05.12.2025, 21:39
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.12.2025, 22:00 von Jonathan J. O´Neill.)
Odyssee
Folge 2.04 Unter Feuer - Der Fall der Kolonien, Teil 1
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Ouranos Asteroid Belt
Erstaunlicherweise waren alle ausgesandten Puddle-Jumper-Verbände, viel eher wieder am Treffpunkt eingetroffen, als die nervöse Expeditionsleiterin vermutet hatte. Worüber jene verständlicherweise sehr froh, denn dies sparte kostbare Zeit.
Über eine darauffolgende Videokonferenz wurde die große Menge der gesammelten Informationen jedem Expeditionsmitglied so gut es ging vorgestellt. Das Interesse war groß, was anhand der Ansammlung von Personen in den Cockpitsektionen der Jumper nicht zu übersehen war. Jeder von uns versuchte einen Blick auf die Monitore zu erhaschen.
Als die stundenlangen Präsentationen zu Ende waren, beratschlagten sich die wichtigsten Mitglieder eine Stunde lang, auf welchen der beiden bewohnten Planeten zuerst einen Besuch und eine genauere Erkundung stattfinden sollte.
Letztendlich entschied Miss Shen: “…und da wir diesen Planeten hier am nächsten sind, nehmen wir ihn uns zuerst vor! Er weist ein stabiles und mildes Klima auf. Den anderen Planeten, ebenfalls bewohnt ist und der von einem Mond umkreist wird, nehmen wir uns als nächstes vor! Da wir uns auf immer noch unbekanntem Terrain befinden, verbleiben alle Jumper im Tarnmodus bis wir die Atmosphäre unseres Ziels erreichen und jene durchqueren müssen! Weitere Anweisungen gebe ich bekannt sobald wir dort sind!”
Milchstraße
Goa’uld-Planet
Mit großem Misstrauen beäugte Selene nach wie vor die große Anzahl von Fundstücken, welche Athene ihr zur Ansicht vorgelegt hatte.
“Ich will gar nicht erst wissen, wie Du an all das hier herangekommen bist… Ah, das Zeichen von Ba´al!”
“Genau, meine Teure. Dieser alte Gauner, der wie ich selbst eine Weile angenehme Zeit auf der Heimatwelt Tau’ri verbracht hat, war sehr fleißig gewesen. Ba´al hat sogar geplant ein eigenes Netzwerk von Cha’apa’ai zu installieren. Sein Ziel war es dadurch den Tau´ri den Zugriff auf ein abgeschirmtes neues Imperium zu erschweren. Doch wie leider nur allzu oft in dieser Zeit kamen ihm diese Menschen vom Stargate-Kommando, die Luzianische Allianz und schließlich auch noch diese Ori-Anhänger in die Quere”, berichtete die andere Goa’uld, die verächtlich den Mund verzog als sie von den Tau’ri sprach.
Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort und sprach von weiteren geheimen geplanten Projekten von Ba´al.
“Er hat was getan? Habe ich das gerade korrekt verstanden - ist das wirklich wahr? Er hat unzählige genetische Proben von den Systemlords und weiteren Lords, sowie Goa’uld gesammelt…”, stockte Selene erschrocken, während Athene mit ihr sprach. Diese konnte die Unterbrechung nachvollziehen, weshalb sie entspannt und ruhig blieb.
“Ich verstehe Deinen Unmut über diese Information. Systemlord Ba’al hat in der Tat von so gut wie jeden Goa’uld genetische Proben gesichert. Dabei sind alle seine Agenten ein hohes Risiko eingegangen… er war allen Anschein nach sehr erfolgreich mit diesem Experiment.”
“Und er hat Dich in diesen Plan eingeweiht? Aber wie soll er funktionieren? Denn mich beunruhigt so ziemlich diese fremde und gefährliche Rasse, die Dank der dummen Menschen von der Erde in unsere Galaxie eingedrungen ist… Also was genau ist der Plan?”, wollte Selene wissen.
Nach einem kurzem tiefen Durchatmen antwortete Athene: “Ich verstehe und teile Deine Sorgen, meine Liebe. Doch hat Ba’al auf Grund seines guten Netzwerkes schon lange Kenntnis über diese Rasse, die die Menschen Wraith nennen. Daher konnte er auch gut planen um dem Volk der Goa’uld einen Neubeginn zu ermöglichen, damit wir wieder zu alter Größe und Macht erlangen. Es wird nur eine kleine Streitmacht hier in dieser Galaxie verbleiben, gewissermaßen als ein Brückenkopf.”
“Wir werden also unsere Heimatgalaxie verlassen um diesen Plan umzusetzen”, war daher die Schlussfolgerung der anderen Goa’uld, die in Kara steckte.
“So ist es. Wir werden schon sehr bald aufbrechen”, unterstrich die andere Goa’uld mit einem zuckersüßem Lächeln, die aber weitere Details noch unenthüllt ließ. Denn sie verriet weder den Brückenkopf in der Milchstraße, noch das Ziel zu dem man aufbrechen würde.
Erde
USA - Homeworld Command
Schon eine längere Zeit war Jack O´Neill in seinem Büro nervös auf- und abgegangen. Dabei ignorierte er sämtliche Anrufe, die er als unwichtig erachtete. Aber hin und wieder musste er doch ein wirklich wichtiges Telefonat, wie vom US-Präsidenten, dem Vorsitzenden des IOA oder UN-Generalsekretär entgegennehmen, worauf ihn seine Assistentin hinwies.
Für den Moment hatte er zwar Ruhe, da er den aktuellen Bericht von Samantha Carter auf seinem Schreibtisch lag. Er wusste aber auch dass sowohl Commander Doran und noch einige weitere wichtige Personen derselbe Bericht vorgelegt worden war.
Es hieß also warten. Und dies war eine Eigenschaft, die General O´Neill nur ungern auf die Probe stellte - zu wichtig war das Resultat und die Entscheidung, die Commander Doran auf Grund des Berichtes fällen würde. Jack hoffte inständig dass es keinen weiteren Krieg mit der Luzianischen Allianz geben würde. Der Trumpf für die Erde könnte sein, dass sowohl Brigadier General Samantha Carter und Doktor Daniel Jackson sich dazu bereit erklärt hatten als Botschafter zu Commander Doran reisen. Gemeinsam wollten sie dem Luzianer die Erkenntnisse über das Verschwinden seiner Schwester Jill Ludien überbringen.
Andromeda-Galaxie
Heimatkolonie der Zylonen
Verborgen in einem Nebel, viele Lichtjahre jenseits der Waffenstillstandslinie befand sich die gewaltige Heimatkolonie der Zylonen. Diese war umsäumt von einer gewaltigen Armada von Basis-, Hilfs- und Wiederauferstehungsschiffen.
Im großen Kontrollraum hatten sich alle Modelle, der menschlichen Form aber auch einige Zenturios versammelt um gemeinsam den Angriff auf die Menschen zu koordinieren und zu überwachen. Obwohl es nicht ein normaler Krieg werden sollte um seinen Feind die eigene Überlegenheit zu zeigen. Nein. Die Menschheit sollte, wenn es nach dem Willen insbesondere von Cavil ging, ganz und gar für immer ausgelöscht werden.
“Schade dass ich hier sein muss. Würde viel lieber selber gerne ein paar Menschen unschädlich machen”, erklärte einer der Dorals ein wenig verstimmt.
“Dafür wird es bestimmt noch einige Gelegenheiten geben”, versuchte einer der Cavils ihn zu beschwichtigen, “aber auch unsere Anwesenheit hier ist von großer Wichtigkeit.”
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis
Der Zielanflug hin zum Zielplaneten war noch einigermaßen normal. Erstaunen erfasste alle erneut als man an einigen der gewaltigen Kriegsschiffe vorbei flog, die eindeutig für den Schutz dieser Welt verantwortlich waren.
“Hier Shen! Wir suchen uns eine Stelle wo nicht so viele Kriegsschiffe im Orbit dieses Planeten stationiert sind! Ende!”
Wie von der Expeditionsleiterin angeordnet umkreiste unsere Jumper-Flotte den Planeten.
“Wow! Schaut euch mal dieses Riesending an!”, schluckte Lieutenant Tessa de Vaux, die ihr Erstaunen nicht verbergen konnte.
“Das gewaltige Schlachtschiff heißt wohl Athena”, ergänzte First Lieutenant Jiao Jin, die sehr beeindruckt von der Leistung der Erbauer war, “solche Schiffe könnten wir sehr gut auch zuhause gebrauchen.”
Endlich hatte man eine Stelle im Orbit erreicht, der weniger stark bewacht wurde. Der Grund dafür war klar, es befand sich keine Besiedlung unter uns, sondern nur Natur.
“Okay! Festhalten, wir gehen runter! Auf Turbulenzen gefasst machen!”, warnte Jin, ehe sie tiefer ging. Im genau richtigen Zeitpunkt schaltete de Vaux die Tarnung aus.
Auf der Battlestar Athena bemerkte man kurz zwölf auftauchende kleine Objekte von der Größe eines Raptor auf den DRADIS-Monitoren, die ganz kurz vor der Atmosphäre des Planeten aufgetaucht waren.
“Verfluchte Schmuggler!”, schimpfte der XO des Schiffes der die Wache hatte.
Der Taktikoffizier nickte: “Ja. Die werden in letzter Zeit immer dreister…”
Noch während sich die beiden Kolonialen Offiziere miteinander besprachen, tauchten mehrere Dutzende Signale auf dem DRADIS auf.
Es waren die Zylonen, die sofort ohne jegliche Vorwarnung ihren Angriff auf die Zwölf Kolonien von Kobol starteten.
Cyrannus Star System
In den gesamten Zwölf Kolonien von Kobol waren somit die dunkelsten Stunden seit über vierzig Jahren in der Kolonialen Geschichte hereingebrochen.
Denn in allen vier Sternensystemen in denen sich die bewohnbaren Welten befanden, waren die Zylonen wie geplant simultan hereingefallen, wobei die im Orbit stationierten Verbände der Kolonialen Flotte vollkommen überrascht worden waren. Dies gelang durch clever gestohlene Geheiminformationen, womit es den Angreifern gelang in die Rechner des Verteidigungsministeriums zu gelangen, sowie die größtenteils Computersysteme der Verteidiger lahmzulegen.
Nur eine geringe Anzahl von Kampfsternen war immun gegen die Angriffe auf die Bordcomputer, die sich deswegen einer gewaltigen Übermacht ausgesetzt sahen.
Während über allen Planeten der Kolonien erbittert gekämpft wurde, schossen die Zylonen zahlreiche Atomraketen ab um alle Besiedlungsstätten der Menschheit und ihre Bewohner auszulöschen.
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis
Unsere Jumper-Flotte hatte gerade eben erst die äußere Atmosphäre durchquert als die ersten Atombomben der Zylonen auf der Planetenoberfläche einschlugen. Somit begann ein wahres Inferno in das man vollkommen unvermittelt hineingeraten war
Man erwog kurz einzugreifen, was aber verständlicherweise mit der Begründung - ´Man wisse nicht in diesem Falle wer die Guten und die Bösen seien´ - abgelehnt.
Unten auf dem Boden des Planeten angekommen, schaltete man vom Tarnschild auf den Schutzschildmodus um. Die Strahlungswerte stiegen rasant an.
Voller Neugier starrte man entweder nach vorne durch das Cockpit-Fenster hinaus ins Freie, oder richtete seine Blicke auf die holografischen Displays der Jumper.
Zur selben Zeit kontaktierte Miss Shen das medizinische Personal der Expedition, während sich Major Ivan Karpov aus dem vierten Jumper über Funk zu Wort meldete: “Unserer Quadrant wird gar nicht bombardiert. Doch dafür konnten wir seit geraumer Zeit mehrere Jagdflugzeuge und schwere Truppentransporter erkennen. Ich schlage daher vor, dass wir ein Team zusammenstellen um zu erfahren was da draußen im Gange ist.”
“Ich stimme dem Vorschlag des Major zu. Ist eine militärische sinnvolle Entscheidung um zu erfahren womit wir es hier zu tun haben!”, brummte Colonel Chou, der Jumper #2 kommandierte.
“Wieso überrascht es mich dann auch nicht mehr, dass sowohl die Amerikaner, Chinesen, Russen und Israelis Antistrahlungsmedikamente in den letzten Jahren entwickelt und auch mit auf die Expedition mitgenommen haben”, brummte Doktor Kim Park, die aus Südkorea kam und im dritten Jumper saß.
Während der angelaufenen Vorbereitungen für den ersten Außeneinsatz auf dieser Mission, stellte sich heraus dass die Luzianische Allianz ebenfalls derartige Medikamente besaß.
Konzentriert kontrollierte Miss Shen noch einmal die Liste der Kandidaten, bevor sie sich für die Zusammensetzung des Erkundungsteams entschieden hatte.
“Na toll! Ich werde ein Versuchskaninchen!”, meinte Leutnant Jessica Schneider zynisch, als die chinesische Ärztin ihren Hals für die Behandlung vorbereitete um das Serum zu injizieren. Außer der Bundeswehrsoldatin wurden außerdem noch Lieutenant de Vaux und Leutnant Kanchleskov mit dem Serum behandelt. Nur mir allein blieb die Behandlung dank meiner Mutation erspart.
Außerdem war der Vorrat dieses Mittels limitiert, weswegen nur wenige für den Einsatz außerhalb der Jumper zum Einsatz kamen. Außer uns vier bereiteten sich noch Lieutenant Cassandra Fraiser, Ta’mon, Anise/Freya, Masay, Tuma Mu’lon, Jill Ludien, Captain Sharon Satterfield und Second Lieutenant Jiao Ma dafür vor.
“Und warum das alles - nur um auf Wolfrino aufzupassen”, murmelte die Soldatin, die sich die Injektionsstelle rieb, da das Serum für einige Sekunden einen Juckreiz auslöste.
“Von mir aus hätten Sie auch hier im Jumper bleiben können…”
“Zu spät. Außerdem habe ich meine Befehle, Kollege. Und jetzt raus… an die frische Luft”, brummte sie sarkastisch.
Fast gleichzeitig traten wir zwölf heraus. Der Jaffa Ta’mon und ich sahen uns sofort wachsam um. Wobei meine anderen Sinne zusätzlich auf höchstem Niveau zu arbeiten begannen. Es roch unter anderem nach verbranntem Holz, geschmolzenem Gestein und Metall.
Langsam bewegten wir uns vorwärts. Drangen immer tiefer in den Wald vor. Nach ungefähr vier Kilometern erreichten wir eine alte Besiedlungsstätte.
“Was ist los Masay?”
“Hier hat vor kurzem ein Kampf stattgefunden. Der aber nicht lange angedauert hat”, antwortete der Tok’ra-Kämpfer auf die Frage von Anise.
Derweil sah sich der Jaffa die Gegend genauer an. Wir hatten eine alte Ruine vor uns, die wohl früher eine Festung gewesen sein muss.
“He! Was gibt es hier die ganze Zeit über zu schnuppern, Wolfrino? Ist mein Deo etwa so mies?”, fragte Jessica Schneider irritiert, die neben mir stand, weil ich seit einigen Minuten bereits unentwegt die Luft prüfte.
Schließlich war ich mir sicher, und warnte daher die anderen: “Hier riecht es gewaltig nach irgendeinem Gas, Leute! Und, mit ihrem Deo ist alles in Ordnung Leutnant.”
“Okay! Das Zeug hat sich offenbar hier drin gesammelt. Dann also nichts wie weg hier!”, entschied Captain Satterfield, weil sie die höchsten militärischen Rang innehielt.
Aber da war noch etwas anderes, was ihr vertraut aber zugleich auch fremd vorkam, denn tief in ihr drin stieg immer mehr ein seltsames dunkles Gefühl und auch Verachtung auf.
Diese Regung wurde von einem Moment auf den anderen abrupt gestoppt, als sich die Stimme von Tessa de Vaux bemerkbar machte, die offensichtlich mit jemand zu sprechen versuchte.
Odyssee
Folge 2.05 Unter Feuer - Der Fall der Kolonien, Teil 2
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis
Alleine hatte sich Lieutenant de Vaux von ihren übrigen Teamgefährten entfernt, weil sie etwas gehört hatte. Es klang wie ein sehr leises Seufzen, was zeitweise aber immer wieder erneut von einem beinahe lautlosen Fluchen unterbrochen worden war.
Da auch ich dies wahrgenommen hatte, folgte ich der amerikanischen Soldatin zunächst nur mit den Augen.
Schließlich war Tessa stehengeblieben, da sie nach kurzer aber sorgfältiger Suche die Ursache dafür gefunden hatte.
“Oho! Langsam bitte jetzt. Ja. Also bitte jetzt nicht gleich unbedacht losballern, ja”, bat Lieutenant de Vaux, welche vor einem dichten Buschdickicht stand. Langsam bewegte sie ihre Hände vom Körper weg. Dies erweckte meine Neugier, weil mein schärferer Geruchssinn den Duft von Blut wahrgenommen hatte. Auch Leutnant Schneider folgte mir, die nebenbei leise in ihr Funkgerät sprach: “Wolfrino scheint eine Schwäche für eine Kameradin zu haben… ich gehe da mal besser mit.”
Die Schweißperlen auf der Stirn von Tessa de Vaux wurden immer mehr und auch größer, denn die junge Frau, die in einem schwarzen Kampfanzug vor ihr lag war nicht nur schwer verwundet worden, sondern zielte mit wohl allerletzter Kraft mit ihrer Handfeuerwaffe auf sie.
Die US-Soldatin versuchte sie zu beruhigen als Jessica und ich hinzutraten.
“Wer… wer bei den Göttern seid ihr?”, fragte sie hustend, die dabei kurz ihre Pistole umherschwenkte.
“Wir sind Menschen, genau wie sie auch. Sie benötigen so schnell es geht medizinische Hilfe. Lieutenant Fraiser kann Ihnen helfen”, versuchte Tessa zu erklären, als Cassie ebenfalls im Blickfeld der unbekannten noch namenlosen Soldatin erschien.
Cassandra Fraiser hatte aufmerksam das Geschehen mitverfolgt, und sich mit größter Vorsicht genähert.
“Wir benötigen eine Trage”, brummte Leutnant Kanchleskov, der bereits nach einigen geeigneten Ästen und Zweigen für eben eine solche suchte.
“Sie ist nicht transportfähig, Kanchleskov! Noch nicht…”, wies sofort Lieutenant Fraiser seufzend ab, die wusste dass sie die junge Frau umgehend notoperieren musste, wenn sie jener das Leben retten wollte.
“Sie wollen an mir herumdoktern?”, stutzte die eher widerwillige Patientin, die sofort auf Cassie zielte.
Diese entgegnete: “Ich habe einen Eid geleistet. Bitte, lassen Sie mich es tun, denn sonst sterben Sie in den nächsten Stunden. Bitte.”
Lieutenant Fraiser flehte die verwundete Soldatin an, der die Tränen vor Schmerzen in den Augen standen.
Auf Grund ihres Zustandes verlor die Verletzte kurz darauf auch noch das Bewusstsein. Jetzt sah Cassie den Moment gekommen nicht noch länger kostbare Zeit verstreichen zu lassen, sondern zu handeln und entschied daher: “Okay! Dann mal los: Wir bringen sie erst einmal von hier weg, sobald ich die Wunde… oh man sieht das böse aus… mit einem Verband verdeckt habe. Anise! Ich benötige ihre Hilfe, sowie die von Mu’lon, Kanchleskov, Satterfield und Ma. Es wird hier eine sehr komplizierte Notoperation auf einem heißen Terrain. Und jetzt ganz vorsichtig… ja, da hin. Ja, genau darüber. Gut. Und jetzt die sterile Plane!”
Einige aus unserem Team transportierten die schwer verwundete koloniale Soldatin dorthin wo es Cassie wollte. Es war eine kleine Anhöhe mit einer Mauer und einer Formation von Steinen und Felsen, die einigermaßen für eine gewisse Zeit im Ernstfall gut zu verteidigen sein würde. Dort hatte man schnell etwas für ein medizinisches Lager vorbereiten können.
Kaum war die sterile Plane als Zelt verschlossen worden, verteilten wir anderen sechs uns. Aber eines war auch klar, weshalb wir die Bitte äußerten im Ernstfall jede Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen die nötig sei.
Drinnen im notdürftigen OP-Zelt entfernte Cassandra zunächst die militärische Ausrüstung und Kleidung ihrer Patientin. Dabei stieß sie unvermeidbar auch auf deren metallene Erkennungsmarke. Darauf war der Rang und Name, Private Sandra Kieras, die militärische Zugehörigkeit, Koloniale Marines, sowie die Dienstnummer, CM10012-AF, eingraviert.
“Sie werden leben Private Sandra Kieras, das verspreche ich Ihnen”, murmelte Lieutenant Fraiser, die sogleich mit höchster Konzentration mit ihrer Aufgabe begann.
Draußen gingen wir lange ebenso konzentriert auf und ab, wobei wir damit beschäftigt waren nach guten Stellen für unsere potentielle Verteidigung zu suchen.
“Hiergeblieben! Schön in Sichtweite von mir bleiben! Also höre damit auf hier alleine herumzutigern, denn wir brauchen Dich vielleicht schon in der nächsten Sekunde hier!”, mahnte meine persönliche Aufpasserin. Dies bewies einmal mehr, wie genau Leutnant Jessica Schneider ihren Auftrag nahm mich im Auge zu behalten.
“Irgendjemand muss sich hier umsehen… und dafür bin ich nun einmal am Besten geeignet…”
“Kommt gar nicht in Frage, Wolfrino! Und da mein Befehl eindeutig ist, müsste ich Dich begleiten. Somit würden hier schon zwei für die Verteidigung fehlen. Und dabei sind wir hier schon total unterbesetzt… Also hiergeblieben, sonst lege ich Dir Handschellen an”, erwiderte die Bundeswehrsoldatin im energischen Tonfall.
“Wenn Sie glauben dass das mich zurückhält…”, murmelte ich leise mit einem leichten Schmunzeln.
Daraufhin funkelte sie mich sofort mit einem wütenden Blick an.
Ta’mon, der unserer Position am nächsten stand, hatte unsere Unterhaltung mit angehört und trat heran um sich als Späher anzubieten. Der Vorschlag des Jaffa wurde ohne lange zu überlegen angenommen, worauf jener wenige Minuten später auch schon im Unterholz verschwand.
Kaum war er weg, rückten wir zusammen geschlossen einige Meter zurück.
Die Soldatin Jill Ludien von der Luzianischen Allianz fragte flüsternd: “Weswegen fordern wir nicht ein paar der Jumper zu unserer Unterstützung an?”
“Wäre auch nur allzu schön… Aber wir wissen nichts über den Feind, der diesen Planeten und vielleicht noch weitere angreift. Es wäre zu riskant, da man unsere Funksignale vermutlich auffangen und unsere Positionen ermitteln könnte”, antwortete Tessa de Vaux leise.
Im Orbit von Leonis und den anderen besiedelten Welten der Zwölf Kolonien von Kobol waren eine heftige Schlachten entbrannt, die die Kampfsterne, die noch nicht dem Computerviren der Zylonen zum Opfer gefallen waren, gegen die Angreifer führten. Dies hinderte die Angreifer nicht daran nach und nach auch Bodentruppen abzusetzen.
Helios Alpha System
Orbit von Caprica & Gemenon
Battlestar Caprica
Auf dem DRADIS sah der arme Commander Williams es nicht als einziger im CIC. Wieder war das Signal eines weiteren Kampfsterns für immer verschwunden. Bis jetzt waren es unter anderem die Acropolis, Gemenon, Yashuman und die Theben, von denen nur noch Trümmer existierten.
Die verschwitzten Hände hatte er auf die Konsole gelegt, und schließlich löste er seinen Blick von dem Bildschirm über seinem Kopf. Der Kommandeur des Kampfsterns des Valkyrie-Typs musste allmählich eine Entscheidung fällen, denn immer mehr Leute, die unter seinem eigenen Befehl standen verloren ebenfalls ihre Leben.
“Na gut. Wir nehmen so viele Viper und Raptor an Bord auf wie es uns möglich ist! FTL?”
“Auf Stand by, Sir.”
“Sprung auf meinen Befehl!”
“Unsere Verluste sind enorm… wir müssen hier so rasch wie nur möglich hier weg!”, mahnte der XO, als die Caprica von einem weiteren Treffer schwer erschüttert wurde.
“Alles klar. Danke, Captain… und Sprung!”, befahl Williams, nachdem er die Bestätigung erlösende Bestätigung erhalten hatte.
Orbit von Tauron
Battlestar Centauria
Seit dem Überraschungsangriff trotzte der mächtige Kampfstern der Mercury-Klasse den Angriffen der Zylonen. Die Centauria hatte Glück im Unglück, denn nur durch eine Panne im Zentralrechner an Bord hatte es der Computervirus der Zylonen es nicht geschafft sich auszubreiten.
Doch es wurde immer enger, denn der FTL war immer noch offline und die Zylonen gewannen durch ihre zahlenmäßige die Oberhand, und begannen damit die Centauria einzukreisen.
“Verdammt noch mal! Wie lange dauert das denn noch? Machen Sie endlich was, sonst reißen uns diese verfluchten Toaster genauso brutal den Arsch auf, wie den anderen aus unserer Battlestar Group!”, schrie Admiral Thasos voller Ungeduld über den Lärm hinweg einen seiner Technikoffiziere zu. Er versuchte dabei seine eigene Furcht zu verbergen.
Da meldete sich einer der Kommunikationsoffiziere zu Wort: “Sir. Die Icarus und auch die Tauron sind weg! Sie sind ohne uns gesprungen… und jetzt auch noch die Demeter!”
“So - der FTL ist wieder online!”
“Na endlich. Bringen Sie uns hier endlich raus!”, bellte der Admiral heiser geworden.
Helios Beta System
Ouronos Asteroid Belt
Battlestar Tauron
Gestresst von der Hektik und dem ständigen Gerede in ihrem CIC hatte Commander Sara York ein lautes Machtwort gesprochen. Mit Erfolg, denn die Gespräche und das Gerenne um sie herum waren weniger geworden.
Zum anderen kam hinzu dass ihr Schiff, eines der Berzerk-Klasse, eigentlich nicht dafür bestimmt war alleine in eine tobende Schlacht zu ziehen, sondern Battlestar Groups mit benötigter Ausrüstung zu versorgen und im Kampf die eigenen Viper und Raptor zur Unterstützung starten zu lassen. Dennoch konnten sich diese Schiffe für einige Zeit gut zur Wehr setzen, aber nicht in der augenblicklichen Situation. Der eigene FTL war defekt und sie wurden von einem großen Geschwader von Zylonenjägern verfolgt.
“Neuer DRADIS-Kontakt! Genau vor uns!”
“Mist!”, schluckte Sara York, die bisher ihr Kommando mehr als nur gut durch diese sehr gefährliche Lage geführt hatte.
“Vorerst Entwarnung, Sir. Es sind die Centauria und die Caprica. Die Identifikationscodes sind identisch!”, meldete die Kommunikationsoffizierin rasch, was die Aufregung im CIC sofort wieder abebben ließ.
Commander York seufzte erleichtert: “Sehr gut. Das erhöht unsere Überlebenschancen. Steuermann! Bringen Sie uns zwischen die Centauria und die Caprica! Unsere Viper sollen wenden und den Kampf gegen die feindlichen Jäger wieder aufnehmen!”
Ihr Glück war es dass sie sich weit genug entfernt von den beiden Kolonien Leonis und Virgon befanden, was ihnen nebenbei die ganze Zeit über ermöglicht hatte Raptor und Viper samt Besatzungen zu bergen, sowie ein paar zivile Passagierschiffe zu evakuieren.
Helios Delta System
Orbit von Aquaria
Battlestar Ajax
Der arme Commander Thomas Sassari hatte leider nur Bruchstücke von den letzten Befehlen des Admirals, der die Triton befehligte, verstehen können bevor die Verbindung endgültig zusammengebrochen war. Seit einigen Stunden bereits tobte der erbitterte Kampf um die wohl kleinste und bevölkerungsärmste Kolonie der Stämme von Kobol. Deswegen war auch nur eine kleinere Battlestar Group dort stationiert worden. Aber dies war den Zylonen egal, denn sie hatten ja eh das Ziel die komplette Menschheit ein für alle mal auszulöschen.
Mit blankem Entsetzen nahm er die Nachricht auf, dass sowohl die Triton als auch die Aquaria zerstört worden waren. Allen an Bord seines Kampfsternes der Valkyrie-Klasse war sofort klar - sie würden als nächste dran glauben müssen. Denn hohe Verluste hatten sie schon bereits hinnehmen müssen.
Aber Sassari wollte es nicht dazu kommen lassen, daher ordnete er an: “Wir werden noch alle Evakuierungsraptor von der Triton und Aquaria an Bord nehmen, ebenso die Viper! Meldet unseren Jungs und Mädels dass sie 10 Minuten haben, dann sind wir hier weg! FTL?”
“Ich warte nur auf ihren Befehl, Commander.”
“Sehr gut, Lieutenant. Haltet euch alle bereit!”, brummte dieser zufrieden.
Im Stillen nur ganz für sich allein dachte er, während er abwechselnd nur noch auf die Uhr, das DRADIS und die Überwachungsmonitore starrte: ´Bin ich froh so was darüber dass es seit einigen Jahren schon die Stretched-Version der Valkyrie-Class-Battlestars gibt. Dies erhöht unsere Aufnahmekapazität um mindestens 50 Prozent.´
Alle an Bord der Ajax wussten dass ihre Zeit ablief, denn die Zylonen versuchten sich in die Computersysteme des Kampfsterns zu hacken.
Helios Beta System
Leonis
Mit größter Sorgfalt führte Cassandra Fraiser nach wie vor die schwierige Notoperation durch. Dabei hoffte sie sehr, dass die verwendete Kochsalzlösung genügen würde um den ohnehin schon akuten Blutverlust auszugleichen. Dennoch hatte sie sicherheitshalber Sharon Satterfield damit beauftragt die Blutgruppe zu bestimmen.
Ein hochgehaltener Daumen signalisierte ihr die Nachricht, dass man eine passende Blutkonserve glücklicherweise mit dabei hatte.
“Puh! Die Blutung ist gestoppt. Halten sie die Klammer fest, somit bleibt das Gefäß geschlossen und ich kann etwas besser sehen! Hat sich wohl verdammt tief eingegraben, deswegen hat sie wohl so starke Schmerzen…”, murmelte Cassie während sie ihre Arbeit mit sicheren Fingern fortsetzte.
Milchstraße
Erde
USA - Los Angeles, Phoenix Foundation
Was hatte MacGyver gerade von einem der Techniker hören müssen. Er wollte es einfach nicht wahrhaben.
“Könnten Sie das bitte noch einmal wiederholen, Ben!”
“Tut mir leid Mister MacGyver, aber diese ID-Karte ist nicht funktionsfähig, weil es sich um eine billige normale Blankokarte handelt.”
“Ich kann mir bereits denken wo die echte Karte abgeblieben sein könnte… First Lieutenant Jin”, seufzte Mac, der deswegen schon zum Telefon griff um sich mit dem IOA in Verbindung zu setzen.
Deutschland - Hamburg
Jeder auf dem Kommissariat, vorneweg natürlich besonders Jasmin, hatte Jeanne ihre volle Unterstützung zugesagt. Viele kannten das Gefühl jemanden zu verlieren, doch ihre arme Kollegin hatte in wenigen Jahren den wohl wichtigsten Menschen in ihren Leben gleich zweimal verloren.
Nicht gerade wenige versuchten mehr als Jeanne nur zu trösten, weil sie sehr zudem auch noch sehr attraktiv aussah.
Gerade eben war sie alleine in der Stadt unterwegs und ihre Partnerin versuchte dem flüchtigen Taschendieb den Weg abzuschneiden. Aus heiterem Himmel wurde aber die Polizistin von einem Energieblitz getroffen und ging betäubt zu Boden.
“He! He! Aufwachen! Polizeiobermeisterin Jeanne Nicole Schneider! Ich bin es Jasmin”, rief ihre Kollegin, die sie minutenlang gesucht hatte und benommen aufgefunden hatte. Um sie wieder munter zu machen, rüttelte sie kräftig an deren Schultern.
“Jassi?”
“Ja.”
“Was ist passiert?”
“Ist eine gute Frage. Hatte gehofft Du wüsstest es. Bist wohl nicht überfallen worden, denn du trägst noch alles bei dir”, antwortete Jasmin, die ihre Kollegin und auch Freundin kurz aufmerksam gemustert hatte.
“Vielleicht bist Du ja gerade noch rechtzeitig gekommen um…”
“Scheint so. Los, auf die Füße… Ach ja, der Strolch ist uns entwischt… Aber vielleicht war er es ja auch, der dich…”
Andromeda-Galaxie
Helios Ganma System
Scorpia Shipyards - Battlestar Pegasus
Wie gerade eben von Admiral Helena Cain gefordert, wählte Lieutenant Kendra Shaw blind ehe sie in letzter Sekunde den Schalter für den FTL betätigte. Das gewaltige Schlachtschiff verschwand somit in allerletzter Sekunde von der Werft und die von den Zylonen abgefeuerten Atomraketen schlugen in die gewaltige Weltraumdockkonstruktion ein.
Zylonisches Basisschiff
Auf der Kommandobrücke hatte einer der Cavils die Szene mitverfolgt und stieß einen bösen Fluch aus, weil die Pegasus somit der erhofften Zerstörung entkommen war.
Denn man kannte bei den Zylonen natürlich die Gefährlichkeit des Ehrgeizes von Admiral Helena Cain, die ihnen schon sehr bald gewaltige Probleme bereiten könnte, auch wenn sie keinerlei Unterstützung finden würde.
Odyssee
Folge 2.06 Unter Feuer - Der Fall der Kolonien, Teil 3
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Delta System
Orbit von Aerilon
Battlestar Mercury - CIC
Mit grimmiger Miene betrachtete der Kommandeur des Kampfsterns einige der vielen Überwachungskameras, als er für einen kurzen Moment seinen Augen vom DRADIS gelöst hatte. Und was er dort zu Gesicht bekam gefiel ihm gar nicht.
Daher griff er zum Hörer und schimpfte wütend seine Anordnung hinein: “…ist mir egal Corporal! Schafft diese Heulsusen von Zivilisten sofort runter von den Hangardecks! … Ach, denen passt die Behandlung hier nicht… tja, wir haben Krieg und wem es hier nicht gefällt, darf gerne seinen Arsch wieder von meinem Schiff bewegen!”
Immer noch erkennbar genervt reichte Admiral Steven Baker den Hörer an seinen XO weiter.
Dieser seufzte kurz als er den Apparat in die Hand gedrückt bekam, und entschied: “Hier spricht der XO! Sie haben den Admiral gehört, Corporal - schafft die Zivilisten dorthin, wo sie den Ablauf an Bord nicht stören! Sie wissen schon wohin!”
Dann hängte der Colonel den Hörer wieder in die Konsole ein, und brummte dann: “Wenn das so weitergeht und es noch weitere Kampfsterne gibt, die wie wir noch Widerstand leisten, sehen deren Lande- und Hangardecks genauso aus wie die unserigen… nämlich wie überfüllte Parkplätze.”
“Da könntest Du Recht haben. Hm! Noch ein paar wenige Minuten, dann sollten wir springen.”
“Und wohin?”
“In den Aeolus Asteroid Belt, Colonel. Dort wären wir erst einmal einige Stunden lang verborgen”, murmelte der Admiral, der wieder auf den DRADIS-Monitor starrte als die Mercury mehrfach hintereinander durch eine Salve von Treffern heftig erschüttert wurde.
Orbit von Canceron
Battlestar Titania
Im schnellen Tempo wurden die beiden Landedecks von den gelandeten Viper und Raptor unverzüglich geräumt, um den benötigten Raum für weitere Fluggeräte zu schaffen, die sich im Anflug befanden.
Auf dem Backbordlandedeck klopfte einer der Landedeckmechaniker seinem Kameraden auf den Rücken - er hatte einen Funkspruch empfangen. Dieser drehte sich fragend in dessen Richtung.
“Offenbar hat unser guter Admiral Joseph Tarsus sich dafür entschieden die Gondeln einzufahren, und sich sofort zurückzuziehen. Also sollten wir so schnell wie es möglich ist von den Pisten runter! Los! Schneller!”
Draußen einige hundert Meter von der Backbordlandebucht entfernt, blieb die Bewegung der Gondeln nicht unbemerkt.
“Verdammt! Die Titania fährt die Landebuchten ein! Sie wird also in wenigen Minuten von hier weg springen!”, warnte eine der Viperpilotinnen alarmiert, die noch rechtzeitig von der schon bereits zerstörten Battlestar Columbia hatte gerade noch rechtzeitig entkommen können. Sie flog eine scharfe Kehre, versuchte das rettende Ufer in Gestalt der Landebucht der Battlestar Titania zu erreichen. Wenige Minuten ehe die Lücke sich zu sehr verkleinert hatte um hindurchzugelangen, schaffte sie es gerade noch rechtzeitig.
Mit Tränen in den Augen musste sie die Funksprüche vieler anderer vernehmen, die man zurücklassen und wohl dem sicheren Tod überlassen würde.
Helios Beta System
Battlestar Iuno
“Sobald das Shuttle der Zivilisten in der Landebucht festgemacht hat, springen wir!”, entschied die Kommandantin des Kolonialen Schlachtschiffes hustend, nachdem sie sich wieder mühsam aufgerappelt hatte, weil die Iuno durch mehrere Treffer schwer erschüttert worden war.
Ihr Schiff wurde immer mehr von drei Basisschiffen der Zylonen in die Zange genommen, und zwei weitere würden schon sehr bald noch zusätzlich hinzukommen.
Dabei hätte Kimberly Park nur allzu gerne den Überlebenden der Battlestar Athena geholfen, denen es gelungen war gerade noch rechtzeitig in Evakuierungsraptor den auseinander gebrochenen Kampfstern zu verlassen. Aber sie musste auch an ihre eigene Crew denken.
“Das zivile Shuttle ist gesichert!”, meldete jemand.
“Dann sofort den Sprung ins Helios Delta System, genau in die Umlaufbahn von Hestia durchführen!”, befahl Commander Park sofort.
Helios Gamma System
Battlestar Lyxis
Seit mehreren Minuten hatte Commander Lawrence Andrews mit sorgevollem Blick die Liste der bislang zerstörten Kampfsterne gelesen. Dabei war klar zu erkennen das ganze Battlestar Groups zerstört worden waren. Viele der Kommandeure kannte Andrews seit Jahren persönlich. Gequält von den Erinnerungen an diese Personen und ihre Schiffe schüttelte er den Kopf.
Aber es gab zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer, denn in ihrer Not hatte es seine Crew dann doch irgendwie geschafft Kontakt sowohl mit der Heracles und der Hyperion aufzunehmen, die man um sofortige Hilfe bitten konnte.
Mit einem erleichterten Seufzer nahm er nun endlich die Meldung entgegen lediglich zumindest die Hyperion bald zu ihnen stoßen würde. Es wurde aber verlangt sich sofort mit der Lyxis zurückzuziehen.
“…das Protokoll somit missachten? Na gut”, murmelte Commander Andrews, der nur kurz mit den Schultern zuckte, bevor er die entsprechenden Anweisungen folgen ließ.
Helios Alpha System
Gasgigant Zeus
Battlestar Nyx
Das Gesicht von Commander Samuel O’Hara hatte sich immer mehr verfinstert. Schuld daran war ausgerechnet sein eigener Bruder, der als Colonel Simon O’Hara den Dienst des XO an Bord seines Kommandos versah, und ihn wieder einmal auf den aktuellsten Stand der bedrohlichen Lage gebracht hatte.
“Und was ist mit Commander Adama?”, fragte der Ältere der beiden O’Haras, den jüngeren.
“Ich weiß es nicht Samuel. Du behauptest doch etwa nicht dass dieser alte Eimer eine Chance hätte. Ich weiß das Commander William “Husker” Adama einer der alten Haudegen und auch Helden aus dem ersten Krieg gegen diese verfluchten Toaster ist, aber die Galactica ist schon seit einem guten Monat so gut wie ein Museum gewesen. Das Personal wurde um rund 50 Prozent reduziert und auf andere Kampfsterne oder sonst wohin versetzt…”
Diese negative aber wahrheitsgemäße Antwort seines jüngeren Bruders führte dazu, dass der Commander den Bericht frustriert auf den Boden schleuderte. Die Blätter hatten sich noch nicht gelegt, als der Befehlshaber barsch nach einem Positionsplan, sowie eine sichere Kommunikationsleitung zur Trojan und der Aron verlangte, mit denen man eine Battlestar Group bildete.
Zeitgleich waren er und seine Mannschaft darauf bedacht so gut es ging den vielen in Not geratenen Kameradinnen und Kameraden, und auch den zivilen Schiffen zu helfen. Dabei achteten Commander Samuel und Colonel Simon O’Hara darauf kein allzu großes Risiko einzugehen, weil ihnen das Geleit eines Battlestars des Mercury- oder Galactica-Typs fehlte.
Mit wachsamen Blick sah der Kommandeur der Nyx zur Uhr hinüber, nickte kurz, und entschied: “Die Zeit ist gleich um. Hier wird es uns bald sehr heiß werden, denn auf dem DRADIS sehe ich einige Basisschiffe, die wohl in Kürze hier eintreffen werden…”
“Commander.”
“Was ist los Colonel?”
“Ein Hilferuf von der Demeter. Kolonie Picon.”
“Gut. Wir werden helfen. Meldung über einen sicheren Kanal an den Verband: Ziel ist Picon! Wir bleiben dort maximal 30 Minuten! In dieser Zeit tun wir was möglich ist, dann ziehen wir uns wieder umgehend zurück!”
“Die Trojan und die Aron haben unsere Nachricht erhalten und warten auf unser Signal, Sir”, meldete die Kommunikationsoffizierin.
“Sprung durchführen!”, befahl der XO.
Helios Beta System
Planet Pallas
Battlestar Dionysos
Auf dem Kampfstern der Berzerk-Klasse hatte man es gerade eben so geschafft, zumindest einige der Passagiere eines zivilen Kreuzers zu bergen und an Bord zu holen. Weitere Flüge um weitere Personen zu retten wurden abrupt durch ein auftauchendes Basisschiff der Zylonen beendet.
“Wir nehmen so schnell es geht noch unsere Vögel an Bord, und dann springen wir! FTL auf Stand by! Alle verfügbaren Abwehrgeschütze auf das Basisschiff ausrichten!”, ordnete Commander Balthazar Euphrat an, dem eigentlich schon genug Schweiß vor lauter Stress auf der Stirn stand.
Ganz leise für sich murmelte er: “Alleine und ohne die Unterstützung eines anderen Kampfsternes haben wir keine echte Chance gegen ein Zylonisches Basisschiff…”
Helios Gamma System
Orbit von Libran
Battlestar Heracles - CIC
Das gesamte Team im Combat Information Center, aber auch die übrige Mannschaft an Bord war gut eingespielt.
“Sir. Mehr Überlebende gibt es hier wohl nicht mehr”, meldete jemand Admiral Diana McBride, die fassungslos auf das DRADIS schaute. Kein weiteres Koloniales Signal war mehr auf dem Monitor zu sehen.
“Diese dämlichen und verfluchten Toaster! Hier spricht der Admiral: Wir springen nach Scorpia, sobald alle unsre Raptor und Viper wieder an Bord sind!”
Helios Beta System
Leonis
In Jumper #1 ging, soweit es der Platz darin überhaupt zuließ, First Lieutenant Jin ungeduldig auf und ab, und murmelte an die Adresse von Shen gerichtet: “Wo bleibt das Team bloß? Die sind schon seit knapp acht Stunden weg.”
“Sie haben Recht. Unsere Leute sind überfällig. Es ist bedenkenswert, eventuell einen Jumper im Tarnmodus loszuschicken”, seufzte Miss Shen, die wieder kurz, nur für einige Sekunden auf ihre Armbanduhr schaute.
Zeitgleich entfernte Cassandra Fraiser mit größtem Geschick das gefährliche Schrapnell aus der Wunde am Bauch von Sandra Kieras.
Auch war endlich Ta’mon wieder von seinem Rundgang zurückgekehrt. Der Jaffa hatte beunruhigende Nachrichten für unser Team: “… es sind Maschinen, die offenbar von einigen Menschen kommandiert werden, die aber bürgerliche Kleidung trugen. Doch das seltsame habe ich dann auf meinem Rückweg zu euch gesehen… vier von ihnen, die wie normale Menschen aussahen, sahen vollkommen identisch aus. So etwas ist bei Menschen sehr ungewöhnlich…”
“Wären da nur ein paar Möglichkeiten: Replikanten oder Klone”, vermutete Tessa de Vaux deshalb sofort, “was ein großer Schlamassel und Mist für uns alle, und die Menschen in dieser Galaxie wäre, hier gegen eine weitere Form von hartnäckigen und zerstörerischen Replikatoren kämpfen zu müssen. Wir sollten uns daher so schnell es uns möglich ist zu den Jumpern zurückziehen!”
Orbit von Leonis
Battlestar Athena
Voller Pflichtbewusstsein verweigerte die Befehlshaberin des Kriegsschiffes der Mercury-Klasse an Bord eines Raptor das zum Untergang geweihte Schiff zu verlassen.
“Wer von der Mannschaft sein Leben retten will, darf es gerne tun. Aber ich bin verwundet und verbleibe hier an Bord”, erklärte sie, die mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck feststellen konnte, dass sich vor allem die älteren Offiziere dazu entschieden hatten an ihrer Seite zu bleiben.
“Laufen Sie los! Und sie auch Captain! Sie auch! Genauso wie ihr drei da hinten! Macht euch auf den Weg in die Hangars und versucht an Bord von einen der Evakuierungsraptor zu gelangen!”, versuchte sie die jüngsten im CIC zum Gehen zu bewegen.
Einige von ihnen eilten kurz darauf hinaus auf den Korridor, wo sie weitere Crewmitglieder trafen, die dasselbe Ziel hatten. Ihre Flucht wurde durch viele heftige Erschütterungen der Athena erschwert, weil sie dabei immer wieder zu Boden gingen und sich erst wieder auf die Füße bemühen mussten, ehe sie ihre Flucht fortsetzen konnten.
Milchstraße
Wraith-Hive der Übermutter
Es war wie bei einem Puzzle, welches die oberste Wraithkönigin zusammensetzte. Die Informationen, die ihre Späher täglich vortrugen stimmte sie zuversichtlich in der Galaxie, wo sich die Erde befand auch leichtere Beute finden lassen würde.
Aber es gab auch Mächte hier, die den Wraith schnell zu einem Problem werden könnten, daher benötigte ihr Volk dringend einen genaueren Überblick.
In der kurzen Zeit hatten sie sehr viele Erfahrungen bereits sammeln können. Dabei bemerkte sie auch das veränderte Verhalten ihres wichtigsten Gefangenen: Todd. Sie erwog mehrere Optionen, die ihn betrafen - aber ihn auf freien Fuß zu setzen war ihr zu riskant, denn sie spürte irgendwie dass der Verratene nach Rache sann.
“Meine Königin. Die Späher haben Beute gemacht, die Ihr so sehr ersehnt habt”, meldete einer der Sub-Commander als er den Thronsaal betreten hatte.
Mit einem zufriedenen Fauchen ordnete die Übermutter: “Bringt mir einen von ihnen hier her!” - an.
Andromeda-Galaxie
Jenseits der Roten Linie
Heimatkolonie der Zylonen
Eigentlich könnten die Zylonen bisher mit den ersten Ergebnissen ihres Angriffes auf die Menschen zufrieden sein. Denn Cyrannus Star System herrschte das große Chaos. Aber es gab Unerwarterweise aus der Sicht der Einser an zu vielen Stellen immer noch zu viel Widerstand, wie man durch die neuesten Meldungen erfuhr.
“Die Bodentruppen sollen damit fortfahren überlebende Frauen zusammenzutreiben und einzusperren!”, wies Cavil mürrisch dreinblickend an, dem es akut wurmte das seinem Volk so viele Kampfsterne des Feindes immer noch Widerstand leisteten, oder einfach verschwunden waren.
Als er dies gesagt hatte tauchte er beide Hände in die Kontaktflüssigkeit um auf diese Art an den Untergang der Zwölf Kolonien von Kobol weiterhin teilzuhaben. Konzentriert schloss der Zylon dabei die Augen.
Odyssee
Folge 2.07 Unter Feuer - Computervirus, Teil 1
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Alpha System
Orbit von Picon
Unvermittelt waren die drei Kampfsterne aufgetaucht, was die Zylonen im wahrsten Sinne des Wortes überrumpelte. Die Maschinenwesen hatten bislang angenommen alle Verbände der gesamten Kolonialen Flotte im Griff zu haben. Womit auch das kurzzeitige Aufflackern von Admiral Nagala an Bord der Atlantia im Orbit von Virgon nicht mehr ins Gewicht fiel, da dieser gefährliche Verband erst vor wenigen Stunden vernichtet werden konnte, wenn auch unter eigenen hohen Verlusten.
Was die Zylonen nun ins Hintertreffen brachte war dass ein eingesetztes Computervirus so gut funktioniert hatte, was sie schließlich dazu verleitet hatte, alle Basisschiffe bis auf zwei als Wachposten abzuziehen.
Diese beiden Basisschiffe samt ihrer Jägergeschwader hatten den Auftrag alle übrigen Viper- und Raptorgeschwader, sowie zivilen Schiffe aufzuspüren und zu vernichten.
Battlestar Demeter - CIC
Dort mitten hinein war die Battlestar Demeter geraten, und da sie nur ein Kriegsschiff der Berzerk-Klasse war, auch noch in eine gefährliche Abwehrschlacht. Als die Signale der Nyx, der Trojan und der Aron auf ihren DRADIS-Monitoren aufleuchteten ertönte lauter Jubel.
Auch Commander Lauren Perry war verständlicherweise mehr als nur erleichtert darüber, dass es offenbar immer noch genügend Kräfte der Kolonialen Flotte gab, die wie sie selbst versuchten so gut es ging sich gegen den Angriff der Zylonen zu wehren oder den wehrlosen Zivilisten Hilfe zu leisten. Doch die Frau Anfang vierzig war auch ebenso erbost darüber gewesen, dass der Commander der Icarus, Jaden Burns, ihren mehr als nur berechtigten Hilferuf abgewiesen hatte. Denn nach dessen kurzen Statement war die Crew der Icarus ebenfalls selber mit Bergung und Rettung in Not geratener Militärs und Zivilisten beschäftigt.
Minos, Tauronmond
Battlestar Icarus CIC < = > Backbordhangardeck
In seiner Verzweiflung hatte er sich mit seiner Besatzung schnell vom Kampfgeschehen zurückgezogen. Hier im Schutz des Ringes, der den Mond von Tauron umgab füllte er sich sicher als im Orbit eines Planeten der Kolonien. Er hatte das Gemetzel um sich herum nur über mehrere vereinzelte Funkfetzen verfolgen können, welches sich im Orbit von Picon abgespielt hatte.
Das und der verlustreiche Kampf gegen die Zylonen hatten dazu geführt das Commander Jaden Burns nur noch eines wollte, so schnell wie nur möglich weg von Picon.
Daher hatte er seinem besten Kommunikationsoffizier damit beauftragt über einen neuen Code einige der überlebenden Viper- und Raptorpiloten nach Minos zu lotsen.
Eine Nachricht hatte ihn dazu veranlasst das Combat Information Center zu verlassen und sich zum Backbordhangardeck zu begeben.
Dort angekommen musste er sich einen schockierenden und beängstigten Bericht einer Viperpilotin der Battlestar Argo anhören, die wohl dort ein schieres Grauen erlebt hatte, seitdem die Zylonen im Orbit von Picon aufgetaucht waren. Als einige wenige weitere Überlebende, die ebenfalls von der Argo kamen, dasselbe berichteten, trug Burns seinen Spezialisten auf umgehend nach der Ursache für diese Ereignisse zu suchen.
Er bat daher die überlebenden Offiziere und Crewmitglieder von der Battlestar Argo zu ihm in die Offiziersmesse zu kommen, damit er so einen ausführlicheren Bericht darüber bekommen konnte.
Kurz bevor er zu den Briefing gehen konnte, war die Battlestar Tauron endlich wieder aufgetaucht, weshalb er sich nach kurzer Beratung mit Commander Barbara Tiber dazu entschied, gemeinsam das Helios Alpha System zu verlassen.
Als man diesen Schritt vollzogen hatte, begannen die Überlebenden, die mit ihren Battlestar Groups die Kolonie Picon verteidigen sollten ausführlich zu berichten, was sich an Bord der Argo ereignet hatte…
mehrere Stunden zuvor
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Orbit von Picon
Battlestar Argo - CIC
Immer noch etwas müde von der erst jüngst zurückliegenden Hochzeitsfeier seines Sohnes, betrat Commander Shawn Capri das Combat Information Centers an Bord der Argo.
An der DRADIS-Konsole wartete bereits sein XO, Colonel Lionel Tarn, auf ihn.
“Guten Morgen, Sir! Hier ist der aktuelle Lagebericht für Sie.”
“Puh! Muss das denn unbedingt sein? Sagen Sie mir einfach das Wichtigste vom Inhalt… habe keine Lust mich da von Anfang bis Ende durchzuarbeiten…”
Als XO war es auch seine Aufgabe den Befehlshaber immer wieder mal an wichtige Dinge zu erinnern, und gerade wollte er etwas erwidern. Aber er kam nicht dazu, weil es auf den gewaltigen Bildschirmen über ihren Köpfen im Zentrum des CIC lebendig wurde.
Eine große Anzahl von neuen Kontakten war wie aus dem Nichts erschienen.
“Götter von Kobol! Das sind die Zylonen! Dutzende von ihren Basisschiffen!”, keuchte Colonel Tarn entsetzt, in dessen Magen zusätzlich noch ein mulmiges Gefühl aufkam.
Auch Commander Capri verzog gequält das Gesicht und brummte säuerlich: “Sieht ganz so aus. Ich befürchte - dass der Waffenstillstand mit dem heutigen Tage wohl leider beendet ist. Die kommen bestimmt nicht mit einer solchen Stärke hierher um mit uns über das alltägliche Leben zu philosophieren. Aber zum Glück ist unsere Flotte stark genug, um einen solchen Akt siegreich abzuwehren.”
Als er dies zu seinem XO gesagt hatte, griff er zum Hörer um sich auf das gesamte Schiff durchstellen zu lassen
mit dem eindeutigen Appell sich sofort gefechtsbereit zu machen.
Orbit von Picon
Sofort kurz nach der Ankunft der Zylonen bezogen die neun Kampfsterne der Kolonialen Flotte, die auf dieser Sektion des Planetenorbits stationiert waren, eine lockere Formation. Direkt im Anschluss starteten von dort überall die Alarmvipergeschwader, sowie auch einige Raptor zur Unterstützung, während weitere Vipergeschwader bereits startbereit den Startröhren bereitgehalten wurden.
Doch die sieben Basisschiffe der Zylonen hingegen verharrten unbeeindruckt davon nach wie vor auf der Position, die sie bei ihrer Ankunft bezogen hatten und warteten immer noch ab.
Battlestar Argo - CIC
Indessen hatte das Flaggschiff an den gesamten Verband neue Befehle weitergegeben.
“Commander. Admiral Kolchis von der Battlestar Pacifica hat soeben angeordnet die Schlachtformation 2-4-Delta-Sigma einzunehmen. In der Hoffnung dadurch die Zylonen zum Rückzug oder einem Funkkontakt zu bewegen und somit ihr Erscheinen zu erklären”, meldete der Taktikoffizier, der den Ausdruck des Befehls an den XO weiterreichte, der dann auch sofort die entsprechenden Befehle an den Steuermann der Battlestar Argo weitergab.
Flaggschiff der Zyklonen - Kommandobrücke
Interessiert verfolgten die Maschinen und humanoiden Zylonen die Geschehnisse vor sich.
“Na sieh mal einer an. Die nehmen die Schlachtformation 2-4-Delta-Sigma ein… wie überraschend”, murmelte ein Cavil spöttisch.
“Dann machen wir uns dazu bereit unsere Geheimwaffe einzusetzen!”, ordnete er dann nach einer kurzen gekünstelten Pause mit einem ernsten Gesichtsausdruck an. Damit meinte der Zylon ein hochentwickeltes Computervirus, welches beim Genozid an der gesamten Menschheit zum Einsatz kommen sollte.
“Die feindlichen Schiffe haben soeben das Manöver abgeschlossen”, verkündete einer der Simons.
“Sehr schön. Dann wollen wir mal beginnen. Welcher Kampfstern ist uns am Nächsten?”, wollte ein Leoben erfahren.
Es dauerte wenige Sekunden als eine Sechs nach einer kurzen Überprüfung antwortete: “Die Argo. Sie befindet sich auf einer perfekten Position dafür.”
“Die Argo hat doch ein digitales neuentwickeltes System. Na, das wird eine wirklich nette Überraschung für die Menschen”, lachte eine Vier amüsiert auf, die auf das Zeichen einer Acht wartete, ehe sie das Waffenprogramm schließlich mit einem bösen Lächeln aktivierte.
Kolonialer Raptor 11-B9A
“Battlestar Argo, hier Blue Angel. Da tut sich jetzt etwas vor uns. Auf dem Basisschiff direkt vor uns ist irgendetwas im Gange… He! Was ist denn jetzt auf einmal mit der Mühle los? Was soll das? Die Steuerung… Argo haben Sie…?”
“Tut mir leid aber die Funkverbindung ist tot.”
“Ach ne, was Du nicht alles bemerkst.”
“Beruhige Dich. Checke alle Kanäle und Frequenzen”, erklärte ihr ECO stattdessen hastig.
Battlestar Argo - CIC
“Wie bitte? Kolonialer Raptor 11-B9A ihre Mitteilung ist unvollständig, bitte antworten! Blue Angel hier ist die Argo, sofort melden!”, verlangte der XO, der den Kommunikationsoffizier auffordernd ansah das Problem umgehend zu beheben.
“Was ist los, Lieutenant? Colonel?”
“Die Funkverbindungen nach draußen sind tot, Commander. Und zwar alle”, lautete die Antwort des XO.
Nach einer kurzen und heftigen verbalen Standpauke in Richtung des jungen Offiziers wurde es nicht nur im CIC schlagartig dunkel.
“Stromausfall. Die Zylonen müssen eine Art Computervirus gegen uns einsetzen”, murrte Colonel Tarn verärgert.
Es dauerte aber nur ein paar Minuten ehe sämtliche Bildschirme und Rechner wieder funktionierten, sowie auch das Licht wieder anging.
“War wohl nichts ihr dämlichen Toaster. Alles halb so wild. Den Göttern und unseren hervorragenden Ingenieuren sei Dank”, seufzte Commander Capri erleichtert.
Orbit von Picon
Eigentlich hatten sich alle Kampfsterne gut genug verteilt um die Kolonie Picon zu schützen. Die beiden großen Kampfsterne Atlas, eines der Galactica-Klasse und die Pacifica eines der Mercury-Klasse deckten die Flanken ab. Die fünf Kampfsterne der Valkyrie-Klasse die Argo, Aron, Dionysos, Picon und Plejadiaes befanden sich in der Mitte in einer Sternformation, während die beiden Kampfsterne der Berzerk-Klasse, die Iuno und die Ithaka sich ganz nach hinten zurückgezogen hatten.
Aber noch immer fand kein offener Kampf statt. Die Zylonen warteten immer noch sehr geduldig ab, wie sich das eingeschleuste Virus auf der Battlestar Argo verhalten würde.
Cyrannus Star System
An vielen anderen Orten in den Sternensystemen der Zwölf Kolonien von Kobol hatten allerdings schon die Angriffe der Zylonen auf die Menschheit begonnen. Trotz einer großen Stärke der Kolonialen Flotte von etwa 120 Kampfsternen, waren die meisten von ihnen gegen eingesetzte Computerviren chancenlos geworden.
Dort mitten hineingeraten war unser Expeditionsteam um Shen, das auf Leonis gerade noch so eben hatte landen können.
Das zwölfköpfige Erkundungsteam hatte, zu dem auch ich gehörte, hatte in der Zwischenzeit eine schwer verletzte Soldatin der Kolonialen Marines aufgefunden, die immer noch von Cassandra Fraiser medizinisch versorgt wurde. Während wir anderen die Umgebung sichern sollten.
Helios Alpha System
Orbit von Picon
Battlestar Argo - CIC
Vermehrt gingen immer mehr Berichte von Fehlfunktionen an Bord des Schiffes bei der Schadenskontrolle ein. Einige dieser Meldungen wirkten mehr als nur gruselig. Aber im Combat Information Center war man von diesen unheimlichen Vorkommnissen noch bislang verschont geblieben.
Noch. Denn das gefährliche Computervirus der Zylonen arbeitete sich Schritt für Schritt, Zeile für Zeile durch alle kompletten Computersysteme der Argo um sämtliche Programme und Befehle umzuschreiben. Was für Jenes nicht sonderlich schwer war, da alles über ein zentrales und mit allen Systemen vernetztes Computernetzwerk lief.
“He! Was ist denn jetzt auf einmal hier los?”, stutzte der Mann an der Waffenkontrolle,
der neben dem Taktikoffizier saß, verwundert. Das was er auf dem Monitor sah, wollte, nein - konnte er einfach nicht glauben. Aber es geschah wirklich, und dies direkt vor seinen Augen.
“Das ist nicht gut!”, murmelte er gestresst, weshalb er hektisch und nervös die Tastatur und den Touch-Screen vor sich bearbeitete.
Diese Aktion blieb natürlich nicht unbemerkt, denn alle die um ihn herum ihren Dienst versahen, schauten zu ihm herüber oder drehten sich in seine Richtung.
Als er aber keinerlei Erfolge seiner Bemühungen feststellen konnte, schrie er wütend auf, was ihm einen sofortigen verbalen Tadel des XO einbrachte. Außerdem verlangte er zu erfahren was los sei.
Doch anstatt auf die gestellte Frage zu antworten, setzte er stur seine Arbeit mit Gezeter fort, wobei er etwas Neues unternahm um die sich anbahnende Katastrophe doch noch irgendwie zu verhindern.
Bevor der Mann von herbeigerufenen Marines entfernt werden konnte, wurde er von einem tödlichen Stromschlag getroffen, der ihn mehrere Meter nach hinten katapultierte.
Als einige der herbeigeeilten Crewmitglieder, welche schon etwas Schlimmes befürchtet hatten, die Anzeigen auf dem Monitor sahen, stockte ihnen allesamt der Atem Auch auf der DRADIS-Konsole im CIC sahen kurz darauf auch der Commander und sein XO den wahren Grund für die Hektik des Mannes an der Waffenkontrolle.
“Oh nein. Sämtliche Schiff-an-Schiff-Raketensilos, sowie Geschütze von uns sind auf Automatik umprogrammiert worden!”, stellte Capri entsetzt fest.
Hingegen sah dann auch Colonel Tarn wie das Unglück sich fortsetzte, und murmelte hilflos während er es auf dem Monitor mitverfolgte: “Götter von Kobol - Nein. Die Raketen sind abgefeuert worden…”
Kurz darauf bemerkte niemand zunächst wie sich die Türen zum CIC, sowie die Korridore dorthin automatisch verriegelten, und die Sauerstoffzufuhr abgeschaltet wurde.
Orbit von Picon
Dicht hinter der Argo befanden sich die beiden Kampfsterne der Berzerk-Klasse die Iuno und die Ithaka, welche ohne ausreichende Vorwarnzeit jeweils von drei Raketen schwer getroffen wurden.
Während zeitgleich begannen die kleinen und auch schweren Zwillingsgeschütztürme auf die Dionysos und die Plejadiaes unter Feuer zu nehmen, die die Argo etwas versetzt oberhalb flankierten. Dies wäre an sich nicht groß dramatisch gewesen, aber da die 33 schweren Zwillingsgeschütztürme auch Raketen abfeuerten, wozu sie ausgelegt waren, waren die Schäden für diese beiden Kampfsterne jeweils verheerend.
Wenige Minuten später starteten erneut Raketen aus den Silos, die auf die etwas nach hinten versetzte Aron zuflogen, die sich oberhalb der Argo befand. Alle Raketen schlugen komplett unterhalb in die Rumpf-, Alligatorkopf-, Antriebssektion und den Gondeln ein.
Somit war die Aron dem Untergang geweiht. Doch auch die beiden anderen Kampfsterne der Valkyrie- und der Berzerk-Klasse, die zuvor getroffen waren, waren nahezu beinahe verteidigungsunfähig.
Allein die Picon befand sich aus reinem Zufall außerhalb der Reichweite der Waffen der Argo. Was daran lag, dass noch einmal kurz die Antriebs- und Manövrierdüsen gezündet worden waren, wodurch sie etwas abgedriftet war. Doch auch dieser Kampfstern war durch ein Computervirus nahezu lahmgelegt worden. Ebenso die Pacifica und die Atlas, die beide ebenfalls zu weit weg, aber auch stark genug gepanzert und ummantelt waren.
Dies alles hatte der Computervirus an Bord der Argo anhand der verfügbaren Daten gut erkannt, weshalb er diese Kampfsterne nicht angriff.
Unerwartet für die schon leicht traumatisierte Besatzung der Argo, sprang ihr Schiff weg, nur um ein paar Sekunden später dicht neben der Iuno wieder aufzutauchen.
Dies schien für die Flotte der Zylonen das Signal gewesen zu sein, da sie jetzt aktiv in den Kampf eingriff. Zu allererst wandten sich drei Basisschiffe der Picon zu, welche sofort von vielen Raketen beschossen wurde. Von diesen heftigen Beschuss wehrlos ausgeliefert, explodierte die Battlestar Picon wenige Minuten später.
Als ob dies nur zum Aufwärmen für die Angreifer gewesen wäre, wandten sie sich schon kurz darauf den großen Kampfsternen zu. Dabei teilte sich die Zylonenflotte auf, denn drei von ihnen kreisten die Pacifica und die drei andere die Atlas ein, um auch sie unter heftigen Beschuss zu nehmen. Einzig das Flaggschiff dieser Angriffsflotte hielt sich noch für einige Augenblicke zurück und sendete lediglich die Hälfte seiner Jagdgeschwader aus, die über die Aron, Dionysos und Plejadiaes herfielen und nach etwa fünf Minuten in drei helle explodierende Feuerbälle verwandelt hatten.
Zum etwa selben Zeitpunkt war die Iuno ebenfalls zerstört worden. Und abermals war die Argo gesprungen, nur um kurz darauf neben der Ithaka wieder aufzutauchen. Doch die dortigen überlebenden Crewmitglieder hatten zu ihrem Glück rechtzeitig reagiert und den schwer beschädigten Kampfstern, mit Hilfe von den letzten verbliebenen Viper und Raptor an Bord, evakuiert.
Doch schon nach dem Verlassen des Kampfsternes wurden sie von den feindlichen Jägern erbarmungslos gejagt. Die verlassene Ithaka wurde in nicht einmal fünf Minuten von mehreren Explosionen in viele Teile zerrissen.
