06.12.2025, 22:20
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.12.2025, 22:39 von Jonathan J. O´Neill.)
Odyssee
Folge 2.12 Unter Feuer - Der Kubus, Teil 2
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Aerilon
Das unerwartete geschah dann schließlich doch, denn das kleine rote Lämpchen erlosch und dafür erstrahlte das grüne, worauf sich die Tür für uns öffnete.
“Was soll man dazu noch sagen, außer: Das auch hier alles auf Nullen und Einsen basiert”, grinste First Lieutnant Jin zufrieden, die die ID-Karte kurz darauf sofort wieder sicher in einer der Taschen ihrer Einsatzweste verstaute.
“Moment mal, Leute! Wir können da nicht alle zusammen reingehen. Wir sind dann sonst zu viele und würden vermutlich zu schnell bemerkt werden. Und außerdem hat der Major von der Royal Air Force oder Navy etwas berichtet, nämlich dass die Zylonen alle Männer getötet, und nur die Frauen von Team 3 verschont hätten”, erinnerte Leutnant Schneider uns alle schnell an wichtige Fakten.
Worauf sich Private Kieras lächelnd in der Runde umblickte, und sagte: “Dann bleiben die Jungs alle eben mal draußen - einzige Ausnahme ist Wolfrino! Der darf mit, weil er nicht in Gefahr ist.”
Diese Bemerkung führte dazu, dass der Koloniale Sergeant verstehend nickend den Plan genehmigte: “Gut. Ihr sechs passt auf euch da drinnen gut auf! Und keine Gnade mit den Zylonen!”
“Sergeant Grogan!”
“Ja, First Lieutenant Jin.”
“Sie haben ja schon einige Flugstunden im Jumper, dank der Gentherapie absolviert - aber wehe in und an der Kiste ist auch nur eine kleine Delle oder Schramme!”, warnte Jiao. “Sonst gibt es Haue!”, versprach sie nach einer kurzen dramatischen Pause, in welcher sie den Amerikaner kurz abschätzend gemustert hatte.
Da feststand dass sich sechs aus unserem Team auf die Suche nach den Vermissten im Kubus machen würden, würde der Jumper wieder die momentane Position auf dem Dach verlassen.
Einige Stockwerke tief unter uns im Innern des Kubus, hatten sich mehrere Frauen und einige wenige Männer in einer guten Stellung in einigen Gruppen zusammengerottet. Es handelte sich dabei um Angehörige der Kolonialen Flotte, die in eine Falle der Zylonen getappt waren. Doch trugen diese immer noch ihre Waffen bei sich, was es den Robotern erschwerte zu den Gefangenen zu gehen, von ihnen einige auszuwählen und sie dann mitzunehmen.
Erst vor wenigen Sekunden hatte sich einer der Dorals schimpfend zurückziehen müssen, nachdem er angeschossen worden war. Durch dieses kleine Feuergefecht war Lieutenant Tessa de Vaux zunächst einmal in Sicherheit.
Irgendwo im Cyrannus Star System
Armada der Zylonen
Flaggschiff
Immer noch irritiert von den vielen Eindrücken und Bildern hatte sich der eine Cavil direkt an Sharon Satterfield gewandt. Der Einser sah es als seine oberste Pflicht an so gut wie möglich alles in Erfahrung zu bringen, sowie diese Acht, die von ihren Gefühlen und Emotionen völlig überwältigt war, daran zu erinnern eine Maschine und kein Mensch zu sein.
Doch eine Person unter den Eindringlingen, die sich bei Sharon Satterfield befunden hatte, interessierte ihn sehr. Daher zeigte der Einser ihr schließlich ein Bild auf welchen Wolfrino mit ausgefahrenen Krallen zu sehen war, als er auf Leonis erfolgreich gegen mehrere Zenturios kämpfte.
“Wer ist das da, Acht?”
“Einer meiner Freunde, der...”
“Blödsinn! Wenn er eine Maschine wäre, wie wir es sind - würde ich zustimmen. Ist er eine Maschine?”
“Nein. Er wurde aber auch unter anderem als Objekt 12 bezeichnet. Er ist ein Mensch, an dem…”
“Aha. Wusste ich es doch. Also hatte ich Recht - Blödsinn! Außerdem, wer oder was immer er war, wurde wie seine anderen Begleiter, von denen Du behauptest sie wären Freunde von Dir - vernichtet!”, korrigierte der Zylon, der dann im Anschluss gutgelaunt von der kompletten Zerstörung der Basis der Kolonialen Flotte auf Leonis berichtete.
Während er davon sprach, machte Sharon ein sehr betrübtes und trauriges Gesicht, da sie dabei an ihre alten Kameraden denken musste, die wohl alle gemeinsam ums Leben gekommen waren.
Helios Delta System
Aerilon
So still und lautlos wie es uns sechs nur möglich war, drangen wir immer weiter in die feindliche Anlage ein. Während wir uns so vorantasteten bemerkten wir schließlich nebenbei dass es das reinste Labyrinth war in das wir eingedrungen waren. Nebenbei mussten wir uns immer wieder so gut es ging verstecken, da Zenturios und auch andere nämlich Zylonen, die wie Menschen aussahen in der Nähe aufgetaucht waren. Da stellte es sich als guter Vorteil heraus dass wir nicht mit der kompletten Kavallerie reingegangen waren.
Wir waren mal wieder in einer Sackgasse gelandet, die von den Zylonen allem Anschein nach als Lagerplatz genutzt wurde. Während ich mich prüfend umsah, klopfte mir Jessica an den rechten Oberarm, weil Jiao und Sandra etwas entdeckt hatten.
“Wie gut ist das denn! Ein Lageplan. Gut dass ich mir doch noch mein Smartphone eingesteckt habe. Darf ich mal kurz?”, erklärte Leutnant Schneider, die ihre beiden Kameradinnen sanft beiseite schob, um die Karte zu fotografieren.
Derweil waren First Lieutenant Jin und Private Kieras damit beschäftigt diese Karte zu analysieren, um sich damit besser orientieren zu können.
“Also, wir müssten ungefähr hier sein… und dort in dieser Richtung circa 11 Meter von uns entfernt, befindet sich ein achteckiger großer Raum…”, begann Sandra murmelnd.
“… wo sich anscheinend die meisten Lebenszeichen befinden”, ergänzte Jiao, die den Lebenszeichendetektor in der linken Hand hielt.
“Schön und gut das alles. Aber wie kommen wir da hin, und in den Raum unentdeckt hinein? Der Raum ist dem Plan hier nach nahezu von allen anderen Korridoren abgeschottet. Und die richtigen Zugänge dort hin werden garantiert von den Zylonen bewacht”, warf ich ein, nachdem ich mir ebenfalls den Lageplan angeschaut hatte.
“Ich bin zwar nur eine Sanitäterin… aber wie wäre es denn, wenn wir über einen der vielen Luftschächte dorthinein gelangen”, schlug schließlich eine noch sehr junge Frau, die auf dem Stützpunkt auf Leonis stationiert war, vor.
“Wenn einer davon groß genug für uns und unsere mitgeführte Ausrüstung wäre…”, überlegte Private Kieras, die sich wie auch wir anderen sofort nach einem solchen Zugang umsahen.
Die Suche danach gestaltete sich als schwieriger als man befürchtet hatte. Viele Male schienen wir beinahe die Orientierung in dieser Anlage verloren zu haben, weil wir des Öfteren immer wieder vor- oder zurücklaufen mussten.
Es war schließlich die zweite Sanitäterin in unserer Gruppe, die endlich den richtigen Zugang fand. Dieser war in einer jener Sackgassen hinter einigen Fässern verborgen gewesen. Ein günstiger Umstand, der uns zugute kam, denn so würde es hoffentlich nicht sehr schnell auffallen das die Gitter nicht korrekt befestigt waren.
In der selben Minute, in welcher wir uns im langsamen Tempo mühsam durch den Luftschacht vorwärtsbewegten, unterhielten sich in dem großen Raum im Zentrum der Anlage de Vaux gemeinsam mit den anderen überlebenden Frauen ihres Teams mit den Militärs, die in die Falle einer zylonischen Agentin getappt waren.
“…und wie ist es denn dazu gekommen?”
“Nun ja, Lieutenant. Wir sind im Einsatz gewesen wie sie, wobei wir auf eine blonde Frau trafen, die uns um Hilfe gebeten hatte. Wir folgten ihr, obwohl einige von uns schon ein ungutes Gefühl bei der Sache hierher hatten. In einen langen Tunnel verloren wir sie aus den Augen… Und Dank unserer Waffen konnten wir bislang einiges vermeiden. Aber sollte ich diese Person noch einmal erneut antreffen - erschieße ich die!”
Immer wieder legten wir eine Rast ein, um zu lauschen und uns mit Hilfe des Scanners zu orientieren. Und während wir uns so unseren Ziel immer weiter näherten, wurde uns auch eines klar: Durch diese unbequemen Schächte wäre es sinnlos unseren vermissten Leute, sowie die anderen Gefangenen zu evakuieren.
Unerwartet für die hinter mich dahinrobbende Leutnant Schneider, stoppte ich unerwartet so dass sie unsanft von meinem Körper gebremst wurde.
“He! Ist irgendetwas?”, fragte sie daher wispernd.
Mit einer Geste signalisierte ich ruhig zu sein, da ich gerade eben ein leises Säuseln von Stimmen vernommen hatte. Langsam krochen wir kurz darauf weiter und daraus wurde ein Murmeln, was sich nach einigen weiteren Metern für alle dann in deutlich vernehmbare Sätze wandelte.
Wir waren also am Ziel, denn vor uns befand sich ein verschweißtes Gitter.
“Nun mach’ es nicht weiter so spannend, Wolfrino! Krallen raus und weg damit! Ich will hier nicht als Einzige wieder raus… Also mach schon endlich, sonst drehe ich gleich hier drin durch!”, fauchte Jessica leise dicht hinter mir.
Wie von der Bundeswehrsoldatin tat ich das, was am nahesten lag und schnitt mit meinen Krallen die Sperre weg.
Auf der anderen Seite hatten die Gefangenen mitbekommen, dass allen Anschein nach Hilfe für sie unterwegs war, weswegen sie sich zu uns begaben und so den aufpassenden Zylonen somit die Sicht auf den Schacht gekonnt versperrten.
Unter ihnen war auch Tessa de Vaux, die mir nachdem sie mich erkannt hatte, sehr erleichtert um den Hals gefallen war, sobald ich den Schacht verlassen hatte.
Allen im Raum war schnell bewusst dass eine Flucht nur erfolgreich sein würde, wenn wir uns nach kurzer Beratung beeilen würden. Weshalb sich daher First Lieutenant Jin und Private Kieras sofort erkundigten, ob es einen ihnen noch unbekannten Weg in oder aus dem Kubus rausgebe.
Sie trafen dabei auf Major Sara Slight, die sich vor einiger Zeit erst mit Lieutenant Tessa de Vaux unterhalten hatte, die ihnen dabei behilflich war.
“…genau dort drüben sind meine Piloten und die Marines hier hineingeraten. Leider ist das massiver Stahl. Eine Sprengung kommt wegen der vielen Gefangenen daher nicht in Frage. Hier drinnen gibt es keinerlei Schalter oder andere Steuerungselemente, woraus zu schließen ist, dass das Tor nur von außerhalb oder per Fernbedienung bedient werden kann. Und wenn ihr in eurer mitgeführten Ausrüstung keinen Plasmaschneider im Gepäck habt, dann wird unserer Ausbruch aus dieser Lage sehr kompliziert werden - Ladies”, berichtete die Koloniale Offizierin, die dann die beiden wütend anblickte, weil diese trotz der misslichen Lage siegessicher vor sich hingrinsten.
“He! Das ist nicht witzig Leute!”, mahnte Major Slight dann schließlich streng.
Von einem oben unter den Dach gelegenen Kontrollraum aus hatten die Zylonen, dank der vielen Überwachungsmonitore, wovon noch einige nicht zerstört worden waren die Lage im großen Gefangenenraum einigermaßen gut im Blick. Auch ein großes Panoramafenster nutzte ihnen dabei ein wenig. Die Zylonen hatten beobachten können wie sich die Menschen als gesamte Einheit in Bewegung gesetzt hatte. Dieser ungewöhnliche Anblick gefiel den verschiedenen anwesenden Modellen überhaupt nicht, daher beratschlagten und debattierten sie hitzig ob sie nicht besser gewaltsam einschreiten sollten um die Angelegenheit endgültig zu bereinigen.
“… könnten unser bewährtes Betäubungsgas einsetzen.”
“Ja. Und wir Zylonen halten hier drin solange die Luft an oder was, Vier?”, bezweifelte eine Sechs den gemachten Vorschlag.
“Wie wäre es, wenn wir von allen Zugangspunkten Zenturios da reinschicken und sie alle Gefangenen töten lassen?”, fragte ein Fünfer in die Runde.
“Ein guter Vorschlag”, ergänzte ein weiterer Fünfer, “wir haben auf anderen Farmen und weiteren Einrichtungen genug Menschen in unserer Gewalt, mit denen wir experimentieren können.”
Derweil schaute eine Drei fasziniert auf einen der Monitore, und rief: “Ein Großteil der Menschen steht an der großen Schleuse, die nach draußen führt, während andere Verteidigungspositionen einnehmen…”
Die eine Sechs trat hinzu, und fragte: “Was in Gottes Namen haben die vor? Wollen die etwa das Stahltor sprengen?”
“Das würde uns die Schmutzarbeit abnehmen”, brummte ein Zweier gelassen.
Auch eine Acht trat hinzu, um die Szene ebenfalls zu beobachten.
Unten konnten wir nur spüren und erahnen, wie wir aufmerksam bespitzelt wurden.
Dies sprach auch eine verschleppte Zivilistin panisch mit den Worten: “Und was ist, wenn auf der anderen unzählige Zenturios auf uns warten?” - aus.
“So, alles was wir an Waffen dabei hatten ist verteilt, darunter auch die Sprengsätze. Das heißt, du kannst loslegen, Jonathan!”, vermeldete Jessica davon unberührt, die neben mir Stellung bezogen hatte, deren letzter Satz eher wie eine eindeutige Aufforderung klang.
Mit bösen Blick trat ich näher an das stählerne Tor, und brummte dabei: “Ist nur zu hoffen dass der Stahl nicht zu dick ist.”
Noch einmal tief ein- und ausatmen, dann schlug ich meine Krallen in das Tor. Mit aller Kraft zog ich diese durch das Metall. Zuerst ein kleines Loch.
“Sieht doch gut aus…”, stellte Private Sandra Kieras zufrieden fest, “…und jetzt ein wenig größer, bitte.”
Unsere anderen Mitgefangenen, die unsere Gruppe noch nicht lange kannten und dies nun sahen, rieben sich verwundert hin und wieder die Augen, während meine Krallen aus Adamantium den harten Spezialstahl wie Butter zerschnitten.
Es blieb leider nicht aus, dass dies auch für einige Augenblicke auch die Zylonen mit ansehen konnten. Diese waren ebenso erstaunt und sahen einander verwundert an.
“Was, was macht der denn da?”, fragte mit einem Schlucken eine Sechs ein wenig ratlos.
“Für mich sah es so aus, als ob diese Klingen aus seiner geballten Faust gekommen sind”, bemerkte die eine Drei vollkommen perplex.
“Ist doch vollkommen egal! Wir müssen sofort etwas unternehmen!”, entschied ein Fünfer.
Unten wuchs ebenfalls etwas Ungeduld, und First Lieutenant Jin fragte deswegen über Funk nach: “Und? Wie sieht es aus?”
“Moment. Bin gleich fertig. Sind noch ein paar Meter”, schnaufte ich vor Anstrengung.
Nur noch ein kurzer Abschnitt am oberen Rand war noch übrig. Mit einem Sprung gegen die große Platte trennte ich den letzten Rest ab, und der Ausschnitt, der circa 1,8 Meter mal 3 Meter maß, fiel mit einem lauten Krachen nach außen.
“So, das war’s! Los, alle raus! Wolfrino, ab auf die Füße, denn Sie gehen voran! Los Leute, raus aus dieser Blechdose hier!”, befahl Major Slight energisch mit lauter Stimme.
Diesen Befehl kamen alle, bis auf diejenigen nach, die für die Deckung der Flucht aus dem Kubus verantwortlich waren.
Doch auch die Zylonen hatten sich dazu entschlossen zu reagieren, weswegen sie von oben her das Feuer auf die fliehenden Gefangenen eröffneten. Aber mussten sie sich auf Grund des Sperrfeuers in eine sichere Deckung schnell wieder zurückziehen.
Die Besatzer der Kolonien versuchten aber auch über Luken und Schleusen einzudringen, wobei sie aber die zuvor von den Militärs gelegten Sprengfallen auslösten. Fast zur gleichen Zeit wurden diese ausgelöst, worauf sich deswegen zum ersten Male echte Panik unter den noch verbliebenen Menschen zeigte.
Der Tunnel war zum Glück nicht allzu lang, nur etwa um die 30 Meter, der uns zu einem weiteren Tor führte. Um keine Zeit zu verlieren, schlug ich vehement mit meinen Krallen wieder zuerst ein kleines Loch in das Außentor hinein, steckte kurz den Kopf raus um die Lage zu überprüfen, ehe ich das Loch erweiterte.
Nur wenige Meter von uns entfernt enttarnten sich weitere Jumper. Die Thetis musste also über Aerilon Stellung bezogen haben um die angelaufene Evakuierung zu unterstützen. Dies war auch bitter nötig, denn es war ein heftiger Kampf entbrannt. Direkt über uns tobte ein heftiger Luftkampf zwischen Kolonialen Vipergeschwadern und den Jägern der Zylonen.
“Los! Hierher! Los!” - Rufe ertönten von den bereitstehenden Jumpern und Raptor her, die die befreiten Gefangenen in Sicherheit bringen sollten.
Überall wurde gekämpft, draußen auf dem Boden und in der Luft, sowie im Kubus selbst. Viele Zenturios hatten es geschafft in den Raum einzudringen, wo noch Minuten zuvor viele Menschen eingepfercht waren.
Unter den letzten, die sich noch an dem Schott befanden, waren unter anderem auch First Lieutenant Jin und Leutnant Schneider, die immer noch mit ein paar weiteren kolonialen Soldaten die Flucht der anderen deckte.
“Jetzt reicht es mir aber!”, schimpfte die chinesische Soldatin, die in ihre Einsatzweste griff, um ein kleines Päckchen daraus hervorzuholen, welches sie nach dem Einstellen des Timers von nur wenigen Sekunden in Richtung der Zylonen warf. Dabei schrie Jiao: “Schöne Grüße aus der Volksrepublik China, ihr verfluchten barbarischen Maschinen!”
Jessica hatte nur mit bangem Blick zugeschaut, während sie auf die Zenturios schoss, weswegen ihre chinesische Kameradin sie am linken Arm packen und wegzerren musste.
Keine Sekunde zu früh, bevor ein wahres Inferno entfesselt wurde. Während die beiden Frauen und noch einige weitere Marines davon stolperten, konnten sie die entstandene Hitze der Explosion spüren, die ihre heißen Finger nach ihnen ausstreckte, bevor sie von der Druckwelle umgefegt wurden.
2 Stunden später
Andromeda-Galaxie
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis
Mit tadelnden Worten wandte sich Miss Shen einmal mehr an First Lieutenant Jin: “Ihnen ist hoffentlich klar, dass dies nicht ohne Folgen für Sie bleiben wird. First Lieutenant Jin, sie haben Verbündete bestohlen, deswegen stehen sie auch die nächsten drei Tage unter Arrest! Leutnant Schneider, legen sie First Lieutenant Jin ihre Handschellen an und führen sie dann die unter Arreststehende in die Brig!”
“Verstanden, Miss Shen. Tut mir leid, Jiao”, seufzte Jessica, während sie den Befehl ausführte.
“Ist schon gut”, nickte die chinesische Soldatin.
Als die beiden Soldatinnen weg waren, wandte sich Commander Aberdeen an Doktor Rosenthal: “Ihr spezieller Computerprogramm hat uns sehr gut gegen die Zylonen geholfen. Danke.”
“Ich habe gern geholfen, und darauf vertraut dass diese Roboter kein Hebräisch können.”
“Und unsere Bilanz”, brummte der XO, “wir konnten zwar vom dritten Team gerade mal fünf Leute bergen, und nur einen weiteren tot, auch konnten wir die meisten anderen Verschleppten und Gefangenen aus diesen Kubus der Zylonen retten… Aber wir haben auch so einige Viper und Raptor, sowie einige aus unserer Crew verloren. Doch diese gemachten Aufnahmen von Leutnant Jessica Schneider sind sehr interessant…”
“Die sind nicht nur interessant, Colonel. Das bedeutet leider, dass die Toaster unter anderem genauso aussehen wie wir Menschen. Und diese gemachten Aufnahmen von Leutnant Schneider könnten uns dabei helfen feindliche Akteure zu enttarnen.”
Helios Beta System
Armada der Zylonen
Flaggschiff
Die schlimme Nachricht des militärischen Rückschlags für die Zylonen, die sich auf Aerilon ereignet hatte, verbreitete sich unter deren ganzen Volk.
So dauerte es nicht lange das auch Sharon Satterfield davon Kenntnis bekam, weswegen sie sagte: “Meine Freunde leben also noch!”
“Schon wieder: Falsch, meine liebe Acht! Denn Du bist eine Maschine, genauso wie ich auch eine bin”, korrigierte Cavil zum wiederholten Male erneut.
“Und soll ich Dir sagen warum?… Nein. Ich tue es aber trotzdem! Also lausche meinen Worten. Weil Maschinen keine Freunde haben, sondern als Kollektiv existieren. Und wenn ich das Wissen, was in Dir vorhanden ist, richtig verstehe: Machen Sie überall dasselbe, nämlich eine Unmenge von Fehlern. Sie experimentieren zum Beispiel an anderen Menschen herum, und was dabei dann herauskommen ist, wissen wir ja. Darum merke Dir noch eine weitere Sache: Menschen sind der große Fehler im Universum, sobald sie glauben sehr fortschrittliche Technologien kontrollieren zu können, und wir Zylonen, die perfekten Maschinen in Gottes Universum sind dazu da diese Fehler zu beseitigen”, belehrte der Einser die Acht aufs Neue.
Als er dann damit fertig war, entließ er Sharon zu ihrem Quartier, und dachte dann im Stillen während er sich erneut die Überwachungsaufzeichnungen ansah: ´Unmöglich eigentlich das dieser Kerl noch am Leben ist, bei den ganzen Kugeln, die er sich eingefangen hat. Also muss doch was an dieser Mutantengeschichte, die diese Sharon uns erzählt, dran sein. Aber da die anderen es ebenfalls sind, wurden wir auf Aerilon ausgetrickst - schöner Mist!´
Auf den Weg zurück auf ihr Quartier, bekroch Captain Satterfield ein ungutes Gefühl, denn sie mochte die Menschen sehr, besonders die mit denen sie so viele gemeinsame Jahre verbracht hatte.
´Ich muss hier irgendwie wieder weg, und muss sie warnen´, dachte Sharon, die ahnte dass die Zerstörung der Kolonien von Kobol nur der Anfang sein würde - und sie wäre schuld daran.
Odyssee
Folge 2.13 Unter Feuer - Kampf ums Überleben, Teil 1
Andromeda-Galaxie
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis
Kaum hatte First Lieutenant Jiao Jin die Zelle in der Brig betreten und Leutnant Jessica Schneider ihr die Handschellen wieder abgenommen, traf auch schon Colonel Long Chou ebenfalls dort ein. Der sehr hoch dekorierte chinesische Offizier war voller Zorn wegen der Tat, die die junge begabte Offizierin begangen hatte und wollte dass sie dafür so schnell wie nur möglich bestraft wurde.
Der Mann hielt deswegen ein vorbereitetes Dokument in der linken Hand, welches er wortlos seiner Untergebenen übergab. Sofort begann Jiao dieses zu lesen und musste feststellen dass es sich bei diesem Papier um eine harte Anklageschrift handelte.
“Unterzeichnen Sie mir hier unten die Kenntnisnahme, First Lieutenant!”
Gefasst kam Jiao der Aufforderung nach.
Als ihr vorgesetzter Offizier die Brig verlassen hatte, sackte die inhaftierte Soldatin dann schließlich doch noch auf der Pritsche zusammen.
“Was ist los? Sag doch was!”, sagte ihre deutsche Kameradin, die vor ihr stand.
“Ich bin des Hochverrats angeklagt, Leutnant. Darauf steht in der Volksrepublik China die Todesstrafe. Sie müssen mir helfen, und auch die anderen Teammitglieder. Gehen Sie bitte so schnell es geht zu Miss Shen, sonst werde ich in einer Stunde nur eine kurze Anhörung bekommen, bevor ich anschließend erschossen werde”, murmelte Jiao, die am ganzen Körper erzitterte.
“Ach, du…”, schluckte Jessica, die sofort aus der Zelle rannte um ihrer Kameradin zu helfen.
Flüchtlingsflotte der Battlestar Mercury
Battlestar Mercury
Die von Admiral Steven Baker geführte Flotte befand sich schon bereits seit einigen Tagen jenseits der Waffenstillstandslinie. Denn nach der Meinung des hoch dekorierten Kolonialen Offiziers hielten sich die meisten Zylonen allen Anschein noch immer im Cyrannus Star System auf. Es befanden sich noch 11 zivile Schiffe, die er und seine Battlestar Group angetroffen hatten, nachdem man alle Schäden an der eigenen Flotte so gut es möglich war ausgebessert hatte.
Für den Moment hatte sich Steven Baker in sein Quartier zurückgezogen, womit sein XO Colonel Hopkins die Wache innehatte, um an der weiteren Taktik für den angelaufenen Guerilla-Krieg gegen die Feinde zu arbeiten. Und da ihm die nörgelnden Zivilisten schon bereits nach wenigen Tagen damit auf die Nerven in der Form gegangen waren, indem jene nach einer zivilen Regierung verlangten, hatte er kurzerhand das Kriegsrecht verhängt.
“Wie konnte ich mir nur diese Nervensägen von Zivilisten ans Bein binden?”, brummte der Admiral verdrossen, der danach schließlich die Berichte über den aktuellen Zustand der zivilen Schiffe einforderte. Denn er hatte nämlich vor die Flotte zu verkleinern, um die Flotte besser schützen zu können. Aber auch der Zustand seines eignen Kampfsternes, sowie noch der von beiden der Valkyrie-Klasse, der Ajax und der Iuno, bereitete ihm immer wieder aufs Neue Kopfzerbrechen. Steven Baker wusste, er würde auch da schon sehr bald eine Entscheidung treffen müssen. Doch er war erleichtert dass zumindest die Titania und die Lyxis immer noch in einen guten Zustand waren.
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Orbit von Thanatos
Battlestar Nyx
Alle Befehlshaber, der nur noch 3 Kampfsterne, von zuvor noch 5 Kampfsternen, sowie auch der noch verbliebenen 7 zivilen Schiffe, hatten sich in der Offiziersmesse der Nyx zu einer verabredeten Lagebesprechung getroffen.
Die Lage war alles andere als gut, da man erst vor 9 Stunden einen Kampfstern der Berzerk-Klasse, die Demeter verloren, hatte. Schuld daran war ein zylonischer Agent, der sich unter ihnen befunden und eine Bombe, die nicht entschärft werden konnte, aktiviert und zur Explosion gebracht hatte. Nur durch Zufall war man auf diese gestoßen, womit man noch etwas Zeit hatte die Demeter noch größtenteils zu evakuieren, sowie wichtige Ausrüstung und Vorräte umzuverteilen bevor dies geschah.
“…ich fasse es noch einmal zusammen, da für mich der Fall klar auf der Hand liegt: Entweder wir suchen in den Kolonien weiter nach weiteren Überlebenden und riskieren dabei von den Zylonen ordentlich Prügel zu beziehen, oder wir suchen uns eine neue Heimat solange wir es noch können”, sagte Commander Jill Heridan offen heraus, die die Trojan einen der drei Kampfsterne der Valkyrie-Klasse kommandierte.
Auch die ehemalige Befehlshaberin der Demeter, Commander Lauren Perry stimmte mit den Worten: “Klingt sehr plausibel und auch vernünftig. Denn was hält uns noch hier? Denn hier gibt es nur noch eines: Atomar verseuchte Welten, die einst unsere Heimat waren, und wofür es sich nicht zu kämpfen lohnt. “ - zu.
Daraufhin gab Commander Valerie Lipari ihren Widerstand auf, die bis zuletzt darauf bestanden hatte nach weiteren Flüchtlingsflotten zu suchen.
Jetzt sahen alle zu Commander Samuel O’Hara hinüber, dessen Entscheidung dieselbe, wie die von Commander Jill Heridan war, nämlich nach einer neuen Bleibe zu suchen. Auch die zivilen Schiffskapitäne waren dafür, die Kolonien hinter sich zu lassen.
“Damit wäre es endgültig geklärt. Wir gehen vor wie wir es zu Beginn besprochen haben, nämlich zuerst alle Schiffe noch einmal zu überprüfen bevor unser Volk abermals zu den Sternen aufbricht, um eine neue bewohnbare Heimatwelt zu suchen und mit den Segen der Götter auch zu finden. Aber Commander Lipari hat auch Recht, denn wir brauchen Hilfe und mit etwas Glück treffen wir vielleicht doch noch ein paar Freunde da draußen…”
“Das hoffen wir alle!”, murmelte Valerie Lipari daher leise.
Kurz darauf stimmten auch alle anderen am Tisch ein, und riefen dann laut gemeinsam: “Das hoffen wir alle!” - um sich zu motivieren.
Milchstraße
Wraithflotte
Flaggschiff
Wie seit Anbeginn ihrer Reise in die Galaxie mit den neuen reichen Weidegründen, hielt sich die oberste Königin ausschließlich an Bord ihres Schiffes auf.
Vor wenigen Stunden erst hatte sie ein Verhör im wahrsten Sinne des Wortes genussvoll ausgekostet. Danach hatte sie schließlich mit den großen in ihr erweckten Erwartungen in ihren dunklen Herzen angeordnet, dass sich die gesamte Flotte unverzüglich um ihr Hive versammeln sollte.
“Meine Königin. Die gesamte Flotte ist jetzt vollzählig und erwartet Euren Befehl.”
“Sehr gut, Commander. Gebt nun jetzt die Zielkoordinaten an alle anderen Schiffe weiter, damit wir in den Hyperraum springen können!”
“Wie Ihr befiehlt.”
Erde
USA - Los Angeles
Zu seiner großen Überraschung bekam MacGyver Besuch von Professor Charles Xavier.
Mit großem Respekt hatte Angus seit dem Bekanntwerden der Existenz von Mutanten stets von jenen gesprochen. Was aber auch in der Natur des aufgeschlossenen Mannes handelte, der lange Zeit freier Mitarbeiter der Phoenix Foundation gewesen war.
“Sie sind ein intelligenter Mann, Mister MacGyver. Laut ihrer Akte, haben Sie studiert.”
“Das ist wahr, Professor Xavier. Wollen Sie einen Kaffee?”
“Sehr gerne.”
“Was gibt es denn? Wollen Sie mich für den Campus in Westchester arrangieren?”
“Nein. Es geht um diese ID-Karte, die First Lieutenant Jin entwendet hatte.”
“Also… na ja, ist schon enttäuschend… aber vermutlich hat die junge Frau es vielleicht nur wegen der ganzen Aufregung vergessen…”
“Keineswegs. Sie war neugierig und hat diese Karte behalten. Aber ich kann Sie und die Phoenix Foundation beruhigen, Mister MacGyver - es wurden bis auf die eine Karte, die ersetzt wurde, keine weiteren Kopieversuche getätigt.”
“Ist beruhigend. Die Hauptsache ist, dass es dieser jungen Frau nicht auf die Füße fällt”, seufzte Mac, der genauso wie Charles wusste, dass solche Aktionen in manchen Ländern hart bestraft werden.
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Delta System
Umlaufbahn des Planeten Styx
Die kleine Battlestar Group von drei Kampfsternen, die von Admiral Alexander Korfu war gerade erst von wenigen Minuten in das System gesprungen, in der Hoffnung so nahe an den unbedeutenden Planeten auf keine Zylonen zu treffen. Aber weit gefehlt, denn ihre Feinde hatten sich auf die Fahnen geschrieben die Menschheit zu vernichten.
Battlestar Hyperion - CIC
Auf den DRADIS-Monitoren war es nicht nur für Admiral Korfu zu übersehen, dass sie rein zufällig gerade noch rechtzeitig eingetroffen waren. Man hatte drei Signale auf dem Monitor.
“Ein einzelnes Basisschiff dieser verfluchten Zylonen, das einen Botanischen Kreuzer und ein Thyliumraffinerieschiff verfolgt”, bemerkte der XO.
“Sehr interessant. Wenn wir diese beiden Schiffe retten könnten… Dann werden wir mal die Kavallerie geben. Die Hälfte der Vipergeschwader sofort starten!”, erklärte der Admiral schon bereits überlegend.
Etwa eine halbe Stunde später, nachdem es gelungen war das Basisschiff der Zylonen zu zerstören, hatte man schon bereits Gewissheit, was die Probleme dieser beiden Schiffe waren: Die FTL-Antriebe waren bei beiden Schiffen defekt. Doch könnte man den des Botanischen Kreuzers in einigen Minuten reparieren. Anders sah es leider beim Raffinerieschiff aus, dessen FTL ausgewechselt werden müsste.
Diese negative Meldung ließ den Admiral daher für einen kurzen Moment wütend fluchen.
Einer seiner erfahrenden Schiffs-Ingenieure meldete dann aber beruhigend: “Admiral. Sir. Die Koios verfügt als ein Kampfstern der Berzerk-Klasse über eine Anlegevorrichtung, die das Andocken eines Raffinerieschiffes ermöglicht.”
“Was? Damit rücken Sie erst jetzt raus? Dann aber ab, ran die Arbeit, sonst lasse ich Sie erschießen!”, polterte Admiral Korfu empört.
“Admiral. Wir müssen uns beeilen damit wir hier so schnell wie es uns nur möglich ist von hier wegkommen”, meinte der XO der Hyperion, der wachsam das DRADIS im Auge behielt, während er nebenbei die eigenen Vipergeschwader koordinierte.
“Sie haben Recht, Colonel. Mir müssen jederzeit damit rechnen das weitere Zylonen hier aufkreuzen… Die Leonis soll das Raffinerieschiff decken!”
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis
Mittlerweile in ihrer Paradeuniform gekleidet, stand First Lieutenant Jin vor Colonel Chou, der damit begann ihr einige kurze Fragen zu stellen.
Da Jiao immer ehrlich war, konnte sie nicht anders und alle Fragen wahrheitsgemäß mit ja oder nein zu beantworten.
Gerade eben als der ranghöchste militärische Offizier der Andromeda-Expedition das Urteil noch richtig offiziell bekanntgeben wollte, stürmte deren Leiterin in Begleitung von vielen anderen Teilnehmern in den Raum.
Beide debattierten sofort heftig miteinander.
“So ist nun einmal unser Gesetz, Xiaoyi. Somit ist First Lieutenant Jin Jiao nach allen hier aufgeführten Beweisen schuldig. Ich habe das Recht und auch die Pflicht das Urteil zu sprechen, und das ist nun einmal in diesen Fall der Tod durch Erschießen!”
“Ich bin hier Diejenige, die das Sagen hat! Ich habe die Verantwortung - und nicht Sie, Genosse Colonel! First Lieutenant Jin wird eine Anhörung mit einer Verhandlung, sowie mit allen verfügbaren Zeugen und deren Aussagen bekommen, wobei ich das Urteil sprechen werde!”, widersprach Miss Shen, die den Mann dadurch erinnerte, wer eigentlich das Kommando über die Expedition innehatte.
“Und dafür habe ich schon etwas vorbereitet Dieses Tribunal wird nur einige Tage dauern, da kann ich Sie beruhigen Colonel Chou - aber es muss auch noch Raum für eine echte Chance geben für eine Angeklagte geben. Haben Sie also daher keine Angst First Lieutenant Jin, ich werde als Vorsitzende alles neutral betrachten”, fügte sie kurz darauf hinzu.
Milchstraße
Mars
Stargate Command Base
Mit so weit ausgreifenden und schnellen Schritten wie es ihm nur möglich war, rannte der Teamleiter von SG-32 von der Rampe des Sternentores zu einer der Treppen.
“Ich muss einen der kommandierenden Generals dieser Basis sprechen! Sofort! Sergeant!”, rief der österreichische Major, bevor er die oberste Stufe erklommen hatte und in den Raum mit der Kommandozentrale gestürmt war.
“Bitte! Es muss schnell gehen. Es geht um Leben und Tod! Die Wraith…”, hustete der Mann, der vollkommen außer Atem war.
“Dann hier entlang, Major!”, forderte Harriman dazu auf, ihm zu folgen.
Durch die ganze aufgekommene Hektik in der Ebene unter ihnen, schauten sich daher alle anwesenden fünf Generäle der Stargate Command Base an, die sich zu ihrer einmal in der Woche stattfindenden Besprechung zusammengefunden hatten.
Als der Major aus Österreich dann von Wraith berichtete, die allen Hinweisen nach durch die Tiefraumüberwachung ihre gesamte Flotte in Richtung des Standortes der Gamma-Basis in Bewegung gesetzt hatten, wurde allen anderen Anwesenden sehr mulmig.
Odyssee
Folge 2.14 Unter Feuer - Kampf ums Überleben, Teil 2
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Planet Ragnar
Battlestar Heracles
Erst nachdem die über zwei Dutzend ausgesandten Aufklärungsraptor es bestätigt hatten, dass es rund um den großen Gasgiganten keinerlei Zylonenaktivitäten gab, hatte Admiral Diana McBride ihre Flotte dorthin befohlen.
Aber über einige Fundstücke war sie dann doch sehr verwundert, die ihr einige Piloten der Raptor präsentierten. Doch als sie sich einige aus dem All gefischte Wrackteile genauer ansah, war sie nicht mehr überrascht.
“Commander Adama ist also mit der Galactica an der Anlegestation Ragnar vor Anker gegangen, hat aufmunitioniert… und die doofen Zylonen haben dann wohl aus Frust dann die Station gesprengt, weil ihnen der alte Mann in ihre Blechärsche getreten hat”, fasste Admiral McBride kurz zusammen, nachdem ihr alle Aufklärer ihre Berichte vorgelegt hatten.
“So. Und jetzt wird weiter nach der verfluchten Argo gesucht! Die muss so schnell wie möglich vernichtet werden!”, erklärte Diana entschlossen zum Ende des Briefings.
Milchstraße
Mars
Stargate Command Base - Konferenzsaal
Da alles sehr schnell gehen musste, konnten einige der vielen wichtigen Personen nur über eine Videoschaltung an der Besprechung teilnehmen. Dies betraf unter anderem General O’Neill, den UN-Generalsekretär, den neu gewählten EU-Ratspräsidenten, sowie noch die Staatsoberhäupter der anderen 12 wichtigsten Nationen der Erde.
“…auf diesen Planeten gibt es außer unseren eigenen Leuten über 2 Millionen Menschen. Alle sind dort in großer Gefahr. Aber wie sollen wir die alle vor den Wraith beschützen? Unser Stützpunkt dort ist nicht groß genug um Bewohner der Stadt, die sich in der Nachbarschaft befindet Unterschlupf zu gewähren”, sagte der österreichische Major zum Ende seines Berichts.
Es war nach wie vor sehr still. Wertvolle Minuten verstrichen ungenutzt. Alle grübelten fieberhaft nach einer Lösung, da alle wussten aus den Berichten und Angriffen der Wraith auf die Erde was für ein harter Schlag den Bewohnern von P72-A-401, wo sich der Gamma-Standort befand, in wenigen Stunden bevorstand.
Es war schließlich General Jack O’Neill, der das Schweigen beendete und mit einer klaren Anordnung reagierte: “Major! Unsere dort stationierte Flotte soll so viele Leute an Bord nehmen wie möglich, und sich dann sofort aus dem Orbit von P72-A401 zurückziehen! Am besten die springen in den Hyperraum! Äh, und alle anderen sollen sich in die Bunker, die dort vorhanden sind in Sicherheit bringen! Unser Stützpunkt auf diesen Planeten soll ebenfalls Personen aufnehmen und evakuiert dafür auch einige dieser Menschen durch das Stargate an einen sicheren Ort, somit bleibt der Durchgang offen und es entsteht noch mehr Platz! Und jetzt los!”
Da keiner etwas zu erwidern oder einen besseren Vorschlag hatte, nickten die anderen nur zustimmend, worauf der Österreicher sofort aufsprang um wieder zu seiner Einheit zurückzukehren.
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis
Mit langsamen Schritten ging First Lieutenant Jin in ihrer Zelle fast ohne jede Pause auf und ab. Ab und wann blieb die junge Frau stehen, um sich zu dem Mann umzudrehen, der zu ihrer Verteidigung bestellt worden war um Fragen zu beantworten und die Taktik für den in wenigen Stunden beginnenden Prozess zu besprechen.
Das Leonard Kilmister nicht zu ihrem Team gehörte, störte sie nicht - denn dieser war der einzige Anwalt, der auf Militärrecht sein Fachgebiet hatte.
Schließlich war es dann soweit und vier Soldaten betraten die Brig, welche die beiden zum bereitgestellten Raum eskortieren sollten.
Jiao rückte noch einmal ihre Kleidung zurecht, und korrigierte kurz ihre Frisur vor dem kleinen Spiegel, denn sie wollte anständig aussehen. Als sie fertig war wurden ihr einmal mehr wie so oft in den letzten Stunden Handschellen angelegt, bevor sie die Zelle in Begleitung verließ.
Milchstraße
Hyperraum
Wraith-Flotte - Flaggschiff
Die oberste Königin der Wraith schaute aus einem Fenster ihres Quartiers hinaus und sah in das Blau des Hyperraums. Sie konnte es kaum noch erwarten, denn in nur wenigen Stunden würden sich die vielen noch leeren Kammern, sowie Zellen mit neuen Menschen füllen. Erwartungsvoll fauchte die weibliche Wraith immer wieder.
P72-A401
Sofort und ohne Umwege, war der Major nach seiner Ankunft zu dem Kommandeur des Stützpunktes geeilt, der umgehend die von O’Neill erteilten Befehle umsetzte.
Seitdem war bereits eine gute Stunde vergangen, und durch das aktivierte Sternentor wurden nach wie vor unzählige Zivilisten der Umgebung auf einen anderen Planeten evakuiert.
Dann wurde wie schon lange befürchtet der Annäherungsalarm ausgelöst, denn die Flotte der Wraith hatte den Hyperraum verlassen. In einer noch offenen Gefechtsformation kamen sie dem Orbit des Planeten immer näher.
Als die Angreifer dann aber die eine BC-306 und die drei BC-304er bemerkten, gingen sie zum Angriff auf die Erdschiffe über.
Doch die kleine Flotte zog sich in den Hyperraum zurück, als sie in die Waffenreichweite der Wraith gekommen waren. Nur kurz waren die Angreifer davon irritiert. Denn die bereits gestarteten Darts und Kreuzer steuerten dann wie große Insektenschwärme auf den Planeten zu, da sie nun keinen Widerstand mehr zu befürchten hatten.
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis
Der Gerichtssaal entpuppte sich als die eigentliche Offiziersmesse, der bis auf den letzten Platz wegen des großen Interesses gefüllt war, wobei sogar noch viele standen.
Erst als Kilmister und seine Mandantin ihre Plätze erreicht hatten, wurden Jin wieder die Handschellen abgenommen. Alle erhoben sich als das Tribunal bestehend aus Miss Xiaoyi Shen, Major Ivan Karpov, Major Steve Morris, Captain Jiang Mai und Captain Rebecca Pearson hereinkam.
Es war bedrückend still als die Anklageschrift von Miss Shen verlesen wurde. Kurz darauf hatte Colonel Chou das Wort, der abermals die Höchststrafe für die begangene Tat von First Lieutenant Jin verlangte, worauf Kilmister hingegen für einen Freispruch plädierte.
Danach wurde es allen, die einen Sitzplatz hatten, gestattet sich wieder zu setzen.
Es folgte die Beweislage, die Colonel Chou aufführte, um seine Forderung der Todesstrafe für First Lieutenant Jin zu bekräftigen und zu belegen. Diese waren natürlich erdrückend, da ja alle aufgerufenen Zeugen unter Eid wahrheitsgemäß zu antworteten hatten.
Dabei versuchten aber alle, die an den entscheidenden Missionen an denen auch die Angeklagte beteiligt war, diese zu entlasten.
Schließlich wurde auch noch Jiao selbst als Zeugin befragt.
Danach legte Miss Shen eine Pause fest, weil die Verhandlung schon seit knapp vier Stunden lief.
Helios Alpha System
Persephone
Battlestar Centauria - CIC
Anfangs noch mit großer Nervosität hatte Admiral Thasos den Überlichtsprung zu dem äußeren Zwergplaneten angeordnet. Die Absicht des Kommandoführenden Offiziers der Centauria war es möglichst stets in Bewegung zu bleiben, um den Zylonen die Suche nach seiner Flotte zu erschweren. Auch trennten oder teilten sie sich kurz für einige Sprünge auf.
Aber das Schlimmste passierte bei einer routinemäßigen Aufklärungsmission, wo die Battlestar Caprica vollkommen unerwartet schwer von einem anderen Kampfstern attackiert wurde. Durch jenen Angriff war die Mannschaft der Caprica sehr stark dezimiert worden, da es dabei zu einem Hüllenbruch und damit zu einer großen Dekompression an Bord gekommen war.
Anhand der gemachten Beobachtungen von einigen der Raptor- und Viperpiloten von der Caprica stellte sich heraus dass die Argo für die Attacke verantwortlich gewesen ist.
“Sir. Gute Nachrichten von den Technikern: Das Leck und die Risse von der Battlestar Caprica sind abgedichtet worden. Auch wurden andere Schäden erfolgreich behoben.”
“Danke, Lieutenant. Wie steht es um Commander Williams?”
“Kann ich nicht genau sagen, Admiral. Der Arzt hat ihn ins Koma versetzt, und wollte noch keine wirkliche Prognose zu diesem Zeitpunkt abgeben…”
“Hm. Damit kann ich nicht leben… Ich muss daher eine Entscheidung treffen. Hm… ich werde deswegen Commander Sara York das Kommando über die Caprica geben, sowie einen Großteil der Besatzung ihres bisherigen Kommandos von der Tauron dorthin versetzen!”, entschied Thasos deswegen, weil er sich bereits schon vorsichtshalber etwas überlegt hatte.
“Ich besorge Ihnen die notwendigen Dokumente.”
“Sehr gut, Lieutenant. Und das Kommando über die Tauron erhält Major Paulus Livorno! Bringen Sie ihn bitte zu mir ins CIC!”, fügte der Admiral dann mit nachdenklicher Miene hinzu.
Milchstraße
P72-A401
Dadurch das noch vor kurzem eine Flotte der Erde sich Orbit des Planeten aufgehalten hatte, gingen die Wraith zunächst noch eine Zeitlang vorsichtig bei ihren Angriff vor, um in keinen Hinterhalt zu geraten. Als sie aber merkten dass der Planet und die dortigen Menschen ohne großen Schutz waren, begannen sie mit dem Ausdünnen der dortigen Bevölkerung.
Unter den Menschen, die es nicht geschafft hatten sich in Sicherheit zu bringen, und trotz der Warnungen der Verbündeten von der Erde, durch die Tricks der Wraith auf die offene Straße hinaus liefen, wurden schnell von den lauernden Darts aufgesammelt.
Viele wurden durch die Schatten getäuscht, welche die Wraith produzieren konnten, was einer großen Anzahl von Personen vorgaukelte, dass die gefährlichen Angreifer überall zu sein schienen. Deswegen schrien viele entsetzt vor Panik auf, was an Boden befindliche Drohnen darauf aufmerksam machte, dass sich in vielen Häusern nach wie vor ihre Beute aufhielt.
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis
Die Verhandlung wurde so fortgesetzt wie sie auch vor etwa 5 Stunden begonnen hatte.
Es wurden weitere Zeugen in den Zeugenstand bestellt und sowohl von Miss Shen, Colonel Chou und Kilmister ausführlich befragt.
“… als nächstes bitte ich Mister Jonathan Martin in den Zeugenstand”, hörte ich Kilmister, dann schließlich sagen.
Daraufhin seufzte ich kurz auf, erhob mich und trat mit langsamen Schritten nach vorne, wo mir dann der Eid von Miss Shen abgenommen wurde. Erst dann setzte ich mich auf den bereitstehenden Stuhl.
Wie auch alle anderen auch, wurden mir unzählige Fragen, sowohl von Miss Shen, Colonel Chou und Kilmister gestellt.
Wie auch bei den anderen Zeugen sah Jiao auch mich mit voller Konzentration an.
“Möchten Sie noch etwas sagen, Mister Martin?”
“Das will ich sehr gerne und etwas hinzufügen, Colonel Chou. Ich erinnere mich auch, dass Sie ebenfalls einmal vor Ort auf der Geheimbasis in Tibet waren…”
“Das steht hier nicht zu Verhandlung!”, unterbrach der Chinese abwinkend.
“Aha. Sie müssten auch angeklagt werden, wegen Freiheitsberaubung… ach, was sage ich, natürlich wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Denn immerhin sind sie ja auch Mitwisser bei dem was über drei Dutzend Menschen angetan wurde.”
“Bitte, zurück zum Thema der Verhandlung, Mister Martin!”, ermahnte Miss Shen mich eindringlich, die aber auch wusste - es lag mehr als nur Wahrheit in diesen Worten.
Derweil unterhielten sich Jin und Kilmister einige Male im Flüsterton, und der Anwalt machte sich immer wieder wichtige Notizen, während seine Mandantin ab wann nickte oder etwas verneinte.
“Gut. Letztendlich sind wir da nur unentdeckt geblieben, weil wir diese ID-Karte hatten. Sonst hätten wir uns, in diesen Kubus, schneller als uns lieb gewesen wäre mit einer ganzen Armee von Zylonen herumschlagen müssen.”
“Sie sind als Zeuge entlassen und dürfen zu ihren Platz zurückkehren. Es sei denn es hat noch irgendjemand Fragen an diesen Zeugen…”, erklärte Miss Shen.
Darauf wurde Sergeant Carl Grogan in den Zeugenstand gerufen, der aussagte dass die Zylonen auch einige Male auf den Dach gewesen waren. Daraufhin machte sich Leonard Kilmister wieder einige Vermerke. Der Militäranwalt arbeitete bereits an seinem Plädoyer.
Als sich kurz nach der Befragung des letzten Zeugen die Vorsitzende des Militärtribunals erhoben hatte, standen wir uns ebenfalls von unseren Stühlen auf.
“Wir, die 5 Mitglieder des Tribunals werden uns jetzt zurückziehen und über das Urteil dieser Verhandlung beraten. Sowohl die Klägerseite und der Verteidiger dürfen sich zu einer abschließenden Beratung für ihre Plädoyers zurückziehen. Das Urteil für dieses Verfahren wird in etwa 18 Stunden verkündet”, erklärte Miss Shen, die dann alle darum bat den Raum zu räumen.
Milchstraße
P72-A401
Nach etwa 12 langen quälenden Stunden, in denen auch die Wraith versuchten in die gesicherten Schutzbunker und den Gamma-Stützpunkt einzudringen, wurden die Angriffe seltener.
Im Stützpunkt der Erde, wurde schließlich gemeldet: “Sir. Die Flotte der Wraith ist von unseren Monitoren verschwunden.”
“Na endlich. Ich will sofort einen Bericht! Und Sie, Sergeant wählen sofort die Stargate Command Base an! Wir brauchen unbedingt mehr Personal und schnellere Unterstützung in solchen Gefahrenlagen!”, schimpfte der Kommandeur etwas gestresst.
Es dauerte nicht lange als er eine erste Bilanz in den Händen hielt. Daraus war zu entnehmen, dass es den Wraith leider gelungen war in einige Schutzbunker einzudringen.
Nach einer ersten Schätzung lag die vorläufige Zahl der vermissten Personen bei etwa 53.000, die sich vermutlich in den Fängen der Wraith befanden.
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Battlestar Iuno - CIC
“DRADIS-Kontakt!”, rief der Taktikoffizier warnend, worauf Commander Amanda Carter der Kommunikationsoffizierin ein Zeichen gab sofort eine abhörsichere Funkverbindung zu dem Neuankömmling herzustellen.
“Sir. Die übermittelten Codes und Kennungen stimmen mit unseren Datensätzen überein, es ist die Hephaistos.”
“Aha. Zumindest mal keine verfluchten Zylonen”, seufzte die Befehlshaberin der Iuno, die aber auch sofort instinktiv spürte dass es unweigerlich zu Schwierigkeiten mit Commander Arthur Tigris geben würde. Um genau diesen Unannehmlichkeiten und entgehen, musste sie eine Entscheidung treffen.
Nicht einmal eine Minute war verstrichen als sie befahl: “FTL aufladen, und auf mein Befehl zu den Notfallkoordinaten springen!”
“Amanda?”, fragte ihr XO zunächst erst ein wenig irritiert.
“Kann ich sofort erklären. Commander Tigris ist zu waghalsig, verrückt… er riskiert zu viel. Deshalb würde es mich nicht wundern, wenn seine gesamte Crew schon deswegen massiv auf ein Minimum reduziert worden ist.”
“Jetzt erinnere ich mich auch wieder an dieses Manöver und an diesen Idioten, der beinahe seine ganze Mannschaft geopfert hat, nur um einen vollkommen unbedeutenden Stützpunkt zu bestürmen. Sorry, Sir.”
“Der FTL ist bereit, Commander”, meldete jemand aus dem Hintergrund.
“Ist schon gut. Bin da ganz bei Ihnen. Gut, dann Sprung!”
Battlestar Hephaistos - CIC
“He! Was ist denn jetzt passiert? Die Iuno ist weg! Sie ist ohne Rückmeldung einfach ohne uns gesprungen.”
“Ach! Das sehe ich selber, was Sie nicht sagen! Verfluchter Mist!”, schimpfte Commander Tigris ungehalten.
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis
Ungefähr eine Stunde vor der Urteilsverkündigung machten sich First Lieutenant Jin und Mister Kilmister gemeinsam auf den Weg. Die ganze Zeit über strahlte sie Zuversicht, sowohl auch Stärke aus, denn Jiao wollte niemanden keinerlei Schwäche zeigen.
Der Raum füllte sich immer mehr. Dieses Mal schienen sogar noch mehr Personen anwesend zu sein als bisher.
Als letzte betraten die Mitglieder des Tribunals: Miss Xiaoyi Shen, Major Ivan Karpov, Major Steve Morris, Captain Jiang Mai und Captain Rebecca Pearson den Raum.
Zuerst hatte Miss Shen der Verteidigung das Plädoyer halten lassen, worin Kilmister darauf hinwies, das wegen dieser Tat niemand zu schaden gekommen ist, sondern viele Leben gerettet werden und ein militärischer Stützpunkt des Feindes zerstört werden konnte. Am Schluss bat er noch einmal darum seine Mandantin höchstens für einen Monat zu inhaftieren.
Nach einigen Minuten erhielt Colonel Chou die Gelegenheit für sein Plädoyer, der die Strafe verlangte wie sie dafür im Militärgesetz vorgeschrieben war. Er dankte zum Ende seiner Ansprache allen Zeugen und dem Verteidiger der Angeklagten für ihre jeweiligen Argumente.
“Da wir nun die Plädoyers gehört haben, werden wir fünf Mitglieder des Tribunals uns noch einmal zu einer kurzen Beratung zurückziehen, bevor wir dann das Urteil verkünden werden”, erklärte Miss Shen, die sich dann mit allen anderen erhob.
Diese kurze Beratung dauerte lange. Wer eine Uhr bei sich hatte, vergewisserte sich mit Erstaunen immer wieder aufs Neue.
“Wie lange dauert es denn noch?”, murmelte Jill Ludien fragend in Richtung von Jennifer Hailey, die nur mit den Schultern zuckte.
Schließlich kehrte das Tribunal nach rund zwei Stunden intensiver Beratungszeit in die den Raum zurück.
“Bitte bleiben Sie alle stehen!”, forderte Xiaoyi Shen, die so schnell wie möglich das Ergebnis verkünden wollte. Die Vorsitzende des Tribunals sah kurz zu Long Chou, und dann zu Jiao Jin und Leonard Kilmister hinüber.
Dann endlich nach einer kurzen aber präzisen Begründung wurde das Urteil verkündet: “…und darum First Lieutenant Jin befindet sie dieses Tribunal mit 4 zu 1 Stimmen für nicht schuldig! Sie werden sich aber, für die nächsten folgenden sieben Wochen, sobald der ihnen zugeteilte Dienst beendet ist in ihrer Zelle melden!”
Daraufhin sah die Vorsitzende des Tribunals vor allem zu dem Ankläger hinüber, der nur für einen kurzen Augenblick sein Gesicht verzog. Daher fragte Miss Shen: “Wollen Sie das Urteil anfechten?”
“Nein!”, entgegnete Colonel Chou sofort, verlangte dann aber dass diese Tat und auch das Ergebnis der Verhandlung in der Personalakte der Soldatin vermerkt werden sollte.
1 Stunde später
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis - Brig - Jin´ Zelle
“Besuch für Sie!”, erklärte der wachhabende Corporal von den Kolonialen Marines, als wir, die schon oft mit ihr im Einsatz gewesen sind, in der Brig aufgetaucht waren.
Jiao ließ es sich nicht nehmen uns alle nacheinander kurz zu umarmen. Jeder spürte dabei die pure Erleichterung von First Lieutenant Jin.
