Stargate Kommando SG-9- Planet der Verdammten (Directors Cut)
#5
Seit gegrüßt meine geneigten Leser.... heute möchte ich euch einen weiteren Teil meiner Geschichte präsentieren...

***

***
Jack O’Neill war gerade auf dem Weg in sein Büro, als Sergeant Walter Harriman ihn abfing. „Sir, SG-9 ist seit über einer Stunde überfällig mit ihrer Statusmeldung.“
O’Neill blieb stehen, die Stirn runzelnd. „Überfällig? Das gefällt mir nicht.“
„Sollen wir erneut versuchen, sie zu erreichen, Sir?“
Jack atmete knapp aus. „Nein. Wir machen das richtig.“ Er zeigte auf das Gate. „Walter, aktivieren Sie das Tor zu P3X-116. Offener Funkkanal, volle Leistung.“
„Jawohl, Sir!“
O’Neill verschränkte die Arme und starrte auf das Gate, während die Chevrons einrasteten. „Na los, SG-9 … antwortet.“

***
Die Finsternis kam erst schleichend, dann mit einer solchen Wucht, dass sie alle Geräusche verschluckte. Major Nicole Wallace öffnete die Augen — oder glaubte, sie zu öffnen — und fand sich auf einem fremden Planeten wieder. Dennoch wusste sie genau, wo sie war. P3X-781. Der Planet, der ihr Leben verändert hatte. Der Planet, wegen dem SG-13 nie wieder vollständig zurückgekehrt war.
Sie stand mitten in dichtem Unterholz, feuchter Dschungelboden unter ihren Stiefeln, der Geruch von Moos, süßlichem Blütenstaub und etwas Metallischem lag in der Luft. Die Sonne der Welt war groß und orange, kaum sichtbar hinter schweren Wolken. Das Licht hatte einen bleiernen Schimmer, als würde es jede Hoffnung verschlucken.
Hinter ihr raschelte es.
„Major?“, hörte sie Lieutenant Parker sagen — jung, ehrgeizig, immer etwas zu nervös. „Bewegung, dreißig Meter voraus.“
Lieutenant Colonel Renner, ihr kommandierender Offizier, trat neben sie. Ein Mann mit hartem Blick und einer Stimme, die Soldaten normalerweise sofort gehorchen ließ — außer, dass dieser Mann in Wahrheit niemals für den Posten geeignet gewesen war. „Nehmen Sie Stellung ein“, befahl er, ohne einen Blick auf die Vegetation zu werfen. „Standardformation.“
Wallace spürte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte. Es war, als würde ihr Gehirn gleichzeitig erinnern und leben. Nein. Wir hätten es wissen müssen. Wir hätten die Spuren sehen müssen. Doch im Traum wiederholten sich die Ereignisse unvermeidlich, wie ein Film, der nur vorwärts lief, egal wie laut man ihn anschrie.
Sie gingen tiefer in den Wald. Die Stille um sie herum wurde unnatürlich. Keine Tiere. Kein Wind. Kein Insekt, das surrte. Wallace legte die Hand auf ihrem MG-P90 fester an.
„Sir“, flüsterte Parker. „Das ist nicht normal.“
Renner ignorierte ihn. „Vorwärts.“
Wallace spürte, wie sich etwas in ihrem Nacken verkrampfte. Die Luft wurde dichter, die Farben verschwammen. Sofort wusste sie, was gleich passieren würde. Sie hätte schreien wollen, rennen, irgendetwas tun — aber ihre Beine bewegten sich weiter, wie ferngesteuert.
Es passierte so schnell wie damals.
Plötzlich öffnete sich vor ihnen ein kleiner, runder Platz im Dschungel — leer, zu leer. Ein perfekter Kreis. Ein Todeszeichen.
„Zurück!“, wollte Wallace rufen.
Da hörte man das metallische Klirren.
Und dann brachen sie aus den Schatten hervor. Vier Jaffa, goldene Helme, Stabwaffen im Anschlag, die Augen hart und leer. Und hinter ihnen, halb verborgen zwischen Farn und Stein — das Symbol des Goa’uld Ares auf der Stirn.
Es war eine Falle.
Renner erstarrte.
Parker riss die Waffe hoch.
Wallace packte ihn am Kragen. „Runter!“
Doch da ertönte schon das WUMM einer Stabwaffe, gleißend gelbes Licht huschte über ihren Köpfen.
„Deckung!“, brüllte sie.
Renner tat nichts. Er stand mitten auf der Lichtung, starr vor Angst. Ein Jaffa richtete die Stabwaffe direkt auf ihn, der Lauf glühte vor Energie.
Nein.
Wallace warf sich nach vorne, rammte Renner in die Seite. In derselben Sekunde brannte etwas in ihrem Rücken.
Ein brennender Speer aus Feuer, der durch Haut, Muskel und Knochen fraß.
Sie schrie.
Fiel auf die Knie.
Ihre Beine gehorchten ihr nicht mehr.
Der Schmerz war so gewaltig, dass er ihr Bewusstsein zerreißen wollte.
Dennoch hörte sie alles.
„Major ist getroffen!“, rief Parker.
„Feuer erwidern!“, schrie jemand — vielleicht sie selbst, vielleicht jemand anderes.
Blasterfeuer überflutete die Lichtung. Eine Stabwaffe explodierte an einem Baumstamm und verbrannte die Rinde. Parker schrie, Sergeant Hall schrie, Renner — Renner tat nichts. Er kroch auf allen vieren weg wie ein Tier, dann rannte er. Rannte einfach. Stieß Hall zur Seite, riss Parker um und sprintete in den Wald, ohne zurückzusehen.
Er ließ sie zurück.
Alle.
Wallace presste eine Hand gegen ihren Rücken, Blut rann über ihre Finger, warm, zu warm. Sie versuchte, die Beine zu bewegen. Nichts. Nur eisige Taubheit.
Ein Jaffa kam näher. Der Helm funkelte.
Er blickte auf sie herab.
Er zielte.
Doch dann senkte er die Waffe.
„Kree,“ sagte er in kaltem Ton. „Sie ist tot.“
Sie spürte die Kälte seiner Verachtung.
Und dann gingen sie.
Sie verschwanden genauso lautlos, wie sie gekommen waren, ließen ihre Opfer zurück, wie Müll.
Wind rauschte durch die Blätter, oder vielleicht war es nur ihr eigener Atem, der heftig und ungleichmäßig ging.
Wallace lag reglos da, starrte in den grauen Himmel.
Ich bin nicht tot.
Sie wollte es sagen.
Ihre Lippen bewegten sich kaum.
Ich bin nicht tot…
Das nächste, was sie wusste, war die Bewegung. Zentimeter für Zentimeter. Ihre Arme zitterten, doch sie zogen sie vorwärts. Der Boden war hart, Wurzeln schnitten in ihre Handflächen, Blut tropfte aus den Fingern.
Sie kroch.
Sie kroch, weil ihr Team tot war.
Weil niemand sonst mehr übrig war.
Weil sie nicht sterben würde, nicht hier, nicht für diesen abgeschlagenen Kriegsfürsten, nicht für einen Feigling wie Renner.
Jeder Atemzug war ein Hämmern in ihrem Körper, jeder Muskel schrie nach Ruhe — aber sie bewegte sich weiter.
Ein Schritt.
Noch einer.
Und irgendwann, nach Minuten oder Stunden, hob sie den Kopf.
Zwischen Farnblättern und schiefen Bäumen sah sie es.
Das Stargate.
Schwer und majestätisch, eingerahmt von Steinplatten, halb überwuchert. Die Luft vibrierte. Die Chevrons glühten.
Jemand hatte es aktiviert.
Vielleicht SG-1.
Vielleicht jemand anderes.
Sie hob eine Hand, wollte rufen.
Doch kein Ton kam über ihre Lippen.
Die ersten Chevrons rasten ein.
Ein Dröhnen erfüllte den Wald.
Das Licht pulsierte.
Sie zog sich noch ein Stück vorwärts, den Felsboden unter den Händen. Der Schmerz verschwamm, wurde dumpf, wurde weit weg, als wäre ihr Körper nicht mehr ihrer.
Der siebte Chevron rastete ein.
Die Luft explodierte nach vorne — WHOOSH — und der Ereignishorizont erschien mit wogender, silberner Gewalt.
Das Tor leuchtete.
Sie war gerettet.
Sie versuchte, aufzustehen.
Ihre Beine versagten.
Sie fiel.
Der Boden kam ihr entgegen.
Und dann hörte sie eine Stimme.
„Major.“
Sie kannte diese Stimme nicht.
„Wallace.“
Ein kurzer Nachhall, wie durch Wasser.
„Major Wallace!“
Die Welt begann zu flackern. Die Farbe des Himmels zerfloss wie Tinte im Wasser. Die Bäume verzerrten sich. Die Geräusche des Waldes wurden zu einem tiefen Summen.
„Nicole! Aufwachen!“
Der Name traf sie wie ein Schlag.
Sie riss die Augen auf.
***
Nicole Wallace schnappte nach Luft, als würde sie aus großer Tiefe auftauchen. Es war dunkel. Kalt. Und sie lag nicht auf Dschungelboden, sondern auf hartem Stein. Der vertraute Geruch von Staub und Fels lag in der Luft, vermischt mit dem leicht metallischen Duft ihrer eigenen Ausrüstung.
Über ihr beugte sich Colonel John Smith. Der Lichtkegel seiner Taschenlampe blendete sie kurz. „Major? Sie hatten einen Alptraum.“
Sie blinzelte, Atem stoßweise. Ihre Hände zitterten.
Smith kniete vor ihr, den Blick ernst, aber ruhig. „Alles okay?“
Wallace brauchte einen Moment, um zu begreifen, wo sie war — die Felsformation auf P3X-116, die Dunkelheit der fremden Welt, die fernen Geräusche… und Ripley, die schlafend an den Felsen gelehnt war. Loeb saß ein Stück entfernt, Waffe im Schoß, als hätte er ebenfalls nicht schlafen können.
„Ich…“ Wallace fuhr sich mit der Hand über das Gesicht. „Ja. Nur… ein Traum.“
Smith musterte sie, ohne etwas zu sagen. Er war kein Mann vieler Worte, aber er sah mehr, als er vorgab. Und er wusste, dass bestimmte Träume nicht einfach verschwanden.
„Sie sind wach“, sagte er schließlich. „Gehen Sie kurz an die Luft. Ich übernehme ihre Wache, bis Sie wieder klar im Kopf sind.“
Wallace nickte, atmete einmal tief durch und setzte sich auf. Ihr Rücken schmerzte leicht — Phantomschmerz. Nichts weiter.
Aber die Bilder des Traums, die Schreie, der brennende Schmerz, Renners panische Flucht… sie klebten an ihr wie kalter Schweiß.
Sie sah Smith an, der ihr eine Hand reichte. Sie nahm sie und ließ sich hochziehen.
„Danke“, sagte sie leise.
Er nickte nur.
Die Nacht auf P3X-116 war gefährlich, aber der Traum war schlimmer gewesen. Viel schlimmer. Und während Wallace sich aufrichtete und ihre Waffe neu sicherte, wusste sie:
Dieser Planet hielt genug Albträume bereit — sie brauchte keine alten wiederzubeleben.
Das Funkgerät knackte, und für einen Moment glaubte Wallace, noch immer im Traum zu stecken. Doch die Stimme, die daraus drang, war klar und vertraut.
„Hier Stargate Kommando an SG-9, bitte kommen.“
Smith richtete sich sofort auf. „Das ist General O’Neill,“ murmelte er und nahm das Gerät an sich. „SG-9 hört.“
Eine kurze Pause, dann: „SG-9, hier O’Neill. Sie sind seit Stunden überfällig. Bericht, Colonel.“
Smith atmete tief durch. Wallace sah, wie er den Blick zur Felskante richtete, als könnte er durch die Dunkelheit hindurchsehen und die untote Horde erkennen, die irgendwo dort unten lauerte.
„Sir“, begann Smith ruhig, aber mit einer angespannten Schwere in der Stimme, „wir haben ein Problem. Eine… große Zahl feindlicher Lebensformen befindet sich auf diesem Planeten. Humanoid. Stark verwest. Keine Reaktion auf Schmerz, keine sichtbare Angst. Sie agieren in Gruppen. Wir bezeichnen sie momentan als Untote.“
Am anderen Ende blieb es für zwei Sekunden vollkommen still.
Dann: „Untote?“
„Ja, Sir.“
O’Neill seufzte hörbar. „Colonel, wenn das ein Scherz sein soll, dann ist er nicht witzig. Wenn es keiner ist, ist er noch weniger witzig.“
Smith blieb ungerührt. „Es ist keiner, Sir. Sie haben uns am Sternentor überfallen. Wir mussten in höheres Gelände ausweichen. Derzeit befinden wir uns auf einer Felsformation, ungefähr drei Kilometer nordöstlich vom Gate.“
Wieder knackte es in der Leitung. Man hörte leises Murmeln im Hintergrund — wahrscheinlich Carter, die Daten prüfte, oder Daniel, der versuchte, spontan kulturelle oder mythologische Erklärungen zu finden.
„Sind Sie aktuell in Sicherheit?“, fragte O’Neill schließlich.
Smith sah zu Wallace, zu Loeb, zu Ripley, die noch immer schlafend an den Felsen lehnte. Dann zurück zum Tal — ein Schlund aus Finsternis, voller unsichtbarer Gefahren.
„Momentan ja, Sir“, antwortete er. „Die Untoten können nicht klettern. Unsere Position ist hoch genug, um sie abzuwehren. Allerdings…“
„Allerdings?“, hakte O’Neill nach.
Smith zögerte nur einen Atemzug. „Wir wissen nicht, ob sich die Horde noch immer am Sternentor befindet oder ob sie sich zerstreut hat. Der Weg zurück ist blockiert. Wir haben keine visuelle Bestätigung. Zu gefährlich, um es zu überprüfen.“
Man hörte O’Neill schwer ausatmen.
„Verstanden, SG-9. Halten Sie Position. Wir arbeiten an einer Lösung. Berichten Sie jede Veränderung.“
„Jawohl, Sir.“
Das Funkgerät knackte erneut, dann war die Verbindung tot.
Smith senkte es langsam. „Das wird eine lange Nacht“, sagte er.
Wallace nickte. Und als der Wind über die Felskante strich, glaubte sie, entfernt ein leises, kehliges Knurren zu hören.
Die Untoten waren noch da draußen.
Und sie warteten.
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RE: Stargate Kommando SG-9- Planet der Verdammten (Directors Cut) - von Timelord - 08.12.2025, 12:36

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