.”

An Bord der Battlestar Titania stand Commander Joseph Tarsus vor einem Problem. Er hatte einen funktionsfähigen Kampfstern, denn die erlittenen Beschädigungen waren minimal und wurden bereits ausgebessert, doch die Angriffe der Zylonen und einige ihrer Enterungskommandos hatten tiefe Lücken in die Crew gerissen. Tarsus nahm alles in den Bericht auf, den O’Hara bekommen sollte.

Auf dem Kampfstern Kronos spielten sich ähnliche Szenen ab wie vor einer guten Stunde an Bord der Heracles. Commander Alexander Nash verließ allerdings sofort das Combat Information Center, als ihn eine wichtige Nachricht erreichte, die seine Familie betraf.

Auf einem der Korridore zum CIC kam ihm bereits seine Frau, die eine Ärztin war, sowie sein Sohn und seine Tochter, die in der kolonialen Flotte dienten, entgegen. Der Commander beschleunigte seine Schritte, und auch die anderen eilten ihm entgegen –erleichtert, trotz der Umstände wieder zusammen zu sein.
Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüßung nickte Alexander: “Ich werde mich dafür einsetzen, dass ihr drei hier an Bord bleibt, unter meinem Kommando.”
Alle vier nickten sich zu - immer noch erleichtert, den Zylonen entkommen zu sein.

In seinem Quartier auf der Nyx-Station saß Samuel O’Hara, der von seinem Rundgang zurückgekehrt war, an seinem Schreibtisch und ging die ersten eingegangenen Berichte durch, die er erhalten hatte. Außer ihm waren noch Ratsherr Bruce Wales und Colonel Russell anwesend, der ihn über die Rückkehr von der Iuno in Kenntnis gesetzt hatte.
Alle drei Männer gingen die aktuellen Listen durch, dann entschied man, vorerst eine Pause einzulegen und in sechs Stunden fortzufahren.



Milchstraße
Erde, SGC, Kantine

Colonel Jack O’Neill las in Ruhe die Zeitung; das heißt, den Sportteil - den politischen Teil der Zeitung hatte er brummend beiseite geworfen, so dass einige Mitarbeiter, die sich ebenfalls in der Kantine befunden hatten, vorsichtshalber geflüchtet waren.

Es lief nicht gerade gut, er war vor kurzem von dem Asgard Loki entführt worden, welcher ihn geklont hatte, mit dem Resultat, dass nun eine jüngere Version im Teenageralter von ihm auf die High-School ging. Zu allem Überfluss war auch noch Teal’c schwer verletzt worden - zum Glück nahm dieser nun Tretonin, so dass er keinen Symbionten mehr benötigte, aber der Zustand des Jaffa war nach wie vor kritisch, vor allem sein seelischer. Der große Krieger lag zwar nicht mehr auf der Krankenstation, aber Daniel hatte ihm vorhin erst mitgeteilt, dass Teal’c sein Selbstvertrauen komplett verloren hatte - ´Wohl eher genervt´, dachte der Colonel im Stillen und hoffte, dass die bevorstehende Mission das Blatt wieder wenden würde.

“Auch hier keine guten Nachrichten”, meinte er angefressen und legte die Zeitung endgültig weg, um sich seinem Nachtisch zu widmen, bevor die Mission in zwei Stunden losgehen sollte.



4. Tag nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie
Nyx-Station, Offiziersmesse

Die Kapitäne und kommandierenden Offiziere aller Schiffe, die sich um die Station versammelt hatten, wurden zu einer Konferenz eingeladen, da Admiral O’Hara allen das weitere Vorgehen mitteilen wollte.
Er fing damit an, dass es Hinweise darüber gab, dass es an der Ragnar-Anlegestelle einen Kampf gegeben haben musste, in dem die Galactica involviert war, da Trümmerstücke von einigen Vipern gefunden worden waren, die diesem Kampfstern auf Grund einer Flossenmarkierung zugeordnet werden konnten. Außerdem erklärte O’Hara, dass die vorgefundenen Ausrüstungsgegenstände nach einer sorgfältigen Untersuchung als verwendbar eingestuft wurden und auf alle Kampfsterne verteilt werden.

Als er mit seinem ersten Teil des Berichtes fertig war, nutzte McNeal, Kapitän eines der zivilen Schiffe, die Gelegenheit und ergriff das Wort: “Werden wir nach der Galactica und nach weiteren Überlebenden suchen?”

“Ja, das werden wir in den nächsten zwei Tagen tun. Aber die gesamte Flotte wird wegen einer Vorsichtsmaßnahme das Cyrannus System in den nächsten zwei Stunden verlassen …”, antwortete der Admiral, wurde aber mitten im Satz unterbrochen.
“Dann sind wir aber schutzlos”, entfuhr es schockiert einem der Zivilisten.
“… die Nyx-Station sowie alle Schiffe der Berzerk-Klasse, die Mercury, die Titania und die Hälfte der Kampfsterne der Valkyrie-Klasse werden die zivilen Schiffe begleiten”, fuhr O’Hara ungerührt fort, erhob sich und schritt zu einer Sternenkarte, wo die Standorte der Kolonien vermerkt waren. Er erklärte, dass es auf einigen verborgenen Stützpunkten, die gut versteckt lagen, noch einige Kampfsterne des Valkyrie-Typs gab.
“Was? Und wie viele?”, wollte Bruce Wales wissen.

“Zwölf. Und jeder dieser Kampfsterne trägt den Namen von einer Kolonie. 
Wir werden versuchen, sie zu finden und die Kolonien noch einmal genau zu kontrollieren, wenn es die Situation zulässt.”

Die Schiffskapitäne der Zivilschiffe sowie einige Commander der kolonialen Flotte und Ratsherr Bruce Wales schauten immer noch etwas irritiert drein, als unvermittelt Alarm ausgelöst wurde. Es dauerte nicht einmal eine Minute, bis einer der Kommunikationsoffiziere in die Offiziersmesse stürzte, wobei die junge Frau beinahe mit dem Admiral zusammenstieß, der soeben den Raum verlassen wollte.
Die Offizierin war völlig außer Atem. Sie atmete noch einmal kräftig durch, bevor sie berichtete, dass man Signale von weiteren Schiffen auf dem DRADIS-Monitor erhalten hatte, die Kurs auf die Station nahmen, und dass Colonel O’Hara einen Notsprung zu den Notfallkoordinaten für die zivile Flotte, die Kronos sowie für die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse, und die Hilfsschiffe der Berzerk-Klasse angeordnet hatte.
Admiral O’Hara ließ sich entschuldigen, und begab sich im Eiltempo in das CIC.

Eine Viertelstunde später konnte zum Glück Entwarnung gegeben werden; bei den Schiffen handelte es sich um neun zivile Schiffe und um die 12 Kampfsterne der Valkyrie-Klasse, die man eigentlich in den nächsten 48 Stunden suchen wollte.

Im Verlauf der darauf folgenden Besprechung beschloss man, zu der bereits gesprungenen Flotte aufzuschließen und von dort aus weitere Schritte zu planen.
Viele waren aber der Meinung, zunächst eine Trauerfeier abzuhalten, um der Gefallenen zu gedenken.


Zylonische Flotte
Orbit von Caprica

An Bord des Basissterns, der von Mephisto kommandiert wurde, fassten die Zylonen das Resultat ihres Angriffes auf die Kolonien zusammen.

“…, nach dem bisherigen Stand unserer Informationen, die wir von unseren Agenten erhalten haben, ist es drei bis fünf menschlichen Flotten gelungen, zu entkommen“, berichtete eine Drei.
„Unsere Schätzungen liegen bei etwa 120 zivilen Schiffen und einigen Kampfsternen …” Mephisto unterbrach sie wütend und schimpfte lauthals: “Das ist vollkommen inakzeptabel.”
“Aber Cavil verfolgt bereits die große Flotte, die sich um die Galactica versammelt hat“, rechtfertigte sich einer der Dorals. „Von einer anderen großen Flotte haben wir noch keine Erkenntnisse, da unsere Agenten, die sich dort aufhalten, zunächst noch Informationen sammeln wollen, bevor sie aktiv werden.”

“Was wir aber wissen ist, dass es sich unter anderem um einen Verband von ungefähr einem Dutzend Kampfsternen unterschiedlicher Klassen handelt, die die Flotte schützen”, ergänzte Natalie, die - wie Mephisto - von Virgon gekommen war, um bei der Besprechung teilzunehmen.

Einer der Leoben meldete sich zu Wort: “Ich schlage vor, dass wir die Armada so aufteilen, dass ein Teil im Orbit der Kolonien verbleibt, ein anderer die Sternsysteme der Kolonien durchsucht und ein weiterer die Flüchtlingsflotten aufspürt, verfolgt und auslöscht.”
“Ein guter Vorschlag, Zwei”, ein Simon und die anderen Modelle stimmten ebenfalls zu.
“Dann ist es also entschieden“, Mephisto sah zustimmend in die Runde. „Ich danke euch für euer Kommen liebe Brüder und Schwestern”, stand auf und beendete damit die Zusammenkunft.



Milchstraße
Erde, SGC, Besprechungsraum

General Hammond nickte zufrieden, als alle in der Abschlussbesprechung ihre Aussagen gemacht hatten. Dann kam Doktor Fraiser hinzu und bescheinigte, dass Bra’tac und auch Rya’c sich von den Folgen der Gefangenschaft schnell erholen würden.

“Es waren ein paar anstrengende Tage. Nehmen Sie sich alle ruhig ein paar Tage frei, um sich zu erholen!”, empfahl George Hammond, dann ließ er SG-1 wegtreten.
Jack grinste zufrieden, hatte er nun doch seinen “alten” Teamkameraden wieder, so wie er ihn kannte.

Quartier von Colonel O’Neill

Jack räkelte sich zufrieden auf seinem Bett; die Notizen für den Missionsbericht waren fertig. Doch der Papierkram konnte warten, denn die letzten Tage waren einfach zu anstrengend gewesen.
Liegend zog er die Schublade seines Nachttisches auf und holte einen kleinen Gegenstand heraus, der einem schwarzen Stein sehr ähnlich war.
‘Relax-time’, dachte der Colonel, da dies ihm in den letzten Jahren immer sehr geholfen hatte, zu entspannen, um danach frisch ausgeruht seinen Bericht zu schreiben.

Labor von Doktor Jackson

Ein paar Stunden später hatten Sam und Daniel bereits ihre Missionsberichte fertig gestellt. Major Carter kam in das Labor des Archäologen, als dieser sich schon wieder seinen Forschungen zuwandte.
“Hi Daniel, du wolltest mich sehen.”
“Hallo Sam. Ja, diese Datei, die Jack damals hinterlassen hatte, als er das Wissen der Antiker in sich trug, und woher wir die bisherigen Informationen haben, ist sehr umfangreich. Wir haben bisher einige Toradressen gefunden, die uns in die Andromeda führen würden ...”
Major Carter nickte verstehend, als Doktor Jackson eine Pause machte und auf einem Computer eine weitere Datei öffnete.
“… habe ich nun eine Art Geschichtsschreibung entdeckt, die von einer kleinen Gruppe der Antiker berichtet, die sich dort niedergelassen haben. Und außerdem von den Furlingern, die aus der Andromeda stammen und mit den Antikern, den Asgard und den Nox, die große Allianz bildetet.”

“Das ist wirklich interessant, Daniel. Doch leider können wir nicht dorthin gelangen; uns fehlt die notwendige Energie für eine stabile Wurmlochverbindung”, warf Sam ein, “außer wir können mit Hilfe der Asgard ein Schiff entwickeln, dass es uns ermöglicht, in naher Zukunft dorthin zu gelangen.”

“Ich weiß. Und wir beide wissen aber auch, dass der Colonel dem Pentagon und dem Präsidenten Pläne für ein Schiff vorgelegt hat, das groß genug wäre, um eine solche Mission durchzuführen. In den Daten steht hier auch ein Hinweis, wann die Antiker in die Andromeda aufgebrochen sind, nämlich vor circa 10.000 bis 12.000 Jahren. Und einige Planeten der Furlinger, die als letztes Rückzugsgebiet genannt werden: Kobol, Elysium, Mu und Lemuria, sowie ein paar weitere Planeten, die hier nicht näher benannt werden.”
“Einer dieser Planeten könnte also zu unserer Adresse passen”, vermutete Carter und Jackson nickte zustimmend.



5.Tag nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie
18 Lichtjahre außerhalb des Cyrannus Systems
Nyx-Station, Hangarhalle - Quartier von Admiral O’Hara

Unzählige Menschen, die von allen Schiffen der Flotte kamen, waren an Bord der kolonialen Station gekommen, um an der Trauer- und Gedenkfeier teilzunehmen. Commander McBride hatte als ihre Vertretung Commander Edwards und seine Familie gebeten, teilzunehmen.

Admiral O’Hara und Ratsherr Wales hielten bewegende Ansprachen, in denen sie zum Zusammenhalt untereinander mahnten, um diese schwierige Aufgabe zu meistern und eine neue Heimat zu finden. Nachdem beide geendet hatten, war zunächst nur zaghafter Beifall zu hören, doch erfüllte er schon bald das ganze Deck.

Es dauerte einige Zeit, bis auch Edwards mit seiner Familie die Station verlassen konnte, da der Admiral noch kurz mit ihm sprechen wollte. Seine Kinder blieben in der Obhut von John zurück, der sich in der Zwischenzeit mit einigen Leuten der Akademie unterhielt, während sein Vater und seine Mutter mit O’Hara sprachen.
Lucas langweilte sich und fing an, in der Tasche von seiner Jacke zu kramen. Seine Finger stießen auf einen Widerstand. Irritiert hielt er inne und zog ein Foto mit Markierungen hervor.
“Was hast du da?”, fragte Ryan, dem die Warterei ebenfalls nervte, müde.
“Das ist ein Gruppenfoto mit all unseren Lehrern”, stellte Tabita fest, als sie einen kurzen Blick darauf geworfen hatte.

Lucas wendete das Foto und erkannte, dass darauf etwas notiert worden war. Er erkannte die Handschrift seiner Klassenlehrerin wieder.
“Es gibt nur zwölf Modelle”, las er vor. “Aber wovon? Ich verstehe das nicht.”
“Da steht sie doch, fragen wir sie doch einfach”, schlug Ryan vor und deutete auf eine blonde Frau, die etwa zwanzig Meter von ihnen entfernt stand, und darauf wartete, an Bord eines Shuttles gehen zu können.

“Misses Faust”, rief Lucas und eilte auf die Frau zu.
“Tut mir Leid, mein Kleiner. Aber du musst mich mit jemand anders verwechseln”, war die Antwort der Blonden, die gleich darauf durch die Luke stieg, um ihren Flug nicht zu verpassen.
“Das kapier’ ich nicht”, murmelte Lucas, als er wieder bei seinen Geschwistern war. “Wieso hat sie mich nicht erkannt?”
“Vielleicht war es ihre Schwester”, vermutete Ryan träge.
“Nein”, entgegnete Tabita, “Miss Faust hat gesagt, sie hat keine Schwester.”
Lucas nickte zustimmend.
“Verflucht, was geht mich das an”, murrte Ryan genervt und wandte sich ab.

Lucas und Tabita sahen sich das Foto noch einmal genauer an, als ihre Eltern in Begleitung des Admirals aus der Tür traten. Lucas trat zögernd näher an die drei Erwachsenen heran und erzählte, was er vor wenigen Minuten erlebt hatte.
Samuel O’Hara runzelte die Stirn, während Tamara Edwards sich das Foto und die Notiz dahinter genauer ansah.

Der Admiral bat nun alle noch einmal in sein Büro, um ungestört mit der Familie sprechen zu können. Nach Zuhilfenahme einer Lupe konnte man etwas Licht in die Angelegenheit bringen.
O’Hara schüttelte den Kopf. Er war sich nicht sicher, ob er dieser Nachricht trauen sollte; doch wenn es zutraf, schwebten sie alle in großer Gefahr.

“Admiral O’Hara, bitte sofort im CIC melden”, ertönte eine Stimme aus dem Lautsprecher.
Der Gerufene drückte eine Taste: “Hier der Admiral. Was ist los?”
“Es sind die Zylonen, Sir.”
“Verflucht. Bin schon unterwegs”, schimpfte O’Hara, und eilte schnurstracks davon.

5.  Auf der Flucht

Eine Woche nach dem Fall der Kolonien
Irgendwo in der Andromeda-Galaxie
Nyx-Station, CIC

Seit zwei Tagen war man nun schon auf der Flucht vor den Zylonen. Das wiederholte, unerwartete Auftauchen des Feindes seit dem Verlassen des heimatlichen Cyrannus Systems, sowie der Ausfall und die anschließende Zerstörung der Minos, einen Kampfstern der Valkyrie-Klasse, durch die Zylonen, bestätigte schnell den Verdacht, dass es feindliche Agenten innerhalb der Flotte geben musste, die die Position der Flüchtlinge verrieten. Die Minos konnte zwar noch evakuiert, und es konnten auch noch einiges an Vorräten geborgen werden, bevor die Zylonen wieder nach über etwas einer halben Stunde wieder auftauchten. Dies machte es immer schwieriger, noch geplante Rettungsmissionen in den Kolonien durchzuführen, wenn nicht sogar unmöglich, da man sich immer weiter von der Heimat entfernte, um weiteren Angriffen der Zylonen zu entgehen.

Admiral O’Hara schaute auf die Uhr - noch knapp 5 Minuten, und es waren wieder diese 33 Minuten um. Er war froh, dass diese beiden Kinder mit dem Foto und den darauf befindlichen Notizen ihn und seinen Stab auf die richtige Spur gebracht hatten. Er hatte eine Fahndung eingeleitet, denn er war sich sicher, dass die Personen, die mit einem roten Stift durch ein “C” gekennzeichnet wurden, Zylonen waren. Doch dummerweise waren nur drei der Personen auf der Fotographie damit gekennzeichnet worden, das bedeutete, dass neun Gesichter fehlten.

“DRADIS-Kontakt! Es sind diesmal nur vier Basisschiffe der Zylonen”, meldete der Taktikoffizier.
“Alarm für die gesamte Flotte! Sprung Nummer 81 durchführen!”, befahl Admiral Samuel O’Hara.

“Sprung 81 abgeschlossen. Flotte ist vollzählig. Nur die Heracles und die Titania fehlen noch”, meldete einer der fünf Kommunikationsoffiziere.
Nachdem eine kurze Wartezeit vorüber war ergänzte ein weiterer Offizier: “Die Heracles und die Titania sind jetzt ebenfalls hier.”
“Uhr neu stellen!”, ordnete Colonel Simon O’Hara an.

“Nachricht von der Zaron, dem Bergbauschiff. Sie melden die Gefangennahme eines Verdächtigen durch eines unser Marineteams. Der Beschreibung nach ist es diese blonde Frau”, meldete einer der drei Taktikoffiziere.
“Gute Nachrichten. Sie sollen den verfluchten Toaster an die Heracles überführen, höchste Sicherheitsstufe!”, nickte der Admiral. Erleichtert, nun endlich einen Erfolg in Bezug auf die Ermittlungen verbuchen zu können.

Battlestar Heracles

Nach dem 82. Überlichtsprung war der Admiral bereits an Bord der Heracles angekommen. Er begab sich sofort in Begleitung von Bruce Wales, Commander McBride und sechs Marines in die Brig, um die Gefangene zu verhören.

Die blonde Frau reagierte kaum auf die ihr gestellten Fragen und behauptete, eine Frau von Picon zu sein und dort einen Elektroladen zu besitzen.

“Das behaupten Sie. Und wer ist das hier?”, fragte O’Hara, und hielt ihr die Kopie eines Fotos hin.
Sie warf nur einen kurzen Blick drauf: “Meine Schwester.”
“Nur komisch, dass diese Frau auf dem Bild hier angegeben hat, keine Geschwister zu haben”, brummte McBride.
“Geben Sie endlich zu, ein Zylon zu sein“, forderte Wales sie auf“, denn offenbar wollte jemand aus ihrem Volk, dass zumindest einige überleben!”

Die Frau senkte den Kopf und überlegte lange, so dass in der Zwischenzeit sogar schon der 85. FTL-Sprung durchgeführt wurde.
“Na schön”, nickte sie schließlich, “Ich bin ein Zylon.”
Admiral O’Hara schnaufte hörbar auf und bombardierte sie anschließend mit Fragen: “Wer sind die anderen, wie viele sind es und wo befinden sie sich?”
„Was glauben Sie wohl?“, empörte sich die Zylonin. “Ich werde die anderen bestimmt nicht verraten, so wie es eine andere Sechs dem Anschein nach, getan hat.”

“Dann haben sie keinen großen Wert mehr für uns”, gähnte Wales müde. Der Admiral nickte zustimmend. “Commander McBride, werfen Sie dieses Ding aus der nächsten Luftschleuse!”, ordnete Samuel O’Hara an, dabei beobachtete er die Zylonin, die sich davon nicht beeindrucken ließ - ganz im Gegenteil, sie schloss die Augen und lächelte entspannt.

Daraufhin annullierte er seinen Befehl und ließ die Sechs auf der Heracles gefesselt in eine Sicherheitszelle sperren und von sechs Marines bewachen lassen.

Battlestar Mercury

Admiral Baker kam langsam wieder zu sich. Einer der Krankenpfleger bemerkte es und ließ nach Colonel Hopkins rufen. Als Hopkins die Krankenstation betrat, wurde der Admiral gerade von einem Arzt untersucht. Der Mediziner war zufrieden und nickte entspannt.

“Heißt das, ich darf zurück an die Arbeit, Doc?”, fragte Admiral Baker und machte Anstalten, aufzustehen.
“Oh Nein, Admiral!“, und drückte den Kommandeur wieder vorsichtig auf sein Krankenlager. „Sie sollten noch einen Tag, vielleicht zwei hierbleiben, damit ich Sie genau beobachten und wieder aufpäppeln kann.”

Der Admiral seufzte und fügte sich widerwillig. Dann wandte er sich an seinen XO, der ihm einen vorbereiteten Bericht überreichte, und fasste dabei mit eigenen Worten die aktuelle Lage kurz zusammen.
Als der Admiral aber erfuhr, dass man sich seit Tagen auf der Flucht befand und den offenen Kampf mit dem Feind mied, runzelte er die Stirn: “Wie war das eben? Wir laufen davon, Colonel?”

“Ähm“, der Colonel wand sich etwas unter dem missbilligenden Blick seines Vorgesetzten. „Ja, Sir. Seit dem Zeitpunkt, als Admiral Nagala über Virgon mit einem Gegenangriff gescheitert und gefallen ist, und unter dem Kommando von Commander Diana McBride von der Heracles in einer Such- und Rettungsaktion Überlebende aus dem Helios Beta System gefunden wurden und weiteren ähnlichen Aktionen in den Kolonien, befinden wir uns auf der Flucht. Admiral O’Hara wurde von Admiral Nagala zum Flottenadmiral ernannt, kurz bevor die Atlantia zerstört wurde.“

Admiral Steven Baker runzelte enttäuscht die Stirn, da eigentlich er einer der potentiellen Nachfolger von Nagala und dessen Posten war.
“Lassen Sie mich allein und gehen Sie zurück ins CIC. Wenn ich weitere Fragen habe, lasse ich Sie rufen!”, befahl der Admiral. Hopkins salutierte und suchte dann schleunigst das Weite.


Zylonische Armada
Basisschiff von Mephisto

“Wir haben soeben die Koordinaten von unseren Agenten erhalten”, meldete ein Doral, als er die Brücke betrat.
Mephisto rieb sich erfreut die Hände: “Holen wir sie uns!”
Kurz darauf war der Überlichtsprung abgeschlossen und die Armada der Zylonen befand sich links, etwas versetzt von der Flüchtlingsflotte.


Nyx-Flotte
Battlestar Kronos, CIC

“DRADIS-Kontakt!“, meldete der Taktikoffizier. „Es sind sechs Basisschiffe. Zylonen starten mehrere Jägergeschwader.”

“Viper starten! Beidrehen! Schutzzone aufbauen und das Feuer der Hauptgeschütze dann auf das nächstgelegene Basisschiff eröffnen!”, befahl Commander Nash, der sich das Kinn rieb, welches nun schon seit Tagen von einem Bart bewachsen war.
Alexander Nash kannte seine Befehle, nämlich, gemeinsam mit der Heracles den Rückzug der Flotte zu decken, um dann sofort aufzuschließen.



Milchstraße
Erde, USA, Minnesota

Colonel Jack O’Neill saß entspannt in einem Liegestuhl am See, wo sich seine Ferienhütte befand. Er hatte es geschafft, von General Hammond für sein Team ein paar freie Tage zu bekommen, mit der Begründung, dass die letzten Missionen sehr anstrengend und gefährlich gewesen seien, und sie alle dringend eine kleine Auszeit benötigten.

Jack hatte wieder versucht, Teal’c und auch Bra’tac zu einem Angelausflug zu überreden, doch beide wollten sich um ihre Aufgaben innerhalb der Jaffa-Rebellen kümmern. Dann hatte er es bei Daniel versucht, den es aber doch lieber in die Bibliotheken zog. Auch bei Sam hatte Jack keinen Erfolg, denn Major Carter begab sich nach Area51.

`Macht nix´, dachte Jack, ´es gibt immer jemanden.´

“He, wir sollten hier mal ein paar Fische aussetzen”, schlug das jüngere Ich von Colonel Jack O’Neill, das vom Asgard Loki geklont und erschaffen worden war, vor.
“Hm, gute Idee”, murmelte der Colonel etwas abwesend und fügte nach einer kurzen Pause grinsend hinzu: “Ach ja. Was macht eigentlich die High School?”



Andromeda-Galaxie
Nyx-Flotte

Die Menschen konnten wieder einmal knapp entkommen Es gab nicht viele Verluste zu beklagen, bis auf einige Viperpiloten von der Kronos und der Heracles, die im Kampf gefallen sind. Beide Kampfsterne verschwanden nach einem heftigen Gefecht, das nur eine Viertelstunde angedauert hatte, und nachdem sieben weitere Basissterne der Zylonen aufgetaucht waren.

In der Zwischenzeit konnten auch ohne Hilfe der gefangenen Sechs vier weitere Zylonen in menschlicher Gestalt festgesetzt werden, die mit Hilfe des Fotos von Lucas, welches er in seiner Jacke gefunden hatte, ermittelt werden. Doch auch die neuen Gefangenen schwiegen und waren nicht bereit, zu kooperieren.

Die Nachricht, dass Admiral Steven Baker an Bord seines Schiffes aus dem Koma erwacht worden war, veranlasste Admiral O’Hara dazu, sich sofort in einem Raptor an Bord der Mercury zu begeben.

Battlestar Mercury, Krankenstation

Admiral Samuel O’Hara erkundigte sich zunächst beim Chefarzt über den Zustand von Admiral Steven Baker und fragte nach, ob er ihn auch besuchen könne.
“Ich habe dem Admiral zwar noch Bettruhe verordnet, da er bei der Schlacht über Leonis durch eine Bauchwunde, die durch einen Splitter verursacht wurde, viel Blut verloren hatte“, fasste Doktor McQuarie kurz zusammen, „aber Sie können zu ihm – nur bleiben Sie bitte nicht zu lange”, und erteilte O’Hara die Erlaubnis, zu Baker gehen zu dürfen.

Samuel trat an das Krankenbett von Steven heran.
“Admiral Baker.”
“Admiral O’Hara – meinen Glückwunsch zur Beförderung.”
“Danke. Habe von McQuarie gehört, was passiert ist, und wollte mich noch einmal dafür bedanken, dass Sie mit Ihrer verbliebenen Flotte nach Virgon gekommen sind, um Commander McBride zu helfen.”

Admiral O’Hara berichtete, was in den letzten Tagen geschehen war und man in Erfahrung bringen konnte. “… und hätten wir diese Schüler und Lehrer, und vor allem diesen Jungen nicht von Virgon gerettet …”, sagte Samuel am Ende.
“… säßen wir ziemlich in der Scheiße”, ergänzte Steven stöhnend und versuchte, sich aufzusetzen. “Das ist richtig. Die Frage, die wir uns nun stellen ist, was machen wir mit den Zylonen, die wir gefangengenommen haben?”
“So viele Informationen rauspressen wie möglich und dann die Dinger aus der nächsten Luftschleuse werfen”, antwortete Baker hustend, “wäre zumindest das Weiseste.”
“Haben wir schon versucht“, seufzte O’Hara. „Doch die verdammten Toaster schweigen.”

Beide Admiräle kamen überein, jedes Schiff zu isolieren und systematisch nach weiteren Agenten der Zylonen in menschlicher Form zu durchsuchen. Sowie medizinische Untersuchungen an den Gefangenen durchzuführen, um zu erfahren, ob es irgendwelche physiologischen, anatomischen und pathologischen Unterschiede zwischen Menschen und Zylonen gäbe, die man zur Suche nach weiteren Zylonen verwenden könne.
Die Hustenanfälle von Admiral Steven Baker häuften sich.
“Nun ist erst einmal genug!”, entschied Doktor McQuarie streng und erklärte somit die Besuchszeit für beendet.
Nachdem O’Hara Baker noch gute Besserung gewünscht hatte ging er wieder.

Battlestar Heracles

In einem der Abteile, das man den geretteten Zivilisten zugeteilt hatte, hatte man ein Schulzimmer eingerichtet, wo die Lehrer und einige freiwillige Erwachsene die Kinder auch weiterhin unterrichten konnten. Alle hofften, dass der Unterricht die Kinder etwas von den Geschehnissen und Erlebnissen ablenken konnte.
Man hatte die unterschiedlichen Klassenstufen durch Reihen voneinander getrennt - im Moment stand Mathematik auf dem Stundenplan.

Tabita und Lucas saßen nebeneinander und Ryan hatte seinen Platz in einer Reihe daneben auf gleicher Höhe, so dass er neben seiner Schwester saß.
Die Geschwister waren froh, zusammen sein zu dürfen, auch war ihnen klar, wie viel Glück sie hatten, dass ihre Familie trotz der Geschehnisse zusammen sein konnte.
Ryan reichte sein Lineal an Tabita weiter, da sie keines hatte. Das Mädchen lächelte dankbar ihren älteren Bruder an, bevor sie anfing zu zeichnen.

Battlestar Kronos

“Vanessa?”, flüsterte John leise, als sich die Luke, die in den kleinen Raum führte, wo er sich aufhielt, langsam öffnete. “Ja”, antwortete die junge Frau ebenfalls im Flüsterton, als sie hereinkam und die Luke vorsichtig wieder verriegelte.

Glücklich umarmten sie sich, bevor sie beide sich setzten und einander erzählten, was in den letzten Wochen, wo man sich nicht gesehen hatte, geschehen war.

Die beiden jungen Offiziere wussten, dass das, was sie taten, nicht ganz korrekt war, besonders nicht in der aktuellen Lage. Doch beide hatten, seitdem sie sich kannten, Gefühle füreinander entwickelt. Schon  als sie noch Kinder waren, aber besonders dann, nachdem sie sich nach einigen Jahren als Kadetten wieder getroffen hatten, waren die Gefühle intensiv wie noch nie zuvor.

Dass beide seitdem die koloniale Uniform trugen, störte Vanessa Nash und John Edwards nicht, denn es gab viele Beziehungen, wie die ihre, in der gesamten Flotte.

Nyx-Station, Offiziersmesse - CIC 

Einen Tag später stellte man fest, dass es seit gut neun Stunden keinen Feindkontakt mehr gegeben hatte. Auch kannte man jetzt, dank der durchgeführten Ermittlungen und dem Quarantäneverfahren des Militärs, immerhin das Aussehen von fünf weitere Zylonen, die sich bisher in der Flotte versteckt gehalten hatten. Die Mitarbeit der Zivilisten war Gold wert, da einige wenige die Angriffe der Zylonen auf die Kolonien miterlebt hatten. Seitdem konnten sogar einige gezielte Anschläge erfolgreich vereitelt werden.

“Uns fehlen aber immer noch sieben Gesichter der angeblich zwölf Zylonenmodelle”, hustete Admiral Baker, der grünes Licht von Doktor McQuarie erhalten hatte, wieder in den aktiven Dienst zurückkehren zu dürfen, ärgerlich.

“Die finden wir schon, Admiral. Denn Doktor Michelle Nash hat ein Verfahren entwickelt, welches uns bei diesem Problem helfen könnte”, warf Mister Wales ein.
“Das ist korrekt”, stimmte Admiral O’Hara zu und wandte sich dann an die Wissenschaftlerin, “bitte fahren Sie fort, Doktor Nash.”
Die Frau erhob sich und erklärte, dass sie einen Weg gefunden habe, um Menschen und Zylonen mit Hilfe eines einfachen Blutvergleichs voneinander zu unterscheiden.

“Und das funktioniert wirklich?”, fragte Commander Junus hoffnungsvoll.

“Ja, Commander. Die ersten Testreihen verliefen gut, wobei wir mehrere Dutzend Stichproben von den Besatzungsmitgliedern nahmen, um sie mit den Proben der Gefangenen zu vergleichen”, antwortete Michelle Nash lächelnd.

“Dann haben wir also so eine Art Zylonendetektor. Ich würde gerne einen an Bord meines Schiffes haben, wie wohl jeder andere Kommandeur in der Flotte auch, wobei wir diesen Vorteil nur auf den militärischen Teil unserer Flotte beschränken sollten”, überlegte Commander McBride.
Der Vorschlag wurde positiv aufgenommen, auch Bruce Wales war damit als Vertreter der Zivilisten einverstanden.

Commander Kimberly Park hatte noch eine Frage: “Was ist nun mit den Toastern, die wir in unseren Gefängnissen haben?”

“Die brauchen wir nun nicht mehr“, antwortete Admiral O’Hara, und befahl: „Ich ordne hiermit an, dass alle Gefangenen hingerichtet werden! Aber erst, nachdem die zivilen Schiffe in Begleitung von einigen Kampfsternen der Valkyrie-Klasse zu den Notfallkoordinaten gesprungen sind! Die anderen Kampfsterne - wie auch zunächst die Nyx-Station - bleiben hier! Ich will nämlich etwas testen“, erläuterte er allen anderen Kommandeuren noch seinen Schlachtplan.
„Und wenn meine Vermutung richtig ist, taucht nach einer bestimmten Zeit nach der Hinrichtung die Armada der Zylonen auf. Und vielleicht gelingt es uns dabei, den Zylonen eine Breitseite, und damit einen Dämpfer zu verpassen.”

Eine halbe Stunde später war es dann schließlich soweit: Die zivile Flotte begab sich im Schutz und der Begleitung von sieben Kampfsternen der Valkyrie-Klasse und allen sieben kolonialen Hilfsschiffen der Berzerk-Klasse zu den neuen Zielkoordinaten.

Die Nyx-Station mit Admiral O’Hara selbst blieb noch vor Ort. Und obwohl die Nyx über Verteidigungsanlagen verfügte, wollte Samuel kein Risiko eingehen, und würde sofort den Befehl zum Überlichtsprung geben, sollte die Armada der Zylonen auftauchen.
“Nachrichten von der Kronos, der Heracles, der Mercury und der Titania, und aus unserer Brig: Alle zylonischen Gefangenen wurden exekutiert, Sir”, teilte einer der Kommunikationsoffiziere mit.
“Danke. Hier spricht Admiral O’Hara! Alle Uhren auf mein Zeichen auf 33 Minuten starten … jetzt!”

Es dauerte, wie von Samuel O’Hara bereits vermutet, keine halbe Stunde, bis die Armada der Zylonen, bestehend aus zwei Dutzend Basisschiffen auftauchte. Für O’Hara das Signal, sich zurückzuziehen, und für die wartenden, kampfbereiten Kampfsterne, das Feuer auf den eingetroffenen Feind zu eröffnen.

An Bord der kolonialen Kriegsschiffe war allen bewusst, dass man nicht allzu lange gegen eine solche Übermacht etwas ausrichten konnte, aber man wollte ja den Zylonen lediglich einen gehörigen Denkzettel verpassen.
Admiral Baker, der von Admiral O’Hara für diesen Kampfeinsatz zum Befehlshaber bestimmt worden war, hätte nur allzu gern noch die übrigen Kampfsterne zur Verfügung gehabt. Doch alle anderen Kommandeure, und auch Mister Wales, waren dagegen gewesen, da man die zivile Flotte nicht völlig ohne Schutz lassen wollte.

Der Kampf tobte nun schon eine halbe Stunde an, und in dieser Zeit war es den Kampfsternen geglückt, vier Basissterne zu zerstören, doch tauchten dafür, wie aus dem Nichts, acht weitere auf. Die Zylonen schickten immer weitere Geschwader von Jägern in den Kampf; nach kurzer Zeit nahmen die Kampfsterne ihre Flugzeuge wieder auf.
Die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse verschwanden zuerst, dann folgten die Heracles, die Titania und danach die Kronos - nur die Mercury blieb noch zurück, um ein weiteres Basisschiff zu zerstören. Admiral Baker wartete fast zu lange, bis auch er schließlich den Befehl zum Rückzug gab.
Die Verluste der Menschen hielten sich glücklicherweise in Grenzen.


Armada der Zylonen

An Bord von Natalie Fausts Basisschiff angekommen, schimpfte Mephisto immer noch, denn er konnte es einfach nicht glauben, dass die Menschen ihn und sein Volk in eine Falle gelockt hatten.
„Wir haben sieben Basisschiffe verloren. Ebenso viele sind stark beschädigt - eine wirklich gute Bilanz“, meinte Natalie zynisch, als der ehemalige Schuldirektor ihre Brücke betrat. „Die Nyx-Flotte zu verfolgen macht sich wirklich bezahlt.”

“Sei still!”, verlangte er wütend. „Ich werde gewiss nicht aufgeben und umdrehen, denn ich habe noch eine gute Woche Zeit, diese Flotte auszulöschen, und damit auch diese Kinder, die du angeblich so magst.”

Natalie konnte nur mit Mühe ihre Schadenfreude über die erneute Pleite von Mephisto verbergen, war sie doch dagegen gewesen, diese Flotte, die von gut zwei Dutzend Kampfsternen begleitet wurde, zu verfolgen.


Nyx-Flotte
Colonial Transporter 209, Quartier von Bruce Wales

Drei Tage später suchte Admiral O’Hara Ratsherr Wales auf, um ihm die gute Nachricht zu bestätigen, dass es seit drei Tagen keinen Kontakt mehr mit den Zylonen gab. Auch hatte man damit begonnen, die ersten Blutproben zu untersuchen und auszuwerten. Das führende Personal an Bord aller Schiffe war bei den ersten gewesen.
“Gute Nachrichten, Mister Wales”, begann O’Hara, als er eintrat. “Sie sind kein Toaster und können mit ihrem Wahlkampf beginnen.”
“Ausgezeichnet, Danke. Das sind wirklich positive Nachrichten.”

“Ja. Sobald die Wahlen für einen neuen Präsidenten abgeschlossen sind, hebe ich das Kriegsrecht auf. Und wer weiß, vielleicht haben wir bis dahin eine neue Heimat gefunden, wo wir von Neuem beginnen können - ohne Zylonen.”
“Da hätte ich nichts dagegen”, stimmte Wales zu.

Die meisten innerhalb der Flotte nutzte nun die kommende Zeit, um sich auszuruhen und zu erholen, denn die bisherigen Ruhephasen waren einfach zu kurz gewesen. Doch für viele Techniker und Mechaniker ging die Arbeit weiter, da etliche Flugzeuge überholt und gewartet werden mussten, genauso wie einige Kampfsterne ebenfalls reparaturbedürftig waren, da sie bei der Schlacht schwer beschädigt wurden.

Battlestar Heracles

Commander Diana McBride hatte sich seit dem Ende der letzten Schlacht mit den Zylonen in ihr Quartier zurückgezogen, um die Personallisten zu aktualisieren und sich auszuruhen. So übernahm Commander Jonathan Richard Edwards das Kommando an Bord und Major Patricia James agierte als sein XO, die ihm gerade ein Communicay von der Mercury überreichte.
“Was zum Teufel ist denn das?”, brummte er, nachdem er es gelesen hatte. Er wandte sich an den Kommunikationsoffizier: “Lieutenant Shawn. Ich brauche umgehend eine abhörsichere Leitung zur Nyx-Station! Ich will mit Admiral O’Hara sprechen, und wenn er nicht da sein sollte, geben Sie mir Colonel O’Hara - es ist dringend!”
“Jawohl, Sir.”
“Der spinnt doch”, murmelte Jonathan, als er sich noch einmal das Memo ansah.


RE: Stargate: Battlestar Galactica - Elysium - - Jonathan J. O´Neill - 30.09.2026

Na, schaffen wir es noch heute, sieht momentan danach aus, nämlich mit der zweiten Hälfte von SG: BSG - Elysium - zu beginnen Shy
Viel Vergnügen beim Lesen Rolleyes 

6.  Getrennte Wege

Andromeda-Galaxie
Nyx-Flotte
Nyx-Station

Admiral Samuel O’Hara wurde in seinem Quartier unsanft aus dem Schlaf gerissen; dementsprechend schlecht gelaunt nahm er den Anruf, welcher ihn geweckt hatte, entgegen.
“Ich habe ausdrücklich angeordnet, für die nächsten acht Stunden nicht gestört werden zu wollen!”, schnauzte O’Hara unfreundlich in den Apparat.
“Bitte beruhige dich Samuel. Ich bin es, Simon. Commander Edwards will wirklich  dringend mit dir sprechen. Es gibt wohl Ärger.”
“Na gut. Ihr beide gehört zu den Wenigen, die mich stören dürfen. Also stell durch!”

Samuel O’Hara hörte sich aufmerksam an, was Jonathan Edwards ihm zu berichten hatte; besonders der Inhalt des Communicay von Admiral Baker weckte sein Interesse, und war dementsprechend unerfreut, als er im Bilde war. Admiral O’Hara bedankte sich bei Commander Edwards dafür, dass er ihn informiert hatte, dann hängte er den Hörer wieder ein, um aufzustehen und selber der Sache auf den Grund zu gehen.

Kaum hatte Admiral O’Hara das CIC der Nyx betreten, wandte er sich in einem barschen Ton mit einer Anordnung an alle Kommunikationsoffiziere: “Ich will, dass alle Kommandeure der Kampfsterne zu einer Unterredung zu mir an Bord kommen!”

Als dieser Befehl an alle rausgegangen war, verschloss er eigenhändig die Luke und wartete von diesem Moment an auf die Nachricht aller Kommandeure, besonders die von Admiral Baker. Nachdem alle ihr Kommen zugesichert hatten, entspannten sich die Züge im Gesicht von Samuel O’Hara wieder etwas.

O’Hara machte sich bereit, alle Commander, die mit einem kleinen Stab zur Nyx-Station kamen, persönlich auf seinem Hangardeck zu empfangen.

Lieutenant Vanessa Nash ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und flog ihren Vater, Commander Alexander Nash, der auch ihr Vorgesetzter war, höchstpersönlich zur Nyx. Ebenso auch Lieutenant John Edwards; und so kam es, dass sich beide dort nach längerer Zeit mal wieder trafen.

Admiral Baker traf als Letzter ein. Er warf einen finsteren Blick in die Runde, wobei man von seinem Gesicht ablesen konnte, dass er nicht gerade erfreut darüber war, weil man seinen Plan vereitelt hatte, heimlich die Flotte zu spalten, um den Kampf gegen die Zylonen fortzusetzen.

In der Zwischenzeit stahlen sich Vanessa und John heimlich vom Hangardeck, um einen Ort zu suchen, wo sie beide ungestört sein konnten.

Angeführt von Admiral O’Hara machten sich die Commander auf den Weg in die Offiziersmesse, die wie schon so oft in letzter Zeit für Besprechungen als Versammlungsort diente.
Viele der Offiziere fühlten sich schuldig. Hatten sie zwar von einer Verschwörung erfahren, es aber nicht, wie einige andere Admiral O’Hara gemeldet.

Woanders hatten in der Zwischenzeit zwei junge koloniale Offiziere das gefunden, wonach sie gesucht hatten: Ein noch leer stehendes Gästequartier, in das sich beide zurückzogen. John schloss und verriegelte dann sorgfältig die Zugangsluke. Er trat zum Bett, worauf Vanessa bereits Platz genommen hatte. Die junge Frau zog ihren Freund an sich und küsste ihn leidenschaftlich.

Admiral O’Hara und alle anderen hatten ihr Ziel erreicht. Er nickte an der Luke stehend jedem Commander und auch Admiral Baker zu, doch nur wenigen lächelte er, wie nicht nur ein Vorgesetzter, sondern auch als Freund zu, während sie die Offiziersmesse betraten.
Als auch der Letzte drin war, schloss Samuel O’Hara eigenhändig die Luke und schritt dann mit einer Akte in den Händen zu seinem Platz. “Bitte, setzen Sie sich!”, forderte er alle auf.

Nachdem alle in den bequemen Stühlen saßen, wanderte der Blick von Admiral O’Hara sofort zu Admiral Baker: “Verflucht noch mal Steven, was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, als Sie diese Nachricht an alle Kampfsterne der Flotte geschickt haben?”

“Ich habe nicht vor, wie ein Feigling vor dem Feind weiter wegzurennen - es ist schließlich Krieg!”, verteidigte sich Baker wütend.
“Dieser Krieg ist vorbei”, warf Commander Nash ein.
“Solange die Mercury existiert nicht - Sie Feigling”, schnauzte Steven den Commander der Kronos an.

“Mäßigen Sie ihren Ton, Admiral!”, ordnete O’Hara an, sachlich zu bleiben, und auch um Baker daran zu erinnern, wer eigentlich das Kommando über die Flotte inne hatte.
Steven Baker wollte gerade zu einem Widerspruch ansetzen, um sich zu rechtfertigen, doch Samuel O’Hara war noch nicht fertig: “Ich weiß ganz genau, wie Sie sich und zehntausende anderer Menschen in dieser Flotte fühlen. Jeder hat jemanden verloren, den er liebte, schätzte und dem er sich verbunden fühlte, genauso wie unsere Heimat. Wofür also wollen Sie kämpfen? Für atomar verseuchte Planeten, die unser Zuhause waren, und nun von den Zylonen okkupiert wurden?”

Die Worte hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Viele stimmten dem mit einem traurigen Kopfnicken zu, doch es waren noch manche unentschlossen oder standen immer noch auf der Seite von Admiral Baker.

“Ich habe meine Frau, meine Kinder, meine Enkel, ja meine gesamte Familie bei den Angriffen durch die Zylonen auf unsere Heimatwelten verloren. Darum wollen viele, und auch ich - nur eines: Rache“, rechtfertigte sich Steven Baker mit heiserer Stimme, “und mit etwas Glück werden wir weitere Überlebende finden und retten.”
“Wie Admiral O’Hara bereits sagte, wir alle haben schmerzliche Verluste hinnehmen und Leute zurücklassen müssen. Und unsere Pflicht liegt darin, für die ganzen Überlebenden, die bei uns sind, für eine sichere Zukunft zu sorgen”, warf Edwards ein, der bis dahin schweigend zugehört hatte.

“Ihre Familie, ihre Frau und Kinder sind ja auch noch am Leben, darum reden Sie so”, schnaubte Baker.
“Klingt so, als hätten Sie etwas gegen mich”, stellte Jonathan fest, wobei seine Stimme herausfordernd klang.
Admiral Baker schluckte und Schweiß brach auf seiner Stirn aus, bevor er entgegnete: “Nein. Habe ich nicht. Aber wir wissen nicht, ob all unsere Welten wirklich zerstört wurden und somit unbewohnbar geworden sind. Daher wollte ich alle dazu bewegen, sich mir anzuschließen, um dies zu überprüfen.”
Steven starrte dabei immer noch Jonathan an, der ihn mit einem kalten Blick fixiert hielt.
‘Ob er ahnt, dass ich die medizinischen Ergebnisse von ihm zugunsten von Cain manipulieren ließ´, dachte Baker.

“Ich fordere alle dazu auf, das gerade Besprochene genau zu überdenken. Wir müssen uns auf die Zukunft der Leute konzentrieren, die bei uns sind. Und wir haben bessere Chancen zu überleben, wenn wir zusammen bleiben”, fasste Admiral O’Hara zusammen und wollte damit das Briefing beenden.
“Ich brauche Personal, Schiffe und Ausrüstung für meine Mission”, stellte Admiral Baker klar und bestand somit darauf, die Besprechung weiterzuführen.

“Sie können gerne Ihr Schiff dafür verwenden. Aber jeder, der an dieser Mission nicht teilnehmen will, darf hier bleiben. Egal ob Angehöriger des Militärs oder Zivilist, das bedeutet im Klartext: keine Zwangsverpflichtungen! Wer wirklich aus tiefstem Herzen von dieser Mission überzeugt ist und es für sinnvoll erachtet, darf sich gerne Admiral Baker anschließen”, entschied Samuel O’Hara und warf dabei einen ernsten Blick in die Runde.

Die meisten, die sich bereits erhoben hatten, hatten sich widerstrebend wieder hingesetzt - nur Admiral Baker blieb stehen, um sich an jeden Commander direkt zu wenden und zu fragen, wer alles bereit wäre, ihm zu folgen.

Die Commander McBride und Nash lehnten sofort ab, dann wandte er sich an den Commander der Titania. “Tut mir leid, Admiral. Ich werde Sie diesmal nicht begleiten. Denn Admiral O’Hara und viele andere hier im Raum haben Recht, wir müssen für die Sicherheit der Zivilisten sorgen”, begründete Commander Tarsus seine Entscheidung.
Die Miene von Steven Baker verfinsterte sich ein wenig, hatte er doch fest mit der Unterstützung der Titania gerechnet. Nun wandte sich Admiral Baker werbend an die Commander, die die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse kommandierten. Hier hatte er mehr Glück, denn etliche sicherten ihm ihre Unterstützung zu, auch zwei Commander von den Hilfsschiffen der Berzerk-Klasse teilten ihm mit, ihn mit ihren Schiffen zu begleiten.

Anschließend bat Steven Admiral O’Hara darum, ihm ein Thyliumraffinerieschiff zu überlassen, um die Versorgung mit Treibstoff zu gewährleisten, denn die weiteren Vorräte wollte er auf den anderen Schiffen seines Verbandes verteilen. Samuel überlegte kurz, doch dann stimmte er doch etwas widerstrebend zu; somit war die Entscheidung gefallen.

Admiral O’Hara übernahm wieder das Wort und forderte alle kommandierenden Offiziere dazu auf, nur Freiwillige mitzunehmen, und daher einen Aufruf in der Flotte zu starten, ob es noch weitere Leute gäbe, die sich Admiral Baker anschließen wollen.
Steven Baker nickte zufrieden, während sich Samuel O’Hara zwei Listen von den militärischen Schiffen der kolonialen Flotte notierte. Als der Admiral damit fertig war, stellte er nun jedem frei, die Nyx wieder zu verlassen.
Die meisten atmeten erleichtert auf, verabredeten aber in 36 Stunden eine weitere Besprechung.

Die Commander Diana McBride, Kimberly Park, Jonathan Edwards, Alexander Nash, Joseph Tarsus und Phil Junus sowie Colonel Simon O’Hara blieben noch in der Offiziersmesse sitzen und zeigten so deutlich ihre Solidarität zu Admiral O’Hara.

“Admiral Baker und die Mercury, das ließ sich nicht vermeiden. Des Weiteren wären da die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse: Die Hades, die Plejadiais, die Aron, die Aerilon, die Tauron, die Canceron, die Libran, die Uranous und die Saggitaron, die ihn begleiten werden. Außerdem zwei Schiffe der Berzerk-Klasse: Die Theben und die Lunic, und dann noch ein Thyliumraffinerieschiff”, zählte Admiral O’Hara auf und seufzte.

“Also machen wir uns an die Arbeit und fragen, wer sich alles - angefangen vom einfachen Deckhelfer bis hin zum qualifizierten Piloten - an dieser Sache beteiligen will”, meinte Commander Edwards zynisch.
“Ja”, stimmte Samuel O’Hara nickend zu, “Fangen Sie sofort an!“
“Hoffentlich sind es nicht allzu viele. Und hoffentlich wird es auch keine Rangeleien mehr um die Führung der Flotte geben”, nickte Commander Nash.
“Das hoffen wir alle”, stimmte Commander McBride an und alle außer Jonathan, der ganz in Gedanken versunken war, schlossen sich diesem Ruf an.



Milchstraße
Erde, SGC Krankenstation - OP-Saal - Briefing Room

Die Anästhesieschwester reichte Doktor Janet Fraiser die Spritze, die in wenigen Augenblicken Colonel O’Neill erhalten sollte. Es war ungefähr eine halbe Stunde her, als Jack mit einer bösen Fleischwunde, die ihm ein Una zugefügt hatte, gemeinsam mit Major Carter und zwei weiteren Soldaten durch das Tor gekommen war.
Die Chefärztin des Stargate-Centers, die mit einem Sanitätsteam in den Torraum geeilt war, entschied, so schnell wie möglich zu operieren, nachdem sie in einer ersten Untersuchung erleichtert festgestellt hatte, dass keine Nerven verletzt worden waren.

Janet hatte als erstes vor, die Wunde zu reinigen, um eine mögliche Infektion auszuschließen, und sie dann zu nähen.

Zur gleichen Zeit, während Doktor Fraiser Colonel O’Neill medizinisch versorgte, hatte Lieutenant General Maurice Vitrine, der sich gerade im SGC aufhielt, um die Mission auf P3X-403 zu überwachen, Major Carter dazu aufgefordert, ihm und General Hammond zu berichten, wie es zu diesem bedauerlichen Zwischenfall kommen konnte und wie die Arbeiten auf dem Planeten vorangingen.

“…die Verhandlungen, die Daniel zusammen mit Chaka und den Unas von P3X-403 führt, dauern noch an. Und wegen der Gewalt, die zwischen uns geherrscht hat, wird es vermutlich noch schwieriger. Aber Daniel wird weiterhin sein Bestes geben”, berichtete Sam Carter den beiden Generälen.

“Davon gehen wir aus, und setzen weiter auf die Fähigkeiten von Doktor Jackson. Denn die Alternative dürfte den Unas mit Sicherheit nicht sonderlich gefallen”, teilte General Vitrine mit und erinnerte darin, dass man an dem Alternativplan festhielt, nämlich eine Zwangsumsiedlung der Unas von P3X-403 auf einen anderen Planeten.

“Bis die Frist verstrichen ist, hat Doktor Jackson Zeit, mit den Unas eine friedliche Vereinbarung zu erzielen”, beruhigte Hammond, dem Vitrine auch sofort zustimmte.
Sam wollte gerade noch etwas sagen, als Janet den Besprechungsraum betrat und General Hammond mitteilte, dass die Operation ohne Komplikationen verlaufen war, und dass Colonel O’Neill in der nächsten halben Stunde aus der Narkose aufwachen würde.



Andromeda-Galaxie
Heimatkolonie der Zylonen

In einem der Räume, in dem alle Informationen, die man von den Agenten erhalten hatte, zusammengetragen, gesammelt, gespeichert und verarbeitet wurden, fand eine kleine Versammlung statt.
“Die Galactica und die Flotte der Menschen entfernen sich immer weiter von den Kolonien. Unsere Agenten, die sich innerhalb der Flotte aufhalten, sind damit auch bald außer Reichweite unseres Wiederauferstehungszentrums, genauso wie die Flotte, die sich um die Nyx versammelt hat und sich ebenfalls auf der Flucht befindet. Darum wäre es gut, wenn die noch im Bau befindlichen Schiffe bald fertig gestellt sind, um sich der Verfolgung anzuschließen”, meinte ein Leoben.
“Sie sind in Kürze fertig und werden mit jeweils ein paar Basisschiffen als Schutz aufbrechen”, versicherte eine D’Anna.


Zylonische Armada

Mephisto wurde an Bord seines neuen Basissterns so langsam ungeduldig und ließ seine Laune dementsprechend an den anderen Zylonen aus, in dem er sie immer wieder anschrie: “Was soll das bedeuten? Uns läuft die Zeit davon. Findet die Menschen endlich!” Seine Laune wurde daher nicht besser, als sich Natalie bei ihm per Funk meldete, um den Zylon daran zu erinnern, dass die Verfolgung der Nyx-Flotte nach drei Tagen beendet werden musste.

Mephisto kochte innerlich vor Wut. Dann sprach ihn einer der Doral’ an, der ihn schon lange etwas fragen wollte: “Wieso nennst Du dich denn eigentlich John Mephisto, Eins? Und nicht wie die anderen, John Cavil beziehungsweise Bruder Cavil?”
“Ich würde es vorziehen, wenn mich jeder nur Mephisto nennt. Mephisto, das hat so was Episches. Und was John angeht, ich hasse diesen Namen - nenn mich nie wieder so!”, antwortete der Zylon.
´Es gibt da nur eines: Ich muss diese Sechs irgendwie loswerden, um …´, dachte Mephisto, als eine Idee in ihm aufkam, die ihm sofort gefiel und er verzog hinterhältig lächelnd das Gesicht. Andere Zylonen, die in seiner Nähe standen wichen irritiert von ihm zurück.


Nyx-Flotte
Battlestar Kronos

Commander Alexander Nash hatte sich in sein Quartier zurückgezogen und saß am Schreibtisch. Nash sah von zu Zeit zu Zeit auf die Uhr, er hatte noch knapp zwei Stunden, dann musste er sich zur weiteren Besprechung an Bord der Nyx melden.
´Also noch genügend Zeit, um mich um die Personallisten zu kümmern´, dachte der Commander, ´sind ja nicht so viele Blätter.’
Alexander schaute sich dabei die Namen, Ränge und Tätigkeitsfelder derer an, die sich dazu entschieden hatten, Admiral Baker zu folgen. Er seufzte leise, dann stach ihm ein Name regelrecht ins Auge. “Nein. Oh, ihr Götter! Das gibt es doch nicht!” Sofort griff er zum Telefon: “Hier spricht der Commander. Lieutenant Lucas Nash soll sich sofort in meinem Quartier melden!” Nachdem er den Hörer wieder eingehängt hatte, sah er sich das Blatt noch einmal an. Seine Hand zitterte, bevor er sich dazu durchringen konnte, weiterzumachen, bis sein Sohn kurz anklopfte und anschließend eintrat. Der junge Offizier konnte sich bereits denken, weshalb er beim Commander und Vater erscheinen sollte.

“Ich weiß, es ist deine Entscheidung. Das ist sehr mutig. Aber als dein Vater bitte ich dich, diese Entscheidung zurückzunehmen - keiner wäre böse darüber”, bat Commander Nash, nachdem sich sein Sohn gesetzt hatte.
“Dessen bin ich mir sehr wohl bewusst. Aber ich werde es nicht tun.”

“Verflucht noch mal. Du musst deiner Mutter und auch mir nichts beweisen, Junge.
Wo wir gerade von deiner Mutter sprechen, weiß sie schon darüber Bescheid?”

“Mom wäre natürlich dagegen gewesen, deshalb habe ich sie sowie Vanessa nicht darüber in Erkenntnis gesetzt. Bitte, sag du es ihr erst, wenn sich die Flotte getrennt hat, Dad.”

Commander Nash brauchte eine Weile, bis er sich zu einer Entscheidung durchringen konnte. Alexander senkte den Kopf. Dann hob er ihn wieder und sah seinen Sohn eindringlich an: “Ich werde versuchen, es ihr möglichst schonend beizubringen.
Außerdem werde ich Admiral Baker darum bitten, gut auf dich acht zu geben, sowie euer aller Leben nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen, sonst wende ich mich an O’Hara, McBride und Edwards.”

Lucas Nash nickte zufrieden. Beide Männer erhoben sich, und wurden wieder dienstlich.
“Lieutenant! Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann wieder, und zwar gesund. Viel Glück”, wünschte Commander Nash.
“Danke Sir, das hoffe ich auch. Ihnen auch viel Glück.”

In der Nähe der Krankenstation trafen in etwa zur selben Zeit zwei andere Familienmitglieder aufeinander. Vanessa Nash summte dabei gut gelaunt vor sich hin. “Oh, hallo Mom”, begrüßte die junge Frau ihre Mutter, mit der sie um ein Haar zusammengestoßen wäre.
“Lieutenant Tochter”, grinste jene.
Nachdem beiden Frauen ein Stück zusammen gegangen waren und Vanessa immer noch vor sich hin summte, warf Michelle Nash einen amüsierten Seitenblick auf ihre Tochter: “Okay, wie heißt er?”
“Äh, ich habe nur gute Laune, weil wir schon lange nicht mehr von den Toastern belästigt wurden - das ist alles.”
“Das ist nur die halbe Wahrheit - hab ich Recht? Komm schon, ich war auch mal jung - und war, als ich verliebt war, genauso.” Michelle lächelte Vanessa aufmunternd zu. Ertappt flüsterte die junge Frau ihrer Mutter schließlich den Namen zu. Diese strahlte vor Freude, da sie nun den Namen kannte. “Interessant. Und absolut eine gute Wahl“, und versicherte ihrer Tochter: „Keine Angst Vanessa, dieses Geheimnis bleibt unter uns.”

Nyx-Station

Bei der Besprechung in der Offiziersmesse ging die Zeit schnell vorüber. Jeder legte seine Personallisten mit den Namen vor, die sich Admiral Bakers Sache anschließen werden. Steven Baker musste allerdings zähneknirschend feststellen, dass nicht jeder, der sich an Bord der Battlestar Mercury aufhielt, bereit war, ihn zu begleiten.
Doch änderte sich nichts an der Anzahl der Kampfsterne und Hilfsschiffe, die die Mercury unter dem Kommando von Admiral Steven Baker begleiten würden. Somit gab es genügend Platz für weitere Überlebende, die man in den Kolonien und draußen im All finden würde.

Am meisten waren alle Offiziere davon überrascht, dass sich rund 2000 Zivilisten der Mission von Baker anschließen wollten.
Admiral Baker ging gerade die Listen durch, um sich einen kurzen Überblick zu verschaffen, als Admiral O’Hara das Wort an alle richtete: “Gut. Dann wäre alles vorerst geklärt. Wenn Sie alle zurück an Bord Ihrer Schiffe sind, informieren Sie bitte Ihre Besatzungen, dass der Transfer beginnen kann, so wie es der provisorische Verteilungsplan vorsieht! Ich überlasse es Admiral Baker, Änderungen nach dem Transfer vorzunehmen.”

Steven atmete auf. Somit war seine Aktion durch. Er ergänzte noch: “Danke Ihnen allen, dass Sie sich Zeit für meinen Vorschlag genommen haben. Ich will nun noch etwas hinzufügen: In “meiner” Flotte werde ich keine privaten physiologischen Beziehungen oder Liebschaften dulden, wie ich es selber oft in den  Jahren in der Kolonialen Flotte, wie auch zuletzt, beobachten konnte.”

“Wie meinen Sie das, Admiral Baker?”, fragte Commander Diana McBride, worauf deren Blick zu Nash und Edwards wanderte.
“Ich spreche von einer Beziehung von zwei sehr jungen Offizieren, die Sie beide wohl sehr gut kennen. Eine Beziehung, die auf meinem Schiff unter der höchsten, der mir bekannten Strafe steht, die das Gesetz der kolonialen Flotte dafür im Ernstfall vorsieht …”, antwortete Steven Baker mit kalter Stimme.

Alexander Nash und Jonathan Edwards, die beide nebeneinander saßen, tauschten fragende Blicke untereinander aus. “Will er etwa damit andeuten, dass …”, begann Nash, dem allmählich ein Licht aufging, sprach aber nicht weiter.
Edwards runzelte sie Stirn. „Alles klar.” Laut und fest ertönte dann seine Stimme, als er sich an Baker wandte: “Admiral! Bedrohen Sie nie wieder jemanden aus meiner Familie! Ist das klar?“ Zornig funkelte er ihn an. „Wobei mir außerdem gerade einfällt, dass Sie mir noch einen Kampf im Ring schulden.”

“Ein andermal vielleicht, Commander. Und ich wollte gewiss niemanden bedrohen“, versuchte sich Admiral Baker zu entschuldigen, und um die Wogen zu glätten, weil fast alle Besprechungsteilnehmer ihn mit einem missbilligen Blick wegen seiner Aussage beäugt hatten. „Ich wollte lediglich auf die Regeln hinweisen.”
Jonathan erhob sich. „Dann ist ja alles geklärt. Ich glaube, wir sind hier fertig.“

Früh am Morgen des nächsten Tages war es dann soweit. Die Flotte stand  kurz davor, sich zu trennen. Admiral Baker hatte sich so viele Personallisten angesehen, wie es seine Zeit zugelassen hatte und war dabei natürlich über einige Namen gestolpert, von denen er ziemlich überrascht war, dass diese sich ihm anschließen wollten. Steven hatte die starke Vermutung, dass einige ihn beobachten sollten.

´Sollen sie doch´, dachte der Admiral und runzelte die Stirn, als er sah, dass auch Lieutenant Lucas Nash unter ihnen war, der die Ausbildung mit sämtlichen Auszeichnungen abgeschlossen hatte, die die koloniale Flotte zu vergeben hatte.
´Den Jungen werde ich höchstpersönlich unter meine Fittiche nehmen.´

Steven Baker nahm den Hörer von der DRADIS-Konsole, um den Anruf von Samuel O’Hara entgegen zu nehmen.

“… viel Glück, Admiral“, wünschte O’Hara am Ende des kurzen Gespräches. „Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann wieder”,
“Ihnen wünsche ich das auch”, erwiderte Baker.

Die Unterhaltung war beendet. Die zwölf Schiffe, die sich der Mercury unter dem Befehl von Admiral Baker stehend angeschlossen hatten, sprangen nun mit dem darauf befindlichen 11.582 Seelen an Bord weg.

Doktor Michelle Nash war sehr bestürzt darüber, als sie von ihrem Mann über den Verbleib ihres einzigen Sohnes aufgeklärt wurde.

7.  Wahlen, oder - Sie sind unter uns!

16 Tage nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie
Battlestar Mercury

Baker hatte sich sämtliche Personallisten der Neuzugänge angesehen und beschloss, zunächst einmal mit Lieutenant Lucas Nash zu sprechen, bevor er alle kommandierenden Offiziere für persönliche Gespräche vorlud.
Steven Baker hatte noch mehr Interesse an dem jungen Offizier gewonnen, nachdem er dessen Akte gelesen hatte. Aber der Admiral wollte natürlich auch wissen, weshalb sich der junge Mann seiner Mission angeschlossen, und dafür seine Familie und Freunde verlassen hatte. Admiral Baker vermutete bisher noch, dass O’Hara ihn so  irgendwie überwachen wollte.

Es klopfte, doch anstatt des jungen Lieutenants, den er zu sich beordert hatte, betrat Doktor McQuarie sein Quartier.
“Was gibt es, Doc?”
“Ich wollte Sie vorsichtshalber darauf hinweisen Steven, dass durch die Rückkehr von Jonathan Edwards in den aktiven Dienst, der Schwindel auffliegen wird.”
Der Admiral seufzte: “ Ich weiß, aber wir sind bereits rund 1000 Lichtjahre von der Flotte der Nyx entfernt. Ich hoffe, dass es von daher keine Probleme geben wird. Ach, wo Du schon da bist: Was ist mit der Probe?”
“Negativ. Edwards ist eindeutig ein Mensch. Und ich hoffe, dass er uns verzeihen wird, falls wir ihm mal wieder begegnen sollten.”
Baker wollte gerade etwas entgegnen, als es an der Luke klopfte.
“Herein!”, rief der Admiral laut, während er McQuarie einen mahnenden Blick zuwarf.
“Sie wollten mich sprechen, Sir.” Lieutenant Nash trat ein und salutierte.
“Ja. Setzen Sie sich, Lieutenant”, bat der Admiral, “und Sie Doc - dürfen gehen.”

Im CIC der Mercury ließ sich Colonel Hopkins die komplette Anwesenheit der Flotte bestätigen und nickte zufrieden: “ Noch ein gutes Dutzend Sprünge bis wir wieder die Kolonien erreichen.”

“Mehrfacher DRADIS-Kontakt! Im Asteroidengürtel dieses Sonnensystems, direkt vor uns”, warnte der Taktikoffizier.
“Zylonen?“, fragte der XO der Mercury und setzte gleich hinzu: „War eigentlich zu erwarten …”
“Nein, Sir. Ich empfange eine Freund-Feind-Kennung, es sind Zivilisten”, antwortete der Kommunikationsoffizier.
“Die CAP losschicken, sie sollen sie abfangen!”, ordnete Hopkins an.

Die Unterhaltung zwischen Baker und Nash war kurz, aber aufschlussreich, und der Admiral erfuhr, dass der Lieutenant aus freien Stücken bei ihm war.
Lucas Nash wollte gerade aufstehen, als sich Admiral Baker räusperte und dann ebenfalls aufstand: “Da wäre noch etwas, Lieutenant.”
Steven Baker blickte dem jungen Mann lächelnd ins Gesicht: “Ich ernenne Sie zum Geschwaderführer des gelben Geschwaders, und befördere Sie zum Captain - Herzlichen Glückwunsch, Captain Lucas Nash!”
Nash blickte völlig überrascht drein und bedankte sich, während Baker ihm gratulierte. Da klingelte plötzlich das Telefon. “Die Pflicht ruft, Sie dürfen abtreten, Captain.” Baker griff zum Hörer.

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Es hatte nicht lange gedauert, bis man die sieben zivilen Schiffe eingeholt hatte. Die Zivilisten reagierten zurückhaltend auf die Gegenwart des eigenen Militärs, wobei wüste Beschimpfungen und Beleidigungen nicht ausblieben.
Admiral Baker hatte die Soldaten wieder zurückbeordert, die sein XO losgeschickt hatte. Steven wollte erfahren, warum sich die Leute so feindselig verhielten und ließ sich daher verbinden, um mit den Anführern zu sprechen - leider teilweise erfolglos. Als er nach zig Telefonaten endlich Erfolg hatte, bat er darum, zu einem Gespräch an Bord kommen zu dürfen, da er erfahren wollte, was passiert war.
Man willigte schließlich ein, doch die Überlebenden stellten Bedingungen.
“Ein Raptor und vier Personen - unbewaffnet!”, verlangte die Frau per Lautsprecher.
“Einverstanden”, bestätigte der Admiral.
“Dann sehen wir uns in der nächsten halben Stunde auf der Nereide, Admiral Baker.”

Nereide

Miranda Addison, die die Vorsitzende war, sowie Alan Devon und Benjamin Aberdeen berichteten Admiral Baker und Captain Nash, was sich vor gut einer Woche ereignet hatte, als man auf die Pegasus getroffen war.

“Dies erklärt einiges”, seufzte Steven ernüchtert.
“Wir sind noch nicht fertig mit unserem Bericht. Außerdem sind wir seitdem ohne FTL’, und ein leichtes Ziel für die Zylonen. Wir haben bisher dadurch 8 Schiffe verloren … doch zum Glück hatten wir nur wenige Opfer zu beklagen, da wir dabei waren, fünf dieser Schiffe aufzugeben”, fuhr Devon fort. Aberdeen ergänzte, dass die wenigen Vorräte langsam zu Ende gingen, und die überlebenden 2157 Menschen auf engstem Raum untergebracht waren. Addison berichtete zum Schluss von dem Massaker, welches die Soldaten der Battlestar Pegasus an Bord der Scylla begangen hatten.
Der Admiral verzog das Gesicht und Captain Nash stöhnte: “Oh, ihr Götter.”

Es dauerte eine Weile, ehe Steven den Mut und die Kraft aufbringen konnte, um sein Angebot zu unterbreiten.
“Sie wollen uns alle mitnehmen?”, fragte Aberdeen überrascht.
“Ja, das wollen wir”, bestätigte Baker. “Wir haben noch ausreichend Platz, um mehrere tausend Menschen unterzubringen.”
“Und was ist mit unseren Schiffen?”, wollte Devon erfahren.
“Wählen sie zwei, drei aus, die am Besten in Schuss sind. Doch den Rest werden wir zurücklassen müssen”, erklärte Nash.

Die drei Zivilisten beratschlagten sich kurz, bevor Miranda die Entscheidung verkündete: “Wir werden ihr Angebot annehmen und sofort den Status unserer Schiffe überprüfen.”
“Gut. Captain Nash, besorgen Sie einige Ersatz-FTL’ aus unseren Lager!”, ordnete der Admiral an, bevor sich am Ende alle erhoben.


Nyx-Flotte

Bei der anderen Flotte fanden indes die Vorbereitungen für die Wahlen des Quorums statt, bevor man anschließend einige Monate darauf den Präsidenten und auch den Vizepräsidenten wählen würde.

Die Frau von Commander Nash hatte es immer noch nicht überwunden, dass ihr einziger Sohn sich von der Familie getrennt hatte. Die Beziehung ihrer Tochter mit dem ältesten Sohn von Commander Edwards tröstete sie allerdings.
Die Suche nach weiteren Zylonen, die sich noch in der Flotte versteckt hielten, lief weiter. Dabei war Admiral O’Hara erleichtert, dass niemand aus seinem engeren Umfeld als Zylon enttarnt wurde, genauso wie Ratsherr Bruce Wales, der sich zur Wiederwahl für Picon stellte.

Auf der Battlestar Kronos empfingen Alexander, Michelle und Vanessa Nash Jonathan, Tamara und John Edwards, um sich auszusprechen und das weitere Vorgehen zu planen. Unabhängig davon hatte Admiral O’Hara bereits erklärt, nichts gegen eine Beziehung der beiden jungen Offiziere zu haben.


Armada von Mephisto

Natalie Faust erschien auf dem Basisschiff von Mephisto. Der Zylon wusste auch schon, weshalb diese Sechs ihn, eine Eins, wieder belästigte.
“Die Zeit ist um. Die zwei Wochen sind vorbei, wir haben ohne Erfolg diese Flotte verfolgt und zu unserem Leidwesen sogar noch einige Schiffe verloren. Also lass diese Menschen in Ruhe, so wie Du es versprochen hast.”
“Ist ja schon gut. Ich habe Dich ja verstanden”, brummte Mephisto verärgert, dann fuhr er fort: “Ich werde in die Kolonien zurückkehren. Und Du wirst beim Aufspüren der Galactica helfen!”
Natalie war einverstanden und verließ das Basisschiff von Mephisto, um auf ihr eigenes zurückzukehren, mit dem Wissen, dass die Kinder in Sicherheit sein würden. Doch sie konnte nicht erahnen, dass die Eins sich nicht an das Versprechen halten würde.

Als die Sechs endlich weg war, winkte Mephisto einem anderen Zylonenmodell, einer Vier zu, zu ihm zu kommen: “Hör mal her. Wir ziehen uns erst einmal zurück, wie ich es Natalie versprochen habe - doch ich lasse weiter nach diesen Maden suchen, denn ich will dieses Kapitel endlich abschließen.”
Wir Vieren sind derselben Meinung. Und ich werde versuchen herauszufinden, wer noch dieser Meinung ist.”
“Genau das wollte ich hören”, grinste Mephisto.
“Also, was machen wir, wenn wir ...”
“…sie gefunden haben, bringen wir es zu Ende. Was dachtest Du denn”, beendete der Anführer kalt den Satz, den Simon begonnen hatte.


Cyrannus Sternsystem
Battlestar Pegasus

“Die Nyx ist nicht dort, wo ihre Position sein sollte, Sir”, bestätigte Colonel Jack Fisk.
“Keine Trümmer auf dem DRADIS oder im näheren Umfeld unserer Heimatwelten, die auf das Verbleiben der Station und der Crew hinweisen”, überlegte Admiral Cain, die die Suche so langsam leid war.
“Es gibt nur wenige Möglichkeiten: Entweder sie sind geflohen und die Zylonen haben die Station übernommen oder sie wurde doch irgendwo zerstört”, vermutete Kendra Shaw, worauf Helena Cain ihr zustimmte.
“Also, was machen wir Admiral?”, fragte Fisk.
“Wir zahlen es den Zylonen weiter heim und führen unsere geplante Guerillataktik weiterhin aus!”


Nyx-Flotte
Battlestar Kronos

Michelle Nash hatte nun endlich zugegeben, von der Beziehung ihrer Tochter etwas gewusst, beziehungsweise zumindest etwas geahnt zu haben.

“Dann wäre das wohl geklärt”, stellte Alexander Nash fest.
“Und wie geht es nun weiter?”, fragte Lieutenant John Edwards vorsichtig.
Sein Vater grinste und sagte: “Wie wäre es mit – Heiraten?”
“Aber - geht so was überhaupt …?”, zweifelte Lieutenant Vanessa Nash.
“Keine Ausflüchte.” Ihre Mutter drohte lächelnd mit dem Zeigefinger.
“Natürlich geht das”, beruhigte Major Tamara Edwards. “Sieh uns beide an. Und Admiral O‘Hara hat ebenfalls sein Einverständnis gegeben.” Um ihre Worte zu unterstreichen griff sie nach der linken Hand ihres Mannes, der neben ihr saß.
“Dann haben wir beide wohl was zu besprechen. Los komm John”, strahlte Vanessa, stand auf, und verließ mit ihrem Freund das Quartier ihrer Eltern.

“Komisch, ich fühle mich auf einmal irgendwie alt”, murmelte Jonathan, nachdem die beiden draußen waren. Tamara konnte es nicht lassen und fing an etwas zu sticheln: “Das Gefühl wird noch stärker werden, wenn der erste Enkel da ist.”
“Danke”, hustete Commander Edwards, dann fingen alle vier an, herzhaft zu lachen.
“Ich würde meinen, darauf trinken wir einen”, meinte Michelle immer noch lachend.
Alexander stand auf und ging zur Bar: “Ja, das sollten wir. Ich geb’ einen aus.”


Mercury-Flotte
Battlestar Mercury

“Die Transfers von den Zivilisten sowie die Installationen der FTL’ an Bord der Nereide, der Ophelia und der Mimas sind so gut wie abgeschlossen”, berichtete Captain Nash, der die Arbeiten überwachte, dem Admiral.
“Sehr gut. Und wie ich gehört habe, sind bereits rund 2000 Menschen auf unsere Schiffe transferiert worden. Colonel Hopkins, sorgen Sie für mehr Deckung der zivilen Schiffe, auf denen sich noch unsere Leute aufhalten!”
“Sehr wohl, Admiral.”

Die Kampfsterne hatten sich gerade neu formiert, als eine Patrouille - bestehend aus zehn zylonischen Raidern und drei schweren Jägern - auftauchte.

“Verdammt”, entfuhr es Colonel Hopkins, doch er reagierte sofort und gab der CAP den Befehl die Feinde zu eliminieren. Dann informierte er Admiral Baker, der erst vor kurzem das CIC verlassen hatte, über die neue Situation.

“Verflucht! Uns sind ein paar entwischt, Mercury”, vernahm man im CIC die Stimme des CAG über Lautsprecher.
Baker brummte vor sich hin und befahl dann: “Bereit machen zum Gefecht! XO, jede Wette, dass wir bald Besuch bekommen.” Dieser stimmte der Vermutung zu und der Admiral wandte sich an Captain Nash: “Captain! Treiben Sie die Leute an!”


Nyx-Flotte

Auf der Nyx erreichte Admiral O’Hara die Nachricht, dass alle Kandidaten, die sich zur Wahl stellten, Menschen waren, und dass noch rund 10.000 Proben überprüft werden mussten.

“Gut. Informieren Sie Mister Wales, er hat grünes Licht, um mit den Wahlvorbereitungen in die Endphase zu gehen!”, wies Samuel O’Hara an.
“Werde ich wieder ruhig schlafen können, wenn das alles vorbei ist”, gähnte sein Bruder müde.


Mercury-Flotte

Im Combat Information Center der Mercury erwartete man die Ankunft der Zylonen, und es dauerte wirklich nicht lange, als der Taktikoffizier mehrfachen Kontakt meldete: “Der Feind ist da, Sir.”
Dass die drei zivilen Schiffe, die Nereide, die Ophelia, sowie die Mimas erst in rund 20 Minuten ihre FTL-Antriebe starten konnten, wurmte Admiral Baker, so sehr, dass er schon zuvor angeordnet hatte, nur Notbesatzungen auf den Schiffen zu lassen, und alles Weitere vorsichtshalber zu bergen.

Die aufgetauchte Armada der Zylonen, war mit Mephisto unterwegs, der vorerst auf den Weg zurück in die Kolonien war, und nun so rein zufällig auf die Flotte der Mercury traf. Die Zylonen wussten nur, dass sich in diesem Asteroidengürtel mehrere koloniale Schiffe aufhielten.

“Oh, was für ein Glück”, frohlockte er, als er selber vor Ort war; dann gab er auch schon den Befehl zum Angriff.

Der Kampf, der sich nun abspielte, wurde verbissen von beiden Seiten geführt, doch nur die Zylonen hatten keine Probleme damit, zu sterben, warteten doch in sicherer Entfernung fünf Wiederauferstehungsschiffe auf die im Kampf Gefallenen.

Lange Zeit boten die zahlreichen Felsbrocken Deckung, und zuerst gelang es den Zylonen auch, die verlassenen zivilen kolonialen Schiffe zu zerstören, die nur zum Schein verteidigt worden waren, so dass einige Geschwader der Mercury den zylonischen Jägern in die Flanken fallen konnten. Doch die Maschinenwesen verfügten dank ihrer 18 Basisschiffe über größere Ressourcen, und drängten die Menschen immer weiter in das Asteroidenfeld zurück.

Es wurde so langsam eng für Admiral Baker, da nun auch die Basisschiffe in den Kampf eingriffen und anfingen, Nuklearraketen auf die Asteroiden abzufeuern.
Steven wurde schließlich klar, dass er mit nur einem großen Kampfstern auf Dauer nicht bestehen konnte, aber auch, wenn er mehrere zur Verfügung hätte - die Überzahl der Zylonen war einfach zu groß.

“Wir müssen so langsam hier weg. Wie ist der Status?”, brüllte Baker über den Lärm hinweg fragend seinen XO an.
“Das Thyliumschiff, die Hilfsschiffe der Berzerk-Klasse: die Theben und die Lunic, sowie ein Drittel der Valkyrie-Kampfsterne sind schon gesprungen, da sie sonst Bekanntschaft mit Asteroiden gemacht hätten. Die Mimas hat weiterhin Probleme, doch die beiden anderen zivilen Schiffe haben mitgeteilt, dass sie in den nächsten zwei Minuten ebenfalls ihre FTL’ starten können ...”
Admiral Baker schaute seinen ersten Offizier an, verzog das Gesicht und ordnete an, sofort die Mimas zu evakuieren.
“Zu spät”, meldete Hopkins, “die Mimas existiert nicht mehr. Doch die Nereide und die Ophelia sind noch rechtzeitig weggekommen.”
“Alle Viper sollen sofort umkehren und landen! Wir verschwinden von hier!”,  donnerte Admiral Steven Bakers Stimme durch den Raum.

Kurz darauf war die Flotte von Baker wieder zusammen.
“Alarmstufe 1 beenden, es gilt ab jetzt Stufe 2 für die gesamte Flotte! Hier sind die Meldungen: Schadensberichte und Verluste”, teilte Colonel Hopkins mit, und reichte dem Admiral einige Papiere weiter, die er soeben erhalten hatte.
“Schäden reparieren, und macht den Ärzten Feuer unterm Allerwertesten, ich will endlich wissen, ob es noch weitere Toaster in dieser Flotte hier gibt!”, brummte Steven böse.


Nyx-Flotte

Einige Wochen später waren die Vorbereitungen für die angesetzten Wahlen endlich abgeschlossen und jeder Wahlberechtigte konnte in den nächsten zwei Tagen einem Quorumsmitglied entsprechend seiner Kolonie seine Stimme geben. Parallel dazu wurden auch Abgeordnete gewählt, die ihre Schiffe, auch auf den Kampfsternen auf denen sie wohnten, in der Regierung vertreten sollten.

Vanessa Nash und John Edwards steckten außerdem noch in ihren Planungen für ihre Hochzeit, und berieten sich, wie sie ihren Dienst in der Kolonialen Flotte weiterführen konnten.

Derweil zog sich scheinbar die Schlinge um die noch unbekannten und versteckten Zylonen immer enger.
Admiral Samuel O’Hara gab in einer Erklärung vor der Presse bekannt, dass er -sobald die neue Regierung mit einem Präsidenten an der Spitze gewählt sein würde - das verhängte Kriegsrecht aufheben würde.

Auf dem Kampfstern Kronos steuerte Commander Edwards die Krankenstation an. “Komm rein, Jonathan”, bat Doktor Michelle Nash.
Die Ärztin führte bei ihm eine medizinische Routineuntersuchung durch, um die weitere Diensttauglichkeit zu prüfen.

Einige Stunden später, mit den Laborresultaten in der Hand, schüttelte Michelle den Kopf: “Du bist bei bester Gesundheit. Es ist alles in Ordnung.”
“Wie bitte? Ich bin doch vor Jahren wegen gesundheitlicher Probleme gegangen.”
“Sieh selbst, Jonathan”, meinte Doktor Nash, “alles altersgemäß. Und da Du kein Zylon bist, bleibt nur eine Möglichkeit übrig …” Da die Ärztin nicht den Satz vollendete, tat es der Commander: “…dass jemand die Ergebnisse vor Jahren manipuliert hat … Aber wer?”
“Keine Ahnung. Vielleicht McQuarie. Baker. Cain.”
“Na, die können was erleben”, grollte Edwards, dem nun alles klar wurde.
“Wie dem auch sei. Du bist auch wieder flugberechtigt, und darfst auch wieder ins Cockpit - aber erst nach einem ausführlichen Training”, meinte Michelle zum Abschied lächelnd.

Auf der Nyx-Station trafen bereits die ersten Wahlurnen der kleineren Schiffe ein, die in der Offiziersmesse abgegeben wurden, wo sie geöffnet, und die Stimmen zugeordnet und gezählt wurden.
Die Presse und einige zivile Freiwillige überwachten die Auszählung, die von Zivilisten und Angehörigen des Militärs durchgeführt wurde.
“Wie viele sind es denn noch”, stöhnte jemand, als weitere Kisten hereingetragen wurden.
“Bestimmt noch ein paar Dutzend”, grinste ein anderer.

Einige Tage später konnte das endgültige Wahlergebnis auf einer Pressekonferenz mitgeteilt werden. Danach verbreiteten die Medienvertreter die Ergebnisse auf den anderen Schiffen durch ausgehändigte Unterlagen, der Wahlkommission auf allen Schiffen der Flotte.
An Bord der Battlestar Heracles klopfte es während des Unterrichts an der Luke. Major O’Brien kam herein, um einem der Lehrer, Oliver Wilder, mitzuteilen, dass er als ziviler Vertreter der Heracles ins Parlament der Regierung gewählt worden war.

Noch am selben Tag trafen alle Mitglieder des Quorums und die anderen Abgeordneten an Bord der Eros 1, dem Luxuskreuzer, zu einer ersten Sitzung zusammen. Ziel war es, Kandidaten für die Wahl des Präsidenten aufzustellen.

Nach langen Gesprächen wurden insgesamt fünf Kandidaten nominiert: Bruce Wales von der Kolonie Picon, Amelia Bacon von der Kolonie Scorpia, Robert Auckland von der Kolonie Caprica, Francine Baltimore von der Kolonie Leonis und Adriane Avon von der Kolonie Gemenon, nachdem sie sich dazu bereit erklärt hatten, sich zur Wahl zu stellen. Jeder der fünf nutzte die Gelegenheit, eine erste kurze Wahlkampfrede zu halten.
“Die Wahl für die Präsidentschaft findet in drei Monaten statt”, verkündete Francine Baltimore und schloss mit diesen Worten die erste Sitzung.



Milchstraße
Erde, USA, auf einem USAF - Stützpunkt

Zeitgleich wurde in einer benachbarten Galaxie ebenfalls Wahlkampf betrieben, wo bereits im Voraus feststand, dass es einen neuen US-Präsidenten geben würde. Colonel Jack O’Neill legte die Zeitung beiseite, als Major Cameron Mitchell das Büro betrat, welches man ihm zur Verfügung gestellt hatte.
Nach einer herzlichen Begrüßung und einem lockeren Gespräch wurde Mitchell von O’Neill vor die Wahl gestellt, nämlich entweder weiter seiner bisherigen Tätigkeit nachzugehen oder zu dem streng geheimen Projekt zu wechseln, wofür ihn der hoch dekorierte Colonel rekrutieren wollte.

“Keine Angst, Mitchell. In diesem Programm geht es um ihre Leidenschaft - das Fliegen”, versicherte Jack, der nicht locker ließ. Er legte eine Pause ein, um Cameron ein bisschen Zeit zu geben, sich zu entscheiden, dann fragte er: “Also, was sagen Sie, Major Mitchell?” Dabei spielte er mit einer Top-Secret-Akte in seinen Händen herum, die er nur im Falle eines “Ja” seinem Gegenüber aushändigen würde.

“Und Sie verraten mir nichts weiter, bis ich “Ja” gesagt habe - richtig, Sir?”
“Jip”, antwortete Colonel O’Neill grinsend und dachte zufrieden: ‘Er hat also angebissen.’
“Ist gut, Colonel - ich bin dabei.”
“Sehr gut, Major. Willkommen beim Stargate-Programm! Hier sind Ihre neuen Befehle!”, nickte Jack O’Neill und schob die Akte zu Cameron Mitchell rüber.
Als der Major die Akte öffnete, gab der Colonel dem Neuling eine kurze Einweisung und klärte ihn dann ausführlich über das Programm auf.



Andromeda-Galaxie
Mercury-Flotte

Die Flotte, die sich um die Battlestar Mercury versammelt hatte, war in den vergangen Tagen um drei weitere Schiffe vergrößert geworden. Grund dafür war, dass man auf weitere, versprengte kleine Konvois mit zivilen Schiffen gestoßen war. Admiral Baker blieb seiner Linie treu und integrierte nur die Schiffe in seine Flotte, die technisch einwandfrei funktionierten.

Die Flotte hatte nun das Cyrannus System beinahe erreicht, somit traf man immer wieder auf Patrouillen von zylonischen Jägern aber zum Glück ganz selten auf ein Basisschiff. Doch nicht nur dies machte Steven Baker zu schaffen, sondern auch die Nachricht, was die Pegasus-Crew getan hatte, die sich unter den Zivilisten wie ein Lauffeuer verbreitet hatte.
Die Führung der Zivilisten drängte den Admiral schließlich, das weitere Vorgehen mit den Senatoren abzusprechen. Er willigte ein, bestand aber darauf, dass sich bei den militärischen Handlungen keiner einmischen solle.
“Wie konnte ich mir nur Zivilisten aufhalsen!”, schimpfte Admiral Baker, als er wieder im CIC der Mercury war. Colonel Hopkins blätterte in einem Bericht und tat so, als habe er nichts gehört und grinste heimlich in sich hinein.



Drei Monate später
Andromeda-Galaxie
Nyx-Flotte

Bereits viele tausend Lichtjahre von ihrer alten Heimat entfernt war der Tag gekommen, an dem ein neuer Präsident gewählt werden sollte. Wie schon auch bei der letzten Wahl, agierte die Nyx-Station als Dreh- und Angelpunkt des Geschehens.

Lange Zeit lagen die fünf Kandidaten auf die Präsidentschaft in einem Kopf-an-Kopf-Rennen dicht beieinander, bis sich drei von den anderen absetzen konnten, und auch noch am Ende die gleiche Stimmenanzahl hatten.

“Es wird wohl eine Stichwahl geben müssen”, verkündete ein Vertreter der Presse, der die Wahl moderierte, nachdem man ihm das Ergebnis mitgeteilt hatte.

Auch an Bord der Battlestar Kronos war Doktor Michelle Nash inzwischen mit den Betaproben fertig. Obwohl bereits die Ergebnisse nach und nach bei ihr eingegangen waren, wie auch auf der Nyx - stockte ihr dennoch der Atem, es befanden sich noch einige Zylonen in der Flotte. Aber die Wahrheit war viel schockierender, als sie mit den Betaanalysen fertig war. Michelle informierte sofort Commander Nash, der sich umgehend mit Admiral O’Hara in Verbindung setzte.
“Jemand aus dem medizinischen Bereich hat absichtlich die Ergebnisse verfälscht, denn es hätte schon lange bemerkt werden müssen, dass es mehrere Zylonen innerhalb unserer Flotte gibt ”, teilte Doktor Nash die schockierenden Nachrichten mit.


Cyrannus-Sternsystem
Mercury-Flotte

Bei der anderen Flotte hatte man mittlerweile die Gefahr erkannt, in der man lange geschwebt hatte. “Sie sind unter uns!” teilte Admiral Baker seinem XO mit.
Dieser wusste ganz genau, was nun zu tun war. Er informierte mit einem Codewort mehrere Soldatenteams, die in Bereitschaft standen, um gegen die zylonischen Agenten vorzugehen.
Bei der folgenden Operation waren auch einige zivile Opfer zu beklagen, wofür sich Baker bei den Senatoren entschuldigte, nachdem man wieder eine Schlacht mit mehreren Basisschiffen überstanden hatte und auch wiederholt fliehen musste.


Nyx-Flotte

Von Admiral O’Hara war ebenfalls entschiedenes Handeln gefragt und er ging genauso vor, wie auch Admiral Baker. Es dauerte zum Glück nicht lange, bis man alle zylonische Agenten, außer zwei, ausgeschaltet hatte. Leider gab es auch in dieser Flotte Opfer zu beklagen, die während den Einsätzen des Militärs ums Leben kamen.

An Bord eines Schiffes der Berzerk-Klasse, der Lyxis, hatte sich ein Vierer im Munitionslager verbarrikadiert.
An Bord der Heracles spielte sich eine Geiselnahme ab. Eine Sharon hielt mit Waffengewalt mehrere Kinder fest. Diesmal hatte es allerdings die Sportmannschaft von Ryan erwischt und dem Jungen selber wurde die Waffe an den Kopf gehalten. “Keinen Schritt weiter, sonst töte ich ihn!”, drohte die Zylonin den eintreffenden Marines, die sofort Stellung bezogen.

Auf der Lyxis versuchte Commander Andrews mit dem Zylon, den er seit einigen Jahren kannte, zu verhandeln: “… Sie haben doch Leuten geholfen - über Jahre hinweg, Steve. Und nun wollen Sie uns töten? Wieso?”
“Es muss so sein. Ihr müsst ausgelöscht werden …”

Der junge Edwards befand sich noch immer in der Gewalt der Zylonin, die wieder negativ reagierte: “Nein! Wenn ich ihn und auch euch alle gehen lasse - kommt eure Rasse irgendwann wieder zurück, um sich an meinem Volk zu rächen.”

“Weshalb habt ihr uns überhaupt angegriffen? Oder besser: Dann hättet ihr uns eben nicht angreifen sollen, nicht wahr? … Auf Gewalt, folgt Gewalt … das muss aufhören, also hilf uns, diesen Kreislauf zu beenden. Du hast die Wahl, Sharon”, stellte Jonathan Edwards klar, der die Verhandlung führte, auch - um in der Nähe seines Sohnes zu sein.

Die Zylonin war erstaunt, dass der Mann sie mit ihrem Namen ansprach.
Sie überlegte und sagte dann entschlossen: “Nein. Ihr würdet mich auf der Stelle töten. Aber wir, zumindest ihr werdet alle sterben. Der Countdown läuft bereits ...” 

“Es gibt scharfe Bomben in der Flotte?”, flüsterte Major Tamara Edwards entsetzt, die die Botschaft der Zylonin sofort verstand und umgehend Commander McBride informierte, die auch alle anderen in Kenntnis setzte.

Jonathan unternahm einen weiteren Versuch: “Keiner von uns wird Ihnen etwas antun, wenn Sie uns helfen - ich gebe Ihnen mein Wort, Sharon …“, Er schaute sie eindringlich an, „helfen Sie uns bitte, diese Bomben zu finden und zu entschärfen.”

“Oh Nein! Ihr Menschen lügt doch nur, um Vorteile zu erzielen, und sobald ich euch nicht mehr von Nutzen wäre, würdet Ihr mich umbringen”, entgegnete Sharon.

“Ich verspreche Ihnen, dass dem nicht so ist  Helfen Sie uns, diesen Kreislauf zu beenden”, versprach Commander Edwards feierlich beim Leben seiner Familie.
“Gut”, stimmte Sharon schließlich zu, “dann gibt es etwas, das Sie wissen sollten.” Sie ließ Ryan los, der sofort aus dem Raum flüchtete.

Commander McBride kam gerade hinzu, als Sharon von der Wiederauferstehung erzählte, und dass wahrscheinlich kurz nach der Detonation der letzten gelegten Bombe die Armada der Zylonen erscheinen würde, um den “Rest” zu erledigen.
“Sehr interessant”, brummte Diana McBride besorgt.
“Doch zunächst einmal helfe ich euch, die Bomben zu entschärfen.”

“Also gut, Sharon. Das Wort von Commander Edwards gilt, auch ich werde dafür sorgen“, bemerkte Commander McBride, die das Versprechen noch einmal unterstrich. „Und da gibt es vielleicht noch etwas, wobei Du uns behilflich sein könntest …”

Alle versteckten sechs Sprengsätze wurden gefunden und entschärft, bis auf den siebten im Munitionslager auf der Lyxis, wo sich der Zylon Steve verschanzt hatte.

Commander Andrews hatte vorsichtshalber sein Schiff evakuieren und alles bergen lassen. Sharon schaffte es nach einiger Überredungskunst, die Vier zu überzeugen, ebenfalls die Seiten zu wechseln. Der Zylon ergab sich, schüttelte aber bedauernd mit dem Kopf: “Die Zeit reicht nicht mehr, um die Bombe rechtzeitig zu entschärfen - ich habe sie so konstruiert.”

“Toll. Nicht mal ein kleines Hintertürchen?”, fragte Edwards, der vorsichtig den Sprengsatz untersuchte, der in einem Schacht platziert worden war.
“Nein”, antwortete Steve.
“Tja, er hat leider Recht”, bestätigte Sharon und Jonathan nickte zustimmend.
“Es ist nur noch eine knappe halbe Stunde Zeit”, warnte Steve.
“Gut. Dann schaffen wir soviel wir können in der verbliebenen Zeit weg!”, ordnete Andrews an und gab seinen Leuten ein Zeichen, sich an die Arbeit zu machen.

Das letzte Schiff der Kolonialen Flotte hatte sich gerade mit einem FTL-Sprung in Sicherheit gebracht, als die Lyxis letztendlich doch explodierte. Und erst jetzt tauchten wie von Sharon vermutet mehrere Basisschiffe der Zylonen auf, um nachzusehen und die übrigen Schiffe zu erledigen.

“Das kann doch nicht wahr sein”, keuchte ein Cavil fluchend, der Mephisto vertrat, um die Menschen heimlich weiter zu verfolgen. Er bekam bestätigt, dass es nur die Trümmer der Lyxis, also nur eines einzigen Schiffes waren, die sich vor ihnen befanden. “Somit haben wir wohl die Spur der Flüchtigen vorerst verloren”, schimpfte der Einser. “Sendet umgehend Patrouillen von Jägern aus!”



Vier Wochen später
Andromeda-Galaxie
Nyx-Flotte

Die Stichwahl zwischen Francine Baltimore, Bruce Wales und Robert Auckland um das Amt des Präsidenten der Kolonien war beendet. Bruce Wales war zum neuen Präsidenten und Francine Baltimore zur Vizepräsidentin gewählt worden.

Admiral Samuel O’Hara hob wie versprochen das verhängte Kriegsrecht auf und übertrug unter Beifall die Regierungsgewalt an die neue Regierung.
“… wir werden nun verstärkt nach einer neuen Heimat für unser Volk suchen”, versprach der neue Präsident während seiner Antrittsrede.

Die militärische und die politische Führung hielten sich unter Auflagen an das Versprechen, welches Edwards den beiden Zylonen zugesichert hatte.

“Es fehlen trotz unser Ergebnisse und Tests immer noch fünf Zylonenmodelle”, gab Jonathan zu Bedenken.

“Die Gesichter der letzten Fünf kennt niemand”, gestand Sharon, die von Commander Edwards an Bord der Heracles in einer Zelle besucht wurde.


RE: Stargate: Battlestar Galactica - Elysium - - Jonathan J. O´Neill - 02.10.2026

Heute geht es weiter, womit wir auch schon ganz dicht vor dem Finale von SG: BSG - Elysium - stehen.
Viel Spaß beim Lesen Angel 

8.  Wohin?

Andromeda-Galaxie
Cyrannus-Sternsystem
Battlestar Mercury

“Die Spähraptoren sind soeben zurückgekehrt, Sir”, teilte der diensthabende Kommunikationsoffizier dem Admiral mit.

Steven Baker hob müde den Kopf und ordnete an: “Stellen Sie auf Lautsprecher!”
“Mercury. Hier ist Springboard. Es sieht verdammt übel aus, die Zylonen haben offenbar bemerkt, dass wir Operationen durchführen. Und die verfluchten Toaster lungern im Orbit jeder einzelnen Kolonie mit mindestens einem halben Dutzend Basisschiffen herum, um uns in Empfang zu nehmen. Hinzu kommt, dass die Mistkerle Patrouillen von Jägern losgeschickt haben, die das gesamte System durchkämmen.”

“Zurück zur Basis, Captain!”, befahl Admiral Baker. Er ballte wütend die Fäuste; Hopkins verzog ebenfalls verärgert das Gesicht. “Kehren wir nun zur Flotte zurück oder kämpfen wir weiter?”, fragte der Colonel.

“Weder noch”, antwortete der Admiral grimmig, “wir haben in der letzten Zeit so viele gerettet, wie es möglich war, und dabei zahlreiche Kämpfe ausgefochten, wo wir schwere Verluste hinnehmen mussten. Aber so weiter zu machen wie bisher ist Selbstmord. Wir ziehen ab und verlassen unsere alte Heimat. Parallel dazu versuchen wir, die Pegasus zu finden, denn sie scheint doch in der Nähe geblieben zu sein, um den Kampf fortzuführen ...”

“Die Pegasus kann inzwischen überall sein, die Spur hat sich irgendwie verloren”, warf Colonel Hopkins skeptisch ein.
“Sie sind zu pessimistisch“, brummte Steven Baker. „Ich kenne Admiral Cain sehr gut. Die finden wir schon, und wer weiß, vielleicht finden wir sogar eine neue Heimat. Lieutenant Tucker, einen Lageplan!”

Die Nachricht, dass Admiral Baker vorhatte, den Kolonien den Rücken zuzukehren und alle weiteren Such- und Rettungsaktionen zu beenden, verbreitete sich rasend schnell in der gesamten Flotte.
Steven Baker begründete dies damit, dass alle Kampfsterne infolge der Kämpfe zahlreiche Beschädigungen erlitten haben sowie die militärische Überlegenheit der Zylonen zu groß sei, um weiterzumachen, und damit war das Überleben der Flotte in höchstem Maße gefährdet.

Miranda Addison, die mittlerweile zur Vorsitzenden gewählt worden war, erkannte, dass der Admiral Recht hatte und sagte: “Wir danken Ihnen und allen anderen Offizieren und Soldaten der Kolonialen Flotte für ihre Dienste, in denen sie mehrere tausende Überlebende gerettet haben.”



2 Monate später
Milchstraße
Erde, SGC

Tiefe Trauer herrschte auf dem gesamten Stützpunkt, tief im Herzen des Cheyenne Mountain, denn das Programm hatte eine ihrer Besten, Major/Doktor Janet Fraiser, verloren. Es war wahrlich keine gute Woche für das Stargate-Programm gewesen, denn bereits einige Tage zuvor ging die Allianz der Jaffa, der Tok’ra und der Erde auseinander. Es gab zu große Differenzen, besonders die Spannungen zwischen den Jaffa und den Tok’ra waren hinderlich. Das geschah, obwohl man mit der Hilfe von Jacob Carter/Selmak und Major Sam Carter eine wirksame Waffe gegen Anubis’ Kullkrieger entwickelt hatte. Aber die Verbündeten der Erde fühlten sich auch immer mehr von den Tau’ri bevormundet, wenn es um Aufklärung und Missionen im Kampf gegen die Goa’uld ging.
Die Menschen unterhielten aber dennoch weiterhin Beziehungen zu ihren Verbündeten, da man trotz allem gute Kontakte hatte - es war nun ein loses Bündnis, indem man größtenteils unabhängig voneinander operierte.



Andromeda-Galaxie
Battlestar Galactica

Man war nun seit über sieben Monaten auf der Flucht und hatte einen neuen Präsidenten wählen müssen. Admiral William Adama hatte seinen XO, Colonel Saul Tigh, aufgesucht, um ein ernstes Wort mit ihm zu reden. Der Admiral war auch nicht gerade begeistert davon, dass nun ausgerechnet Doktor Gaius Baltar Präsident werden sollte, aber er fand es nicht richtig, die Wahl zu manipulieren.

“…Was haben Sie sich nur dabei gedacht, Colonel?”, fragte Admiral Adama und stauchte seinen XO wie ein Lehrer einen seiner Schüler zusammen, der bei einem Test betrogen hatte.

“Keiner kann ernsthaft diesen schleimigen Dreckskerl zum Präsidenten haben wollen, und diesen Terroristen Tom Zarek als Vizepräsidenten … Sie wissen genauso gut wie ich, dass es in einem Fiasko enden kann, Bill”, rechtfertigte Saul Tigh sein Handeln, in dem er half, die Präsidentschaftswahl zu manipulieren.

“Wir können uns trotzdem nicht so einfach über Recht und Ordnung hinwegsetzen”, erwiderte Adama streng.

“Toll. Unsere Reise endet auf einem Rastplatz, der in ein paar Jahren unbewohnbar, und keine ausreichenden Ernten abwerfen wird, sowie mit einem unstabilen Klima”, schnaubte Tigh verächtlich. Dieser Aussage musste der Admiral, obwohl es ihm sichtlich schwer fiel, leider zustimmen. Doch änderte es nichts an seiner Meinung. Er verließ das Quartier seines ersten Offiziers und machte sich auf den Weg zu Laura Roslin, um sie ebenfalls damit zu konfrontieren.


Nyx-Flotte

Zur selben Zeit an Bord der Nyx - mehrere tausende Lichtjahre entfernt - werteten einige Wissenschaftler die gesammelten Daten der Erkundungsteams aus und fassten diese in kurzen Berichten zusammen. Die Suche nach einer neuen Heimatwelt, weit weg von der Bedrohung durch die Zylonen, lief auf Hochtouren.
“Wie wäre es mit dem hier?”, fragte ein Geologe.
“Nein. Dieser Planet kreuzt auf seiner Bahn ein Asteroidengürtel”, erwiderte ein Physiker, der sich ebenfalls die Daten ansah.

“Wieder nichts”, bemerkte Colonel Simon O’Hara enttäuscht und wandte sich an den Admiral. Dieser murmelte nur: “Dann klappt es eben beim nächsten Mal. Wir suchen ja auch erst seit ein paar Tagen.”
“Ja, nach der Nadel im Heuhafen“, stellte sein XO fest.
Nachdem man bestätigte hatte, dass alle Raptoren wieder zurückgekehrt waren gab der Admiral dann den Befehl, das System zu verlassen.

“Darf ich mal kurz stören?”, fragte Commander Edwards, der gerade das CIC betreten hatte.
“Lass hören, Jonathan”, bat Admiral O’Hara.
“Okay. Also die gesuchten letzten Zylonen, die es geben soll … befinden sich nicht an Bord unserer Flotte.”
Die beiden O’Hara-Brüder sahen sich und den Commander irritiert an. “Wenn man den Aussagen der Zylonin Sharon glaubt”, sagten sie zeitgleich.

“Das kann man ruhig”, entgegnete Jonathan Edwards und belegte seine Aussage damit, dass es auch keine weiteren Übereinstimmungen bei den Bluttests gab, die Doktor Nash und ihr Team mit Hilfe des Zylonendetektors durchgeführt hatte.

An Bord der Heracles weigerte sich Ryan Edwards weiterhin, das Quartier zu verlassen, wo er gemeinsam mit seiner Familie wohnte, um am Unterricht teilzunehmen. Der Junge stand immer noch unter Schock und war durch das letzte Erlebnis traumatisiert. Seinen Vater, den er zuvor noch geschätzt hatte, hasste er nun dafür, dass er die Zylonin, die sein Leben bedroht hatte, am Leben ließ.
Doktor Michelle Nash, die von Major Tamara Edwards gebeten wurde, sich mit Ryan zu unterhalten, kam herein, um mit dem Jungen ein ausführliches Gespräch zu führen, und ihm die Angst zu nehmen.


Heimatkolonie der Zylonen

“Wie kann es sein, dass uns alle drei Flotten abhanden gekommen sind?”, grantelte Cavil während einer Sitzung.
“Sie ist Schuld.” Mephisto deutete dabei anklagend auf Natalie.
“Wieso ich?”, wehrte sich die Sechs aufgebracht.
“Ganz einfach, hätten wir nicht diesen idiotischen Deal vereinbart, indem du deine menschlichen Gefühle entdeckt hast, um diese Kinder zu verschonen …, dann wäre zumindest die Nyx-Flotte Geschichte”, antwortete Mephisto verächtlich.

Cavil sah beide abwechselnd an und fragte erstaunt: “Ihr beide hattet einen Deal?”
“Nun mal langsam, wir wollen doch von nun an die Menschen in Ruhe lassen und getrennte Wege gehen, um uns gegenseitig aus dem Weg zu gehen”, erinnerte Caprica-Sechs an die Planänderung, der alle zugestimmt hatten.

“Das ist richtig. Dennoch hättet ihr uns darüber informieren müssen”, meinte Cavil an die Adresse von Natalie und Mephisto gerichtet.

Während sie noch diskutierten kam eine weitere Drei herein und berichtete von einer Explosion, die man gemessen hatte, die offenbar von einer Atombombe stamme.
“Wir brauchen ungefähr ein Jahr dorthin”, sagte sie am Ende.

“Sag bloß, die Menschen haben sich selber ausgelöscht”, lästerte einer der Dorals.
“Dann werden wir doch mal nachsehen”, zwinkerte Cavil und sah dabei hämisch Natalie an, die das Schlimmste befürchtete und sich erkundigte, woher genau die Explosion kam. War dann aber erleichtert, als sie erfuhr, dass es nicht die Flotte der Nyx war.



Vier Wochen später
Milchstraße
Erde, SGC

Jack und Teal’c saßen gerade in der Cafeteria, als Daniel mit einer Zeitung winkend auf beide zukam.
“Hey. Wisst ihr es schon - wir haben einen neuen Präsidenten.”, fragte Jackson, während er sich zu den beiden setzte.
Colonel O’Neill antwortete müde: “Wissen wir schon längst - kam in den Nachrichten.”
“In der Tat”, pflichtete der Jaffa bei und widmete sich anschließend einem weiteren Donut.

“Und… irgendwelche Fortschritte?”, fragte Jack, um das Thema zu wechseln.
“Ähm, ja”, antwortete Daniel und zog gerade eine Mappe hervor, als Sam Carter und George Hammond gemeinsam hereinkamen.

Der General war zufrieden, das gesamte SG-1-Team anzutreffen und kam auch gleich zur Sache: “Schön, dass Sie alle da sind. Wir haben Nachrichten von den Tok’ra und den Jaffa erhalten: Anubis hat fast alle Systemlords besiegt beziehungsweise unterworfen. Er zieht sämtliche Truppen zusammen, um auch die übrigen zu unterwerfen und Lord Yu mit Angriffen weiter zuzusetzen, oder ihm sogar einen Waffenstillstand anzubieten.”

“Hört sich nicht gerade gut für uns an”, stellte Daniel fest.
“Das ist korrekt. Dadurch, das Anubis mit seinen Kullkriegern den anderen Goa’uld gegenüber in Vorteil ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er sich um andere Gegner wie die Tok’ra, die Jaffa-Rebellen und auch uns kümmern wird”, bestätigte Major Carter.

“Und was machen wir, bis es soweit ist? Auf Missionen gehen, um Steine und Texte zu sammeln, damit Daniel was zu lesen hat?”, fragte Colonel O’Neill grimmig.
“So in etwa”, stellte General Hammond klar, während Doktor Jackson leicht beleidigt das Gesicht verzog - doch zum Glück kannte der Wissenschaftler die Sticheleien von Jack O’Neill.

Während dessen fuhr Hammond fort und verkündete die neuesten Befehle: “Darum hat der Generalstab veranlasst, sich verstärkt auf die Suche nach Antikertechnologien zu machen, die uns in einen immer wahrscheinlicher werdenden Kampf gegen Anubis von Nutzen sein können. Doch dafür wird die Andromeda-Akte bis auf weiteres ruhen, da wir sowieso keine Möglichkeit haben, dorthin zu gelangen.”



Andromeda-Galaxie
Nyx-Flotte, Colonial One

“Das sieht doch sehr vielversprechender aus, als in den letzten Wochen”, stellte Präsident Bruce Wales gut gelaunt fest, als er sich einen Überblick der Planeten ansah, die man bisher gefunden hatte.
“Ja, Herr Präsident“, nickte Admiral Samuel O’Hara. „Wasser, üppige Vegetation, Berge und so weiter.”

“Wir sind seit über acht Monaten auf der Flucht, es wird Zeit, dass wir etwas finden, wo wir bleiben können. Und nicht nur, um mal kurz die Beine zu vertreten, wie zuletzt”, pflichtete Vizepräsidentin Francine Baltimore bei. Francine hatte Recht, denn die bisher entdeckten Planeten waren überaus karg und trostlos gewesen, wo man sich aber zumindest mit Wasser und weiteren Vorräten versorgen konnte, aber für eine Besiedlung einfach nicht in Frage kamen.
Die Wissenschaftler, die sich ebenfalls im Raum befanden, bestätigten anhand der vorliegenden Daten bei den meisten bisherigen Kandidaten gute Lebensbedingungen.
“Wir warten noch auf die letzten Erkundungsteams, dann machen wir weiter”, entschied der Präsident.

Bruce Wales und seine Berater mussten sich noch einen guten halben Tag gedulden, bis auch der letzte Erkundungsraptor zurückgekehrt war. Dessen Team bestand aus den Lieutenants Vanessa Nash und John Edwards sowie aus zwei Marines und einem Wissenschaftler, welche nun aufgeregt, aufgrund ihrer Entdeckung, das Büro des Präsidenten betraten und sofort wild durcheinander sprachen.

“Nun bitte, beruhigt euch wieder!”, gebot der Admiral. Der Wissenschaftler hatte sich sofort seinen Kollegen angeschlossen, die mit dem Präsidenten und anderen Politikern weitere Planeten durchgingen und sich umgehend den neuen Kandidaten zuwandten. Jetzt traten auch wieder O’Hara sowie die junge Nash und der junge Edwards an den Konferenztisch heran.

“Doktor Le Loire, das ist vollkommen unmöglich. Ruinen und Schriftzeichen?”, zweifelte die Vizepräsidentin Baltimore.
“Könnte es vielleicht sogar Kobol sein?”, fragte der Präsident.
Robert Auckland schlug nach kurzer Überlegung vor: “Wir lassen Adriane Avon kommen. Sie ist von Gemenon, ist im Quorum vertreten und daher, wie alle Menschen dieser Kolonie, sehr religiös.”

“Machen Sie das!”, ordnete der Präsident an, der auch dafür war sich in diesem speziellen Fall eine Expertenmeinung einzuholen.

Nach einer guten halben Stunde traf Adriane Avon schließlich ein. Das Quorumsmitglied, welches die Gemenesen vertrat, schaute sich die gesammelten Daten an und verglich diese mit den Aufzeichnungen alter Schriften, die sie mitgebracht hatte. Nachdem Adriane alles sorgfältig überprüft hatte, konnte sie allen Anwesenden ein überraschendes Ergebnis mitteilen: “Dieser Planet ist definitiv nicht Kobol, denn jede Rückkehr nach Kobol muss mit Blut bezahlt werden. So hat es Zeus verkündet, als die zwölf Stämme Kobol verließen. Da ihr Erkundungsteam unversehrt zurückkehrte und auch die Anordnungen der Ruinen nicht mit den alten Überlieferungen übereinstimmen, kann ich das ausschließen. Sie zeigte allen eine alte Zeichnung, die sie neben einige Luftbilder legte, wo man die Unterschiede deutlich sehen konnte.

“Und was im Namen der Götter ist das für ein Planet?”, wollte Admiral O’Hara erfahren und Präsident Bruce Wales wandte sich an die Wissenschaftler: “Was ist mit dem Alter der Ruinen?”
Doktor Le Loire hustete kurz, bevor er die Frage beantwortete: “Ich bin sehr vorsichtig damit, was ich Ihnen nun sagen werde. Nach ersten Schätzungen sind die Ruinen über 10.000 Jahre alt.”

Alle schauten ihn entgeistert an. Francine Baltimore hatte sich die Schriftzeichen etwas näher angesehen und ergänzte: “Hinzu kommt, dass die dortige Schrift unserer ähnlich scheint, aber es gibt auch Unterschiede, denn einige sind in Gruppen von jeweils sieben oder acht Zeichen zusammengefasst worden.”

“Was haben wir da nur für einen Planeten entdeckt?”, fragte John Edwards entgeistert und sah dabei Vanessa Nash an.
“Möglicherweise unsere neue Heimat”, vermutete O’Hara, dessen Interesse genauso geweckt war, wie das der Wissenschaftler, die inständig darum baten, weitere Untersuchungen durchführen zu dürfen.

“Das wäre gut möglich”, kommentierte Wales die Bemerkung des Admirals, der bisher noch die Bitte der Wissenschaftler, weiterforschen zu dürfen, ignorierte.
“Ich will alle Ergebnisse der Planeten, die wir bisher vorliegen haben, einsehen!”, forderte der Präsident die Wissenschaftler auf, sich an die Arbeit zu machen.

Battlestar Kronos

Auf der Kronos steuerte Major Tamara Edwards die Krankenstation an, um sich ihrer medizinischen Routineuntersuchung zu unterziehen. Sie hätte sich auch auf der Heracles untersuchen lassen können, doch Doktor Michelle Nash war immerhin jetzt ihre angehende Schwägerin, und außerdem wollte sie sich bei der Ärztin für ihre Hilfe bedanken, da Ryan sich wieder gefangen hatte, und mittlerweile auch das Quartier verließ.

Als sie eintrat und sich Michelle zu ihr umdrehte, fiel Tamaras Blick auf die sanfte Rundung, die sich unter dem Kittel abzeichnete.
“Ja”, nickte Doktor Nash glücklich, “ich bin schwanger.”
“Wow. Das ist ja eine Nachricht. Und in welchem Monat?”
“Ende des Dritten.”

“Die Resultate aus dem Labor sollten in den nächsten zwei Tagen vorliegen. Doch ansonsten sieht alles sehr gesund aus”, vermeldete Doktor Nash die ersten Ergebnisse, als sie mit den Untersuchungen fertig war, und sich ihre Patientin wieder ankleidete.
“So spät erst.”
“Ja, ich reise auf einen der Planeten, den Vanessa und John mit diesem Doktor Le Loire gefunden haben. Vielleicht befinden sich dort Pflanzen, die unsere Apotheke bereichern”, antwortete Michelle Nash und sortierte ihren Rucksack.
“Na, dann viel Spaß“, wünschte Tamara Edwards. „Ich muss leider hier bleiben.”

Colonial One

Nach einer stundenlangen Debatte rieb sich der Präsident müde die Stirn und sagte: “Ich werde vielleicht schon morgen eine Entscheidung verkünden. Meine Freunde, ich danke ihnen allen. Gute Arbeit.”

“Ist doch eigenartig, dass es auch dort offenbar Hinterlassenschaften einer menschlichen Zivilisation gibt. Obwohl wir wissen, dass unser Ursprung auf Kobol liegt”, flüsterte Vanessa ihrem Verlobten zu, während sie das Büro von Bruce Wales verließen.  John dachte kurz nach und antwortete: “Es gab dunkle Zeiten im Verlauf unserer Geschichte. Gut möglich, dass da einiges verloren gegangen ist oder man lieber vergessen wollte.”

Einige Wissenschaftler waren noch nicht bereit, zu gehen und baten noch einmal um etwas mehr Zeit, den Planeten zu erforschen.
“Ich werde darüber nachdenken”, versicherte Präsident Bruce Wales am Ende.

Battlestar Heracles

Wenig später waren auch Commander Edwards sowie alle weiteren ranghohen Offiziere und Regierungsteilnehmer über die Ergebnisse und das weitere Vorgehen informiert und auf dem neuesten Stand.

Jonathan war auf dem Weg in die Brig zu Sharon, wo diese genauso wie Steve untergebracht worden war. “Zimmerservice”, sagte er, als er die Zelle mit einem Tablett in der Hand betrat.
“Danke, Commander”, lächelte die Zylonin.
“Nennen Sie mich bitte Jonathan, Sharon. Ich bin kein Freund von diesen formellen Dingen - und eigentlich war ich bereits schon im Ruhestand”, bat er freundlich.
Sharon nahm das Tablett entgegen, und Jonathan Edwards fing an, von dem Planeten zu erzählen, der entdeckt wurde. Er hoffte natürlich, dass die Zylonen diesen eventuell kannten, und Sharon bei der Lösung der Rätsel helfen konnte. Dabei zeigte er ihr hin und wieder Bilder von den gefundenen Ruinen und einige Schriften, die darauf zu erkennen waren. “… zunächst glaubte man, es könne eventuell Kobol sein - doch dies trifft nicht zu. Diese Ruinen sind nach ersten Untersuchungen über 15.000 Jahre alt”, sagte Edwards am Schluss.
Von dem letzten Abschnitt war Sharon am meisten überrascht und zitierte leise murmelnd die Schrift von Kobol: “All dies ist schon einmal geschehen, und all dies geschieht irgendwann wieder …”
“Ja”, seufzte Jonathan, “ich kenne diesen Satz auch. Bin aber nicht sehr religiös. Doch mich interessiert die Religion von dem einen Gott sehr. Bitte, erzähl mir mehr darüber, Sharon.”

Colonial One

Am darauf folgenden Tag sammelte sich Bruce Wales vor der Versammlung noch einmal in seinem Büro; er saß ganz ruhig und entspannt an seinem Schreibtisch. “Es ist soweit”, stellte der Präsident schließlich fest, als er auf die Uhr geschaut hatte. Dann klopfte er die Kanten der Akte, die vor ihm lag zusammen und stand auf, um gemeinsam mit der Vizepräsidentin und dem Admiral in den benachbarten Raum zu gehen, wo die Presse bereits ungeduldig wartete.

“Meine Damen, meine Herren”, begrüßte Wales die Medienvertreter als er flankiert von den anderen beiden an das Pult trat. Der Präsident wartete, bis sich alle beruhigt hatten, dann fing er an, mit fester Stimme fortzufahren: “Wir werden es einmal etwas anders machen, denn ich will den vielen Fragen von ihnen entgegenwirken und alles offenlegen, was ich weiß …”
Ein beifälliges Gemurmel war zu hören.

Nach dieser kurzen Pause begann Präsident Wales mit seiner Erklärung: “ Wie ihnen allen bekannt ist, waren wir in den letzten Wochen verstärkt auf der Suche nach geeigneten Planeten - von denen einer unsere neue Heimat werden soll und auf dem wir einen Neuanfang starten wollen, wo wir hoffentlich aus unseren Fehlern lernen werden, die wir gemacht haben.
Das Militär und alle Wissenschaftler, die sich in der Flotte befinden, haben mehrere Kandidaten in den letzten Tagen entdeckt, die zur Auswahl stehen. Im Gegensatz zu den Enttäuschungen in den Wochen zuvor, wo wir nur karge Planeten mit wenig Vegetation und begrenzter Ressourcen entdeckt haben, die nur für eine kurze Besiedlung in Frage kommen würden. Wir reden da von einem Zeitraum von drei bis maximal zwanzig Jahren - also nur Rastplätze, auf denen man sich versorgen kann, wie es der Admiral ausgedrückt hatte.
Gestern Abend unterhielt ich mich noch einmal mit den leitenden Wissenschaftlern und dem Admiral. Wir beschlossen schließlich, die Planeten und ihre Systeme eine Woche lang gründlich zu erforschen und die Daten danach auszuwerten, bevor wir eine Entscheidung in Bezug auf unsere neue Heimatwelt treffen werden … Und nun, ich kann es selbst nicht richtig glauben, bei dem, was ich ihnen jetzt am Ende jetzt mitteilen werde.„
Er blickte noch einmal in die erwartungsvollen Gesichter, bevor er fortfuhr: „Unter diesen Planeten ist einer, der unsere bisherige Lehrmeinung völlig durcheinander zu bringen scheint, aber nach den bisherigen Daten, die besten Bedingungen für eine Besiedlung bietet.“ Eine leichte Unruhe breitete sich unter den Zuhörern aus und er legte wiederum eine kurze Pause ein, bis sich eine gespannte Stille eingestellt hatte. „Also auf besagtem Planeten wurden verschiedene Ruinen gefunden sowie Texte, die viel älter sind, als unsere eigene Geschichte. Die erste Vermutung war dennoch, dass es möglicherweise Kobol sein könnte - doch dies konnte bereits widerlegt werden. Ich versichere Ihnen, dass dieser rätselhafte Planet eine Woche lang so gründlich erforscht werden wird, wie es geht, um Antworten zu finden.“
Sofort schossen mehrere Hände in die Luft, um Fragen zu stellen, aber der Präsident winkte ab. „Mehr Informationen sowie die Entscheidung, wo wir unser neues Zuhause finden und beginnen werden, werde ich Ihnen dann in frühestens sieben Tagen mitteilen. Ich danke Ihnen allen für Ihre Geduld.”

Danach bat Francine Baltimore alle, zu gehen, ohne weitere Fragen zu stellen, da man eh nicht mehr wisse, als das, was der Präsident bereits in seiner Rede gesagt hatte.



Milchstraße
Erde, Antarctica

Vorsichtig betrat Doktor Elizabeth Weir den gesicherten Antikeraußenposten. Die neue Leiterin des Stargate-Programms hatte sich wenige Stunden nach dem Sieg über die gewaltige Armada von Anubis, der versuchte, die Erde zu erobern, einfach doch kurz die Zeit genommen, um sich den neu entdeckten Stützpunkt der Antiker auf der Erde persönlich anzusehen. Gerade warf Elizabeth einen Blick auf die Stasiskammer, in der sich Colonel O’Neill immer noch befand. Außer ihr, SG-1, sowie Soldaten und einigen Wissenschaftlern, war auch General Hammond anwesend.

“Das Komitee hat beschlossen, dass alle weiteren Forschungen und Aktivitäten wieder aufgenommen werden sollen, da keine unmittelbare Bedrohung mehr besteht, und die Gefahr, die Anubis dargestellt hat, nicht mehr länger existent ist. Aber diese Arbeiten sollen bis auf weiteres gegenüber allen anderen geheim gehalten werden, damit es trotzdem keinerlei Sabotageakte gibt, zu denen die verbliebenen Feinde der Erde durchaus weiterhin in der Lage sind”, teilte General Hammond mit, der besorgt in Richtung des eingefrorenen Colonel’ schaute.

Doktor Weir bestätigte diese Anordnungen und ergänzte: “Ganz genau. Dabei steht die Suche nach Atlantis ganz oben auf der Missionsliste. Wir vermuten auf Grund der bisherigen Forschungsergebnisse von Major Carter, Doktor Jackson und Jonas Quinn, dass sich Atlantis in der Andromeda-Galaxie befindet, und wir so diese zwei Missionsziele eventuell auf einen Streich abhaken können.”

“Ich werde mich an die Übersetzungen der Texte machen, die die Antiker hier hinterlassen haben, sobald wir wieder im Stargate-Center sind”, sagte Daniel und warf einen letzten Blick auf Jack, bevor er mit den anderen zur Ringplattform ging.

Sam war seinem Blick gefolgt und schnitt besorgt das nächste Thema an: “Wir müssen unbedingt die Asgard kontaktieren. Sie sind die einzigen, die uns mit Colonel O’Neill helfen können.”

Elizabeth Weir ahnte, dass dieser Punkt, den Major Carter gerade angesprochen hat, vollkommen begründet war und sich deswegen Sam noch einmal im SGC an sie wenden würde.

Teal’c nickte nur kurz und schaute sich noch einmal um, bevor auch er die Ringplattform betrat, wo die anderen bereits auf ihn warteten, um den Außenposten zu verlassen.


RE: Stargate: Battlestar Galactica - Elysium - - Jonathan J. O´Neill - 04.10.2026

Hallo und guten Abend, liebe Leserschaft.
Heute Abend gibt es den ersten Teil des Finales von SG: BSG - Elysium -.
Viel Vergnügen beim Lesen Shy 

9. Elysium, Part I

Andromeda-Galaxie
Nyx-Flotte
Colonial One

Genau sieben Tage waren vergangen seit der letzten Erklärung von Präsident Bruce Wales. Jetzt trat das politische Oberhaupt wieder vor die Presse, um ein kurzes Statement zu geben.
“… Ich kann Ihnen allen nur sagen, dass sehr viele Informationen auf den einzelnen Missionen gesammelt wurden … Nein. Ich bitte Sie alle, keine Fragen mehr zu dem Thema zu stellen… Die gesammelten Daten müssen erst einmal ausgewertet werden. In frühestens drei oder vier Tagen kann ich allen Menschen dieser Flotte das Ziel, wo wir hinreisen werden, verkünden. Ich danke allen für Ihr Kommen und Ihr Interesse“, mit diesen Worten lächelte er den Reporten noch einmal freundlich zu, dann zog er sich in sein Büro zurück.

Somit hatten die Wissenschaftler einige Tage Zeit, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen.
Nach drei Tagen war man mit den Auswertungen fertig und Präsident Wales traf schließlich nach einer ausführlichen Beratung mit seinem Führungsstab seine Entscheidung.
„Das Quorum und die anderen Abgeordneten treffen in einer Stunde an Bord der Eros zu einer Sitzung zusammen. Wenn wir uns beeilen, kann ich dort allen die Entscheidung bekannt geben”, stellte Bruce nach einem kurzen Blick auf seine Armbanduhr fest. Er wies die Wissenschaftler an, alles Wichtige für eine kurze Präsentation zusammenzustellen.

Eros 1

Präsident Bruce Wales, Admiral Samuel O’Hara und die Wissenschaftler sowie weitere seiner Kabinettsmitglieder erreichten pünktlich den Sitzungssaal. In einer kurzen Ansprache teilte er allen seine Entscheidung mit. Er bat noch um eine Änderung des Ablaufs, um es auch der Presse mitzuteilen, die bereits darauf wartete, eingelassen zu werden.
Der Präsident fand Gehör bei allen Vertretern, außer bei Adriane Avon und weiteren Geminesen, die von der Entscheidung, was ihre neue Heimatwelt betraf, alles andere als begeistert waren.

Während sich einige der Abgeordneten leise unterhielten, nahmen jetzt auch die Vertreter der Presse im Sitzungssaal ihre Plätze ein. Der Präsident wartete geduldig, bis sich alle gesetzt und beruhigt hatten, dann erst begann er mit seiner Rede.

“Vor ungefähr einem Jahr mussten wir nach einem Genozidangriff durch die Hand der Zylonen unsere Heimatwelten verlassen. Unsere Flucht war begleitet von vielen Kämpfen und Prüfungen, die uns immer enger zusammengeschweißt haben. Leider hat sich die Flotte aufgespaltet, so dass wir über 10.000 weitere Angehörige unseres Volkes seit geraumer Zeit vermissen. Doch jetzt nach diesem Exodus haben wir nach mehrmonatigen Suchen einige Planeten gefunden, die wir so gut es möglich war, erforscht haben. Und nun kann ich Ihnen allen, dem Quorum und den Abgeordneten habe ich es schon mitgeteilt, sagen: Wir haben eine neue Heimat gefunden. Es sind nur ein paar Sprünge dorthin, oder einfacher ausgedrückt, noch weitere 52 Lichtjahre, die wir zurücklegen müssen. Anhand der Schriften, die man dort gefunden hat und von Vizepräsidentin Francine Baltimore entschlüsselt werden konnten, trägt dieser Planet den passenden Namen: Elysium. Ja, offenbar war diese Welt schon einmal bevölkert gewesen, aber sie weist keinerlei Zerstörungen auf. Wir werden in Kürze aufbrechen, um dort unsere Zukunft zu beginnen.”

Präsident Bruce Wales machte eine kurze Pause, bevor er weiter sprach: “Sie dürfen nun alle insgesamt 12 Fragen stellen. Die einzelnen Minister, der Admiral sowie meine Person stehen zu ihrer Verfügung und werden die Fragen, die Sie haben, so gut es geht beantworten.”

“Fangen wir mit Ihnen an!”,  Präsident Wales deutete auf eine junge Reporterin, die sich erhoben hatte und meldete.
“Herr Präsident! Warum nicht eine der anderen Optionen, sondern diese? Sie sagten vor einigen Tagen, es stünden mehrere Planeten zur Auswahl.”
“Die Frage und ihr Argument sind wohl berechtigt“, stellte der Präsident fest und sah dabei zu Admiral O’Hara.
Dieser erklärte: “Einige der anderen Welten wiesen ebenfalls Spuren von Zivilisation auf. Außerdem kam es auf einigen Planeten zu mehrfachen Sichtungen von humanoiden Kreaturen, die aber spurlos in den dortigen vorhandenen Wäldern verschwanden. Alle Versuche einer Kontaktaufnahme blieben erfolglos. Nur auf Elysium haben wir keine derartigen Begegnungen gehabt.”

Eine weitere Frage stellte ein älterer Mann mit weißem Haar und Bart: “Was ist mit den Inschriften, die man auf Elysium entdeckt hat?”
Nun übernahm die Vizepräsidentin. “Sie stimmen zu 60 Prozent mit unserer eigenen Schrift überein. Aber wer sowohl sie als auch die Bauwerke hinterlassen hat, bleibt uns bisher noch ein Rätsel. In dieser einen Woche war es unmöglich, die Geschichte eines Planeten und der Menschen, die dort einst gelebt haben, zu erfassen, zu studieren und geschweige denn auch zu verstehen.”

Viele der kommenden Fragen waren ähnlicher Art. Unter anderem wollte man erfahren, warum man davon ausgeht, dass wirklich Menschen dort gelebt haben.
Es wurde auch Bildmaterial herumgereicht, um die Antworten, die man machte, zu untermauern.

Präsident Bruce Wales war äußerst zufrieden mit dem Ergebnis. Er demonstrierte Offenheit, indem er alle über das weitere Vorgehen informierte, was bestimmt nicht jeder Präsident tun würde. Lächelnd verließ er mit seinen Ministern nach einer anschließenden kurzen Sitzung den Saal, um sich wieder an Bord der Colonial One zu begeben.



Milchstraße
Erde, Washington D.C.

Eine schwarze Limousine fuhr vor und hielt genau vor den Stufen des Eingangsbereiches des Weißen Hauses. Einer der wartenden Sicherheitskräfte öffnete die hintere Fahrgasttüre. Es stiegen zwei Offiziere, die in blauen Uniformen der United States Air Force gekleidet waren, aus. Einer der Männer war kräftiger gebaut und hatte eine Glatze. An den Rangabzeichen war zu erkennen, dass er Major General war, der zweite Offizier war jünger, hatte aber bereits graue Haare und als Colonel erkennbar.

Ein weiterer Agent des Secret Service wollte gerade damit beginnen, den Colonel zu kontrollieren, als eine Stimme ihn davon abhielt. “Lassen Sie das, Terence! Diese Männer sind gute Freunde von mir, und außerdem wahre Helden. Also lasst sie passieren!”, ordnete Präsident Henry Hayes an und pfiff damit seine Männer zurück.
Der Präsident der Vereinigten Staaten hatte bereits an der Tür gewartet und war sofort, begleitet von einigen Bodyguards, herausgekommen.

Der Secret Service Agent nickte und trat einige Schritte zurück: “Wie Sie wünschen, Mister Präsident. Bitte meine Herren, Sie werden bereits erwartet.” Mit diesen Worten gab er den Weg völlig frei, und die beiden Offiziere stiegen, begleitet von den Sicherheitskräften, die Stufen hinauf.
“Major General George Hammond, Colonel Jack O’Neill, bitte kommen Sie herein”, bat Präsident Hayes, als beide oben waren und er sie mit Handschlag begrüßt hatte.
Hammond bedankte sich beim Präsidenten für die Einladung, während O’Neill nur ein knappes ‚Sir’ über die Lippen brachte.

Henry Hayes, George Hammond und Jack O’Neill sowie die Mitarbeiter des Secret Service betraten das Weiße Haus. Drinnen warteten bereits General Francis Maynard, der Joint Chiefs of Staff und General John P. Jumper, der Chief of Staff of the Air Force, Doktor Elizabeth Weir, sowie einige der Mitglieder des Komitees und Botschafter auf die beiden USAF-Offiziere. Alle Anwesenden hatten bereits Kenntnis vom Stargate-Programm, welches nun schon seit über sieben Jahren betrieben wurde.

Am heutigen Tage war mal wieder das gesamte Weiße Haus für die Öffentlichkeit gesperrt worden.

Holly Dignard, die Beraterin des Präsidenten, besprach sich noch einmal kurz mit Henry Hayes über den Ablauf, dann erst trat der Präsident an das Redepult. In dieser kurzen Ansprache dankte er Hammond und O’Neill, die stellvertretend für alle Offiziere, Soldaten und Mitarbeiter des Programms anwesend waren, für ihre Verdienste und außergewöhnlichen Leistungen unter besonderen Umständen, die sie nicht nur für ihr Land, sondern auch für den Planeten geleistet hatten. Danach bat er zuerst George Hammond, zu sich an das Redepult zu kommen, um ihn persönlich in den Rang des Lieutenant General zu befördern.

General Hammond trat ans Mikrofon und bedankte sich für die Unterstützung und die Beförderung, die er erhalten hatte. Dann bat er seinerseits Jack O’Neill herzukommen, der von Hammond und Hayes in den Rang des Brigadier General erhoben wurde. Die Rede von Jack fiel sehr kurz aus, der nur froh war, als die Zeremonie zu Ende war und der Präsident alle zu einem anschließenden Buffet einlud.

Nach dem Essen bat Präsident Hayes die Generäle und noch einige weitere Gäste, ihm in das Oval Office zu folgen. Dort angekommen teilte er im Einvernehmen mit dem Komitee, Lieutenant General George Hammond und Brigadier General Jack O’Neill  offiziell und formell ihre neuen Aufgaben zu, und überreichte beiden Generälen jeweils eine dicke Mappe. “Bauen Sie endlich die Phoenix, Jack”, erklärte der Präsident, bevor er die Tür wieder öffnete und sie alle zusammen das Büro verließen.

O’Neill war erleichtert, diesen Akt endlich hinter sich, und einige Momente für sich zu haben. Doch war ihn leider keine Pause vergönnt. Colonel Chekov von der russischen Luftwaffe kam auf ihn zu, um ihn zu seiner Beförderung zu beglückwünschen. “Oh, hallo General. Herzlichen Glückwunsch zu ihrer Beförderung ... Was haben Sie, ist Ihnen nicht gut?”, fragte Chekov besorgt, als sich O’Neill immer wieder über die Stirn rieb.
“Danke. Nicht wirklich, denn ich war ein paar Wochen auf Eis gelegt … ist nicht gerade erholsam”, antwortete General O’Neill, während er sich auf einem Stuhl niederließ. Der Russe erinnerte sich an einige SG-1-Missionsberichte, die er gelesen hatte. “Richtig”, meinte Chekov, “für Sie war es bereits schon das dritte Mal, wenn ich mich recht erinnere. In Russland gehen jeden Winter viele Menschen auf Grund der tiefen Temperaturen zu Grunde. Ihnen muss es ähnlich ergangen sein.”

Jack nickte: “Das ist richtig. Hinzu kommt der Ausflug nach Antarktika, als wir das zweite Stargate entdeckt haben. Aber das Schlimmste war: Ich wurde aufgetaut und wir hatten es sofort mit einem riesigen Replikatorenproblem zu tun.”
“Ich habe davon Kenntnis erhalten … ein sehr ernstes Problem. Sie können mit meiner Unterstützung rechnen”, versicherte Colonel Chekov, nachdem General O’Neill die aktuelle Bedrohung angesprochen hatte.
Jetzt setzte sich Elizabeth Weir zu Jack O’Neill, um mit ihm über die Forschungen auf dem Antikeraußenposten in Antarktika zu sprechen, die derzeit Doktor Daniel Jackson leitete.



Andromeda-Galaxie
Sternsystem von Elysium, Elysium

Nach einem halben Dutzend Überlichtsprüngen erreichte die Flotte, die sich vor gut einem Jahr um die Nyx versammelt hatte, das Sonnensystem, welches die neue Heimatwelt beherbergte.
Nachdem die Kampfsterne das System genau überprüft hatten, genehmigte Präsident Bruce Wales einigen Leuten einen kurzen Aufenthalt auf Elysium, denn die Menschen brannten darauf, wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren, frische Luft zu atmen, und endlich wieder ein normales Leben führen zu dürfen.

Der Präsident hatte bereits den Standort für die neue Stadt gewählt, die man errichten wollte. Dieser lag direkt neben den Ruinen, die man für die Nachwelt erhalten und studieren wollte.

Es wurde bereits Nacht und nur einem Team - bestehend aus einem Dutzend Marines, einigen Piloten und Wissenschaftlern - war es gestattet, auf dem Planeten zu bleiben. “Schöner Mond”, bemerkte der Architekt Auckland, der als Letzter in einen wartenden Raptor stieg.
“Sind die Entwürfe fertig?”, fragte Amelia Bacon.
Robert Auckland, nickte, meinte aber, es würde einige Zeit in Anspruch nehmen, genaue Pläne zu erstellen.


Sonnensystem von Kobol
Battlestar Mercury

Auf der Suche nach Nahrung und Wasser sowie Rohstoffen stieß die Flotte von Admiral Baker auf Kobol.
Jiram, ein Priester, verglich die Luftbilder mit den Aufzeichnungen mit dem Buch, was er bei sich hatte. “Ja, es ist Kobol”, verkündete er schließlich.
Steven Baker rieb sich das Kinn und wiegte den Kopf hin und her, während er angestrengt nachdachte. Der Priester schüttelte entsetzt den Kopf; er ahnte bereits, was in dem Admiral vorging. “Sie dürfen nicht einmal daran denken. Haben sie etwa alle die Schriften und die Warnung von Zeus vergessen, je wieder nach Kobol zurückzukehren und es zu betreten?”, erinnerte Jiram alle Anwesenden mahnend.

“Wir wissen aber auch, dass die Galactica oder die Pegasus hier war. Denn wir haben Wrackteile von Vipern und Raptoren gefunden sowie von zylonischen Jägern. Sogar die Überreste eines Basisschiffes befinden sich hier im Orbit. Adama oder Cain, einer von beiden war hier”, stellte Baker klar und ignorierte die Warnung des Priesters.

“Wir benötigen dringend Wasser und Vorräte, sonst halten wir nicht mehr lange durch. Wir brauchen einen Ort, wo wir einige Zeit vor Anker gehen können. Und da die meisten Schiffe unserer Flotte beschädigt sind und eine dringende Überholung benötigen - wieso nicht”, mischte sich nun auch Miranda Addison ein.

Jiram war schockiert und schluckte: “Das kann unmöglich wahr sein! Die Götter werden uns bestrafen … das ist, das ist purer Selbstmord!”
“Dann nennen Sie uns eine andere Option, wo wir hin können!”, forderte Colonel Hopkins den Priester dazu auf, eine Alternative zu nennen.
“Was ist mit der Signatur, die gemessen wurde? Es könnte eine Spur sein, die uns zu weiteren Überlebenden führt”, antwortete Jiram hastig.
“Wir benötigen ungefähr sieben Monate, bis wir dort sind”, entgegnete Alan Devon.
Captain Lucas Nash fasste zusammen: Die Chance ist gering. Das könnte uns zu der Galactica, zur Pegasus oder aber auch direkt ins Kreuzfeuer der Zylonen führen.”

Der Priester schwieg nun, er kannte keinen Planeten, der in Reichweite lag; nur die Legende, die sich um die Erde rankte, zu der der 13. Stamm von Kobol vor Jahrtausenden aufgebrochen war - lange bevor die anderen 12 Stämme Kobol ebenfalls verließen.

“Wir bleiben hier!“ entschied Baker, und auch die zivilen Vertreter waren damit einverstanden. „XO, stellen Sie Erkundungsteams zusammen!”
Jiram zog seine Gebetskette hervor und begann die Götter von Kobol um Vergebung für diese Tat zu bitten.



3 Monate später
Andromeda-Galaxie
Elysium

Die Flüchtlinge hatten ihre neue Heimatwelt in Besitz genommen, und den größten Teil ihrer Umgebung, den sie besiedelten, wo die Stadt errichtet, sowie Ackerbau betrieben wurde, erforscht.
Die meisten Gebäude wurden aus Holz gebaut, nur ein paar bestanden aus Stein, aber der größte Teil der Unterkünfte der Stadtbewohner wohnte in Zelten. Die medizinische Versorgung wurde immer noch an Bord der Kampfsterne, die sich in der Umlaufbahn befanden, durchgeführt.

An Bord der Battlestar Kronos lag Doktor Michelle Nash im Bett auf ihrer eigenen Krankenstation - sie stand kurz vor der Entbindung. Erst wenige Tage zuvor hatten Vanessa Nash und John Edwards geheiratet, die Zeremonie und auch die anschließende Feier fanden an einem der Flüsse statt.

“Habt ihr nicht alle etwas anderes zu tun?”, fragte Michelle ihre Familie, die sich auf der Krankenstation versammelt hatte.
“Schon. Aber wir haben gerade Pause beziehungsweise wir schwänzen die Arbeit”, antwortete Jonathan grinsend.
“Das sage ich dem Admiral”, murmelte Doktor Nash.
Commander Edwards lachte: “Von mir aus, ich freue mich schon auf den Ruhestand.”

“Ohhhh“, stöhnte die Ärztin „Ich glaube, es ist soweit.”
Tamara Edwards bemerkte den Blick des diensthabenden Arztes und sagte zu ihrer Freundin: “Wir sind dann draußen, falls du uns brauchst.”
Während alle bereits die Krankenstation verließen, blieb Commander Alexander Nash noch zurück und blieb am Krankenbett stehen.
“Raus mit Ihnen, Sir. Ich schaffe das schon … ist ja schließlich nicht das erste Mal”, versuchte Michelle ihren Mann dazu zu bewegen, auch zu gehen.

“Na schön. Ich warte so lange vor der Luke, mein Schatz”, sagte Alexander, gab seiner Frau noch einen Kuss auf die schweißnasse Stirn und drückte ihr die linke Hand, so wir er es vor der Geburt der anderen beiden Kinder ebenfalls gemacht hatte, dann ging auch er hinaus.



Milchstraße
Erde, SGC

Die Prometheus war schwer beschädigt und General Hammond kehrte gemeinsam mit vielen der Besatzungsmitglieder durch das Stargate auf die Erde zurück.
“Was ist denn nun los, seid ihr nicht mit einem Raumschiff unterwegs gewesen?”, fragte General O’Neill etwas verwundert, als die Leute im Stargate-Center durch das Tor traten.

In der anschließenden Besprechung berichteten Hammond und Doktor Jackson von dem Zwischenfall, der sich ereignet hatte, sowie von Vala Mal Doran, die die Prometheus gekapert hatte. “Das wird ja immer besser”, murmelte Jack kopfschüttelnd.

“Ja. Ich fürchte, die Reparaturen werden Monate dauern. Doch bis dahin ist die Daedalus sowieso beinahe fertig”, fasste George Hammond abschließend zusammen und deutete damit an, dass man ein anderes Raumschiff in die Pegasus schicken würde, wohin bereits ein Expeditionsteam - angeführt von Doktor Elizabeth Weir -durch das Stargate nach Atlantis gereist war.

Somit blieb die Andromedamission noch offen. Worüber sich Jack O’Neill sehr freute, konnte er also noch darauf hoffen, selber die Reise in die Andromeda anzutreten.

“Wie geht es voran, Jack?”, wollte Hammond erfahren.
“Der Bau der Daedalus geht wie bereits von Ihnen erwähnt, gut voran. Nur bei der Phoenix dauert es wohl länger, was eigentlich von Vornherein zu erwarten war”, antwortete O’Neill.
“Ich habe vorhin kurz mit dem Präsidenten telefoniert. Er will Ihnen das Kommando der Phoenix übertragen und auch die Leitung der Andromedaexpedition”, teilte General Hammond mit.
General O’Neill verzog das Gesicht: “Wird aber noch einige Jahre dauern, George.”
Daniel hatte bisher schweigend zugehört und ließ nun verlauten, dass er wieder bei SG-1 einsteigen und auch mit seinen Forschungen fortfahren würde.


Andromeda-Galaxie
Elysium
Battlestar Kronos

Als eine der Krankenschwestern vor die Luke trat ging Commander Nash als Erster wieder auf die Krankenstation, gefolgt von den anderen. “Junge oder Mädchen?”, fragte er mit unsicherer Stimme, als er an das Bett seiner Frau herantrat, während einige Krankenschwestern geschäftig umherwuselten.

“Beides”, strahlte die glückliche Mutter, als die Krankenschwestern mit den Babys zu ihr kamen und diese ihr in die Arme legten. Völlig sprachlos stand Nash vor seiner Frau und wusste gar nicht, wo er zuerst hinschauen sollte.
Tamara gratulierte fröhlich: “Herzlichen Glückwunsch, Michelle.”
“Na, dann viel Spaß beim Wählen der Namen”, grinste Jonathan.

“Ist ja wundervoll, Zwillinge", so richtig realisiert hatte es Alexander immer noch nicht. "Zum Glück sind es Junge und Mädchen, sonst hätten wir tatsächlich ein Namensproblem. Aber so standen die Namen schon vorher fest”, klärte Alexander dann alle auf. Nach einer kurzen Pause ergänzte er: “Dabei mussten wir uns ja auch mit unserer ebenfalls schwangeren Tochter sowie unserem Schwiegersohn absprechen, damit nicht gleich zwei angerannt kommen, wenn gerufen wird.” Während er sprach deutete er auf den Bauch, der sich bei Vanessa deutlich abzeichnete, die schließlich bohrend fragte: “Und?!”

Michelle Nash lächelte und sah zu ihrem Mann, der kurz nickte, dann verkündete sie mit großer Freude die Namen der Neugeborenen.


Kobol-System

Ein Aufklärer der Zylonen hatte eine kleine Armada - bestehend aus mehreren Basisschiffen - nach Kobol geführt, nachdem er die Flotte der Mercury entdeckt hatte, die sich dort aufhielt.

“Das habe ich befürchtet”, stöhnte Jiram, der sich an Bord der Mercury gerade im CIC aufhielt, und griff nach seiner Gebetskette, um die Götter von Kobol wieder einmal um Vergebung zu bitten. Doch die eingetroffene Flotte der Zylonen eröffnete noch nicht das Feuer auf die Schiffe der Kolonien. Nein, sie forderten die Menschen in einem freundlichen, doch bestimmenden Ton dazu auf, sich bedingungslos zu ergeben und Enterungstrupps an Bord der Schiffe zu lassen, die das Kommando übernehmen sollten.

Admiral Baker brummte: “Das hätten die wohl gern. Verfluchte Toaster.”
“Sehe ich genauso. Erst zerstören sie ohne Vorwarnung unser Zuhause und nun versuchen sie, uns mit einer neuen Masche zu ködern, indem sie einen auf freundlich machen”, stimmte Colonel Hopkins zu, der skeptisch auf das DRADIS schaute.
“Was machen wir nun?”, fragte Miranda Addison, die in das CIC geeilt war.
“Wir evakuieren Kobol! Ziehen uns erst einmal zurück!”, erklärte Steven Baker.

An Bord eines der Basisschiffe grinste Mephisto vor sich hin, denn eigentlich war er unterwegs, um den anderen Zylonen zu folgen und für Nachschub zu sorgen. Dabei hielt er immer wieder mit Patrouillen, die er schickte, Ausschau nach versprengten Überlebenden der Angriffe. Er hatte zwar vor, nach Kobol zu reisen, um es sich einmal genauer anzusehen, doch dass er dabei auf eine Flotte, und dazu noch auf die Mercury traf, überraschte ihn doch sehr.

“Die haben sich also getrennt”, murmelte er. “Wo ist dann die Nyx und der dazugehörige Rest? - Irgendwelche Aktivitäten?”, fragte Mephisto in die Runde.
“Von weiteren Schiffen der Menschen keinerlei Spuren. Aber es verlassen mehrere Shuttles die Oberfläche des Planeten”, antwortete eine Drei.
“Sieht so aus, als ob wir nicht sonderlich willkommen sind”, stellte ein Vierer fest.
“Das wundert mich überhaupt nicht”, bemerkte eine Sechs.
“Dir und allen anderen ist aber schon klar, dass wir uns verteidigen müssen”, stellte ein anderer Einser fest. Und so stimmte die Mehrzahl dafür, alle Jäger zu starten, um die Shuttles der Kolonien abzufangen und die Piloten aufzufordern, in den Landebuchten der Basisschiffe zu landen.

Dieses Vorgehen der Zylonen wertete man an Bord der Kampfsterne als eine weitere Kriegshandlung. “Habe ich es mir doch gedacht. Von wegen friedliche Absichten. Dreckspack. Alle Abwehrgeschütze auf die feindlichen Jäger richten! Feuer frei! Und alle Vipergeschwader startklar machen und starten, sobald die Schutzzone errichtet ist!”, befahl Admiral Baker voller Grimm und Hass in seiner Stimme.

Jetzt brach ein wahres Inferno im Orbit über Kobol los, das einige an die Kämpfe erinnerte, die schon über ein Jahr zurücklagen. Beide Seiten hatten auf den ersten Blick gute Chancen, diese Schlacht um Kobol zu gewinnen.

Die Zylonen hatten bereits nach ihrer Ankunft sofort sämtliche Raketen auf die Schiffe der Kolonien gerichtet und feuerten diese nun ab. Viele dieser Raketen detonierten aber in der, von den Abwehrgeschützen errichteten Schutzzone, welche bereits eine große Anzahl der zylonischen Jäger zerstört hatten.

Admiral Baker schäumte vor Wut, denn die immer noch andauernde Anwesenheit der zivilen Schiffe machte es ihm unmöglich, in die Offensive zu gehen. Er sah sich gezwungen, den Kapitänen dieser Schiffe Dampf zu machen; auch ordnete er den Rückzug zu den Notfallkoordinaten für die beiden Schiffe der Berzerk-Klasse sowie für zwei Kampfsterne an, die die zivile Flotte begleiten sollten.

Die Rückmeldung erreichte ihn gerade, als die Ariel von den Raketen eines zylonischen Jägers zerstört wurde.
“Die sollen endlich ihre Ärsche hier wegschaffen!”, brüllte Colonel Hopkins wütend. Das gleiche Schicksal ereilte nun auch die Bianca.

“Mercury! Das waren Atomraketen!”, schrie einer der Viperpiloten über Funk.
“Verfluchte Toaster!” schimpfte der XO der Mercury laut, konnte aber noch auf dem DRADIS erkennen, wie die zivilen und die vier militärischen Schiffe wie angeordnet wegsprangen.
Dann wurde die Mercury von mehreren Treffern erschüttert. Die Glastüren gingen zu Bruch und zerbarsten, Konsolen stürzten um, und alle, die sich im CIC befanden, stürzten zu Boden.

“Meldung!”, schrie Admiral Baker über den Lärm hinweg, während er sich wieder aufrappelte. Zu seiner Zufriedenheit erhielt er die Rückmeldung, dass die verbliebene zivile Flotte noch rechtzeitig entkommen war, ebenso der militärische Begleitschutz.

Jetzt sah der Admiral nach seinem XO, der immer noch auf dem Bauch liegend vor dem Taktiktisch auf dem Boden lag, und sich einfach nicht rührte. Stattdessen breitete sich eine rote Pfütze unter ihm aus.
“Oh nein!”, stöhnte Steven Baker, ging zu Hopkins hinüber und drehte diesen böse Flüche ausstoßend vorsichtig auf den Rücken. Der Admiral kannte nun den Grund, weshalb sich sein XO nicht mehr erhoben hatte - eine Glasscherbe hatte sich in dessen Hals gebohrt und dem Colonel dabei die Halsschlagader durchtrennt. Baker löste langsam seinen Blick von dem leblosen Körper seines langjährigen ersten Offiziers und trat dann von der immer größer werdenden Blutlache zurück.

“Admiral!”, schrie der Taktikoffizier. “Unsere Piloten werden da draußen abgeschlachtet. Drei weitere Basisschiffe haben Kobol umrundet, somit sind es jetzt zehn Basisschiffe.”
“Alle Geschwader langsam zurückziehen! Die Piloten haben 15 Minuten, zurück in die Ställe zu kommen, dann verschwinden wir von hier! FTL’s auf Stand-by!”, brüllte Admiral Baker frustriert.

Die Zeit schien still zu stehen; die Zylonen ließen ihre Waffen noch einmal eine kurze Salve abfeuern, dann schwiegen sie. Auch die zylonischen Jäger drehten ab und formierten sich neu.

“Was zur Hölle tun die da?”, fragte einer der Piloten.
“Kann uns doch egal sein; zurück zu unseren Schiffen … Verflucht! Ich habe fast keine Munition mehr”, bemerkte Captain Nash ärgerlich, dann steuerte er eine Landebucht der Mercury an.
Zur selben Zeit meldeten sich die Zylonen via Funkverkehr bei Steven Baker und wiederholten ihre Forderung ein letztes Mal. Doch der Admiral nahm zuerst keine Notiz davon, er wartete, bis man ihm mitteilte, dass alle Viper gelandet sind.

“Also gut”, hustete Admiral Baker nach einer Weile und erbat sich etwas Zeit, dann ließ er die Verbindung zu den Zylonen trennen.
“Ich will, dass sämtliche Hauptgeschütze auf das nächste Basisschiff gerichtet werden! Die Blechmonster haben auch Schäden erlitten”, teilte er den  kommandierenden Offizieren der anderen Kampfsterne seine Absichten mit.

Captain Lucas Nash, der kurz zuvor sicher gelandet war, betrat gerade das CIC, als er noch die Worte des Admirals hörte. Verzweifelt versuchte er ihn zum Rückzug zu bewegen. “… bitte, tun Sie das nicht, Sir. Verschwinden wir, so lange wir es noch können”, flehte Nash den Admiral an, seinen Plan zu vergessen.

“Was? Vergessen Sie es Captain! Die Toaster bekommen ihre Antwort. Nur nicht die, die sie erwarten!”, schnauzte er den jungen Offizier an, dabei deutete er auf seinen toten XO. Dadurch war Lucas abgelenkt und sah deshalb den Schwinger des Admirals nicht kommen, welcher ihn in den Magen traf und ihm die Luft raubte. Getroffen sackte er zusammen, schon traf ihn der nächste Schlag an der Schläfe, der ihn besinnungslos zu Boden beförderte.
“ICH befehle hier, und kein Halbstarker, der keinerlei verfluchte Ahnung hat!”, brüllte Admiral Baker den bewusstlosen Nash an.
“Schafft ihn mir aus den Augen, und steckt ihn in die Brig!”, befahl er einigen Marines, die kurz darauf Lucas Nash aus dem CIC trugen. “Ziel erfassen … Feuer!”, befahl Admiral Baker grimmig. ´Da habt ihr meine Antwort, ihr verfluchten Toaster´, dachte er.
Dass sich diese Entscheidung als tödlich für weitere von Hunderten Menschen erweisen sollte, sowie weitere schwere Verluste einbringen würde, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, denn zu Beginn schien sein Plan aufzugehen. Schnell wurde das erste Basisschiff der Zylonen zerstört. Während sich die Kampfsterne nun dem zweiten Basisschiff der Zylonen zuwandten, griffen wieder die zylonischen Jäger in das Kampfgeschehen ein, die die ganze Zeit abgewartet hatten.

Admiral Steven Baker zuckte erschrocken zusammen, als die Kennungen der Hades und der Plejadiais auf dem DRADIS-Monitor verschwanden - die Zylonischen Jäger hatten soeben mit Hilfe eines Nuklearangriffs zwei Kampfsterne erledigt.
“Wie konnte ich nur die zylonischen Jäger vergessen”, murmelte Baker und musste mit ansehen, wie sich die Jäger der Zylonen bereits der Saggitaron näherten, und auch über diesen Kampfstern herfielen - wenige Minuten später explodierte ebenfalls dieser Battlestar.

Jeder Commander an Bord der verbliebenen Kampfsterne bemerkte die aussichtslose Lage. Die Schlachtschiffe der Menschen verschwanden, um sich in Sicherheit zu bringen, mit Hilfe der FTL, die auf Stand-by geschaltet waren. Es war nur ein schwacher Trost für die kolonialen Streitkräfte, dass man zwei Basisschiffe zerstört sowie zwei weitere stark beschädigt und zahlreiche Jäger vernichtet hatte.

Nach dem Überlichtsprung war die Flotte wieder beisammen und unternahm mehrere Sprünge hintereinander, um möglichst viel Raum zwischen sich und den Zylonen aufzubauen. “Oh ihr Götter! Was habe ich getan”, keuchte der Admiral vor Schmerz auf, als ihm das Ausmaß dieser Niederlage immer deutlicher vor Augen geführt wurde.


Elysium

Die Stadt war in den vergangen Monaten immer weiter angewachsen. Man hatte sich dafür entschieden, wie es Colonel Simon O’Hara vorgeschlagen hatte, die neue Stadt Elysium-City zu nennen.

Die Nyx-Station hatte man schon längst wieder in die einzelnen Module zerlegt, um sie für die Fertigung, Wartung und Förderung zu nutzen, wie man es in Friedenszeiten vorgesehen hatte. Die Thyliumraffinerie befand sich auf einem der Monde, die um einen Nachbarplaneten kreisten, um Treibstoff zu fördern. Die Werft befand sich auf der Rückseite des Mondes von Elysium und das Munitionsdepot in einem der anderen Planetensysteme, das man als Evakuierungsort auserkoren hatte. Den Rest der Station war man dabei, in einen Kampfstern umzurüsten.

Admiral Samuel O’Hara war gerade im Regierungsgebäude und unterhielt sich mit Präsident Bruce Wales, als es an der Tür klopfte. “Herein”, bat der Präsident. Die Tür schwang auf und Commander Alexander Nash trat ein.

Nash nickte beiden Männern zu: “Herr Präsident. Admiral O‘Hara. Ich habe ein ernstes Anliegen und würde gerne mit Ihnen beiden darüber sprechen.”

“Bitte setzen Sie sich doch. Um was geht es dabei, Commander?”, fragte Präsident Wales neugierig. Auch das Interesse von Samuel O’Hara war geweckt.

“Ich mache mir Sorgen. Sie haben beide Kenntnis davon, was Admiral Baker Commander Edwards angetan hat …”, begann Nash und hielt inne.
“Ja, und weiter!”, forderte Admiral O’Hara den Commander dazu auf, fortzufahren.

Commander Nash atmete kurz durch, ehe er fortfuhr: “Aus den Akten geht hervor, dass er zu emotionalen Handlungen neigt. Und ich fürchte, dass alle, die bei ihm sind, in großer Gefahr schweben – schon aus diesem Grund will ich mich auf die Suche nach ihm machen und dazu noch meinen Sohn Lucas nach Hause holen, Sirs!”

“Das ist es also”, brummte Samuel O’Hara und erinnerte sich an eine der Besprechungen an Bord der Nyx.
“Sie sind vor einiger Zeit Vater geworden, Commander. Und werden, so viel ich weiß, sogar bald Großvater”, gab der Präsident zu Bedenken und wies mit seinen Worten das Anliegen zurück.

Doch Alexander Nash ließ nicht locker und unternahm einen weiteren Versuch.
“Herr Präsident. Admiral O’Hara. Ich bin mit Sicherheit in der Lage, Baker zu finden. Ich vermute sogar, wo ich ihn finden könnte. Und eins weiß ich: Colonel Hopkins wird ihn zur Vernunft bringen, wenn er zu oft Prügel von den Zylonen bezieht; auch mein Sohn ist dazu durchaus in der Lage.”

Samuel O’Hara schüttelte gutmütig den Kopf, und erklärte: “Wäre immerhin möglich, Alex. Doch die Chancen sind gering, die Flotte von ihm anzutreffen. Du weißt, ich bin dabei, die Streitkräfte wieder in Battlestar Groups aufzuteilen. Und somit kannst du schon mal nicht diese Mission übernehmen, falls der Präsident und auch ich diese genehmigen sollten.”
Bruce Wales stimmte dem zu: “Wir werden darüber noch einmal ausführlich beraten.”
Dies gab Commander Nash zumindest ein klein wenig neue Hoffnung.

Es dauerte einige Tage, dann entschied man, einen Kampfstern der Valkyrie-Klasse für diesen Auftrag zu entsenden. Und in einer anschließenden Versammlung, an der alle kolonialen Offiziere teilnahmen, die im Rang eines Admirals, Commanders und Colonels waren, stimmten dafür, dass Commander Jonathan Richard Edwards dieser Herausforderung am Besten gewachsen war, da er sich nicht von Admiral Baker beeindrucken ließ.

Edwards erbat sich etwas Bedenkzeit. Seine Frau war nicht gerade davon begeistert, andererseits hatte sie so die Möglichkeit, sich um die Kinder zu kümmern. Damit stand seine Entscheidung fest, den Auftrag anzunehmen.

Am nächsten Tag wussten auch der Präsident und die Admiralität, die aus Admiral Samuel O’Hara, Admiral Diana McBride und Admiral Alexander Nash bestand, und auch seine restliche Familie darüber Bescheid.

Nun war es an ihm, sich einen der Kampfsterne der Valkyrie-Klasse auszuwählen, er entschied sich, die Leonis zu nehmen und die Mission genau vorzubereiten.

Einige Tage später, auf dem Flugfeld des militärischen Teils des Raumhafens, trat Admiral O’Hara an Commander Edwards heran: “Commander, Sie kennen ihre Befehle: Zu den letzten gemeinsamen Koordinaten fliegen und dort einige Zeit ausharren! Passen Sie gut auf ihre Crew und natürlich auf sich selbst auf.” Während O’Hara das sagte, überreichte er Edwards noch einen dicken Umschlag. In einem Moment der Unachtsamkeit sprang ein Junge über die Absperrung.
“Dad! Bitte geh nicht!”, rief Ryan, der sich seit geraumer Zeit mit seinem Vater ausgesöhnt hatte.

“Solltest Du denn nicht um diese Zeit in der Schule sein”, bemerkte Jonathan Edwards und sah seinen Sohn, der nun vor ihm stand, streng an.
“Eigentlich schon”, gestand der Junge, und ließ seinen Rucksack von den Schultern gleiten. Er hatte unglaubliche Angst, dass er seinen Dad nie wiedersehen würde.

“Verwahr das für mich und pass gut auf deine Mom sowie auf Tabita und Lucas auf, so lange ich weg bin!”, ordnete Edwards an und überreichte seinem Sohn ein Etui, in dem sich ein Taschenmesser befand.
Zum Abschied drückte Jonathan Ryan noch einmal liebevoll an sich, dann stieg er in den Raptor.

Auf einer höheren Ebene der Existenz wurde das Geschehen, wie schon all die Jahrtausende zuvor, genau beobachtet. Einige Aufgestiegenen waren es so langsam leid, immer nur tatenlos zuzuschauen, was sich unter ihnen abspielte.
“Also mir reicht es so langsam. Wir sind keine Götter, aber diese Menschen hier in der Andromeda sind unsere Nachkommen. Wir müssen etwas tun”, stellte einer genervt fest.
“Pass bloß auf und verletz nicht die Regeln, denn das Eis ist dünn”, erinnerte einer der ältesten Aufgestiegenen seinen Schüler.


RE: Stargate: Battlestar Galactica - Elysium - - Jonathan J. O´Neill - 06.10.2026

Nun denn, verehrte Leserschaft, am heutigen Tage schließen wir Elysium ab.
Viel Lesespaß wünsche ich  Angel

10. Elysium, Part II

Andromeda-Galaxie
Orbit von Elysium
Battlestar Leonis

Commander Jonathan Richard Edwards betrat das Combat Information Center der Leonis, einem Kampfstern der Valkyrie-Klasse. Erstmals seit ungefähr sechs Jahren würde er wieder ein Kommando führen.

“Commander an Deck”, sagte der XO, nahm Haltung an und salutierte.
“Ist schon gut, Colonel Hale. Wie ist unser Status?”, fragte Edwards, während er ebenfalls salutierte.

“Die Speicher wurden gelöscht beziehungsweise ausgetauscht, die auf die Lage von Elysium hinweisen könnten. Alle relevanten Daten wurden ausgedruckt oder auf Speichermodule kopiert, damit die Zylonen nicht an wichtige Informationen gelangen. Alle Leute sind an Bord, ebenso die Vorräte. Die Computer sind hochgefahren - kurz gesagt, wir sind bereit, Sir”, meldete Colonel Mike Hale und legte seinen Bericht auf den Taktiktisch für den Commander hin.

Commander Edwards nickte zufrieden. “Also gut. Bringen Sie uns raus! XO, Sie haben die Wache! Ich bin kurz in meinem Quartier - mein Gepäck unterbringen.”
“Verstanden, Commander.”
Während Jonathan Edwards wieder das CIC verließ, gab Mike Hale den Befehl für den ersten FTL-Sprung.

Wenige Minuten später betrat Edwards sein Quartier, legte den Bericht seines XO auf seinen Schreibtisch und das Gepäck, was er noch dabei hatte vor dem Schrank ab. Dann nahm er den Umschlag in die Hand, den ihm Admiral O’Hara vor seiner Abreise gegeben hatte, riss ihn auf und begann, in den Papieren zu blättern. “Wieder so ein Geheimbefehl”, seufzte er und las weiter. Als er fertig war, wusste er Bescheid und dachte: ´Also darum geht es.`

Eine Stunde später setzte er sich mit seinem Führungsstab zusammen, um sie in Kenntnis zu setzen, worum es noch ging.
“Die radioaktive Signatur, die von einer Explosion stammt, die wir vor einigen Monaten gemessen haben”, erinnerte sich der XO.
“Richtig. Wir haben zunächst den Auftrag, dorthin zurückzukehren, wo sich Admiral Baker von uns getrennt hat - im Bereich der Null-Koordinaten. Wo wir uns auch eine Weile aufhalten sollen, circa einen Monat. Danach geht es in den Epsilon-Sektor, von da kam die Explosion”, bestätigte Commander Edwards.
“Deswegen die vielen Vorräte auf dem Schiff”, dämmerte es dem CAG.
Der Colonel ergänzte: “Die reichen uns ungefähr zwei Jahre.”
“Major Whitman, Sie informieren als CAG all Ihre Piloten!”, ordnete der Commander an. “Der XO und ich werden die anderen Offiziere und die übrige Crew informieren, sobald wir wieder im CIC sind.”

Elysium
Elysium-City

Verschwitzt und völlig außer Atem betrat Ryan Edwards das Klassenzimmer und entschuldigte sich dafür, dass er zu spät zum Unterricht erschien. Sein Lehrer, Oliver Wilder, konnte sich schon vorstellen, weshalb der Junge zu spät kam, und mal wieder die ersten vier Stunden geschwänzt hatte.
‘Hätte ich in diesem Fall vermutlich auch getan`, dachte Wilder, und machte sich einen Vermerk.
Nachdem die Stunde zu Ende war, nahm er Ryan kurz zur Seite und erinnerte den Jungen, sich von seiner Mutter ein Entschuldigungsschreiben geben zu lassen.


Mercury-Flotte

Die Flotte um den Kampfstern Mercury befand sich irgendwo zwischen den Kolonien, Kobol und Neu-Caprica, von dessen Existenz die Mitglieder dieser Flotte nur etwas ahnen konnten.
Admiral Baker lag mal wieder auf der Krankenstation seines Schiffes, da er einige Stunden nach der Schlacht um Kobol einen Kreislaufzusammenbruch erlitten hatte.

Captain Lucas Nash saß seit Tagen in der Brig. An seiner Schläfe war von dem Schlag noch eine kleine Beule auszumachen, die aber inzwischen leicht verblasst war. Die Tür ging auf und er bekam Besuch. In Begleitung von Doktor McQuarie, betrat Baker - gestützt und begleitet von einigen Marines - die Zelle, in der Nash eingesperrt war. Der junge Offizier vermutete sofort, dass man ihn nun hinrichten würde, als er das Aufgebot bemerkte.
Doch es kam ganz anders, denn der Admiral räusperte sich kurz und entschuldigte sich: “Captain Nash, es tut mir wirklich leid, was vor einigen Tagen zwischen uns vorgefallen ist. Ich habe Ihnen großes Unrecht angetan und weiß nicht, wie ich es wieder gerade biegen kann - Sie sind ein guter Offizier.” Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: “Ich hätte auf Sie und andere hören sollen, den Kampf auszuweichen, dann wären … wären über 2900 Menschen noch am Leben …, ich allein trage dafür die Verantwortung ...”

“Sir…”, begann Lucas Nash, brach aber ab, denn Baker war noch nicht fertig: “Wir haben einen kleinen Planeten gefunden, wo wir eine Weile bleiben können, er ist zwar nur am Äquator bewohnbar …, doch es reicht erstmal, um zu rasten. Ich befördere Sie hiermit vom CAG zu meinem XO - Herzlichen Glückwunsch.”
Captain Nash war dermaßen verblüfft – ihm fehlten doch glatt die Worte. Erst als ihm bewusst wurde, was da gerade geschehen war brachte er ein: "Danke, Admiral”, heraus. Wieder einmal hatte Steven Baker ihn überrascht.



2 Monate später
Andromeda-Galaxie
Neu-Caprica

Die Zylonen hatten im Kampf mit der Galactica und der Pegasus schwere Verluste hinnehmen müssen, obwohl zumindest die Pegasus zerstört werden konnte war die Stimmung unter den Zylonen schlecht.
“Die Menschen sind weg. Aber wir haben Hera jetzt bei uns. Wie sieht also unser weiteres Vorgehen aus?”, fragte Boomer in die Runde.
“Wir nehmen die Verfolgung wieder auf und beenden dieses Kapitel ein für alle Mal. Denn dieser Plan hat ja wohl nicht funktioniert oder habt ihr vergessen, was meine Flotte und ich bei Kobol erlebt haben?”, antwortete Mephisto und fand bei Cavil sowie den anderen Einsern und den Vierer und Fünfer Fürsprecher. Die anderen Modelle waren noch unentschieden.
“Und wir machen uns nebenbei auf die Suche nach der Erde, die unser Freund Doktor Gaius Baltar für uns finden wird”, ergänzte Cavil. Der Blick von ihm wanderte zu Caprica-Sechs und D’Anna und fügte hinzu: “Das werdet am besten ihr zwei übernehmen, Baltar entsprechend zu motivieren.”

Mephisto grinste belustigt, während sich die Sechs und die Drei irritiert anschauten und sagte dann: “Wenn niemand etwas dagegen hat, werde ich mich um die Flotte von Admiral O’Hara und Präsident Wales kümmern; ich habe ein Versprechen einzulösen.”
“Tu das Bruder”, meinte ein anderer Einser, “dann nehme ich mich der Mercury und Admiral Bakers an.”
“Und wie willst du die Nyx finden, wo wir doch jegliche Spur verloren haben?”, fragte Leoben neugierig.

“Ganz einfach, ich habe schon vor über einem Jahr Suchpatrouillen nach ihr ausgesandt. Und da wir Maschinen sind, haben wir alle Zeit der Welt”, antwortete Mephisto verschlagen und sah dabei Natalie an.
Die Sechs ließ sofort eine Schimpftirade ab: “… du dreckiger, verlogener Mistkerl …”
“Keine Angst meine Liebe; ich werde mein Versprechen halten. Ich baue es sogar aus: Ich lasse jeden Menschen am Leben, der seine Waffen niederlegt”, beruhigte Mephisto sie.
“Das ändert aber nichts daran, dass Du mich hintergangen und angelogen hast”, schrie Natalie ihn wieder an.
“Äh, Bruder”, meinte Mephisto und sah zu Cavil, “Du würdest mir einen großen Gefallen tun, wenn du diese Sechs mitnehmen würdest, wenn deine Flotte sich auf den Weg macht.”
“Aber gern, Bruder”, akzeptierte Cavil die Bitte bereitwillig.



Milchstraße
Erde, SGC

General O’Neill saß im Büro und dachte nach, während er die Einsatzberichte durchging: ´Zu blöd, dass Aufgestiegene immer wieder alles vergessen, wenn sie zurückgeschickt werden.´
Daniel hatte es schon wieder getan, obwohl er anscheinend diesmal nicht wirklich aufgestiegen war.

O’Neill unterzeichnete gerade den letzten Missionsbericht von Colonel Carter, als Sergeant Siler hereinkam. “Sorry Sir, aber die Replikatoren haben hier ganz schön gewütet”, entschuldigte sich Sylvester Siler und legte einige Akten vor.

“Ist mir gar nicht aufgefallen”, kommentierte Jack O’Neill, der sich nur vage an den Kampf erinnerte. Dann sah er den neuen Papierstapel: “Was denn, noch mehr? Warten Sie, Siler; bin gleich fertig.” Schnell setzte er seine Unterschriften darunter, es waren sowieso nur Materiallisten, wie Jack beim Durchblättern feststellte.
Nachdem er fertig war, verließ er fluchtartig sein Büro, keine Sekunde zu früh.
“Äh, General. Zu Ihnen wollte ich gerade, ich habe hier ein paar …, wo wollen Sie denn hin, Sir?”, fragte Walter Harriman-Davis, der ihm entgegenkam.

“Ich gehe ein paar Stückchen Kuchen essen. Anubis weg, Replikatoren-Sam weg, alle Replikatoren weg …, ich habe was aufzuarbeiten. Legen Sie das da auf meinen Schreibtisch!”, brummte General O’Neill, als er die Akten sah, die der Master Sergeant bei sich hatte. “In Ordnung, Sir.”

Die Augen verdrehend drückte O’Neill den Schalter im Fahrstuhl. In der Cafeteria traf er Lieutenant Colonel Carter, die sich gerade einen Pudding aussuchte. “Schon beim Nachtisch?”, fragte Jack.

“Ja, nach dem Lemonenhuhn brauch ich etwas Süßes”, antwortete Sam.
Während beide sich an einen Tisch setzten, fragte O’Neill sie: “Was ist mit den Informationen, die letzte Nacht aus Atlantis gekommen sind?”

“Daniel und ich haben uns sofort darum gekümmert sowie jeder verfügbare Wissenschaftler dieser Basis. Wir werten immer noch diese Daten aus. Doktor Weir und Atlantis brauchen militärische Unterstützung und dringend ein ZPM, um die Schilde zu aktivieren. Aber die Zeit drängt, die paar Wochen sind schnell vorbei”, antwortete Sam besorgt.
“Heute früh habe ich sofort den Präsidenten und Hammond informiert. Die Daedalus ist fertig und startbereit. Colonel Everett ist bereits mit einigen Dutzend seiner Marines sowie der benötigten Ausrüstung eingetroffen, die wir durch das Stargate direkt nach Atlantis schicken werden. Und da wir unser ZPM nicht nehmen können, weil wir es für die Versorgung von Antarktika benötigen, habe ich Daniel gesagt, er soll eines, oder besser ein paar mehr finden."
"Was ist eigentlich mit Joe Spencer?”, fragte Colonel Carter, um das Thema zu wechseln.
“Er und seine Frau haben eine Geheimhaltungspflicht unterschrieben und leben zeitweise wieder zusammen. - Ein Stück Apfelkuchen?”

Einige Tage später hatte Doktor Daniel Jackson eine Referenz in der Datenbank gefunden, die aus Atlantis gekommen war und auf die Gruppe der Antiker hinwies, die lange vor dem Krieg mit den Wraith die Pegasus verlassen hatte und in die Andromeda gereist war. Er konnte nun die bisherigen Daten über die Antiker, die er hatte, durch die von Jack O’Neill und auch von den Asgard sowie den Nox ergänzen. Und beschäftigte sich daher in jeder freien Minute damit.

Kurz darauf verstarb bedauerlicherweise Doktor Catherine Langford. Daniel erbte ihren gesamten Nachlass, der ihre komplette Sammlung umfasste. In der Hoffnung, etwas Brauchbares zu finden, arbeitete er sich erst einmal tagelang durch.

So kam es, dass einige Wochen später ein ZPM in Ägypten gefunden wurde, mit einem Video, welches für große Aufregung sorgte. Nachdem das ZPM untersucht worden war, wurde es freigegeben und zunächst an die Energieversorgung des Stargates angeschlossen, um Atlantis anzuwählen.

Noch vor der Anwahlsequenz trat General O’Neill an Colonel Everett im Torraum heran. “Colonel, geben Sie diese Notiz hier Doktor Weir persönlich, falls sie Ihnen nicht glauben sollte. Die Daedalus wird in knapp vier Tagen eintreffen, nachdem Sie und ihre Leute durch sind. Viel Glück.”
“Jawohl, und danke, Sir.”
Mit dem Befehl, das Anwählen des Sternentores zu beginnen, verließ Jack  den Stargateraum und begab sich in das Kontrollzentrum.



Andromeda-Galaxie - Milchstraße

Alles wirkte irgendwie vertraut und doch schien es ein wenig anders zu sein - sah so etwa das Jenseits aus? Captain Kara “Starbuck” Thrace hatte sich das Leben nach dem Tod ein wenig anders vorgestellt. Sie stand im Combat Information Center der Galactica, welches in einem hellen Licht erleuchtet war, doch niemand außer der Viperpilotin selbst schien anwesend zu sein. Kara stellte fest, dass sie immer noch ihre Pilotenkombi trug und nahm schließlich ihren Helm ab. Die Viperpilotin hatte irgendwie das Gefühl, dass sie beobachtet wurde, aber es war niemand zu sehen.
Das letzte, woran sich Starbuck erinnerte war, dass sie sich mit jemanden unterhalten hatte, der wie Leoben aussah.

Sie war irritiert und murmelte: “Verfluchter Mist. Bin ich jetzt nun tot oder doch nicht?” Dann spürte Kara einen Lufthauch und rief erschrocken: “Ist da jemand?”
Vorsichtshalber zog Captain Thrace ihre Waffe, dann hörte sie eine Stimme, die von der DRADIS-Konsole kam, wo immer Admiral Adama stand, wenn er im CIC war.
“Nein, du bist nicht tot, Kara”, antwortete eine ruhige, sachliche und männliche Stimme.

“Bist du es schon wieder und wo bin ich gerade?”, fragte Starbuck.
“Nein. Und du befindest dich, sagen wir mal … in einer Art Schwebezustand, in den ich dich geholt habe, nachdem deine Viper für die Augen von Major Lee Adama scheinbar explodiert ist. Unsere Reise wird nur sehr kurz sein, obwohl es Dir länger vorkommen wird. Einer der vielen Namen, die ich während meiner menschlichen Zeiten trug, war Hippokrates. Ich war Arzt, bevor ich aufgestiegen bin, zu einer höheren Form des Seins. Es gibt noch viele Andere, die so sind wie ich, und es verstößt gegen unsere Regeln uns in die unteren Ebenen einzumischen, darum wirst du alles, was ich sage, auch wieder vergessen.”

“Und was soll dann der Mist, wenn ich alles wieder vergessen werde?”, motzte Kara, während sie ihre Waffe wieder ins Holster schob.
“Bleib ganz ruhig und entspann dich - ich weiß, was für Fragen dich beschäftigen”, beruhigte Hippokrates sie. Dann fuhr er fort, ihre Fragen zu beantworten: “Da wir uns auf einer anderen Bewusstseinsebene befinden und ihr Hilfe benötigt, sind wir dabei, eine Reise in eine andere Galaxie zu machen, in der ebenfalls Menschen leben, die zum Teil auch unsere Nachkommen sind, und euch helfen können, so wie es bei eurem Volk der Fall ist.”

Kara Thrace sah den Antiker ratlos an. ‘Was ist er nur für ein Wesen … ist er einer der Götter von Kobol?’
Hippokrates wusste, was in Starbuck vorging, also begann er, ihr von den Antikern zu erzählen, die mithalfen das Leben in der Andromeda-Galaxie zu beeinflussen. Gemeinsam mit einer anderen Spezies, die in dieser Galaxie sesshaft und mit ihnen befreundet war. Auch berichtete er, wie er und die Anderen die Entwicklung und den Verlauf der Geschichte der Kolonien zu Beginn mit geprägt und später nach ihrem Aufstieg weiterhin beobachtet hatten. Dann verneinte er, eine Art Gott zu sein.

“Verflucht! Und ich werde alles wieder vergessen”, schimpfte Kara verzweifelt und schlug sich die Hände vors Gesicht, als Hippokrates schließlich mit seinem Vortrag fertig war.
“Ja. Wir sind da. Und so sind nun einmal unsere Regeln: Wir dürfen uns eigentlich nicht einmischen, deshalb muss ich dich schnell absetzen und wieder verschwinden. Aber wer weiß …”, meinte Hippokrates am Ende geheimnisvoll.

“Was? Wie? Moment …”, rief Kara gerade noch, als sie schon ein helles Licht umhüllte und ihr dann schwarz vor Augen wurde. Den Knall und den Aufprall, als sie auf einen See einschlug bekam sie schon gar nicht mehr mit.



Andromeda-Galaxie
Battlestar Leonis

Die Mannschaft der Leonis hatte über einen Monat im Bereich der Nullkoordinaten ausgeharrt. Doch schon auf den Weg dahin war man öfter auf die Zylonen gestoßen, die mit ihren Jägern, allein oder in kleinen Gruppen, offenbar nach ihnen suchten. Deswegen hatte Commander Edwards zwei der Raptoren unter dem Befehl von Captain Bristol zurück nach Elysium geschickt, um Admiral O’Hara und Präsident Wales zu informieren.

Edwards wich den zylonischen Patrouillen aus, in dem er immer sofort den Befehl für einen weiteren FTL-Sprung gab. Manchmal sogar mehrmals hintereinander. Was ihn und alle an Bord an meisten wunderte war, dass die zylonischen Jäger die Leonis gar nicht angriffen, sondern weiterzogen.


Elysium
Elysium-City

Nach drei Tagen erreichten beide Raptoren Elysium. Captain Bristol überbrachte Admiral O’Hara und Präsident Wales die Informationen, die bei beiden Männern eine große Besorgnis hervorrief.

“Ich danke ihnen, Captain Bristol. Hat Commander Edwards sonst noch etwas verlauten lassen - sollen Sie wieder zu ihm zurückkehren?”, fragte Samuel O’Hara.
“Nein, Admiral. Wir sollen hier bleiben, da er uns aus Sicherheitsgründen nicht die nächsten Koordinaten mitteilen wollte, wo sich die Leonis als nächstes aufhalten wird”, antwortete Bristol müde von der langen Reise.
Präsident Wales zog die Augenbrauen hoch und wandte sich fragend an den Admiral: “Woran denken Sie gerade, Sam?”

Admiral O’Hara nahm einen Stift und ein Blatt Papier und zeichnete damit eine grobe Karte der Andromeda: “Also hier, schon ziemlich am Rand unserer Galaxie, …sind wir. Die Kolonien sind dort…, die Nullkoordinaten sind in etwa hier…, und die Werte der Explosion, die wir gemessen haben - und von einer Atombombe stammen, kamen von hier… Dieses Gebiet nennen wir den Epsilon-Sektor.”
Dann verband er die einzelnen Punkte so, dass sie eine Art Raute beziehungsweise Rhombus bildeten, und schrieb Zahlen darauf.

“Ah, ich verstehe”, nickte Bruce Wales, der meinte zu erkennen, was im Admiral vorging.
“Die Leonis hat eine lange Reise vor sich - von den Null-Koordinaten bis zu dem Ziel im Epsilon-Sektor, also von hier aus.”
“Ganz genau, Herr Präsident.”

Jetzt wurde Wales bewusst, was nun wirklich in O’Hara vorging. “O nein! Sie haben doch nicht etwa vor, noch einen Kampfstern in den Epsilon-Sektor zu schicken. Wir können doch kein weiteres Kriegsschiff entbehren, da wir mit einem Angriff der Zylonen rechnen müssen.”
“Die Zylonen finden uns. Das kann schon morgen, in einer Woche, nächstes Jahr oder erst viel später sein. Und wenn wir ein Schiff der Berzerk-Klasse dorthin schicken, oder auch ein weiteres der Valkyrie-Klasse, macht es keinen allzu großen Unterschied, wenn die Zylonen mit allem, was sie haben, uns angreifen, und wir ein weiteres Schiff verlieren",  entgegnete der Admiral, der seinen Entschluss bereits gefasst hatte.

Der Präsident merkte es schon und stimmte etwas zögerlich zu: “Ich verstehe Sie. Die Zylonen haben unsere Spur verloren und wissen nicht, wo wir sind. Es wird einige Zeit dauern, bis sie alle Sterne nach uns abgesucht haben, da unsere Galaxie ziemlich groß ist. Zumindest in dieser Hinsicht haben wir wirklich verfluchtes Glück, und die Wahrscheinlichkeit, dass die Toaster einige Systeme sogar vergessen, ist möglich …
Admiral, ich gewähre ihnen drei Tage, um Leute zu finden, die sich freiwillig auf diese Mission begeben wollen, und einen Kampfstern der Valkyrie-Klasse ihrer Wahl, da wir im Falle eines erneuten Angriffs Transportschiffe benötigen.”

“In Ordnung, Herr Präsident”, nickte O’Hara, “wir sehen uns in drei Tagen wieder.”
“Sir, ich melde mich freiwillig.”
“Gut. Captain Bristol wäre schon mal der Erste”, stellte Admiral Samuel O’Hara amüsiert fest.
“Na, das fängt ja gut an”, seufzte Präsident Bruce Wales, der bereits ahnte, dass vermutlich demnächst eine weitere Mannschaft aufbrechen würde.



Milchstraße
Erde, SGC

General O’Neill begab sich zufrieden zur Krankenstation, um nach Captain Thrace zu sehen, die er aus seinem See gerettet hatte. Das erste Gespräch zwischen ihnen war gut verlaufen, und auch Daniel war in der Zwischenzeit bei ihr gewesen.
“He, Sie sollen sich doch noch schonen.” Jack O’Neill schaute verblüfft auf die  vollständig angezogene Person auf dem Bett.
“Wenn ich dauernd im Bett liege, kann ich Ihnen wohl kaum helfen, oder?”, fragte Kara, die sich gerade die Stiefel zuschnürte.

“Sie haben grünes Licht Captain”, versicherte Doktor Lam, und erklärte Starbuck damit für entlassen.
“Gut”, grinste Jack, “kommen Sie mit in die Cafeteria, Thrace?”
“Warum nicht. Gehen wir. Und dieser Daniel Jackson ist eine richtige Nervensäge.”
“Ach, auch schon gemerkt.”
Rege miteinander plaudernd machten sich beide auf den Weg zur Cafeteria.


Edora

Drei Wochen waren vergangen. General Hammond kam vorbei, um die Schiffe zu besichtigen, die in den Weltraumfertigungsdocks, die die Asgard zur Verfügung gestellt hatten, gebaut wurden. Dank der Technologien der kleinen Außerirdischen gingen die Arbeiten gut voran. Es wurde rund um die Uhr gearbeitet, denn die Zeit drängte.
Die Prometheus lieferte gerade das Stargate ab, welches für die Phoenix bestimmt war. Starbuck war ebenfalls mit Colonel Carter an Bord der Prometheus unterwegs gewesen und Kara nutzte die Gelegenheit, um sich die Startröhren für die Viper anzusehen. Daniel richtete derweil die Bibliothek und sein Quartier ein, wobei ihm Vala Mal Doran half, die wachsam von einigen Soldaten im Auge behalten wurde.

Der Start und Beginn der Mission rückte immer näher. Das erkannte man daran, dass sich auf einer Wiese auf Edora die Kisten in den Zelten stapelten, die durch das Tor eintrafen oder aber von der Prometheus heruntergebeamt wurden. Die Kisten wurden dann von den anderen Schiffen hochgebeamt und in den entsprechenden Lagerräumen untergebracht.

Am Tag des Starts erhielt General Jack O’Neill an Bord der Phoenix noch einmal unerwarteten Besuch. “Laira”, entfuhr es Jack, der vollkommen überrascht war, die Edoranerin an Bord des Schiffes zu sehen.
“Hallo Jack”, lächelte ihn die Frau an. Sie war nicht allein - sie hielt ein Kind, welches von O’Neill war, in ihren Armen. Der General hatte kaum Zeit gehabt, sie beide zu besuchen, hoffte aber, nach der Mission, die nun anstand, das ausgiebig nachholen zu können.



Andromeda-Galaxie

Ein weiterer Kampfstern der Valkyrie-Klasse, die Virgon unter dem Kommando von Commander Andrews, hatte Elysium seit geraumer Zeit verlassen. An Bord befand sich nur ein Minimum an Personal.


Zylonische Flotte

Cavil tigerte an Bord seines Schiffes herum, er wurde erst vor kurzem in einen neuen Körper heruntergeladen. Und weshalb? Natalie Faust hatte ihn und seine Delegation von den Zenturios einfach erschießen lassen. Mephisto hatte ihn ja gewarnt, was diese Sechs betraf. Doch mit dieser Aktion hatte Natalie Cavil vollkommen überrascht. Er musste sich dringend etwas einfallen lassen.


Elysium
Elysium-City

Immer noch wurden die beiden Zylonen Sharon und Steve von den Menschen misstrauisch beäugt, obwohl sie geholfen hatten, die Bomben zu entschärfen, die sonst einen großen Teil der Flüchtlingsflotte zerstört hätte.
Und vor allem jetzt - da sich beide zwar unter strenger Aufsicht auch auf der Straße aufhalten konnten, blieben doch vereinzelte Beleidigungen nicht aus. Dies zu beschließen war nicht einfach gewesen, da viel Überzeugungsarbeit geleistet werden musste, bis Sharon und Steve endlich einmal ihre Appartements verlassen durften.

Die Lehrer hatten beschlossen, mit den Schülern in den nächsten Tagen etwas zu unternehmen. Man wollte mit ihnen durch die Landschaft der näheren Umgebung wandern, die bereits genau kartographisiert und vermessen worden war. Die Kinder waren von dem Entschluss der Lehrer begeistert, mal keinen Unterricht zu haben und stattdessen etwas anderes zu machen. Denn bisher war es nur dem Militär und den Wissenschaftlern erlaubt gewesen, einen gewissen Umkreis einzelner Gebiete zu verlassen.

Major Edwards war vom aktiven Dienst befreit worden und vertrieb sich ihre Zeit als  Fluglehrerin, da sich Commander Edwards auf einer Mission befand. Tamara hätte gerne ihre drei Kinder begleitet, doch es stellte sich heraus, das Tabita und Lucas, die in einer gemeinsamen Altersstufe waren, eine andere Route nehmen würden als Ryan. Auch war sie damit an der Reihe, auf ihre beiden Enkel aufzupassen, da Vanessa und John ins Flottenhauptquartier mussten, um einen Termin wahrzunehmen.

Tamara schaute auf die Uhr, als es an der Tür klopfte. “Guten Morgen, ihr Lieben, kommt doch rein.” “Sind die drei schon weg?”, fragte Vanessa Nash-Edwards.
“Ja. Schon seit einer Viertelstunde“, antwortete Tamara, während sie zusammen ins Wohnzimmer gingen.

Tabita und Lucas hatten Glück, denn ihr Treffpunkt war die Schule, die nur 300 Meter von zu Hause entfernt war. Ryan hingegen musste durch die gesamte Stadt laufen, um an seinen zu gelangen. Als der Junge bemerkte, dass die Zylonin Sharon ihm auf demselben Bürgersteig entgegenkam, wechselte er sofort die Straßenseite. Die Acht hatte es natürlich auch gemerkt, blieb kurz stehen und sah dem Jungen hinterher. Sie konnte es ihm nicht verübeln.

Ryan und Jonathan hatten sich in letzter Zeit oft über dieses Thema unterhalten, dass Sharon zwar ein Zylon war, sich aber für die Menschen entschieden hatte. Dennoch traute der Junge der Zylonin weiterhin nicht, denn er konnte einfach nicht vergessen, was sich an Bord der Heracles ereignet hatte.
„Diese verfluchte Schlampe hat mir eine Waffe an den Kopf gehalten, und du Arsch verteidigst sie auch noch, anstatt die beiden dämlichen Toaster aus der nächsten Luftschleuse werfen zu lassen”, hatte Ryan zum Schluss des ersten Gespräches wütend seinen Dad angeschrien, bevor er aus dem Quartier gerannt war. 
Lange Zeit hatte er seinen Vater dafür gehasst, doch dies war mittlerweile vorüber.
Er erreichte schließlich als einer der letzten den Treffpunkt.


Vereinte Flotte
Phoenix

Doktor Jennifer Keller hatte endlich Laborresultate aus weiteren Testreihen vorliegen, in denen zu erkennen war, dass so gut wie jeder Mensch aus den Kolonien das Antikergen in sich trug. Dabei war es bei den Trägern manchmal stärker ausgeprägt, mal weniger.
Dieses Ergebnis teilte sie unter anderem auch O’Neill, Adama und Roslin mit, die gerade die Missionen der Phoenix nach Neu-Caprica und in das Cyrannus Sternsystem planten.

Einige Tage später hatte sich die Phoenix von dem Rest der Flotte getrennt, nachdem man den Zylonen noch einen schweren militärischen Schlag versetzen konnte, indem man den Sarkophag, der sich an Bord des Flaggschiffes der Erde befunden hatte, mit Atombomben der Asklepios bestückt zurückgelassen hatte. Das Schiff von General O’Neill befand sich nun im Hyperraum und war auf dem Weg nach Neu-Caprica.


Elysium

Die Kinder hatten geahnt, dass es eine längere Tour werden würde, da sie alle Trekkingrucksäcke, Schlafsäcke, Extrakleidung, Lebensmittel und gutes Schuhwerk mitbringen sollten. Nach einer guten Woche erreichten die Schüler und die Lehrer die Ruinen, wo man sich ausruhen, und noch die folgenden zwei Tage bleiben wollte.


Battlestar Galactica

Grübelnd und aufs Äußerste konzentriert sah sich Lieutenant Colonel Samantha Carter die Konstruktionspläne an. Sie stellte fest, dass die Installation und Versorgung der Schildtechnologie und der Naquadahgeneratoren sehr einfach sein würde. Doch die Unterbringung der Hyperraumgeneratoren würde mehr Schwierigkeiten bereiten. Sam entschied sich, Admiral Adama darüber zu informieren, dass man zumindest einen Teil sofort abarbeiten könne, und machte sich mit einigen Notizen in der Hand auf den Weg ins CIC.

“Admiral Adama, könnte ich Sie bitte einen Moment sprechen?”, fragte Colonel Carter, als sie an die DRADIS-Konsole herantrat.

“Vorsicht. Jack hat mir gesagt, wenn Sie oder auch Doktor Jackson so etwas sagen, könnte es durchaus länger dauern”, antwortete William Adama amüsiert, der sich an einen Hinweis von Jack O’Neill erinnerte.
“Der General hat so was gesagt?”
“Ja, hat er. – Aber bitte, was haben Sie herausgefunden, Colonel Carter? Die Kurzform, wenn möglich”, forderte der Admiral lächelnd.
Sie erklärte Adama, was ihr bisher klar geworden war, doch dass sie noch nichts gefunden hatte, um die Hyperraumgeneratoren an die Steuerung anzuschließen.

Admiral Adama hörte ihr aufmerksam zu. Diese Offizierin war wirklich gut. Er konnte verstehen, weshalb sich General O’Neill nur sehr schwer dazu durchringen konnte, sie abzustellen. Sam war fertig und blickte den Admiral abwartend an.
William Adama nickte: “Na schön, die Schilde und die Generatoren können also auf den ausgewählten Schiffen installiert werden. Geben Sie die Entwürfe weiter, Colonel, damit man mit der Arbeit beginnen kann! Und für das andere wird Ihnen schon noch etwas einfallen, davon bin ich überzeugt.”
“Gut, dann werde ich mal den Mechanikern Bescheid geben”, bestätigte Samantha Carter und verließ wieder das CIC, um mit der Arbeit fortzufahren.

Phoenix

Das Erdschiff befand sich bereits seit einigen Stunden im Hyperraum. Jack O’Neill schaute zuerst auf die Uhr und dann zu Lieutenant Graham Simmons, der den Hinweis sofort verstand: “Wir werden in ungefähr einem Tag Neu-Caprica erreichen. Und ich habe gerade eine Subraumbotschaft von der Korolev erhalten.”
“Und was steht da drin?”, fragte der General.
Es dauerte etwas, dann erhielt er einen Ausdruck der Nachricht. “Aha. Daniel hat etwas herausgefunden …”, murmelte Jack.

In der Zwischenzeit holte Anise Präsidentin Laura Roslin ab, um sie wegen ihrer Krebserkrankung zu behandeln.

Major Lee Adama bemerkte das Grinsen auf dem Gesicht des Generals, als dieser mit dem Lesen der Nachricht fertig war und fragte neugierig: “Gute Neuigkeiten, Sir?”
“Oh ja. Carter hat offenbar Lösungen gefunden, um unsere Generatoren an Bord eurer Schiffe zu installieren … und Daniel ist endlich mit dem Übersetzen fertig, von dem, was die Antiker über diese Galaxie wissen.”


Elysium

In den Ruinen untersuchte zeitgleich, als sich die Schüler und Lehrer dort ebenfalls aufhielten, Vizepräsidentin Francine Baltimore die Symbole und Schriftzeichen an einer Wand.
“Das ergibt doch alles keinen Sinn …, diese Zeilen ergeben nichts verständliches, was auch nur im Ansatz auf eine Sprache hindeutet”, murmelte sie kopfschüttelnd und machte sich Notizen.

Die Kinder durften sich heute zwar frei in den Ruinen bewegen, dennoch wurden sie von den Lehrern und einigen anderen Erwachsenen begleitet.
Die Edwards-Geschwister hatten beschlossen, gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen. Einige weitere Schüler sowie die Lehrerin Esther Paris schlossen sich ebenfalls an, und fanden einen Raum, den sie gleich einmal näher in Augenschein nahmen. Durch die Löcher in der Decke drang spärliches Tageslicht ein, ansonsten wurde das Innere nun von den Taschenlampen erleuchtet.
Lucas ging voran. Während er zuvor mit dem Schein seiner Taschenlampe den Boden abgesucht hatte, tastete er nun die Wände und die Decke ab. “Scheint nichts hier drin zu sein”, stellte er fast ein wenig enttäuscht fest.

“Bis auf weitere Schriftzeichen und Symbole an diesen zwei Wänden und dem steinernen Sockel dort”, korrigierte Tabita ihren Zwillingsbruder, und deutete mit dem Strahl ihrer Taschenlampe auf den einzigen Gegenstand, der sich in dem Raum befand.
Esther Paris wies einige andere Kinder an, ihr etwas mehr Licht zu geben, denn sie hatte vor, einige Fotos davon zu schießen, die sie dann der Vizepräsidentin geben wollte. Nachdem sie schon einige Bilder geschossen hatte, trat sie näher heran, um einige Nahaufnahmen zu machen.
Auf einmal tat sich etwas auf der gegenüberliegenden Wand. Diese gab ein Gebilde frei, welches wie aus dem Nichts erschien.
“Was im Namen der Götter von Kobol ist das denn?”, fragte Esther überrascht.

Ryan Edwards, der diesem Objekt am nächsten stand, trat näher und stellte sich auf die Zehenspitzen. Er wollte es sich genauer anschauen, und blickte angestrengt ins Innere, wo er ein seltsames Leuchten bemerkte. Der neugierige Junge wurde von zwei Fortsätzen, die Händen sehr ähnlich waren, überrascht, die hervorschossen und seinen Kopf ohne Vorwarnung fest umschlossen.
“Ah!”, schrie Ryan erschrocken und voller Panik auf. Er zappelte und versuchte verzweifelt sich zu befreien. Doch er hatte keinen Erfolg. Seine Mitschüler waren in Panik ausgebrochen und hatten Angst, ihm zu helfen.
Plötzlich geschah es - ein helles Licht ging von dem Objekt aus, welches den Raum erstrahlte. Kurz darauf ließ es den Jungen wieder frei, der kraftlos und ohne Bewusstsein zu Boden sackte.

Von den verzweifelten Schreien und Rufen alarmiert, erschienen weitere Schüler, Lehrer, Marines und Erwachsene, darunter auch Wissenschaftler und die Vizepräsidentin Baltimore.

Esther Paris hielt den bewusstlosen Jungen im Arm und schrie: “Sein Puls rast. Wir brauchen hier dringend einen Arzt!”
Bevor eine Ärztin erschien, die sich gerade im Camp aufhielt, kam der junge Edwards langsam wieder zu sich und blinzelte in die Taschenlampen, die auf ihn gerichtet waren. “He - was soll das, soll ich etwa blind werden?”, stöhnte er erschöpft.

Keinem war so richtig klar, was da gerade passiert war und um was für ein Objekt es sich handelte, was sich da immer noch an der Wand befand.

“Hallo Michelle, wir haben da einen Patienten für dich”, begrüßte Lucas die Ärztin.
“Guten Tag, Lucas. He, lasst mich mal bitte hier durch, Leute!”, meinte Doktor Nash und verschaffte sich etwas Platz. „Ist das etwa eine neue Idee, sich vor der Schule zu drücken, Ryan?”, scherzte Michelle Nash, als sie neben dem Jungen kniete.
“Ha, ha, ha - sehr komisch”, murmelte Ryan immer noch leichenblass.

“Seid bei dem Untersuchen vorsichtig”, riet Esther Paris den Wissenschaftlern, die sich in der Zwischenzeit vorsichtig dem Objekt näherten.
…

wird in Stargate: Battlestar Galactica, Season 2.2 fortgesetzt