[SG/Multi-Crossover] Odyssee
#21
Odyssee
Folge 3.09 Das Amulett im Sand, Teil 1

Andromeda-Galaxie
FTL-Reichweite von Neu-Caprica
Battlestar Galactica - Quartier von Saul Tigh

Man war nun seit über sieben Monaten auf der Flucht und hatte einen neuen Präsidenten wählen müssen. Admiral William Adama hatte seinen XO, Colonel Saul Tigh, aufgesucht um ein ernstes Wort mit ihm zu reden. Der Admiral war auch nicht gerade begeistert davon, dass nun ausgerechnet Doktor Gaius Baltar Präsident werden sollte, aber er fand es nicht richtig die Wahl deswegen zu manipulieren, damit Laura Roslin ihr Amt dadurch behält.

“Also, was haben Sie sich nur dabei gedacht, Colonel?”, fragte Admiral Adama, und stauchte seinen langjährigen Freund und XO, wie ein Lehrer einen seiner Schüler, zusammen der bei einem Test betrogen hatte.

“Keiner kann ernsthaft diesen schleimigen Dreckskerl zum Präsidenten haben wollen - und diesen Terroristen Tom Zarek als Vizepräsidenten… Sie wissen genauso gut wie ich, dass es in einem furchtbaren Fiasko enden wird Bill”, rechtfertigte Saul Tigh sein Handeln, der dabei mitgeholfen hatte die Präsidentschaftswahl zu manipulieren.

“Wir können uns trotzdem nicht so einfach über Recht und Ordnung hinwegsetzen”, erwiderte Adama wiederholt streng.

“Toll! Unsere Reise endet auf einem Rastplatz, der in ein paar Jahren unbewohnbar und keine ausreichenden Ernten mehr abwerfen wird sowie mit einem unstabilen Klima”, schnaubte Tigh verächtlich. Dieser Aussage musste der Admiral, obwohl es ihm sichtlich schwer fiel, leider zustimmen. Doch änderte es nichts an seiner Meinung. Er verließ das Quartier seines ersten Offiziers und machte sich auf den Weg zu Laura Roslin, um sie ebenfalls damit zu konfrontieren.

Als William Adama gegangen war, schüttelte Saul Tigh hilflos den Kopf, da er wusste das Gaius Baltar das nicht so leicht auf sich sitzen lassen würde. Der XO der Galactica hoffte dabei inständig auf die Diskretion des Admirals, mit dem ihn schon eine jahrzehntelange Freundschaft verband.



Milchstraße
Wraith-Territorium - Hauptbasis

Wie schon des Öfteren in der letzten Zeit inspizierte die Oberste der Königinnen die Sektion mit den schier scheinbar unzähligen Brutkammern. In diesen wurden wieder einmal ebenso viele neue Wraith-Drohnen und -Offiziere herangezüchtet.

Diese große Anstrengung wurde von einem erbeuteten ZPM massiv begünstigt, was den Entwicklungs- und Heranwachsungsvorgang beschleunigte.

Doch eines war dieses Mal anders, denn die Königin hatte niemand anderes als Todd, der von einer ganzen Phalanx von Kriegern bewacht wurde an diesen Rundgang teilhaben lassen.
Sie zischte und wisperte dem Wraith zu: “Wie Du siehst, wird unser Volk mit jeder weiteren Generation größer, stärker und mächtiger. Dasselbe trifft auch auf unsere Flotte zu, wie Du gleich selber sehen wirst. Und das alles verdanken wir Dir. Nämlich das die Wraith eine neue Galaxie mit vielen reichen Weidegründen in Besitz nehmen können…”

Mit diesen Worten führte die Königin auch schon Todd nach draußen auf eine Art große Veranda. Von diesen Ort aus konnte man die gesamte Ebene überblicken auf welcher einige Hives im entstehen waren.
“Sieh ruhig ganz genau hin!”, forderte sie ihren “Gast” auf. Nach einer dramatischen Pause fuhr sie fort: “Diese Basisschiffe sind, wenn sie in etwa 1-3 Jahren fertig sind, das Kernstück unserer  neuen und mächtigen Flotte. Ich sehne mich danach mit meinen Schwestern, den anderen Königinnen diese Galaxie zu beherrschen.”

Die Wraith war merklich sehr euphorisch und siegessicher. Das spürte und erkannte Todd sofort, der im Stillen dachte: ‘Sie ist eitel, arrogant und unterschätzt die Menschen immer noch. Ein Punkt, der ihr den Untergang und mich dadurch um meine persönliche Rache bringen könnte…’



Andromeda-Galaxie
Heraclia
Königreich Ecosines - Darius’ Feldlager

Mit starken Stricken gefesselt wurde Adriana vor ihren Bruder geführt. Dieser hatte sie bereits aufs Sehnlichste erwartet. Somit war der Tag gekommen, dass die beiden seid fast zwanzig Jahren wieder zusammen waren.

“Du siehst wahrhaftig der göttlichen Orici, unserer geliebten Mutter, mehr als nur ähnlich. Du ahnst bestimmt schon weshalb ich Dich habe hierher entführen lassen. Und falls doch nicht, werde ich Dir das Schicksal offenbaren: Zunächst wirst Du für nächsten Tage in diesen schönen Käfig dort gesperrt. Bis zu dem Tag der großen Zusammenkunft, den Moment der Entscheidung, wo einer von uns den Tod finden wird… Nämlich Du!”, verkündete Darius kalt, der dabei auf einen stählernen Käfig deutete.
“Wieso willst Du das tun? Du bist doch mein Bruder! Das muss doch alles nicht sein. Wir finden eine andere Lösung…”
“Leider muss es doch sein. Denn ich will ja schließlich uneingeschränkt herrschen. Und zwar alleine. Zunächst über diese Welt hier, wobei Du mir im Wege stehst, und später werde ich Rache an den Feinden der Ori und unserer Mutter üben sowie allen anderen Ungläubigen, die sich der Lehre verweigern. Ich werde Dich also in einigen Tagen schon töten.”
“Nur deswegen?”
“Ja, Schwester. Und weil ich hörte, was auch dem Prior missfiel, dass Du die, die sich dem einzigwahren Glauben verweigern und ihnen erlaubst bei ihren Irrglauben zu bleiben am Leben lässt”, erklärte Darius, “und jetzt: Sperrt Adriana in den Käfig dort, und nehmt ihr dann die Stricke wieder ab!”

Als er dann alleine war inspizierte er die Ausrüstung, nämlich die Rüstung und die Waffen, die Adriana im Moment ihrer Verschleppung bei sich getragen hatte.

Zur selben Zeit tastete seine Schwester an der Stelle, wo sich ihr Amulett befinden sollte. Aber da war nichts. Adriana war sich sofort sicher, dass es ihr bei ihrem Kampf gegen ihre Entführer vom Hals gerissen worden sein muss. Ein bislang unbekanntes Gefühl der Angst überkam sie deswegen, denn dieser magische Gegenstand hatte sie all die Jahre über beschützt und vor vielen Unangenehmen bewahrt.

Ganz anders sah es bei Darius aus, der zufrieden lächelte, und mit dem Schwert seiner Schwester, welches er in eine Decke gewickelt hatte, zu einem der Waffenschmiede begab.

Nach einer kurzen Unterhaltung fragte dann der Handwerker: “Ich soll also ein Duplikat von diesen Schwert dort herstellen?”
“So ist es!”
“So etwas ist sehr teuer, großer Darius. Aber ich werde es rechtzeitig in den nächsten fünf Tagen vollenden. Ich mache mich sogleich an die Arbeit, Herr.”
“Sehr gut! Genau dies wünsche ich nämlich. Ich werde Dich für die Leistung gut und reich belohnen, mein Freund”, versicherte ihm der Sohn der Orici, der sich zufrieden umwandte und dann heimtückisch vor sich hingrinste.


Sigma-Sektor
Electra-Flotte
Battlestar Electra - CIC

Es dauerte eine Weile ehe die Rückmeldungen über den Erhalt der Sprungkoordinaten auf dem Flaggschiff der Flotte eintrafen.
“…so das letzte zivile Passagierschiff hat den Erhalt bestätigt, Admiral.”
“Na endlich. Das wurde ja auch Zeit, nicht wahr Lieutenant? Den Sprung, der uns in den nächsten Sektor bringen wird, auf meinen Befehl ausführen! Dieser wird uns sehr weit von unserer alten Heimat wegführen…”, seufzte Diana McBride, die wie alle anderen wusste dass man sich schon lange in bekannte und unerforschte Regionen der eigenen Galaxie vorgewagt hatte.
Schließlich gab sie das angekündigte Zeichen. Und als dann endlich der FTL-Sprung der Electra erfolgen sollte, und auch noch der Schalter dafür betätigt wurde, kam es zu einem unerwarteten Kurzschluss.
In diesem Moment konnte Captain David McBride gerade noch: “Nein! Bitte nicht schon wieder!” - hervorstoßen.


Tau-Sektor
Electra-Flotte
Battlestar Iuno - CIC

Nach einigen Minuten machte sich allmählich eine gewisse Ratlosigkeit breit. Denn immer noch fehlte auf dem DRADIS die Kennung eines Schiffes.
“Ist immer noch bestätigt, Commander - nach wie vor keine Spur von der Electra!”
“Danke XO. Das gefällt mir nicht. Ich will erst einmal eine sichere Leitung zum neuen Commander der Heracles, Commander Edwards!”

Es verging nicht einmal mehr als eine Minute und Commander Amanda Carter konnte den wohl erfahrensten Offizier in dieser Flotte um seinen Rat bitten.
“Danke Jonathan.”
“Gern geschehen. Wie macht sich Ihr neuer XO?”
“Nun ja. Major Patricia James war natürlich sehr erfreut über ihre Beförderung, und tut wie wir alle ihr Bestes. Man hört und sieht sich. So, wo bist du jetzt nur hin Diana?”

“Commander. Suchen wir jetzt nach der Electra?”, fragte Patricia James, nachdem ihre Vorgesetzte die Verbindung mit dem Commander der Heracles beendet hatte.
“Das haben wir vor. Doch ist das Suchgebiet verdammt groß… Schon eine Idee, Major?”
“Ja. Im Notfall springt man zu den Nullkoordinaten zurück. Dies könnte zum Beispiel ein Raptor übernehmen. Außerdem zu allen möglichen Zielpunkten, die in der Reichweite der FTL’ der Electra liegen. Wir werden dafür beinahe alle Raptor in unserer Flotte einsetzen müssen. Dafür würde ich mich mit allen anderen Executive Officers und CAG’ kurz besprechen.”
“Dann will ich, dass Sie genau das tun! Los ab an die Arbeit!”


Heraclia-System
Battlestar Electra - CIC

“Ich will sofort - eine Meldung! Ich will in Namen aller möglichen Götter von Kobol so schnell wie nur möglich erfahren, was hier gerade passiert ist!”, schnappte Diana McBride wütend. Dabei sah sie jeden der Reihe nach im Combat Information Center an.
Doch sie blickte nur in ratlose Gesichter. Andere im Bereich der Steuerung und Navigation gingen quasi auf Tauchstation und begannen an der Technik zu arbeiten.
Nach wenigen Augenblicken blieb der Blick des Admirals an Captain McBride hängen.

Um sich noch größeren Zorn seiner Vorgesetzten und älteren Schwester zuzuziehen, gab jener sofort Auskunft: “…vor einigen Tagen hatten einige Techniker und Wissenschaftler mit mir zusammen an der Navigation und dem FTL-Antrieb gearbeitet… nach dem Systemchecks war alles funktionsfähig. Die einzige Erklärung dafür aus meiner Sicht ist, dass sich eine Steckverbindung oder etwas Vergleichbares gelockert hat…”

Trotz seiner Beichte wurde er wütend von Diana angeschaut, die auf eine Bestätigung wartete. Diese und die Bestätigung der fehlerhaften Wiederzusammensetzung folgten auch schon einige Minuten später.

“Gut. Dann wäre das ja endlich geklärt. Die Verantwortlichen werden da ein paar Aufgaben erledigen müssen - mit fällt da schon noch etwas Passendes ein!”, urteilte Colonel Lot Hebridan der XO trocken. Nach einer Pause fuhr er mit einem Brummen fort: “Aber es wird aber auch Zeit endlich zu erfahren, wo wir hier eigentlich gelandet sind!”
Die ganze Zeit über, seid ihrem Überlichtsprung, hatte er das DRADIS über seinem Kopf nicht aus den Augen gelassen.

“Admiral. Colonel. Ich habe hier die ersten Daten, die uns ein Planetensystem anzeigen, das uns vollkommen unbekannt ist”, meldete jemand bei der Navigation.
“Na gut, wir werden einige Raptor und ein ganzes Vipergeschwader losschicken, die das System erkunden sollen! Vielleicht finden wir ja etwas Brauchbares da draußen”, legte Admiral McBride fest.
Derweil ließ sich Colonel Hebridan mit Miss Shen verbinden um sie über die aktuelle Lage zu informieren, die nach einer kurzen Unterhaltung erklärte ebenfalls einen Jumper zur gemeinsamen Erkundungsmission auszusenden.

Backbordhangardeck

Das Team, welches zum Erkundungsteam für den Jumper zusammengerufen worden war, hatte sich mittlerweile vollzählig versammelt. Neugierig warteten wir auf die letzten Anweisungen von Miss Shen.
Die Leiterin der Andromeda-Expedition kam auch gleich zur Sache: “Damit es allen klar ist: Major Jennifer Hailey hat während dieser Mission da draußen das Kommando! Nach den neuesten Erkenntnissen befinden wir uns in einem Planetensystem mit 5 Planeten und drei großen Asteroidengürteln. Es gibt hier zwei Welten, die wir als bewohnbar einstufen können. Ihr Auftrag lautet sich diese etwas genauer anzusehen!”

“Ihr habt es alle gehört, dann mal alle an Bord jetzt!
“He! Hetze uns nicht, Jiao!”
“O doch, Jessica! Macht mal ein bisschen schneller, ja!”


Orbit Heraclia < = > Planet Heraclia
Jumper 1

Es war mehr als nur deutlich so einigen von uns anzumerken, dass wir Lieutenant Tessa de Vaux vermissten, die sich zu einem Flugtraining auf der Battlestar Iuno befand. Als wir gestartet waren, wurden wir nur bis kurz vor dem Eintritt die Atmosphäre eines Planeten, von einer kleinen Eskorte von Viper flankiert. Schon kurz drauf begann der Eintrittsflug.

Das wir sofort diesen Planeten nahmen lag an Major Hailey, die wie First Lieutenant Jin Lebenszeichen und die Spuren von Zivilisation dort entdeckt hatten.

Während wir mit dem Jumper über den einen Kontinent auf der nördlichen Halbkugel flogen, blinkte eine Anzeige warnend auf.
“Gut nur dass wir uns im Tarnmodus befinden”, bemerkte First Lieutenant Jin, die kurz zu Major Hailey blickte.
Jennifer hatte schnell die Daten ausgewertet, weswegen ihr der Atem stockte, sagte sie vollkommen perplex: “Diese Signaturen deuten auf eine uns sehr bekannte Technologie hin…”
“Antiker?!”
“Leider nein, Natalia. Es sind eindeutig welche die von der Technologie der Ori stammen. Ein Signal kommt von dort, in einem Gebirge. Und zwei weitere sind dort, wo sich einige Lebenszeichen und einmal unzählige davon befinden”, seufzte Hailey besorgt.

Einige Minuten lang herrschte Stille, welche dann Jiao beendete indem sie mitteilte: “Fliegen wir erst einmal zur Signaturspur, die im Gebirge liegt. Denn dort scheint es nur Botanik zu geben.”
Jennifer und auch wir anderen hatten keinerlei Einwände. Der Fall lag klar auf der Hand, sollten sich tatsächlich auf diesen Planeten noch Anhänger der Ori, einige ihrer Truppen, oder gar noch ein Prior hier befinden, waren wir so ziemlich im Nachteil.

Der Flug dauerte zum Glück nicht lange. Vorsichtshalber landete First Lieutenant Jin zwischen einigen Felsen, die sich in der Nähe der gemessenen Energiesignatur befanden. Diese Stellung wäre einige Zeit gut zu verteidigen.
Aber noch gab Major Hailey die Mission nicht frei, denn sie musste noch einige klare Befehle erteilen: “Gut. Doktor Rosenthal, Lieutenant Bernstein, Leutnant Schneider, Private Kieras, Wolfrino und ich werden uns mal etwas näher umsehen! Die anderen bleiben hier beim Jumper und sorgen für einen reibungslosen Rückzug!”

Es war nicht zu übersehen, dass diejenigen die beim Jumper zurückbleiben mussten uns enttäuscht nachschauten.
Vorsichtig näherten wir uns dem Objekt, das sich als sehr großes Shuttle offenbarte. Doch es lag verlassen und schon bereits beinahe komplett mit Pflanzenwuchs überwuchert vor uns da.
Es dauerte einige Zeit ehe wir eine der Einstiegsluken fanden. Weil diese Technologie, die der Antiker sehr ähnlich war, gelang es schließlich Doktor Rosenthal eine Zugangsluke zu öffnen.

In Zweiergruppen betraten wir mit gebotener Vorsicht das Raumschiff, und begannen  drinnen sofort mit unserer Erkundung. Während sich Hailey und Rosenthal, die beide von Bernstein unterstützt wurden sich im Cockpit beschäftigten, inspizierten Kieras, Schneider und ich das übrige Shuttle. Dabei machten wir, wie von unserer Teamleiterin angeordnet auch Videoaufnahmen.

Schließlich konnte der Zugang zur Datenbank des Schiffes gefunden werden, die auf eine mitgeführte externe Festplatte kopiert werden sollte.
“Hier Lieutenant Bernstein. Leute! Wir sind hier fertig sagt Major Hailey, und dass wir uns an der Zugangsluke treffen!”
“Hier Leutnant Schneider, haben die Nachricht erhalten und machen uns auf den Weg zum Treffpunkt. Sandra. Wolfrino. Abmarsch!”

Wie vereinbart zogen wir uns gemeinsam zu den anderen Teammitgliedern und zum Jumper zurück.

Kaum befanden wir uns wieder an Bord machten sich Jennifer und Benjamin sofort an die Auswertung der gesammelten Informationen, während Jiao sofort startete und auf eine sichere Entfernung zu gehen.

“Das war nicht anders zu erwarten: Die meisten der Datenbanksätze sind codiert. Das wird eine gewisse Zeit dauern um das Wissen daraus zu entlocken”, stellte Doktor Rosenthal fest.
Dies fand Major Hailey nicht besonders tragisch, weil man es schon zumindest geschafft hatte den Zugang zur Navigation zu finden, weshalb sie uns allen sagte: “Da Admiral McBride und wir alle anderen wissen wollen wohin es uns verschlagen hat, kommt jetzt die Auflösung: Nach den Daten hier befinden wir uns in einer kleinen Satellitengalaxie von Andromeda, die wir bei uns zuhause als Messier 110 sowie NGC 205 oder auch Andro-Alpha-Galaxie kennen…”
“So viele Bezeichnungen? Ganz schön kompliziert bei euch”, stellte daher Private Kieras amüsiert fest.

Während Rosenthal versuchte weitere Codes der Datensätze zu entschlüsseln, wurden noch nebenbei die gemachten Videoaufnahmen ausgewertet. Auf den Bildern konnte man das innere des Shuttles sehr detailliert sehen. Was aber besonders ins Auge fiel waren die 52 Stasiskammern auf einem Deck, die uns einige Rückschlüsse auf die Stärke der Besatzung des Raumschiffes gaben.

Als Hailey dazu gerade etwas äußern wollte, machte sich stattdessen Jin bemerkbar.
“Was ist denn los, Jiao?”
“Wir haben unser nächstes Ziel erreicht.”
“Wo denn? Sind wir etwa schon da?”
“Sind wir, Major. Der Flug hat eine bequeme Stunde gedauert. Ich habe mit Natalia den Punkt angesteuert in dessen Umgebung es nur wenige Lebenszeichen gibt, scheinen am Tage nur Lebensformen unter der Erdoberfläche zu existieren. Befinden uns jetzt in einer Wüstengegend. Wir werden dort auf der kleinen Anhöhe einen Felsen landen”, antwortete First Lieutenant Jin, die sich darüber erheitert zeigte, dass einige im Team anscheinend jegliches Zeitgefühl verloren hatten.

Da wir uns in einem zum größtenteils übersichtlichen Gelände befanden, erlaubte Jennifer Hailey dieses Mal allen sich vom Jumper zu entfernen.

An der Seite von Natalia Adamov, die einen Scanner der Antiker in der Hand hielt, schritt Jiao Jin zielgenau auf einen Punkt zu.

“Das hier gefällt mir nicht!”
“Was ist denn los, Lieutenant Bernstein?”
“Ganz einfach, Sergeant Hamovic. Da muss man sich nur kurz umsehen um zu erkennen, dass hier etwas nicht stimmte - der Sand ist hier zu sehr aufgewühlt, dass es allein der Wind oder ein Sturm gewesen sein könnte.”
Die israelische Soldatin war nicht alleine mit ihrem unguten Gefühl. Denn nach einer kurzen Überprüfung der näheren Umgebung stellte man fest, dass vor einiger Zeit hier ein Kampf stattgefunden haben musste.

Nach einer kurzen Begutachtung, rief Lieutenant Adamov aufgeregt: “Das hier scheint eine Art Amulett zu sein, Major Hailey! Es lag hier im Sand!”
Mit einem skeptischen Blick nahm Jennifer den von Natalia gefundenen Gegenstand in die Hände. Sie drehte und wand ihn mehrmals in ihren Händen. Das Amulett und selbst auch die Kette ausführlich zu begutachten.
Irgendwie kam ihr das bekannt vor. Doch es dauerte, ehe es in ihrem klugen Kopf klick machte, und sie schließlich mit Schrecken ausstieß: “Dieses Amulett hier… und dieser Stein haben eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem von Adria!”

Odyssee
Folge 3.10 Das Amulett im Sand, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Heraclia
Königreich Ecosines - Wüstenregion, Oase

Kaum hatte Major Jennifer Hailey ihren Satz beendet, der einige in unserem Team hatte in eine Schockstarre fallen lassen, brachen aus ihren vielen Verstecken mehrere Dutzend Angreifer hervor. Es waren Kriegerinnen der Amazonen. Und zwar eines Stammes, der mit Veronika verwandt und somit eng verbündet mit ihr war. Diese Streitmacht hatte unabhängig von den Entscheidungen von Adriana und ihrer Fürstinnen beschlossen, die einzige Oase in der weitläufigen Wüste des Königreiches Ecosines zu sichern.

“Keine falsche Bewegung Fremde, sonst ist euch allen der Tod gewiss!”, warnte eine Kriegerin, die in vorderster Reihe stand, und wie ihre Gefährtinnen mit schussbereiten Bogen uns gegenüberstand. Schließlich fügte sie auffordernd hinzu: “Dreht euch alle langsam mit den Gesichtern zu mir um! Aber lasst eure Hände dort, wo wir sie gut sehen können!”

Da die Lage für uns zu unübersichtlich und brenzlig war, gehorchten wir den gegebenen Anweisungen umgehend.
Doch als die Amazonen bemerkten dass die meisten Mitglieder unseres Teams Frauen waren, entspannten sie sich diese ein wenig.

Mit immer noch leicht erhobenen Händen trat unsere Teamleiterin vor, und sagte: “Gut. Ich fange an: Ich bin Major Jennifer Hailey und führe diese Gruppe hier an.”
“Ich bin Terra, eine der Heerführerinnen der Amazonen. Was wollt Ihr hier? Und woher kennt Ihr die göttliche Orici Adria, die die Mutter von Adriana, die Blutsschwester von unserer Prinzessin Veronika ist?”
“Das würde ich sehr gerne erklären. Ist aber eine etwas längere Geschichte. Doch wäre es nett, wenn Eure Kriegerinnen nicht mehr auf meine Freunde zielen würden.”
“Gut. Aber unter einer Bedingung: Ihr habt alle ausnahmslos sämtliche Waffen und eure Ausrüstung abzulegen! Wenn das getan ist, werden wir beide reden. Ich gebe Euch mein Wort als Kriegerin, dass Deinen Freunden nichts geschehen wird!”
Jennifer nickte: “Gut. Es ist ein gewisses Risiko für uns, aber ich bin damit einverstanden.”

Danach gab Terra einigen ihrer Kriegerinnen ein Zeichen, welche uns die Waffen, die Rucksäcke und Einsatzwesten abnahmen.


Heimatkolonie der Zylonen

“Soll ich es noch einmal zusammenfassen? Gut! Das gesamte Geschehen seit unserem Angriff auf die Kolonien der Menschen, in einem Wort zusammengefasst - ist: Inakzeptabel!”, wetterte Cavil zum Ende einer gemeinsamen Sitzung hin heftig.

Der Grund dafür lag klar auf der Hand, nämlich dass es immer noch Menschen gab, trotz des Genozid-Angriffes auf das System in denen die Zwölf Kolonien von Kobol beheimatet gewesen waren. Das Schlimmste für den Einser sowie viele weitere Zylonen war, dass der Plan so gut vorbereitet wie möglich gewesen war, und dennoch tat er es nun als absoluten Fehlschlag ab.

Um den Wutausbruch etwas zu drücken, erklärte eine Acht: “Wir haben vor kurzem eine sehr kraftvolle Energiesignatur aufgefangen, die von einer atomaren Explosion stammt.”
“Davon habe ich Kenntnis erhalten. Und - dass die Signatur zu der Art von Strahlung passt, die nur die Menschen aus den Kolonien für ihre atomaren Waffen verwenden. Wir werden der Sache also demnächst nachgehen. Das Dumme ist nur, dass wir ein ganzes Jahr benötigen um zu diesen Koordinaten zu gelangen”, brummte Cavil daraufhin immer noch ziemlich launisch.



Milchstraße
Erde
USA - Homeworld Command

Mit einem kurzen besorgtem Seufzen nur hatte General Jack O’Neill die Aussagen der drei Mitglieder der Tok’ra zur Kenntnis genommen. Teal’c hingegen war ganz und gar wortlos geblieben und hatte nur skeptisch geschaut.
Abermals bestätigte eine Tok’ra: “…es gibt keinerlei Zweifel: Die beiden Goa’uld haben sich, wegen einer Droge, auf eine sehr lange Zeit mit ihren Wirten verbunden. Jede Art von Trennung würde für Jeanne und Jasmin den Tod bedeuten!”
“Danke. Guten Heimweg. Lieutenant, besorgen Sie ein Shuttle für unsere Gäste!”
“Jawohl, Sir”, nickte seine Adjutantin, die kurz darauf auch die Tok’ra hinausgeleitete.

Nachdem Jack und Teal’c wieder alleine in O’Neills Büro waren, brummte der General angesäuert: “Das ist doch wirklich nicht zu fassen - und besonders übel für Jeanne und Jasmin, dass uns diese Schlangen doch tatsächlich die Wahrheit gesagt haben!”
“Und was nun?”
“Eine gute Frage, Teal‘c… Die Frage werden wir an die beiden Schlangen weitergeben…”, murmelte Jack, der aufstand um sich gemeinsam mit seinem Freund zu den beiden Frauen zu begeben.

Zuerst betrat der Jaffa den Verhörraum, der dann wartete bis der General eintrat, und die Tür ins Schloss gleiten ließ.
Als dies geschehen war, fragte Bastet/Jasmin neugierig: “Nun. Auf welche Art und Weise werdet ihr uns nun töten?”
“Gar nicht!”, antwortete der ehemalige Primus von Apophis kurz angebunden.
“Richtig!”, unterstrich der General, der sich den beiden gegenübersetzte. “Würde ein Teil von mir sehr gerne tun, doch müsste ich einigen Leuten so manches erklären… doch habt ihr im Verlaufe unsres Gespräches Ba’al erwähnt. Stammt von diesem Kerl etwa diese Droge, die euch diese Fähigkeit der untrennbaren Verschmelzung verliehen hat?”

Daraufhin lächelten Nike/Jeanne und Bastet/Jasmin nur.
Diese Art der Antwort genügte Jack O’Neill bereits, und er erklärte dann: “Ja. Und noch etwas: Wir werden euch gehen lassen, und niemand außer denen, die es bereits wissen werden erfahren, wer oder was ihr seid! Denn es unterliegt nach wie vor höchster Geheimhaltungsstufe!”

Der General legte eine kurze künstlerische Pause ein, und schaute in zwei vollkommen überraschte Gesichter.

Es dauerte eine Weile bevor sich die beiden Goa’uld wieder gefangen hatten, und Nike/Jeanne ihre Vermutung: “Ihr werdet uns bestimmt im Auge behalten!” - aussprach.
“In der Tat! Eine falsche Bewegung oder Handlung - und ihr beiden findet euch hier auf diesen Stützpunkt in einer Zelle wieder!”
“Also wirklich Teal’c! Also wirklich General O’Neill! Was denken sie beide denn eigentlich von uns, denn wir sind immerhin zwei Hamburger Polizistinnen!”, erwiderte Bastet/Jasmin auf diese Ankündigung mit einem leichten und entspannten Schmunzeln.



Andromeda-Galaxie
Heraclia
Königreich Ecosines - Wüstenregion, Oase

“Ihr gebt also offen zu Feinde der Ori, ihrer Lehre und somit auch von Adriana zu sein!”, schlussfolgerte Veronika, die Amazonenprinzessin, die vor einiger Zeit eingetroffen war um selber an der Befreiung ihrer Freundin zu helfen.

Darum sah sich Major Hailey gezwungen zu reagieren und versicherte: “Nein! Wir sind keine Feinde von Adriana…”
Aber sofort unterbrach Terra sie, und erinnerte mahnend: “Und dennoch habt Ihr gegen die Ori, ihre Gläubigen und sogar auch noch die göttliche Orici gekämpft!”

Unsere Teamleiterin spürte die Gefahr in der wir alle schwebten, weswegen sie sich gezwungen sah weiterhin aus der Defensive heraus zu agieren um das Vertrauen ihrer Gesprächspartnerinnen zu gewinnen.

Es fiel Jennifer schwer sofort die richtigen Worte in dieser gefährlichen Lage zu finden, daher blieb sie weiterhin ruhig, und atmete erst einmal noch sehr tief durch, ehe sie entgegnete: “Wir taten dies nur um unsere Welt und die mit uns verbündeten Völker auf anderen Welten zu verteidigen. Ihr habt mir berichtet, dass dies auch hier geschieht. Wobei Adriana vollkommen anders ist, denn im Gegensatz zu diesen Darius, und von den Geschehnissen aus unserer Galaxie löscht sie niemanden aus, der die Lehre nicht annehmen will…”
“Solange dies wahr ist, klingen Eure Worte gut. Major Jennifer Hailey, ihr sagtet vorhin, dass ihr die Mutter der göttlichen Orici kennen würdet.”
“Das ist korrekt. Und auch das auf ihre Vermittlungen und auch von Tomin Frieden zwischen uns herrscht…”
“Das genügt! Geht jetzt zu Euren Freunden, denn wir müssen uns beraten!”, ordnete Veronika an.
Denn an der Amazonenprinzessin lag es nun zu entscheiden, was mit uns geschehen solle. Dabei gab es viele Möglichkeiten, die sich ihr anboten.



Triangulum-Galaxie
Goa’uld-Planet

Seit geraumer Zeit schon befanden sich alle verbliebenen Goa’uld, bis auf versteckte Agenten, auf der neuen Heimatwelt in einer anderen Galaxie. Es zeigte sich schnell, dass Athene, Selene und Morrigan sehr zufrieden mit den bisherigen Fortschritten waren, die den Wiederaufbau des Goa’uld-Imperiums dienten.
Ein Vorteil war natürlich, dass es auf dieser Welt eine große Anzahl von primitiven Menschen gab, die versklavt, zu Jaffa oder Wirten gemacht werden konnten, wofür Ba’al gesorgt hatte.

Doch es gab noch etwas anderes, auf was dieser Systemlord gestoßen war, und allen Indizien nach wohl immer noch auf der Spur war.

“Gerade habe ich erfahren, dass unsere Streitkräfte von Jaffa- und Klonkriegern um jeweils ein weiteres Battallion vergrößert geworden ist, seitdem wir hier angekommen sind”, verkündete Morrigan gutgelaunt.
Doch diese erhielt sofort einen kleinen Dämpfer, denn Athene stellte fest: “Das bedeutet, dass von diesen Moment an genau die Hälfte unserer Flotte noch ohne Besatzung ist. Und es noch einige Jahrzehnte dauern wird, bevor wir uns an den Tau’ri rächen können! Ich hoffe daher nur dass Nike und Bastet in ihrem Eifer nichts überstürzen werden, weil es noch dauern wird bevor wir wieder mächtig genug sind…”
“Das ist wahr! Aber eine andere Sache: Es kann nur einer der vielen Klone von Lord Ba’al gewesen sein, der das hier alles in die Wege geleitet hat. Die Frage ist nur: Wo ist er abgeblieben?”, murmelte Selene nachdenklich.

Unerwartet meldete sich eine Stimme, die in den Zelteingang getreten war zu Wort: “Vielleicht kann ich ja da weiterhelfen, den Durst der Rache ein wenig zu beschleunigen.”

Auf Grund dieses unerwarteten Besuches wandten sich die drei Goa’uld um. Nur Athene erkannte den Gast schnell, weswegen sie kurz milde lächelte, und schließlich darauf reagierte: “Hallo Bob! Schön einen so klugen Bruder hier in unserer Runde begrüßen zu können. Doch nun sage uns: Wie willst Du es beschleunigen?”

“Es wäre schön mich nicht mehr Bob zu nennen, denn mein Wirt in welchen ich wohne heißt schon so! Nun zu meiner Hilfestellung. Ich verfüge wie auch Athene über gewisse Kenntnisse von den Tau’ri und ihren Tätigkeiten. Insbesondere des Stargate-Programms. Um unsere Anzahl zu erhöhen, könnten oder sollten wir es wie die Wraith machen, wofür wir ein ZPM oder eine vergleichbare Energiequelle benötigen…”, schlug der Goa’uld vor, der im ehemaligen US-Vicepresident Robert Kinsey steckte.
Sofort hellte sich das Gesicht von Athene auf, da sie ganz genau wusste, was gemeint war, und sagte: “Sehr gut. Somit hätten wir genug Energie, womit wir innerhalb von ein bis zwei Jahren genug Goa’uld-Symbionten erschaffen hätten, und Rache an den Tau’ri nehmen und ihre Welt übernehmen könnten.”



Andromeda-Galaxie
Heraclia
Königreich Ecosines - Wüstenregion, Oase

Von den wachsamen Wachposten der Amazonen wurden die sich nahenden Kriegerinnen und Krieger der Ori schon lange bemerkt, die sich der Oase genähert hatten.
Doch wegen des Vorfalles, der Verschleppung von Adriana, die von Mitgliedern ihrer eigenen Leibgarde nicht verhindern konnten, wurden diese Neuankömmlinge kritisch und sehr genau kontrolliert. Erst nachdem dies geschehen war, wurden die Männer und Frauen in die Oase eingelassen.

In der Zwischenzeit hatte Veronika nach langer Beratung mit ihren wichtigsten Getreuen das Urteil über die Fremden gefällt. Sie erhob sich und machte sich auf den Weg zu unserer Gruppe.
“Die Prinzessin ist mit einer Eskorte unterwegs zu uns. Ich glaube es ist soweit”, ahnte First Lieutenant Jin, die nicht als einzige mir kurz zunickte. Darauf blinzelte ich kurz als Zeichen das ich verstanden hatte.

Doch da wir uns alle zusammen auf Veronika, Terra und die zahlreichen anderen Amazonen konzentrierten, bemerkten wir die Ankunft der 24 Ori-Kriegerinnen und -Krieger nicht.

Von etwa einem Dutzend ihrer besten Kriegerinnen eingerahmt, traten die Prinzessin und eine ihrer Heerführerinnen zu uns heran. Langsam erhoben wir uns.
Veronika senkte kurz den Kopf, nickte dann und verkündete: “Ihr seid ja eigentlich keine wirklichen Fremden mehr für mich und Terra, weil Major Jennifer Hailey alles über euch berichtet hat. Mein Urteil für euch lautet wie gefolgt: Ihr seid wieder frei, und…”

Doch weiter kam die Amazonenprinzessin nicht mehr, denn einer der angekommenen Ori-Krieger schrie lauthals: “Das sind Feinde des wahren Glaubens! Sie stammen von der Erde! Wir müssen sie allesamt auf der Stelle für ihre Frevel hinrichten!”

“Oh! Auch das noch”, schluckte Jennifer Hailey, die einen Schritt nach hinten tat und mir ihre linke Hand auf den Arm legte, um mich daran zu hindern die Krallen auszufahren.
“Das sind zu viele, Wolfrino!”

Doch die Kriegerinnen der Amazonen und auch die mit ihnen alliierten Truppen aus den Norden und Osten versperrten ihren eigentlichen Verbündeten den Weg zu uns.

Die Folge war eine hitzige Debatte, die Veronika von da an mit Hauptmann Cassius ausfocht. Der Anführer der Leibgarde Adrianas revidierte dann die Forderung ein wenig nach unten: “Na gut, wenn es so ist, werden eben nur die acht Krieger der Erde sterben. Und die beiden, die das Zeichen des Phoenix tragen, übergebe ich in Eure Obhut!”
“Ich habe mich mit ihrer Anführerin sehr genau unterhalten, Hauptmann Cassius. Und meine Entscheidung steht fest: Ich lasse alle frei, damit sie uns dabei helfen können Eure Herrin, meine Blutsschwester Adriana zu befreien!”
“Aber! Sie sind Feinde von uns, Prinzessin Veronika!”

Eine der Ori-Kriegerinnen, die die Adjutantin von Hauptmann Cassius war, hielt es nicht mehr länger aus und ergriff überraschenderweise für uns Partei: “Herr! Sie, die Menschen der Erde und ihre Verbündeten mögen unsere Feinde, oder wenn es in der Tat wahr ist das Frieden vereinbart wurde, gewesen sein. Aber handeln wir wirklich in Sinne unserer großen Herrin Adriana, wenn wir diese dort töten, Hauptmann Cassius?”

Mit einem festen, aber auch sehr nachdenklichen Blick sah der Mann die junge Frau an, die scheinbar die richtigen Worte gewählt hatte. Daher wandte sich der Anführer der Leibgarde von Adriana mit klaren Worten seiner Adjutantin zu: “Du weißt sicherlich, dass früher solche Worte gefährlich waren. Aber Du hast Recht! Doch muss ich euch dennoch eine Frage stellen Kriegerin der Ori, Larissa, und auch ebenso euch Prinzessin der Amazonen, Veronika: Wie können diese uns wirklich von Nutzen sein? Denn Ihr wisst was geschieht für den Fall, wenn wir zu früh dort in der Ebene von Maranta bei den Ruinen eintreffen wird unsere Herrin gerichtet werden!”

Alle, außer natürlich unserem Team, verstanden diese Warnung die Hauptmann Silon als Botschaft ausgesprochen hatte. Deswegen drehte sich dann Veronika zu uns mit den Worten: “Das ist eine berechtigte Frage, Hauptmann Cassius. Sie haben mir von einer fliegenden Maschine berichtet, die sie einen Jumper nennen und mit dem sie hier hierher gereist sind. Und zwar von einem großen Schiff aus, welches sich Electra nennt. Dieser Jumper besitzt außerdem die Fähigkeit sich zu tarnen, also man sieht ihn nicht, obwohl er sich neben einen befinden könnte.”

Der Anführer der Ori-Krieger sah uns alle ein wenig überrascht an, als er diese Worte von der Amazone vernommen hatte. Dies sah unsere Teamleiterin als Anlass einen Schritt vorzutreten.
“Was ist los, Major Jennifer Hailey?”, erkundigte sich Veronika.
“Ich habe Euch noch etwas verschwiegen…”
“Und denen sollen wir trauen!”, brummte Cassius kopfschüttelnd.
“…wir haben alle unsere Waffen wie vereinbart abgegeben… doch… Wolfrino komm doch bitte mal her. Wolfrino konnte leider dieser Bedingung nicht ganz nachkommen. Los zeig es ihnen! Aber sachte!”, forderte mich Jennifer dadurch dazu auf die Krallen auszufahren.
Mit einem leichten Seufzen kam ich wortgenau ihren gegebenen Befehlen nach, während ich dabei leise murmelte: “Wenn es denn unbedingt sein muss…”

Als ich dies tat, waren natürlich entsprechende Rufe zu vernehmen, die hoffentlich von unseren neuen Freunden und Verbündeten stammten, wie - “Bei den Ori!” - “Bei allen Göttern!” - “Große göttliche Orici Adria!”

Doch einige, die um uns herumstanden traten neugierig näher an Major Hailey und mich heran. Unter ihnen waren natürlich unter anderen Veronika, Terra, Cassius und Larissa, die sich das ganze aus der Nähe ansehen wollten. Doch was sie am meisten faszinierte war die Wundheilung nachdem ich die Krallen wieder eingezogen hatte.

“Tja. Das mit dem Hinrichten der Krieger der Erde wäre wohl fehlgeschlagen”, bemerkte Larissa, die davon immer noch sehr beeindruckt war, wie auch Veronika und viele andere.

Sofort verbreitete sich die Kunde davon in der gesamten Oase, worauf mich viele für eine Gottheit hielten und verehren wollten. Sofort unterbanden Major Hailey und auch Doktor Rosenthal aber auch ich selbst diese Versuche indem wir unverzüglich Aufklärung betrieben.
Dazu diente einmal mehr das Video, von welchem Benjamin kurze Ausschnitte zeigte.
Daraufhin urteilte Veronika: “Wie kann man nur so grausam sein!?”

Derweil händigte First Lieutenant Jin der Adjutantin Larissa das Amulett von Adriana aus, die es sofort in sehr sorgfältige Verwahrung nahm.

Es gab aber keine Einwände mehr, weshalb unsere Gruppen sich nicht gemeinsam auf den Weg machen sollten, wodurch die Amazonenprinzessin entschied: “Somit ist es beschlossen: Wir werden alle zusammen denn nun aufbrechen um Adriana zu suchen, und wenn uns all unsere Götter sowie die Ori und die göttliche Orici Adria gewogen sind, auch aus der Gewalt von Darius befreien!”

Odyssee
Folge 3.11 - Die Zusammenkunft, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Heraclia
Königreich Ecosines - Darius’ Feldlager

Sie betete, wie gewohnt, aber seit dem Tag ihrer gewaltsamen Verschleppung noch verstärkter zu den Ori, und nicht mehr nur allein zu den Göttern ihrer Pflegefamilie.

Sie war so tief ins Gebet versunken, dass sie Hauptmann Silon, den Anführer der Krieger der Ori sowie der Leibgarde von Darius nicht bemerkte, der ihr etwas zu Essen und zu Trinken an den Käfig stellte. Oder ignorierte die junge Frau den Mann nur?

Schließlich brach Silon schließlich die andächtige Stille der Inhaftierten: “Adriana! Tochter der göttlichen Orici Adria, Ihr müsst dringend etwas Essen und auch Wasser trinken. Es ist nichts vergiftet! Seht her, ich probiere es sogar… es ist alles in Ordnung…!”

Mit einem finsteren Blick im Antlitz sah die junge Frau nach oben, der den Krieger fürs Erste zunächst einen Schritt zurückweichen ließ. Immer noch taxierte Adriana ihn, sagte jedoch nichts, stattdessen wiederholte und fügte Silon hinzu: “Ich bitte euch, ihr müsst essen, sonst habt ihr für den Zweikampf, der schon bereits morgen stattfinden wird nicht genügend oder gar keine Kraft. Und es wird niemand hierherkommen um Euch zu retten. Denn dies würde euren vorzeitigen Tod bedeuten!”

Der Anführer der Leibgarde des Darius war hin- und hergerissen, da er nicht wusste, ob er auf der richtigen Seite stand. Doch er hatte keine andere Wahl. Noch einmal warf er einen letzten besorgten Blick auf die Gefangene, bevor er sich umdrehte und schon den Vorhang des Zeltes zurückschlug um rauszugehen. Doch dann blieb er stehen, wandte sich noch einmal zu Adriana um, und versicherte seufzend: “Nun gut. Der Teller und der Krug stehen parat, Tochter der Orici. Außerdem werde ich Wachen abstellen, die dafür sorgen werden, dass Ihr ungestört seid bis zu der Stunde, wo wir in die Ebene von Maranta aufbrechen werden. Den Ort der Zusammenkunft.”
Nachdem Silon dies gesagt hatte, verschwand er aus dem Zelt, um dafür zu sorgen, dass Adriana ungestört blieb.


Im selben Moment überflogen in einem Jumper im Tarnmodus, First Lieutenant Jin, Lieutenant Adamov, Private Kieras, Sergeant Avon, die Amazonenprinzessin Veronika und Hauptmann Cassius das Feldlager von Darius. Man hatte damit vor sich einen Überblick über die Lage und Stärke des Gegners zu verschaffen sowie eventuell doch auch Adriana zu befreien, falls es eine Chance dafür geben sollte.

“Ich sehe unsere Gebieterin nirgends!”, sagte Cassius bedrückt, der wie alle mit der Ausnahme von Jiao und Natalia, Ausschau nach Adriana hielten. Als der Ori-Krieger in Richtung der Amazone schaute, fing er sich sofort einen giftigen Blick von ihr ein, weil er unfähig gewesen war diese Verschleppung zu verhindern, obwohl er von den besten Kriegerinnen und Kriegern der Leibgarde begleitet worden war.

“Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich meine Schwester Adriana in irgendeinem der Zelte befinden muss”, schlussfolgerte Veronika schließlich.
Daraufhin fragte Natalia: “Wo sind denn diese Ebene von Maranta und deren Ruinen eigentlich?”
“Der Ort wo die Zusammenkunft stattfinden soll, befindet sich in diese Richtung! Dort wo diese 5 Hügel emporragen”, antwortete die Amazone, die auf eine Region in nördlicher Richtung deutete.

“Hm”, machte Private Kieras. “Äh, Hauptmann Cassius. Spricht etwas dagegen, wenn wir dort am Ort der Zusammenkunft auf diesen Darius und seine Anhänger warten?”
Der Angesprochene drehte sich zu der Kolonialen Soldatin um, und antwortete ohne lange zu überlegen: “Nein. Es spricht nichts dagegen. Nur müssen wir leider dann solange ausharren bis die Entscheidung gefallen ist.”
“Gut. Wenn das so ist, werden wir genau das tun. Ich werde zwar einige Male hin- und herfliegen müssen. Aber wir würden auf jeden Fall als Erste am Ort des Geschehens sein”, erklärte Jiao, die mit ihrer Aussage Veronika zuvorkam, welche genau dasselbe sagen wollte.


In der gleichen Zeit suchte Darius den Waffenschmied auf, weil jener mit einer Nachricht nach ihm geschickt hatte.
Als beide wieder alleine waren, begutachtete er sorgfältig das Werk des Meisters. Der Sohn der Orici schaute sehr genau hin. Auf die Klinge und den Griff. Alles untersuchte er akribisch, denn alles musste perfekt sein.

“Oh ja. Ja. Sehr gut.”
“Ist es so wie Ihr es erwartet habt, mein Gebieter?”
“So ist es. Es ist für wahr eine detailgenaue Nachbildung des Schwertes meiner geliebten Schwester. Doch die Hauptsache ist, dass es einen Kampf standhält ohne nach ein paar wenigen Hieben zu zerbrechen!”
“Ihr werdet sehen und zufrieden sein. Ich habe mich sehr genau an eure Anweisungen gehalten, o großer Darius”, versicherte der Waffenschmied sich demütig verneigend.

“So. Dann kommt doch mal heran!”
“Ja.”

Im Glauben nun die Belohnung für seine erfüllten Dienste von seinem Herrn zu erhalten, trat der alte Waffenschmied heran. Doch anstelle von einem Beutel von Gold oder anderen Kostbarkeiten wurde er betrogen, denn Darius, der sich kurz umsah, stach ohne Vorwarnung zu, und sagte dabei als er seinem Opfer den Mund zuhielt: “Tut mir sehr leid. Aber ich kann in dieser Sache nun einmal keinerlei Zeugen gebrauchen…”
Kurz darauf schon zerrte er den Toten zu dem Kohlebecken, um jenen dort verbrennen zu lassen, damit es wie ein Unfall aussah.

Er hüllte das Schwert in ein Tuch, um im Anschluss sofort in sein Zelt zurückzukehren. Dort angekommen zog er das Echte aus der Scheide um es durch das Falsche zu ersetzen.
“Du kommst in meine Sammlung, wo ich die besten Waffen aller meiner besiegten Feinde aufbewahre. Und dann später in meinem kaiserlichen Hof bekommst du einen Ehrenplatz. Versprochen!”

Einige Stunden später befahl er einen Teil seines Heeres mit den Vorbereitungen zu beginnen, damit man zur Ebene von Maranta aufbrechen könne.
Um diesen Befehl auszuführen, benötigten seine Anhänger ein paar Stunden.

“Wir sind bereit, mein Gebieter”, meldete Hauptmann Silon schließlich.
“Dann auf zur Ebene und den Ruinen von Maranta!”, befahl Darius, als er auf seinem Pferd Platz genommen hatte.

Ebene von Maranta

Seit einen halben Tag schon harrten viele von uns in den Ruinen aus, die von Lieutenant Adamov und First Lieutenant Jin zum Zielgebiet geflogen worden waren. Doch der Hauptteil der Streitmacht machte sich zu Fuß oder zu Pferde auf den Weg. Bei ihrer letzten Runde dann, hatte der Jumper einen Umweg zu dem Feldlager von Darius gemacht.
Nachdem Jiao gelandet war, stürmte Natalia heraus und verkündete uns allen: “Sie sind auf den Weg hierher, und werden in etwa 2 Stunden hier eintreffen.”


Die ganze Zeit über ritt Darius mit gezogenem Schwert neben Adriana. Dazu bereit sofort seine eigene Schwester zu töten, für den Fall falls jemand auftauchen sollte um sie zu befreien.
Aber es erschien niemand, der einen Befreiungsversuch unternahm.
“Ah, da wären wir - die Ebene von Maranta und die Ruinen, liebste Schwester. Ist doch eine grandiose Stätte, nicht wahr?”
“Du bist ein verfluchter Heuchler - Bruder. Du kannst es wohl kaum abwarten, nicht wahr Darius?”
“So ist es. Ich kann es kaum erwarten meine rechtmäßige Stellung des Herrschers über diese gesamte Welt einzunehmen. Oh, was sehe ich denn da noch? Da sind ja bereits deine zahlreichen Anhänger, die schon auf uns warten. Und in schon nur wenigen Stunden werden sie dann alle mir allein folgen…, oder auch wie Du sterben!”
“Korrigiere mich Darius: Aber zuerst müssen wir ja gegeneinander kämpfen. Eine Angelegenheit auf die ich nur zu gerne verzichtet hätte.”
“Ah ja, stimmt. Da war ja noch etwas. Gut mich daran zu erinnern. Du könntest dich ja auch einfach niederknien, dann mache ich es kurz und schmerzlos. Ein einfacher und sauberer Streich mit meinem Schwert…”

Während sie miteinander sprachen kamen sie dem Treffpunkt näher, wo Veronika, Terra und die anderen Amazonen, sowie Hauptmann Cassius und der andere Teil der Leibgarde, die unter seinem Kommando stand sowie auch einige verbündete Völker aus dem Norden und Osten bereits warteten.

Unser Team hielt sich noch zum größten Teil im getarnten Jumper auf, so wie es mit Veronika vereinbart worden war. Somit blieben wir im Hintergrund bis wir alle weniger auffällige Kleidung bekommen würden, womit wir uns unter unseren neuen Verbündeten mischen konnten.

Schließlich zuckte Major Jennifer Hailey ungewollt zusammen, denn sie sah den Prior Eremitias, welcher endlich ebenfalls eingetroffen war.

Zunächst ließ sich der Glaubensbote der Ori noch ein wenig Zeit, dann nickte er und rief jeweils Adriana und Darius mitsamt den Führungsspitzen aller ihrer Getreuen zu sich. Denn er hatte allen die Regeln dieser Zusammenkunft mitzuteilen, die eingehalten werden mussten: “…keinen der beiden Kontrahenten ist es erlaubt zu fliehen! Erlaubt für die Zusammenkunft als Waffe ist allein das Schwert, welches Adriana und Darius jeweils aus dem Stein gezogen haben! Zum Schutze sind nur das Kettenhemd und die Rüstung erlaubt, die in den jeweiligen Grotten gefunden worden sind! Demnach sind also jede andere Waffe, der Schutzschild aber auch das Amulett mit dem Fragment aus der heiligen Stadt Celestis abzulegen, sobald ich die beiden Kinder der göttlichen Orici Adria, Adriana und Darius, dazu auffordere! Der Kampf wird in einen Kreis beginnen, der allein nur von den 48 Kriegerinnen und Kriegern der Leibgarde gebildet wird, welcher nach dem Ablauf einer Frist von 10 Minuten aufgelöst wird…”

Es folgten noch viele weitere Regeln zu beachten waren, sowie den entsprechenden Erklärungen dazu, die Eremitias allen verkündete.

Überraschenderweise nutzte die Adjutantin des Hauptmanns Cassius, Larissa diese Zeit mich noch einmal schnell aufzusuchen. Etwas schüchtern trat die Ori-Kriegerin an mich heran, denn sie hatte ein Bitte: “Wolfrino.”
“Ja. Das ist mein Rufname oder Kampfname, den man mir damals…”
“Ich weiß. Ich ersuche Dich um Hilfe - für meine Gebieterin Adriana. Mir ist bekannt, dass sich das magische Metall in Eurem Körper befindet…”
“Na, so toll ist es nun auch wieder nicht, da es das Leben von zwei sehr guten Freunden von mir bedroht, die davon langsam vergiftet werden…”
“…tut mir leid, das wusste ich nicht. Bitte verzeiht mir.”
“Ist schon in Ordnung. Um was geht es denn konkret?”
“Wie ich schon sagte, es geht um meine Herrin. Ich ersuche Dich auf sie zu achten, denn ihr Bruder und Rivale Darius ist sich seiner Sache sehr sicher. Zu sicher. Ganz so, als ob der Kampf schon zu seinem Gunsten entschieden wäre. Mein Gefühl und mein Instinkt als Kriegerin sagen mir, dass da etwas nicht stimmen kann. Daher flehe ich Euch an, bitte helft mir.”
“Und wie?”
“Es ist nun einmal so, dass ich nicht so einfach meine Waffen gegen eines der beiden Kinder der göttlichen Orici erheben darf. Dies hätte sofort meinen als auch der Tod von meiner Herrin zur Folge…”
“Ich soll also Darius töten?”, hakte ich irritiert nach.
Doch Larissa schüttelte sofort daraufhin nur ihren Kopf, und entgegnete beinahe schon in einem Befehlston, wobei sie aber ruhig und sachlich blieb: “Nein! Das darfst Du nicht tun! Sondern ihn nur aufhalten! Mehr nicht! Ich darf nur einschreiten und meine Waffen erheben, wenn es der Prior Eremitias anordnet.”

Prüfend sah mir dabei Larissa tief in die Augen, während sie mit mir sprach als ob sie sich ihrer Sache nicht ganz sicher war mir in dieser Angelegenheit vollkommen vertrauen zu können.
“Na schön. Ich helfe Adriana und Dir. Als einzige Gegenleistung will ich, dass Du meinen Freunden hilfst, nämlich denen, die hier bei mir sind - und die von diesem Metall, das wir auf der Erde Adamatium nennen schleichend vergiftet werden.”
“Gut. Ich werde tun, was in meiner Macht steht”, versicherte die junge Frau, die dann auch schon zu den anderen der Leibgarde zu eilen, da Cassius schon mehrmals laut nach ihr gerufen hatte.

Schließlich schien der große Moment der eigentlichen Zusammenkunft gekommen zu sein, denn der Prior Eremitias ließ Adriana und Darius zu sich rufen. Er erkundigte sich noch einmal ob sie die Regeln verstanden hätten, was beide ohne zu überlegen bejahten.
Danach folgte noch ein langes gemeinsames Gebet zu den Ori, welches mit einem lauten: “…Ehre sei den Ori!” - endete.
Direkt im Anschluss forderte er die beiden miteinander rivalisierenden Geschwister dazu auf ihre Amulette bei ihm abzugeben, ehe sie dann endlich ihre Rüstungen anlegen durften. Währenddessen standen sich die beiden Abteilungen der Leibgarde gegenüber.

Als Adriana und Darius fertig waren, schritt Eremitias voran und befahl den beiden sowie der Leibgarde ihm in einer Prozession zu der Stelle zu folgen, wo der Kampf beginnen sollte. Der Kreis formierte sich um Adriana, Darius und Eremitias.
Der Prior wartete noch einen Moment, ehe er den Kreis verließ und dann ausrief: “Möge denn nun das Kind der göttlichen Orici siegen, welches die Ori dazu erwählt haben alle Gläubigen auf dem Pfad der Erleuchtung zu führen! Ehre sei den Ori!”
“Ehre sei den Ori!”, riefen viele dann, bevor Eremitias den Kampf beginnen ließ, indem er seinen Stab zurück in seine Hand fliegen ließ.

Während Darius sein Schwert zog, sagte er zu Adriana: “Ich werde hier, genau hier an dieser Stelle ein prunkvolles Heiligtum errichten! Und zwar zu Ehren der Ori, unserer Mutter, der göttlichen Orici… und zu deinem Gedenken Schwester!”
Die arme Adriana, die das alles nicht wollte und auch mögliche Auswege vorgeschlagen hatte, entgegnete ihm mit ruhiger Stimme: “Du bist in meinen Augen für jemanden, der zu selten in der vordersten Reihe kämpft, zu sehr siegessicher.”
“Ach ja, meine tapfere Schwester, die immer mit ihren Truppen Seite an Seite in jede Schlacht zieht. Mach es uns doch nicht so schwer…”
“Oh nein, Bruder! Mach Dich auf etwas gefasst - und wehr Dich!”
“Ganz schön prahlerisch für Eine, die schon sehr bald tot sein wird”, lachte Darius, während dann auch Adriana ihr Schwert aus der Scheide zog und dann diese weglegte, um davon nicht beim Kampf behindert zu werden.

Kaum hatte die junge Frau ihr Schwert in den Händen, griff der junge Mann an. Dabei musste er aber auf der Hut sein, damit sein Plan nicht fehlschlug, denn sie war in der Tat um einiges mehr erfahrener als er selbst. Für Darius galt es darauf zu achten, den Kampf so zu beenden wie er es wollte, und nicht blind in eine Attacke von Adriana zu geraten, was seine Zukunftsträume zunichte machen würde.
Also versuchte er es mit einer Vielzahl von Variationen von Finten, wobei er auch stets darauf aus war sie zu verwunden. Doch nach wie vor parierte Adriana jeden dieser Angriffe ohne jegliche Mühe.

Die von Eremitias gesetzte Frist war verstrichen und der Kreis, den die Leibgarde um beide geschlossen hatte, löste sich auf. Von dem Moment an durfte der Kampf der beiden Geschwister bis zur Entscheidung überall fortgeführt werden.

Mit sorgenvoller Miene verfolgten viele Anhänger Adrianas das weitere Geschehen, wobei sich immer wieder die Ori-Kriegerin Larissa nach mir umschaute. Doch verbarg ich mich meist im Schatten oder suchte Deckung in den zahlreichen Stellen, wie uneinsehbare Spalten und Nischen welche diese Ruinen von Maranta mir boten.

Mittlerweile dauerte das Duell zwischen Adriana und Darius ungefähr eine halbe Stunde. Die einwöchige Gefangenschaft machte sich bemerkbar, denn die junge Frau wurde langsamer. Ihr Bruder bemerkte diese Situation und nutzte jene rücksichtslos aus.

Die Tochter der Orici erhielt von ihren Bruder einen schmerzhaften Streich mit dem Schwert quer über den linken Oberschenkel, der sofort böse zu bluten begann. Es war der traurige Beginn eines Martyriums. Denn mit jeder weiteren Wunde, die Adriana erlitt, wurde sie durch den einsetzenden Blutverlust zusehends schwächer und schwächer. Doch sie gab immer noch nicht auf.

Aber Darius sah die Zeit für als gekommen an, endlich die Entscheidung zu suchen, wobei seine Angriffe immer härter wurden, die allesamt nun aber nur auf das Schwert von Adriana zielten. Viele vermuteten, dass er sie zunächst schwächen und dann entwaffnen wollte, bevor er zum tödlichen Schlag ausholen würde.

Geschwächt vom Blutverlust sank Adriana in die Knie, die es aber erneut schaffte einen weiteren Schlag abzuwehren. Aber dabei hatte Darius mit aller Kraft ausgeholt und zugehauen, und scheinbar dies mit einer solchen Wucht, dass das Schwert seiner Gegnerin schließlich entzweibrach.

Erschrocken davon wisperte Larissa daher: “Das ist doch einfach nicht möglich…”

Doch anstatt sich geschlagen zu geben, hielt Adriana immer noch dagegen und wehrte sich weiterhin tapfer. Zunächst stieß sie ihren Bruder zurück, bevor sie in einen Bezirk eilte, wo wohl einst ein Tempel oder prächtiger Palast gestanden haben musste.

“Das nützt Dir nichts! Du zögerst Deinen Tod nur um einige Minuten hinaus! Es ist nur eine Frage der Zeit Adriana!”, schrie Darius wütend auf, der seiner Schwester hinterher eilte.
Derweil besah sich die Adjutantin des Cassius die abgebrochene Schwertspitze ihrer Herrin etwas genauer. Dann rannte Larissa zunächst schnell zu Eremitias, den sie um eine Anhörung bat: “Ich habe hier etwas Prior!“
“Jetzt nicht! Die Entscheidung ist nahe!“
“Aber meine Gebieterin wird betrogen! Ich bitte Euch daher, seht.“
“Später!“, wiegelte der Glaubensbote der Ori die Kriegerin der Leibgarde ab, die dann sofort so schnell sie konnte weiter zu Jennifer rannte, um sie ebenfalls um Hilfe zu bitten.

Kaum hatte Larissa dies getan, rannte sie auch schon wieder los. Den Schreien und dem Kampfgetümmel zu, wohin sie Adriana hatte rennen sehen.
Dort schlug Darius wie ein Besessener auf seine Schwester ein, die sich immer noch so es ihr möglich war vor den Angriffen mit der verbliebenen Hälfte ihres Schwertes schützte. Leider waren diese Bemühungen, sowie ihr Mut vergebens, denn immer wieder wurden weitere Bruchstücke ihres Schwertes abgehauen.

“Und nun, liebste Schwester - lebe wohl! Ich empfehle Dich den Ori, zu denen ich Dich denn nun schicken werde!” kündigte Darius an, der zum finalen Schlag ausholte.
“Los, knie nieder, Adriana!”
“Niemals, Bruder! Du musst mir dabei schon in die Augen sehen!”
“Wenn Du darauf bestehst… Das Resultat ist dasselbe!”

Adriana schaute mit ihren dunklen und sanften Augen in die hellen und kalten von Darius. Dabei suchte sie nach Positiven und Guten, aber fand darin zu ihren Schrecken nur das abgrundtiefe Böse in dessen Blicken.

Ihr Bruder holte noch ein wenig weiter aus, und schrie dabei: “Und jetzt: Stirb!”

In derselben Sekunde hatte Larissa den Ort des Geschehens erreicht, die erleichtert eine Bewegung ganz in der Nähe der beiden kämpfenden Geschwister registriert hatte. Denn wie die Ori-Kriegerin auch, hatte ich ebenfalls aufmerksam im Verborgenen den gesamten Kampf verfolgt.

Dazu bereit mein Versprechen einzulösen, sprang ich aus meiner Deckung hervor. Das Schwert von Darius prahlte ungebremst auf alle meine sechs ausgefahrenen Krallen.

Davon überrascht brüllte mich der Sohn der Orici empört an: “Du wagst es!? Dann stirbst halt Du zuerst!”
Abermals schwang er das Schwert. Und erneut hielt ich dagegen, haute sogar selber zu. Aber das Schwert blieb heil. Nur Funken waren zu sehen.
‘Es ist also aus Adamatium’, dachte ich, als es voll um uns vier herum wurde. Denn die anderen hatten ebenfalls den Ort des Geschehens erreicht.
Voller Wut und Zorn schlug der Machthungrige erneut auf mich ein. Doch die wenigen Wunden, die er mir zufügte, verheilten zu seinem Entsetzen sofort wieder. Aber auch mir wurde die Sache zu bunt, weshalb ich auch aktiver wurde.
Solange, bis eine Stimme laut: “HALT!”, befahl.
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RE: [SG/Multi-Crossover] Odyssee - von Jonathan J. O´Neill - 13.12.2025, 20:51

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