[SG/Multi-Crossover] Odyssee
#14
Odyssee
Folge 2.09 Unter Feuer - Die wahre Identität, Teil 1

Ori-Galaxie
Planet und Stadt Celestis

Obwohl schon seit vielen Jahren die Ori vernichtet worden waren, sowie auch die Orici Adria von der Antikerin Ganos Lal auf eine andere Ebene der Existenz gezogen worden war, pilgerten dennoch unzählige Menschen jener Galaxie in die ehemalige Stadt der Götter, die immer mehr zu verfallen drohte.

Nach gut überlegten Beratungen und Vorbereitungen hatten sich auch Vala und Tomin auf den Weg gemacht, als sie von diesen Wallfahrtsreisen erfahren hatten. Sie waren inkognito gereist um aus Sicherheitsgründen nicht erkannt zu werden.

In beiden kamen ungute Erinnerungen auf als sie sich in der Stadt umgesehen hatten. Aus einiger Entfernung beobachteten sie eine Zeremonie, welche einige Priore leiteten und mussten feststellen dass in dieser Adria immer noch als die einzigwahre Göttin des Universums verehrt wurde.
Irgendwie konnte man es auch nachvollziehen, denn seitdem der Krieg und die Macht der Ori-Herrschaft beendet waren, hatten die Menschen weitgehend an Einfluss verloren, weswegen sie sich nach dem alten Glanz zurücksehnten - aber nicht nach dem Unrecht.

Wegen der gesammelten Eindrücke auf Celestis beschlossen Vala und Tomin daher Kontakt mit der Erde aufzunehmen.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis

Mit immer wieder leicht verzerrtem Gesicht und leise Flüche ausstoßend, bewegte sich Private Sandra Kieras von den Kolonialen Marines mal wieder auf ihren eigenen Füßen durch die Gegend. Sie war immer noch recht wackelig auf den Beinen, aber sie machte gute Fortschritte. Was ihr zugute kam, war die Tatsache dass sie nur schwer in dem Jumper hinfallen konnte, weil er mit Kisten und Säcken so ziemlich zugestellt worden war.
Die junge Soldatin hatte sich bislang nur ein paar wenigen anvertraut, insbesondere ihrer Retterin, aber schwankte immer noch ob sie auch den anderen oder zumindest einigen weiteren wirklich Vertrauen konnte.

Vor einigen Tagen hatte sie sich mit Lieutenant Fraiser abgesondert, und ihr etwas anvertraut, wonach diese nach der Unterhaltung nachdenklich gefragt hatte: “Und? Was sollen wir jetzt mit ihr machen, Private Kieras?”
“Am Besten wäre es Captain Sharon Satterfield sofort zu töten, sobald sich der Verdacht bewahrheiten sollte”, hatte Sandra kalt geantwortet, worauf Cassie sie entsetzt angestarrt und noch lange nachdenklich dreingeschaut hatte.
Seitdem ließ man beide Frauen, sowohl Captain Sharon Satterfield und Private Sandra Kieras nicht mehr unbeobachtet. Erst recht nicht mehr nachdem die Koloniale Soldatin ihre Ausrüstung und Waffen wieder zurückerhalten hatte.

Gerade kam Private Kieras begleitet von Major Hailey von einem Spaziergang zwischen den zwölf Jumpern wieder in den unserigen zurück.

Als sie wieder bei uns drinnen Platz genommen hatte, riet sie: “Wir sollten uns wirklich beeilen, wenn wir an einen sicheren Ort kommen wollen. Dort könnten wir uns auch freier bewegen. Ich hätte da nämlich einen Vorschlag, welcher für euch alle interessant sein wird.”
Die Expeditionsleiterin Miss Shen beugte sich zu ihr vor, um dann der jungen Frau kurz prüfend in die Augen zuschauen, und fragte: “Sie machen nicht nur mich neugierig, Private Kieras. Also, wir sind alle ganz Ohr. Was wollen Sie uns vorschlagen, wohin wir uns aufmachen sollen?”
“Ich weiß, dass es fairer gewesen wäre früher damit herauszurücken, aber ich wollte sicher gehen, dass ihr keine feindlichen Absichten gegen mein Volk hegt…”, begann Sandra, deren Blick in der Gruppe umherschweifte. Dann fuhr sie fort: “…es wäre von Vorteil im Tiefflug dorthin zu fliegen. Doch wir sollten uns dennoch nicht zu dicht diesen Stützpunkt annähern und erst einmal nur mit einer kleinen Gruppe zu Fuß die übrige Strecke von etwa drei bis fünf Meilen zurücklegen, bevor wir dort anklopfen. Dabei werde ich euch die ganze Zeit führen.”
“Und wohin soll unsre Reise gehen?”, wollte First Lieutenant Jin erfahren.
“Zu einen Stützpunkt der Akademie der Kolonialen Flotte, der sich hier auf Leonis befindet. Und mit etwas Glück befindet sich die Thetis, ein Battlestar der Valkyrie-Klasse noch dort in einem geheimen Hangar.”
“Wäre ein guter Standort”, nickte daher Colonel Chou.
Und auch Major Hailey stimmte ihm zu: “Hört sich wirklich gut an. Denn hier können wir nicht mehr lange bleiben.”

Kurz darauf waren alle anderen Jumper-Crews informiert. Nach einer kurzen Überprüfung der näheren Umgebung erhoben sich die zwölf Jumper wieder, die dann von Private Sandra Kieras zu ihrem Ziel gelotst werden sollten.



Pegasus-Galaxie
Atlantis

Immer wieder in den letzten zurückliegenden Wochen musste Colonel John Sheppard über dieses eine leidige Thema nachdenken. Das lag natürlich auch daran, dass Doktor Rodney McKay es ihm immer wieder vorhielt und unter die Nase rieb.
Jedes Mal war der Anführer des AR-1-Teams fast immer am verzweifeln, als er darüber nachdachte, und stets zur Erkenntnis kam Mitschuld an den letzten großen Überfall der Wraith auf die Erde zu haben.

Doch Speppard hatte endgültig genug davon sich als Schuldiger zu fühlen, daher sprang er schließlich von seinem Bett auf, verließ mit sehr schnellen Schritten sein Quartier und eilte auf den kürzesten Wege zu dem Büro von Woolsey.

Dieser saß wie jeden Tag, außer Sonntags, um diese Zeit in seinem Büro um sich die neuesten Missionsberichte durchzulesen. Als Richard Woolsey aus einem Augenwinkel John Sheppard herankommen sah, schob er einen Stapel von Personalakten unauffällig unter einen anderen Stapel von Akten.

“Colonel. Was kann ich für Sie tun?”, fragte der Leiter der Atlantisexpedition, als Sheppard in sein Büro getreten war.

“Haben Sie einen Moment Zeit übrig, Mister Woolsey?”
“Es können auch zwei sein. Worum geht es denn dieses Mal, Sheppard?”
“Es geht um die Geschichte mit Todd”, lautete die Antwort von John.
Worauf Richard leise seufzte: “Also mal wieder um den Wraith.”
“Ja. Ich bin mir jetzt so ziemlich sicher, dass er nicht die Absicht hatte sein Volk zur Erde zu führen…”
“Aha. Und wie kommen Sie zu dieser Annahme?”
“Das ist so einfach, aber ich habe nicht daran gedacht, wobei es eigentlich klar auf der Hand liegt. Wir wissen schon seit längerer Zeit dass die Wraith die Fähigkeit haben durch ihre mentale Macht in den Geist anderer einzudringen, und sogar den Körper zu steuern. Sogar Teyla ist dies einige Male widerfahren… Und vor allem die Wraith-Königinnen sind darin sehr mächtig. Vermutlich hat eine von ihnen Todd gefangengenommen und mental beeinflusst, beziehungsweise sich auf diese Art und Weise Informationen geholt…”, führte der Colonel auf.

Die ganze Zeit über hatte sich der Leiter der Atlantis-Expedition nach hinten in seinen Stuhl gelehnt, hörte aufmerksam zu und erinnerte sich an so einige Berichte. Schnell war sich Woolsey im Klaren dass an der Theorie von Sheppard durchaus etwas dran war.
Dennoch brachte er erst einmal nur ein nachdenkliches: “Hm?!”- heraus.

Worauf der Colonel abermals auf Teyla und ihre Erfahrungen mit den Wraith verwies.
“Ich werde das prüfen, Sheppard. Und noch etwas: Denken Sie bitte fortan an etwas Anderes, und nicht mehr an diese Sache!”, mahnte Woolsey eindringlich, der von dem Thema genervt war, da es sowieso nicht mehr zu ändern war.
“Ist gut, Mister Woolsey!”
“Hoffentlich. Denn Sie benötigen als Oberster des Militärs hier auf Atlantis einen klaren Verstand! Sonst müsste ich Sie notgedrungen von irgendjemand ersetzen lassen. Doch das haben Sie ja schon erkannt, hoffe ich.”
“Ja”, presste John zwischen die Lippen hervor.
“Dann ist es ja gut. Es wäre nämlich sehr bedauerlich, weil ich mich so sehr an Sie gewöhnt habe”, seufzte Richard, der sich dann wieder der Büroarbeit zuwandte.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis

Seit ungefähr einer Stunde überflog unsere Jumper-Flotte, wie von Private Sandra Kieras empfohlen, den Planeten Leonis. Wir hatten mittlerweile beinahe diese halbe Welt umrundet als unser Ziel anscheinend in Sichtweite kam, denn die Koloniale Soldatin deutete mit den Worten: “Dort müssen wir hin!” - auf eine Bergekette, welche an den Ozean grenzte über den wir uns gerade befanden.
Nach weiteren Flugminuten erkannte man, dass dieses Gebirge außerdem von einem ausgedehnten Wald umschlossen war.

“Am Besten begleiten mich nur wenige von euch, sonst werden meine Leute nervös, hauen ab und lassen mich hier bei euch zurück”, wusste Sandra, die seit dem Abflug schon fieberhaft nachgedacht hatte, wer sie alles begleiten sollte.
Viel Zeit hatte sie nicht mehr, denn alle zwölf Jumper setzten wie von ihr angeraten circa fünf Meilen vor dem eigentlichen Ziel bereits zur Landung an.

Man fand Schutz unter mehreren Bäumen, die weit auslandendes Astwerk hatten und so unsere Anwesenheit verbargen.
Die meisten hatten bereits erneut ihre Ausrüstung angelegt um im Ernstfall vorbereitet zu sein. Auch Private Kieras machte sich nun einsatzbereit, wobei ihr Lieutenant de Vaux behilflich war, weil die junge Frau sich immer noch nicht so richtig gut bewegen konnte. Trotzdem war man auf die Koloniale Soldatin angewiesen, weshalb ihre Gesundheit und ihr Leben besonders beschützt werden musste.

“So. Da wären wir. Wer von uns darf Sie denn alles bei diesen Ausflug begleiten, Private?”, fragte Major Jennifer Hailey neugierig.
“Hm”, machte die Angesprochene nur, die sich kurz umsah, wobei sie ihre Entscheidung dafür bereits getroffen hatte. Deswegen zählte sie schnell die Namen auf: “Nun. Wenn ihre Miss Shen damit einverstanden ist, hätte ich sehr gerne: Ta’mon, Sie - Major Hailey, Wolfrino, Leutnant Jessica Schneider, Lieutenant Fraiser, Lieutenant de Vaux…”
“Und - Stopp! Sorry, das ich unterbrechen muss - aber auf dieser Mission kann ich keinen Piloten gehen lassen!”, verfügte die Expeditionsleiterin kurz.
“…gut, dann hätte ich gerne dafür die beiden Lieutenants Adamov und Kanchleskov… sowie Captain Satterfield dabei. Das sind genug. Geht das in Ordnung?”
“Ist genehmigt, Private! Alle genannten Personen - außer Lieutenant de Vaux, machen sich sofort einsatzbereit!”, ordnete Miss Shen an, die sich aber Sorgen um Satterfield machte, weil sie von Fraiser und de Vaux über den Verdacht unterrichtet worden war.

Dank der guten Vorbereitung bereits kurz nach der Landung dauerte es nicht lange, da wir uns schon nach wenigen Minuten abmarschbereit zwischen den Jumpern versammelt hatten.

Dabei kam Private Kieras mit einem fragenden Gesichtsausdruck auf mich zu, stoppte etwa einen Meter vor mir.
“Wolf-rino?”, kam es zögernd von ihren Lippen.
“Ja. Was kann ich für Sie tun, Private?”
“Tja, zunächst einmal ist mir aufgefallen das Sie kaum Waffen und meist nur einen Rucksack bei sich tragen, obwohl wir ein paar Waffen mehr sehr gut gegen die Zylonen gebrauchen könnten. Hat das vielleicht einen bestimmten Grund?”
“Da gibt es in der Tat einen. Leider aber auch einen sehr schmerzhaften.”
“Hat bestimmt mit ihren seltsamen Rufnamen zu tun. Oder?”
“Möglichweise… Sie stellen sehr viele Fragen…”
“Ich will euch alle besser kennenlernen, damit ich euch alle auch besser einschätzen kann.”
“Aha. Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wir schließen zunächst einmal diese Mission ab, und danach erkläre und erzähle ich Ihnen meine Lebensgeschichte. Einverstanden?”
“Okay”, nickte sie zufrieden, bevor sie auf Major Hailey und Lieutenant Fraiser deutete und den beiden zu verstehen gab, neben ihr zu gehen.

Diese Entscheidung führte dazu dass Leutnant Schneider und ich hinter den dreien gingen. Hinter uns reihten sich zunächst Captain Satterfield und danach die beiden Lieutenants Adamov und Kanchleskov ein. Ganz hinten reihte sich dann der Jaffa Ta’mon ein, der die Nachhut unseres Teams bilden wollte.
Wir waren seit einigen Stunden unterwegs, wobei wir die Straße mieden, welche sich  einige Meter durch das Dickicht von uns entfernt neben unserer Route befand.

Unsere Gruppe hatte in etwa die Hälfte der Distanz zurückgelegt, als wir letztendlich dann doch noch in sichere Deckung gehen mussten. Denn Ta’mon und ich hatten sehr deutliche verräterische mechanische Geräusche wahrgenommen, die uns signalisierten in dieser Region nicht allein unterwegs zu sein.

Mit größter gebotener Vorsicht wagte sich unser Team immer näher an die Straße heran. Dabei hatten wir großes Glück was unsere Deckung betraf, welche aus Felsen, dicken Bäumen und Baumstümpfen, sowie dichten Buschwerk bestand. Doch näher als etwa dreißig bis fünfzig Meter kamen wir nicht an die Straße heran. Was auch nicht schlimm war, denn so hatten wir eine gute Distanz zu unseren potentiellen Feinden, die wir nun das erste Mal zu Gesicht bekamen.

Es handelte sich, so wie es uns Private Kieras im Flüsterton erklärte, um sehr viele Zenturios der Zylonen, die einen ziemlich kleinen Konvoi von drei Fahrzeugen begleiteten.

“Ich habe mal versucht mitzuzählen. Es müsste sich hier um etwa einhundert von diesen Zylonenrobotern handeln. Plus eine unbekannte Anzahl von Insassen in den Lastern und dem Geländewagen”, murmelte Natalia Adamov, die aufmerksam durch ihr Fernglas die feindliche Gruppe studierte.

Der Konvoi stoppte schließlich, da sich auf der Straße einige Wrackteile von Fluggeräten, sowie umgestürzte Bäume das Weiterkommen blockierten.

Und schon wenige Minuten später geschah das Unfassbare: Aus dem Geländewagen, der vorausfuhr stieg eine junge Frau aus, die Captain Sharon Satterfield aufs Haar glich und somit  gut und gerne ihre eineiige Zwillingsschwester hätte sein können.

Odyssee
Folge 2.10 Unter Feuer - Die wahre Identität, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis

Wir alle schauten gemeinsam immer noch alle gemeinsam verwundert nach vorne, und sahen wie diese Gestalt, die wie unsere Sharon aussah den Zylonen um sich herum gestikulierend klare Instruktionen gab. Die Roboter begannen kurz darauf dann auch schon damit die Straße frei zu räumen.

“Habt ihr das alle gesehen? Gut. Denn ich habe es ja bereits einigen von euch verraten, weshalb und von wem ich so übel zugerichtet worden bin, und warum ich Captain Sharon Satterfield irgendwie nicht leiden kann. Entweder ist dies doch nur ein dämlicher Zufall, oder aber ihr werdet von einer gewissen Person gewaltig an der Nase herumgeführt”, wisperte Private Sandra Kieras uns zu, die bereits ihr Sturmgewehr gefechtsbereit in Anschlag hielt.

Doch die arme Major Jennifer Hailey schüttelte schon seit einigen Minuten unentwegt ungläubig ihren Kopf, da sie ihre Kameradin seit Jahren schon kannte. Angefangen von der Air Force Akademie bis hin zu den ersten Trainings als Rekruten für das damals noch streng geheime Stargate-Programm - und nun dieses Erlebnis auf dieser fernen Welt in einer benachbarten Galaxie.
“Dann ist es vielleicht also doch wahr?… Aber wie ist das nur möglich…? Sharon?”, murmelte die ranghöchste Offizierin nach einer Erklärung suchend.

Wie eigentlich zu erwarten war, starrte Captain Satterfield nach wie vor gebannt auf ihre Doppelgängerin. Auf alles war sie in den vielen Trainings auf der Erde und auf anderen Planeten in Ausbildungscamps vorbereitet worden, nur nicht auf eine solche verrückte Begegnung. Weswegen sie mit immer wieder nach Luft schnappend den Mund öffnete und verschließend dastand, und vollkommen für uns alle unerwartet laut: “Nein!”- schrie.

Kein gutes Timing in dieser gefährlichen Situation, das wussten wir alle. Dadurch wurde unsere bislang stille Anwesenheit bekannt. Doch zunächst wandten sich etwa ein gutes Dutzend Zylonen nur zu unserer Sharon um, die vollkommen ohne Deckung vor ihnen wie angewurzelt dastand. Genauso wie die Sharon der Zylonen, die aber vorsichtshalber in Deckung gegangen war und begann sicherheitshalber mit einem Wärme erkennenden Fernglas die Umgebung zu überprüfen.
Die roten Augenlichter der Zylonen bewegten sich hin und her, ehe es bei einem Zenturio stehenblieb als er mit Satterfield direkten Blickkontakt aufgenommen hatte. Eine Reaktion bei ihr blieb nicht aus, denn ihre Augen leuchteten für eine kurze Sekunde nur rot auf, und dieser minimale Kontakt setzte die Programmierung der zylonischen Schläferin in Gang.

“Da sind noch mehr Menschen! Greift sie an und tötet sie alle! Versucht aber dabei all die Frauen in dieser Gruppe lebend zu ergreifen!”, schrie ein anderer Zylon, eine Doral-Kopie, laut.
Daraufhin begann ein heftiger Kampf, der mit einer wilden Schießerei begann.

Aber auch Sharon Satterfield wurde aktiv, denn sie drehte sich zu Cassandra Fraiser um, die Deckung bei einen Felsen gefunden hatte, doch unerwartet in den Lauf der Waffe ihrer Kameradin schauen musste.

“Oh Nein! Cassie!”, schrie Jennifer Hailey entsetzt auf, die schon befürchtete dass ihre Freundin das gleiche Schicksal wie Doktor Janet Fraiser erleiden würde.
Todesmutig warf sich Ta’mon noch rechtzeitig in die Schusslinie, als Satterfield den Abzug betätigte, wodurch er alle Schüsse mit seinem Körper abfing. Kaum hatte das Drama seinen Lauf genommen, hatte Kieras ihre Waffe auf Satterfield gerichtet und schoss auf sie. Doch diese rettete sich indem sie durch den dicht bewachsenen Wald floh.

“Wir müssen hier weg! Es sind zu viele!”, rief Leutnant Schneider alarmiert als sich die Zylonen uns im schnellen Tempo näherten, die bislang die Straße geräumt hatten. So schnell es uns irgendwie möglich war, zogen wir uns tiefer in den Wald zurück. Dort erhaschten einige von uns noch einen letzen kurzen Blick auf Captain Satterfield, die dann in Richtung der Straße verschwand.

“Na schön, Leute. Ihr folgt allesamt Private Kieras, und ich sorge…”
“Wolfrino!”, protestierte Jessica Schneider sofort.
“Keine Widerrede, Leutnant! Entweder ich komme später nach, sobald es geht… oder ihr gabelt mich irgendwo auf. Noch haben wir einen guten Vorsprung - also ab mit euch! Los!”

“Ich bleibe bei ihm, und unterstütze ihn, denn meine schweren Verletzungen behindern mich. Ich würde euch nur bremsen”, entschied Ta’mon, der sich wild entschlossen neben mich stellte.
“Dann wollen wir die Blechheinis mal aufhalten”, brummte ich, während die anderen aus unserem Team im Unterholz verschwanden.
Obwohl es nicht vermutlich nicht viel bringen würde, injizierte sich der Jaffa eine Dosis Tretonin um sich so ein wenig die Schmerzen zu nehmen. Doch Angst davor eventuell in Kürze zu sterben hatte Ta’mon nicht, denn er war ein Krieger der eine klare Entscheidung getroffen hatte. Dennoch fragte er mich: “Du bist doch bestimmt schon so etwas wie gestorben, also getötet worden…”
“Ja. Oder zumindest schon einige Male nahe daran gewesen… angenehm ist das nicht - das kannste mir glauben.”
“Sie kommen. Wir verteilen uns besser.”



Milchstraße
Mars - Stargate Command Base
General Landry’ Büro

Anfangs noch mit ziemlich großer Skepsis hatte Hank den vielen Worten von Vala Mal Doran und Tomin zugehört. Doch vernahm er doch dabei auch die große Sorge in Folge des Berichtes der beiden, die ihm an seinem Schreibtisch gegenübersaßen.

Nachdem er seine beiden Gäste verabschiedet hatte, musste er auf jeden Fall Jack und somit das Homeworld Command auf der Erde informieren. Aber dies war nicht das einzige was General Landry beschäftigte, denn sein Instinkt meldete ihm sofort dass daraus möglicherweise wieder eine Gefahr für alle freien Welten entstehen könnte.

“Kaum haben wir ein Ungemach gerade noch so abwenden können, und schon winkt das nächste am Horizont. Äh, Walter! Ich benötige Doktor Daniel Jackson und auch Colonel John Sheppard so schnell es geht gemeinsam hier!”, brummte er in Gedanken versunken.
Harriman hatte nur kurz seinen Kopf in die halbgeöffnete Tür gesteckt, den Befehl zur Kenntnis genommen und wieder verschwunden.


Erde
USA - Westchester, New York

In der Schule von Professor Charles Xavier war man sehr damit beschäftigt die befreiten Kinder aus der Anlage von Alkali-Transigen zu integrieren. Es gab leichte, aber auch sehr schwierige Fälle. Einer der komplizierten Fälle war ausgerechnet die genetische Tochter von Logan - Laura.
“Sie ist Dir wirklich sehr ähnlich”, lautete daher das Urteil von Charles, nachdem er wieder einmal hätte einschreiten müssen.
Daraufhin musste sich der arme Wolverine wieder seine Vaterrolle übernehmen, was ihm sichtbar schwerfiel.
“Schule ist nicht jedermanns Sache”, fand aber Jean Grey, die ziemlich gut zu spüren schien, wie schwer es einigen von den Kindern fiel an einen normalen Alltag eines Kindes anzunehmen.
“Ich werde eine Weile mehr Zeit mit Laura verbringen, und sie deswegen dafür von der Schule nehmen. Gibt es hier Ferien, oder so was?”, brummte Logan, nach einer kurzen Unterhaltung mit seiner Tochter.
“Und ich hatte schon gedacht Du wärst endlich mal sesshaft bei uns geworden”, meinte Storm mit einem gutmütigen Lächeln.
Scott hingegen scherzte: “Erstaunlich finde ich vielmehr dass Du es hier solange ausgehalten hast. Sind ja immerhin schon einige Monate vergangen.”
“Wirklich sehr witzig”, befand Logan mit einem Brummen, der sich kopfschüttelnd zu ihnen umwandte.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis

Derweil rannte unser übriges Team so schnell es konnte weiter, was aber auch von dem Gesundheitszustand der immer noch geschwächten Kolonialen Soldatin abhängig war. Sie kamen aber alle ihren Ziel erfreulicherweise immer näher.
“Es ist fast geschafft wir sind bald dort”, keuchte Sandra Kieras, die sich den bandagierten Bauch hielt.
“Private?”, fragte Cassie besorgt. “Nicht das wir Sie verlieren…”
“Keine Angst… dort gibt es eine Krankenstation…”, versuchte die junge Frau alle zu beruhigen als sie endlich an einen Zaun angelangten, der ihnen auch durch Schilder verriet dass sie sich vor Sperrgebiet befanden.

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Zur selben Zeit waren Ta’mon und ich in einen erbitterten heftigen Kampf mit den Zylonen verstrickt worden. In diesen gab es nur kurze Pausen, wo wir beide uns versuchten ein wenig zu orientieren. Doch das wichtigste war, ständig waren der Jaffa und ich aktiv und boten keine klaren Ziele. Auf Grund meiner Mutation fing sich mein Körper so manche Kugel ein, damit Ta’mon nicht getroffen wurde.

“Wolfrino. Das hier müssen Stromleitungen sein”, erklärte er auf die vielen Masten über uns deutend.
Und tatsächlich, wir befanden uns genau unter einer ganzen Überlandleitung.
“Wenn da wirklich noch Saft drauf ist… und diese Typen bestehen aus Metall…”
“…dann könnten wir einige von diesen Robotern loswerden”, ergänzte Ta’mon der nicht nur meinen bösen Blick, sondern auch mein zufriedenes Grinsen richtig gedeutet hatte.
“Mist! Da sind sie schon wieder im Anmarsch!”, fluchte ich, während ich die ersten Masten mit meinen Krallen durchschlug. Nebenbei gab der Jaffa pausenlos Salven aus seiner Stabwaffe auf unsere Verfolger ab, um so für Sperrfeuer zu sorgen.

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Im Hangar des geheimen Stützpunktes war der Commander der Battlestar Thetis zum Team geeilt. Dieser wurde sofort von Private Kieras immer eindringlicher angefleht:
“… deswegen… Bitte Sir! Sie müssen ihnen helfen, sonst…”
“Beruhigen Sie sich, Soldat!”, mahnte er, ehe er das Team um Major Hailey prüfend ansah, dann aber nickte und bestimmte dem Expeditionsteam zu helfen und an Bord des startbereiten Kampfsterns aufzunehmen.

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Seit ungefähr drei Stunden kämpften wir gegen unsere Verfolger, wobei es nur wenige spürbare Pausen gab. Derweil waren einige Strommasten wie erhofft umgestürzt,
und die noch teilweise unter Elektrizität stehenden Überlandleitungen auf einige der heranstürmenden Zenturios hinabgefallen.

“Somit kommen sie erst einmal nicht mehr von allen Seiten”, hustete Ta’mon zufrieden.
Der Jaffa hatte Recht unsere Lage war vorübergehend besser geworden. Aber lange würden wir dem Ansturm dennoch nicht mehr standhalten können.

Während sich an meinem Körper die unzähligen Wunden bereits wieder verschlossen und die Kugel rausdrückten, schienen die des Jaffa immer schlimmer zu bluten. Und klar sichtbar wurden seine Bewegungen von Minute zu Minute langsamer.

Gerade als einige der Zylonen das von uns geschaffene Hindernis umgangen hatten, und dabei waren den Kampf mit uns wieder aufzunehmen, kam für uns die Rettung. Es handelte sich dabei um 2 unserer Jumper, sowie 6 der Jagdmaschinen, die uns Sandra Kieras als Viper beschrieben hatte.

“Los ihr beiden! Schnell! An Bord mit euch!”, rief uns Leutnant Jessica Schneider auffordernd zu, die aus einem dritten getarnten Jumper hervorlugte, welcher nur wenige Meter neben uns knapp über den Boden schwebte.

Instinktiv raffte sich Ta’mon noch einmal auf, der mit mir gemeinsam in den Jumper hechtete. Doch von dem Flug in den Hangar, der sich in der Felswand des Bergmassivs befand, bekamen wir beiden gar nichts mehr mit, weil unsere Verletzungen uns zu sehr geschwächt hatten.
Was für mich war das letztendlich kein großes Problem darstellte, war für den Jaffa etwas Bedrohliches. Um ihn stand es gar nicht allzu gut.


Geheimer Stützpunkt der Kolonialen Flotte
Battlestar Thetis

Von der Hektik im Steuerbordhangardeck bekam ich nur wenig mit, wofür Leutnant Schneider sorgte indem sie mich auf die Trage drückte.
“Wir müssen Ta’mon sofort in den OP schaffen! Dann schafft er es vielleicht zu überleben”, konnte ich Cassandra Fraiser gerade noch so sagen hören als wir die Krankenstation des Kampfsterns endlich erreicht hatten.

“Wieso wird er nur operiert? Es sind doch zwei schwer Verletzte?”, fragte einer der Ärzte von der Thetis verwundert.
“Erkläre ich Ihnen später, Herr Kollege”, versicherte Cassie.

Die mittlerweile abermals medizinisch versorgte Private Kieras war an mein Bett getreten, auf welchen ich ebenfalls, wenn auch nur leicht medizinisch umsorgt wurde.
“Machen Sie sich keine Sorgen, Sandra. Der kommt schon wieder auf die Beine”, sagte Leutnant Schneider, die neben ihr stand.
“Das will ich doch hoffen, Jessica. Immerhin hat er ein Versprechen einzulösen”, seufzte die Koloniale Soldatin müde, die sich einfach das benachbarte Bett sicherte.

Im Combat Information Center bekam der Commander der Thetis, Liam Aberdeen nichts mit, denn er beobachtete konzentriert das Geschehen um den Stützpunkt herum. Und der Blick auf die leicht gestarteten DRADIS-Monitore verriet ihn, was ihm nicht gefiel: Einige Basisschiffe der Zylonen hatten wohl die richtigen Schlüsse aus den Beobachtungen der letzten Tage gezogen, weil sie über den Kontinent wo sich die Thetis befand Position bezogen.

“Das musste ja irgendwann passieren. Wir müssen hier weg, und notfalls springen wir auch von hier! Den FTL auf Stand by! Colonel Iden, was ist unter anderen mit unseren neuen Freunden?”
“Von denen sind alle an Bord. Auch die beiden, die den anderen den Rücken freigehalten haben…”
“Gut. Ich kümmere mich später um sie. Und was ist mit den übrigen Personal?”
“Die benötigen noch etwa eine halbe Stunde, damit alles verladen und an Bord ist…”
“So viel Zeit haben wir nicht mehr, Colonel! Machen Sie den übrigen Rekruten und Kadetten Beine, wenn die nicht hierbleiben wollen - sonst sind wir in mehr als den nächsten fünfzehn Minuten erledigt!”
“Verstanden. Achtung an alle, hier spricht der XO: Bringt nur schnell das Wichtigste an Bord! Wir springen in exakt 15 Minuten!”


Orbit von Leonis
Zylonenbasisschiff

Die Zylonen hatten mittlerweile ihre zurückgekehrte Schwester Sharon Satterfield in Sicherheit gebracht. Sie war von den anderen an Bord freudig begrüßt sowie auch medizinisch versorgt worden. Das lag an einen von den Cavils, der dagegen war sie einfach sterben und in einen neuen Körper herunterladen zu lassen.
“Dafür ist diese Acht viel zu wertvoll! Also gib Dir gefälligst beim Behandeln Mühe!”, hatte er zu einer Simon-Kopie gesagt.

Alle anderen Zylonen-Modelle brannten wie Cavil selbst auf wichtige Informationen, die diese Acht gesammelt hatte. Was schwierig werden würde, da diese Sharon teilweise immer noch die größte Zeit irritiert dreinschaute und sich voller Angst des Öfteren umblickte.

“Sobald sich diese Sharon einigermaßen erholt hat, werde ich sie an einen speziellen Apparat anschließen, während sie in einer Wanne badet, damit wir Zugang zu ihrem Wissen bekommen. Was leider nicht allzu viel sein wird, was an den Schock liegen könnte als diese Acht bemerkt hat, dass sie in Wahrheit eine Schläferin ist”, gestand Cavil den anderen Zylonen, nachdem der Simon ihm gemeldet hatte dass sie medizinische Versorgung bei jener Sharon beendet sei.



Milchstraße
Erde
Deutschland - Hamburg

Müde und wieder einmal, wie zuletzt in den vergangenen Tagen, war Jeanne Nicole Schneider ins Badezimmer ihrer Wohnung geschlendert.
“Man bin ich schlapp…, dabei bin ich mal einigermaßen pünktlich ins Bett gegangen. Nur gut, dass die Kinder zur Zeit bei meinen Eltern sind, sonst hätte ich die Zeit verschlafen sie in die Kita zu bringen”, murmelte sie als sie unter die Dusche verschwand.

Die Zeit war für die Polizeiobermeisterin durch die vielen zusätzlichen Schichten so knapp geworden, dass sie kaum noch Zeit für sich selbst, geschweige denn die beiden Kinder hatte.

Als sie mit dem Duschen fertig war zog sie sich für das anschließende Frühstück nur ihren Bademantel über. Das Frühstück schmeckte ihr so gut wie schon lange nicht mehr, und dies obwohl sie alleine war und sich nach ihrer Familie sehnte.
Ihre Augen wanderten zur Uhr, die ihr sagte dass sie nur noch etwa zwei Stunden Zeit hatte, bevor ihre nächste Schicht beginnen würde.

Nachdem dem Frühstück und dem Zähneputzen, verschwand sie wieder im Schlafzimmer um sich für den bevorstehenden Dienst ihre Uniform anzuziehen. Dabei kam sie an das Holster in welchen ihre Dienstwaffe steckte. Eigentlich verwahrte sie diesen gefährlichen Gegenstand immer in einem Schließfach nahe an dem Bett, aber da die Kinder außer Haus und bei ihren Eltern waren, verzichtete sie daher auf diese Vorsichtsmaßnahme.
Noch einmal berührte sie prüfend das Holster um sich zu vergewissern nicht zu irren, es war aber irgendwie lauwarm stellte sie verwundert fest, weshalb sie die Pistole zog - auch deren Lauf warm.

“Was zum Kuckuck? Das darf doch nicht wahr sein”, seufzte sie, weswegen sie dann sofort das gesamte eigene Haus kontrollierte.
 
Aber es gab nichts - niemand war in der Nacht bei ihr gewesen - alles war gesichert gewesen.
Dann löste Jeanne das Magazin, um deren Ladung zu checken, doch keine einzige der fünfzehn Patronen fehlte.
Durch diese Anspannung schien sie sich an etwas zu erinnern, und murmelte leise im Flüsterton schockiert vor sich hin: “Aber… aber das war doch nur ein böser Traum…” - während sie sich fassungslos auf die Bettkante setzte.

Odyssee
Folge 2.11 Unter Feuer - Der Kubus, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis - Battlestar Thetis

Viele schafften es gerade noch vor dem Ablauf der von Colonel Iden gesetzten Frist an Bord zu gelangen. Die meisten der Frauen und Männer waren völlig außer Atem, da sie bis zur letzten Minute unermüdlich noch Vorräte und Ausrüstung auf den Kampfstern verladen hatten, ehe die vielen Schleusen und Luken verriegelt werden mussten.
Um das Schiff herum und auf dem Stützpunkt selbst befand sich kein einziger Mensch mehr. Alle hatten es also gerade noch rechtzeitig an Bord geschafft.
Da alle auf der Thetis wussten dass der Start recht turbulent werden würde, setzten sich die meisten Besatzungsmitglieder notgedrungen auf den Boden.

Im CIC des Kampfsterns registrierte man das was man schon lange befürchtet hatte.

“Atomwaffenalarm! Sie nehmen uns ins Visier, Commander.”
“Dann nichts wie weg hier. Aber wir warten solange bis die Raketen auf dem Bergmassiv aufschlagen!”, ordnete Aberdeen an, worauf ihn Iden verstehend zunickte.
“Guter Plan! Somit denken die Toaster dass sie uns vernichtet hätten.”

Man spürte das Erzittern auf dem gesamten Kampfstern als die ersten Atombomben auf die Planetenoberfläche fielen und dort detonierten.
“Jetzt! Führt den Sprung aus!”, befahl Colonel Iden.

Wie befohlen sprang das Koloniale Kriegsschiff, welches sich im Hangar befunden hatte weg. Nicht nur durch die auftretende Raum-Zeit-Verzerrung, sondern auch durch den entstehenden Sog wurde der komplette ausgehöhlte Bereich des Bergmassivs instabil. Aber auch die aufschlagenden und detonierenden Nuklearwaffen der Zylonen taten ihr übriges - ein beträchtlicher Teil des Berges wurde somit weggesprengt.


Orbit von Leonis
Basisschiff der Zylonen

Die übermittelten Bilder von den Raidern der Zylonen führten dazu, dass ein Cavil, der im Glauben war die letzte intakte Einrichtung der Kolonialen Flotte in den Kolonien vernichtet zu haben, zufrieden grinsend feststellte: “Das war’s. Und dann auch noch so unerwartet überzeugend. Eine ganze Schar von diesen Plagegeistern auf einem Schlag weniger, das im Universum herumschwirrt.”

Wie angesprochen wandte sich jener Cavil dann Sharon Satterfield zu, um an das Wissen zu gelangen. Dabei ließ er diese Acht in eine spezielle Wanne steigen, damit die Daten in den Speicher des Basisschiffes übertragen wurden.

Während Sharon dies tat, verschaffte sich Cavil erste Eindrücke indem er in diesen Strom aus Daten eintauchte, indem er seine linke Hand in die Kontaktflüssigkeit legte.
Immer wieder schaute der Einser die Acht irritiert an, und kam schnell zu dem Schluss diese neuen Informationen zunächst einmal nur für sich zu behalten.


Cyrannus Star System
Battlestar Thetis

Wie zuvor geplant war die Thetis ins Zentrum der Kolonien gesprungen. Dabei hielt man wachsam das DRADIS im Auge um nicht von den Zylonen überrascht zu werden.


24 Stunden später
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Battlestar Thetis

Wie nicht anders zu erwarten gewesen war, waren die von Miss Shen und Major Hailey geführten Verhandlungen mit Commander Aberdeen nicht besonders leicht. Doch wurde zum Glück dazu auch noch Private Kieras befragt und in die Gespräche miteinbezogen, die sich dafür aussprach diesen fremden Menschen, die zudem auch mehr als nur glaubhaft belegen konnten aus einer anderen Galaxie zu kommen, vertrauen zu können.

Daher willigte Commander Aberdeen nach einer kurzen Bedenkzeit schließlich ein, und erlaubte allen Mitgliedern des Teams von Shen sich an Bord der Thetis einigermaßen frei bewegen zu dürfen.

Doch man ging sogar schon nach einigen weiteren Tagen noch einen entscheidenden Schritt weiter, in den man gemischte Teams bildete, die zu Aufklärungsmissionen in den von den Zylonen besetzten Welten geschickt wurden. Dies lag natürlich an den guten Fähigkeiten der Jumper.

Combat Information Center

Immer noch schaute Commander Aberdeen mit einem fragenden Gesichtsausdruck zu Colonel Iden, der ebenfalls stets aufs Neue von selbst auf die Uhr sah und den Kopf schüttelte. Außerdem warteten beide auf Miss Shen, die darum gebeten wurde sich bei ihnen im CIC zu melden.

Als sie hereingekommen und an die beiden Offiziere herangetreten war, wurde sie sofort vom XO der Thetis angesprochen.
“Miss Shen. Es geht um Team 3, welches nach Aerilon aufgebrochen und überfällig ist. Sie hatten doch gesagt, dass Lieutenant Tessa de Vaux zuverlässig ist. Ist sie das?”
“Sie ist es. Lieutenant de Vaux nimmt jeden Auftrag ernst, und geht kein unnötiges Risiko ein”, antwortete Miss Shen.
“Danke. Somit wäre das Team seit rund zwei Stunden überfällig”, brummte Iden, der dann auf den DRADIS-Monitor über seinen Kopf blickte.
Dann wandte sich auch Aberdeen an sie, der seine Vermutung aussprach: “Dann muss mit dem Team etwas passiert sein. Ich möchte ihnen im Namen der gesamten Crew mein Beileid über ihren Verlust für Ta’mon aussprechen.”
“Vielen Dank.”
“Wenn ich es nicht zum Teil selbst mit erlebt hätte, aber…”
“…ja, Jonathan Wolfrino Martin ist seit Tagen wieder wohlauf”, ergänzte Shen.
“So ist es. Auch Private Sandra Kieras hat mir davon berichtet. Das ist, wegen dieser schweren Verletzungen - einfach unglaublich. Und offengestanden ist mir der Kerl deswegen auch irgendwie - unheimlich. Ach ja. Haben sie denn keine Angst, dass er sich an sie rächen könnte? Denn immerhin sind sie, wie von ihnen zu hören war ja an seinem Zustand mitverantwortlich, welcher auch nicht mehr rückgängig gemacht werden kann”, seufzte der Commander der Thetis, der die Frau vor sich prüfend anschaute.
“Anscheinend nicht. Es ist auf jeden Fall sehr abgefahren, was es auf ihren Planeten so gibt und auch alles getan wird um sich gegen Feinde aus dem Universum zur Wehr zu setzen…”
“Commander Aberdeen. Was ist mit Team 3? Wir können diese Leute nicht zurücklassen. Die Jumpertechnologie darf nicht den Zylonen in… in die Hände fallen”, erinnerte Miss Shen.

“Werden wir auch nicht. Deswegen schicken wir mindestens 2 Raptorteams dorthin. Colonel Iden, lassen sie sich von unserer Freundin hier bei der Zusammenstellung dieser Teams beraten!”, ordnete nach kurzer Denkpause der Commander an.

Steuerbordhangardeck

Auch hier konnte ich das Unbehagen der Crew der Thetis deutlich spüren. Beinahe jeder an Bord dieses Schiffes schien mir aus dem Weg zu gehen, seitdem ich in Begleitung von Leutnant Jessica Schneider und Private Sandra Kieras die Krankenstation an Bord des Kampfsternes verlassen hatte. Sogar hünenhafte gestandene Marines waren beiseite getreten als wir vorbeigekommen waren.

“Ist nur zu hoffen, dass die ollen Toaster sich ebenfalls zurückziehen, wenn sie auf dich treffen Wolfrino”, scherzte die Koloniale Soldatin, die auch an ihre seit Stunden vermisste neue Freundin Tessa de Vaux denken musste.

Vor den startbereiten vier Raptor hatten sich bereits viele Personen versammelt. Unter ihnen war sogar Commander Aberdeen und Miss Shen.

“First Lieutenant Jin. Eigentlich müsste ich Ihnen die Teilnahme an diesen Einsatz untersagen - doch habe ich keinen anderen Jumperpiloten, der auch unter den zu erwartenden Extremsituationen eine solche Maschine fliegen kann”, erklärte Xiaoyi, die mit sich ringen musste, ob sie Jiao die Aktivität an diesen Einsatz erlauben konnte.

Kaum hatte die Leiterin der Andromeda-Expedition zu Ende gesprochen, ertönte auch schon die laute Stimme des Commanders über das Steuerbordhangardeck.
“Alle herhören! Dabei gehen wir vor wie es im Briefing besprochen wurde! Dies ist eine Such- und Rettungsmission, wo es möglichst zu unterlassen ist den Feind auf sich aufmerksam zu machen… bis es nur noch die Möglichkeit gibt sich zu verteidigen! Holt unsere vermissten 12 Männer und Frauen wieder hier her! Gute Jagd, Ihnen allen!”
“Lasst uns ein paar Toaster verschrotten”, brummte ein Marine düster.

Kaum hatten wir unseren Raptor betreten sahen wir uns darin kurz um. Als wir uns gesetzt hatten, wechselte Leutnant Schneider ihre Kopfbedeckung, indem sie ihr rotes Barett gegen den Gefechtshelm tauschte. Außer den beiden Piloten des Raptor und uns beiden, befanden sich noch zwei Sanitäterinnen und drei Koloniale Marines, darunter Private Sandra Kieras an Bord.
An Bord eines weiteren Raptor hatten First Lieutenant Jin und Sergeant Grogan Platz genommen. Mehr als vier weitere Personen wollte Miss Shen aus ihrem Team nicht entbehren, da bereits neben Lieutenant de Vaux noch fünf weitere Mitglieder als vermisst galten.

Es vergingen einige Minuten ehe sich alle Raptor startbereit auf dem Steuerbordflugdeck eingefunden hatten.
Nach einigen Flugsekunden hatten wir uns schließlich weit genug von der Battlestar Thetis entfernt, und der Pilot von unserem Raptor meldete: “Sprung nach Aerilon in 5, 4, 3, 2, 1 - und… Sprung!”


Helios Gamma System
Orbit von Aerilon

Erstaunt staunten wir, die von der Erde waren, wie genau berechnet unsere Koordinaten waren, die uns zu diesen Planeten transportiert hatten. Denn nur wenige hunderte Meter von uns entfernt war Aerilon vor uns aufgetaucht, wobei wir uns schon sehr nah an dessen Atmosphäre befanden. Zahlreiche Trümmer- und Wrackteile von Kampfsternen, Viper, Raptor und zivilen Schiffen umkreisten ebenfall den Orbit, die von dem heftigen Angriff der Zylonen zeugten.
Doch auch mehrere Basisschiffe der Zylonen waren hier stationiert worden, die wir zum ersten Male zu Gesicht bekamen.
Die Raptorpiloten sofort nach unserer Ankunft sämtliche Systeme abgeschaltet oder auf ein Minimum heruntergedrosselt, damit unsere Anwesenheit nicht auffiel.

Aerilon

Unser Ziel auf dem Planeten selbst war vorgegeben. Sofort nachdem unsere Raptor die Atmosphäre durchquert hatten, flogen wir im Tiefflug zu den Landekoordinaten von dem vermissten Team 3.
Alle an Bord hatten die Hoffnung so schnell wie nur möglich diese Mission abschließen zu können. Zuerst lautete der Auftrag den Jumper zu finden und sicherzustellen.

“Hier sind die Koordinaten. Das Gras ist überall niedergedrückt. Es ist auch noch feucht, hat wohl vor kurzem geregnet in dieser Region”, stellte First Lieutenant Jin fest, als wir gelandet waren und die Raptor verlassen hatten.

Aufmerksam suchten wir nach Anzeichen wo der Jumper gelandet worden sein könnte. Es war schließlich Grogan, der das gesuchte Fluggerät wiederfand. Auf sehr schmerzhafte Art und Weise, nämlich indem er gegen den getarnten Jumper gegen prallte.
“Ah! Verdammt noch mal!”, schimpfte der Sergeant der US Air Force vor sich hin, während wir amüsiert darüber vor uns hingrinsen mussten.

“Okay. Erster Teil der Mission wäre geschafft. Ich werde mit dem Tok’ra-Kommunikator Bericht erstatten, dass wir den Jumper gefunden haben, und uns dann auf die Suche nach der vermissten Mannschaft machen”, erklärte Jiao, während wir mit einer mitgeführten Fernbedienung kurz den Jumper enttarnten, damit wir an Bord gehen konnten.

Kurz darauf beratschlagten wir unsere weitere Vorgehensweise, wobei dann schließlich Leutnant Schneider vorschlug gemeinsam mit Private Kieras und mir den Spuren auf dem Boden zu folgen, und uns der Jumper im Tarnmodus hinterher fliegen sollte.
Der Vorschlag wurde angenommen und ich suchte, flankiert von den beiden Soldatinnen nach den Spuren, die ich schließlich fand - der letzte Regenschauer hatte zum Glück nicht alles verschwinden lassen.

Zu Beginn kamen wir nur langsam vorwärts, bis wir uns einen lichten Wald näherten. Dank des Lebenszeichendetektors konnte uns Jin auch von weiter oben aus folgen.
Doch als wir eine etwas größere Lichtung erreicht hatten, stoppten wir und auch der Jumper landete in der Nähe.

Hier gab es noch eindeutige Spuren eines kurzen, aber sehr heftigen Feuergefechtes. Dies konnte man an den Bäumen und an den Felsen, die hier herumlagen, sowie den noch verstreut herumliegenden Patronenhülsen erkennen.

Aber da war noch etwas. Ein mir sehr vertrauter metallischer Geruch lag in der immer noch feuchten Luft.
Es roch nach Blut.
Mit ausgefahrenen Krallen folgte ich diesem Geruch vorsichtig, und Kieras und Schneider folgten mir.
Schon bereits nach wenigen Schritten wurden wir fündig. Vor uns im dichten Dickicht fanden wir den mit zahlreichen Schusswunden übersäten und übel zugerichteten Major James McAllister von der Royal Air Force.
“Gott sei Dank… Ihr… ihr seid es…”, stöhnte er erleichtert, nachdem er uns erkannt hatte.
“Diese… diese verdammten Monster… haben uns überrascht… diese Roboter… kamen von allen Seiten… ich konnte es leider nur mit ansehen… die meisten sind wohl tot! Die Frauen… nur die Frauen… haben sie am Leben gelassen… und… und mitgenommen…”, berichtete er röchelnd, wobei er die letzten Worte kaum noch hörbar über die Lippen brachte, ehe er noch einmal kurz aufhustete und seinen schweren Verletzungen erlag.

Mit einem sehr getrübten Gesichtsausdruck drückte Leutnant Schneider dem gefallenen Kameraden die Augen zu. Das stille andächtige Schweigen wurde erst Minuten später von Sergeant Grogan unterbrochen: “Leute. Wir haben da etwas entdeckt, ehe wir gelandet sind.”

Wieder am Bord des sicheren und getarnten Jumpers verließen wir nach kurzer Prüfung den Ort des Kampfes. Weitere Leichen hatten wir nicht entdecken können, weswegen wir vermuteten dass die Zylonen die toten Teammitglieder ebenfalls mitgenommen hatten.

Als wir uns über den Baumkronen befanden, konnten wir es ebenfalls erkennen, denn etwa noch rund 2 Kilometer von unserer aktuellen Position entfernt stand ein Gebilde, was jeden von uns an einen übergroßen Würfel erinnerte.

“Oh Mann! Dieses große Ding da müssen die Zylonen aber in rekordverdächtiger Zeit errichtet haben”, bemerkte Private Kieras, worauf uns einer der anderen Marines erzählte das dort vorher nur ein kleines Kraftwerk gestanden hatte.
Daraufhin fragte Leutnant Schneider: “Und wie kommt ihr darauf dass sich unsere vermissten Leute dort befinden könnten?”
“Nun ja”, seufzte First Lieutenant Jin, “mir war ein wenig langweilig, weshalb ich ein wenig die Einstellungen für das Aufspüren von menschlichen Leben kalibriert hatte. Mit dem eindeutigen Ergebnis, dass sich dort in diesen Kubus etwas mehr als vier Dutzend Menschen befinden müssen.”

Ohne noch länger zu warten, flog die chinesische Kampfpilotin an das Objekt heran. Einige Male umkreiste und überflog der Jumper das Objekt.

“Hm! Aber wie sollen wir da unbemerkt eindringen? Wolfrino könnte ja seine Krallen dafür einsetzen, doch würde dies nur verräterische Spuren hinterlassen… mit der Folge, dass wir die Toaster auf den Hals haben…”, murmelte Private Kieras, die ziemlich laut nachdachte.
“Oder die Frauen unseres Teams spazieren rum und lassen sich gefangen nehmen”, schlug Grogan vor, der dafür böse Blicke erntete.
Dies sprach Jin dann auch hörbar aus: “Doofe Idee, Sergeant! Nein, wir fliegen noch einmal über das Ding rüber… Ah ja. Hier oben. Seht ihr das da? Das ist ein Zugang auf dem Dach. Macht ja auch Sinn, wegen der Landezone. Ich gehe dann mal runter und lande.”

Wie sie es angekündigt hatte, so setzte es Jiao auch um und landete den Jumper in einem Bereich, der in der nächsten Zeit hoffentlich nicht von den Zylonen benutzt werden würde.

Nachdem alle aus dem Jumper gekommen waren, standen wir vor der Tür, welche durch ein Schloss gesichert war.
“Hm! Wie toll. Mit einer Zugangskarte ist diese Tür nur zu öffnen”, brummte einer der Kolonialen Marines leicht frustriert.
“Tja. Da wir keine ID-Karte dafür haben, sehen wir jetzt ganz schön alt aus”, seufzte Sergeant Carl Grogan direkt im Anschluss, worauf mich schon alle fragend ansahen.

Ich hatte bereits schon die Krallen meiner linken Hand ausgefahren als mich Jin zurückhielt.
Die chinesische Soldatin schüttelte lächelnd ihren Kopf, fasste dabei mit ihrer linken Hand in eine ihrer Taschen von ihrer Einsatzweste. Daraus holte sie eine ID-Karte hervor, und sagte locker: “Vielleicht haben wir ja - Glück.”

“He! Da steht ja Phoenix Foundation drauf. Wenn das nicht mal Ärger gibt… MacGyver, oder einer der anderen Mitarbeiter hat den Verlust bestimmt schon gemerkt… Die sollten doch alle wieder abgegeben werden nach unserer Mission bei Alkali-Transigen!”
“Ich weiß, Wolfrino. Ich habe sie einfach… aus einem bestimmten Gefühl… Impuls… Instinkt heraus… behalten und durch eine Attrappe ersetzt”, versuchte sich First Lieutenant Jin zu erklären, der aber auch schon klar wurde, dass sie mit Konsequenzen zu rechnen hatte sobald wir auf die Thetis zurückgekehrt waren.

Nach einigen Minuten des Schweigens trat sie an die Tür, atmete noch einmal tief durch, ehe sie die Karte langsam durch den Magnetschlitz zog.
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RE: [SG/Multi-Crossover] Odyssee - von Jonathan J. O´Neill - 06.12.2025, 21:51

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