Stargate Kommando SG-9- Planet der Verdammten (Directors Cut)
#1
Stargate Kommando SG-9: Planet der Verdammten (Director´s Cut)


Ich erspare euch die ursprüngliche Version meines Erstlingswerk und präsentiere euch direkt den "Directors Cut".

Die ursprüngliche Story "Planet der lebenden Toten" war selbst für mich heutzutgae unlesbar, aber ich denke das ist bei den meisten Erstlingswerken so. Vor einigen Jahren beschloß ich dann das ganze zu "modernisieren"... na ja eigentlich habe ich mir gedacht "Da geht noch mehr". Habe dann angefangen aber es nie zu geführt. Motiviert durch die Ankündigung einer neuen Serie habe ich die Sachen rausgekramt und werde sie nun präsentieren. 

Disclaimer: Diese Geschichte wurde nur zum Spaß geschrieben. Die Rechte gehören denen, denen sie aktuell gehören, mir gehört nix, außer der Spaß am Schreiben.
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Air Force Akademie…

„IHR GLAUBT, IHR WISST ALLES? KÖNNT ALLES?“

Colonel Smith ließ diese Worte ein paar Sekunden wirken und schweifte mit seinem Blick über die neuen Rekruten, die sich vor ihm aufgebaut hatten.
Er nutzte die kurze Pause und sah jeden der jungen Männer und Frauen für einen kurzen Moment direkt in die Augen.

„IHR WISST EINEN DRECK!!! DAS, WAS IHR DRAUSSEN GELERNT ODER EUREM GEHIRN AN INFORMATIONEN ZUGEMUTET HABT, ZÄHLT HIER DRINNEN NICHTS!!! MEIN JOB IST ES EURE LEEREN KÖPFE VON DEM ALTEN MIST ZU BEFREIEN UND MIT DEM ZU FÜLLEN, DAS IHR BRAUCHT, UM BEI DER AIR FORCE ZU BESTEHEN!!!! HABT IHR DAS ALLE VERSTANDEN?“

„SIR, JA, SIR!!!“

Diese Inbrunst und Einsatzwille … noch einmal Kadett sein … ging es dem Mann wehmütig durch den Kopf.

***
Während der Colonel sich auf dem Exerzierplatz weiterhin dem Nachwuchs widmete, wurde er von zwei älteren Herren durch ein großes Panoramafenster beobachtet. Die Klimaanlage schien nicht zu funktionieren, denn es hatten sich auf der glatten Kopfhaut des linken Mannes feine Schweißperlen gebildet. Bevor einige davon auf die Rangabzeichen in Form von 3 Sternen fallen konnten, wurden sie durch ein Taschentuch weggewischt.

„Du bist dir wirklich sicher, was Smith angeht, George? Sein letzter Vorgesetzter hat kein gutes Haar an ihm gelassen.“ General Michael Kerrigan, Leiter der Akademie, ging zu seinem Schreibtisch zurück, und während er einen Schluck Wasser trank, öffnete er die Akte, die auf seinem Schreibtisch lag.
„Befehlsverweigerung, Beleidigung eines Vorgesetzten und so weiter und so weiter. Mich wundert es ehrlich gesagt, das er noch nicht zum Lieutenant degradiert wurde.“

Lieutenant General George Hammond, Leiter der Homeworld Security, drehte sich zu seinem langjährigem Freund um und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.
„Die Akte könnte auch von Jack O´Neill sein und wir wissen, wo er jetzt steht.“
Auf dieses Argument konnte Kerrigan nichts erwidern.
„Michael, ich kenne diesen Mann und seine Akte ganz genau. Die Vorfälle, die zu seiner Versetzung geführt haben, sind mir bestens bekannt. Ich hatte ihn während des ersten Golfkriegs unter meinem Kommando und weiß, was er kann. Er wird eingeweiht. „

Die Entschlusskraft, die in den letzten Worten Hammonds gelegen hatte, ließen den Gedanken an Widerspruch in Kerrigan gar nicht erst aufkommen. Er griff zu seinem Funkgerät, das in der Ladestation auf dem Schreibtisch stand.
„Forsteen für Kerrigan. Melden.“

Hammond konnte aus den Augenwinkeln erkennen, wie die junge Frau die hinter Smith stand an ihren Gürtel griff.
„Forsteen hört.“
„Colonel Smith soll sich umgehend in meinem Büro melden.“
„Verstanden, Sir. Forsteen Ende.“

Hammond widmete seine Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen unter ihm. Forsteen trat an den Colonel heran und hielt ihren Mund nah an dem Ohr des Mannes.
Der Blick des Offiziers wanderte kurz hoch zu dem Panorama Fenster, dann nickte er dem Sergeant bestätigend zu und machte sich auf den Weg.

Wenige Minuten später hörte George die schweren Schritte des Colonels, die sich dem Büro des Akademieleiters näherten.
Smith baute sich zu seiner vollen Größe von 1,90 Meter vor dem Schreibtisch und salutierte.

„Melde mich wie befohlen, Sir… äh Sirs!!!“

Hammond umrundete den Mann und musterte ihn dabei.
„Sie haben sich seit Kuwait sehr verändert, Colonel Smith.“

„Ich bin älter, ein wenig breiter, aber garantiert nicht weiser geworden, Sir.“

George grinste, er konnte sich jetzt schon die lebhaften Diskussionen zwischen diesem Mann und Jack O´Neill vorstellen.

„Sind Sie zufrieden mit dem, was Sie hier tun, John?“
„Ich gebe mein Bestes, um die Kadetten auf ihren Job bei der Air Force vorzubereiten, Sir.“
„Das war nicht die Frage, Colonel.“
„Es ist …“, John zögerte leicht, "… annehmbar.“

Hammond zog einen Umschlag aus der Innentasche seiner Uniformjacke und überreichte ihn Smith.

„Was ist das, Sir?“

„Ihr neuer Job. Melden Sie sich in 48 Stunden bei der Adresse, die auf dem Schreiben angegeben ist.“

Der Colonel betrachtete den Umschlag in seiner Hand.
„Bei allem Respekt, Sir. Aber was ist, wenn ich diesen Job nicht will?“

Der Lieutenant General hob seine Tasse, trank einen Schluck Kaffee und schüttelte den Kopf.

„Glauben Sie mir, Colonel Smith, Sie wollen diesen Job.“



P2X111

Der Wind wehte durch die Blätter und Äste des Waldes und verursachte dabei ein stetes Rascheln und Knacken. Major Samuels, der kommandierende Offizier von SG 6, rannte um sein Leben. Die Panik stand dem mittelgroßen Afroamerikaner ins Gesicht geschrieben. Seine Pupillen waren geweitet, der Atem ging stoßweise und das Herz hämmerte in seiner Brust. Zu allem Überfluss fühlten sich seine Lungen an, als ob sie ihm gleich den Dienst versagen würden.

Er ignorierte alle Warnzeichen seines Körpers und rannte weiter, sich immer wieder vergewissernd, ob nicht doch eine dieser Kreaturen direkt hinter ihm war. Etwas wie das hatte er noch nie zuvor erlebt und dabei war er schon seit Anbeginn beim Stargate Kommando und hatte sogar mal einem Asgard gegenübergestanden.

Es hatte alles ganz friedlich angefangen, als sie diesen Planeten erreicht hatten. Kurz nach ihrer Ankunft hatten sie das Dorf erreicht, in dessen Mitte eine kleine Pyramide das Zentrum der Siedlung markiert hatte. Das Gebilde war von einem, nur wenige Meter durchmessenden See umgeben gewesen. Captain Becker, sein Stellvertreter, hatte sich niedergekniet, um eine Probe zu nehmen und per Schnellanalyse zu bestimmen, ob das Wasser kontaminiert war.

Doch als er den Probenbehälter in das Wasser eingetaucht hatte, schrie er auf und zog seine Hand ruckartig zurück und sie wimmelte von kleinen Würmern, die sich unter die Haut und in sein Fleisch fraßen. Er schrie wie am Spieß, doch nur für kurze Zeit.


Während der Major Beckers Kopf fixiert hielt versuchten sein Sergeant und sein Lieutenant unter größter Vorsicht die Hand von dem Ungeziefer zu befreien.
Die Schreie des Captains waren nach nur einer knappen Minute verstummt und sein ganzer Körper war in ein unkontrolliertes Zucken übergegangen nur um eine weitere Minute später lag reglos da zu liegen. Lieutenant Stehr fühlte den Puls und schüttelte stumm mit dem Kopf in Richtung des Majors.

Bevor sie überlegen konnten, wie sie weiter vorgehen würden, waren die Kreaturen aus den Hütten gekommen. Auf dem ersten Blick wirkten sie primitive Menschen, in Felle gehüllt und ohne Schuhwerk. Doch bei näherer Betrachtung fiel ihnen auf, das die Körper zum Teil verwest erschienen und in den Augen nicht der Hauch von Intelligenz zu erkennen war.

Der Major hatte sich wie in einem dieser uralten Horrorstreifen gefühlt. Hätte nur noch gefehlt, das diese Wesen dauernd das Wort „Hirn“ von sich gaben. Stehr hatte einen Moment zu lang gezögert um sich aufzurichten und wurde von dreien dieser Wesen umzingelt, die sich mit einem Tempo auf sie stürzten, das der Major ihnen niemals zugetraut hätte.

Er und sein Sergeant hatten daraufhin den Rückzug angetreten, doch sie schienen umzingelt. Gemeinsam schossen sie ihre Magazine leer und verwandelten Oberkörper und Bauchdecken in breiige Massen. Doch die Getroffenen schien dies nicht zu beeindrucken, denn sie setzten ihren Weg fort.

Nachdem sie ihre Waffen nachgeladen hatten, schafften sie es für einen kurzen Moment eine Lücke in die heran nahende Mauer verfaulten Leibern zu schießen. Der Sergeant war leider nicht schnell genug gewesen und Samuels konnte sich an den an Wahnsinn grenzenden Blick der Angst erinnern, während er nun seit Stunden um sein Leben rannte.

Er hatte sich hoffnungslos verirrt. Der Major sah die Wurzel nicht, die vor ihm aus dem Erdboden ragte und ihn nun zu Fall brachte. Sein Fuß blieb darin hängen und er fiel der Länge nach hin. Feuchte Erde und halb verfaultes Blattwerk verschmierten sein Gesicht als er aufschlug. Den stechenden Schmerz in seinem Knöchel nahm er nicht mehr wahr, denn die Panik schwemmte alles hinweg.

Unter dem Blattwerk krochen dieselben Würmer hervor, die schon Becker erwischt hatten. Er spürte, wie sie über seine Haut krochen und ihren kleinen Körper in sein Fleisch bohrten. Hektisch versuchte er sie zu entfernen, doch wenn es ihm gelang eines dieser Dinger aus seinem Fleisch zu lösen waren sofort zwei Neue da. Samuels spürte wie sich auch eines dieser Tiere in seinen Gehörgang bohrte.
Er schrie.

Das Stargate stand auf einer großen Lichtung, unbeeindruckt von den Windböen, die aufkamen und an der Standhaftigkeit des Naquadahs zerrten. Ein lauter und lang gezogener Schrei ertönte aus dem Wald und dieser Zeuge der Zeit quittierte es stumm.


Cheyenne Mountain, Colorado

Die Wolken schoben sich langsam vor die Sonne und warfen einen leichten Schatten über den Cheyenne Mountain. Ein schwarzer Ford Mustang GT 500 fuhr bis zur Schranke vor. Der Motor wurde abgestellt und zwei Männer traten aus der Wachhütte hervor. Einer von ihnen blieb wieder direkt vor der Tür stehen, die P90 im Anschlag und den Finger leicht über dem Abzug haltend.

Smith sah die beiden Sergeanten des Wachkommandos und ihre angespannten Gesichter durch die Windschutzscheibe.
„Die scheinen ein wenig nervös zu sein", murmelte er vor sich hin, während er die Fensterscheibe der Fahrertür runterfuhr und seinen Dienstausweis, samt dem Versetzungsbefehl unaufgefordert an den Mann rausreichte, der sich neben dem Wagen aufgestellt hatte.

Der Sergeant verschwand kurz in der Hütte und kam nach zwei Minuten wieder heraus. Ein kurzes Nicken in Richtung seines Kollegen ließ diesen seine Anspannung verlieren und die Waffe senken. Der Finger blieb jedoch in Nähe des Abzugs.

Sergeant Kent, so wies das Namenschild den Mann aus, der Smith seine Papiere abgenommen hatte, trat wieder an die Scheibe heran.
„Ihr Befehl und ihr Ausweis, Sir.“
Smith nahm die Sachen an. „Danke.“
Kent wies auf eine kleine Fläche, die sich in unmittelbarer Nähe der Wachhütte befand.
„Sie können dort vorne parken, Sir, bis man ihnen einen Parkplatz zugewiesen hat.“
„Danke, Sergeant.“
Smith salutierte lässig, fuhr das Fenster wieder hoch und startete seinen Wagen.
„Bin mal gespannt, was mich hier erwartet.“

Büro von General O´Neill

In Momenten wie diesen bereute Jack, dass er die Beförderung angenommen hatte. Sein Schreibtisch war übersät mit Papierkram. Anforderungsschreiben hielten einen Plausch mit Personalakten und wurden dabei von Missionsberichten beobachtet. Wie gerne wäre er jetzt in die Umkleidekabine gestürzt, hätte sich eine Weste und eine P90 umgebunden und durch das Sternentor gegangen, um den Frust abzubauen, der sich angesichts des Berges an Dokumenten in ihm aufstaute. Ein leises Summen sollte ihn an einen Termin erinnern. Nur dumm, das der Kalender in all dem Durcheinander verschollen war.
Das Klingeln des Telefons riss ihn aus seinen Überlegungen und unterbrach die damit verbundene Suche nach dem Kalender.
„O´Neill", meldete er sich kurz und knapp.

„Sergeant Harriman hier, Sir. Ihr 12 Uhr Termin wartet. Soll ich ihn rein schicken?“
„Helfen sie mir auf die Sprünge, Walter.“
„Colonel Smith, Sir. Er soll … „
„Ja, ich erinnere mich", unterbrach Jack den Sergeant, während er das Memo las, das an dem Schirm seiner Schreibtischlampe klebte. "Soll reinkommen.“

Er stand auf, ging zur Kaffeemaschine und goss sich eine Tasse des verbrannten koffeinhaltigen Getränks ein. Auf dem Rückweg öffnete sich seine Bürotür und der 12-Uhr-Termin trat ein.
„Colonel John Smith meldet sich wie befohlen, Sir!“

O´Neill verzog ein wenig das Gesicht. Die Lautstärke des Mannes war ein wenig höher, als in so kleinen Räumen erträglich. Er setzte sich auf seinen Stuhl und bedeutete dem Colonel mit einer Geste es ihm gleich zu tun.
„Smith … Smith … irgendwo muss doch … ah da!“
Nach einer kurzen Suche zog er die Personalakte des Mannes unter einem Berg Anforderungsschreiben hervor.
„Schauen wir mal. Dritter ihres Abschlussjahrgangs. Einsätze im Irak, Kuwait, Somalia und Afghanistan. Während des zweiten Irak-Konfliktes Colonel der Special Operations Command. Einer der 191 Träger des Air Force Cross.“ Jack sah sein Gegenüber an, der ihm unbewegt zuhörte „ Reife Leistung. Wieso haben sie noch keinen Stern auf der Schulter?“

„Lesen sie weiter, Sir.“

Jack blätterte weiter.
"Sie haben sich geweigert den Befehl ihres kommandierenden Offiziers auszuführen, indem sie den Rückzug aus einem Kampfgebiet angeordnet und dabei wahrscheinlich das Leben ihrer Leute gerettet haben. Bei anschließender Besprechung haben sie dem General eine verpasst. Darf ich fragen, warum?“

„Wenn etwas riecht wie eine Falle, aussieht wie eine Falle und schmeckt wie eine Falle, dann werde ich den Teufel tun, meine Leute in den sicheren Tod zu führen. Der General sah das anders und da ging mein Temperament mit mir durch.“

„Wollen wir hoffen, dass Sie nie auf mich wütend sind. Hier steht, sie haben ihm dem Kiefer gebrochen.“ Jack klappte den Aktendeckel zu. „Geschenkt. Sie sind auf Empfehlung von General Hammond hier und ich denke, dass wir was mit ihnen anfangen können. Eines sollten sie aber wissen, wenn sie hier keine Befehle befolgen, egal wie sie lauten, kann das übel für sie ausgehen.“

Der Colonel räusperte sich.
„Nach dem was ich von General Hammond erfahren habe, haben sie das ein oder andere Mal aufgrund einer Befehlsverweigerung die Erde gerettet.“

„Ehm …“, nun war es an O´Neill sich zu räuspern, und das Thema auf einen anderen Brennpunkt zu lenken. „SG 9 hat die meisten seiner Mitglieder bei dem Konflikt um das Rand-Protektorat verloren und der einzige Überlebende sieht einer sehr langen Rehabilitation entgegen, womit dieses Team faktisch nicht mehr existiert. Sie sollen es neu aufbauen. Beim Rausgehen wird ihnen Walter den Zugang zu den Personalakten ermöglichen. Ich erwarte, das sie dies innerhalb der nächsten 72 Stunden erledigt haben.“

Jack sah den Colonel fragend an.

„Wenn sie keine Fragen mehr haben, würde ich sagen, frisch ans Werk.“
„Eine Frage hätte ich da noch, Sir.“
„Die wäre?“
„Wen muss ich umbringen, um einen Parkplatz zu bekommen?“
„Sergeant Harriman wird sich drum kümmern. Sie können wegtreten.“

John Smith erhob sich und salutierte. Dann drehte er sich um und marschierte ohne ein weiteres Wort aus dem Büro.
„Das wird bestimmt noch lustig mit dem Mann", sagte sich Jack, bevor er sich auf die nächsten Berichte stürzte.

Stargate Kommando, Kantine

Smith lehnte sich zurück und rieb sich die Augen. Seitdem er die Personalakten von diesem Harriman bekommen hatte, saß er hier und ging sie durch. Er rieb sich die Augen um die Müdigkeit zu vertreiben. Der Kaffee in seiner Tasse war schon seit Stunden kalt. Sein Körper reagierte mit Widerwillen als die eiskalte Flüssigkeit seine Kehle hinunter rann.

Sein Blick schweifte ab. Hinter der Theke war niemand mehr zu sehen und die schwarze Masse, die auf dem Boden der Kanne in der Maschine vor sich hin trocknete, wirkte nicht sehr einladend.
„Ich brauche Koffein.“

Der Colonel stand auf ging zu dem Getränkeautomaten und zog sich eine Pepsi.
„Nicht mal anständige Cola hier.“
Er öffnete die Dose und nahm einen tiefen Schluck.

Die Tür öffnete sich und der General kam herein. Er schien Smith nicht zu bemerken oder ignorierte ihn, denn sein Weg führte direkt zu den Auslagen für das Essen. O´Neill hielt abwägend ein in Folie verpacktes Thunfisch Sandwich in der linken und einen Becher Wackelpudding in der rechten Hand.

„Wieso nehmen Sie nicht beides, Sir?“

Jack sah den neuen Colonel an.
„Ich entscheide gerade, ob ich dem Thunfisch noch trauen kann. Missionsberichte lesen sich schwer mit einem verdorbenen Magen.“
Anscheinend schien er dem Fisch nicht mehr zu trauen, denn das Sandwich wanderte wieder zurück an seinen alten Platz und der Wackelpudding machte es sich auf dem Tablett bequem.
„Was macht ihre Suche, Colonel?“

John setzte sich an seinen Platz, bevor er Jack antwortete.
„Ich habe zwei mögliche Kandidaten gefunden.“

O´Neill setzte sich ihm gegenüber und schielte auf die Akten, die direkt vor seinem Offizier lagen.
„Wer sind denn die Glücklichen?“

Stumm zog Smith zwei Akten aus dem Stapel und reichte sie ihm. Jack, der gerade einen Löffel köstlichen blauen Wackelpudding genoss, nahm sie an und sah auf die Namen, die auf dem Deckel standen.
„Nicole Wallace?“, Jack verschluckte sich, als er den Namen las. „Sind sie sicher, dass sie das wollen?“
O´Neill erinnerte sich lebhaft an den weiblichen Major. Als er die damaligen Ereignisse Revue passieren lies, stahl sich ein Lächeln auf seine Lippen.
„Obwohl, wenn ich recht überlege … „

„Habe ich Ihre Erlaubnis sie in den aktiven Dienst zurückzuholen?“

Jack dachte einen Moment nach.
„Erlaubnis erteilt. Ich werde veranlassen, dass man die nötigen Papiere und Befehle morgen ab 0800 für Sie bereit hält. Sie wissen, wo sie die Frau finden?“

„Ja, Sir.“

„Ihre andere Wahl ist ebenfalls genehmigt.“
Damit war für diese späte Stunde alles gesagt. Jack leerte den Becher mit einer Akribie, die schon fast ans fanatische grenzte, während der Colonel die Akten wieder ordnete und seine Pepsi leerte.


Ein kleines Waldstück … in der Nähe von Colorado Springs …

Die Sonne war gerade im Begriff den letzten Rest der Nacht zu verscheuchen. Die ersten zarten Sonnenstrahlen fielen auf das Dach einer kleinen Waldhütte. Ein Eichhörnchen fiel vor Schreck vom Dach, weil der Schrei eines Raubvogels die Fluchtinstinkte gereizt hatte.

Die Person im Inneren der Hütte bekam davon nichts mit. Die Frau saß an einem kleinen Tisch. Vor ihr war ein Tuch ausgebreitet, auf dem die Einzelteile einer 9mm Makarov Pistole lagen. Rechts daneben stand eine Tasse mit einer undefinierbaren hellbraunen Flüssigkeit. Sie hatte eine weite Jogginghose an und trug dazu ein hautenges Top mit Spaghettiträgern.

Auf ihrem rechten Arm war eine Schlange tätowiert, die sich um den Arm wand und deren aufgerissenes Maul in der Hand endete. Die beiden äußeren Fingerknöchel stellten die tiefroten Augen des Tieres dar, während die beiden inneren Knöchel zwei nach oben gebogene Hörner waren.

Auf dem linken Oberarm war eine ca. 10 Zentimeter durchmessende Erdkugel zu sehen, in dessen Mitte ein Zeichen prangte, das Eingeweihte als das Sternentorsymbol der Erde kannten.

Ihre Haut war leicht gebräunt und ihre rotblond gefärbten Haare waren zu einem geflochtenen Zopf gebunden, der ihr bis zur Rückenmitte reichte. Unter dem Saum des Trägertops war eine Narbe zu erkennen, die am Ansatz ihres Steißbeins begann und dann unter der Kleidung verschwand.

Die Sonnenstrahlen schlichen sich durch das Fenster und trafen auf ihre Augen. Ihr rechtes Auge war braun, während das Linke grün war. Sie litt unter Iris- Heterochromie. Das Besondere an ihrem linken Auge war, das von der Pupille aus sich fünf dünne Streifen, in blauer Farbe, sternenförmig durch die Iris zogen.

Wallace kniff die Augen geblendet zusammen, erhob sich zu ihrer vollen Körpergröße von 1, 70 Meter und zog die Gardine bis auf einen kleinen Spalt zu. Dieser Spalt lieferte genug Licht, um sie ihre Arbeit fortführen zu lassen.

Mit einer kleinen Drahtbürste reinigte sie den Lauf ihrer Waffe. Sie hielt das Stück Metall so, das sie hindurch gucken konnte, um zu prüfen, ob sie etwas übersehen hatte. Das Geräusch eines nahenden Wagens durchbrach die übliche Kulisse und lies sie aufhorchen.

In weniger als vier Sekunden hatte sie die Waffe wieder zusammengesetzt und geladen. Nicole erwartete keinen Besuch.

Sie spähte durch das Guckloch in der Tür und konnte erkennen, dass ein schwarzer Wagen nur wenige Meter von ihrer Hütte entfernt hielt. Ein Mann mit brauner Lederjacke, schwarzem Pullover und Jeans stieg aus. Nicole schätzte, dass er ungefähr genauso groß war wie sie. In seinem Mundwinkel hing der langsam erlöschende Stumpen einer Zigarre.

Wallace ging zwei Schritte von der Tür zurück. Kurz darauf klopfte es, und die Stimme des Mannes klang dumpf ins Innere der Hütte.

„Major Wallace, sind Sie da?“

Ihr Atem ging flach.
Wer war dieser Mann?
Die Waffe leicht erhoben wartete sie weiter ab.
Es klopfte erneut.

„Major, mein Name ist John Smith. Colonel der United States Air Force und ich würde gerne mit Ihnen reden.“

Sie ließ die Waffe sinken und schloss die Tür auf. Die Kette ließ sie allerdings eingerastet.
„Was wollen Sie?“

Die Antwort bestand aus einem Lächeln und einem Umschlag, den er durch den Spalt rein reichte.
„Sie sind hiermit reaktiviert worden.“

Wallace sah mit Unglauben auf den Brief, den der Colonel ihr hinhielt. Die Ungläubigkeit verwandelte sich in einen aggressiven Unterton, als sie den Mann ansprach.

„Wenn das ein schlechter Scherz ist … ich habe hier eine geladene Waffe.“

Smith wirkte unbeeindruckt.
„Wahrscheinlich die 9mm Makarov. Ihre Lieblingswaffe und nein, das ist kein Scherz. Ich bin beauftragt worden ein neues SG Team aufzubauen und will sie als meinen Second in Command.“

„Ihnen ist klar, dass ich mit meinem letzten CO eine kleine Auseinandersetzung hatte und deshalb bis auf Weiteres beurlaubt wurde?“

Ein kleines Lächeln stahl sich auf die Lippen des Colonels.
„Durchaus und genau das ist der Grund. Ich kann keinen JA-Sager gebrauchen. Ich brauche jemanden, der mich notfalls auch mal mit einer Handgreiflichkeit davon abhält Scheiße zu bauen.“

Mit diesen Worten drehte Smith sich um und ging zurück zu seinem Wagen. Auf halbem Weg drehte er sich noch einmal um.
„Antritt morgen um 0600.“

John stieg in seinen Wagen und steckte den Schlüssel in die Zündung. Bevor er ihn umdrehte, schaute er noch einmal durch die Wundschutzscheibe.

Wallace stand immer noch in der Tür und schien sich zu fragen, ob das gerade ein Traum, ein Scherz oder beides war. In dem Moment, wo er den Wagen startete, konnte er noch sehen, wie sie den Umschlag öffnete und den Antrittsbefehl herausnahm.

Er zündete sich eine neue Zigarre an.
„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“

Fortsetzung folgt
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#2
So meine geneigten Leser, ich hoffe, dass ich ich euch mit dem Director´s Cut bisher gut unterhalten konnte und gebe euch nun das was ihr alle erwartet... eine Fortsetzung.

***

Cheyenne Mountain… später am Tag…

Smiths neues Büro war nur ein kleiner Verschlag mit einem Schreibtisch, der in seiner Schlicht- und Einfachheit einem schwedischen Albtraum entsprungen zu sein schien. Einem Bürostuhl der schon bessere Tage gesehen hatte und 2 einfachen Holzstühlen, die für Gäste vorgesehen waren.

John hatte bereits einen kleinen Rollcontainer hinzugefügt, der in der Ecke stand und auf dem nun das wichtigste Büroutensil stand: Die Kaffeemaschine.

Der Colonel saß in dem Bürostuhl, die Füße auf der Tischkante liegend, während im Hintergrund das Geräusch kochenden Wassers zu vernehmen war, das langsam durch den Filter lief und sich in das Getränk der Götter verwandelte.

Der Mann ließ seine Gedanken zu seinem Treffen heute Morgen schweifen. Er war sich ziemlich sicher, das Wallace den Job annehmen würde, das hatte er in ihrem Blick erkennen können. Nur fragte er sich, was wohl vorgefallen war, das sie sich nach ihrer „Beurlaubung“ in eine einsame Waldhütte zurückgezogen hatte. Diesbezüglich war sogar seine Sicherheitsfreigabe zu niedrig um ihm entsprechenden Einblick in die Unterlagen zu gewähren. Die Zusammenarbeit mit dieser Frau würde sicherlich sehr interessant werden.

Ein leises Piepsen verkündete ihm, dass der Kaffee fertig war. John nahm die Füße herunter, drehte sich auf dem Stuhl herum, stand auf und goss sich eine Tasse ein. Gerade als er die Milch hinzufügen wollte, polterte es draußen auf dem Gang, dicht gefolgt von einigen, durchaus vulgär zu nennenden, Schimpfwörtern.

Smith öffnete die Tür und sah eine junge Frau auf dem Boden knien, die verzweifelt versuchte die anscheinend medizinischen Akten, die ihr runtergefallen waren, wieder zu ordnen.
„Verdammter Mist. Wieso habe ich mich nur gemeldet. Kommen sie zum Stargate Kommando, hieß es. Erleben sie das Abenteuer ihres Lebens, hieß es und nun muss ich Akten durch die Gegend schieben und darf vielleicht mal ein wenig Blut abnehmen. Scheiße verdammt.“




„Kann ich Ihnen behilflich sein … „ Smith schaute kurz auf die Schultern der Frau "… Sergeant?“

Der Schreck ließ den Sergeant den bereits geordneten Stapel wieder umwerfen.
„Si… Sir.“
Sie stand etwas unbeholfen auf und salutierte.

John kniete sich hin, schob die Akten zu einem halbwegs ordentlichen Stapel wieder zusammen, stand auf und überreichte es seinem Gegenüber.
„Sie arbeiten für den medizinischen Bereich, Sergeant …?“

„Ripley, Sir, Sergeant Nora Ripley. Ja, Sir, ich bin Krankenschwester mit einer Feldsanitäter-Ausbildung.”

„Ihrem kleinen Ausbruch vorhin entnehme ich, dass Sie sich für den Offworld Einsatz beworben haben?“

Die zierliche Frau, die mit ihren knappen 1,65 Meter und geschätzten 50 kg Körpergewicht etwas zerbrechlich wirkte, sah verlegen zur Seite.

„Ja, Sir. Nur wurden meine bisherigen Anfragen immer negativ beantwortet.“

„Gibt es dafür einen besonderen Grund?“, fragte der Colonel. Aus dem Augenwinkel sah er, wie die linke Hand des Sergeanten leicht zitterte.

Ripley atmete tief ein, bevor sie antwortete.
„Wenn ich nervös bin oder unter starkem Stress stehe, setzt ein neurospastischer Reflex ein und meine linke Hand fängt an zu zittern.“ Während dieser Erklärung fiel ihr auf, dass genau das in diesem Moment geschah und Nora steckte die Hand in die Tasche ihres Kittels.

„Sind sie Linkshänderin?“

„Nein, Sir.“

„Wie hoch ist ihre Trefferquote bei der Waffenausbildung gewesen?“

„98,8 Prozent, Sir. Bis auf dieses kleine Problem kann ich einen sehr guten Gesundheitsstand nachweisen. „

„Fitnessfaktor? Besondere Fähigkeiten?“

„Hoch. Ich laufe die 100 Meter in unter 15 Sekunden und beherrsche Judo und Karate.“

Smith bemerkte, dass das Zittern in der Kitteltasche mit steigender Selbstsicherheit der Frau nachließ.

„Melden sie sich um 1800 beim Personalbüro. Ich werde dort einige Papiere für Sie hinterlegen und dann sehen wir uns morgen um 0600 im Besprechungsraum.“

Sergeant Ripleys Mund stand offen und ihre Brille war ein wenig abgerutscht.
„Sir?“

„Freuen Sie sich. Ab morgen um 0600 werden ihre Träume wahr.“

Mit diesen Worten drehte sich der Colonel herum und verschwand wieder in seinem Büro.

Der Gesichtsausdruck der jungen Frau war eine Mischung Freude, Unglauben und Verdutztheit, als sie ihren Weg fortsetzte.

P3X116

Das Sternentor öffnete sich und aus dem Funkgerät, das irgendwo im Wald auf dem Boden lag, drang eine Stimme.
„Sierra Golf 6 für Sierra Golf Charlie. Melden sie Ihren Status.“


Diese Aufforderung wurde mehrfach wiederholt, dann brach der Kontakt wieder ab und der Ereignishorizont verschwand.

SGC

Im wissenschaftlichen Labor des Stargate Centers herrschte eine konzentrierte, fast andächtige Stille. Der Geruch von altem Pergament, frischer Druckertinte und einer Spur Kaffee lag in der Luft, vermischt mit dem Summen der Computer und dem leisen Piepen eines Scanners. Zwischen Regalen voller Artefakte und halb übersetzter Inschriften stand Daniel Jackson über einen Tisch gebeugt und betrachtete eine Reihe von Fotos, die offenbar von einer neu entdeckten Ausgrabungsstätte stammten.

Die Tür öffnete sich zischend, und Colonel John Smith trat ein. Sein Blick schweifte suchend durch den Raum, bis er auf Daniel fiel.
„Dr. Jackson?“, fragte er und trat näher. „Ich suche Henry Loeb. Man hat mir gesagt, er arbeitet hier im archäologischen Bereich.“
Daniel hob den Kopf, lächelnd, freundlich wie immer. „Colonel Smith, richtig? Willkommen im Chaos.“ Er deutete um sich. „Henry ist gerade im Nebenraum. Er katalogisiert ein paar Artefakte, die gestern reingekommen sind. Kann aber einen Moment dauern – der Junge hat das Talent, sich komplett in Detailarbeit zu verlieren.“

John nickte und ließ den Blick über die vielen Exponate wandern. „Ich bin noch nicht lange hier und versuche mich zurechtzufinden. Ehrlich gesagt … das Stargate-Programm ist etwas überwältigend.“
Daniel lachte leise. „Das ging uns allen so. Man kommt hier rein, bekommt gesagt, dass außerirdische Kulturen real sind, dass sie die Erde besucht haben und dass man nun Teil eines Teams ist, das durch ein Tor zu anderen Welten reist.“ Er zuckte die Schultern. „Das ist viel auf einmal.“
„Ich war auf einige Überraschungen vorbereitet“, gab John zu, „aber das hier übertrifft alles. Und gleichzeitig … fühlt es sich richtig an.“

„Das ist ein gutes Zeichen“, meinte Daniel. „Es wird Momente geben, die Ihre Welt komplett auf den Kopf stellen. Aber Sie sind nicht allein. Wir lernen alle ständig dazu. Und wenn Sie Fragen zu alten Kulturen haben – oder dazu, warum ein bestimmtes Artefakt brummt – Henry oder ich helfen gerne.“

In diesem Moment öffnete sich die Tür zum Nebenraum, und Henry Loeb trat ins Labor. In seinen Armen balancierte er einen Stapel Tablets und Notizblöcke, der bei jedem Schritt bedrohlich wankte. Der junge Mann – Ende dreißig, mit einem drei Tage alten Vollbart und einer glatten Kopfhaut, die das Laborlicht reflektierte – blieb abrupt stehen, als er den fremden Offizier neben Daniel Jackson bemerkte.

„Äh… oh!“ Ein erschrockener Laut entwich ihm, und er hielt die Tablets instinktiv fester. „Ähm… guten Tag?“ Seine Stirn legte sich in Falten, während er versuchte, John Smith einzuordnen. Offensichtlich ohne Erfolg.
Loeb hatte noch immer diesen leicht verwirrten Ausdruck im Gesicht, als Daniel Jackson die beiden beobachtete. Seine Augenbrauen wanderten langsam nach oben, und er verschränkte die Arme vor der Brust. Sein Blick glitt erst zu Henry – der offensichtlich genauso wenig wusste wie er – und dann wieder zum Colonel.

„Also gut“, begann Daniel schließlich und neigte den Kopf leicht zur Seite. „Colonel… nachdem Henry Sie nicht kennt, und ich Sie auch nicht erwarte… was genau wollen Sie eigentlich hier?“
Er stellte die Frage in einem Tonfall, der höflich klang, aber unmissverständlich neugierig war.
Colonel Smith atmete ruhig ein, als hätte er gewusst, dass dieser Moment kommen würde. Dann griff er in die Innentasche seiner Uniformjacke und zog ein gefaltetes Dokument hervor.
„Dr. Jackson“, sagte er und reichte ihm das Papier. „Ich bin hier, weil ich mir ein Team zusammenstelle. Und ich habe Henry Loeb für meine Einheit ausgewählt.“

Loeb riss die Augen auf. „Mich?!“ Seine Stimme überschlug sich beinahe. „Warum mich? Ich meine… ich bin nur Assistent. Ich mache Listen. Und Berichte. Und sortiere Keramikscherben.“
John lächelte knapp. „Das klingt nach der perfekten Qualifikation.“
Henry verstummte. Offenbar hatte er keine Antwort auf eine Begründung erwartet, die gleichzeitig verwirrend und schmeichelhaft klang.

Daniel entfaltete währenddessen das Dokument, überflog die ersten Zeilen – und blieb dann hängen. Seine Stirn glättete sich, dann verzog sich sein Mund zu einem Ausdruck, der irgendwo zwischen Genervtheit und trockenem Humor lag.
„Ah“, murmelte er. „Von Jack.“
Smith nickte Bestätigend.

Daniel seufzte hörbar und las laut vor: „‚Daniel, du brauchst einen neuen Assistenten. Versuch nicht wieder, irgendetwas zu diskutieren. Wir wissen beide, wie das endet. – O’Neill.‘“
Er senkte den Zettel und massierte sich den Nasenrücken. „Das klingt wie Jack.“
„Er hat auch noch etwas hinzugefügt“, sagte John und wies auf die Rückseite.
Daniel drehte das Dokument um und las: „‚P.S.: Loeb ist schlauer als er aussieht. Und das sagt was, weil er meistens ziemlich verwirrt aussieht.‘“

Henry starrte empört auf das Papier. „Was?! Ich… ich sehe nicht verwirrt aus! Oder?“ Er wandte sich suchend an Daniel.
Daniel schenkte ihm einen langen, vielsagenden Blick. „Henry… du bist gestern fünf Minuten lang einem leeren Karton gefolgt, weil du dachtest, es wäre ein Drohnengehäuse.“
„Der Karton war sehr stabil gebaut!“, verteidigte sich Loeb.
Smith konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen.

„Also gut“, sagte Daniel schließlich resigniert und klappte das Dokument zusammen. „Wenn Jack  es abgesegnet hat… haben wir wohl keine Wahl.“
Er musterte Henry, der noch immer zwischen Stolz, Aufregung und einer Spur Panik schwankte.
„Glückwunsch, Henry“, sagte Daniel trocken. „Du gehörst jetzt zum Team des Colonels.“
Henry schluckte. „Ich… äh… also… danke? Hoffe ich?“

John legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Keine Sorge. Wir fangen langsam an. Morgen um 0600 melden sie sich bitte um Besprechungsraum.“
Daniel grinste. „Ja, Henry. Langsam. Also vermutlich nur ein oder zwei außerirdische Katastrophen in der ersten Woche.“
„Daniel?!“, rief Loeb entsetzt.
Der Archäologe hob beschwichtigend die Hände. „War ein Scherz. Hoffe ich.“
Das Labor war plötzlich erfüllt von einer Mischung aus Anspannung und neuer Dynamik – und es war klar, dass dies erst der Anfang eines sehr ungewöhnlichen Teams war.

SGC, 0600, Besprechungsraum

John stand einen Moment zögernd vor der Treppe die zum Besprechungsraum hinauf führte. Er atmete tief durch und setzte seinen Fuss auf die erste Stufe um dann mit Schwung die restlichen Stufen zu erklimmen. Sie waren alle da.

Sein Blick traf sich mit dem von Major Wallace und dabei fiel ihm das erste Mal die Besonderheit in ihrem Auge auf. Er räusperte sich kurz und steuerte den Stuhl am Kopf des Tisches an.

Kurz bevor er sich setzen konnte wurde die Tür zum Büro des Generals aufgestoßen.


Die sitzenden Mitglieder von SG-9 erhoben sich augenblicklich, als sich die Tür zum Besprechungsraum öffnete und General Jack O’Neill eintrat. Die vier Soldaten standen stramm und salutierten, während der General mit gewohnt lässiger Haltung vor dem Tisch stehen blieb.
„Setzen Sie sich“, sagte er und hob eine Hand. „Ich weiß, ich hatte eigentlich geplant sie zur Alpha Basis zu schicken um dort das Gelände weiter auszukundschaften. Das sollte ihnen Gelegenheit geben sich ein wenig besser kennen zu lernen und aufeinander einzuspielen. Aber leider ist ein Notfall eingetreten – und Sie sind aktuell das einzige verfügbare Team.“

Ein kurzer Blick ging durch die Gruppe. Die Situation war ernst; das erkannte man sofort an O’Neills Tonfall. Colonel John Smith richtete sich auf und antwortete mit klarer Stimme: „Sir, ich glaube, ich spreche für alle hier, wenn ich sage: Wir sind bereit. Und ich bin zuversichtlich, dass unsere Zusammenarbeit ohne Schwierigkeiten funktionieren wird. Sir.“

O’Neill nickte zufrieden. „Gut. Genau das wollte ich hören.“
Er aktivierte den Bildschirm an der Wand, auf dem die Bezeichnung P3X-116 erschien – begleitet von einer Übersicht des Geländes.
„Ihre Mission führt Sie auf diesen Planeten“, begann Jack. „Wir haben vor drei Tagen SG-6 dorthin geschickt, um erste Messungen vorzunehmen und Aufklärung zu betreiben. Die letzte Meldung, die wir erhalten haben, liegt inzwischen zwölf Stunden zurück. Laut dieser Meldung ist SG-6 auf ein kleines Dorf  gestoßen und wollte mit den Einwohnern Kontakt aufnehmen. Seitdem herrscht Funkstille – und das gefällt mir ganz und gar nicht.“
Ein Raunen ging durch SG-9. Funkstille bedeutete selten etwas Gutes.


„Ihr Auftrag lautet“, fuhr O’Neill fort, „dass Sie um 0645 durch das Stargate aufbrechen und herausfinden, was mit SG-6 passiert ist. Gehen Sie keinerlei unnötige Risiken ein. Wir können es uns nicht leisten, noch ein Team zu verlieren.“ Er sah jeden Einzelnen ernst an. „Sollten Sie auf Feindkontakt stoßen, brechen Sie sofort ab und kehren zur Erde zurück. Haben Sie mich verstanden?“
Es war Colonel Smith, der zuerst antwortete, aber die anderen sprachen im exakt gleichen Moment.
„Verstanden, Sir!“

Ihre Stimmen hallten im Raum wider, entschlossen und synchron, wie eine einzige Einheit.
O’Neill wirkte für einen Augenblick erleichtert, auch wenn er es sich nicht anmerken ließ. „Gut. Dann machen Sie sich bereit. Und noch etwas…“ Er zeigte auf die Gruppe. „Bringen Sie meine Leute zurück.“
Smith nickte ernst. „Das werden wir, Sir.“
Als der General den Raum verließ, blieb SG-9 für einen Moment in konzentriertem Schweigen zurück. Die bevorstehende Mission war klar: SG-6 finden – tot oder lebendig – und selbst heil zurückkommen. Es war nicht der Start, den sie erwartet hatten.

Fortsetzung folgt...
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#3
Gestern habe ich es geschafft... eine Über/ Neu Bearbeitung die ich 2015 begonnen hatte, hat ihr Ende gefunden, was 2005 mit einer Story begann die mehr oder weniger spontan begann und wenn überhaupt auf maximal 8.000 - 10.000 Wörter kam endete gestern mit einer restaurierten Fassung mit eindeutig mehr Wörten... aber fürchtet euch nicht meine geneigten Mitleser...  ich werde es trotzdem häppchenweise servieren.

***

P3X-116

SG-9 trat aus dem gleißenden Licht des aktivierten Stargates auf den Planeten P3X-116 hinaus. Ein leichter Wind wehte über die Lichtung, auf der das Gate stand, und brachte den Duft feuchter Erde und fremder Vegetation mit sich. Dichte Waldgebiete ragten an drei Seiten empor, während eine offene Ebene sich nach Osten erstreckte. Für einen Moment verharrte das Team schweigend, die Waffen im Anschlag, während ihre Augen die Umgebung scannten.
Was sie nicht bemerkten: Zwischen den Schatten der Bäume, kaum sichtbar hinter einem dichten Farngebüsch, beobachtete eine schmale Gestalt ihr Eintreffen. Reglos, aufmerksam, mit einem Blick, der alles andere als freundlich wirkte.
„SG-9 vollständig. Umgebung sieht ruhig aus“, murmelte Colonel Smith und machte eine Handbewegung.
Loeb, Wallace und Ripley bildeten augenblicklich ein defensives Dreieck um das Gate, jeder konzentriert auf seinen Sektor. Wallace hob sein Gerät an, führte erste atmosphärische Messungen durch, während Loeb bereits ein Notizpad gezückt hatte – eine Angewohnheit, die er selbst unter Stress nicht ablegte.
Smith wandte sich an seine Leute. „Wallace, Loeb – Sie beide sichern die nähere Umgebung ab. Maximal fünfzig Meter Abstand. Meldung alle zwei Minuten. Und keine Alleingänge, verstanden?“
„Verstanden, Sir“, antworteten beide gleichzeitig. Loeb schluckte hörbar, aber seine Schritte waren entschlossen, als er zusammen mit Wallace in Richtung des Waldrandes aufbrach.
Ripley hingegen trat etwas zurück und richtete ihre Funkantenne auf das Gate. „SFC, hier SG-9. Ankunft erfolgreich bestätigt. Keine besonderen Vorkommnisse zum jetzigen Zeitpunkt. Wir beginnen mit –“
Sie brach ab, als plötzlich hastige Schritte hinter ihnen erklangen. Loeb rannte aus dem Wald zurück, das Gesicht kreidebleich, seine Hände nervös am Gewehr krampfend.
„Colonel!“, keuchte er. „Da… da drüben am Waldrand – eine Leiche! Ich glaube… ich glaube, es ist jemand von SG-6!“ Alle drei drehten sich sofort in Loebs Richtung. Smith nickte knapp. „Ripley, bleiben Sie am Funk. Wallace, bei mir. Loeb, führen Sie uns.“

Das Team stapfte durch den hohen Farn, bis die Gestalt am Boden sichtbar wurde. Ein Mann in Standard-SG-Uniform, das Gesicht zur Seite gedreht, reglos. Ripley erreichte die Gruppe kurz darauf, mit dem Medkit in der Hand. „Ich überprüfe Puls und Zustand“, sagte sie, kniete sich neben den Körper und berührte vorsichtig seine Schulter.
Doch noch bevor sie den Puls messen konnte, geschah etwas, das niemand erwartet hatte. Der Körper begann sich zu bewegen. Ganz langsam, unnatürlich langsam, als würden die Gelenke erst lernen müssen, wieder zu funktionieren. Ripley wich reflexartig zurück. Wallace riss seine Waffe hoch, Loeb stolperte zwei Schritte hinter Smith, der seinerseits die Position einnahm und mit ruhiger, aber scharfer Stimme rief:
„Nicht schießen! Noch nicht!“
Der Körper setzte sich ruckartig auf. Das Gesicht des Mannes war bleich, die Augen glasig und rot unterlaufen. Ripley flüsterte: „Oh mein Gott… das ist Major Samuels… aber… er war tot. Ganz sicher.“
Ein gurgelnder Laut kam aus Samuels’ Kehle. Kein Wort, kein klarer Gedanke. Er erhob sich weiter, schwankend, aber zielstrebig – auf Ripley zu.
Smith spannte den Kiefer an. „Major? Können Sie mich hören? Bleiben Sie stehen!“
Der Mann reagierte nicht. Stattdessen machte er einen schnellen, verzerrten Schritt vorwärts.
Ripley wich zurück. „Sir, das ist nicht normal – das ist überhaupt nicht menschlich!“
Smith hob die Hand, zögerte einen Moment, dann brüllte er: „Feuer eröffnen!“
Wallace gab einen kurzen Burst ab – drei Treffer in Brust und Schulter. Samuels zuckte, taumelte, aber blieb stehen. Dann stieß er ein tierisches Fauchen aus. Loeb, der vor Schreck fast sein Gewehr hätte fallen lassen, brachte die Waffe ruckartig nach oben. Der Schuss löste sich – nur ein einziger –, und schlug sauber durch Samuels’ Stirn.
Der Körper sackte sofort zusammen, diesmal endgültig reglos. Eine bedrückende Stille breitete sich aus. Nur Loebs schweres Atmen war zu hören.
Smith trat vorsichtig näher, immer noch mit erhobener Waffe. „Ripley… überprüfen Sie ihn. Aber seien Sie vorsichtig.“ Sie kniete sich erneut hin, mit Handschuhen und Zitter in der Stimme. „Sir… ich weiß nicht, was hier passiert ist… aber das hier… das ist kein normales Verhalten. Nicht einmal annähernd.“
Smith nickte langsam, sein Blick hart, aber nachdenklich. „Dann finden wir heraus, was SG-6 hier wirklich entdeckt hat. Und warum der Major nicht tot geblieben ist. Sergeant Ripley, sichern sie die Leiche und markieren sie den Standort. Wir nehmen ihn mit, wenn wir zurück kommen.“

Der Colonel drehte sich zu Loeb um. „Das war ein guter Schuss. Erstes Mal das sie auf jemanden geschossen haben?“ Der Wissenschaftler wirkte leicht verlegen. „Auf einen Menschen? Ja, es sei denn Sie zählen die Dummies aus der Waffen Grundausbildung mit.“

Smith überlegte einen kurzen Moment, ob er hier wirklich die richtige Wahl getroffen hatte. Doch so schnell wie der Zweifel gekommen war, war er auch schon wieder verflogen. Ripley stand auf. Das war für John das Zeichen das Sie sich auf den Weg machen konnten.

„Wir gehen jetzt zu der letzten bekannten Position von SG-6. Wallace sie gehen voran, dann Ripley, Loeb und ich bilden die Nachhut. 10 Meter Abstand und achten Sie verschärft auf die Umgebung. Wo der herkommt, ...“ , er zeigte mit dem Lauf seiner G36 auf die Leiche des Majors, „ … gibt es vielleicht noch mehr.“

SG-9 bewegte sich vorsichtig durch den dichten Wald. Die Luft war feucht, der Boden weich, und jeder Schritt knirschte leise unter dem Gewicht ihrer Stiefel. Nach dem Vorfall mit Major Samuels lag eine unangenehme Spannung in der Luft. Niemand sagte etwas, doch die Blicke, die sich die Teammitglieder zuwarfen, verrieten genug: Wenn einer der SG-6-Leute sich so verhalten hatte … wer wusste, wie viele weitere sich in den Schatten verbargen?
Ein plötzliches Krachen irgendwo links von ihnen ließ alle alarmiert stehen bleiben. Es klang nicht nach Tier – eher nach einem hastigen, unkontrollierten Schritt. Loeb fuhr erschrocken herum und hob seine Waffe, Wallace tat dasselbe. Ripley ging leicht in die Knie, bereit, in Deckung zu springen.
Smith hob nur eine Hand. „Ruhe.“
Er lauschte. Ein zweites Geräusch folgte, ein leises Rascheln, und dann wieder Schritte, viel zu vorsichtig, um etwas Großes zu sein – und viel zu schwer, um ein kleines Tier zu sein.
Jemand folgte ihnen.
Smith wandte nur minimal den Kopf zu Wallace und machte eine knappe Handbewegung – ein militärisches Zeichen, das eindeutig war: Flankieren. Umrunden. Zugriff von hinten.
Wallace nickte kaum merklich und glitt beinahe lautlos in die dichten Büsche. Der Rest des Teams blieb sichtbar auf dem Weg stehen. Smith gab das Zeichen.
„Also gut“, sagte er laut, damit es im Wald widerhallte. „Wer auch immer da ist – wir wissen, dass Sie uns folgen. Kommen Sie raus. Langsam. Hände hoch.“
Keine Antwort.
Ripley hob die Waffe etwas höher. „Sir, ich sehe nichts.“
„Er wird sich zeigen“, murmelte Smith.
Fünf qualvolle Sekunden vergingen.
Dann hörten sie hinter einem großen Baum ein überrascht herausstoßendes Keuchen – und Wallace’ Stimme:
„Hab ihn!“
Smith wirbelte herum, und aus dem Dickicht wurde eine Gestalt gezerrt. Ein humanoides Wesen, dünn, mit leicht rötlicher Haut und großen dunklen Augen, die vor Angst förmlich glänzten. Es zitterte am ganzen Körper. Wallace hielt es fest, jedoch ohne unnötige Gewalt.
„Sir“, sagte Wallace, „ich glaube nicht, dass es kämpfen will.“
Das Wesen hob die Hände und stammelte in schwer gebrochenem Deutsch, offensichtlich einstudiert, kaum beherrscht: „Nicht… wehtun. Bitte… nicht.“
Smith hob beschwichtigend die Hand. „Wir tun dir nichts. Aber du musst uns sagen, warum du uns folgst.“
Das Wesen schnappte nach Luft, suchte nach Worten. „Ich… habe gesehen. Menschen… wie ihr. Sie kamen. In unser Dorf. Soldaten… einer hieß… Samuels? Ja. Major Samuels.“
SG-9 tauschte sofort Blicke aus.
„Was ist passiert?“, fragte Smith ruhig.
Das Wesen zitterte stärker. „Dorf… ruhig war. Dann… Tote kamen. Männer von euch… liefen. Major Samuels… rannte weg. Viele Tote hinter ihm. Viele.“ Seine Augen wurden vor Entsetzen groß. „Sie… jagen alles. Alles Lebende.“
Loeb erschauderte. „Das sind also mehr von… diesen Dingern wie Samuels.“
Smith nickte düster und kontrollierte sein Magazin.
„Gut“, sagte er und legte eine Hand auf die Schulter des Wesens. „Dann führ uns zum Dorf. Wir müssen verstehen, womit wir es hier zu tun haben.“
Das Wesen riss plötzlich panisch die Augen auf, stieß einen heiseren Laut aus und wand sich mit überraschender Kraft aus Wallace’ Griff. Bevor jemand reagieren konnte, sprang es zur Seite und verschwand zwischen den Bäumen, raschelnd, stolpernd, aber schnell.
„Ich hol’s zurück!“, rief Wallace und setzte schon zum Sprint an.
„Negativ!“ Smiths Stimme schnitt scharf durch den Wald. „Zurück ins Team, Major! Wir wissen nicht, wie viele von diesen.... Zombies, sich hier herum schleichen. Der Bursche hat es bisher auch ohne uns geschafft zu überleben und anscheinend fühlt er sich hier im Wald alleine sicherer, als bei uns.“
Widerwillig blieb Wallace stehen, die Waffe im Anschlag, den Blick noch immer auf die Richtung des Flüchtenden gerichtet.
Smith nickte Wallace zu. „Weiter zum Dorf. Augen offen halten.“

***

SG-9 erreichte lautlos die Grenze des Dorfes und glitt sofort in Deckung hinter eine niedrige Mauer, deren Steine mit Moos und dunklen Flecken überzogen waren. Der Wind trug den Geruch von feuchter Erde und etwas Moderigem herüber, das den Colonel unwillkürlich an verwesendes Fleisch denken ließ. Ripley und Loeb übernahmen die Sicherung des Rückraums, ihre Waffen fest im Griff, bereit auf jede Bewegung im Wald zu reagieren. Smith und Wallace hingegen richteten ihre Ferngläser auf die zerfallenen Hütten und die offene Fläche dahinter. 

Zwei Ziele“, murmelte Wallace.
Smith stellte den Fokus schärfer. Dort, am Rand eines kleinen Sees – oder, wie Wallace es sofort kommentierte, einer „Pfütze mit Größenwahn“ – standen zwei Gestalten reglos wie Statuen. Der eine sah aus wie das Wesen, das ihnen im Wald begegnet war. Doch die zweite Gestalt ließ Smiths Magen schlagartig enger werden.
Captain Becker“, flüsterte er. Die Uniform war zerrissen, das Gesicht blass, die Augen leer. Doch es gab keinen Zweifel. Wallace nickte bestätigend. „Eindeutig, Sir.“ Es war Becker – oder zumindest das, was von ihm geblieben war. 

Smith bemerkte wie die Wange des Majors zuckte. „Kannten sie ihn?“ Ohne ihren kommandierenden Offizier anzusehen antwortete sie: „Ja, Sir. Wir waren in derselben Trainngsgruppe, als wir zum Stargate Kommando versetzt wurden.“ John sparte sich weiteren Fragen und richteten seine Aufmerksamkeit wieder auf die beiden Untoten.

Diese bewegten sich weiterhin nicht. Keine Muskelregung. Sie starrten nur auf das dunkle Wasser vor ihnen – als würden sie auf etwas warten.
Wallace schob leise ihren Helm nach unten. „Sir… wir sollten versuchen, einen von ihnen gefangen zu nehmen. Wenn wir einen mit zurückbringen, können die Eierköpfe im SGC herausfinden,was mit SG-6 passiert ist.“
Der Colonel bemerkte aus dem Augenwinkel wie Loeb sich kurz bei dem Wort „Eierköpfe“ zu ihnen umdrehte und etwas sagen wollte. Das führte dazu das Ripley ihm mit ihren geballten Hand an der Schulter anstieß und zu verstehen gab, dass er nach vorne gucken sollte.
Smith schwieg dazu und konzentrierte sich auf sein eigenes kleines Problem. Der Vorschlag des Majors war nicht falsch.

Aber er wusste auch, dass ein Fangversuch Lärm, Risiko und Chaos bedeutete – und sie hatten keine Ahnung, wie schnell diese Wesen reagierten oder wie viele noch im Dorf lauerten.
Sir?“, hakte Wallace leise nach.
Smith beobachtete Becker einen Moment länger, dessen Kopf leicht ruckte, als würde er auf Geräusche lauschen. Sein Finger trommelte nachdenklich auf den Lauf seines Gewehrs.

Er zögerte.

Smith nahm langsam das Fernglas vom Gesicht, atmete tief durch und traf eine Entscheidung. „Wallace, Loeb“, flüsterte er leise, aber mit einem Unterton, der keinen Widerspruch duldete. „Ihr geht zurück zum Gate. Meldet dem SGC alles, was wir wissen: SG-6 vermisst, bestätigte Untote, mögliches Infektions- oder Kontrollverhalten. Becker ist einer von ihnen. Wir brauchen sofortige Anweisungen und eventuell ein medizinisches Team.“
Loeb wollte protestieren, doch Wallace zog ihn bereits mit sich. „Wir sind unterwegs, Sir.“
Als die beiden im Wald verschwunden waren, wandte sich Smith an Ripley. „Bleiben Sie hinter der Mauer in Deckung. Ich teste die Reaktion der Wesen. Kein unnötiges Risiko.“

Ripley nickte, auch wenn ihre Augen zeigten, dass Sie die Entscheidung für gewagt hielt. Doch der Befehl stand.
Smith drang vorsichtig weiter vor, Schritt für Schritt, den Blick auf die beiden stillen Gestalten gerichtet. Becker und das andere Wesen standen noch immer am Rand des kleinen Sees, die Körper starr, die Köpfe leicht schief wie Puppen, denen jemand vergessen hatte, Leben einzuhauchen.

Als Smith einen Ast zertrat, knackte es laut. Sofort hoben beide Untote die Köpfe. Ihre Bewegungen waren ruckartig, unnatürlich, aber eindeutig eine Reaktion.
Captain Becker!“, rief Smith.
Die Wirkung war sofort. Beide Körper richteten sich auf, als hätte man eine unsichtbare Kette angespannt. Die leeren Augen fixierten ihn direkt, und ein leises, heiseres Röcheln entwich Beckers Kehle.
Sie hören mich… interessant“, murmelte Smith.
Er hob langsam die Hand, machte eine große, deutliche Stopp-Geste. Die Untoten hielten tatsächlich inne. Becker blinzelte – einmal, quälend langsam.

Ripley?“, flüsterte Smith leise. „Reaktion auf Ansprache und Gesten bestätigt.“
Sir… das ist unglaublich“, hauchte Ripley zurück.
Smith setzte gerade dazu an, einen weiteren Schritt zu wagen, als ein tiefes, vibrierendes Grollen die Luft erschütterte.
Doch es kam nicht aus dem Wald.
Es kam aus dem See.
Smith erstarrte.

Die Wasseroberfläche, eben noch spiegelglatt, begann sich zu kräuseln. Erst nur leicht, dann stärker, kreisförmig, als würde etwas unter der Oberfläche pulsieren. Kleine Wellen liefen über den schlammigen Rand, und ein dunkler Schatten formte sich unter der trüben Fläche.
Becker und das andere Untote reagierten sofort. Ihre Köpfe ruckten gleichzeitig in Richtung Wasser, die Körper leicht nach vorne gebeugt, als horchten sie auf einen stummen Befehl.
Sir… das Wasser…“, meldete Ripley flüsternd, die Stimme angespannt.
Ich sehe es“, antwortete Smith ebenso leise.

Das Grollen verstärkte sich, wurde tiefer, vibrierender, fast organisch. Luftblasen stiegen auf, platzten mit schmatzendem Geräusch an der Oberfläche. Irgendetwas regte sich dort unten. Groß. Schwer.
Die Untoten machten zwei Schritte auf den See zu – frühere Menschen, die nun wie magnetisch von dem Wesen oder der Kraft im Wasser angezogen wurden.
Ripley, sichern!“, befahl Smith scharf, ohne den Blick abzuwenden.

Er hob sein Gewehr an, den Finger am Abzug. Doch er wusste: Schießen bedeutete Lärm. Lärm bedeutete Risiko. Und noch wussten sie nicht, ob das, was dort unten lauerte, ein einzelnes Wesen oder nur der Anfang war.
Das Wasser wölbte sich.

Was zum…“, flüsterte Smith.
Die Oberfläche brach.
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#4
Heute werde ich mich nicht mit öangen Vorreden aufhalten.... Smile

***

Wallace und Loeb bewegten sich zügig, aber geduckt durch den Wald, immer wieder stehenbleibend, um zu lauschen. Die Wälder von P3X-116 waren gespenstisch still geworden. Kein Vogelruf, kein Rascheln, kein Insekt — nur ihr eigener Atem, der in der bedrückenden Stille viel zu laut wirkte.

Nach einigen Minuten erreichten sie die Lichtung des Sternentors. Die Sonne stand inzwischen höher, und ihre Strahlen brachen sich hart an der metallenen Oberfläche des Tores, warfen flackernde Reflexe in die umstehenden Bäume wie Signale, die niemand zu deuten wusste. Doch der Anblick, der sich ihnen bot, ließ beiden das Blut in den Adern gefrieren.

Die gesamte Anlage rund um das Stargate war von Untoten umzingelt.
Mindestens hundert, wahrscheinlich mehr Wesen standen oder taumelten zwischen den Steinen, im Gras, bei den abgebrannten Fackeln. Einige wirkten, als hätten sie einmal Uniformen getragen, andere sahen aus wie Einheimische. Ihre Bewegungen waren ruckartig, fahrig — und doch alle in Richtung des Tores ausgerichtet, als warteten sie auf etwas, das ihnen niemand erklärt hatte.

Und genau dort, wo das Rückkehrwahlgerät stand, drängte sich eine besonders dichte Gruppe zusammen.
„Verdammt“, flüsterte Loeb. „Da kommen wir nie ran…“
Wallace zog ihn sofort weiter zurück, hinter ein umgestürztes Stück Baumstamm. „Runter! Keine schnellen Bewegungen. Die dürfen uns nicht sehen.“
Sie lugte über die borkige Kante und verengte die Augen. „Das sind zu viele. Selbst wenn wir feuern, erreichen wir das DHD nicht.“

Loeb nickte schwer. Seine Stirn glänzte vor Anstrengung. „Was machen wir jetzt?“
Wallace wollte gerade etwas erwidern, da zuckte sie plötzlich zusammen. Zwischen den stehenden Untoten, halb am Rand, halb im Schatten — bewegte sich etwas, das ihr sofort bekannt vorkam.
Das Wesen aus dem Wald.
Dasselbe menschenähnliche Geschöpf, das sie und Smith erst vor Kurzem festgehalten hatten, das panisch gewesen war, aber lebendig. Jetzt stand es reglos, Kopf leicht zur Seite geneigt, die Haut fahl und wächsern. Es wirkte… leer.

„Oh nein…“, flüsterte Wallace. „Sie haben es erwischt. Es ist… eines von ihnen.“
Loeb verzog das Gesicht, als wollte er etwas sagen — und trat auf einen Ast.
Knack.

Ein einzelnes, erbarmungslos lautes Geräusch.
Wallace riss die Augen auf. „Loeb… bitte sag mir, dass das nicht—“
Doch es war zu spät.

Zuerst drehten sich zwei Köpfe in ihre Richtung. Dann fünf. Dann alle.
Die Horde begann sich zu bewegen. Nicht schnell — aber zielgerichtet, unerbittlich, keuchend, schlurfend, mit diesem furchtbaren Laut, der irgendwo zwischen Röcheln und einem trockenen, brechenden Kratzen lag.
Loeb wurde kalkweiß. „O-okay… das ist schlecht… sehr schlecht—“
Wallace warf ihm einen Blick zu, der gleichzeitig wütend, unglaublich frustriert und völlig ungläubig war. „Loeb… du bist ein verdammter Idiot.“

Loeb blinzelte. „Was?! Das war ein Unfall!“
„Ist mir egal! Beine in die Hand — JETZT!“ fauchte Wallace.
Sie packte ihn am Kragen und zerrte ihn hoch. Die ersten Untoten durchbrachen bereits den äußeren Ring der Bäume.
Wallace stieß Loeb an. „Los! Lauf, bevor wir hier verrotten!“
Und dann rannten sie — so schnell sie konnten — weg vom Gate, zurück Richtung Dorf, während hinter ihnen das Knurren, Schlurfen und Brechen der Untoten anschwoll wie ein tödlicher Sturm.

***

Smith stand am Rand der alten Mauer, den Blick fest auf die Oberfläche des kleinen Sees gerichtet, die sich weiter kräuselte. Das Grollen wurde intensiver, vibrierender, als würde irgendeine gewaltige Kraft direkt unter seinen Füßen pulsieren. Ripley spannte jede Muskel, die P90 fest im Anschlag, aber beide wussten: Nichts konnte sie auf das vorbereiten, was jetzt kommen würde.
Die Wasseroberfläche wölbte sich, als würde ein riesiger Luftballon darunter aufsteigen. Dann brach etwas hindurch — und Smith’ Herz setzte für einen Schlag aus.
Ein massiges, schleimiges Wesen schob sich durch die Wasseroberfläche, eine groteske, sich windende Masse, die an eine gigantische Nacktschnecke erinnerte. Ihre Haut war grau und schimmerte feucht, Adern zogen sich wie rote Linien unter der glitschigen Oberfläche entlang. Aus dem vorderen Teil streckte sich ein maulartiger Schlitz, der bei jedem Atemzug zitterte.
„Oh, großartig…“, murmelte Smith. „Das war eine verdammt blöde Idee…“
Doch noch bevor er weiterdenken konnte, hörte er Geräusche — Holz, das krachte, Stoff, der riss, langsame, schleifende Schritte.

Er drehte sich um.
Aus den Hütten des Dorfes strömten Dutzende Untote hervor. Aus Türrahmen, durch zerschlagene Fenster, manche krochen sogar aus den dunklen Spalten unter den Holzplanken hervor. Ihre leeren Augen richteten sich unisono auf ihn.
Es waren zu viele. Viel zu viele.

„Verdammt!“ Smith riss die Waffe hoch und sprintete zurück in Richtung Deckung. Doch kaum hatte er zwei Schritte gemacht, standen ihm vier Untote direkt im Weg — als hätten sie ihn erwartet. Ihre Körper waren verdreht, einer hatte nur noch einen Arm, ein anderer schleppte ein Bein hinter sich her. Sie öffneten ihre Münder zu einem trockenen, kratzenden Röcheln.
Smith hob das Gewehr — aber er kam nicht mehr dazu zu feuern.

PFFT—PFFT—PFFT—PFFT

Vier perfekte Kopfschüsse trafen die Untoten nacheinander. Alle vier Körper kippten nahezu zeitgleich um, als hätte jemand ihre Fäden durchtrennt. Blut und graue Masse spritzten auf den Boden.
Smith riss herum.
Ripley stand hinter der Mauer, halb kniend, die P90 auf ihn gerichtet — oder besser gesagt: auf das, was ihn bedrohte. Ihr Ausdruck war entschlossen, kühl, beinahe unheimlich konzentriert.
„Ich hab’s Ihnen gesagt, Sir!“, rief sie.

Smith wäre beinahe aufgelacht — aus Erleichterung oder Panik, er wusste es nicht. „Ripley, bei Gott… Sie haben nicht übertrieben.“
Doch dafür blieb keine Zeit. Das Schneckenwesen hatte sich inzwischen vollständig erhoben. Es war größer, als es zuerst gewirkt hatte — mindestens drei Meter lang, und es hob seinen vorderen Körperteil an wie eine Kobra, die zum Schlag ansetzt. Die Untoten, die es umgaben, begannen sich ebenfalls zu bewegen, angelockt vom Lärm der Schüsse.

Smith griff an seinen Gürtel.
„Ripley! Deckung!“
Er zog eine Splittergranate, riss den Stift heraus und schleuderte sie mit voller Kraft in Richtung des monströsen Wesens. Die Granate prallte gegen den schleimigen Leib, glitt ab — und landete direkt am Rand des Wassers, zwischen drei weiteren Untoten.

Smith stürmte los, die neu entstandene Lücke nutzend, die Ripley ihm geschossen hatte. Er spürte, wie sich die Untoten hinter ihm bewegten, hörte ihr Keuchen, das Schleifen ihrer Füße im Schlamm.
Ripley feuerte erneut, präzise und ohne einen Funken Zögern. „Sir! Links!“
Smith duckte sich, rutschte beinahe aus und hechtete hinter die Mauer, gerade als die Granate detonierte.

BOOOOM

Der Knall riss durch das gesamte Dorf. Ein Druckstoß fegte Erde und Wasser durch die Luft. Der schleimige Körper des großen Wesens wurde zur Seite geschleudert, während mehrere Untote in Stücke gerissen oder zumindest aus dem Gleichgewicht gebracht wurden.
Einige Sekunden lang war alles Chaos.

Dann, ein kurzer Moment Stille.
„Ripley“, keuchte Smith, „das war unser Zeichen. Jetzt oder nie!“
Ripley nickte, lud geistesgegenwärtig nach und rannte bereits los. Smith folgte ihr, beide im vollen Sprint, die Waffen noch immer in den Händen. Hinter ihnen erhob sich das monotone, hungrige Aufheulen der Untoten erneut, aber diesmal weiter entfernt, verzögert durch die Explosion.

Die beiden Soldaten jagten durch das Dorf, zwischen den Hütten hindurch, über umgestürzte Gerüste und Trümmer hinweg. Smith’ Lunge brannte, Ripley schwitzte trotz der Kälte dieses Planeten.
„Richtung Gate!“, rief Ripley. „Wenn Wallace und Loeb es geschafft haben—“

Wie auf Stichwort knackte Smiths Funkgerät, gefolgt von Wallace’ schwerem Atem. „Colonel, hier Wallace… wir haben’s zum Gate geschafft, aber eine riesige Horde hängt uns im Nacken!“ Im Hintergrund hörte er Loeb fluchen und das wütende Knurren der Verfolger.

Smith duckte sich hinter den Felsblock, warf Ripley einen kurzen Blick zu und drückte die Taste. „Verstanden, Major. Hört zu: Auf dem Weg ins Dorf haben wir eine Felsformation passiert – etwa zwanzig Meter hoch, mehrere Spalten und Überhänge. Gute Deckung, gute Sichtlinien. Wir treffen uns dort.“

„Colonel, die sind schnell!“, keuchte Wallace.

„Dann seid schneller“, antwortete Smith, härter als beabsichtigt. „Haltet Abstand, bleibt in Bewegung. Ripley und ich sorgen dafür, dass euch die Biester nicht einkreisen.“
Er hörte Wallace' knappe Bestätigung, dann verstummte das Funkgerät wieder. Smith warf Ripley einen Blick zu. „Bewegung. Wir bereiten den Empfang vor.“ Ripley nickte nur, die P90 fest im Griff, während sie sich gemeinsam in Richtung des vereinbarten Treffpunkts aufmachten.

***

Die Felsformation ragte wie ein dunkler Zacken aus der Landschaft, eine verwitterte Insel aus Stein, die im flachen Licht der untergehenden Sonne lange Schatten warf. Smith und Ripley erreichten als Erste das vereinbarte Versteck. Kaum hatten sie Deckung hinter einem breiten Überhang gefunden, hörten sie hastige Schritte, dann tauchten Wallace und Loeb zwischen den Büschen auf. Beide wirkten erschöpft, aber unverletzt.
Smith richtete sich auf. „Alles gut bei euch?“

Wallace nickte schwer atmend. „Wir glauben… wir haben sie abgeschüttelt.“ Ihr Blick wanderte in die Richtung, aus der sie gekommen waren, als würde sie jederzeit erwarten, dass die Horde erneut aus dem Unterholz brach. Doch der Wald hinter ihnen blieb stumm, nur das leise Rascheln der Blätter im Abendwind war zu hören.
Ripley senkte ihre P90. „Fürs Erste scheinen wir sauber zu sein.“

Der Major richtete sich auf, strich sich den Schweiß von der Stirn und sah zum Himmel. Zwischen den Baumwipfeln glühte der Westen in einem warmen, rötlichen Gold, aber die Sonne berührte bereits den Horizont. „Wir verlieren das Licht“, sagte sie. „Und wenn das, was wir heute gesehen haben, irgendein Maßstab ist… dann will ich nicht wissen, was hier nachts herumläuft.“

„Da sind wir uns einig“, antwortete Smith. „Rauf auf die Formation. Von oben haben wir mehr Überblick und nur wenige Zugänge, die wir sichern müssen.“
Wallace und Smith begannen bereits mit dem Aufstieg. Die ersten Meter waren flach genug, doch der Fels wurde bald steiler. Die Oberfläche war brüchig, kleine Kiesel lösten sich unter ihren Stiefeln. Ripley folgte zuletzt, deutlich erschöpft von den Kämpfen des Tages. Loeb blieb dicht hinter ihr, das Funkgerät in der Hand, noch immer damit beschäftigt, es auf Schäden zu prüfen.

Die Sonne sank weiter, und das Licht färbte die Felsen in tiefe Rot- und Orangetöne. Die Schatten wurden länger, das Gelände schwerer einzuschätzen.
Ripley setzte ihren Fuß auf einen breiteren Vorsprung, doch als sie sich nach oben zog, brach ein Stück Stein unter ihrem Gewicht weg. Sie rutschte zur Seite, verlor den Halt und stürzte den kurzen, aber steilen Abschnitt rückwärts hinunter. Mit einem gedämpften Schrei prallte sie hart auf dem Boden auf.

„Ripley!“ Smith beugte sich sofort über den Rand und griff nach seiner Waffe, während Wallace alarmiert zurückblickte.
Loeb aber reagierte schneller als jeder von ihnen. Er sprang den Hang hinunter, rutschte auf den letzten Metern fast in einen kontrollierten Fall und landete neben Ripley. Er kniete sich sofort zu ihr, legte behutsam seine Hände an ihr Bein.

Ripley presste die Zähne aufeinander, ihr Gesicht verzerrt vor Schmerz. „Ah—verdammt…“
„Stillhalten“, sagte Loeb mit einer Schärfe, die sie sonst nie von ihm hörten. Er betastete die Stelle vorsichtig, bis Ripley erneut scharf einatmete. Dann schüttelte er den Kopf und sah nach oben zu den beiden Offizieren. „Es ist gebrochen.“

Smith machte Anstalten, wieder hinunterzuklettern. „Ich komme runter—“
„Nein, Sir.“ Loebs Stimme schnitt klar und ungewohnt bestimmt durch den beginnenden Abend. „Das bringt jetzt nichts. Ich kann es schienen. Ihr solltet oben bleiben und das Gelände sichern, solange wir noch Restlicht haben.“

Wallace begann sofort, ihre Position am Felsrand anzupassen, um die Umgebung im Auge zu behalten. Smith blieb jedoch noch über Loeb stehen, den Kiefer verkrampft. „Sie muss hoch zu uns. Wir können hier unten niemanden schützen.“
„Genau deshalb brauchen wir ein Seil.“ Loebs Tonfall ließ keine Diskussion zu. „Werfen Sie es runter. Vorsichtig. Ich richte das Bein so, dass sie hochgezogen werden kann, ohne es schlimmer zu machen.“

Für einen Moment war nur Ripleys angestrengter Atem zu hören, während die Dunkelheit um sie herum dichter wurde. Smith atmete tief durch, zwang sich, die Kontrolle wiederzuerlangen, und nickte Wallace zu. Zusammen suchten sie in ihren Rucksäcken, bis Wallace das zusammengerollte Kletterseil hervorholte.
„Seil kommt!“, rief Wallace und ließ das Ende kontrolliert zu Loeb hinab. Es schlug neben ihm auf. Loeb griff danach, legte es Ripley über die Brust und unter die Arme und erklärte ihr ruhig jeden Schritt. Seine Hände zitterten leicht, aber sein Blick war fest.

„Das wird wehtun“, sagte er leise.
„Tu es einfach“, presste Ripley hervor.

Loeb schiente das Bein so gut er konnte – zwei gerade Äste aus dem nahen Gebüsch, fest umwickelt mit Verbandsmaterial aus seinem Medikit. Ripley erstickte einen Schrei, als er den Knochen wieder in Position brachte, aber sie hielt still, Schweiß auf der Stirn.

Oben zog Smith das Seil straff. „Bereit?“
„Bereit“, antwortete Loeb.

Gemeinsam zogen Smith und Wallace Ripley Meter für Meter nach oben, langsam und gleichmäßig. Loeb hielt sie unten stabil, bis der steilere Teil geschafft war und er selbst den Aufstieg beginnen konnte.
Als Ripley schließlich oben über die Kante gezogen wurde, senkte Smith sie vorsichtig auf einen flachen Felsvorsprung. Wallace kniete sofort neben ihr, kontrollierte die Schiene und nickte anerkennend. „Gute Arbeit, Loeb.“

Unten machte Loeb sich bereit, selbst hochzuklettern.
Loeb erreichte schließlich den oberen Absatz der Felsformation und zog sich keuchend über die Kante. Kaum oben, ließ er sich rücklings auf den warmen Stein fallen. Seine Brust hob und senkte sich schnell, der Adrenalinschub ebbte nur langsam ab. Wallace warf ihm einen kurzen, aber respektvollen Blick zu — ein stilles „gut gemacht“, das keiner Worte bedurfte.

Smith trat einen Schritt zurück, musterte seine drei Teammitglieder und straffte die Schultern. „In Ordnung“, sagte er leise. „Wir richten eine Wach- und Schlafrotation ein. Ripley ruht sich aus. Loeb, Wallace — einer von euch bleibt wach mit mir, der andere schläft.“

Die Nacht würde lang werden.

Fortsetzung folgt
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#5
Seit gegrüßt meine geneigten Leser.... heute möchte ich euch einen weiteren Teil meiner Geschichte präsentieren...

***

***
Jack O’Neill war gerade auf dem Weg in sein Büro, als Sergeant Walter Harriman ihn abfing. „Sir, SG-9 ist seit über einer Stunde überfällig mit ihrer Statusmeldung.“
O’Neill blieb stehen, die Stirn runzelnd. „Überfällig? Das gefällt mir nicht.“
„Sollen wir erneut versuchen, sie zu erreichen, Sir?“
Jack atmete knapp aus. „Nein. Wir machen das richtig.“ Er zeigte auf das Gate. „Walter, aktivieren Sie das Tor zu P3X-116. Offener Funkkanal, volle Leistung.“
„Jawohl, Sir!“
O’Neill verschränkte die Arme und starrte auf das Gate, während die Chevrons einrasteten. „Na los, SG-9 … antwortet.“

***
Die Finsternis kam erst schleichend, dann mit einer solchen Wucht, dass sie alle Geräusche verschluckte. Major Nicole Wallace öffnete die Augen — oder glaubte, sie zu öffnen — und fand sich auf einem fremden Planeten wieder. Dennoch wusste sie genau, wo sie war. P3X-781. Der Planet, der ihr Leben verändert hatte. Der Planet, wegen dem SG-13 nie wieder vollständig zurückgekehrt war.
Sie stand mitten in dichtem Unterholz, feuchter Dschungelboden unter ihren Stiefeln, der Geruch von Moos, süßlichem Blütenstaub und etwas Metallischem lag in der Luft. Die Sonne der Welt war groß und orange, kaum sichtbar hinter schweren Wolken. Das Licht hatte einen bleiernen Schimmer, als würde es jede Hoffnung verschlucken.
Hinter ihr raschelte es.
„Major?“, hörte sie Lieutenant Parker sagen — jung, ehrgeizig, immer etwas zu nervös. „Bewegung, dreißig Meter voraus.“
Lieutenant Colonel Renner, ihr kommandierender Offizier, trat neben sie. Ein Mann mit hartem Blick und einer Stimme, die Soldaten normalerweise sofort gehorchen ließ — außer, dass dieser Mann in Wahrheit niemals für den Posten geeignet gewesen war. „Nehmen Sie Stellung ein“, befahl er, ohne einen Blick auf die Vegetation zu werfen. „Standardformation.“
Wallace spürte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte. Es war, als würde ihr Gehirn gleichzeitig erinnern und leben. Nein. Wir hätten es wissen müssen. Wir hätten die Spuren sehen müssen. Doch im Traum wiederholten sich die Ereignisse unvermeidlich, wie ein Film, der nur vorwärts lief, egal wie laut man ihn anschrie.
Sie gingen tiefer in den Wald. Die Stille um sie herum wurde unnatürlich. Keine Tiere. Kein Wind. Kein Insekt, das surrte. Wallace legte die Hand auf ihrem MG-P90 fester an.
„Sir“, flüsterte Parker. „Das ist nicht normal.“
Renner ignorierte ihn. „Vorwärts.“
Wallace spürte, wie sich etwas in ihrem Nacken verkrampfte. Die Luft wurde dichter, die Farben verschwammen. Sofort wusste sie, was gleich passieren würde. Sie hätte schreien wollen, rennen, irgendetwas tun — aber ihre Beine bewegten sich weiter, wie ferngesteuert.
Es passierte so schnell wie damals.
Plötzlich öffnete sich vor ihnen ein kleiner, runder Platz im Dschungel — leer, zu leer. Ein perfekter Kreis. Ein Todeszeichen.
„Zurück!“, wollte Wallace rufen.
Da hörte man das metallische Klirren.
Und dann brachen sie aus den Schatten hervor. Vier Jaffa, goldene Helme, Stabwaffen im Anschlag, die Augen hart und leer. Und hinter ihnen, halb verborgen zwischen Farn und Stein — das Symbol des Goa’uld Ares auf der Stirn.
Es war eine Falle.
Renner erstarrte.
Parker riss die Waffe hoch.
Wallace packte ihn am Kragen. „Runter!“
Doch da ertönte schon das WUMM einer Stabwaffe, gleißend gelbes Licht huschte über ihren Köpfen.
„Deckung!“, brüllte sie.
Renner tat nichts. Er stand mitten auf der Lichtung, starr vor Angst. Ein Jaffa richtete die Stabwaffe direkt auf ihn, der Lauf glühte vor Energie.
Nein.
Wallace warf sich nach vorne, rammte Renner in die Seite. In derselben Sekunde brannte etwas in ihrem Rücken.
Ein brennender Speer aus Feuer, der durch Haut, Muskel und Knochen fraß.
Sie schrie.
Fiel auf die Knie.
Ihre Beine gehorchten ihr nicht mehr.
Der Schmerz war so gewaltig, dass er ihr Bewusstsein zerreißen wollte.
Dennoch hörte sie alles.
„Major ist getroffen!“, rief Parker.
„Feuer erwidern!“, schrie jemand — vielleicht sie selbst, vielleicht jemand anderes.
Blasterfeuer überflutete die Lichtung. Eine Stabwaffe explodierte an einem Baumstamm und verbrannte die Rinde. Parker schrie, Sergeant Hall schrie, Renner — Renner tat nichts. Er kroch auf allen vieren weg wie ein Tier, dann rannte er. Rannte einfach. Stieß Hall zur Seite, riss Parker um und sprintete in den Wald, ohne zurückzusehen.
Er ließ sie zurück.
Alle.
Wallace presste eine Hand gegen ihren Rücken, Blut rann über ihre Finger, warm, zu warm. Sie versuchte, die Beine zu bewegen. Nichts. Nur eisige Taubheit.
Ein Jaffa kam näher. Der Helm funkelte.
Er blickte auf sie herab.
Er zielte.
Doch dann senkte er die Waffe.
„Kree,“ sagte er in kaltem Ton. „Sie ist tot.“
Sie spürte die Kälte seiner Verachtung.
Und dann gingen sie.
Sie verschwanden genauso lautlos, wie sie gekommen waren, ließen ihre Opfer zurück, wie Müll.
Wind rauschte durch die Blätter, oder vielleicht war es nur ihr eigener Atem, der heftig und ungleichmäßig ging.
Wallace lag reglos da, starrte in den grauen Himmel.
Ich bin nicht tot.
Sie wollte es sagen.
Ihre Lippen bewegten sich kaum.
Ich bin nicht tot…
Das nächste, was sie wusste, war die Bewegung. Zentimeter für Zentimeter. Ihre Arme zitterten, doch sie zogen sie vorwärts. Der Boden war hart, Wurzeln schnitten in ihre Handflächen, Blut tropfte aus den Fingern.
Sie kroch.
Sie kroch, weil ihr Team tot war.
Weil niemand sonst mehr übrig war.
Weil sie nicht sterben würde, nicht hier, nicht für diesen abgeschlagenen Kriegsfürsten, nicht für einen Feigling wie Renner.
Jeder Atemzug war ein Hämmern in ihrem Körper, jeder Muskel schrie nach Ruhe — aber sie bewegte sich weiter.
Ein Schritt.
Noch einer.
Und irgendwann, nach Minuten oder Stunden, hob sie den Kopf.
Zwischen Farnblättern und schiefen Bäumen sah sie es.
Das Stargate.
Schwer und majestätisch, eingerahmt von Steinplatten, halb überwuchert. Die Luft vibrierte. Die Chevrons glühten.
Jemand hatte es aktiviert.
Vielleicht SG-1.
Vielleicht jemand anderes.
Sie hob eine Hand, wollte rufen.
Doch kein Ton kam über ihre Lippen.
Die ersten Chevrons rasten ein.
Ein Dröhnen erfüllte den Wald.
Das Licht pulsierte.
Sie zog sich noch ein Stück vorwärts, den Felsboden unter den Händen. Der Schmerz verschwamm, wurde dumpf, wurde weit weg, als wäre ihr Körper nicht mehr ihrer.
Der siebte Chevron rastete ein.
Die Luft explodierte nach vorne — WHOOSH — und der Ereignishorizont erschien mit wogender, silberner Gewalt.
Das Tor leuchtete.
Sie war gerettet.
Sie versuchte, aufzustehen.
Ihre Beine versagten.
Sie fiel.
Der Boden kam ihr entgegen.
Und dann hörte sie eine Stimme.
„Major.“
Sie kannte diese Stimme nicht.
„Wallace.“
Ein kurzer Nachhall, wie durch Wasser.
„Major Wallace!“
Die Welt begann zu flackern. Die Farbe des Himmels zerfloss wie Tinte im Wasser. Die Bäume verzerrten sich. Die Geräusche des Waldes wurden zu einem tiefen Summen.
„Nicole! Aufwachen!“
Der Name traf sie wie ein Schlag.
Sie riss die Augen auf.
***
Nicole Wallace schnappte nach Luft, als würde sie aus großer Tiefe auftauchen. Es war dunkel. Kalt. Und sie lag nicht auf Dschungelboden, sondern auf hartem Stein. Der vertraute Geruch von Staub und Fels lag in der Luft, vermischt mit dem leicht metallischen Duft ihrer eigenen Ausrüstung.
Über ihr beugte sich Colonel John Smith. Der Lichtkegel seiner Taschenlampe blendete sie kurz. „Major? Sie hatten einen Alptraum.“
Sie blinzelte, Atem stoßweise. Ihre Hände zitterten.
Smith kniete vor ihr, den Blick ernst, aber ruhig. „Alles okay?“
Wallace brauchte einen Moment, um zu begreifen, wo sie war — die Felsformation auf P3X-116, die Dunkelheit der fremden Welt, die fernen Geräusche… und Ripley, die schlafend an den Felsen gelehnt war. Loeb saß ein Stück entfernt, Waffe im Schoß, als hätte er ebenfalls nicht schlafen können.
„Ich…“ Wallace fuhr sich mit der Hand über das Gesicht. „Ja. Nur… ein Traum.“
Smith musterte sie, ohne etwas zu sagen. Er war kein Mann vieler Worte, aber er sah mehr, als er vorgab. Und er wusste, dass bestimmte Träume nicht einfach verschwanden.
„Sie sind wach“, sagte er schließlich. „Gehen Sie kurz an die Luft. Ich übernehme ihre Wache, bis Sie wieder klar im Kopf sind.“
Wallace nickte, atmete einmal tief durch und setzte sich auf. Ihr Rücken schmerzte leicht — Phantomschmerz. Nichts weiter.
Aber die Bilder des Traums, die Schreie, der brennende Schmerz, Renners panische Flucht… sie klebten an ihr wie kalter Schweiß.
Sie sah Smith an, der ihr eine Hand reichte. Sie nahm sie und ließ sich hochziehen.
„Danke“, sagte sie leise.
Er nickte nur.
Die Nacht auf P3X-116 war gefährlich, aber der Traum war schlimmer gewesen. Viel schlimmer. Und während Wallace sich aufrichtete und ihre Waffe neu sicherte, wusste sie:
Dieser Planet hielt genug Albträume bereit — sie brauchte keine alten wiederzubeleben.
Das Funkgerät knackte, und für einen Moment glaubte Wallace, noch immer im Traum zu stecken. Doch die Stimme, die daraus drang, war klar und vertraut.
„Hier Stargate Kommando an SG-9, bitte kommen.“
Smith richtete sich sofort auf. „Das ist General O’Neill,“ murmelte er und nahm das Gerät an sich. „SG-9 hört.“
Eine kurze Pause, dann: „SG-9, hier O’Neill. Sie sind seit Stunden überfällig. Bericht, Colonel.“
Smith atmete tief durch. Wallace sah, wie er den Blick zur Felskante richtete, als könnte er durch die Dunkelheit hindurchsehen und die untote Horde erkennen, die irgendwo dort unten lauerte.
„Sir“, begann Smith ruhig, aber mit einer angespannten Schwere in der Stimme, „wir haben ein Problem. Eine… große Zahl feindlicher Lebensformen befindet sich auf diesem Planeten. Humanoid. Stark verwest. Keine Reaktion auf Schmerz, keine sichtbare Angst. Sie agieren in Gruppen. Wir bezeichnen sie momentan als Untote.“
Am anderen Ende blieb es für zwei Sekunden vollkommen still.
Dann: „Untote?“
„Ja, Sir.“
O’Neill seufzte hörbar. „Colonel, wenn das ein Scherz sein soll, dann ist er nicht witzig. Wenn es keiner ist, ist er noch weniger witzig.“
Smith blieb ungerührt. „Es ist keiner, Sir. Sie haben uns am Sternentor überfallen. Wir mussten in höheres Gelände ausweichen. Derzeit befinden wir uns auf einer Felsformation, ungefähr drei Kilometer nordöstlich vom Gate.“
Wieder knackte es in der Leitung. Man hörte leises Murmeln im Hintergrund — wahrscheinlich Carter, die Daten prüfte, oder Daniel, der versuchte, spontan kulturelle oder mythologische Erklärungen zu finden.
„Sind Sie aktuell in Sicherheit?“, fragte O’Neill schließlich.
Smith sah zu Wallace, zu Loeb, zu Ripley, die noch immer schlafend an den Felsen lehnte. Dann zurück zum Tal — ein Schlund aus Finsternis, voller unsichtbarer Gefahren.
„Momentan ja, Sir“, antwortete er. „Die Untoten können nicht klettern. Unsere Position ist hoch genug, um sie abzuwehren. Allerdings…“
„Allerdings?“, hakte O’Neill nach.
Smith zögerte nur einen Atemzug. „Wir wissen nicht, ob sich die Horde noch immer am Sternentor befindet oder ob sie sich zerstreut hat. Der Weg zurück ist blockiert. Wir haben keine visuelle Bestätigung. Zu gefährlich, um es zu überprüfen.“
Man hörte O’Neill schwer ausatmen.
„Verstanden, SG-9. Halten Sie Position. Wir arbeiten an einer Lösung. Berichten Sie jede Veränderung.“
„Jawohl, Sir.“
Das Funkgerät knackte erneut, dann war die Verbindung tot.
Smith senkte es langsam. „Das wird eine lange Nacht“, sagte er.
Wallace nickte. Und als der Wind über die Felskante strich, glaubte sie, entfernt ein leises, kehliges Knurren zu hören.
Die Untoten waren noch da draußen.
Und sie warteten.
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