13.12.2025, 21:11
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.12.2025, 21:19 von Jonathan J. O´Neill.)
Odyssee
Folge 3.12 - Die Zusammenkunft, Teil 2
Andromeda-Galaxie
Heraclia
Königreich Ecosines - Ebene und Ruinen von Maranta
“Die göttliche Orici Adria!”, flüsterte Larissa ehrfürchtig, die ihren Kampfstab zu Boden sinken ließ und sich sofort anbetend zu Boden warf. Auch alle anderen Mitglieder der Leibgarde, der Prior Eremitias sowie alle anderen, die ebenfalls an die Ori, die Orici und somit der Lehre des Ursprungs glaubten, taten es der jungen Ori-Soldatin gleich.
“O Mutter, Ihr seid hier! Es ist wirklich war! Ihr kommt gerade zur rechten Zeit um mit…”
“Schweig - und tue nichts!”, gebot Adria ihrem Sohn, weil sie eine Bewegung bemerkt hatte. Die Orici wandte sich dann jener Person zu. Es war Larissa, die sich schnell wieder erhoben hatte, mit dem Ziel Darius wegen eines schlimmen Verrates anzuklagen. Dabei kniete sich die junge Frau sofort nieder, als sie einige Meter vor ihrem Ziel stehenblieb, da sie den Zorn von Adria fürchtete.
Geduldig hörte die Orici dann aber dem Vorwurf zu, und als die Ori-Soldatin mit dem Vorbringen ihrer Anklage und den klaren Beweisen fertig war, schaute die Mutter ihren Sohn mit grimmiger Miene an.
“Du Missetäter! Entwaffnet und ergreift ihn! Darius steht fortan unter Arrest!”, verfügte Adria, die dabei auf ihren Sohn deutete.
Da sich die Soldaten der Leibgarde nur zögerlich näherten, zuckte ich nur kurz mit den Schultern, ehe ich mit der Faust zuschlug, worauf Darius schwer getroffen ausgeknockt zu Boden ging. Die Orici sah es genau, unternahm allerdings nichts, sondern wandte sich ihrer schwer verwundeten Tochter zu.
Adriana hatte, wegen der jüngsten Erfahrungen und der akuten Schmerzen, Tränen in den Augen.
“Die Zusammenkunft wird bald erneut beginnen mein liebes Kind! Der Gerechtigkeit halber wird dies geschehen, und zwar ohne Mogeleien!”, teilte sie allen mit, dabei berührte sie ihre Tochter ganz leicht um durch ihre Kraft deren Wunden zu heilen.
Als sie dies getan hatte, erhob sie sich wieder und sagte erstaunt: “Es befinden sich Krieger und Menschen von der Erde unter euch! Wieso leben sie noch?”
“Das würde ich gerne auch allzu gerne erfahren, meine erhabene und göttliche Gebieterin. Hauptmann Cassius, würdet Ihr es uns allen erklären”, murmelte Hauptmann Silon, der davon total überrumpelt sich prüfend umschaute.
Die Adjutantin Larissa, die neben Adriana und mich getreten war, antwortete: “Sie sind, es mag seltsam klingen, unsere Freunde, die dabei mitgeholfen haben das Leben Eurer Tochter zu retten, sowie den heimtückischen Schwindel von Darius aufzudecken.”
Als die junge Ori-Soldatin von der Leibgarde dies aussagte, kamen gerade Major Hailey, Lieutenant Bernstein und noch einige Amazonen herbeigeeilt, weil sie endlich gerade noch im rechten Moment das echte Schwert von Adriana im Zelt von Darius aufgespürt hatten.
Besorgt schauten Adriana und ihre Soldatin drein, als Adria mit verschränkten Armen vor der Brust auf uns drei zuschritt. Etwa anderthalb Meter vor uns dreien blieb die Orici dann stehen, und fragte mich: “Warum hast Du es getan?”
“Eine Eurer Ori-Soldatinnen, nämlich Larissa hat mich um meine Hilfe ersucht. Aus gutem Grund, wie wir alle erfahren haben.”
“Ja, das weiß ich, Wolfrino. Somit wirst auch Du als einziger verschont werden! Tötet die anderen sieben Menschen von der Erde!”, verkündete Adria hasserfüllt, die dabei den Soldatinnen und Soldaten ihrer Leibgarde ein Zeichen gab.
Sofort wandte sich daher Veronika erschrocken und hilfesuchend an Adriana: “Bitte Schwester, das darf nicht sein. Egal was in der Vergangenheit vorgefallen ist, das musst Du verhindern!”
Mit einer Geste unterband die Orici die Ausführung ihres Urteils, die sich mit ihrer Tochter, der Prinzessin der Amazonen und Hauptmann Cassius absonderte.
1 Tag zuvor
Ebene der ewigen Auseinandersetzung
Sie konnte es immer deutlicher spüren. Es war ein ziemlich starker Zustrom von Energie, der sie in dieser Ebene der Existenz erreichte. Dieser durchströmte Adria immer mehr, was ihr eine enorme Macht und Kraft verlieh. Dabei war auch eine Kraft, die von einem Gebet stammte. Diese Präsenz war so stark, dass sich Adria darauf konzentrierte - und war ganz erstaunt, dass es sich dabei tatsächlich um ihre Tochter Adriana handelte.
Dann geschah das bislang noch nie dagewesene und die Verbindung mit Ganos Lal alias Morgan La Fay war gebrochen. Weil dies geschah wurden beide genau in diesem Moment aus dieser Existenzebene herauskatapultiert.
Pegasus-Galaxie
Atlantis - Kontrollraum
Für alle anwesenden und diensthabenden Personen kam es vollkommen unerwartet, als das Stargate zum Leben erwachte.
“Was zur Hölle?!”, schimpfte Captain Laura Cadman erschrocken, die schnell den Schutzschild aktivierte. Doch da war es auch schon wieder vorbei.
“Ich lasse eine System-Analyse laufen… vielleicht kommen wir dahinter, wer uns da angewählt hatte”, erklärte Doktor Radek Zelenka, der sofort einige Tasten am Computer betätigte um das von ihm angesprochene Programm zu starten.
Dieser Vorgang dauerte nur wenige Minuten, so dass er: “Bestellen Sie Colonel Sheppard hier her!”
“Wieso? Was ist denn los?”
“Wir wurden von Proculis aus angewählt, Captain”, antwortete der Tscheche.
Milchstraße
Wohin es die beiden verschlagen hatte, konnten sie nicht sofort ermitteln. Aber eines war sofort offensichtlich: Ganos Lal alias Morgan La Fay war keine Aufgestiegene mehr, die sich ratlos umsah, und Adria hatte immer noch ihre flammende Gestalt. Etwas reduziert, aber sie war immer noch mächtig genug. Aber sie konnte die Nähe ihrer Rivalin nicht mehr spüren. In den Glauben sie ausgelöscht zu haben, begann die Orici zu erkunden, wo es sie selber hinverschlagen hatte.
Mit Erstaunen stellte sie fest, dass sie sich in der Milchstraße, und zu ihrer großen Überraschung noch dazu im Planetensystem der Erde befand.
Auf der Erde angelangt strebte sie sofort danach ihre Neugier zu stillen, und drang daher in Einrichtungen und Netzwerke, sowie in viele Bewusstseine ein. Adria war im Glauben unentdeckt zu sein. Doch dann spürte sie es: da waren ein paar gewaltige Präsenzen, die zu stark waren als es normale sterbliche Menschen hätte sein können, die ihre Gegenwart wahrgenommen hatten. Aus jenem Grund zog sie sich zurück, aber auch da sie genug Informationen hatte sammeln können.
Daher beschloss sie sich so schnell es ging zu der Welt zu reisen, wo sie ihre engsten Vertrauten entsandt hatte, und um zu erfahren was aus ihren Plänen geworden war.
Andromeda-Galaxie
Orbit von Heraclia
Als sie in dieser Galaxie angekommen war, spürte sie die Energie der vielen Menschen, die sie verehrten noch um einiges stärker. Aber da war noch etwas anderes, was sie entdeckte ein gewaltiges Schiff befand sich im Orbit des Planeten, wo sich ihre Getreuen aufhielten. Von solch einer Bauart war ihr noch keines untergekommen.
Und da ihr Potential beinahe grenzenlos war, konnte sie auch die dortigen Informationen in nur wenigen Sekunden in sich aufnehmen.
Doch wurde sie mehr als nur zornig als sie dadurch erfuhr dass sich ihre alten Erzfeinde, nämlich viele Menschen von der Erde tatsächlich hier in diesem Teil des Universums und sogar auf jenem Kriegsschiff aufhielten.
Heraclia
Ebene von Maranta
Sie tauchte gerade in dem Moment auf als die Zusammenkunft zwischen ihren beiden Kindern begann. Doch hielt sich die Orici Adria noch im Verborgenen, bis sie dann doch einschritt, weil sich zu ihrer Verwunderung ein Krieger der Erde in das Duell zu Gunsten ihrer Tochter eingemischt hatte.
Gegenwart
Andromeda-Galaxie
Heraclia
Ebene von Maranta
Nur mit viel Mühe konnte sich die Orici beherrschen, da sie aus ihrer Sicht und Erfahrung aus guten Gründen die Erde und ihrer rebellischen Bewohner hasste. Diese tiefe Form der Abneigung brachte sie auch sehr deutlich verbal zum Ausdruck.
Wegen dieser heftigen Reaktion ihrer Mutter, wandte sich Adriana erneut nun aber unter Tränen an sie, um sie zu überzeugen: “Das dürfen wir nicht tun. Bitte. Bitte Mutter. Als die Göttliche muss man doch auch gegenüber seinen Feinden barmherzig sein. Wir sollten auch die Leben der Begleiter von Jonathan Martin, den man Wolfrino nennt, verschonen. Außerdem sollten wir nicht den Pfad einschlagen, den Darius genommen hat und die Lehre des Ursprungs mit Gewalt bei den Menschen verbreiten und durchsetzen… denn… denn der wahre Glaube kommt… kommt doch nur… aus dem tiefsten Innern der Menschen. Bitte Mutter.”
Erstaunt schaute die Orici Adria ihre Tochter an, deren Rede und Wortwahl sie zutiefst beeindruckte. Aber auch der Prior Eremitias schaute überrascht drein, dem so langsam klar wurde dass er diese junge Frau falsch eingeschätzt hatte, und vollkommen sprachlos sich umschaute.
Ganz im Gegensatz zu Adria, die deswegen letztendlich entschied und allen verkündete: “Nun gut. Es soll so sein! Vorerst zumindest, denn die Zusammenkunft wird in 3 Tagen erneut beginnen! Dann wird sich alles entscheiden, mit der Voraussetzung, dass Du aus der Zusammenkunft als Siegerin hervorgehst. Wenn dem so ist, werde ich der Bitte meiner Tochter Adriana stattgeben, aber nur unter der Bedingung, dass fortan die Lehre des Ursprungs überall verbreitet werden darf, auch auf der Erde! Sowie unter der Voraussetzung, dass ich von allen Gläubigen als Göttin angebetet und verehrt werde! Doch bis dahin sind die Krieger von der Erde und auch ihre Verbündeten zunächst einmal fürs Erste unsere Gäste!”
Milchstraße
Erde
USA, New York - Westchester
Zum ersten Mal überhaupt, das war Jack O’Neill bewusst, war er in der Schule von Professor Charles Xavier zu Gast. Interessiert sah er sich um. Er verließ nur selten das Homeworld Command, das seit geraumer Zeit schon im Cheyenne Mountain Complex beheimatet war.
Im Eingangsbereich wurde er von Storm und Jean empfangen, die ihn zu Charles bringen sollten. Jack stellte fest dass er als Militär von den meisten in diesem Gebäude kritisch beäugt wurde.
“General O’Neill. Ich freue mich, dass Sie so kurzfristig kommen konnten. Bitte nehmen Sie doch Platz. Danke Storm, du darfst natürlich wieder gehen.”
“Danke für die Einladung. Gab mir die günstige Gelegenheit aus dem Berg mal wieder herauszukommen und dem Papierkram zu entfliehen”, sagte Jack, der sich in einen der Stühle, vor dem Schreibtisch im Arbeitszimmer des Professors, niederließ.
Als Storm den Raum verlassen hatte, berichteten Jean Grey und Charles Xavier von ihrer Beobachtung.
Nachdem beide dann damit fertig waren, bekam Jack O’Neill deswegen mehr als nur ein ungutes Gefühl bei der Geschichte.
“Puh. Also… hört sich ziemlich bedrohlich an”, murmelte der General, “dann sind wohl vermutlich unsere schlimmsten Befürchtungen doch wahr geworden.”
“Es geht um eine Mission…”, begann Jack, der aber unterbrochen wurde.
“Ist schon gut, General O’Neill. Ich erinnere mich daran. Es geht um den Einsatz in der Galaxie der Ori, beziehungsweise der Alteraner, wo man es geschafft hat die Bedrohung durch die Ori erfolgreich zu beenden, indem man die Lade der Wahrheit einsetzen konnte, um damit die Macht der Orici Adria soweit zu schwächen, das eine andere Macht aus einer höheren Ebene der Existenz eingreifen konnte. Dadurch wurden diese beiden dann auf eine andere Ebene gezogen.”
“Genauso war es, Professor Xavier”, nickte O’Neill.
Kurz darauf läutete das Mobiltelefon des Leiters des Homeworld Command.
“O bitte um Verzeihung. Ich dachte, ich hätte den Störenfried auf lautlos gestellt… Mist die SGCB. Hier ist O’Neill! Was ist los, Hank?”
“Ich weiß, Du willst es nicht hören… aber wir haben schlechte Neuigkeiten Jack. Colonel Sheppard ist um einer Spur nachzugehen auf den Planeten Proculis gereist. Dort traf er sich mit dieser Chaya Sar, die man dort auch als Athar kennt. Diese Antikerin hatte dann eine böse Nachricht für ihn, nämlich das Adria wieder frei ist…”
“Dann geht also das Theater wieder von vorne los?!”
“…aber noch etwas. Mönche von Proculis haben in einem Wald eine weitere Bekannte gefunden. Raten Sie mal, Jack.”
“Keinen Schimmer.”
“Morgan La Fay. Aber sie ist keine Aufgestiegene mehr.”
3 Tage später
Andromeda-Galaxie
Heraclia
Ebene von Maranta
Wie es angekündigt worden war, geschah es dann auch: Unter der persönlichen Aufsicht von der Orici Adria wurde die Zusammenkunft der beiden Kinder von ihr erneut eröffnet.
Zu Beginn, wie auch bei der ersten Begegnung 3 Tage zuvor, war das Duell zwischen Adriana und Darius ausgeglichen.
Was aber der junge Mann nicht wusste, dass es dieses Mal seine einige Minuten ältere Schwester war, die mit ihm spielte. Doch dabei blieb sie stets auf der Hut, und es schien so als hätte Darius aus der letzten Begegnung etwas an Kampferfahrung dazugelernt.
Doch am heutigen Tage waren alle Chancen gleichermaßen verteilt, denn Adriana führte ihr eigenes und somit echtes Schwert sowie auch Darius es nicht geschafft hatte sich wieder heimlich seines Amulettes zu bemächtigen, um jenes erneut verborgen unter seiner Rüstung zu tragen.
So kam es, wie es zu vermuten war. Im Verlaufe des Kampfes blieben gegenseitige leicht gesetzte Stiche und Schnitte nicht aus, doch waren die von Adriana im Vergleich was sie Darius zufügte nur leichte Kratzer.
Langsam aber sicher übernahm die junge Frau die Kontrolle bei diesem Duell, wobei sie aber letztendlich auf ihre Erfahrung bauen konnte. Bei dem jungen Mann hingegen machten sich immer mehr große Nervosität, Angst und Wut breit einem Gegner gegenüberzustehen, welcher ihm mehr als nur klar überlegen war. Diese Kombination war für Darius nicht von Vorteil, denn er verlor immer mehr an Boden und seine Vorgehensweise offenbarte Adriana klare Schwächen.
Seine Wut und sein Zorn brachten ihn aus dem Gleichgewicht und raubten ihm den Stand. Das Gelände auf dem sie aktuell gerade miteinander fochten war steil und steinig. Bei einer weiteren Attacke sah sich Darius im Vorteil, da er oben stand. Aber er unterschätzte vollkommen seine Stosskraft. Ein tödlicher Fehler, denn Adriana wich geschmeidig aus und schlug mit voller Kraft auf die Armschienen ihres Bruders. Darius schrie erschrocken auf, und er ließ sein Schwert zu Boden fallen. Somit war der junge Mann entwaffnet und tödlich verwundbar. Es wieder aufheben konnte er nicht, weil ihm seine Schwester die Klinge ihres Schwertes an die Kehle drückte.
“Na los, Schwester!”, verlangte er.
“Nein! Ich bin nicht wie Du!”, zischte die junge Frau angewidert, die ihre angestaute Wut gut im Zaum hielt.
Keiner wusste mehr genau wie viel Zeit eigentlich vergangen war, und wie lange die beiden in dieser Position verharrten ohne das etwas geschah.
Es war Adria, die der vermeidlichen Siegerin ins Gedächtnis rief, worum es eigentlich ging: “Wie lange wartest Du noch? Töte ihn, Tochter Adriana!”
Die junge Frau drehte ihren Kopf etwas, nur so weit dass sie die Orici ein wenig sehen konnte, und erwiderte: “Ich kann es nicht tun, Mutter. Er mag ein Verbrecher sein, aber er ist immer noch mein Bruder. Ich kann ihn nicht töten. Ich kann es nicht. Mein Wunsch ist es, dass er dorthin verbannt wird von wo es keinerlei Rückkehr gibt.”
“Wenn das Dein Wunsch ist, soll es so sein! Ergreift ihn und legt ihn in schwere Ketten!”, befahl Adria, die damit einverstanden schien.
“Ich… ich werde mich an Dir rächen. Hörst du mir zu, Schwester? Eines Tages werde ich… He! Ihr verdammten Verräter!”, fluchte, schimpfte und schwor Darius, als er von einigen Kriegern der Leibgarde hart gepackt und gefesselt wurde, bevor man ihn dann fortführte.
“Hauptmann Cassius und Hauptmann Silon! Ihr untersteht nun wieder beide, sowohl meinem und auch dem Kommando meiner Tochter Adriana!”
“Jawohl, o göttliche Orici”, bestätigten die beiden Anführer der Leibgarde zusammen.
Später trat Adria an die Ori-Soldatin Larissa heran.
“Ist alles in Ordnung, Kind?”
“Göttliche Orici”, sagte die junge Frau, die sofort ehrfürchtig niederkniete.
“Erhebe dich wieder. Bitte. Ich will mit Dir reden. Du hältst nicht viel von dem Wunsch meiner Tochter Darius zu verbannen und somit sein Leben zu schonen, nicht wahr?”
“Nein, meine Göttin. Aber ich respektiere ihn.”
“Die Sache ist nur die: Ich nicht. Denn er ist eine Gefahr für den Frieden, den ich möchte sowie die Ziele meiner Pläne. Vor allem wenn er es schaffen könnte wieder vom Ort seiner Verbannung zurückzukehren. Darum will ich, dass Du, ihn, meinen Sohn Darius tötest!”
“Was?”
“Ich weiß sehr genau, dass Du ihn wegen seiner heimtückischen Tat hasst”, wusste Adria.
“Aber, wie kann ich da nur meiner Herrin noch in die Augen sehen, wenn ich es getan habe?”
“Du wirst mir und somit dem Pfad des Ursprungs woanders dienen! Also wirst Du meinen Sohn Darius töten, es ist ein Befehl Deiner Göttin! Führe ihn also aus!”
Gehorchend nickte Larissa, da sie wusste dass sie sich ihrer Göttin nicht widersetzen durfte, musste sie ihren Befehl Folgeleisten und auf ihren Schutz vertrauen.
In der folgenden Nacht war die Gelegenheit da, und die junge Ori-Soldatin schlich sich in das Zelt wo Darius gefangen gehalten wurde. Damit der Verdacht nicht auf jemanden von der Leibgarde fallen konnte, hatte sich Larissa dazu entschieden ihr Schwert für die Tat zu verwenden.
“Sohn der Orici, ich will mit euch sprechen”, flüsterte Larissa leise.
“Ihr habt alle euren Gebieter verraten”, brummte Darius, “aber ja. Worum geht es?”
Die Ori-Soldatin stand etwa einen halben Meter vor dem Käfig, dabei hielt sie ihr bereits gezogenes Schwert hinter ihren Körper verborgen, und wartete bis der Gefangene, der an Händen und Füßen mit Ketten gefesselt war, vor ihr stand.
“Also. Was ist nun? Worüber will eine Verräterin mit mir schon reden?”
“Darüber”, zischte Larissa, die mit dem Schwert kraftvoll ausholte und es Darius genau in die Brust stieß, wo sich das Herz befand, “nämlich, dass ihr von eurer Mutter, der göttlichen Orici zum Tode durch meine Hand verurteilt worden seid!”
Odyssee
Folge 3.13 Die neue Weltreligion
Andromeda-Galaxie
Heraclia
Ebene von Maranta
Der Moment war also gekommen und die Orici musste das Versprechen, welches sie ihrer Tochter gegeben hatte, einlösen. Sie musste es tun, obwohl ihr der Gedanke daran absolut missfiel, denn nur allzu gerne hätte sie den ersten großen Schritt der Rache an ihren absoluten Erzfeind neben den Antikern vollzogen. Aber sie konnte es nicht, da sie es vor Zeugen zugesichert hatte zu verhandeln.
“Gut, dass ihr gekommen seid. Ihr seid zwar meine ehemaligen Feinde, doch werden wir nun miteinander verhandeln. Aber seid gewiss, dass es Dinge gibt, die ich haben will! Bekomme ich sie nicht, gibt es keine Vereinbarung! Keine Vereinbarung und Ihr werdet die ersten Opfer sein, die es im erneuten Kreuzzug gegen Euch Ungläubige geben wird!”, erklärte und warnte Adria sogleich zu Beginn, als man die wartenden Delegationen von der Andromeda-Expedition und den Überlebenden der Zwölf Kolonien von Kobol sowie den Abgesandten der Luzianischen Allianz zu ihr geführt hatte.
Während des ersten Sondierungsgespräches lächelte die Orici kurz in die versammelte Runde, denn sie hatte die Ankunft der Electra-Flotte wahrgenommen. Die Menschen von der Erde und die Tok’ra Anise/Freya waren natürlich von der klaren Forderung von welcher alles abhing, insbesondere von der wieder aufgetauchten und erneut mächtig gewordenen Adria ziemlich geschockt. Die Delegation der Kolonien von Kobol sahen die Dinge etwas anders, da sie nicht unmittelbar von dem Konflikt bedroht waren. Auch der Vertreter der Luzianischen Allianz, Batos Nanes, wirkte entspannt, weil er somit ein Druckmittel gegen die Menschen von der Erde sowie die ebenfalls konkurriende Freie-Jaffa-Nation hatte.
Doch schließlich war sich Miss Shen sicher die Last der Entscheidung war zu groß, denn sie sagte: “Ich… ich kann es nicht alleine entscheiden! Denn die Bedeutung davon ist für die Erde zu groß und die Folgen für alle Menschen dort sind dafür nicht absehbar. Darum wäre es von Vorteil, dies den beiden wichtigsten Gremien, nämlich der UN und dem IOA vorzutragen.”
“Sie sind ja ganz blass, meine Teuerste. Aber ja doch, dann tun Sie das bitte”, wünschte Adria.
“Und wie stellen Sie sich das vor? Wir benötigen ein Stargate um dies zu ermöglichen”, erinnerte Major Hailey mit ruhiger Stimme.
“Dann ist es sehr gut für Euch, dass ich, die große und mächtige Göttin hier ist, um den Weg dorthin zu weisen. Denn ich weiß, wo das nächste Sternenportal ist”, antwortete Adria sofort.
Nach einigen weiteren Minuten vertagte man sich auf später, da auch die Vertretung von den Kolonien Kobols sich Bedenkzeit in dieser Thematik erbat. Voller Großmut gestand die Orici ihnen allen diese zu.
Mit sehr schnellen Schritten verließ Miss Shen das Zelt. Draußen angelangt erhielt auch sie die Neuigkeit, dass nach langer und mühsamer Suche die Flotte der Electra wieder zu dem Flaggschiff gefunden hatte.
Orbit von Heraclia
Battlestar Electra
Sofort kurz nach ihrer Rückkehr auf den Kolonialen Kampfstern suchte die Leiterin der Andromeda-Expedition die Unterstützung von Admiral Diana McBride. Da diese ebenfalls bei den Verhandlungen dabei gewesen war, reagierte sie ein wenig überrascht und fragte ein wenig bedrückt: “Wollen Sie uns etwa alle wieder verlassen?”
“Nein! Nicht für immer. Nur kurz, denn ich muss die Führung meiner Heimatwelt von diesem Treffen mit der Orici Adria berichten. Tue ich es nicht, werden alle außer Wolfrino und ein paar wenige weitere Mitglieder aus meinem Team getötet werden.”
“Ich verstehe ihr Dilemma, da ich dabei war. Und weil es für Sie und die anderen wichtig ist, werde ich soviel zur Unterstützung tun, wie es nur irgendwie geht. Außerdem möchte ich mir dieses Artefakt mal in natura ansehen”, erklärte Diana McBride, in der der gute Gedanke gekommen war eine weitere diplomatische Gesandtschaft zusammenzustellen, die Beziehungen zur Erde aufnehmen sollte.
Milchstraße
Mars
Stargate Command Base
Verständlicherweise herrschte auf dem gesamten Stützpunkt etwas Verunsicherung, da man niemand anderes, als die Orici Adria für einen wichtigen Gipfel erwartete.
Doch General Hank Landry wusste sich sofort zu helfen und bat Vala und Tomin sowie weitere Vertreter aus der alten Heimatgalaxie der Ori um Hilfe, natürlich auch zum Beweis, dass wirklich Frieden eingekehrt war. Alle angefragten Personen sagten sofort zu, da allen bewusst war, was vielleicht im gesamten Universum auf dem Spiel stand.
Stargate-Raum
Direkt vor dem Sternentor wartete das Empfangskomitee auf die zu erwartenden Gäste sowie auf die Rückkehrer. Man spürte dort unten regelrecht die Blicke, die von oben aus dem Kontrollraum auf alle lasteten, wo Chief Master Sergeant Walter Harriman stets die Uhr und den Zeitplan im Blick behielt.
Schließlich war der Augenblick gekommen und aus den Lautsprechern war seine Stimme zu vernehmen, die vermeldete: “Achtung! Achtung! Alle sofort auf ihre Posten! Ankunft am Sternentor!”
Kaum war die Ansage ausgesprochen, begann sich der innere Ring des Sternentores zu drehen.
Es dauerte ein paar Minuten bis acht der neun Klammern eingerastet waren, sich das Wurmloch geöffnet und sich der blau schimmernde Ereignishorizont gebildet hatte.
Abermals verstrich etwas Zeit, die vielen wie Stunden vorkommen musste, bevor in der zuvor von Adria gewünschten Reihenfolge die Leute durch das Stargate auf dem Mars eintrafen.
Nicht nur Miss Shen, sondern auch alle anderen hofften so schnell und sauber, wie nur irgendwie möglich eine Übereinkunft zu erzielen und somit einen erneuten Konflikt mit Adria zu vermeiden und die vielen Leben der Andromeda-Expedition zu retten.
Großer Konferenzsaal
“Mutter. Tomin. Wie schön euch beide wiederzusehen”, versicherte Adria als sie den Saal in Begleitung betreten hatte. Sofort fiel einer der Vertreter, der neben Vala stand der Orici anbetend zu Füßen: “Ich habe es gewusst! Anbetung und Ehre sind Euch immer gewiss, o große Orici!”
“Steht wieder auf, mein Freund!”, gebot sie dem Mann, der die Fraktion vertrat, die nach wie vor dem Pfad des Ursprungs folgte und die die Orici Adria weiterhin als Göttin anerkannte sowie anbetete. Deren Blick fiel nicht rein zufällig auf Doktor Daniel Jackson, aber sie registrierte vollkommen zufrieden, dass sehr viele zu diesem wichtigen Gipfel erschienen waren, die entscheidenden Einfluss haben würden.
Zudem wurde Adria von Hauptmann Cassius, seiner Adjutantin Larissa und noch vier weiteren Angehörigen ihrer Leibgarde begleitet.
Als alle ihre Plätze eingenommen hatten, wurden zunächst noch einmal die aktuellen Themenpunkte vorgestellt, wobei es aber nur bei der Forderung der Orici, und auch über die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen der Überlebenden von den Kolonien von Kobol blieb.
“…von dieser Variante Nutzen zu ziehen, haben mich meine Tochter Adriana und die
Kriegerin Larissa überzeugt. Aber auch Doktor Daniel Jackson hat einen gewissen Anteil daran, diesen Weg einzuschlagen”, erklärte Adria, die ihre Forderung und die mögliche Lösung des drohenden Konfliktes vorgetragen hatte.
“Na schön. Ich will das noch einmal kurz zusammenfassen. Äh, Sie wollen also von uns, dass wir es gestatten ihren Prioren auf der Erde herumzulaufen und hier ihre Lehre zu verbreiten? Dabei ausgestattet mit diesen außernatürlichen Fähigkeiten?”, fragte General Jack O’Neill irritiert nach.
Daraufhin lächelte kurz Adria, ehe sie antwortete: “Irgendwie muss ja schließlich der Glaube bei den Unwissenden verkündet werden.”
“Andernfalls, werden viele aus unserem Team in der Andromeda-Galaxie getötet, nicht wahr?”, hakte der russische IOA-Delegierte nach, der sich Sorgen um seine gefährdeten Landsleute machte.
Dieses Mal übernahm Larissa die Antwort und erklärte: “Nach großen Flehen und Bitten von der Tochter der Orici, der Amazonenprinzessin Veronika und auch von mir, konnten wir dieses drohende Schicksal für etwa die Hälfte dieser Leute abwenden.”
“Wie es für den Rest ausgeht, hängt allein von eurer weisen Wahl ab”, erinnerte Adria abermals.
Eine lange Pause entstand, und schließlich brach Daniel Jackson die eingetretene Stille und schlussfolgerte säuerlich: “Dann sieht es wohl leider so aus, als ob wir uns darauf einlassen müssen… Adria! Es gibt aber Länder auf dieser Welt, die es ablehnen werden überhaupt einen Prior zu gestatten den Boden ihres Landes zu betreten, und dort deine Lehre zu verbreiten.”
Als er dies sagte, schien sich die Angesprochene an seiner Aussage nicht zu stören, denn er blickte ein triumphierendes Gesicht.
Schnell ergänzte daher das langjährige SG-1-Mitglied: “Doch auch wir selber haben einige wichtige Bedingungen. Also Vertragspunkte, die als Säulen für diese Vereinbarung dienen sollen, damit unsere eigene Sicherheit sowie die unserer Freunde und Verbündeten weiterhin gewährleistet ist.”
“Selbstverständlich”, ließ die Orici vernehmen, die dabei nach wie vor gütig lächelte, “aber ich muss nach Celestis zurückkehren, um meinen immer noch treuen Gläubigen zu beweisen, dass ihre große und einzigwahre Göttin sie nie verlassen hat und immer noch da ist.”
Während sie dies verlauten ließ, schaute sie in die besorgten Gesichter, weswegen sie nur kurz beherzt auflachte und sofort alle dann doch beruhigte: “Keine Sorge. Ich werde mich daran halten, was ich zusichere. Es sei denn, meine Gläubigen oder die Priore werden verfolgt, misshandelt und ermordet! In diesen Fällen würde ich ohne zu zögern umgehend aktiv werden! Aber ich gehe davon aus, dass dies nicht nötig sein wird - denn soviel ich weiß, gibt es in vielen Ländern auf der Erde so etwas wie Religionsfreiheit, die größtenteils auch gesetzlich verankert worden ist…”
Beinahe von allen unbemerkt hatte es an der verschlossenen Tür geklopft. Diese wurde nur kurz geöffnet, damit eine wichtige Akte hereingereicht werden konnte. Nachdem dies geschehen war, wurde die Tür wieder verschlossen.
Dieses darin enthaltene Dokument wurde an Miss Shen weitergereicht, die den Inhalt schnell überflog, ehe sie darum bat sprechen zu dürfen, um es allen mitzuteilen, was darin enthalten war: “Verehrte Ladies and Gentlemen, soeben kam diese Botschaft über die neuesten Entwicklungen herein. Der erste Punkt betrifft die Freie-Jaffa-Nation, die wie nicht anders zu erwarten skeptisch ist, was die Orici betrifft - es aber ihren Volk freistellt, ob es den Pfad des Ursprungs und Adria als Göttin folgen möchte. Und auch die Luzianische Allianz ist nach den ersten Erkenntnissen derselben Meinung. Zumindest die Fraktionen zu denen wir Kontakt haben. Und… ganz zum Schluss ist hier der erste Beschluss der Vereinten Nationen, die eine erste Abstimmung abgehalten haben…”
Die Leiterin der Andromeda-Expedition hielt inne, das Dokument zitterte nicht nur in ihren Händen, sondern auch die Frau schien zu beben. Daniel Jackson, der dies nicht als einziger bemerkte, bat im ruhigen Ton: “Aha. Los sagen sie es uns und spannen sie uns bitte nicht länger auf die Folter. Xiaoyi?”
“O ja. Ich bitte alle Anwesenden vielmals um Entschuldigung. Laut diesen Zeilen hier, hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschlossen den Antrag mit dem vorgelegten Entwurf der Vereinbarung anzunehmen. Aber nur die Länder, in denen das Recht auf Religionsfreiheit gilt sowie von denen welche Staatsangehörige haben, deren Leben bedroht sind, wird dies umgesetzt werden. Es werden, wie schon von Doktor Jackson angesprochen, weitreichende Garantien für alle Nationen der Erde verlangt.”
“Wenn das so ist, möchte ich vor diesen Rat der Vereinten Nationen und dem des IOA sprechen”, erklärte Adria sofort, kurz nachdem Xiaoyi das Papier auf den Tisch abgelegt hatte.
Jack sah sich kurz um, und fragte nur: “Sind Sie irre?”
“Ihr solltet froh darüber sein, dass ich euch frage, und es nicht einfach tue. Wer oder was sollte mich schon daran hindern können, dies einfach durchzuführen”, antwortete die Orici, die mehr als nur gutgelaunt über die Entwicklung der Ereignisse war. “Als Gegenleistung könnte ich Euch natürlich ab und an helfen. Natürlich nur, wenn ihr meine Gläubigen in all Eure Unternehmungen mit einbezieht und nicht intoleranterweise davon ausgrenzt.”
“Wir müssten dafür zunächst einmal einen Antrag bei den Vereinten Nationen stellen, nicht wahr?”, fragte Daniel Jackson an den anwesenden Vertreter der UN, der nur kurz nickte.
“Vielleicht wäre es auch eine Lösung das IOA einzuladen, dann könnte die Orici simultan vor beiden Institutionen sprechen”, schlug Miss Shen vor, die das schmerzhafte Thema endlich beenden wollte.
Milchstraße
Mars
Stargate Command Base - Freizeitraum 4
Seit dem Beschluss und der damit erzielten Vereinbarung, die Adria angestrebt hatte, war bereits über eine Woche vergangen. In diesem Zeitraum hatte ich nur für etwa drei Tage Zeit gehabt, Familie und Freunde auf der Erde aufzusuchen. Die große Auswahl an den Tageszeitungen hatte ich kopfschüttelnd beiseite gelegt, die nun wieder auf den Tisch ihren Platz gefunden hatten.
Es stand seit zwei Tagen immer noch auf den Titelseiten jeder Zeitung auf der Erde, egal ob sie klein oder groß war. Es drehte sich nur noch überwiegend um die neue Weltreligion, die allen seitdem als die ,,Lehre des Pfades des Ursprungs’’ bekannt geworden war. Die neuesten Zahlen waren für viele sehr erschreckend, denn viele wandten sich dieser neuen Lehre bereits zu. Wobei es natürlich viele aus Trotz und Unzufriedenheit gegenüber der etablierten Systeme und anderen Religionen taten, von welchen sie massiv enttäuscht worden waren.
Aber auch in den Medien und den sozialen Netzwerken gab es viele Diskussionen über die Orici und ihre Anhänger, was auch die Ankunft der ersten Priore auf der Erde, die von Adria beauftragt worden waren die Botschaft zu verkünden, betraf. Der Ansturm zu den ersten sogenannten Verkündigungen und Offenbarungen waren dennoch für die meisten Menschen der Erde beängstigend. Doch waren sehr viele einfach nur neugierig geworden und wollten sich in aller erster Linie nur über diese neue Weltreligion informieren.
Doch der Drang etwas Neues auszuprobieren, war dennoch für viele immer noch groß genug. So groß, dass die ersten kleinen Gemeinden in einigen wenigen Ländern auf der Erde schon nach wenigen Tagen gegründet worden waren.
Um mich zu zerstreuen und abzulenken, spielte ich schon seit etwa einer Stunde Dart mit mir selber.
“Och, so ein verfluchter Mist! Das darf doch nicht wahr sein. Drei Würfe und alle nicht dahin, wo sie eigentlich hin sollten.”
“Ach, hier bist Du! Hm, was tust Du hier?”
“Hallo, Larissa. Ich spiele ein wenig Dart - mit mir selber. Was ist denn los?”
“Meine Göttin - Adria - schickt mich, sie will mit Dir sprechen.”
“Ist ja sehr interessant. Und, um was will sie mit mir sprechen?”
“Wurde mir nicht offenbart. Ich weiß nur, dass an diesem Gespräch noch einige weitere Personen teilnehmen werden.”
“Gut. Aber konvertieren werde ich nicht, damit das schon einmal klar ist!”
“Nicht so bissig, bitte. Das verlangt ja auch niemand. Jeden das Seine. Bis zu diesem Gespräch dauert es noch eine gewisse Zeit… Darf ich es auch mal versuchen?”
“Okay. Wenn Du magst”, nickte ich, worauf ich der jungen Frau drei Dartpfeile reichte und ihr die Regeln erklärte.
“…das sind also die Regeln. Habe alles verstanden, womit einem Spiel nichts mehr im Wege steht, Wolfrino.”
“Von mir aus. Wie lange noch?”
“Ich schau mal kurz auf die Uhr dort. Moment. Etwa eine Stunde.”
“Gut. Dann fang mal an, Larissa.”
Mit einem entspannten Lächeln im Gesicht trat die Frau an die Linie heran um die Partie zu eröffnen.
Wir beiden merkten gar nicht wie schnell die Zeit verging, aber schließlich war das Spiel vorbei.
“Das gibt es doch gar nicht!”
“Tja, mein Freund. Nicht schlecht, oder?”
“Kann man wirklich so sagen. Du hast immer das getroffen, was die meisten Punkte oder vonnöten war, um letztendlich zu gewinnen. Hast wirklich ein gutes Händchen.”
“So bezeichnet man es also hier auf der Erde, wenn jemand sehr geschickt ist?”
“Ganz genau. Und der Blick auf die Uhr sagt, dass es an der Zeit ist sich auf den Weg zu machen. Also los!”
“He! Warte doch auf mich, Wolfrino!”
Odyssee
Folge 3.14 Hiob
Milchstraße
Mars
Stargate Command Base - Großer Festsaal
Es war für alle Anwesenden nicht zu übersehen, wie erfreut Adria über die immer noch anhaltende Entwicklung war, die ihr die jüngste geschlossene Vereinbarung eingebracht hatte. Die Orici schien seit diesem Moment noch etwas stärker zu strahlen, als noch vor einigen Wochen nachdem sie aus ihrer Verbannung ausgebrochen war. Dies kam natürlich von der Energie all Derjenigen von denen sie angebetet wurde, da diese Leute sie für ihre Göttin hielten.
Gerade unterhielt sie sich mit jemand, der voller Enttäuschung vor einigen Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten und dann schließlich vor einer Woche zu ihr und ihrer Lehre konvertiert war.
“…ja, ich werde schon in den nächsten Tagen weitere Priore zur Erde senden, die die jungen Gemeinden hier unterrichten und gegen die Angriffe von Andersgläubigen festigen sollen”, versicherte Adria dem Mann.
Aber dann schien die Stimmung der Orici zu kippen, denn sie gingen während ihres Gespräches auf Jeanne und Jasmin zu, die ebenfalls eingeladen worden waren.
In diesem Moment betraten auch Larissa und ich den Saal.
“Ist das überhaupt der richtige Ort? Sieht eher nach einer öffentlichen Veranstaltung, als nach einer entspannten Gesprächsrunde im kleinen Kreise aus”, bemerkte ich, mich dabei an die Soldatin der Leibgarde der Orici gewandt.
“Nein. Wir sind hier schon richtig”, versicherte mir diese sofort.
Selbstverständlich waren auch Jack und Teal’c anwesend und unterhielten sich, aber dabei besonders darauf achtend ihre Zielpersonen im Auge zu behalten.
“O’Neill. Weiß eigentlich mittlerweile Jonathan Martin schon, was mit seiner Frau und einer ihrer Kolleginnen, die dazu noch ihre beste Freundin ist, passiert ist?”
“Nein. Bislang noch nicht, Teal’c. Ich habe bisher noch nicht den Mut gehabt, es ihm zu sagen… Doch habe ich so langsam aber sicher das ziemlich ungute Gefühl, dass sich dies in den nächsten Minuten höchstwahrscheinlich ändern wird”, flüsterte der Leiter des Homeworld Command, der mit dem Jaffa hilflos mit ansehen musste wie das Drama seinen Lauf nahm.
“Hallo! Über meine glorreiche und gesegnete Rückkehr ist nicht jeder erfreut, das weiß ich. Und ganz besonders ihr beiden und euresgleichen wird dieser Umstand so ziemlich in die Parade fahren. Nicht wahr?”
“Wir wissen nicht, was Sie meinen”, antwortete Jasmin/Bastet, die ihren Zorn gerade noch so unterdrücken konnte, damit ihre Augen nicht drohend aufleuchteten.
Genau in diesen Augenblick, war ich dazugestoßen und fragte deswegen irritiert in die Runde: “Was soll das denn heißen? Was wird hier gespielt? Jeanne? Jasmin? Adria?”
Die Orici verschränkte lässig ihre Arme vor ihrer Brust, drehte ihr Gesicht zu mir um, und sagte kalt und direkt: “Ganz einfach, mein lieber Freund: Diese beiden Frauen sind schon seit einiger Zeit von Dämonen besessen und spielen seitdem auf diesen schönen Planeten die Unschuldslämmchen.”
Diese Antwort genügte mir schon, da sofort klar war was damit gemeint war.
Schließlich waren auch Jack und Teal’c bei uns angelangt.
“General O’Neill! Sind meine Frau Jeanne und auch meine Freundin Jasmin etwa zu Goa’uld geworden?”
“Ja. Es ist leider wahr. Tut mir leid.”
“Es tut Ihnen wohl bestimmt allen leid. Ich bin schon seit fast 2 Wochen wieder hier - und erfahre das auf diesem Wege! Und seit wann etwa sind Jeanne und Jasmin von Goa’uld okkupiert?”, fragte ich polternd.
Zu meiner Überraschung, sowie die der anderen übernahm der Symbiont in meiner Frau die Antwort und versicherte dabei: “Bitte Jonathan. Deine Gemahlin kann nichts dafür.”
Mit zusammengekniffenen Augen starrte ich die Frau, mit der ich nach wie vor noch verheiratet war, fest an und fragte: “Und. Wer bist Du? Und wer steckt in Jasmin?”
“In Deiner und ihrer Freundin wohnt Bastet und ich bin Nike.”
Da ich mich nur mühsam zusammenreißen konnte und heftig mit mir ringen musste niemanden einen schweren Schaden zuzufügen, presste ich mühsam: “Oh man. Ich muss hier sofort wieder raus…”, hervor.
Während General Jack O’Neill für die Orici und selbsternannte Göttin Adria nicht viel mehr als nur einen tadelnden Blick übrig hatte, folgte mir mit nur langsamen ruhigen Schritten Teal’c nach draußen. Kurz darauf schlossen sich aber sofort einige andere aus dem Team der Andromeda-Expedition an, welche einige freie Tage auf der Erde und dem Mars verbringen durften. Es handelte sich dabei um Lieutenant Cassandra Fraiser, Leutnant Jessica Schneider, First Lieutenant Jiao Jin und Larissa.
“Weshalb so böse, General? Einer musste es ihm ja schließlich mal sagen”, erklärte sich Adria, als niemand mehr in ihrer Nähe stand.
Derweil hatten sich Nike/Jeanne und Bastet/Jasmin in eine ruhigere Ecke zurückgezogen, wo sie ebenfalls allein und ungestört waren.
“Sicher. Ja. Er hatte ein Anrecht darauf es zu erfahren. Doch wäre eine schonende Variante besser gewesen, wenn man in Anbetracht nimmt, was Jonathan Wolfrino Martin schon alles durchgemacht hatte”, brummte Jack säuerlich.
“Hm. Als kleine Wiedergutmachung könnte ich etwas tun, nämlich wo sich in etwa die Stadt der Antiker befindet, die ihr in der Galaxie sucht. Als einzige Gegenleistung verlange ich, dass einige meiner Getreuen, wie zum Beispiel die Ori-Soldatin Larissa, eine meiner getreuen Leibwächterinnen, welche schon meiner Tochter Adriana treu zur Seite stand und Sie selber auch schon seit einiger Zeit kennen, dieses sogenannte Expeditions-Team dabei begleitet!”
“Einverstanden. Doch muss ich dies zunächst abklären und Rücksprache halten.”
“Aber sicher. Was anderes hätte ich auch nicht erwartet.”
Kaum war dieser Satz von der Orici ausgesprochen, wandte sich der General von ihr ab und ging auf den Botschafter der UN zu, der sich mit Miss Shen unterhielt.
Nun konzentrierte sich Adria auf Bastet/Jasmin und Nike/Jeanne um vorsichtig in ihre Gedanken einzudringen.
Derweil hatte ich, dachte ich zumindest mich in Stille zurückgezogen. Doch war dem nicht so, denn Teal’c war mir in einem gewissen Abstand gefolgt.
Langsam trat der Jaffa näher an mich heran, ehe er sich rechts neben mir ebenfalls auf den Boden niederließ und meinte: “Du hättest es nicht verhindern können, mein Freund. Es geschah bei einem routinemäßigen Einsatz, als sie sich im Dienst befand. Wir werden alles Mögliche tun, um nach einer guten Lösung zu suchen.”
Während der ehemalige Primus von Apophis dies zu mir sagte, traten die 4 Frauen heran. Sie wollten damit ihre Solidarität zum Ausdruck bringen, aber auch um mit mir sprechen und mich von der Gegenwart, mit welcher man mich konfrontiert hatte, abzulenken.
Cassie war die erste die sich bemerkbar machte und sagte: “Wir haben wie versprochen von Adriana, Larissa sowie auch der Orici Adria ein Metall erhalten, was nach den ersten Tests, die Jennifer und ich durchgeführt haben Logan sowie seiner Tochter Laura helfen wird. Einfach ausgedrückt, neutralisiert es den schleichenden Vergiftungsprozess durch das radioaktive Adamatium. Es ist nicht viel von diesem Metall vorhanden, aber es wird genügen.”
“Danke. Wenigstens das hätten wir geschafft.”
“Gern geschehen”, meinte Larissa daraufhin, die ihre Hand nach mir ausstreckte, diese aber wieder dann wieder schnell zurückzog.
Schließlich versuchte Jessica ein wenig abzulenken und ergriff das Wort: “Die ganze Welt. Ach, was sage ich da nur! Mehrere Galaxien sind aus den Fugen geraten…”
Doch unterbrach ich sie müde lächelnd mit den Worten: “Sag doch MacGyver Bescheid, dem fällt bestimmt was dazu ein.”
“Dies wird leider nicht gehen Jonathan Martin!”
“Wieso denn nicht Teal’c?”
“Da Angus MacGyver sowie seine beiden besten Freunde Peter Thornton und Jack Dalton mit der letzten Verstärkung vor einiger Zeit zur Destiny gereist sind”, antwortete der Jaffa nachdenklich.
“Aha. So. Wo waren wir gerade Leutnant Schneider?”
“He! Wir hatten uns doch darauf geeinigt uns gegenseitig zu Duzen! Tja, wir waren bei der neuen Weltreligion, die es nicht nur auf der Erde, sondern in mindestens drei Galaxien gibt. Was war noch? Ach ja, das Captain Sharon Satterfield in Wahrheit eine Zylonin ist und ihren Volk womöglich alles über uns verraten hat. Da kommt wohl in Zukunft noch so einiges auf uns zu.”
“Was mich beunruhigt ist, dass die beiden, Jeanne und Jasmin, Goa’uld geworden sind. Da steckt bestimmt noch mehr dahinter. Hat Professor Charles Xavier schon etwas in Erfahrung bringen können, Teal’c?”, fragte First Lieutenant Jin.
“Leider nein. Er schafft es nicht in das Bewusstsein von Bastet und Nike einzudringen. Wir könnten eigentlich nur noch Adria um Hilfe ersuchen, um zu erfahren was die Goa’uld in Wahrheit vorhaben.”
“Das ist ja alles gut und schön Leute. Aber mir wäre es lieber an einer sicheren Variante zu arbeiten um diese Schlangen aus meiner Frau und einer meiner besten Freundinnen herauszuholen!”
“Dies ist leider nicht machbar”, entgegnete der Jaffa niedergeschlagen, der dann uns erzählte und erklärte weshalb dies unmöglich war.
Als Teal’c fertig war, waren alle zunächst wie gelähmt über diese Information. Doch schließlich schnaubte ich: “Das ist ja ein verfluchter Mist! Die beiden sind jeweils mehrere Jahrzehnte mit diesen Symbionten miteinander verschmolzen! Ich komme unerwartet wieder nach Hause… und bekomme so eine Nachricht mitgeteilt!”
Durch die Emotionen konnte ich meine Bestürzung nicht mehr so richtig verbergen. Ich fühlte mich deswegen total hilflos. Hinzu kam die eingetretene Verzweiflung und die Gewissheit, dass meine Frau und eine meiner besten Freundinnen für die nächsten etwa fünfzig Jahre von Goa’uld besetzt waren, wenn man keine Lösung finden würde, traf mich tief.
