28.12.2025, 19:27
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.12.2025, 19:45 von Jonathan J. O´Neill.)
Odyssee
Folge 5.07 - “Spurensuche”
Andromeda-Galaxie
Alliierte Flotte
Ilion, Konferenzraum
Viele Akten befanden sich auf den Tischen. Es herrschte eine zufriedene Stimmung in der gesamten Flotte, was natürlich an den Sieg gegenüber den Zylonen lag, den man jüngst hatte erringen können. Doch war der Kampf in einem der benachbarten Planetensysteme gegen die anderen Basis- und Wiederauferstehungsschiffe, besonders für einen Kampfstern, nämlich der Icarus nicht besonders gut gelaufen. Man hatte sich daher bereits dazu entschlossen Personal, Vorräte und alle entbehrbaren Materialien auf andere Schiffe in der gesamten Flotte umzuverteilen.
„Commander Edwards, wollen sie das Kommando über die Heracles behalten? Auch ist mir bekannt, dass dieser Kampfstern einige Schäden aufweist, aber ich habe da einige gute Leute zur Hand, die das durchaus beheben können. Doch ich frage, weil sie ja eigentlich vor Beginn des Zweiten Krieges gegen die Zylonen die Koloniale Flotte ja eigentlich verlassen und mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen wollten“, erkundigte sich Admiral Baker.
„Stimmt. Bin ja nur rein zufällig wieder in den aktiven Dienst geraten“, nickte Jonathan, „und habe das Schiff übernommen, weil Diana das Kommando über die Electra zufiel. Hm. Von mir aus dürfen sie die Heracles haben, Steven. Wenn Sie mir versprechen, das Schiff gut zu behandeln.“
„Selbstverständlich. Bleiben sie an Bord oder wollen sie versetzt werden?“
„Ich denke, ich werde zu meiner Familie gehen.“
„Gut. Was ist unser nächstes Thema?“, fragte Steven Baker dann.
„Wer das eigentliche Kommando über die gesamte Flotte erhalten soll, da wir hier einige Admiräle sind…“
„Genau genommen… sind es nur noch zwei, Diana.“
„Ja, so ist es, denn Admiral Joseph Tarsus befindet sich ja in der Brig. Danke für den wichtigen Kommentar, Jonathan. Wollen wir durch das Los oder eine Wahl durch die Befehlshaber der Kolonialen Flotte darüber entscheiden lassen.“
„Und Joseph bleibt auch in der Brig, da er noch vor ein Militärgericht gestellt werden muss. Eigentlich geht es ja bei der Beanspruchung der Position des Ersten Admirals auch nach dem Dienstalter. Doch mein Vorsprung und Erfahrung sind da nicht besonders groß“, murmelte Steven nachdenklich.
Doch alle wussten, wie enorm wichtig eine klare Kommandostruktur war, besonders jetzt, weil man sich immer noch im Krieg befand.
„Klären wir das am besten in einer gesonderten Sitzung“, schlug Commander Barbara Tiber von der Battlestar Tauron vor.
Alle waren damit einverstanden, da es noch einige weitere wichtige Punkte von Themen gab, die man abarbeiten musste.
Triangulum-Galaxie
Ex-Heimatwelt der Goa‘uld
Die Flotte von Adriana hatte ohne große Mühe die ehemalige neue Heimatwelt der Goa‘uld eingenommen. Es befanden sich so gut wie gar keine Menschen mehr auf diesen Planeten, denn die Goa‘uld hatten die Schwächsten zurückgelassen.
Da die Tochter der Orici Mitleid für diese Menschen, obwohl ihre Gesellschaft sehr primitiv war, empfand, leistete sie humanitäre Hilfe. Als Gegenleistung nahm die gesamte Bevölkerung die Lehre des Ursprungs und den Glauben an die Göttin Adria, ihrer Mutter an.
Zum Schutz dieser hilfebedürftigen Menschen ließ sie einen Teil ihrer Truppen auf diesen Planeten sowie ein Kriegsschiff in dessen Orbit zurück, danach nahm sie die Verfolgung der geflüchteten Goa‘uld wieder auf.
Pegasus-Galaxie
Atlantis, Torraum
„Colonel Sheppard. Ich freue mich, Sie und das übrige Team wieder hier in Atlantis begrüßen zu dürfen. Allerdings beunruhigt mich der aktuelle Bericht aus der Milchstraße sehr, nämlich dass es die Nazis geschafft haben sollen mit Shangri-La zu fliehen. Doch scheint die Entdeckung von diesen Emrys, welcher der Zufluchtsort von Artus sein soll, unmittelbar bevorzustehen.“
„Danke, für den netten Empfang, Mister Woolsey. Es ist leider wahr, was die Nazis angeht, denn Doktor Jackson und McKay haben in diesen Zusammenhang erdrückende Beweise gefunden. Momentan läuft die Suche nach einer Spur, und Adriana, die Tochter der Orici, also Adria, ist weiter auf der Jagd nach den verbliebenen Flotte von Ba‘al und den Goa‘uld und auf der Erde ist man mit dem Wiederaufbau beschäftigt. So lautet der aktuellste Stand zum Zeitpunkt unserer Abreise“, berichtete John, der empfahl die weiteren Ausführungen im Konferenzraum zu machen.
Während sie alle die Treppe nach oben zum Kontrollraum gingen, erzählte Richard allen von AR-1, dass unter General Steven Caldwell bereits der finale Schlag im Krieg gegen die Wraith in der Pegasus begonnen habe.
Andromeda-Galaxie
Galactica-Flotte
Battlestar Galactica, Adamas Quartier
Die Gerüchteküche brodelte in der gesamten Flotte, denn dafür hatte der Vizepräsident Zarek gesorgt. Erst gestern hatte sich Präsidentin Roslin von der Colonial One aus mit ruhiger Stimme an alle Menschen in der Flotte gewandt. Jetzt saß genau diese Frau Admiral Adama gegenüber, der ihr ein weiteres Glas eingeschenkt hatte.
„Hoffentlich haben Sie das Richtige getan, Bill.“
„Wie Sie in ihrer Ansprache schon gesagt haben Laura, dass die Aussicht auf eine weitere Flotte von Überlebenden unseres Volkes unsere Chancen für die Zukunft verbessern. Auch die Aussicht auf Verbündete, Menschen aus anderen Galaxien die bestehenden Risiken aufwiegen und daher die Mission durchgeführt werden muss“, erinnerte der Commander der Galactica.
„Doch dem Vizepräsidenten missfällt es, dass sie dafür die Pegasus zur Verfügung gestellt haben.“
„Ich musste es tun. Die Chancen diese Flotte zu finden, und mit unserer letztendlich zusammenzubringen sind dadurch größer.“
„Weil die Pegasus über die notwendigen Geräte an Bord verfügt, mit denen die Acht, die wir als Captain Sharon Satterfield ihr Team wiederfinden kann…“
„Sind Sie endlich überzeugt von ihr?“
„Etwas. Das Foto ihres sogenannten Teams sowie dieses Video von der Kamera, haben da sehr geholfen mich dazu durchzuringen.“
35 Lichtjahre entfernt
Battlestar Pegasus, CIC
Anhand der Informationen, die Satterfield in ihrer Zeit als „Gast“ an Bord der Schiffe der Zylonen aufgeschnappt hatte, versuchte sie die Route zu rekonstruieren und damit die Spur ihrer Freunde und Teamgefährten im All zu finden.
„Was ist mit dem Planeten, den ihr Kobol nennt?“
„Kobol? Dahin wollten wir eigentlich nie wieder, Satterfield!“, machte Commander Lee „Apollo“ Adama der Zylonin klar.
„Ich spüre aber tief in mir drin, dass diese Flotte und auch meine Freunde dort gewesen sein müssen. Das Volk, dem ich angehöre, nicht die Zylonen, sondern mit dem ich hierher gekommen bin, ist eines aus Entdeckern und Forschern.“
„Wir sollen doch jeder Spur nachgehen, nicht wahr Commander?“
„Ja, Dee. Dann begeben wir uns nach Kobol. Wie viele Sprünge sind es bis dorthin?“
Daraufhin antwortete Lieutenant Hoshi: „Fünf bis Sieben. Mindestens. Je nachdem, wie stark wir die FTL-Triebwerke beanspruchen wollen. Anhand meiner Berechungen sollten wir es besser in zehn machen.“
„Gut. So machen wir es, und unterwegs können wir nachsehen, ob wir vielleicht schon etwas finden, bevor es weiter nach Kobol geht!“, entschied Apollo.
Milchstraße
Sol-System
Mars
SGCB, Besprechungsraum
Die gesamten Ressourcen der gesamten Basis und auch der, der dazugehörigen Abteilungen, waren dazu verwendet worden nach Emrys und jeder noch so kleinsten Spur von Shangri-La zu suchen.
In der für an jeden Tag zu diesen wichtigen Themen angesetzte Besprechung, wurden die aktuellsten Daten und Erkenntnisse dem Stab mitgeteilt. In Bezug von Shangri-La schien es einen sich ersten lohnenden Hinweis zu geben, welcher schließlich von Master Bra‘tac kam. Der alte Jaffa hatte sich an eine alte Geschichte erinnert, die ihm eingefallen war, weil Doktor Jackson einen Aufruf gestartet hatte, der unter anderem auch an die Jaffa gerichtet war.
„…diese Leute sollen in einem gigantischen Raumschiff in Begleitung von ein paar Ha‘tak-Schiffen, Al‘kesh und uns unbekannten Schiffen durchs All gereist sein. Diese Menschen hatten angeblich ein Bündnis mit einer bereits untergegangenen Goa‘uld-Dynastie geschlossen und größtenteils schwarze Uniformen getragen haben…“
„Das könnte schon einmal passen, Bra‘tac. Wie sahen diese Uniformen im Detail aus, gab es da irgendwelche auffälligen Markierungen oder sonderbares Verhalten ihrer Träger?“
„Aber ja, Daniel Jackson. Der Jaffa, der mit diesen Leuten einst zu tun hatte, hatte mir erzählt, dass sie ständig den rechten Arm hoben und eine Armbinde mit einem solchen Symbol hier trugen.“
„Dann waren sie es wirklich, der Abschaum der gesamten Menschheit! Wo und wann war es genau?“
„Dies weiß ich leider nicht. Doch kenne ich den Sohn jenes Jaffa. Wenn du es wünschst, lasse ich ihn hierher rufen?“
„Das wäre in der Tat sehr hilfreich, danke.“
18 Stunden später
Milchstraße
Sol-System
Mars
SGCB, Besprechungsraum
Der Moment war gekommen und im Besprechungsraum hatten sich viele wichtige Leute versammelt. Auch über Video waren so manche zugeschaltet.
Doch Doktor Daniel Jackson war der Letzte, der sich zu ihnen gesellte. Bevor sich das langjährige SG-1-Teammitglied setzte, verteilte er zunächst noch einige Blätter, damit jeder auf den neuesten Stand war.
Allen war klar um was es ging, es ging entweder um Emrys oder aber um eine Spur, die zu Shangri-La, welches allerdings von den Nazis weggeflogen worden war.
Nach einigen Minuten war klar, es ging um beide Themen.
„…beim Finden von Emrys hat Morgan La Fay alias Ganos Lal ihre Hilfe angeboten. Doch meinte sie, dass es auch für sie selber schwierig sein wird diesen Ort zu finden, denn er wurde sehr gut versteckt“, erklärte Daniel Jackson, der dann alle auf einige Sternenkarten aufmerksam machte. Auf denen waren Markierungen zu erkennen, die der Archäologe auf Grund seiner Forschung darauf gemacht hatte. Diese sollten die möglichen Standorte und somit das Auffinden von Emrys erleichtern.
„Das sind insgesamt sieben mögliche Standorte von Emrys“, stellte General Hank Landry fest.
„Ja. Und alle von ihnen scheinen planetarische Nebel oder vergleichbare Objekte zu sein“, fügte General Samantha Carter nach einen prüfenden Blick hinzu.
„So ist es, doch verfügt verständlicherweise keiner dieser Zielorte über ein Sternentor. Was bedeutet, dass wir ein Schiff benötigen, um unser Ziel zu erreichen“, seufzte General Cameron Mitchell.
Alle sahen auf einen der Monitore. Und zwar auf den von General Jack O‘Neill. Der Leiter des Homeworld Command grinste nur kurz und schob augenzwinkernd die entscheidende Verantwortung sofort weiter an die UN und das IOA.
Die Mission zur Entdeckung von Emrys wurde ohne Aufschub von der UN und dem IOA genehmigt. Allerdings wurde dafür nur die Verwendung eines Schiffes gestattet, da man im Kampf gegen Ba‘al und die anderen Goa‘uld hohe Verluste hatte hinnehmen müssen, aber auch weil der finale Feldzug gegen die Wraith in der Pegasus-Galaxie begonnen hatte. Deswegen waren die gesamten Kräfte mehr oder weniger gebunden und einige Stützpunkte waren dafür verlassen worden.
Im direkten Anschluss folgte der zweite Punkt, nämlich die extrem wichtige Suche nach Shangri-La. In diesen Fall hatten besonders die Mutanten um Erik Lehnsherr, der allen als Magneto bekannt war, ihre Hilfe angeboten.
„…durch die Hilfe von Master Bra‘tac habe ich, bevor diese Besprechung begonnen hatte, noch mit dem Sohn des Jaffa Lo‘rac, Il‘rac sprechen können. Dieser erzählte mir, dass sich die Nazis lange Zeit im Bereich hier, am Rande der Milchstraße in der Nachbarschaft zu den beiden Magellanschen Wolken aufgehalten haben. Dort in der Nähe befindet sich ein Stargate, und zwar auf P4M-34Q5.“
„Auch für diese Mission benötigen wir natürlich ein Schiff, denn wenn wir dort oder später auf diese Nazis treffen, benötigen wir jeden entscheidenden und taktischen Vorteil, den wir bereits haben oder noch zusätzlich kriegen können“, stellte Cameron klar.
Worauf Teal‘c mit: „In der Tat!“, antwortete.
Wraithplanet
Brut- und Aufzuchtanlage
Vorsichtig tastete sich Todd durch die Korridore der Anlage. Der Wraith wusste, dass er Sheppard und den anderen Menschen einen Beweis erbringen musste, der eindeutig bewies, am Angriff seiner Art auf die Erde vor einiger Zeit nicht schuld zu sein.
Der ehemalige Commander der Wraith begann an einer Nebensteuerkonsole zu arbeiten, nachdem er sich vergewissert hatte, dass kein anderer Wraith in der Nähe war. Sein Ziel war es eine Störung hervorzurufen, damit er die Energiequelle stellen und dabei simultan dadurch tausende Wraith töten konnte.
Mehr als nur ein riskantes Unternehmen, denn er war allein und hatte deshalb keinerlei Rückendeckung. Früher hatte er Colonel Sheppard und auch dessen Freunde bei solchen Missionen an seiner Seite, beziehungsweise ebneten ihm durch deren Taten einige Wege, die er zu nutzen wusste. Doch dieses Mal war es anders, denn er hatte alles genau planen müssen.
Schließlich hatte Todd es geschafft, die Systeme in dem gesamten Komplex schienen zu versagen. Die Störung war eingetreten. Die Wraith-Drohnen, die den Zugang zu dem Raum mit dem erwarteten ZPM bewachten waren abgelenkt. So sehr, dass sie von den Schüssen durch den Betäuber überrascht wurden. Mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht betrat Todd den Raum. Wie vom Donner gerührt stand er einige Zeit lang da, denn er wusste nun, weshalb diese Anlage so groß war. Sie wurde von drei ZPM‘ mit Energie versorgt. Genug Energie, um die Streitmacht der Wraith in der gesamten Milchstraße innerhalb der nächsten paar Monate zu vervierfachen.
Der Wraith musste sich beeilen, denn er spürte und fühlte, dass sich seiner Position Artgenossen von ihm näherten. Als Todd das letzte der drei ZPM‘ entnommen hatte, brach die Energieversorgung kurzfristig für einige Zeit komplett zusammen. Dies führte bei allen Wraith für weitere Irritationen. Dies ermöglichte Todd die Flucht aus diesem Stützpunkt der Wraith in einem gestohlenen Kreuzer. Denn der ehemalige Commander hatte sich die Loyalität von einigen Wraith sowie Gläubigen sichern können, die seine Art aus Furcht verehrten.
„Commander. Wir werden von den Waffensystemen des Basisschiffes vor uns erfasst!“, meldete sein erster Offizier.
Daraufhin befahl Todd den sofortigen Sprung in den Hyperraum zu den Koordinaten, die er selbst eingegeben hatte, um der sicheren Zerstörung durch die Basisschiffe der anderen Wraith zu entgehen.
Odyssee
Folge 5.08 - “Tribute”
Sagittarius-Galaxie
unbekannter Planet
Nördlichster Kontinent
Hauptstadt, Rathaus
Wie jedes Jahr herrschte um diese Jahreszeit für einige Monate noch mehr Dunkelheit und Kälte als sonst. Dies lag an der Achse und der aktuellen Entfernung jenes Planeten zu seiner Sonne.
“Wir müssen endlich einige Personen für die bevorstehende Opferung auswählen, Magistrat.”
“Ich weiß. Wir hätten dies schon längst tun sollen, doch waren wir zu sehr mit der Einbringung von der Ernte beschäftigt gewesen, weil wir so viele Kranke in unserer Stadt und auch den umliegenden Dörfern hatten, Erster Sekretär”, seufzte der Angesprochene, der wusste, dass die Zeit dafür massiv drängte.
Daher ließ er sich die Einwohnerlisten der Dörfer vorlegen, anhand der darin aufgeführten Familien hatte der Magistrat vor, die dreizehn Personen für die bevorstehende Opferung in genau dreizehn Tagen auszuwählen.
Eine schwere Entscheidung, die jährlich schon seit vielen Jahrtausenden viel Wehklagen mit sich brachte. So gut wie jede Familie und Sippe, war seit jeher mehr oder weniger davon betroffen gewesen, so auch seine eigene.
Zehn Tage später
Sagittarius-Galaxie
Orbit des unbekannten Planeten
U.S.S. Phoenix, Brücke
Erst vor wenigen Stunden, hatte dass neueste Schiff, das zu einer reinmilitärischen Mission aufgebrochen war den äußersten Rand des Planetensystems in der kleinen und benachbarten Galaxie der Milchstraße erreicht.
Das alte Team von General Mitchell hatte sich aufgeteilt, um die Suchen nach Emrys und Shangri-La durchführen zu können.
Cameron hatte sich dafür das neueste Schiff genommen, nämlich die U.S.S. Phoenix, wobei er von Teal’c begleitet wurde. Sie hatten von General O’Neill den Auftrag erhalten endlich den Standort von Shangri-La ausfindig zu machen, während General Carter und Doktor Jackson weiter nach Emrys suchen sollten. Um das Team zu verstärken, hatte Mitchell sehr viele Stunden mit dem Durchstöbern vieler Personalakten verbracht, denn er würde das Schiff ja auch mal verlassen.
“Also mal herhören Leute: Teal’c geht mit mir und den übrigen Erkundungsteam auf den Planeten, den wir bereits als RM5X-P666 kennen, runter! Lieutenant Colonel Dundee!”
“Sir.”
“Passen Sie gut auf das Schiff auf, sonst kommen wir nämlich nicht so schnell von hier wieder weg! Und, Funkkontakt alle acht Stunden!”
“Jawohl, General Mitchell.”
RM5X-P666
Nördlichster Kontinent
Um niemanden von der ansässigen Bevölkerung unnötig in Schrecken zu versetzen, hatte Cameron Mitchell nämlich Leutnant Müller befohlen das zehnköpfige Erkundungsteam einige Meilen außerhalb eines zuvor ausgewählten Siedlungsbereiches auf dem Planeten zu beamen.
Außer Cameron und Teal’c befanden sich laut den bestehenden Verträgen mit der Luzianischen Allianz und natürlich auch der Orici Adria daher noch je zwei von diesen beiden Mächten und sechs Menschen aus verschiedenen Nationen von der Erde im Erkundungsteam.
“Ist das gespenstisch hier auf diesen Planeten”, stellte Doktor Magdalena Czestochowa, eine Archäologin aus Polen, fest.
Ein Soldat aus Russland stimmte ihr sofort mit den Worten: “Ja. Erinnert mich irgendwie hier an einen Gruselfilm.”, zu, während er seine Waffe noch fester umklammerte und sich wachsam umsah.
Alle sahen sich aufmerksam um. Und was die beiden gesagt hatten, es entsprach der Wahrheit, denn die gesamte Atmosphäre passte genau ins Bild: Es war recht dunkel und nur die Sterne und der Mond, die durch die dichte Wolkendecke und Nebelwände zu dringen versuchten, spendeten spärliches Licht. Zusätzlich waren die Rufe von den Wesen der Nacht zu hören, also von Eulen und anderen nachtaktiven Tieren. Unzählige Spinnennetze säumten das Geäst und Gezweig der vorhandenen Flora. Ab und wann, schienen dunkle und schemenhafte Schatten durch den um sie umgebenden finsteren Wald zu huschen. Der Weg auf dem sie sich befanden, war von Gräsern, Kräutern und Büschen überwuchert. Aufragende Steinplatten, die von den Wurzeln der Bäume angehoben worden waren, verrieten dass es hier einst noch vor einigen Jahrhunderten eine Art Straße gegeben haben musste.
“Na schön. Gehen wir weiter! Aber bleibt dicht zusammen!”, beschloss Cameron Mitchell, dem nichts zu erschrecken schien.
“In der Tat”, stimmte Teal’c ihm zu, “wir sollten uns hier auf dieser Welt nicht über Nacht im Freien aufhalten, sondern uns so schnell es geht an einen geschützten Ort begeben.”
Der Jaffa wandte sich noch einmal kurz im Gehen in eine Richtung um, denn er spürte es seit einiger Zeit: Sie wurden aufmerksam beobachtet. Doch von wem oder was, war für ihn nicht zu erkennen.
Hauptstadt
Rathaus
“Herr Magistrat.”
“Ja. Da sind soeben Fremde durch das Stadttor gekommen. Zehn Fremde, um genau zu sein.”
“Das könnte uns helfen.”
“Seid ihr Euch da so sicher. Es sind allem Anschein nach Menschen. Aber solche Kleidung und Gegenstände, die diese bei sich tragen, habe ich noch niemals gesehen.”
“Egal. Führe sie sogleich in die Halle, ich komme gleich!”
“Was macht die Auswahl für die Opferung?”
“Später, Erster Sekretär! Später!”
Das Team um Brigadier General Cameron Mitchell und Teal’c war in der Zwischenzeit vom Ersten Sekretär in eine große Halle geführt worden, die offensichtlich für solche Angelegenheiten, wie Empfänge hergerichtet und ausgestattet worden war.
Aufmerksam sahen sich die Gäste erneut um. Unterwegs waren sie auf einige Laternen im Wald gestoßen, die einige verblüffende Ähnlichkeiten mit dem Design der Antiker aufwiesen. Auch die Architektur einiger Gebäude in einem kleinen Vorort durch den sie zuvor noch gegangen waren und auch dieses Gebäude erinnerten ein wenig an die Antiker.
Sie mussten auch nicht allzu lange warten, denn der Magistrat erschien in Begleitung einiger weiterer wichtiger Beamter seiner Regierung.
“Ich bin Magistrat Arad. Den Ersten Sekretär Brasow kennen Sie ja bereits”, sagte der Mann zur Begrüßung, bevor sich die Menschen von der Erde bei ihnen vorstellten.
Ohne lange zu überlegen ließ Arad für die weitgereisten Besucher ein Fest geben, denn er war nicht nur neugierig geworden, sondern hatte eine Idee. Doch als sich Mitchell kurz mit der Begründung sich bei der Crew seines Schiffes zu melden zurückzog, wurde der Magistrat nachdenklich, nämlich darüber ob es richtig war diesen bereits eingeschlagenen Pfad zu gehen.
“Und wie funktioniert dieser Gegenstand, den Ihr da benutzt habt?”
“Das ist in Prinzip ganz einfach, wenn man sich damit gut auskennt, Magistrat Arad. Man benötigt diesen Schalter hier und spricht dann so, wie ich es vor einer Stunde getan habe”, erklärte Mitchell, der immer müder wurde. Alles im Blickfeld des Generals schien immer weiter zu verschwimmen.
12 Stunden später
Sagittarius-Galaxie
RM5X-P666
Nördlichster Kontinent
Hauptstadt
Rathaus
“Oh, mein Kopf!”, stöhnte Cameron, der allmählich wieder zu sich kam.
Doch der Untergrund fühlte sich etwas seltsam an. Es waren keine Teppiche, Felle und Kissen mehr, sondern Heu und Stroh. Auch schien die Luft ungastlicher zu sein, denn sie war ziemlich feucht und muffig.
“General Mitchell”, hörte er Teal’c rufen, welcher schon seit mehreren Stunden wieder bei Bewusstsein war.
Die durchdringende und klare aufrüttelnde Stimme des Jaffa holte dem Kommandeur der Phoenix schließlich wieder in die Gegenwart zurück.
Nachdem er wieder klar sehen und denken, aber auch vor allem handeln konnte, stellte Cameron Mitchell missmutig fest, dass sie sich alle aus seinem Team in Zellen befanden, die durch Gitterstäbe voneinander abgetrennt waren.
“Wir sind also gefangen”, brummte Cameron.
“In der Tat. Wir wurden offenbar über die Nahrung und Getränke, die wir bekommen und dann zu uns genommen haben betäubt, und anschließend hierher gebracht”, bestätigte Teal’c.
Es dauerte noch etwa zwei weitere Stunden bis auch das letzte Mitglied des Teams endlich wieder das Bewusstsein wiedererlangt hatte. In dieser Zeit rief Mitchell mehrmals mit lauter Stimme in der Hoffnung, dass diejenigen, die sie in die Zellen gesperrt hatten mal nachsehen kamen.
Schließlich waren sich nähernde Schritte zu hören. Ein Schlüsselbund klapperte kurz darauf und rasselte geräuschvoll. Kurz danach ertönten Schließgeräusche. Die eiserne Tür zu dem Zellentrakt wurde geöffnet und ein paar dutzend Personen mit Fackeln traten ein.
Cameron und Teal’c waren nicht die einzigen, die erkannten wer vor ihnen stand, während drei weitere Personen, die ängstlich dreinblickten in die letzten drei leeren Zellen gesperrt wurden.
“Magistrat Arad. Erster Sekretär Brasow. Was soll das alles? Wir sind Vertreter und Repräsentanten eines anderen Volkes. Behandelt man so Gäste?”, fragte Mitchell, der sich noch gerade so beherrschen konnte.
“Sie müssen das verstehen”, begann Arad, “ihr Kommen hat uns die Möglichkeit gegeben die Anzahl der Personen aus unserem Volk für die anstehende Opferung auf drei zu reduzieren…”
Teal’c unterbrach: “Man wird nach uns suchen, und euch alle zur Rechenschaft ziehen. Es wäre besser für euch uns auf der Stelle freizulassen!”
“Das kann ich nicht tun. Einst waren wir ein großes und mächtiges Volk. Reich an Kultur und Wissen, bis es zu einem Ereignis in der Vergangenheit kam und diese Kreaturen erschienen. Es begann harmlos. Doch nun wird unser Volk seit vielen Jahrtausenden immer kleiner und schwächer, doch euer Erscheinen General Mitchell gab uns die kleine Möglichkeit und die Hoffnung in den nächsten dreizehn Jahren zumindest ein wenig zu erholen…”
“Was immer hier auf dieser Welt los ist, vielleicht können wir euch irgendwie helfen”, bot Doktor Magdalena Czestochowa an.
Der Magistrat schüttelte den Kopf und erklärte: “Das ist unmöglich, denn wir werden von diesen Kreaturen geplagt und die Zeit der Opferung ist sehr nahe. Daher werden wir uns jetzt zurückziehen.”
“Stopp!”, rief General Mitchell. “Wir haben uns lange nicht gemeldet. Meine Crew und unsere Freunde werden bereits nach uns suchen.”
“Sie meinen… wie war das noch… ach ja, Sie nannten es Funkkontakt.”
“Ja.”
“Nun ja, General Mitchell, ich habe dafür gesorgt, dass ausgerichtet worden ist, dass alles in Ordnung sei.”
“Sie verfluchter Mistkerl!”, schimpfte Cameron, während die Männer gingen und die Tür wieder verschlossen.
Einige Stunden später, so etwa um Mitternacht schien immer mehr von der eisigen Kälte aufzusteigen. Bei fast allen in den dreizehn Zellen stellte sich ein gespenstisches Gefühl ein. Alle aus dem Team von Mitchell vermuteten, dass es sich um Wraithanbeter handeln könnte, in deren Hände sie geraten waren. Doch schien, was sich hier ereignete schon viel länger abzuspielen.
Plötzlich gab der Boden unter ihnen nach und sie stürzten alle hinab. Der Sturz war kurz. Zumindest waren sie nicht mehr in Zellen eingesperrt. Nach einer kurzen Beratung stand es fest, sie würden eng beieinander bleiben. Der Tunnel in welchen sie sich befanden, führte nur in eine Richtung. Licht gab es kaum, denn die Fackeln und wenigen Kerzen auf den Leuchtern waren selten. Doch nahm sich alle Fackeln, die funktionstüchtig waren.
Auf den Boden lagen auch unzählige Knochen von Menschen. Darunter waren auch ganze Skelette.
Die zwei Mediziner in Mitchells Team untersuchten sofort einige von ihnen und meldeten: “Einigen von ihnen wurden erdrosselt oder das Genick gebrochen, während sich wohl andere selber mit den Steinen hier den Schädel eingeschlagen oder mit einer Rippe eines älteren Opfers schweren körperlichen Schaden zugefügt haben müssen, an denen sie letztendlich qualvoll verstorben sind.”
“Gut. Ihr drei. Was wisst ihr von den Dingen, die ihr vorgehen?”, fragte Cameron Mitchell an die Adresse von den drei Personen, die man als Letzte in die letzten freien Zellen gesperrt hatte.
“Das hier ist Kolja und dies Cluris, und ich bin Marika”, begann eine junge Frau, “diese Opferungen finden seit etwa fünftausend Jahren in einem Zyklus von genau dreizehn Jahren immer um Mitternacht statt. Jeder Ort ist dazu verpflichtet. Denn die Kreaturen, denen wir Tribut zollen müssen, leben von den Lebenden. Sie sehen aus wie wir. Doch kann man sie der Legende nach nicht töten. Keinen Menschen ist es bislang offiziell gelungen. Wenn aber doch, rächten sie sich und begnügten sich nicht mehr allein mit den geleisteten Tributen…”
Während sie weiter den langen Tunnel abliefen, und Marika sowie die anderen sich einander ihre Geschichten erzählten, verging die Zeit ein wenig schneller.
Dann sagte Marika schließlich unvermittelt zu Cameron: “Vor ungefähr dreißig Jahren erschienen Fremde mit Schiffen, die zwischen den Sternen umherreisten. Diese Fremden wählten sich bestimmte Kinder aus unseren Dörfern und Städten aus, ließen kranke und alte Menschen unseres Volkes sowie ihres eigenen zurück, dann zogen sie sich zurück…“
“Wie sahen diese Leute aus?“, fragte Magdalena Czestochowa, in der ein Verdacht aufkam.
“Mein Vater, der mir einige Male davon erzählt hatte, war damals noch sehr jung, doch sagte er, dass diese Menschen allesamt schwarze Uniformen trugen und am linken Arm eine Binde mit einem Symbol in der Mitte“, antwortete die junge Frau.
“Wie sah es aus, Marika?”, fragte die Doktor Czestochowa.
Die Angesprochene dachte kurz nach und ritzte es dann mit der metallenen Fackel in einen Ziegel in der Tunnelwand.
“Ein Hakenkreuz. Die Nazis waren also hier”, brummte General Mitchell.
Danach mussten sie den anderen drei erklären, wer die Nazis waren, was sie tun oder in diesen Falle sind und tun.
Schließlich schien es für einen kurzen Moment heller zu werden, aber auch um einiges kälter. Sie traten hinaus ins Freie. Sie waren von dichtem Nebel umgeben und der Boden war von Eis, Schnell und Felsen bedeckt. Aber auch von menschlichen Überresten.
“Sieht nicht gerade sehr einladend aus”, stellte Teal’c nüchtern fest, “wir befinden uns allen Anschein nach in den umliegenden Bergen der Hauptstadt.”
Marika nickte und erklärte mit trauriger Stimme: “Vielleicht sollten wir uns jetzt gegenseitig töten, genauso wie die anderen Menschen in den Katakomben und hier.”
“Nein. Diese hier haben sich nicht getötet. Sie weisen Bissspuren auf”, schluckte Doktor Grace Hampton, die Ärztin. “Bissspuren am Hals!”
Die Britin hatte Recht. Alle konnten es ebenfalls sehen.
“Vampire”, war alles was Teal’c sagte.
“Richtig. Wir sind Vampire”, verriet eine Stimme, und etwa ein dutzend weiterer Gestalten traten aus den Nebelschwaden und Schatten heraus.
“Ihr werdet uns unverzüglich in unsere Festung begleiten!”
“Und wenn nicht?”, fragte Kolja mit bebender Stimme.
Die Antwort von einer Vampirin, die die Angst und Furcht des jungen Mannes spürte und erkannt hatte, kam prompt: “Derjenige von euch wird sofort ausgesaugt!”
“Dann gehen wir wohl besser mit, vielleicht lässt es sich ja hier irgendwie einigermaßen friedlich regeln”, entschied Cameron.
Vampirfestung
Sie wurden alle in die Festung gezwungen. Teal’c fielen sofort die zahlreichen Wachen auf, die die Mauern und das Tor bewachten. Der Jaffa sagte nichts dazu, sondern warf Cameron nur einen vielsagenden Blick zu. Das Schloss oder die besagte Festung, besser gesagt der eine im fahlen Mondschein sichtbare Turm, wies enorme Ähnlichkeiten mit dem zentralen Turm von Atlantis auf.
Als sie sich dann alle im Inneren befanden wurden sie in mehrere Gruppen aufgeteilt. Doch bevor diese Gruppen weggeführt wurden, rief jemand laut von oben: “Halt! Bringt sie alle zu mir in den Thronsaal!”
“Jawohl, Gebieterin”, erklärte eine Vampirin, die demütig den Kopf senkte und ihren Gefährten das Zeichen gab die Anweisung auszuführen.
Thronsaal
Die Anführerin der Vampire, war hart aber auch allen Anschein nach auch von freundlicher Natur, da sie die Menschen bat Platz zu nehmen: “…so unterhält es sich doch besser. Mein Name ist Liliana. Ihr seid Menschen von hier, ihr drei. Doch ihr zehn, ihr werdet seit eurer Ankunft von meinen Kriegerinnen und Kriegern sehr genau beobachtet. Wer seid ihr?”
“Ich bin General Cameron Mitchell. Kommandant der Phoenix. Das sind Teal’c…”
“Du bist kein Mensch, oder?”, unterbrach Liliana, die den Jaffa sehr aufmerksam gemustert hatte.
“Nein. Ich bin in der Tat ein Jaffa.”
“Aha. Ich hatte euch unterbrochen, General, also fahrt doch fort.”
Mitchell kam der Aufforderung nach und stellte auch die übrigen acht Mitglieder seines Teams vor: “…und wird es erst eine Plauderstunde, bevor wir die Hauptmahlzeit werden?”
Die Gebieterin der Vampire lachte beherzt auf: “Ha. Nein. Was glaubt ihr denn von uns, General? Würden dreizehn Menschen aus den insgesamt vierzig Städten und Dörfern dieser Welt in diesen Opferzyklus uns wirklich ausreichend als Nahrung genügen? Nein, wir brauchen sie natürlich für unsere Farm. Aber an diesen Menschen laben wir uns nicht. Okay, nur ab und wann, ich gebe es ja zu. Wir benötigen sie für unsere Forschungen und um Blut zu gewinnen, welches konserviert und eingelagert wird. Die Geschichten, dass wir blutrünstig wären und nie genug bekommen würden, sind von uns selber über viele Jahre verbreitet worden, damit die Menschen nicht auf dumme Gedanken kommen.”
“Was ist mit den Wachen draußen?”, fragte Teal’c.
“Habt ihr das Heulen nicht gehört, als ihr durch den Wald gegangen seid?”
“Jetzt sag mir nicht jemand, dass es hier außerdem noch Werwölfe gibt, denen es auch noch nach unseren Blut giert”, stöhnte Doktor Grace Hampton erschrocken, die sichtlich blass im Gesicht wurde.
Ohne etwas weiter zunächst zu sagen, ließ Liliana die Einwohner der Stadt: Marika, Kolja und Cluris wegführen, denn sie wollte nur mit dem Team von und mit Cameron sprechen.
Sie waren nicht allein, denn zahlreiche weitere Vampire beiden Geschlechtes hielten sich zusätzlich im Thronsaal auf. Davon gehörten viele von ihnen zum Hofstaat, Wissenschaft aber auch Kriegerinnen und Krieger, die als einzige von den Vampiren eine komplette schwarze Kleidung trugen.
Dann begann Liliana zu erzählen, was sich vor mehreren Jahrtausenden ereignet hatte: “…nach jenen Ereignissen in der neuen Heimat und den vorherigen Erfahrungen in der Geschichte unternahm eine Gruppe der Antiker, zu denen auch viele unserer Ahnen gehörten, Experimente an Tieren aber nach den ersten positiven Ergebnissen auch an Menschen. Kurz darauf beschlossen sie die Entwicklungen der Forschungsergebnisse durch Selbstversuche auf das nächste Level zu heben. Dies lag an der Entstehung dieser Wesen durch die gefährlichen Experimente. Das Resultat bei meinen Ahnen war, dass einige starben, andere entwickelten sich gar nicht und ein Teil zu uns. Wir haben die Fähigkeit lange zu leben - doch merkten wir den Nebeneffekt nur durch die Aufnahme von Blut, vorzugsweise von Menschen am Leben erhalten zu können…”
Die Anführerin der Vampire verschwieg, dass trotz der Errichtung von Farmen und Labors, die Blutvorräte schaffen sollten, viele von der neu entstandenen Art sich immer wieder der Versuchung erlagen, sich an frischen Blut direkt von Menschen zu laben.
Nach dieser Audienz wurde das Team von Liliana in Quartiere, mit der Auflage diese nicht zu verlassen, untergebracht. Denn der bereits zusammengerufene Rat der Vampire wollte beraten, wie man mit diesen Menschen verfahren solle.
“Unsere Sicherheit und auch unser Einfluss auf die Menschen dieser Welt droht durch deren Eingreifen zu schwinden, wenn sie es verraten. Daher plädiere ich dafür diese Leute hierzubehalten!”, riet einer der Ratsherren schließlich.
Eine weibliche Vampirin war da jedoch noch radikaler, denn sie empfahl: “Nein! Ich bin dafür, dass wir uns an ihnen laben sollten, um an ihr gesammeltes Wissen zu gelangen!”
“Oder, wie wäre es mit einem Bündnis mit dieser fremden menschlichen Zivilisation? Denn immerhin kennen und behüten sie Atlantis und haben einige von uns getroffen. Ein Bündnis wäre für uns daher von Vorteil mit ihnen”, schlug jemand Anderes nach einer kurzen Pause vor, die entstanden war.
“Es wurden unterschiedliche Vorschläge eingebracht und erörtert. Es ist also an der Zeit eine wichtige Entscheidung zu treffen. Können wir wirklich dem Team und der Welt von General Mitchell vertrauen oder müssen wir zu drastischen Mitteln greifen? Janus!”
“Gebieterin.”
“Da du das Protokoll leitest, wirst du denn nun alle vorgebrachten Vorschläge an diese Tafel dort schreiben! Sobald dies geschehen ist, wird jeder seine drei Zeichen hinter seine Favoriten setzen!”
“Jawohl”, erklärte Janus, der sofort mit der Niederschrift begonnen hatte.
Die dreizehn Ratsmitglieder, die unter der Führung von Liliana standen machten der Reihe nach ihre Zeichen an der Tafel. Zuletzt erhob sich die Führerin der Vampire, die längst erkannt hatte, dass ihre drei Stimmen zu einen Stechen zwischen zwei oder drei von den sieben eingebrachten Vorschlägen führen könnten.
Eine lockende Stimme flüsterte ihr ein, wie schön es wäre mal wieder warmes frisches Blut zu genießen und dabei die Angst und Furcht des Opfers zu verspüren, während sich ihre Fangzähne in dessen Hals gruben und sie genüsslich das Blut trank.
In dem Quartier, welches sich als großzügiger Salon herausgestellt hatte, wurden immer mehr Teammitglieder von General Mitchell nervös. Hin und wieder kam eine der Wachen herein und erkundigte sich, ob irgendetwas benötigt würde.
Nach stundenlangen Warten öffnete sich die Tür und eine Delegation, zu der auch Liliana gehörte, betrat den Salon. Sofort trat das gesamte Team von Mitchell zusammen.
Die Anführerin der Vampire war nämlich gekommen, um den Menschen die wichtige Entscheidung des Rates zu verkünden: “Wir werden euch wieder gehen lassen. Doch geschieht dies nur unter einigen Bedingungen!”
Entschlossen war Cameron so weit hervorgetreten, dass er nur zwei Meter vor Liliana stand und fragte: “Die da wären?”
“Keinen Kontakt mehr mit den Menschen in den Siedlungen und Städten auf diesen Planeten aufzunehmen!”
“Fällt uns schwer, denn die haben noch einige Sachen von uns. Aber okay.”
“Darum werden sich einige von uns kümmern, damit ihr zurückerhaltet, was euch vom Magistraten und seinen Leuten entwendet wurde.”
“Danke.”
“Des Weiteren wollen wir den wahren Grund und Absichten eurer Reise erfahren, und einige von uns werden euch fortan als Verbündete, Alliierte begleiten!”
“Und, wenn nicht?”, fragte Doktor Grace Hampton.
“Dann werdet ihr für immer hier bleiben!”, antwortete eines der Ratsmitglieder, welches verschlagen und gierig in ihre Richtung starrte.
Eine Zeit des gegenseitigen Schweigens war gekommen, denn Liliana war bewusst geworden, dass die Menschen eine schwere Entscheidung zu treffen hatten.
Schließlich trat Teal’c hervor und sagte: “Dann sollten wir das Abkommen zwischen uns aushandeln.”
Die Anführerin der Vampire stimmte dem zu.
Drei Tage später
Sagittarius-Galaxie
Orbit von RM5X-P666
U.S.S. Phoenix
Sobald es möglich geworden war, waren Mitchell und sein Team wieder auf das Schiff zurückgekehrt. Allerdings waren sie, wie vertraglich vereinbart mit einer Gesandtschaft der Vampire an Bord gekommen. Darunter war das Ratsmitglied Lacmus, welches den Vorschlag einer Allianz gemacht hatte, Janus, eine Wissenschaftlerin mit dem Namen Nia sowie sechs Kriegerinnen und Krieger. Nämlich Liana, Alexia, Selene, Vitus, Tabor und Lexus.
Cameron Mitchell war nicht allein mit einem komischen Gefühl in der Magengegend. Denn man hatte an Bord einige Wesen, bei denen so manche Alpträume auf der Erde, aber auch in der Pegasus bekommen würden. Auch wollte er nicht wissen, was die Vampire mitMagistrat Arad und Erster Sekretär Brasow sowie anderen Leuten getan hatten, weil sie das Gastrecht auf dieser Welt grob verletzt hatten.
Zumindest hatte Liliana versichert, dass die Menschen in der Obhut ihres Volkes fortan gut behandelt werden würden, und als Beweis ihre Tochter Liana in seine gegeben hatte.
Brücke
Nachdem Cameron Mitchell im Stuhl des Commanders Platz genommen hatte, befahl er: “Major Koch, setzen sie Kurs auf die zur Verfügung gestellten Koordinaten unserer neuen Alliierten!”
“Ja, General.”
