Vor 4 Stunden
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Vor 4 Stunden von Jonathan J. O´Neill.)
Odyssee
Folge 6.05 - “Reunion”
Andromeda-Galaxie
Galactica-Flotte
Battlestar Galactica, Adama‘ Quartier
Die Trauer des Admirals war seit Tagen immer noch sehr groß, denn er hatte Captain Kara „Starbuck“ Thrace wie seine eigene Tochter geliebt. Zudem lag unglücklicherweise Präsidentin Laura Roslin, seit dem Verschwinden, wohl eher der Entführung des Kindes von Athena und Helo auf der Krankenstation der Galactica, weil sie in jenen Moment einen schweren Zusammenbruch erlitten hatte.
Ausgerechnet in diesen schweren Stunden, bekam er Besuch von Colonel Tigh, der ihm etwas Wichtiges mitzuteilen gedachte.
„Ich weiß, dass es jetzt nicht wirklich der richtige Zeitpunkt ist, Bill - aber es muss sein“, begann Saul, der dann etwas offenbarte, was sein Gegenüber, wegen der Frau seines XO, Ellen Tigh, bereits vermutet hatte aber nicht so richtig wahrhaben wollte.
„Das ist doch Quatsch. Ich kenne Sie doch seit über 30 Jahren! Wie kann so etwas auch nur möglich sein?“
„Es ist aber die Wahrheit, ich bin ein Zylon! Ich weiß es, seit einigen Tagen. Ellen hat es mir letztendlich offenbart“, versicherte Saul Tigh seinem langjährigen Freund schließlich abermals, der mittlerweile aufgestanden war und somit fassungslos Auge in Auge vor ihm stand.
Heimatkolonie der Zylonen
„Ah, da ist ja endlich der ersehnte Trostpreis für unser Volk. Ich hätte aber wirklich nur allzu gerne die dummen Gesichter von Adama, Roslin und einigen anderen gesehen“, stellte einer der anwesenden Cavils wispernd und mit einem bösen Lächeln im Gesicht fest. Sogleich nahm er behutsam das schlafende Kind Hera von Boomer entgegen.
Doch alle Zylonen, die sich den Einsern angeschlossen hatten, hatten mit den Rebellen als auch mit den Menschen seit einigen Stunden etwas gemeinsam, nämlich dass sie seit ihrer Erschaffung wieder sterblich waren.
Einer der Simons fing Boomer und Cavil ab, und offenbarte den beiden: „Es ist uns leider vollkommen unmöglich, die Technologie der Wiederauferstehung vom Neuen ganz allein wieder aufzubauen.“
„Das sind, nach unseren Gewinn des Kindes Hera, keine sonderlich guten Nachrichten, sondern das absolute Gegenteil, Vier“, schimpfte der Einser frustriert darauf los, „somit liegt unser aller Leben, der Fortbestand unserer gesamten Rasse, nun ganz allein bei der kleinen Hera! Das ist nicht gerade sonderlich berauschend! Hervorragend!“
„Auch die Suche nach der Heimat des 13. Stammes von Kobol, der Erde, gestaltet sich ohne die Hilfe von Gaius Baltar leider sehr schwierig“, fügte einer der Dorals sofort hinzu.
Daraufhin schnauzte der Cavil noch lauter in die Runde: „Halt die Klappe!“, wobei seine Stimme mehr als nur wütend und gereizt klang.
Electra-Flotte
Ilion, Kontrollraum
Nach sorgfältiger Analysen einiger immer klarer werdender Bewegungsmuster sah Major Jennifer Hailey endlich den richtigen Zeitpunkt für gekommen, denn sie erklärte allen Anwesenden schließlich: „Ich habe mir die Daten sehr genau angesehen, die wir von den Tiefraumsensoren gesammelt haben. Dadurch konnte ich errechnen, wo und wann wir auf weitere Überlebende aus den Kolonien treffen könnten…“
„Wo und wann denn genau, Major Hailey?“, unterbrach sie sogleich eine sehr ungeduldige gewordene Admiral Diana McBride, die wie alle anderen um sie herum auch, es nicht länger abwarten konnten, endlich die unerwartete Chance doch noch zu erhalten, weitere Überlebende ihres Volkes anzutreffen, und dass dieser wirklich große Moment tatsächlich in der Tat demnächst eintreffen sollte.
Der Monitor, der die Präsentation zeigte, änderte abermals das Bild, und Major Hailey antwortete: „Hier könnten wir auf eine oder gar zwei Flotten treffen, Admiral. Es handelt sich dabei um einen gewaltigen Nebel. Entstanden vermutlich durch eine Supernova vor vielen tausenden von Jahren.“
„Wir kennen diesen, vor etwa 5.000 Jahren entstandenen, gewaltigen Himmelskörper als den Ionischen Nebel“, erklärte Admiral Steven Baker schließlich, der zum Glück diese Aufnahme sofort hatte identifizieren können.
Galactica-Flotte
Battlestar Galactica, Bereitschaftsraum
Die schon seit Tagen aufgeregte und wartende Presse, hatte sich schon kurz nach dem gestatteten Einlass eingefunden. Und dadurch, dass Laura Roslin als Präsidentin und Anführerin durch den erlittenen Schwächeanfall wohl für lange Zeit ausfiel, gab Admiral Adama eine kurze Erklärung ab, in der er unter anderen seine Entscheidung weiter nach der Erde zu suchen, erneuerte.
Heimatkolonie der Zylonen
Kommandozentrale
Voller und ungeteilter Zuversicht war nicht nur einer der Cavils, sondern die meisten der Einser immer noch nicht, denn die vorliegenden Daten, die Gaius Baltar ihnen vor langer Zeit hinterlassen hatte, könnten durchaus natürlich auch vollkommen falsch sein. Weshalb man daher nur einer recht kleinen Flotte den Auftrag gegeben hatte, dieser dünnen Spur trotzdem noch weiter zu folgen. Auch ein anderer Teil der gesamten noch übrigen großen Armada von den Zylonen, der mit einen klaren Auftrag zur Erde von der Acht, Captain Sharon Satterfield aufgebrochen war, würde einige Jahre dorthin unterwegs sein. Dies waren alles klare Fakten, die von niemand von der Hand zu weisen waren. Und dennoch stand auch schon eines unumstößlich fest, sein Volk benötigte mehr als nur das Mädchen Hera, nämlich wieder die Technologie der Wiederauferstehung.
Galactica-Flotte
Concordia, Besprechungsraum < > Brücke
Die Unmenge von den gewonnen Informationen, die man aus dem Datenstrom aus den Computern des Wiederauferstehungszentrum erhalten hatte, waren nicht nur allein für die Menschen in der Flotte der Überlebenden von den Kolonien von Kobol sehr alarmierend.
Sondern auch für die neuen Verbündeten aus der Milchstraße, daher nahm General Samantha Carter sofort Kontakt mit Erde auf. Die Verbindung war auf Grund der hohen Distanz sehr schwach, aber doch reichte diese glücklicherweise aus um die Informationen an General Jack O‘Neill weiterzugeben.
Milchstraße
Sol-System
Erde
Homeworld Command, Kontrollraum
„Ich werde es umgehend weiterleiten! Wir werden ab sofort den leeren Raum zwischen der Andromeda-Galaxie und der unseren verstärkter überwachen und mit Patrouillen kontrollieren… mit etwas Glück können wir die Zylonen somit rechtzeitig aufhalten, und zwar bevor sie einer bewohnten Welt in der Milchstraße schweren Schaden zufügen können! Könnte durchaus möglich sein, dass ich Sie mit der Concordia der Flotte von den Zylonen nachschicken muss, da die bereits auf dem Weg zur Destiny ist, Sam“, sagte der Leiter des Homeworld Command.
„Ich hörte gerade, dass sich diese Flotte hier, die von der Battlestar Galactica angeführt wird, in wenigen Minuten wieder in Bewegung setzen wird. Die Verbindung wird dann wahrscheinlich nicht mehr funktionieren, Jack.“
Jack hatte sich sofort nach der Konferenzschaltung mit Sam in sein Büro zurückgezogen. Nach und nach setzte er sich dann auch schon unverzüglich unter anderem mit dem IOA sowie der UN in Verbindung. Diese neuen Berichte sorgten für ein allgemeines, sehr großes Unbehagen, da man nur sehr schwer, wenn sogar überhaupt nicht die Destiny vor den Zylonen warnen konnte, weshalb man sich deswegen darauf konzentrieren wollte mit einem Großteil der eigenen Flotte, in Absprache mit den anderen Großmächten der Milchstraße, den leeren Raum zur Andromeda zu sichern.
Der Vorschlag von General O‘Neill eventuell die Concordia zu entsenden, damit General Carter das Team von Hank McCoy vor einem möglichen Kontakt mit den Zylonen zu warnen, wolle man aber zunächst noch prüfen.
Andromeda-Galaxie
Hyperion-Flotte
Battlestar Hyperion, CIC
Alle Schiffe in der Hyperion-Flotte hatten mittlerweile die neuen Sprungkoordinaten erhalten. Doch Admiral Alexander Korfu ließ noch etwas Zeit vergehen, denn er hatte es nicht besonders eilig. Er wartete solange bis sich Präsident Richard Adar ebenfalls neben ihm eingefunden hatte.
Erst jetzt, gab er das Kommando an die Flotte, endlich den vorbereiteten Überlichtsprung durchzuführen.
Ionischer Nebel
Für einen fernen Beobachter musste es ein regelrechtes Gewitter sein, welches er dort in oder nahe dieses Himmelskörpers beobachtete, denn hunderte grelle Blitze leuchteten in unmittelbarer Nähe des Ionischen Nebels kurz auf, als die Flotten der Galactica, der Electra und der Hyperion mittels ihrer Überlichtsprünge dort ankamen. Kurz darauf öffnete sich auch noch ein Hyperraumfenster, und daraus tauchte schließlich die Concordia am vereinbarten Treffpunkt ein.
Doch unmittelbar nach der Ankunft dort, schien es auf sämtlichen Schiffen der drei Flotten der Kolonialen vollkommen unerwartete technische Probleme zu geben, wovon selbst auch das Basisschiff der Zylonenrebellen betroffen war, was wohl an in der Schlacht beim Wiederauferstehungszentrum erlittenen starken Beschädigungen lag. Aber auch die Concordia war von den seltsamen Störungen zum Teil ebenfalls betroffen.
Battlestar Galactica, Stauraum
Colonel Saul Tigh, Ellen Tigh, Chief Galen Tyrol, Tory Foster und Samuel T. Anders hielten sich, bis auf die beiden letztgenannten, an unterschiedlichen Orten an Bord des Kampfsterns auf. Doch sie folgten dem Klang der Musik, der die fünf letztendlich in einen Stauraum auf dem gleichen Deck geführt hatte, wo sich auch das Combat Information Center befand.
„Dann ist es also war, wie sind wirklich Zylonen“, stellte Galen ernüchtert fest, der das Gespräch mit Ellen Tigh bis jetzt nicht für voll genommen hatte.
„Und was machen wir jetzt?“, wollte Tory erfahren, denn der Alarm tönte durch den alten Kampfstern.
„Was wohl“, begann Saul mit einem verstimmten Knurren, „das Schiff wird angegriffen, also erledigen wir unsere verdammten Jobs, um es gegen den Feind zu verteidigen!“
Battlestar Galactica, CIC
Im gleichen Moment herrschte schon seit einigen Minuten im Combat Information Center der Galactica ein großes und vor allem hektisches Handeln. Denn war mit einer Lage konfrontiert worden, die vollkommen neu war.
„Wir haben mehrere DRADIS-Kontakte, Admiral! Es sind nicht nur koloniale Kennungen, sondern auch welche von den Zylonen!“, meldete jemand mit hektischer Stimme.
Doch William Adama brummte nur fragend in die Runde: „Wo ist Colonel Tigh? Und sagen sie der Flotte, dass sie umgehend zu den Notfallkoordinaten springen soll, Helo!“
„Alle Schiffe melden Probleme und werden frühestens in etwa 20 Minuten ihre Computer erneut gestartet haben sowie bereit zum Sprung sein…“
„Das wird böse ausgehen… Ich will alles, was fliegen kann und wer jemals in seinem Leben etwas geflogen hat, sofort da draußen haben!“, bellte der Admiral im harschen Befehlston, gerade zu dem Zeitpunkt als Colonel Tigh und Tory Foster in das CIC traten.
Von allen Kampfsternen der drei Flotten der Überlebenden aus den 12 Kolonien von Kobol, die im Ionischen Nebel zusammengetroffen waren, starteten für ungefähr fünf Minuten ohne Pause Viper und Raptor, die damit begannen eine dichte, wenn auch nur sehr dünne Verteidigungslinie aufzubauen sowie die feindlichen Geschwader der Zylonen entgegenzufliegen.
Auch von der Concordia aus wurden, mit Ausnahme der Puddle Jumper, alle verfügbaren F-302er in den Kampf gegen die aufgetauchten 13 Basisschiffe der Zylonen geschickt.
Die schwer zu zählenden Jägergeschwader der Zylonen gingen natürlich sofort zum Angriff auf die Menschen über, die sehr, sehr viel Mühe haben würden alle zivilen Schiffe vor dem feindlichen Beschuss zu schützen. Und der Beschuss kam nicht nur von den Raidern und schweren zylonischen Jägern, sondern natürlich auch von den Basisschiffen der Zylonen, die ohne Pause Raketen auf die Raumschiffe der Menschen abfeuerten.
Da glücklicherweise das Manövrieren noch möglich war, schoben sich die Kampfsterne allesamt zwischen die zivilen Schiffe und der feindlichen Flotte der Zylonen, mit dem Ziel das Ausmaß der bevorstehenden Verluste irgendwie möglich zu minimieren.
Ohne lange zu warten, ließ General Samantha Carter auch umgehend die Concordia so manövrieren, dass sie einige zivile Schiffe der neuen Freunde und Verbündeten schützen konnte. Dabei ließ sie die Schutzschilde so einrichten, dass sie möglichst viel des feindlichen Beschusses abfangen sollten.
Der Kampf dauerte erst nur wenige Minuten als noch weitere Basisschiffe der Zylonen eintrafen, die zu der Fraktion um Cavil hielt.
Im Verlaufe der Kampfhandlungen wurde die große Flotte der Menschen von den Raumschiffen ihrer Feinde in die Zange genommen. Alle Befehlshaber der Kampfsterne wussten, dass sie so gut es nur möglich war, ihre zivilen Schiffe schützen mussten, zumindest solange bis endlich die Überlichtfähigkeit wieder funktionstüchtig war. Doch dies würde noch mindestens eine Viertelstunde dauern.
Wie hochaggressive Wespen attackierten die Raider und schweren Jäger der Zylonen die die Verteidigungslinien der Kolonialen. Denn der Feind versuchte an mehreren Stellen durchzubrechen, um zu den zivilen Schiffen zu gelangen.
Momentan standen sich 18 Kampfsterne plus der Concordia und dem Basisschiff der Rebellen, gemeinsam mit ihren Geschwadern einer Streitmacht von 30 großen Schiffen der Zylonen und ihren Geschwadern von den Anhängern Cavils gegenüber.
Die Feinde der Menschen bemerkten eines sehr schnell, was sie auch schon aus dem Ersten Mensch-Zylonen-Krieg kannten, nämlich dass sich die Schiffe der Berzerk-Klasse nicht wirklich aktiv am Kampfgeschehen beteiligten. Dies lag natürlich daran, dass sich in der Konstruktion dieser Kampfsterne einige Fensterreihen im oberen Bereich des großen Hauptschiffskörpers befanden. Dies war eine eindeutige und vor allem sehr empfindliche Schwachstelle, welche die Maschinenwesen natürlich gedachten brutal auszunutzen. Es handelte sich dabei um die Aron, Dionysos, Koios und Lyxis, die sich immer stärkeren Angriffen durch die Raider und schweren zylonischen Jägern ausgesetzt sahen.
U.N.S. Concordia, Brücke
Mit großer Sorge beobachtete und verfolgte General Samantha Carter das aktuelle Geschehen um ihr eigenes Schiff herum. Sie wusste aber, dass sie und ihre gesamte Crew nur durch die Schilde gut gegen die heftigen Angriffe geschützt waren. Ein Schutz, den nur einige kleinere Schiffe der Flotte der Galactica mit nutzen konnten, weil der Bereich des Energiefeldes um die Concordia herum erweitert worden war. Doch Sam wollte natürlich mehr tun, am liebsten in die Offensive gehen und die feindlichen Mutterschiffe mit den mächtigen Energiewaffen angreifen. Doch war dies unmöglich, da sie dafür ihre aktuelle Position natürlich verlassen müsste, was die Zylonen sofort ohne Erbarmen ausnutzen würden. Somit stand Sam Carter vor einem traurigen Dilemma.
Battlestar Galactica, CIC
Eine gefühlte Ewigkeit sagte Admiral William „Husker“ Adama nichts dazu, was ihm gerade General Samantha Carter vorgeschlagen hatte. Doch sagte er mit seiner rauen Stimme in den Hörer: „Wir müssen das aber verdammt sehr gut koordinieren, damit es keine traurigen Unfälle und vermeidbaren Verluste gibt. Es ist uns beinahe unmöglich geworden, uns mit den anderen Kampfsternen abzustimmen, weil die Zylonen permanent versuchen, sämtliche unserer Funkfrequenzen zu stören. Leider sind sie damit sehr erfolgreich…“
„Dann übernehmen wir die Koordination“, hörte er Sams Stimme sagen, die damit anbot den Mittelpunkt der Kommunikation aller Schiffe zu übernehmen.
Adama wusste, dass er keine Wahl hatte, und sagte seufzte: „Gut. Ich bin einverstanden. Hoffentlich sind es die anderen Befehlshaber auch, denn immerhin sind Sie, Ihr Volk und Schiff unseren Volk größtenteils noch absolut unbekannt.“
Battlestar Pegasus, CIC
Schon seit einigen Minuten konnte Captain Anastasia „Dee“ Dualla, die als XO an Bord dieses Kampfsterns ihren Dienst versah, ganz genau mitverfolgen wie die Unruhe in Commander Lee „Apollo“ Adama anwuchs. Sie spürte, dass ihr Vorgesetzter, der zudem auch noch ihr Ehemann war, sich wohl am liebsten selber in eine der Viper setzen und sich an dem Kampf da draußen beteiligen würde.
Kurz darauf begegneten sich ihre Blicke. Der Commander der Pegasus seufzte leise.
„Wenn nicht bald ein kleines Wunder geschieht, wird dieser Tag ein sehr trauriger für unser Volk sein“, wusste Dee.
Der unausweichliche Moment war schließlich gekommen, da die unerbittlichen Angriffe der zylonischen Jäger schließlich ihre Wirkung erreicht hatten, denn die Dionysos, ein Battlestar der Berzerk-Klasse, wurde an ihren schlechtgeschützten Fenstern, die sich oberhalb des Schiffskörpers befanden, mehrfach gezielt von Raketen getroffen. Die darauffolgenden Explosionen waren so verheerend, dass natürlich auch noch einige der zivilen Raumschiffe, die sich in der unmittelbaren Nachbarschaft befunden hatten, zerstört beziehungsweise massiv beschädigt wurden.
Doch die Freude über diesen Erfolg konnten die Zylonen nicht lange genießen, denn die Concordia setzte nun unter dem Kommando von General Samantha Carter zum ersten Male gezielt ihre mächtigen Energiewaffen ein. Es waren allerdings beim ersten Male neun Treffer nötig, um das erste Basisschiff von der feindlichen Flotte zu vernichten. Wobei die zylonischen Raider und schweren Jäger, die sich in den Schussbahnen befunden hatten einfach pulverisiert wurden, ohne den abgefeuerten Energiestrahl zu stören.
Aber auch dieser Erfolg für die Menschen wehrte nicht lange, denn kurz darauf wurde die Koios von einigen Treffern durch die Zylonen so schwer beschädigt, dass Commander Julius Rubicon sich dazu gezwungen sah, die sofortige Evakuierung seines Schiffes anzuordnen. Doch würde die Anzahl der Raptor, die sich noch an Bord befanden nicht für alle ausreichen, weswegen daher die sofortige Hilfe von der Concordia erbeten wurde, die Personal und Vorräte zu sich an Bord transportieren sollte.
3 Lichtjahre entfernt
Ilion, Kontrollraum
Ungeduldig mussten die Menschen an Bord des Antikerstadtraumschiffes ausharren. Unter ihnen waren unter anderem auch Major Jennifer Hailey und Lieutenant Cassandra Fraiser, die nur über eine schwache Funkverbindung in Kontakt mit der Concordia standen. Das Signal musste so schwach wie nur möglich sein, damit die Zylonen nicht irgendwie auf Ilion aufmerksam wurden, aber stark genug um mit dem Schiff von General Carter zu kommunizieren, denn einer solchen Übermacht hätte dieses letzte Bollwerk der Antiker in dieser Galaxie, trotz all der vorhandenen fortschrittlichen Technologie nicht für lange sehr viel entgegenzusetzen.
„Wir müssen doch etwas tun können?“, stöhnte jemand, der wie viele andere Überlebende aus den 12 Kolonien von Kobol war.
Dabei sah nicht nur er auf die Uhr, die anzeigte, dass es bald soweit sein würde. Noch zwei Minuten, dann würden die meisten Schiffe der Menschen hoffentlich wieder ihre Überlichtfähigkeit wiedererlangt haben.
Ionischer Nebel
Battlestar Galactica, CIC
Auf den Plan von Admiral Adama hin, der sein Vorhaben über die Concordia an alle koloniale Schiffe glücklicherweise hatte weiterleiten können, sollten zunächst nur all die zivilen Schiffe und die für eine weitere Fortführung des Kampfes zu stark beschädigten Kampfsterne zu den Koordinaten springen, wo sich Ilion befand.
Bill und Saul sahen immer wieder auf die Uhr.
Die angepeilte Zeit war gerade vor wenigen Sekunden abgelaufen. Kurz darauf meldeten auch schon die ersten Schiffe endlich wieder Kontrolle über ihren FTL-Antrieb zu haben, und somit bereit für den Sprung, zu den Koordinaten am neuen Sammelpunkt zu sein.
Die ersten Schiffe der Menschen konnten sich somit endlich in Sicherheit bringen. Da auch das Basisschiff der rebellischen Zylonen immer noch sehr stark beschädigt vom Angriff auf das Wiederauferstehungszentrum war, zog es sich ebenfalls als eines der ersten Schiffe zurück, kurz nachdem die eigenen Geschwader wieder zurückgekehrt waren.
Doch noch immer gab es sehr viele Schiffe, die noch nicht soweit waren und daher den Schutz und die Deckung der Kampfsterne sowie der Concordia weiterhin dringend benötigten. Ein großer Raum des Nebels wies bereits unzählige umherdriftende Trümmer auf. Denn dem Schlachtschiff der Erde war es bisher gelungen, sieben Basisschiffe der Zylonen zu zerstören.
Zylonen-Flotte
Flaggschiff, Brücke
Die Nervosität bei den Zylonen von Anhängern Cavils wuchs an, denn je mehr Schiffe der Menschen weggesprungen waren, desto mehr Raum hatte das fremde Schiff der Menschen, um vernichtende Gegenangriffe zu starten. Doch den Kampf einzustellen, daran war für die Zylonenmodelle, die die Menschen hassten, nicht zu denken, denn sie wollten so viele Schiffe von ihren Feinden sowie deren Bewohner vernichten, wie sie nur konnten.
Aber der Einser Cavil war nicht untätig, da er Patrouillen von Raidern und schweren Jägern aussandte, die unverzüglich nach den Menschen und ihrer Flotte suchen sollten, die das Schlachtfeld mithilfe eines Überlichtsprunges verlassen hatten.
Centauria-Flotte
Battlestar Centauria, CIC
Die recht kleine Flotte, die dem anführenden Kampfstern Centauria folgte, hatte sich dem Ionischen Nebel nur mit Sublicht genähert. Der Grund dafür war, dass man schon einmal Schwierigkeiten mit der Energieversorgung und den Schiffscomputern in der gesamten Flotte gehabt hatte, als man sich schon einmal in die Nähe eines solchen Astronomischen Körpers gesprungen war.
„Sir. Ich habe hier etwas auf dem DRADIS. Könnte ein einzelner zylonischer Jäger sein“, meldete der Taktikoffizier.
Sofort ging der Blick von Admiral Theodor Thasos nach oben, dann befahl er: „Die CAP soll das verfluchte Ding sofort abfangen und zerstören! Die übrige Flotte soll sich bereit machen umgehend zu den Sammelkoordinaten springen, falls sich noch mehr Objekte zeigen sollten!“
„Admiral. Das Objekt, in der Größe eines Jägers, befindet sich jetzt auf Abfangkurs zu uns! Wo zum Donnerwetter bleibt unsere CAP?“, knurrte der XO des Flaggschiffes.
Schon wenige Minuten später meldete sich die CAP. Doch was sie mitzuteilen hatte, schien nur zu schön, um wahr zu sein.
„Eine Viper der Galactica, Admiral. Was geht hier vor?“
„Keine Ahnung, Colonel. Aber wir werden Starbuck folgen!“
„Verstanden, Admiral.“
Ionischer Nebel
Koloniale Flotte
Noch immer befanden sich einige handvoll zivile Schiffe in der Nähe des Nebels, die nach wie vor von den Kampfsternen geschützt werden mussten. Für die Battlestar Galactica war es ein besonders gefährlicher Einsatz, denn Chief Tyrol hatte Admiral Adama erst vor kurzem erneut davor gewarnt, den alten Kampfstern nicht solch ein so hohes Risiko auszusetzen.
Schließlich sprang auch die Galactica weg, da Adama sich an die Warnungen von Tyrol erinnert hatte.
In der Zwischenzeit war es der Concordia gelungen, noch vier weitere Basisschiffe sowie sechs Hilfsschiffe, die in etwa halb so groß wie ein Basisschiff, der Zylonen zu zerstören. Aber man hatte auch selber enorme Verluste durch diese Schlacht hinnehmen müssen. Mehrere zivile Schiffe der Menschen und deren Besatzungen waren den unerbittlichen Angriffen der Zylonen zum Opfer gefallen, und nicht nur einige der Kampfsterne sowie mehrere ihrer Geschwader von Viper und Raptor.
U.N.S. Concordia, Brücke
Alle Schiffe der Kolonialen hatten sich endlich in Sicherheit bringen können. Aber General Samantha Carter wollte noch nicht zum Sammelpunkt aufschließen, sondern noch einige Gegenangriffe starten, zumal sie jetzt freie Bahn hatte, um dem Feind einen gehörigen Denkzettel zu verpassen. Ihr Ziel war es nämlich den Zylonen, durch diese eindrucksvolle Machtdemonstration der Feuerkraft der Concordia, vor möglichen weiteren Angriffen auf die Überlebenden der Kolonien von Kobol abzuhalten
Dass sich eventuell weitere feindliche Schiffe zeigen würden, damit war durchaus zu rechnen gewesen. Aber es war eine Flotte der Kolonialen, die sich ihnen genähert hatte. Sofort ließ Sam eine sichere Funkverbindung herstellen, damit diese Flotte nicht ebenfalls in Bedrängnis durch die Maschinenwesen geriet.
Aber auch hier mussten die Kampfsterne sofort den Rückzug den zivilen Schiffe in der Flotte decken. Man war gerade dabei eine Verteidigungslinie aufzubauen, als die Tauron, ein Kampfstern der Berzerk-Klasse meldete, dass der FTL-Antrieb durch den Beschuss der Zylonen schwer und irreparabel beschädigt worden sei.
Carter bot daher schnell an die Besatzung, benötige Vorräte und wichtige Ausrüstung mit Hilfe der Transporttechnologie der Concordia zu bergen, weil das beschädigte Koloniale Schiff offensichtlich nicht mehr zu retten war.
„Sie sind alle weg, General!“, rief Captain McIntyre über den Lärm hinweg, da jetzt, weil alle anderen Schiffe der Menschen weg waren die Concordia nun von der gesamten Flotte der Zylonen massiv beschossen wurde.
„Unsere Schilde sind jetzt runter auf 57 Prozent, Ma‘am!“, meldete Major Johnson.
„Na gut“, begann Sam und ordnete an, „noch einen starken Gegenangriff, dann ziehen auch wir uns zum vereinbarten Sammelpunkt zurück!“
1 Stunde später
Andromeda-Galaxie
Koloniale Flotte
Es lag eine gewisse bittere Ernüchterung in der Luft, und zwar an Bord eines jeden einzelnen Schiffes. Viele hatten bei der Schlacht im Nebel ihr Leben lassen müssen. Daher konnte man sich auch nicht damit trösten lassen, dass man sich mit anderen Flotten von Überlebenden zu einer großen Kolonialen Flotte vereinen hatte können, sowie dass auch die feindlichen Zylonen um Cavil schwere Verluste hatten einstecken müssen.
Ilion, Konferenzraum
Die wichtigsten Anführer der bisherigen einzelnen Flotten hatten sich gewissermaßen auf neutralen Boden versammelt, denn nun lag es zunächst daran Bilanz zu ziehen.
Insgesamt waren in den letzten Tagen 6210 Menschen, die den Angriff auf die Kolonien von Kobol überlebt hatten von den Feinden getötet worden. Davon waren die meisten unter ihnen Zivilisten. Aber es waren auch mehr als 70 Zylonen in Menschenform und weitere tausend Zylonen in Gestalt von Zenturios und Raider in Folge der Kämpfe gestorben, die sich der Flotte von Admiral Adama angeschlossen hatten. Zusätzlich hatten die Kolonialen im Kampf gegen Cavil und seine Flotte außerdem noch fünf Kampfsterne, 208 Viper und 122 Raptor verloren.
Doch auch General Carter hatte schmerzhafte Verluste erlitten, denn es waren 20 F-302er vom Feind zerstört worden, wobei 18 Pilotinnen und Piloten ums Leben gekommen waren.
Doch die ersten Spannungen unter den Militärs waren bereits jetzt für viele spürbar, denn die Admiräle mussten sich nun wirklich sehr schnell einigen, wer denn von ihnen die Befehlsgewalt über die gesamte Flotte übernehmen sollte. Und bei allen politischen Vertretern musste ähnlich entschieden werden, wer von ihren anführenden und gewählten Präsidenten das Amt des Präsidenten aller Menschen in dieser großen vereinten Flotte ausführen sollte.
Auch die unerwartete und absolut rätselhafte Rückkehr von Captain Kara „Starbuck“ Thrace sorgten vielerorts für wilde Spekulationen, und dies obwohl sie mehrfach gründlich auf mehreren Schiffen medizinisch untersucht worden war. Ihre Viper wurde ebenfalls, gleich ihrer Pilotin ungewöhnlich penibel technisch durchgecheckt, weil diese aussah, als wäre sie gerade eben frisch aus der Fertigung gekommen.
Doch noch etwas war klar, nämlich dass sich die Fünf an Bord der Flotte von Admiral Adama aufhielten, was auch John Cavil, der Einser, allen schließlich mittlerweile bestätigt hatte.
Heimatkolonie der Zylonen
Konferenzraum
Wie immer eröffnete einer der Einser die dringend einberufene Sitzung, an der Vertreter des eigenen Modells sowie der Vierer und Fünfer im Beisein von Boomer teilnahmen.
Die Armada der Zylonen hatte vollkommen unerwartet schwere massive Verluste hinnehmen müssen. Doch noch etwas war ihnen allen klar geworden, dass sie ohne Hilfe der Fünf es nicht wieder schaffen würden, wieder erneut in den wichtigen Besitz der Wiederauferstehungstechnologie zu gelangen, damit ihr Volk nicht dazu verurteilt war auszusterben. Was zumindest die einst von den Fünf entwickelte menschliche Form anging.
Weswegen nach einer langen Debatte der Beschluss gefasst wurde, dass man nur unter einigen gewissen Bedingungen dazu bereit war, vorübergehend oder gar möglicherweise für immer sämtliche Kampfhandlungen gegen die Menschen zu beenden. Aber nur, wenn die Fünf ihnen dabei halfen, die für sie wichtige Technologie der Wiederauferstehung wieder neu zu erschaffen.
Odyssee
Folge 6.06 - “Mollis Puncta in Posterum”
Milchstraße
Sol-System
Erde
Homeworld Command
Der Kontakt zu Ilion sowie natürlich ebenso zur Concordia war erneut unterbrochen.
Doch während sich die meisten Politiker und andere Persönlichkeiten in den wichtigsten Institutionen auf der Erde schon damit begannen, sich die ersten Sorgen zu machen, blieb natürlich als einer der wenigen dort, General Jack O‘Neill zuversichtlich, denn General Carter hatte ihn ja bereits darauf hingewiesen, dass es eine gewisse zeitlang keinen Kontakt zur Stargate Command Base auf dem Mars, und somit auch zum Homeworld Command auf der Erde geben würde. Es würde demnach einige Zeit dauern bis es wieder einen Kontakt über eine Wurmlochverbindung über die Stargate Command Base auf dem Mars zu den Menschen in der Andromeda-Galaxie gab, nämlich wenn die neue astronomische Position und somit auch die Stargate-Adresse von Ilion feststand, damit man wieder das Sternentor als Transportmittel nutzen konnte.
Die einzigen Themen, die den General momentan wirklich aktuell beschäftigten und große Sorgen machten, waren die zwei Verbände von den Zylonen. Der eine, der sich auf dem Weg zur Milchstraße befand, und der andere der zur Destiny unterwegs war.
Doch als ob dies nicht genug war damit war, machte wieder einmal mehr die Orici Adria weitere Probleme, die trotz aller Warnungen von Myrrdin und Artus zum Trotz, immer noch nach wie vor nach der alleinigen Herrschaft im dem ihr bekannten Universum strebte. Doch waren dies bislang nur Vermutungen, für die jegliche und klar belegbare Beweise dazu fehlten zurzeit noch.
Aber noch eine andere bedeutende Sache musste von Jack O‘Neill dringend geklärt werden. Um nicht vollkommen allein mit der Lösung dieser Problematik zu sein, griff er auch schon zum roten Telefon und wählte zügig die Kurzwahlnummer von Hank Landry, der sich erst vor Kurzem in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hatte.
Pegasus-Galaxie
Todds Territorium
M-2468
Der Planet war abgelegen, doch er war sehr schnell zum Zentrum der neuen Wraith-Kultur geworden, die von Todd angeführt wurde. All deren Bewohner waren allerdings männlich, weswegen bei einigen der Bewohner die ersten Zweifel aufkamen, ob ihre neue Form und Erscheinung wirklich nützlich sein und ihre Spezies dadurch überleben würde.
Die ersten von ihnen begannen daher bereits insgeheim Pläne gegen die Führung von Todd zu schmieden, der nach wie vor darauf sann auch die letzte noch lebende Wraith-Königin aufzuspüren und zu vernichten. Im Prinzip konnte keine der größeren Fraktionen der Wraith der anderen voll und ganz vertrauen. Wie üblich hatten sich die ehemaligen Kriegerdrohnen zum größten Teil ihren bisherigen Offizieren untergeordnet. Aber es gab natürlich auch Ausnahmen, weil einige sich einer anderen Fraktion angeschlossen hatten.
Für Todd bestand deswegen das Hauptaugenmerk und die damit ausgefeilte Taktik seine Machtposition zu bewahren darin, nicht alles von dem, was er an Wissen und Erfahrungen erlangt hatte, an andere preiszugeben und mitzuteilen, obwohl es sich auch um seine eigenen Verbündeten innerhalb der neu entstandenen Wraith-Kultur handelte. Aber er hatte einen entscheidenden Vorteil auf seiner Seite, der ihn zumindest auf jeden Fall am Leben erhalten würde, nämlich seine engen und direkten Kontakte zu John Sheppard und seinem Team sowie nach Atlantis. Doch er hatte sich schon zu oft in seinem Leben in Gefangenschaft befunden, weswegen er dazu bereit war alles zu tun, damit dies nie wieder geschah.
Derzeit forschte nicht nur er daran, wie ihr gesamtes Volk auch auf dem normalen und biologischen Wege auch ohne eine Königin überleben konnte. Weil es riskant war, dass ihm jemand seine Forschungen ausspähen könnte, war er vorerst dazu gezwungen alleine und im Verborgenen zu arbeiten. Enttäuscht von den ersten Experimenten und Tests, entschied sich Todd für eine andere, aber natürlich auch eine sehr gewagte Lösung, die ihm letzten Endes den meisten Erfolg versprach.
Mit einem nervösen Brummen trat er an ein Kühlfach heran. In diesen lagerten unzählige genetischer Proben von einer Vielzahl von Lebewesen, die es in der gesamten Pegasus-Galaxie gab. Darunter befanden sich natürlich auch welche von den Wraith. In einem verborgenen Versteck, einer Ausbuchtung, die so groß war, wie ein Gymnastikball, lagerte er isoliert von allen anderen Proben von allen Wraith-Königinnen, die er hatte finden und auftreiben konnte.
„Dann wollen wir mal mit der Arbeit beginnen“, murmelte Todd, als er eine erste Probe aus einem Fach herausnahm, sie ins Licht hielt und danach das Geheimversteck wieder sicher verschloss. Danach begab er sich zu einem speziellen und sterilen, hermetischen und abgeschirmten Bereich seines Labors, um endlich mit der eigentlichen Arbeit zu diesen gewagten Projekt, zu welchen er sich entschlossen hatte, zu beginnen.
Andromeda-Galaxie
Koloniale Flotte
Ilion, Konferenzraum
Alle entsendeten Delegierten aus der gesamten Flotte trafen sich gewissermaßen auf neutralen Boden. An der Konferenz nahmen unter anderen, obwohl immer noch stark angeschlagen, auch Laura Roslin und Richard Adar teil.
Schnell wurde aber allen Teilnehmern an dieser Konferenz klar, dass man zunächst die zivilen und militärischen Vertreter in der Flotte getrennt voneinander tagen lassen müsse, weil ihre Belange nämlich zu unterschiedlich waren.
Die Menschen aus der Milchstraße allerdings, hielten sich zunächst aus den komplizierten Angelegenheiten ihrer Verbündeten heraus. Einen Vorteil von diesen bereits bestehenden Beziehungen, würden allerdings nur die Teilflotten der Electra, der Galactica und eventuell der Centauria haben.
Zu verschiedenen Zeiten und immer im Wechsel, trafen sich die wichtigsten Personen der Politik und des Militärs im Konferenzraum des alten Antikerstadtraumschiffes, wenn sie sich nicht gerade in Kleingruppen beratschlagten. Es war allerdings wohl keine allzu große Überraschung, dass sich die höchsten Kolonialen Offiziere innerhalb des Militärs wohl am schnellsten einigen würden.
Zum zweiten Male an jenen Tage, am frühen Nachmittag, gleich nach dem Mittagessen, saßen alle Admiräle und Commander aller Kampfsterne sowie auch die Vertreter der Zylonen des Basisschiffes, welches sich der Flotte der Galactica angeschlossen und der Befehlsgewalt von Admiral Adama unterworfen hatten, beisammen. Es lagen erneut dieselben Punkte auf dem Tisch, zu denen alle mehrere Stunden Zeit bekommen hatten, darüber nachzudenken.
Es waren eigentlich nur zwei bis drei Punkte, die es untereinander zu klären galt, nämlich den Ersten Admiral, der die Oberbefehlsgewalt über die gesamte Flotte haben sollte, zweitens die Aufteilung des gesamten vorhandenen Materials in Gestalt der Viper- und Raptorgeschwader, und natürlich des Personals, nämlich der Piloten innerhalb der Flotte, und zu guter Letzt ging es natürlich um die Zylonen, die sich ihnen angeschlossen hatten. Vielen behagte natürlich der letzte Punkt nicht so besonders, dass ausgerechnet ihre ehemaligen Feinde innerhalb ihrer eigenen Reihen agierten und es auch weiterhin sollten. Doch wurde ausgerechnet genau dieser letzte Punkt auf der Debattenliste als Erstes von Admiral William Adama, der den anderen Offizieren eine eindeutige Auflistung aller bisherigen gemeinsamen Zusammenarbeit und Missionen mit den Zylonenrebellen vorlegte, beigelegt.
„Hoffentlich gibt es bei den Politikern keinen allzu großen Widerstand“, brummte Admiral Steven Baker, dem immer noch ein wenig Unwohl dabei war.
„Warten wir es ab“, war alles was der Commander der Galactica darauf noch zu sagen hatte, weil er sich dabei auf Laura Roslin, die die Präsidentin und zivile Anführerin seiner Flotte war, verließ.
Dann folgte eine kurze Pause, in der sich alle ranghohen Offiziere abermals in kleinen Gruppen zusammenfanden, denn es sollte nun gleich um die Wahl gehen, die einen von ihnen an ihre Spitze und somit der Kolonialen Flotte führen sollte.
Zur Wahl standen natürlich die meisten der Admiräle, die von einigen in der Runde vorgeschlagen wurden. Unter den Kandidaten, die unabhängig von allen Anwesenden vorgeschlagen wurden, waren William Adama, Diana McBride, Steven Baker, Samuel O‘Hara und Amanda Carter. Die beiden letztgenannten schieden schon in der ersten Wahlrunde aus. Da es keine klare Mehrheit für einen der drei anderen Kandidaten gab, folgte noch eine weitere Abstimmungsrunde. In dieser fiel dann die Entscheidung, nämlich dass es Admiral Adama sein sollte, der von allen noch lebenden Offizieren der Kolonialen Flotte die längste militärische Erfahrung hatte.
„Ich danke ihnen allen, es ist mir eine große Ehre!“, war alles was Husker zunächst sagen konnte. Nachdem er sich wieder gesammelt hatte, schnitt er sofort den letzten Punkt an, nämlich die Verteilung aller Viper, Raptor und deren Piloten innerhalb der Kolonialen Flotte auf alle Kampfsterne. Doch auch der Zustand aller Kampfsterne und zivilen Schiffe der gesamten Flotte waren ihm ebenso wichtig, denn er offenbarte sofort, dass unter anderem auch die Galactica einer dringenden Überholung bedürfte.
„Wir werden ihnen natürlich sofort die noch nötigen und erforderlichen Dokumente, so schnell wir können, zukommen lassen, Admiral Adama“, versicherte unter anderem auch Commander Amanda Carter, die Befehlshaberin der Battlestar Iuno, einen Kampfstern der Mercury-Klasse.
Ein kurzer Blick auf eine bereits vorliegende, aber nur vorläufige kurze Übersicht genügte Husker, der erkannte, dass die Teilflotte von Admiral McBride am besten mit Fluggeräten und Piloten aufgestellt war.
„Wir können glücklicherweise einige Viper und Raptor mit den vorhandenen Rohstoffen ersetzen“, fügte Admiral Thasos, der Commander der Centauria hinzu, der dabei auf die Produktionsstätten für Viper und Raptor an Bord der Kampfsterne der Mercury-Klasse anspielte.
„Dann will ich es, dass genau dies geschieht! Ich will, dass jeder Viperpilot auch eine Viper und jede Raptorbesatzung einen Raptor zur Verfügung hat! Dann würde ich sagen, dass wir den Raum hier für die Politiker räumen, und uns jetzt zurück auf unsere Schiffe begeben, denn es gibt sehr viel zu tun!“
„Jawohl, Admiral Adama“, erklärte mit einem kurzen Nicken Steven Baker, während sich alle erhoben.
Ori-Galaxie
Celestis
Sicherheitshalber hatte sich die Orici Adria in ihr Allerheiligstes in der Heiligen Stadt zurückgezogen, denn sie wollte nach wie vor die Vorherrschaft über alle Menschen im bekannten Universum erlangen. Doch musste sie sich in Acht vor Myrddin und Artus nehmen, deren Drohung sie absolut ernst nahm. Sie brauchte daher einen neuen und gut überlegten Plan, der ihr letztendlich zum endgültigen Erfolg über all ihre Gegner verhelfen sollte. Denn ihr vorheriger Plan, sich auf die Wraith als losgelassene Dämonen zu setzen, die die Welten von allen Ungläubigen heimsuchen sollten, war durch den unerwarteten militärischen Erfolg der Menschen von der Erde allen Anschein nach für immer zunichte gemacht worden.
Entfernte Galaxie
Destiny, Stargate-Raum
Gerade noch rechtzeitig war das Erkundungsteam um Colonel David Telford auf die Destiny zurückgekehrt. Grund für die Rückkehr in erst letzter Minute war Jack Dalton gewesen. Pete Thornton und MacGyver hatten ihren gemeinsamen Freund regelrecht durchs Sternentor schleifen müssen, weil er bei einer Erkundungsrunde auf eine große Ansammlung von faustgroßen Smaragden gestoßen war. Ein Vorfall, der noch einiges an klaren Aussprachen von der Führung auf der Destiny nach sich ziehen würde.
„Mister Jack Dalton, sofort folgen Sie mir!“, bellte Telford im barschen Befehlston sofort nach ihrer Rückkehr im Stargate-Raum, wovon natürlich auch sehr schnell Camille Wray und Colonel Everett Young Kenntnis bekamen. Aber auch Doktor Nicholas Rush und viele andere Besatzungsmitglieder an Bord der Destiny hörten von dem erneuten Problemen und Schwierigkeiten, welche von Jack Dalton verursacht worden waren.
Der Pilot nahm eingeschüchtert seine Pilotenmütze ab, die er in Brusthöhe dicht an seinem Körper hielt, ja eher schon presste, während er schuldbewusst und bereits eingeschüchtert hinter dem erbosten Colonel herlief.
Andromeda-Galaxie
Koloniale Flotte
Ilion, Konferenzraum
„…dies ist für sehr viele… vollkommen… schwer, oder ganz und gar nicht zu akzeptieren“, schimpfte der Vizepräsident der Teilflotte, die seit dem Fall der Kolonien mit der Battlestar Centauria unterwegs gewesen war.
Laura Roslin, die sichtbar schwer gesundheitlich angeschlagen war, hatte daher große Mühe sich zu behaupten. Aber sie fand dennoch die richtigen Worte, die sämtliche Kritiker, zumindest vorerst zum Verstummen gebracht hatte. In der aktuellen Diskussion ging es nämlich darum, weshalb die Zylonen einen Sitz oder gar mehrere im neuen zu bildenden Rat der Kolonien als auch in der Regierung erhalten hatten und in Zukunft auch behalten sollten. Es war ein schwieriges und brisantes Thema, doch es musste auch dafür irgendwann einmal auch eine verträgliche Lösung her.
Sofort schnitt Richard Adar ein anderes Thema an, nämlich die Präsidentschaft über alle Überlebenden der gesamten Flotte.
„Es geht hier um die politische Führung und den militärischen Schutz von rund 146.000 Menschen“, bemerkte Francine Baltimore, der amtierenden Präsidentin der Electra-Flotte. Auch ahnte nicht nur sie, sondern auch schon bereits Laura Roslin worauf Richard Adar wirklich aus war, nämlich eben auf diese von ihm ins Spiel gebrachte Präsidentschaft über die gesamte Flotte.
„Es dürfte selbstverständlich allen hier in diesem Raum klar sein, dass ich der Präsident aller Überlebenden von den Kolonien Kobols sein möchte. Dies ist mein Anspruch, den ich auch durchzusetzen gedenke. Tut mir leid, für sie alle, die bislang gute Arbeit seit den Angriffen auf unsere Heimatwelten in den bisherigen Teilflotten aller Überlebenden geleistet haben…“, sprach Richard Adar, der allerdings von Laura Roslin unterbrochen wurde.
Sie sagte nämlich: „Vergiss es! Ich bin zwar krank, aber gut ein Drittel der Menschen in dieser Flotte wird von mir vertreten. Und auch Francine vertritt mehr als ein Drittel. Und Du, mein Lieber, eben nicht.“, wobei sie sich mittlerweile schon vollkommen in einem klaren Wahlkampf- und Angriffsmodus befand. Dazu bereit, sich jeden Widersacher zu stellen und offen den Kampf anzusagen.
Eine Pause war daraufhin entstanden, worauf Adrian Auckland, der Vizepräsident von der Galactica-Nyx-Flotte, schließlich das einzige brauchbare Mittel vorschlug: „Es wäre am Besten mit sorgfältig vorbereiteten Neuwahlen dieses Amt zu vergeben, damit wir endlich Gewissheit haben.“
„Gut. Wer ist dafür?“, nickte Laura Roslin, die sich in der Runde umsah.
Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen, womit natürlich auch sofort der harte Wahlkampf untereinander beginnen würde. Da es natürlich sehr viele Kandidaten waren, würde es innerhalb der gesamten Flotte sehr spannend werden, doch die Frage: Was mit den Zylonen und ihren politischen Status innerhalb der Flotte anging, müsste eigentlich sofort entschieden werden.
Die darauffolgende erneute Debatte und Abstimmung in diesem Fall war zwar nicht klar, doch ging er durch eine einfache, aber recht knappe Mehrheit, zugunsten der Zylonen um Natalie aus, weswegen auch sie zumindest vorerst einen Sitz im Rat erhielten, und es somit in dieser Kammer in Zukunft selten zu einem Gleichstand kommen und durch das besondere Vetorechtes vom Inhaber oder der Inhaberin des Präsidentenamtes zu einer Entscheidung würde.
Entfernte Galaxie
Trinitatis
Die Trinitatis fiel planmäßig am Rande eines Planetensystems wieder einmal aus dem Hyperraum. Das von Doktor Hank McCoy geführte, intergalaktische Team, würde sich in diesen Teil des Universums für insgesamt drei Tage aufhalten. Es war somit einer der wenigen längeren geplanten Aufenthalte auf einer festen Position, während ihrer langen Reise zur Destiny.
Trinitatis, Kontrollraum
Es dauerte nicht lange, da verkündete Doktor Rodney McKay auch schon, dass sie wie geplant der Route der Destiny nach wie vor folgten.
„…es wird nicht mehr lange dauern, dann erreichen wir schließlich auch jene Galaxie, in der das Team von Colonel Everett Young und Doktor Nicholas Rush auf die Destiny gelangt ist. Was dann aber auch bedeutet, dass wir einigen der uns schon bekannten Gefahren ausgesetzt sein werden. Also diesen fiesen Aliens, die die Angewohnheit haben, ihre Gefangenen in Wassertanks zu stecken, und so…“
Viele der Anwesenden hörten dem Kanadier nur mit einem halben Ohr zu, denn der Anblick, der sich ihnen allen bot, war einfach mehr als nur überwältigend. Sie alle hatten auf ihrer bisherigen Reise durch das Universum an Bord dieses Schiffes schon so einiges gesehen, doch dieses Planetensystem war es mehr als nur wert, so gut es in den wenigen Tagen ging, erforscht zu werden.
