Stargate Kommando SG-9- Planet der Verdammten (Directors Cut)
#2
So meine geneigten Leser, ich hoffe, dass ich ich euch mit dem Director´s Cut bisher gut unterhalten konnte und gebe euch nun das was ihr alle erwartet... eine Fortsetzung.

***

Cheyenne Mountain… später am Tag…

Smiths neues Büro war nur ein kleiner Verschlag mit einem Schreibtisch, der in seiner Schlicht- und Einfachheit einem schwedischen Albtraum entsprungen zu sein schien. Einem Bürostuhl der schon bessere Tage gesehen hatte und 2 einfachen Holzstühlen, die für Gäste vorgesehen waren.

John hatte bereits einen kleinen Rollcontainer hinzugefügt, der in der Ecke stand und auf dem nun das wichtigste Büroutensil stand: Die Kaffeemaschine.

Der Colonel saß in dem Bürostuhl, die Füße auf der Tischkante liegend, während im Hintergrund das Geräusch kochenden Wassers zu vernehmen war, das langsam durch den Filter lief und sich in das Getränk der Götter verwandelte.

Der Mann ließ seine Gedanken zu seinem Treffen heute Morgen schweifen. Er war sich ziemlich sicher, das Wallace den Job annehmen würde, das hatte er in ihrem Blick erkennen können. Nur fragte er sich, was wohl vorgefallen war, das sie sich nach ihrer „Beurlaubung“ in eine einsame Waldhütte zurückgezogen hatte. Diesbezüglich war sogar seine Sicherheitsfreigabe zu niedrig um ihm entsprechenden Einblick in die Unterlagen zu gewähren. Die Zusammenarbeit mit dieser Frau würde sicherlich sehr interessant werden.

Ein leises Piepsen verkündete ihm, dass der Kaffee fertig war. John nahm die Füße herunter, drehte sich auf dem Stuhl herum, stand auf und goss sich eine Tasse ein. Gerade als er die Milch hinzufügen wollte, polterte es draußen auf dem Gang, dicht gefolgt von einigen, durchaus vulgär zu nennenden, Schimpfwörtern.

Smith öffnete die Tür und sah eine junge Frau auf dem Boden knien, die verzweifelt versuchte die anscheinend medizinischen Akten, die ihr runtergefallen waren, wieder zu ordnen.
„Verdammter Mist. Wieso habe ich mich nur gemeldet. Kommen sie zum Stargate Kommando, hieß es. Erleben sie das Abenteuer ihres Lebens, hieß es und nun muss ich Akten durch die Gegend schieben und darf vielleicht mal ein wenig Blut abnehmen. Scheiße verdammt.“




„Kann ich Ihnen behilflich sein … „ Smith schaute kurz auf die Schultern der Frau "… Sergeant?“

Der Schreck ließ den Sergeant den bereits geordneten Stapel wieder umwerfen.
„Si… Sir.“
Sie stand etwas unbeholfen auf und salutierte.

John kniete sich hin, schob die Akten zu einem halbwegs ordentlichen Stapel wieder zusammen, stand auf und überreichte es seinem Gegenüber.
„Sie arbeiten für den medizinischen Bereich, Sergeant …?“

„Ripley, Sir, Sergeant Nora Ripley. Ja, Sir, ich bin Krankenschwester mit einer Feldsanitäter-Ausbildung.”

„Ihrem kleinen Ausbruch vorhin entnehme ich, dass Sie sich für den Offworld Einsatz beworben haben?“

Die zierliche Frau, die mit ihren knappen 1,65 Meter und geschätzten 50 kg Körpergewicht etwas zerbrechlich wirkte, sah verlegen zur Seite.

„Ja, Sir. Nur wurden meine bisherigen Anfragen immer negativ beantwortet.“

„Gibt es dafür einen besonderen Grund?“, fragte der Colonel. Aus dem Augenwinkel sah er, wie die linke Hand des Sergeanten leicht zitterte.

Ripley atmete tief ein, bevor sie antwortete.
„Wenn ich nervös bin oder unter starkem Stress stehe, setzt ein neurospastischer Reflex ein und meine linke Hand fängt an zu zittern.“ Während dieser Erklärung fiel ihr auf, dass genau das in diesem Moment geschah und Nora steckte die Hand in die Tasche ihres Kittels.

„Sind sie Linkshänderin?“

„Nein, Sir.“

„Wie hoch ist ihre Trefferquote bei der Waffenausbildung gewesen?“

„98,8 Prozent, Sir. Bis auf dieses kleine Problem kann ich einen sehr guten Gesundheitsstand nachweisen. „

„Fitnessfaktor? Besondere Fähigkeiten?“

„Hoch. Ich laufe die 100 Meter in unter 15 Sekunden und beherrsche Judo und Karate.“

Smith bemerkte, dass das Zittern in der Kitteltasche mit steigender Selbstsicherheit der Frau nachließ.

„Melden sie sich um 1800 beim Personalbüro. Ich werde dort einige Papiere für Sie hinterlegen und dann sehen wir uns morgen um 0600 im Besprechungsraum.“

Sergeant Ripleys Mund stand offen und ihre Brille war ein wenig abgerutscht.
„Sir?“

„Freuen Sie sich. Ab morgen um 0600 werden ihre Träume wahr.“

Mit diesen Worten drehte sich der Colonel herum und verschwand wieder in seinem Büro.

Der Gesichtsausdruck der jungen Frau war eine Mischung Freude, Unglauben und Verdutztheit, als sie ihren Weg fortsetzte.

P3X116

Das Sternentor öffnete sich und aus dem Funkgerät, das irgendwo im Wald auf dem Boden lag, drang eine Stimme.
„Sierra Golf 6 für Sierra Golf Charlie. Melden sie Ihren Status.“


Diese Aufforderung wurde mehrfach wiederholt, dann brach der Kontakt wieder ab und der Ereignishorizont verschwand.

SGC

Im wissenschaftlichen Labor des Stargate Centers herrschte eine konzentrierte, fast andächtige Stille. Der Geruch von altem Pergament, frischer Druckertinte und einer Spur Kaffee lag in der Luft, vermischt mit dem Summen der Computer und dem leisen Piepen eines Scanners. Zwischen Regalen voller Artefakte und halb übersetzter Inschriften stand Daniel Jackson über einen Tisch gebeugt und betrachtete eine Reihe von Fotos, die offenbar von einer neu entdeckten Ausgrabungsstätte stammten.

Die Tür öffnete sich zischend, und Colonel John Smith trat ein. Sein Blick schweifte suchend durch den Raum, bis er auf Daniel fiel.
„Dr. Jackson?“, fragte er und trat näher. „Ich suche Henry Loeb. Man hat mir gesagt, er arbeitet hier im archäologischen Bereich.“
Daniel hob den Kopf, lächelnd, freundlich wie immer. „Colonel Smith, richtig? Willkommen im Chaos.“ Er deutete um sich. „Henry ist gerade im Nebenraum. Er katalogisiert ein paar Artefakte, die gestern reingekommen sind. Kann aber einen Moment dauern – der Junge hat das Talent, sich komplett in Detailarbeit zu verlieren.“

John nickte und ließ den Blick über die vielen Exponate wandern. „Ich bin noch nicht lange hier und versuche mich zurechtzufinden. Ehrlich gesagt … das Stargate-Programm ist etwas überwältigend.“
Daniel lachte leise. „Das ging uns allen so. Man kommt hier rein, bekommt gesagt, dass außerirdische Kulturen real sind, dass sie die Erde besucht haben und dass man nun Teil eines Teams ist, das durch ein Tor zu anderen Welten reist.“ Er zuckte die Schultern. „Das ist viel auf einmal.“
„Ich war auf einige Überraschungen vorbereitet“, gab John zu, „aber das hier übertrifft alles. Und gleichzeitig … fühlt es sich richtig an.“

„Das ist ein gutes Zeichen“, meinte Daniel. „Es wird Momente geben, die Ihre Welt komplett auf den Kopf stellen. Aber Sie sind nicht allein. Wir lernen alle ständig dazu. Und wenn Sie Fragen zu alten Kulturen haben – oder dazu, warum ein bestimmtes Artefakt brummt – Henry oder ich helfen gerne.“

In diesem Moment öffnete sich die Tür zum Nebenraum, und Henry Loeb trat ins Labor. In seinen Armen balancierte er einen Stapel Tablets und Notizblöcke, der bei jedem Schritt bedrohlich wankte. Der junge Mann – Ende dreißig, mit einem drei Tage alten Vollbart und einer glatten Kopfhaut, die das Laborlicht reflektierte – blieb abrupt stehen, als er den fremden Offizier neben Daniel Jackson bemerkte.

„Äh… oh!“ Ein erschrockener Laut entwich ihm, und er hielt die Tablets instinktiv fester. „Ähm… guten Tag?“ Seine Stirn legte sich in Falten, während er versuchte, John Smith einzuordnen. Offensichtlich ohne Erfolg.
Loeb hatte noch immer diesen leicht verwirrten Ausdruck im Gesicht, als Daniel Jackson die beiden beobachtete. Seine Augenbrauen wanderten langsam nach oben, und er verschränkte die Arme vor der Brust. Sein Blick glitt erst zu Henry – der offensichtlich genauso wenig wusste wie er – und dann wieder zum Colonel.

„Also gut“, begann Daniel schließlich und neigte den Kopf leicht zur Seite. „Colonel… nachdem Henry Sie nicht kennt, und ich Sie auch nicht erwarte… was genau wollen Sie eigentlich hier?“
Er stellte die Frage in einem Tonfall, der höflich klang, aber unmissverständlich neugierig war.
Colonel Smith atmete ruhig ein, als hätte er gewusst, dass dieser Moment kommen würde. Dann griff er in die Innentasche seiner Uniformjacke und zog ein gefaltetes Dokument hervor.
„Dr. Jackson“, sagte er und reichte ihm das Papier. „Ich bin hier, weil ich mir ein Team zusammenstelle. Und ich habe Henry Loeb für meine Einheit ausgewählt.“

Loeb riss die Augen auf. „Mich?!“ Seine Stimme überschlug sich beinahe. „Warum mich? Ich meine… ich bin nur Assistent. Ich mache Listen. Und Berichte. Und sortiere Keramikscherben.“
John lächelte knapp. „Das klingt nach der perfekten Qualifikation.“
Henry verstummte. Offenbar hatte er keine Antwort auf eine Begründung erwartet, die gleichzeitig verwirrend und schmeichelhaft klang.

Daniel entfaltete währenddessen das Dokument, überflog die ersten Zeilen – und blieb dann hängen. Seine Stirn glättete sich, dann verzog sich sein Mund zu einem Ausdruck, der irgendwo zwischen Genervtheit und trockenem Humor lag.
„Ah“, murmelte er. „Von Jack.“
Smith nickte Bestätigend.

Daniel seufzte hörbar und las laut vor: „‚Daniel, du brauchst einen neuen Assistenten. Versuch nicht wieder, irgendetwas zu diskutieren. Wir wissen beide, wie das endet. – O’Neill.‘“
Er senkte den Zettel und massierte sich den Nasenrücken. „Das klingt wie Jack.“
„Er hat auch noch etwas hinzugefügt“, sagte John und wies auf die Rückseite.
Daniel drehte das Dokument um und las: „‚P.S.: Loeb ist schlauer als er aussieht. Und das sagt was, weil er meistens ziemlich verwirrt aussieht.‘“

Henry starrte empört auf das Papier. „Was?! Ich… ich sehe nicht verwirrt aus! Oder?“ Er wandte sich suchend an Daniel.
Daniel schenkte ihm einen langen, vielsagenden Blick. „Henry… du bist gestern fünf Minuten lang einem leeren Karton gefolgt, weil du dachtest, es wäre ein Drohnengehäuse.“
„Der Karton war sehr stabil gebaut!“, verteidigte sich Loeb.
Smith konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen.

„Also gut“, sagte Daniel schließlich resigniert und klappte das Dokument zusammen. „Wenn Jack  es abgesegnet hat… haben wir wohl keine Wahl.“
Er musterte Henry, der noch immer zwischen Stolz, Aufregung und einer Spur Panik schwankte.
„Glückwunsch, Henry“, sagte Daniel trocken. „Du gehörst jetzt zum Team des Colonels.“
Henry schluckte. „Ich… äh… also… danke? Hoffe ich?“

John legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Keine Sorge. Wir fangen langsam an. Morgen um 0600 melden sie sich bitte um Besprechungsraum.“
Daniel grinste. „Ja, Henry. Langsam. Also vermutlich nur ein oder zwei außerirdische Katastrophen in der ersten Woche.“
„Daniel?!“, rief Loeb entsetzt.
Der Archäologe hob beschwichtigend die Hände. „War ein Scherz. Hoffe ich.“
Das Labor war plötzlich erfüllt von einer Mischung aus Anspannung und neuer Dynamik – und es war klar, dass dies erst der Anfang eines sehr ungewöhnlichen Teams war.

SGC, 0600, Besprechungsraum

John stand einen Moment zögernd vor der Treppe die zum Besprechungsraum hinauf führte. Er atmete tief durch und setzte seinen Fuss auf die erste Stufe um dann mit Schwung die restlichen Stufen zu erklimmen. Sie waren alle da.

Sein Blick traf sich mit dem von Major Wallace und dabei fiel ihm das erste Mal die Besonderheit in ihrem Auge auf. Er räusperte sich kurz und steuerte den Stuhl am Kopf des Tisches an.

Kurz bevor er sich setzen konnte wurde die Tür zum Büro des Generals aufgestoßen.


Die sitzenden Mitglieder von SG-9 erhoben sich augenblicklich, als sich die Tür zum Besprechungsraum öffnete und General Jack O’Neill eintrat. Die vier Soldaten standen stramm und salutierten, während der General mit gewohnt lässiger Haltung vor dem Tisch stehen blieb.
„Setzen Sie sich“, sagte er und hob eine Hand. „Ich weiß, ich hatte eigentlich geplant sie zur Alpha Basis zu schicken um dort das Gelände weiter auszukundschaften. Das sollte ihnen Gelegenheit geben sich ein wenig besser kennen zu lernen und aufeinander einzuspielen. Aber leider ist ein Notfall eingetreten – und Sie sind aktuell das einzige verfügbare Team.“

Ein kurzer Blick ging durch die Gruppe. Die Situation war ernst; das erkannte man sofort an O’Neills Tonfall. Colonel John Smith richtete sich auf und antwortete mit klarer Stimme: „Sir, ich glaube, ich spreche für alle hier, wenn ich sage: Wir sind bereit. Und ich bin zuversichtlich, dass unsere Zusammenarbeit ohne Schwierigkeiten funktionieren wird. Sir.“

O’Neill nickte zufrieden. „Gut. Genau das wollte ich hören.“
Er aktivierte den Bildschirm an der Wand, auf dem die Bezeichnung P3X-116 erschien – begleitet von einer Übersicht des Geländes.
„Ihre Mission führt Sie auf diesen Planeten“, begann Jack. „Wir haben vor drei Tagen SG-6 dorthin geschickt, um erste Messungen vorzunehmen und Aufklärung zu betreiben. Die letzte Meldung, die wir erhalten haben, liegt inzwischen zwölf Stunden zurück. Laut dieser Meldung ist SG-6 auf ein kleines Dorf  gestoßen und wollte mit den Einwohnern Kontakt aufnehmen. Seitdem herrscht Funkstille – und das gefällt mir ganz und gar nicht.“
Ein Raunen ging durch SG-9. Funkstille bedeutete selten etwas Gutes.


„Ihr Auftrag lautet“, fuhr O’Neill fort, „dass Sie um 0645 durch das Stargate aufbrechen und herausfinden, was mit SG-6 passiert ist. Gehen Sie keinerlei unnötige Risiken ein. Wir können es uns nicht leisten, noch ein Team zu verlieren.“ Er sah jeden Einzelnen ernst an. „Sollten Sie auf Feindkontakt stoßen, brechen Sie sofort ab und kehren zur Erde zurück. Haben Sie mich verstanden?“
Es war Colonel Smith, der zuerst antwortete, aber die anderen sprachen im exakt gleichen Moment.
„Verstanden, Sir!“

Ihre Stimmen hallten im Raum wider, entschlossen und synchron, wie eine einzige Einheit.
O’Neill wirkte für einen Augenblick erleichtert, auch wenn er es sich nicht anmerken ließ. „Gut. Dann machen Sie sich bereit. Und noch etwas…“ Er zeigte auf die Gruppe. „Bringen Sie meine Leute zurück.“
Smith nickte ernst. „Das werden wir, Sir.“
Als der General den Raum verließ, blieb SG-9 für einen Moment in konzentriertem Schweigen zurück. Die bevorstehende Mission war klar: SG-6 finden – tot oder lebendig – und selbst heil zurückkommen. Es war nicht der Start, den sie erwartet hatten.

Fortsetzung folgt...
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RE: Stargate Kommando SG-9- Planet der Verdammten (Directors Cut) - von Timelord - 29.11.2025, 22:03

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