[SG/Multi-Crossover] Odyssee
#19
Guten Abend, verehrte Leser. Heute ist Freitag, und ja, richtig - wir fahren fort mit dem Re-Start dieser FF-Serie und mit Staffel 3.

Odyssee
Folge 3.01 Die Electra, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Thetis - CIC

“Ich kann es Ihnen wirklich versichern: Hier ist wirklich die Battlestar Thetis, Admiral McBride. Und wir müssen zugeben dass wir sehr überrascht - aber auch natürlich absolut glücklich darüber sind, Sie hier draußen zu treffen”, bestätigte und erklärte Commander Aberdeen, dem nach wie vor jede Menge Schweiß auf der Stirn stand.
Doch die Unterhaltung mit Diana McBride war dennoch nicht vorüber, denn es gab sofort wichtige Punkte abzuklären.
“…ja. Ja, Sir… Wir haben bereits einige Leute an Bord der Electra entsandt. …Natürlich. Gut. Wenn Sie es so wollen… In Ordnung Admiral McBride. Ich werde mich umgehend darum kümmern”, versicherte Liam Aberdeen, der kurz darauf aber endlich wieder ruhiger und auch sichtbar entspannter wirkte.

Schließlich war das Gespräch mit Diana McBride beendet und er hängte den Hörer wieder ein. Kurz darauf wandte er sich an die diensthabende Kommunikationsoffizierin: “Sie sagen Folgendes unseren Leuten, die sich bereits auf der Electra aufhalten, nämlich das wir die Unterstützung von der Battlestar Heracles und einigen weiteren Kolonialen Schiffen haben, und somit weiteres Personal unterwegs ist um die Electra zu sichern, womit wir auch ab sofort unter dem Befehl von Admiral Diana McBride stehen!”
“Verstanden Commander.”


Battlestar Electra - Steuerbordgondel, Hangardeck

Nachdem wir die Funknachricht von der Thetis erhalten hatten, wartete unser Team auf das weitere Personal von der Heracles. Diese betraten über einige Luftschleusen und den Frachtaufzug das Hangardeck den Kampfstern, welchen wir schon zu einem kleinen Teil gesichert hatten.

Unter den Neuankömmlingen befanden sich nicht nur weitere Mechaniker, Techniker und Koloniale Marines, sondern natürlich auch Offiziere und Piloten.

Eine der jungen Frauen nahm schließlich ihren Helm ebenfalls ab, worauf Private Kieras nicht mehr zu halten war: “Oh! Bei den Göttern von Kobol! Du bist es! Du lebst Susan!”
“Das gleiche wollte ich selber sagen Sandra! Oh, meine liebe Schwester!”, stieß die Soldatin erleichtert hervor, während sich die beiden bereits herzlich umarmten.

“Hm! Ich unterbreche ja nur ungern eure Familienzusammenführung, aber wir haben einen klaren Auftrag: So schnell es uns möglich ist die Electra zu sichern und in Betrieb zu nehmen!”, meldete sich eine männliche Stimme räuspernd.
“Ja, Sir. Natürlich machen wir, Captain McBride”, nickte Private Susan Kieras verlegen dem Offizier im Rollstuhl zu.

Nach einer kurzen Lagebesprechung fuhren wir damit fort die Electra Deck für Deck und Sektion für Sektion zu überprüfen, während zeitgleich immer wieder weitere Personen an Bord eintrafen, weil Admiral McBride keine unnötige Zeit verlieren wollte.



Pegasus-Galaxie
Icarus III

Seitdem die Wraith in Waffenreichweite gelangt waren, war eine heftige Weltraumschlacht im Orbit des Planeten entbrannt. Wobei sich die zehn Schlachtschiffe der Erde bei diesen Einsatz nur darauf beschränkten einen gewissen Teil der Oberfläche zu schützen, fiel diese Aufgabe trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit, gegen die über einen Dutzend angreifenden Wraith-Raumschiffe leichter aus als zunächst befürchtet.

Aber schnell bemerkten die Wraith allerdings leider genau dies, weshalb sie sich darauf konzentrierten den Verteidigungsring zu umgehen und immer wieder aufs Neue gezielte gefährliche Scheinangriffe zu starten, die die zehn Schlachtschiffe der Menschen unter Druck setzen sollten.

Doch unten am Boden des Planeten aber stießen die Angreifer auf ein weiteres Hindernis, nämlich auf ein starkes Energiefeld das den Sektor am Boden umgab und schützte.

U.S.S. George Hammond - Brücke

Abwechselnd schaute Samantha Carter immer wieder auf die zahlreichen Monitore, die ihr die aktuelle Lage verrieten. Mit großer Sorge und großen Unbehagen registrierte sie aber auch die vehementen Versuche der Wraith das Kraftfeld auf Icarus III zu überwinden. Während Sam insbesondere den Ablauf der neuen Destiny-Mission im Auge behielt, kam ihr eine aber eine gute Idee.

Ihre Kommunikationsoffizierin holte die Kommandantin in die Realität zurück: “General Carter. Soeben kam die Meldung rein, das sich alles an Ausrüstung und Vorräten, sowie bereits ein Viertel des zusätzlichen Personals bisher durch das Sternentor auf die Destiny transferiert worden sind. Doch nach den aktuellen Zahlen benötigen wir noch eine weitere dreiviertel Stunde um das übrige Personal durchzuschicken, sowie dann im Anschluss den Abzug von Icarus III durchzuführen.”
“Danke, Lieutenant Martinez. Also weniger als eine Stunde noch. Hm”, murmelte Sam nachdenklich daraufhin.

Nur wenige Minuten waren vergangen, dann hatte sie auch schon erste Anweisungen an die anderen Schiffskommandeure ihres Kampfverbandes, sowie an das Personal auf den Planeten weiterleiten lassen.



Unbekannte Galaxie
Destiny - Tor- und Kontrollraum

Die vor dem immer noch laufenden Manöver besprochene Organisation klappte auf beiden Seiten der Sternentorverbindung hervorragend. Denn die meisten der vielen Paletten und verschiedenen Transportkisten, die die Ausrüstung und Vorräte beinhalteten waren bereits durchgeschleust, in nahe umliegende Korridore weitergeleitet und so positioniert worden dass sie niemanden behinderten.

Argwöhnisch überwachte Colonel Young dennoch das gesamte Treiben von oben. Er war auch nicht der einzige, dem auffiel das sehr viele Mitglieder der Luzianischen Allianz und auch zahlreiche Zivilisten von der Erde unter den Neuankömmlingen waren.



Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Electra - CIC

Obwohl erst nur wenige Stunden vergangen waren seitdem man auf den lange verschollenen Kampfstern gestoßen war, hielten sich schon mittlerweile mehrere hunderte Personen dort auf. Unter ihnen war auch Admiral Diana McBride, die ihren gewohnten Platz bei der DRADIS-Konsole im Combat Information Center eingenommen hatte, um von dort aus das weitere Vorgehen an Bord zu koordinieren und zu überwachen.

“Also. Was ist denn jetzt mit der Energieversorgung?”
“Einen Moment Geduld bitte noch Admiral. Wir werden gleich von der Notversorgung auf die reguläre Energieversorgung umschalten. Das Licht und die Monitore könnten daher für einen kurzen Moment flackern, oder kurz ausfallen”, antwortete Captain McBride.
“Danke, David. Das wird dann aber auch höchste Zeit…”



Pegasus-Galaxie
Orbit von Icarus III
U.S.S. George Hammond - Brücke

“So. Na schön, es sind nur noch 5 Minuten, dann sind endlich alle durch beziehungsweise vom Planeten evakuiert”, fasste Samantha Carter noch einmal kurz für alle zusammen, denn sie wusste wie allen anderen Menschen auch, dass es bereits seit ungefähr einer Viertelstunde kein zurück mehr gab.

“Alle Evakuierungsjumper werden gleich abheben, General. Ma´am?”
“Nur keine Panik Captain! Ich mache das nicht zum ersten Mal. Gut. Nachricht an die gesamte Flotte: Bereitmachen für den Rückzug und den Sprung in den Hyperraum, sobald wir die Jumper an Bord genommen haben! Die sollen uns ja nur weiter die Darts der Wraith und die Kreuzer vom Leibe halten, da wir dafür kurz die Schilde senken müssen!”, erwiderte Sam mit ruhiger Stimme, die pausenlos und hochkonzentriert den Monitor im Blick behielt, welcher ihr verriet dass die instabilen Werte des Naquadrias immer kritischer wurden. Sie hoffte inständig dass die Wraith dies nicht zu schnell merken würden, was ihnen da drohte.

Dann war es endlich soweit ohne große Verluste zogen sich die Schlachtschiffe der Erde schließlich in den Hyperraum zurück.
Verständlicherweise irritiert davon ließen einige Königinnen der Wraith daraufhin den Angriff abbrechen. Wovon ein kleiner Teil von ihnen sogar, misstrauisch davon geworden, sich ebenfalls in den Hyperraum zurückzogen.

Somit verblieben von den 15 Hives der Wraith am Ende noch 8 im Planetensystem von Icarus III, da sie unbedingt in Erfahrung bringen wollten was die Menschen dort getrieben hatten.

Aber sie kamen nicht mehr dazu, denn eine gewaltige Explosion vernichtete die reduzierte Angriffsflotte der Wraith, sowie mehr als ein Sechstel des Planetensystems.



Milchstraße
Erde
USA - Homeworld Command

Mit großer Erleichterung hatte General Jack O’Neill von Colonel John Sheppard erfahren dass man einen wichtigen Sieg gegen die Wraith in der Pegasus-Galaxie errungen hatte. Doch nachdem sich das Team von Sheppard wieder verabschiedet hatte, hatte sich O’Neill ebenfalls zurückgezogen.

Total gestresst eilte voller Hast Doktor Daniel Jackson schon seit einiger Zeit durch die Korridore der Basis von Cheyenne Mountain. Der Archäologe musste sehr lange nach seinen ehemaligen Teamgefährten suchen, der sich auf den Stützpunkt so gut auskannte wie sonst kein anderer. Der Leiter des Homeworld Command hatte sich so gut nach der von Sheppard überbrachten Botschaft in die abgelegenste Ecke zurückgezogen, die es auf dem gesamten Stützpunkt gab.

“Ach. Na endlich. Hier steckst Du also!”, schnaufte Jackson erschöpft als er O’Neill in einen kleinen Abstellraum fand, der spartanisch mit einem Feldbett, einen Campingstuhl und -tisch, sowie einen kleinen Schrank ausgestattet war.
Für einen Moment lang nur schaute Jack ihn an, sagte dann aber: “Zu niemanden ein Wort! Was gibt es, Daniel?”
“Ja. Richtig. Also hör mir bitte zu…”


Deutschland - Hamburg

Wie schon so oft in der letzten Zeit beratschlagten Nike und Bastet erneut, ob es vielleicht doch besser wäre sich als Goa’uld zu erkennen zu geben.

“…so mal angenommen wir tun es wirklich: Was hält die Menschen davon ab uns aus unseren Wirtinnen zu entfernen und zu töten?”, fragte Bastet berechtigterweise.
“Da gebe es ein kleines Mittelchen. Diesen Trank hier, den wir eine ganze Woche lang einnehmen müssen. Dieser bewirkt eine, im wahrsten Sinne des Wortes, Verschmelzung von Goa’uld und Wirt”, antwortete Nike, die eine Flasche mit einer orangefarbenen hellen Flüssigkeit präsentierte, die sie aus einem Geheimfach hervorgeholt hatte.
“Also eine echte Symbiose, wie eine richtige Tok‘ra”, spottete ihre Freundin daraufhin ein wenig verächtlich, während sie dabei ihren Kopf schief legte und das Medikament richtig misstrauisch beäugte.
“Die Wirkung hält etwa fünfzig Jahre an.”
“Puh. Ach ja?! Also gut meine Liebe - ich bin einverstanden. Wir machen es genauso. Aber nun sollten wir uns beeilen, da wir sonst zu spät zum Dienst erscheinen…”



Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Electra - Offiziersmesse

Noch während der gesamten laufenden Transfers hatte Admiral Diana McBride alle anderen kommandierenden Offiziere, Schiffskapitäne und auch die wichtigsten Vertreter der Andromeda-Expedition zu einem wichtigen Briefing zusammengerufen.

“…man muss wirklich zugeben, dass dies sehr seltsam klingt was sie uns da gerade eben berichtet haben Commander Aberdeen. Denn laut den alten Schriften ist dies sehr unglaubwürdig… oder es ist im Verlaufe unserer eigenen Geschichte sehr viel Wissen verloren gegangen”, stellte einer der zivilen Schiffskapitäne, der von Gemenon stammte nach einer Weile fest.
“Aber es ist nun einmal wahr. Wir kommen in der Tat aus einer anderen Galaxie, und sind zu dieser Expedition aufgebrochen um einer Legende nachzugehen, sowie nach einer Stadt wie Atlantis zu suchen… mit der man durch das Universum reisen kann”, erklärte Miss Shen, worauf sehr viele sie sofort skeptisch anschauten und kurz davor waren sie für verrückt zu erklären.

“Eine sehr schöne Geschichte… vielleicht einen Film um den langweiligen Abend zu verschönern”, meinte jemand schmunzelnd.
Dies reichte nicht nur Jennifer Hailey und Cassandra Fraiser, die das Kopfnicken von Xiaoyi Shen und Colonel Chou richtig interpretiert hatten und ein Holo-Projektor auf den Tisch legten, welcher Atlantis im Kampf gegen die Wraith sowie beim Start von der Erde zeigten.

Obwohl dieser weitere Beweis erbracht worden war, blieben bei einigen dennoch immer noch Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Geschichte, sowie der Absichten der Fremden.

Doch dass sich die Neuankömmlinge aus der Milchstraße als zuverlässige Verbündete und Freunde erwiesen hatten, konnte niemand von den Anwesenden von der Hand weisen. Deswegen einigte man sich darauf auch weiterhin zusammenzuarbeiten, wobei Admiral McBride und Commander Aberdeen auf Bitten von Miss Shen, Major Hailey und Lieutenant Fraiser die Fähigkeiten von Wolfrino verschwiegen. Was nicht daran lag, eine Panik und Unruhe zu vermeiden, sondern weil McBride und Aberdeen von Rosenthal gehört hatten, dass er Material über die Ursache besäße.

Spät am Abend versammelten sich die meisten Mitglieder der Andromeda-Expedition unter anderem zusammen mit Admiral McBride, Commander Aberdeen, den beiden Kolchis-Schwestern und den beiden Privates Kieras in der Offiziersmesse.

“Corporal!”
“Ja, Admiral.”
“Das ist ein streng vertrauliches Briefing - wir wollen in den nächsten knapp zwei Stunden nicht gestört werden! Sie und ihre Leute lassen hier niemanden rein, außer wir bekommen wichtigen Besuch!”
“Verstanden, Sir.”

Nachdem die Luke geschlossen war, kam ein Nicken von Admiral Diana McBride, welches Doktor Benjamin David Rosenthal das Signal war zu beginnen.

Doch zunächst sprach Admiral Diana McBride alle an und sah ihre neuen Verbündeten seufzend der Reihe nach an, dann sagte sie schließlich: “Ich könnte ihnen allen natürlich auch anbieten der Kolonialen Flotte beizutreten, falls sie damit einverstanden sein sollten. Aber was ist mit unserem speziellen Freund… denn irgendwie klingt diese Geschichte, die sie mir berichtet haben sehr sonderbar…”

Nur kurz räusperte sich Doktor Rosenthal, der ebenfalls kurz in die Runde sah: “Vielleicht kann ja ich, Licht in diese Angelegenheit bringen… Das sogenannte Komitee hat bei mir angefragt, und der Geheimdienst meines Landes hat mich darum gebeten… nun ja diese Sache zu überwachen, und dabei habe ich diese Aufzeichnungen sicherstellen können…”

“Sie haben was?”, zuckte Miss Shen zusammen, die davon zum ersten Male hörte.

Unbeeindruckt davon fuhr David fort: “Wie dem auch sei… Also ich habe lange Zeit nach dem geleisteten Militärdienst für mein Land sowie dem Studium an der Universität unter anderem für Mossad, den israelischen Geheimdienst gearbeitet. Vor circa vier Jahren bekam ich eine Anfrage von einem Komitee, zu welchen auch unter anderen Miss Shen angehörte, wegen meiner Fähigkeiten angeworben. Doch nach einer aufschlussreichen geheimen Recherche lehnte ich eine Zusammenarbeit ab. Überwachte aber weiterhin, wie von meinen Vorgesetzten angeordnet das Treiben und die Ereignisse in Tibet, da man sich Sorgen über die Folgen machte. Daher besitze ich einige Kopien davon, die zeigen was mit Wolfrino und den anderen sogenannten Objekten geschehen ist…”

Mit verschränkten Armen vor der Brust stand ich da. Eingerahmt von meinen engsten Teamgefährten und Freunden. Und obwohl mir klar war dass diese Neuigkeiten nicht nur für mich neu waren, rann mir ein kalter Schauer über den Rücken, als sich vor meinen Augen das Bild aufbaute. In mir kamen die erlittenen Qualen wieder auf.

“Tut mir leid. Ist sicherlich alles sehr interessant… aber ich muss hier raus!”, brummte ich müde, ja fast niedergeschlagen, wobei der Wunsch aufkam dass Xavier oder Jean in der Nähe wären um alle diese furchtbaren und qualvollen Erinnerungen sofort wieder aus meinem Gedächtnis zu löschen.
Viele aus meinem Team sahen mir mit sorgenvoller Miene hinterher und Leutnant Jessica Schneider sagte: “Ist verständlich. Und obwohl mich der Film und die Aufklärung hier auch sehr interessieren - würde ich Wolfrino nur sehr ungern…”
“Gehen sie ruhig mit ihm mit!”, bestätigte ihr Major Hailey sofort verstehend.

Als wir beide die Offiziersmesse durch die Luke verlassen und wieder geschlossen hatten, drängten sich so viele wie nur möglich an Doktor Rosenthal heran, um an dem Bildschirm, der aufgebaut worden war, um das Video sehen zu können…

Odyssee
Folge 3.02 Schmerzhafte Erinnerungen, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Electra - Offiziersmesse

Als wir beide die Offiziersmesse durch die Luke verlassen und wieder geschlossen hatten, drängten sich so viele Teammitglieder wie nur möglich war dicht an Doktor Rosenthal heran, um an dem Bildschirm, der aufgebaut worden war das Video sehen zu können.

Zunächst nur langsam baute sich das Bild auf, während dies geschah erklärte Rosenthal dass es sich um Bilder sämtlicher Überwachungs- und Dokumentationskameras handelte, die er hatte anzapfen können: “…die Bilder hier zeigen einen großen Raum, wie Sie alle sehen können, wo mehrere Dutzende spezielle OP-Tische stehen. Das war nach der Entführung der ausgewählten Personen, mit Hilfe der gestohlenen Gesundheitsdaten, die erste Phase…“

Alle sahen nun im selben Moment durch das Video, was in diesem Fall mit mir geschah, wo einer dieser Wissenschaftler, Professor Greiner mit dem linken Zeigefinger und einem falschen Lächeln zeigte, wohin ich gebracht werden würde.
Mit brutaler Gewalt wurde ich auf dem OP-Tisch fixiert, und sich der Professor zuerst an die Soldatin, dann an mich wandte: “Leutnant Greiner, danke für ihre Hilfe. Sie und ihre Männer können sich wieder zurückziehen! Oh. Hervorragende Venen haben sie da, Herr Martin...”
Man konnte klar erkennen, wie ich versuchte mich mit aller Kraft zu wehren, doch das injizierte Narkosemittel begann bereits zu wirken.

Nur einige kurze Szenen waren daraufhin zu sehen, in denen zu erkennen war, wie von meinem Körper in der Höhe des Bauches, des linken Schienbeines und am Rücken verschiedene Proben entnommen wurden.

Als anhand der Uhrzeit- und Datumsangabe zu erkennen war das so einige Stunden vergangen waren, schauten alle für einen Moment zu Leutnant Greiner hinüber, die nun zum zweiten Male im Video auftauchte.

Wieder einmal mehr zeigten die Bilder von weiteren Verschleppten, die ebenfalls auf Liegen in denselben Saal geschoben wurden. Schließlich stoppten man vor einem der noch wenigen freien Betten, über welches der Schriftzug: OBJEKT 12 angebracht worden war. Man konnte erkennen dass alles wie eine Mischung aus Kranken- und OP-Zimmer aussah.
“Objekte auf den Liegen positionieren und fest fixieren!”, befahl Leutnant Greiner im militärischen Ton mit lauter Stimme.

Nachdem alle Verschleppten mit den Gurten fixiert worden waren, öffnete sich eine kleine Tür und Professor Greiner trat in Begleitung von einem Dutzend weiterer Kittelträger aus einem Vorbereitungszimmer ein.
Man sah aber auch dass sich alle Fixierten nach Kräften verzweifelt versuchten sich zu bewegen und irgendwie freizukommen. Doch die Gurte waren so derartig fest gezogen worden, dass man sich fast gar nicht mehr bewegen konnte.

Durch die Zeitangabe auf dem Film konnte man erkennen das ungefähr zwei Stunden vergangen waren, und Doktor Rosenthal erklärte: “Ich habe mich auf das Schicksal von Jonathan Martin konzentriert und deswegen alle anderen Filmsequenzen rausgenommen. Sie sehen nun die 2. Phase, die Metamorphose genannt wird…”

Alle Zuschauer des Films sahen, wie die Gruppe des Professors bei mir ankam.

“So, und jetzt ist Objekt 12 an der Reihe…”, murmelte Greiner böse lächelnd.
“Mein Name ist Jonathan”, knurrte ich bissig, und zerrte an den Gurten. Die aber einfach nicht nachgaben
“Diese Aggressivität. Er ist wirklich hervorragend geeignet für dieses Experiment. Speziell, genau für dieses besondere Experiment. Nicht wahr?”, fragte Greiner grinsend in die Runde seiner versammelten Kollegen und Assistenten, der sich von meinem Zorn nicht aus der Ruhe bringen zu lassen schien. Stattdessen zog er sich mit einem bösen Lächeln ein weiteres neues Paar weißer Untersuchungshandschuhe an, nachdem er seinen Mundschutz wie die anderen auch ebenfalls erneuert hatte.

Es war klar zu erkennen, dass die Wut in mir immer mehr die Oberhand gewann - doch nutzte es mir in meiner ausweglosen Lage absolut gar nichts. Daher konnte ich nur verbal zum Ausdruck bringen, was ich von dieser Art und Behandlung hielt: “Ihr verfluchten Feiglinge! Bindet mich los! Dann zeige ich euch…”
“Immer dasselbe”, nuschelte einer der Assistenzärzte wegen des Mundschutzes, worauf er ein bestätigendes Nicken erntete.

Eine sterile Box wurde geöffnet, auf welcher der Schriftzug: OBJEKT 12, stand. Darin befanden sich einige fertig aufgezogene Spritzen.
“He, was zur Hölle habt ihr mit mir vor?”, fragte ich benommen geworden beim Anblick der Spritzen, die zu sehen waren.
“Aber. Aber. Ich tue Ihnen hiermit, mit dieser Behandlung wirklich einen sehr, sehr großen Gefallen. Nie wieder Knochenbrüche und auch keinerlei Krankheiten… womit ihr Leben einen völlig neuen Sinn bekommt - Objekt 12...”
Als er die letzten Worte immer leiser werdend sprach, wollte ich etwas erwidern - doch dann bemerkte ich, wie eine Assistentin meinen linken Arm für eine venöse Injektion vorbereitete. Diese erfolgte kurz darauf, ohne dass ich mich auch nur Ansatzweise zur Wehr setzen konnte. Deswegen schloss ich die Augen und betete leise - hoffte, dies alles möge sich doch nur als ein schlimmer Traum entpuppen, und ich würde sofort im eigenen Bett wieder erwachen.
Aber nichts geschah, nur das Eindringen der Nadel in die Vene war zu spüren - es war also kein Traum, sondern bittere Realität.

Plötzlich und für mich vollkommen unerwartet, verkrampfte sich mein Körper. Der Inhalt der Spritze breitete sich, spürbar rasend schnell durch die Blutzirkulation in meinen gesamten Körper aus.

Nach dem Setzen der ersten Spritze sah Greiner aufmerksam auf die Uhr, bis eine gewisse Zeit vergangen war und eine zweite Spritze sehr schmerzhaft und brutal mit einem lauten knirschenden Geräusch in das rechte Schienbein gesetzt wurde.

“Und jetzt ganz locker bleiben!”, murmelte eine weitere Ärztin.
Kurz darauf folgte auch schon bereits der nächste Stich.

Diesmal in den Rücken. Und zwar in die Wirbelsäule. Voller Schmerz schrie ich deswegen erneut auf. Nur gut das man mich so fest fixiert hatte.
Wie auch bei meinen Leidensgenossen zuvor, blieb auch mir dann ebenfalls die Luft weg, und ich verlor das Bewusstsein.

Voller Entsetzen sahen die Betrachter des von Rosenthal zusammengestellten Films hin und wieder zu Miss Shen und Leutnant Greiner hinüber. Als sie wieder zum Bildschirm schauten, erkannten sie aufs Neue dass wieder mehrere Stunden vergangen waren.

Ein Schrei ganz in der Nähe holte viele wieder in die Wirklichkeit zurück. Jeder hatte wieder einmal jegliches Zeitgefühl verloren. Nur mühsam ließen sich die Augen wieder öffnen. Mein rechtes Schienbein und auch Rücken schmerzten immer noch akut.
Immer noch befanden wir uns alle in dieser großen Halle. Aber irgendetwas war anders. Rings um mich herum waren die meisten Vorhänge zugezogen worden, die die Sicht auf die vielen anderen Mitleidenden verhinderte.

Aus den Lautsprechern, die sich verteilt in dem Raum befanden, meldete sich eine  bekannte und verhasst gewordene Stimme: “Meine lieben Objekte, da es ein wenig Zeit in Anspruch nehmen wird, bis sich die Therapie der Metamorphose bemerkbar und sich daher die Wirkung zeigen wird - gönnen ich ihnen allen mindestens einen Tag Ruhe. Bringt sie also alle wieder in ihre mittlerweile vorbereiteten Quartiere zurück!”

Allen war die Wirkung dieser qualvollen Prozedur anzusehen, da alle sich immer wieder mühsam zu bewegen versuchten und so aussahen, als ob sie gerade eine heftige schwere Grippeerkrankung durchmachen würde.

Das gesamte Personal dieser Einrichtung trug biochemische Schutzanzüge, Handschuhe und Mundschutz, wenn sie sich in der Nähe der Objekte aufhielten.

Immer wieder schüttelte Lieutenant Esther Bernstein entsetzt den Kopf. Und schließlich wandte sie sich wispernd fragend an Miss Xiaoyi Shen und Leutnant Vanessa Greiner: “Wie konnten Sie diesen Menschen nur so ein Leid antun?”
Doch erhielt die israelische Soldatin keine Antwort, stattdessen flüsterte Leutnant Natalia Adamaov: “Pst!”

Das Bild und die Kameraeinstellung änderten sich nun und zeigten wieder die Bilder des Quartiers, welches eher einer Zelle glich in welchen meine Liege geschoben wurde. Man sah dass immer noch dieses fröstelnde Zittern in meinem Köper erfasst hatte. Kaum war ich wieder aber in meiner Zelle allein, schlief ich vor Erschöpfung ein.

Wieder gab es einen Sprung in der Zeit nach vorne.

Etwas unsanft entfernte Leutnant Greiner die Pflaster. Doch dort wo eigentlich Wunden hätten sein sollen - war nichts mehr zu erkennen. Ja, es gab am gesamten Körper nicht einmal Spuren oder Anzeichen irgendeiner Narbe. Und selbst die Überbleibsel aller lang zurückliegender Erkrankungen waren verschwunden, inklusive der Leberflecke.
Mit Verwunderung registrierte nicht nur ich es. Irritiert und erstaunt sah auch Vanessa Greiner dies und trat instinktiv einige Schritte zurück, während sie ihre rechte Hand auf ihre Dienstwaffe legte und schnell mit der linken zum Funkgerät griff, um darüber sofort Meldung zu machen und auch weitere Befehle abzuwarten.

Diese kamen dann auch wenige Minuten später, weswegen Greiner diese kurz bestätigte.
Dann begann die Soldatin auch schon unvermittelt damit zu drohen jeden persönlich aufzusuchen und zu eliminieren, der mir etwas bedeutete, wenn ich nicht dazu bereit wäre mich ihnen anzuschließen. Dies war endgültig genug, und so bekam die bereits in mir aufgestaute Wut immer mehr die Oberhand. Ließ meinen großen Zorn nach weiter anwachsen.
Ein Umstand den Greiner anscheinend zuerst zu gefallen schien, denn sie grinste etwas zufrieden vor sich hin. Doch tat sie vorsichtig einen Schritt nach hinten.
Aber als ich mich mit einen ersten wütenden Aufschrei von den Gurten befreien konnte, zuckte sie erschrocken zusammen.

Davon überrascht und entsetzt wich die junge Frau noch weiter vor mir zurück, und das obwohl sie ja bewaffnet war. Denn sie war von ihrem Onkel, Professor Eduard Greiner, mir zugeteilt worden und hatte von ihm den klaren Auftrag erhalten durch Provokationen die Metamorphose mit den Mutanten-Genen in mir zu erwecken.

Sie tastete sich vorsichtig weiter zur Tür vor, die allerdings wegen meines aktiven Befreiungsversuchs protokollgemäß verschlossen blieb. Doch gepeinigt von den Erlebnissen schrie ich voller Zorn und Wut auf, während sich meine Hände zu Fäusten ballten.
Einen der Soldaten, der sich ebenfalls noch im Raum befand, streckte ich mit einem brutalen Schlag nieder, der mir entgegen und zu nahe getreten war, ehe ich mich erneut Greiner zuwandte.
Irritiert bemerkte ich dann den unerwarteten physiologischen Schmerz in meinen Händen.
Schockiert sah ich, was mit mir passiert war: Jeweils drei knöcherne Krallen ragten aus meinen zu zwei Fäusten geballten Händen heraus, die dem Soldaten drei fürchterliche Wunden an Kopf und Hals beigebracht hatten.

Innehaltend starrte ich auf diese Waffen. Klar, ich und viele andere kannten so etwas Ähnliches bei dem Mutanten Wolverine. Doch dessen Skelett und Krallen waren mit der Metalllegierung Adamatium überzogen worden, und so langsam ahnte ich was man mit den anderen Gefangenen, sowie mir hier in dieser Einrichtung wohl wirklich vorhatte.

Voller Panik begann Vanessa Greiner auf mich zu schießen. Sie hatte das gesamte Magazin verbraucht ehe ihr Ziel, ich, schwer verwundet zusammengebrochen war. Kurz darauf eilten weitere Soldaten herein um mich sofort wieder so schnell wie nur möglich wieder auf der Liege zu fixieren.

Erneut gab es einen Sprung in der Zeit nach vorne. Alle konnten erkennen dass einige Tage vergangen sein mussten an denen offenbar nur wenig passiert war, was Jonathan Martin betraf. Doch was sie dafür nun zu sehen bekamen, löste in den meisten mit der Ausnahme von Leutnant Vanessa Greiner großes Unbehagen aus als sie das Labor sahen welches im Bild auftauchte.

…“Dies alles, was sie hier sehen, Objekt 12, wurde für sie her- und eingerichtet”, verkündete Professor Greiner euphorisch, der bereits scheinbar ungeduldig auf diesen Moment gewartet hatte.
“Ah ja. Ist ein sehr merkwürdiges Badezimmer”, stellte ich fest, nachdem mein Blick umherschweifte.

Doch nachdem man mich neben die Wanne geschoben hatte, gefror mir regelrecht das Blut in den Adern. Denn jetzt sah ich ein knappes Dutzend merkwürdiger Zylinder, an deren Enden Bohrer oder Spritzen zu hängen schienen, die auf die Wanne gerichtet waren.

“Oh Gott! Nein!”
“Doch, Objekt 12. Ich löse mein Versprechen in den nächsten Stunden vollends ein. Bereitet alles für den bevorstehenden chirurgischen Eingriff bei Objekt 12 vor, damit wir endlich bei ihm mit der abschließenden Phase beginnen können!”
“Jawohl, Professor Greiner.”

Die Zuschauer sahen in den etwa folgenden 10 Minuten wie sich Professor Eduard Greiner mit mir unterhielt, weswegen Doktor Benjamin David Rosenthal die Lautstärke regulierte so das jeder die Unterhaltung hören konnte…

…“Tja, Objekt 12 - das hier ist das Labor, wo ich dafür sorgen kann - dich unverwundbar zu machen, …also keine Knochenbrüche, Bänderverletzungen et te cetera mehr…“
“Ist ja alles ganz nett, nur hole ich mir bestimmt gerade eine böse Erkältung - an der ihr
Typen hoffentlich alle verrecken werdet…!“
Greiner lachte für einen kurzen Moment erheitert auf: “Haha. Wir alle hier auf dieser Basis sind gegen alles nur Erdenkliche geimpft. Tut mir also leid, dich enttäuschen zu müssen - außerdem habe ich hier etwas für dich!“
Bei dem letzten Teil des Satzes zog er eine Kette mit Erkennungsmarken aus einer Tasche seines weißen Kittels. Langsam legte er mir die Kette um den Hals, dann hielt er mir die beiden Marken so vor die Augen, damit ich gerade noch so lesen konnte, was jeweils darauf eingeprägt war:
WOLFRINO
JONATHAN MARTIN
OBJECT-12
B.-T.: A RH+ (D+)
REL.: RK
Dann fuhr der Wissenschaftler fort, und erzählte mir auch noch das, was ich mir bereits schon vorstellen konnte: “…hiermit wird es gelingen. Du hast bestimmt schon davon gehört: Adamantium. Es wird zwar für dich schmerzhaft, und ich meine ziemlich schmerzhaft werden, da wir dich zunächst einmal zerstören müssen - da ja keine Schmerzmittel mehr bei dir eine lang genug andauernde Wirkung zeigen werden… aber es wird sich auf alle Fälle für dich lohnen.“
Ich atmete tief durch, da ich mich ja doch nicht wehren konnte. Leider. Zumindest hatte man nicht vor mich in dieser gläsernen Wanne ertrinken zu lassen, da man mir eine Art Beatmungsmaske anlegte, wie sie auch von Profi- und Militärtauchern verwendet wurde.
Dann wurde mir doch ein sehr starkes Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht, und Greiner befahl schließlich: “Na schön. Lasst endlich das Gestell in die Wanne hinein, und startet das Verfahren!“…

Odyssee
Folge 3.03 Schmerzhafte Erinnerungen, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Electra - Offiziersmesse

Voller Interesse verfolgten die Zuschauer weiterhin die weitere Prozedur, die auf dem Video über dem Bildschirm zu sehen war…

Es wurde schließlich nass. Bald war mein ganzer Körper im Wasser untergetaucht. Mein einziger Kontakt nach draußen war der Schlauch, der meine Lungen mit frischer Luft versorgte.
Schließlich war es soweit und mehr als ein Dutzend Nadeln, die bereits heftig rotierten, begannen sich in meinen Körper zu bohren. Die Wirkung des Anästhesiemittels ließ rapide nach, daher begann ich schon sehr bald, geplagt vor heftigen Schmerzen hin und her zu zucken. Doch die straff gezurrten Gurte an meinem Körper hielten stand, und schränkten diese Reaktion glücklicherweise ein.
Meine Gedanken und Erinnerungen kreisten, schlossen die Menschen ein, die mir viel, sehr viel bedeuteten: meine Familie, Freunde, und natürlich meine Ehefrau Jeanne, die ich alle unbedingt wiedersehen wollte.

Die Mitglieder der Andromeda-Expedition und die Kolonialen Offiziere sahen nun wie sich ein knappes Dutzend Nadeln in den Körper ihres jetzigen Teamgefährten, und neuen Verbündenten beziehungsweise Freundes zu bohren begannen. Einige drehten sich schon bereits nach wenigen Minuten von diesen Eindrücken schockiert weg. Deswegen hörten sie nur noch was gesagt wurde, während die anderen wie gebannt das Geschehen noch immer mit ansahen…

“Puls und Herzschlag sind unglaublich hoch! Lange hält er es nicht mehr aus!“, warnte einer der Ärzte, der das EKG überwachte, instinktiv und eindringlich alle anderen im Labor.
Die Zylinder mit dem flüssigen Adamantium leerten sich kontinuierlich, und auf einigen weiteren Monitoren konnte man, dank von Sensorenscans erkennen, wie sich dieses Metall auf das Skelett des Körpers von Objekt 12 anlagerte.
Alle Wissenschaftler schauten gebannt auf die Anzeigen ihrer Monitore, und einer der Techniker vermeldete endlich: “Alle Zylinder sind vollständig entleert!“
“Objekt 12 hat keinen Herzschlag mehr!“, seufzte einer der Ärzte etwas ernüchtert kurz darauf.
Ein weiterer murmelte deshalb: “Er ist doch nicht etwa tot?“

“Wird wohl einen Moment dauern bis er wieder zu sich kommt. Nutzen wir die Zeit. Schreibe endlich das Programm fertig, damit wir sein Gedächtnis löschen können! - Er soll ja möglichst keine Erinnerungen daran haben, was mit ihm hier passiert ist. Und wir wollen ihn schließlich unter Kontrolle haben, um…“, brummte Greiner im barschen Ton an die Adresse eines Mannes, der an einem speziellen Rechner saß, als das Piepen des EKG wieder da war.
Luftblasen stiegen im Wasser empor, während ich vehement an den Gurten zerrte und die Krallen ausfuhr.
“Professor! Er… ich denke…, er hat uns gehört…“, stammelte einer der Assistenten voll aufkommender Panik angsterfüllt und machte automatisch einen Schritt nach hinten.
“LOS! Löscht endlich sein Gedächtnis! Wie lange dauert denn das noch?“, brüllte der Wissenschaftler entsetzt, der hektisch unter seinen Kittel griff, und kurz darauf einen schussbereiten Revolver in den Händen hielt.

Doch für dieses Computerprogramm war es zu spät.
Wasser spritzte nach allen Seiten, und die gesamte angebrachte technische Anlage rings um die Wanne, in welcher ich noch stand, flog teilweise zertrümmert davon.

Mit einem wütenden Aufschrei erhob ich mich schließlich, denn die Gurte, die mich eigentlich festhalten sollten, waren schließlich von mir zerrissen worden, da sie zum Einen von Mystica, einer geflohenen Mutantin zuvor manipuliert worden waren, und zum Anderen weil die Mutation meine Körperkraft erhöht hatte.

Greiner brüllte voller Schreck auf und befahl in einem barschen Befehlston: “Verdammter Mist! Soldaten - Feuer frei!“

Viele weitere Soldaten stürmten kurz daraufhin in das Labor.

Die Ärzte und Techniker versuchten sich derweil panisch und voller Angst schnell in Sicherheit zu bringen. Die ersten Soldaten feuerten währenddessen ihre ersten Magazine leer.
Aber gegen mich hatten sie nach diesem Eingriff wenige Chancen, denn die Wut und die ausgeschütteten Hormone ließen mich diese Schmerzen vergessen. Zwar wurde mein Körper immer wieder mehrfach von den Kugeln getroffen, doch schlossen sich die Wunden beinahe umgehend wieder.

Doch nun tauchten auf einigen Bildern immer wieder zwischendurch die echten Mutanten auf, die mittlerweile in die bis dahin geheime Basis auf einem Hochplateau in Tibet eingedrungen waren um dem Treiben dort ein Ende zu setzen.

Auf ihren Weg nach unten befreiten die X-Men die übrigen Menschen, die in Mutanten verwandelt worden waren, die sich aber sogleich ihnen anschlossen.
Denn sie wollten nur eines, sich für die Qualen an ihren Peinigern rächen.
Außerdem wurde der Widerstand immer massiver, denn man kam den Laboratorien immer näher.

Derweil hatte ich im abgeschotteten Adamantium-Labor ein wahres Blutbad angerichtet, denn mittlerweile lagen sämtliche Soldaten tot auf dem Boden. Auch hatten sich die schweren Stahltore geschlossen - was in Anbetracht der Adamantiumkrallen nutzlos sein würde.
Schließlich stand mir nur noch Professor Eduard Greiner schwer atmend und blutverschmiert gegenüber. Der Wissenschaftler hatte seinen Revolver, den er bislang noch nicht abgefeuert hatte, noch immer in der Hand und drückte nun voller Angst mehrfach ab. Dabei sprang ich ihm mit einem Satz entgegen, holte mit aller Macht aus, und riss ihm mit den ausgefahrenen Krallen die Brust auf.

Das Fleisch und die Knochen des Wissenschaftlers wurden mit einem einzigen Hieb durchtrennt, sowie einige der lebenswichtigen inneren Organe schwer verletzt.

Stöhnend und röchelnd brach der Mann schließlich zusammen, während mich die Kugel, die er im Todeskampf noch abgefeuerte hatte an meinen Kopf streifte. Doch dies genügte, um mich einige Schritte nach hinten taumeln zu lassen.

Diese Bilder, die zeigten wie Professor Eduard Greiner ums Leben gebracht wurde, ließen in den Augen von Leutnant Vanessa Greiner den puren Hass aufflammen.
“Du verfluchter Mistkerl!“, zischte die deutsche Soldatin leise vor sich hin.

So gut es ihm möglich war, versuchte Charles Xavier auf dem telepathischen Wege mit allen in Verbindung zu bleiben. Doch an manchen Stellen war die Abschirmung immer noch immens. Was dem Anführer der X-Men darin hinderte positiven Einfluss auf das Geschehen nehmen zu können.
Magneto seinerseits hatte seinen Weg, und diesen bestritt er ohne große Rücksicht, außer es ergaben sich die Soldaten und weiteres stationiertes Personal, ihm und den Mutanten.

Schließlich erkannte einer der Soldaten erschrocken die unerwünschten Eindringlinge: “Verflucht noch eins! Das sind ja echte Mutanten! Die X-Men!“
Denn er hatte gesehen, wie Magneto einfach einen seiner Kameraden an die Wand pinnte, und wie Wolverine einen anderen seine Krallen in die Brust stieß.

In der Basis blieb Storm wie angewurzelt stehen, da Professor Xavier mit ihr telepathisch Kontakt aufgenommen hatte, denn das Energiefeld, welches die mentalen Fähigkeiten eingeschränkt hatte, war nun endgültig zusammen gebrochen.

“Wir müssen sofort hier raus! Die Selbstzerstörung wurde in Gang gesetzt!“
“…und wir haben nur eine knappe halbe Stunde für den Rückweg“, ergänzte Scott, den Satz von Jean Grey, während Erik Lehnsherr amüsiert grinste als Logan und ich uns gegenüberstanden und nach wie vor anstarrten.
“Also, wir sollten uns auf den Weg machen!“, brummte Magneto, der dabei auf die imaginäre Uhr auf seinen linken Handgelenk deutete.
Ein wenig widerwillig, folgte ich den anderen im schnellen Laufschritt nach oben, weil die Zeit ablief. Dies war letztendlich leichter als zuvor angenommen, da jeder dank seiner Fähigkeiten dies sehr erleichterte.

Perfekte Teamarbeit führte alle X-Men und uns die von ihnen Befreiten wieder hinaus nach oben auf die Oberfläche des Hochplateaus…

“So. Das war´ nun kennt ihr einen Teil der Geschichte. Es ist mir nur noch bekannt dass Wolfrino nicht gemeinsam mit den X-Men von dort entkommen ist, obwohl man es ihm angeboten hatte… Na ja. Seine Spur tauchte erst wieder nach über einen Monat später in Indien, in der Hafenstadt Mumbai auf. Dort heuerte er einige Tage später auf einem Frachter der “Diana“ an. Damit ging es zunächst nach Singapur, von dort weiter Richtung Horn von Afrika um dann über den Sueskanal ins Mittelmeer zu gelangen. Wo es dann aber zu einem Angriff von Piraten kam, wo aber Wolfrino der Besatzung und den Passagieren hilfreich zur Seite stand. Leider erlitt er dabei eine temporäre Amnesie, die seiner Frau bei der ersten Begegnung in Hamburg im schlimmsten Falle beinahe das Leben gekostet hätte… Und den Rest der Geschichte kennen ja die meisten von uns“, ergänzte Doktor Rosenthal ein wenig verlegen.

“Wie konnten Sie ihm das nur antun?“, warf Lieutenant de Vaux ihrer Kameradin vor.
“Wie bitte? Der Kerl hat meinen Onkel kaltblütig ermordet!“, antwortete Leutnant Greiner daraufhin wütend.
Aber auch Miss Shen musste sich so einige Vorwürfe von vielen gefallen lassen.

“Ich werde mir das nicht länger anhören!“, motzte Vanessa Greiner wütend, die aus die Offiziersmesse stürmte.

In einem ruhigen Korridor hatte sich die gesamte Zeit über Leutnant Jessica Schneider mit mir unterhalten. In dem Gespräch ging es natürlich um die Experimente, die an mir und den anderen durchgeführt worden sind, aber auch um die Zeit danach, weswegen ich von meinen kleinen Hilfsarbeiten berichtete um mir ein wenig Geld zu verdienen, ehe ich in Mumbai ankam und dann dort auf der “Diana” anheuerte, die irgendwann den Hafen von Hamburg ansteuern würde.
“Wow!”
“Ja. Ich war froh darüber, dass es nach Hause ging. Auch wenn wir lange brauchen würden. Ein Flugzeug konnte ich ja nicht nehmen, da ich keine Papiere hatte und das mit dem Adamatium zu erklären… tja. Blieb nur der Seeweg.”
“Aha. Und das mit diesen Somalischen Seeräubern? Da stand sogar in einigen Zeitungen etwas.”
“Woher wissen Sie davon?”
“Nun ja, ich habe mich auch mit deiner Frau unterhalten. Am Telefon. Persönlich. Sie hat mich darauf gebracht.”
“Sieh an. Wie dem auch sei. Die Crew der “Diana” war mehr als nur in Ordnung, auch die ganze Zeit über, bevor wir auf diese Spinner gestoßen waren. Und deren Hilfe danach konnte ich wirklich brauchen. Später halfen mir natürlich Jeanne, Jasmin, Professor Xavier, Wolverine um mit der Situation klar zu kommen. Oh Gott, wenn ich daran denke, was ich beinahe Jeanne angetan hätte… Dann kam es kurz darauf zum Krieg mit der Luzianischen Allianz. Später tauchten die Wraith auf. Es gab einfach zu viele Krisen. Vielleicht hätte ich doch auf der Erde bleiben sollen…”
“He! Wir kommen wieder nach Hause! Klar?”
“Ja. Werden wir.”
“Gut. Das wollte ich hören. Sieh mal an. Da kommt Leutnant Greiner. Verdammt sieht die wütend und stinkig aus… Und noch einige andere. Das muss ja richtig für Gesprächsstoff sorgen. Die debattieren ja ziemlich heftig”, stellte Leutnant Jessica Schneider fest, die kurz nebenbei auf ihre Armbanduhr sah, und kurz darauf ihrer jüngeren Schwester Sarah zuwinkte.

Aufenthaltsraum

Da ich Leutnant Schneider versprochen hatte, ihr und einigen anderen Freunden unseres Teams, von meiner Reise auf der “Diana” sowie meine Rückkehr nach Deutschland im Hafen von Hamburg zu erzählen, zumindest an das, woran ich mich noch erinnern konnte, hatten sich einige bekannte Gesichter versammelt.

Nachdem genügend Ruhe eingekehrt war begann ich zu erzählen…


Erde - Indien

Viele Wochen mussten vergangen sein, als ich endlich nach einer langen Reise vom Hochland Tibets eine Hafenstadt Indiens, Mumbai, erreicht hatte. Dort angekommen, gestaltete sich die Suche nach einem Schiff schwierig, welches direkt nach Deutschland fuhr.
Endlich nach einigen Tagen, fand sich ein Schiff, welches Hamburg ansteuern und mich damit nach Hause bringen würde - wenn auch nur über mehrere Zwischenhalte, in weiteren Häfen in Südostasien, die irgendwie auf der Route lagen.
Und da ich nichts weiter an Geld besaß, außer einige Rupien, die ich mir unterwegs für so einige Hilfsarbeiten verdient hatte, beschloss ich auf dem Frachter “Diana” anzuheuern.

Der erste Maat und Stellvertreter des Kapitäns musterte jeden sehr genau, ob man für die schwere Arbeit auf dem Schiff überhaupt geeignet sein würde. Wie nicht anders zu erwarten war, nickte er bereits nach kurzer Zeit und erklärte: “Fit sind sie, wie ich sehe und dass sie nicht das nötige Kleingeld haben, sagten sie ja schon um sich einen Passagierplatz, plus Verpflegung hier an Bord zu leisten - dafür aber ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen wollen. Das Geld wird ihnen aber erst ausgezahlt, wenn sie von Bord gehen. Allerdings werden die Kosten für die Verpflegung und Unterbringung hier an Bord sowie Steuern und so weiter abgezogen - wollen ja keine Probleme mit den Behörden haben... Da wir einige Monate unterwegs sein werden, lohnt es sich durchaus für Sie. Also: Es gibt fünf US-Dollar pro Stunde und eine Schicht dauert 8 bis 12 Stunden. Wenn sie damit einverstanden sind, bekomme ich hier eine Unterschrift von ihnen…”
Stumm nickte ich und unterschrieb nach kurzer Überprüfung das Formular.
“Dann sind sie hiermit angeheuert, Mister. Willkommen an Bord. Sergej, zeig ihm mal die Crewunterkunft.”
“Aye, Sir.”

Bereits früh am nächsten Morgen, mit dem ersten Zielhafen Singapur, stießen wir ihn See.

Indischer Ozean, Frachter Diana

Am Horizont konnte man, mit einem guten Fernglas, bereits das Horn von Afrika ein wenig erkennen, denn unser nächstes Ziel war der Suezkanal.
Während ich mit einigen meiner Kameraden einen Rundgang tätigte, herrschte auf der Brücke des Schiffes eine angespannte Aufregung. Denn man hatte auf dem Radar drei Objekte ausgemacht, die sich unserer Position mit großer Geschwindigkeit näherten.

“Achtung, hier spricht der Kapitän: Alle Passagiere begeben sich in die sicheren Schutzräume! Alle  Crewmitglieder, die eingewiesen wurden an die Wasserkanonen! Ich wiederhole…”
Alle riss diese Durchsage aus der Lethargie. Genauso, wie vor einigen Wochen als wir uns in den Gewässern von Malaysia aufgehalten hatten, wo wir schon einmal auf Piraten getroffen waren. Die beiden Boote der Piraten, waren allerdings von der Marine Malaysias versengt worden, wobei alle Piraten getötet wurden.
Jeder, der ein Fernglas zur Hand hatte, suchte sogleich aufmerksam das Wasser ab. Und ja: da draußen näherten sich drei kleine Boote unseren Schiff.
Schnelle und wendige Schnellboote.
Die Leute an Bord wurden nervös, denn es würde nicht mehr allzu lange dauern, bis man uns eingeholt haben würde.
Neben mir stand einer der beiden Brasilianer, der mich fragte: “Wieder keine Angst vor den Piraten, Bruder?”
“Nicht wirklich. Auch, wenn es somalische Piraten sein sollten.”
“Sind es aber.”
“Also wirklich, José.”
“Na ja. Machen wir die Wasserkanone bereit, Jonathan.”

Derweil hatte der Kapitän um militärischen Beistand gebeten, welcher ihm ohne lange Umschweife zugesichert wurde.
“Der Hubschrauber wird aber erst in circa 15 oder 20 Minuten hier sein, Käpt’n. Und solange können wir das Pack nicht aufhalten.”
Der Herr des Schiffes brummte zurück: “Sofort alle übrigen Crewmitglieder für den Rückzug in den Schutzraum vorbereiten! Und wir begeben uns in die geschützte Behelfsbrücke um die Diana weiter steuern und kontrollieren zu können!”
“Aye, Käpt’n.”

Es kam wie es kommen musste. Aufgrund des massiven Angriffes der Piraten mit drei Schnellbooten, auf denen Maschinengewehre montiert waren und unter den beinahe pausenlosen Beschuss, brach der Widerstand schließlich zusammen. Alle Crewmitglieder zogen deshalb in die Schutzräume zurück, um den Piraten keine Möglichkeit zu geben Geiseln zu nehmen.
Ausgerechnet unterwegs in einen Schutzraum stolperte und stürzte, der arme José, zu Boden. Sofort blieb ich stehen, um meinen Kameraden zu helfen.
Dies geschah zu dem Zeitpunkt, als die ersten Piraten das Schiff enterten und auf das Deck der Diana stürmten.

Derzeit war meine sichtbare, einzige Waffe, die knapp einen Meter messende Eisenstange in der linken Hand. Mit der anderen Hand riss ich den Brasilianer unsanft nach oben.
Doch es war zu spät. Warnschüsse krachten, und einer der Piraten, der aus Somalia stammte, brüllte: “Bleibt sofort stehen ihr Ungläubigen oder wir töten euch!”
Um das Leben von José nicht zu gefährden, stieß ich diesen durch eine Luke, und wies diesen an, diese zu verriegeln, ehe ich mich der scheinbaren Übermacht zuwandte.
Wieder krachten Schüsse, und ich spürte das Projektil, das mich traf und am rechten Oberschenkel verwundete. Allerdings nur kurz, denn die Verletzung heilte.
Irritiert sahen die Piraten sich an. Eine Verwirrung, die ich auszunutzen gedachte, weswegen ich die Krallen ausfuhr und zum Gegenangriff überging.

Im Verlaufe des Kampfes wurde ein zweites Geschoss aus einem Revolver abgefeuert, das mich links seitlich am Kopf traf, worauf ich das Bewusstsein verlor. Das geschah zu dem Zeitpunkt als die Unterstützung der Deutschen Bundesmarine eintraf.

Langsam, eine halbe Stunde in etwa war vergangen, kam ich wieder zu mir.
Der Sanitäter der Bundesmarine japste erschrocken: “Der kommt ja wieder zu sich!”
Alle schauten mich irritiert an. Aber mein Blick war nicht gerade klar, denn das Projektil war aus Adamantium gewesen, die mir eine leichte Amnesie zugefügt hatte, wie sich später herausstellte.
“Unmöglich”, stieß ein Marinesoldat erschrocken hervor, während weitere Leute untereinander tuschelten, oder auch nur vor sich hin nuschelten.
Da ich mich an nichts erinnern konnte, blickte ich mich immer noch ratlos um, bis ich den Arzt, der neben mir kniete am Kragen packte und diesen heiser mit fragend anschrie.

“Den hat es offenbar richtig heftig erwischt, Käpt’n.”
“Wundert mich, dass er überhaupt noch da ist - nachdem ihm die Kugel erwischt hat.”

In den nächsten Stunden versuchten der Kapitän und alle anderen aus der Mannschaft mir mit viel Geduld und Hilfsbereitschaft zu erklären, was sie von mir wussten. Dies sollte mir helfen, mich wieder zu erinnern. Doch vieles blieb nach wie vor hinter einem Nebel, den ich nicht zu durchdringen vermochte verborgen. Einer der Psychologen der Marine, erklärte aber zufrieden, dass dies nur eine Frage der Zeit war, und mein Gedächtnis wieder zurückkehren würde. Früher oder später.
“…es braucht dafür nur eine bestimmte Situation”, versuchte der Mediziner zu erklären.
Aber am Ende verdanke ich es Professor Xavier und Jean Grey das meine Erinnerungen wieder hergestellt werden konnten.



3 Wochen später
Milchstraße
Deutschland - Hamburger Hafen

Mehrere Schlepper und Lotsen dirigierten die Diana zu ihren Platz. Nachdem der Anker abgelassen worden war sowie die schweren Taue das Schiff schließlich sicherten, lud der Kapitän noch einmal alle Arbeitskräfte an Bord zu einem gemeinsamen Essen, auf seine eigenen Kosten ein, um sich von allen gebührend zu verabschieden.
Früh am nächsten Morgen gingen alle nach und nach von Bord, entweder in den Urlaub oder weil ihr Vertrag ausgelaufen war. Gemeinsam mit seinem ersten Maat zahlte Kapitän Sievers die Crew aus, indem er jeden einen dicken Umschlag mit Dokumenten und natürlich dem verdienten Geld überreichte.
Schließlich war auch ich an der Reihe.
“Nicht alles auf einmal ausgeben, Wolfrino, ja”, mahnte der Kapitän scherzend zu mir, der dabei meinen neuen Rufnamen gebrauchte. Dann fuhr er nach einer kurzen Pause fort: “…melden sie sich bei den Behörden, dass sie wieder da sind! Vielleicht gelten sie ja irgendwie als vermisst. Wenn das der Fall ist, wissen ihre Familie, Angehörigen und Freunde: es geht ihnen gut. Alles Gute für sie, es war mir eine Freude sie an Bord zu haben.”
Der Kapitän der Diana, und auch der erste Maat ebenfalls drückten mir die Hand, ehe ich das Schiff schließlich verließ.

“He, wir wollen in eine Bar - kommst du mit?”
“Klar - wieso nicht”, grinste ich, und schloss mich einigen der anderen Männer an, die seit Monaten zu wahren Freunden geworden waren…



1 Tag später
Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Electra - Combat Information Center

Admiral Diana McBride war immer noch sehr nachdenklich, befand aber dass es aber im Umgang mit Wolfrino keinerlei Bedenken gab.
“Ich werde zu dem Thema eine kurze Erklärung abgeben, erinnern Sie mich bitte daran!”, sagte die Befehlshaberin der Electra und der Heracles zu ihrem XO.
Dieser nickte und sagte: “In Ordnung. Die Aufklärungsraptor sind zurück, und die Berichte über die Zustände aller Schiffe unserer Flotte sollten in den nächsten Stunden vorliegen.”
“Gut. Was ist los?”
“Äh. Entschuldigung Sir. Aber eine Raptorcrew hat offenbar einen Planeten gefunden, der eventuell für eine Besiedlung in Frage käme”, antwortete ein junger Offizier, der an die beiden herangetreten war.

Odyssee
Folge 3.04 Tödlicher Hass, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor

Die von Admiral Diana McBride geführte Flotte von Überlebenden hatte sich aus dem Epsilon-Sektor entfernt. Die Gründe dafür waren die Berichte der zurückgekehrten Raptorpiloten, die über den gefundenen Planeten begeistert erzählt hatten.
Sowie auch das damit verbundene Interesse von Miss Shen und Major Hailey. Aber auch natürlich die Nachricht über einen potentiellen bewohnbaren Planeten, die sich wie ein Lauffeuer bei allen Menschen in der Flotte verbreitet hatte.

Battlestar Electra - Besprechungs- und Taktikraum

Die wichtigsten Leute, von Militär, der Andromeda-Expedition und kolonialen Zivilisten innerhalb der Flotte hatten sich zu einer entscheidenden Konferenz zusammengefunden.

“…es könnte wirklich mehr als nur vielversprechend sein. Doch sind die meisten dieser gemachten Aufnahmen von dem Festland dieses Planeten ziemlich trostlos”, seufzte Diana nüchtern nachdem sie sich genaurer angeschaut hatte.

Diese Bilder wurden von vielen, darunter waren auch Personen aus zwei Galaxien, die sich in Geologie und Archäologie sehr gut auskannten begutachtet und beurteilt.

“…nun ja, Admiral McBride hat Recht damit was diesen Planeten angeht: Er ist trostlos und unseren eigenen ähnlich. Und zwar in Bezug auf die Vergangenheit aber auch im Ausblick auf die Zukunft, wo es einen einzigen Superkontinenten gab und wieder geben wird, weil alle Kontinentalplatten in Bewegung sind”, erzählte Doktor Steven Michaels.
“Laut der ersten Messungen sind dieser Planet als auch das gesamte Sonnensystem schon sehr alt”, fügte eine Wissenschaftlerin aus den Kolonien hinzu.
“Major Hailey und Lieutenant Fraiser haben zudem noch etwas herausgefunden, und zwar dass die Koordinaten des Planeten zu denen, die wir aus der Datenbank von den Antikern entschlüsselt haben”, bemerkte Miss Shen, die somit auf das Ziel ihrer Expedition hinwies.

Eine Pause war entstanden. Kurz darauf bat Miss Shen die neuen Verbündeten um Unterstützung um somit den Planeten mit Bodenteams erforschen zu können.

Es dauerte nicht lange bis die erlösende Antwort kam. Denn auch die Überlebenden aus den zerstörten zwölf Kolonien von Kobol hatten dann ebenfalls Interesse an diesen Planeten, weil sie neugierig geworden waren. Nach einigen weiteren Minuten hatte man den Beschluss gefasst die schon bereits bestehenden Teams zur Erkundung auf diesen Planeten zu entsenden, sowie weitere zusammenzustellen.
Unter diesen Personen war auch wieder First Lieutenant Jin, die nach ihrer verbüßten Strafe ab sofort wieder aktiv an allen Einsätzen teilnehmen durfte.

Steuerbordhangardeck

Da man es gewohnt war Planeten und anderen Orten Namen zu geben, rätselte jeder welchen diese Welt wohl erhalten würde.
Langsam gingen Leutnant Jessica Schneider und ich auf dem Jumper zu, während wir uns dabei unterhielten.
“…ist doch seltsam. Will nur wissen was ausgerechnet wir beide da unten sollen? Denn soviel ich bislang in Erfahrung bringen konnte ist das, das dieser Planet fast am Ende ist. Er ist verlassen, sandig und steinig… beinahe tot - bis auf einige grüne Flecken…”, murmelte die deutsche Soldatin.
“Hm. Sieh es positiv, endlich mal wieder die Beine vertreten. Normale Luft atmen. Keine Zylonen…”
“Ha. Und wenn es da unten irgendwelche Ungeheuer gibt, Wolfrino? Hi, Jiao!”
“Hallo ihr beiden. Geht schon mal an Bord. Doktor Xiao. Ich freue mich Sie hier an Bord begrüßen zu dürfen. Willkommen an Bord.”
“Danke, First Lieutenant Jin. Ich werde den Platz hinter Ihnen einnehmen”, erklärte die chinesische Archäologin lächelnd.

Wie auch in allem anderen für den Einsatz bereitgestellten Fluggeräte, war auch unserer Jumper bis auf den Letzten, der 16 verfügbaren Sitzplätze besetzt. Niemand von den Führungskräften unserer Flotte wollte bei dieser Mission auf diesen fremden Planten ein Risiko eingehen.

Während wir zum Abflug zum Aufzug, der hinauf zum Start- und Landedeck führte gebracht wurden, verkündete uns der irische Geologe und Mineraloge Doktor Steven Michaels: “Wir wissen das viele in der Flotte die Frage umtreibt, wie man diese Welt nennen könnte. Nach kurzer Beratung hatten zumindest wir uns Wissenschaftler auf die Bezeichnung Pangaea geeinigt.”

Orbit von Pangaea - Jumper #1

Als wir gestartet waren konnten wir erkennen, dass wie von der Electra von der Thetis ebenfalls zwei Jumper gestartet waren. Zusätzlich wurden wir von etwa drei Dutzend Raptor, sowie beinahe einhundert Viper begleitet, die die Mission zusätzlich unterstützen sollten.

Da es nur vier Sitzplätze im Cockpitbereich gab, saßen 12 weitere Crewmitglieder, darunter auch ich im hinteren Bereich des Jumpers. Die beiden Pilotinnen, sowie die zwei Doktoren Xiao und Michaels konnten durch das Frontfenster die immer größere Landmasse erkennen auf die unserer Jumper von Jin angesteuert wurde.
Je näher wir dem Planeten kamen, umso mehr konnten die vier erkennen, darunter auch die wenigen Vegetationsgebiete auf dem Festland, die sich in Küstennähe, sowie an den Hängen der Gebirgszüge befanden.

Pangaea - Jumper #1

Die Crew im Cockpit konnte aber auch für wenige Minuten einige der vorgelagerten Inseln sehen, die zum größten Teil noch bewachsen waren. Doch nicht eine davon war unser Ziel, sondern der gewaltige Superkontinent. Dort waren die meisten Flüsse und Seen bereits versiegt, ausgetrocknet oder führten nur temporär, vermutlich nach ausreichenden Regenfällen Wasser.

Das Zielgebiet der Mission stand schon fest, zu welchen Doktor Xiao die beiden Pilotinnen hindirigierte. Wir steuerten über ein stark zerklüftetes Hochplateau welches sich in viele Canyons aufspaltete. Wir folgten eine dieser wenigen Schluchten in deren geschützten Bett sich ein Fluss wand. Nach vielen Kilometern mündete der gewaltige Strom, der aus dem hohen Bergen gespeist wurde, in einem gewaltigen Süßwassersee, der von einem noch ansehnlichen Vegetationsgürtel umsäumt war.
Doch war dieser beschauliche Ort nicht unser Landeplatz, denn Jiao landete auf einen Anhöhe in den Felsen von wo aus man die Gegend weitläufig überblicken, und die man im Ernstfall auch gut zu verteidigen wäre.

“Also schön. Eine von uns beiden Pilotinnen muss hier beim Jumper bleiben.”
“Ich weiß Tessa. Losen wir?”
“Nö. Geh ruhig mit. Die beiden Privates Kieras, sowie Curtis bleiben mit mir hier beim Jumper.”
“Danke.”
Die Luzianerin Jill Ludien sah sich in der Runde um, fragte und orakelte: “Also, will noch jemand in der Nähe des Jumpers bleiben? Nein. Aha. Vermutlich werden sich unterwegs so einige Expertengruppen bilden…”
Batos Nanes, der ebenfalls der Luzianischen Allianz angehörte und dem die Frage galt, zog nur die Schultern hoch, schüttelte den Kopf während er sein Gepäck aufnahm.

Als alle ihre Rucksäcke und Aufrüstung aufgenommen hatten, gab First Lieutenant Jin das Zeichen für den Aufbruch.

Wie die Soldatin der ehemaligen Todfeinde der Erde bereits vermutet hatte, hatten sich drei Gruppen gebildet, wobei die Wissenschaftler ab und wann Proben vom Wasser und den Boden zu nehmen.

“Die suchen doch etwas Bestimmtes. Diese Doktor Xiao geht zielstrebig in Richtung von der Wüste, die wir überflogen haben”, bemerkte Leutnant Jessica Schneider flüsternd, die neben mir ging, obwohl sie eigentlich nur den Befehl hatte auf mich zu achten, bewies sie immer wieder was für eine gute Soldatin sie war.
Erneut deutete sie auf Doktor Xiao, die abermals an den schroffen Felswänden nach etwas Ausschau hielt. Immer wieder musste sie dann aber des Öfteren enttäuscht mit ihren Kopf schütteln, sah sich kurz um und ging zielstrebig weiter.

“Wir müssen dort hin! Durch die Dünen da! First Lieutenant Jin, ich brauche ein Team”, erklärte Doktor Xiao, die chinesische Archäologin, die abermals auf einen Berg deutete, den wir näher gekommen waren und dessen seltsame Form mehr als nur auffällig war.
“Ich verstehe”, verstand die angesprochene Soldatin, die dann das Team in zwei Gruppen von je sechs aufteilte.

“He! Entschuldigung First Lieutenant! Wer hat das Kommando über unsere Gruppe?”, wollte Professor Doktor Elias Orkney von der Universität für Naturwissenschaften von Caprica City erfahren.
Die Antwort übernahm Lieutenant Fraiser, die sich noch einmal zu ihm umdrehte, ihn ansah und erklärte: “Wir dachten da an Sie, Professor!”
“Danke. Ich werde Ihr Vertrauen nicht enttäuschen. Gut. Dann wollen wir uns mal das Tal,  die Vegetation ansehen, sowie die Qualität des Seewassers überprüfen! Jill Ludien, Batos Nanes, Doktor Steven Michaels, Private Cork und Anise beziehungsweise Freya - mir nach!”

“So. Und wir gehen durch die hübsche Wüste da. Wird ein netter Fußmarsch”, stellte First Lieutenant Jin fest, die Leutnant Schneider, Leutnant Greiner, Lieutenant Fraiser und mir das Zeichen gab ihr und Doktor Xiao zu folgen.



Milchstraße
Erde
USA - Los Angeles

Im Hafenbecken der Kalifornischen Großstadt wiegte der Seegang das Hausboot sanft hin und her. Aber es war nicht vollkommen ruhig und still verlassen, denn zielstrebig arbeitete sich ein dunkel gekleideter Mann darauf und darin Stück für Stück vorwärts. Nachdem er die Treppe hinauf gestiegen war, blitzte in seiner rechten Hand die scharfe Klinge eines Kampfmessers auf, als er sich dem Bett genähert hatte.
Als der finstere Eindringling gerade zustoßen wollte, wurde es unerwartet hell.
“Was tun Sie hier?”
“Das geht Dich nichts an, Junge! Und außerdem ist Anonymität sehr wichtig - also…”
“Nicht so voreilig, Mister Einbrecher! Ich bin Sam MacGyver!”
“Oh, dann passt es ja doch irgendwie, wenn es auch nicht dasselbe sein wird. Ach ja, unhöflich von mir - ich vergaß mich vorzustellen: Ich bin Murdoc”, erklärte der finstere Eindringling mit einem bösen Lächeln, bevor er das Messer schleuderte.

Doch Sam wich geschmeidig aus und schleuderte Murdoc den schweren Koffer entgegen, den er bei sich hatte.
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RE: [SG/Multi-Crossover] Odyssee - von Jonathan J. O´Neill - 12.12.2025, 20:45

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