13.01.2026, 19:47
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.01.2026, 20:00 von Jonathan J. O´Neill.)
Odyssee
Folge 6.09 - “Gaía, Teil 1”
Pegasus-Galaxie
Todds Territorium
M-2468
Frustriert blickte sich die junge weibliche Wraith in ihrem hermetisch abgeriegelten Gefängnis um. Es war nicht besonders groß, denn es maß im Quadrat nur circa vier mal vier Meter und war etwa drei Meter hoch.
Sie war, was sie ihr nicht bewusst war, künstlich erschaffen worden, und deshalb auch nur so schnell gewachsen, weil Todd mit einigen kleinen Tricks nachgeholfen hatte, die er von den Menschen heimlich gestohlen hatte. Die Laune von ihr wurde nicht wirklich besser, da sie aktuell ein verdächtiges zischendes Geräusch um sich herum wahrnahm. Sie verlor nach einem sehr langen und zähen Ringen schließlich das Bewusstsein, sank zu Boden. Das enorm starke Betäubungsmittel hatte zu guter Letzt seine Arbeit getan.
Andromeda-Galaxie
Koloniale Flotte
Basisschiff der Zylonenrebellen
Das Ergebnis der Präsidentschaftswahl sorgte unter den Zylonenrebellen innerhalb der Flotte der Überlebenden für eine ziemlich große Erleichterung, denn nach der Rücknahme der Kandidatur von Laura Roslin, war ihnen zwar eine wichtige Persönlichkeit und enorme Fürsprecherin verloren gegangen, doch waren ihre Wähler vermutlich komplett zu Baltimore gewandert, was vermutlich die gesamte Wahl beeinflusst hatte.
Zum Glück aber war es auch nicht Doktor Gaius Baltar gewesen, der gewonnen hat, sondern eben Francine Baltimore, die in der ganzen Flotte einen sehr großen Rückhalt innehatte.
Aber dennoch war natürlich der Ärger vorprogrammiert, denn Richard Adar und Tom Zarek hatten sich sofort nach ihrer Niederlage verbündet und beschlossen gemeinsam gegen die neue Regierung, das Ministerkabinett von der frisch gewählten Präsidentin, zu arbeiten.
Dies bereitete den Zweiern, den wenigen verbliebenen Dreien, den Sechsen und den Achten sowie natürlich auch den Fünf große Sorgen. Auch wussten sie, dass somit Admiral Adama gezwungen war, schnellstmöglich Hera zu finden und zu befreien. Ein gefährliches Vorhaben, welches die Zylonenrebellen vehement unterstützten.
Battlestar Galactica, CIC
„Also gut, Starbuck. Wir werden der Sache sofort auf den Grund gehen! Doch kann ich nicht die gesamte Flotte dorthin reisen lassen, sonst finden Athena und Helo uns nicht wieder, wenn sie dann endlich ihre Mission erfüllt haben! Außerdem wird die Galactica, wegen ihrer Schäden immer noch so gut es geht aktuell überholt. XO!“
„Admiral.“
„Colonel Tigh, treiben sie einen, besser zwei Kampfsterne auf, die sich mit Captain Thrace auf die Suche nach dem Ursprung dieses Notsignals machen sollen, den ihre Viper anzeigt!“
„Wird sofort erledigt, Bill“, bestätigte Saul Tigh, der obwohl er ein Zylon war, immer noch ein fester und unverzichtbarer Bestandteil des Kommandos an Bord der Galactica unter dem Befehl von William Adama war.
Nach nicht einmal einer Viertelstunde darauf, teilte Colonel Saul Tigh mit, dass die Battlestar Pegasus und die Battlestar Tauron keine aktuellen Aufträge zu erfüllen hätten und deswegen für die anstehende Mission vom Flaggschiff, der Galactica, durch ihn als XO für diese Mission rekrutiert worden seien.
Battlestar Pegasus, CIC
„In Ordnung, Admiral. Aber wieso denn auch noch die Tauron? Meiner Einschätzung nach sollte die Pegasus diesen Job alleine erfüllen können…“, fand Lee „Apollo“ Adama.
„Weil wir davon leider ausgehen müssen, dass auch Cavil und seine Anhänger nach wie vor ebenfalls auf der Suche nach der Erde, der Heimat des 13. Stammes von Kobol sind, Commander. Sollten Sie daher einen Feindkontakt haben, stehen ihre Chancen somit um einiges besser, auch wieder aus einer gefährlichen Nummer herauszukommen“, erwiderte William „Husker“ Adama.
„Starbuck, die Letzten Fünf, also Colonel Tigh und seine Frau, Chief Tyrol, Tory Foster und Ensign Anders sowie eine größere Abordnung der Zylonen vom Basisschiff werden ebenfalls mit auf diese Aufklärungsmission gehen.“
„Verstanden, Sir. Wenn es denn sein muss.“
„Ja, es muss sein. Ich denke nämlich, dass unsere neuen Verbündeten vom Basisschiff und Vertreter vom 13. Stamm eine große Hilfe bei der Bewältigung dieser Mission sein werden. Noch sonst irgendwelche weiteren Fragen, Unklarheiten, Commander?“
„Negativ, Admiral.“
Noch einige Sekunden wartete Lee Adama, doch sein Vater sagte nichts weiter, sondern trennte die Verbindung, weswegen er dann ebenfalls den Hörer wieder aus der Hand legte und einhängte. Einen weiteren planmäßigen Kontakt mit dem Flaggschiff der Flotte, würde es erst kurz vor dem Start der Mission wieder geben.
Ilion, Kontrollraum
Seit ihrer Idee und Bekanntgabe, nämlich die Tarnvorrichtung der Antikerstadt Ilion zeitweise auf die Concordia zu transferieren, arbeitete nicht nur Major Jennifer Hailey an der Umsetzung. Sie musste die passenden Schnittstellen in der Elektronik finden, um eine Überlastung der jeweiligen unterschiedlichen Schiffssysteme zu vermeiden. Dies könnte unter Umständen sonst katastrophale Folgen, sowohl für Ilion als auch für die Concordia haben. Trotz des immensen Risikos vertraute General Samantha Carter ihrer einstmaligen Entdeckung an der Akademie der United States Air Force vollkommen. Die beiden Frauen hatten mehr als nur ein gutes Verhältnis zueinander. Aber auch Lieutenant Cassandra Fraiser und Doktor Gaius Baltar arbeiteten an diesem Projekt mit. Doch Baltar allerdings nur solange, ehe die Aufklärungsmission zur Heimat des 13. Stammes von Kobol endlich freigegeben worden war.
Viele, darunter natürlich Cassie und Jennifer waren froh darüber, dass Gaius nicht mehr in ihrer Nähe war.
Milchstraße
Sol-System
Erde, Homeworld Command
Man hatte vor einiger Zeit etwas feststellen müssen, wie man es schon vermutet hatte, dass es schon seit einigen Wochen unmöglich war die Trinitatis zu erreichen, um sie vor den Zylonen, die sich ebenfalls auf dem Weg zur Destiny befanden, zu warnen.
„Was ist mit diesen Kommunikationssteinen?“
„Tut mir leid, General - aber dies ist nicht möglich, da wir nicht wissen, ob dies die Route der Trinitatis zu ihren Ziel möglicherweise negativ beeinflusst“, antwortete Doktor Bill Lee auf eine Frage von Jack O‘Neill.
Der Leiter des Homeworld Command erwog einen Moment lang dennoch das Risiko einzugehen, nahm aber davon jedoch schließlich Abstand. Dies lag an einer kurzen Rücksprache mit der Schwester von Rodney, Jeannie Miller, die ihm davon überzeugt hatte es wirklich nicht zu riskieren.
Hyperraum
Altes Antikerschiff, Kontrollraum
Dadurch, dass die Zylonen keinerlei Auffrischung ihrer Vorräte wirklich dringend nötig hatten, konnten sie trotz des leistungsschwächeren Antriebes bislang, zu Beginn ihrer Reise, ungefähr dieselbe Distanz in etwa der Geschwindigkeit zurücklegen wie die Trinitatis. Doch dadurch, dass sie sehr genau die neue, ihnen noch immer zum größten Teil unbekannte Technologie nebenbei auch noch erforschten und untersuchten, würde es noch sehr lange dauern bevor sie ihr Ziel letztendlich wirklich erreicht haben würden.
Wie sonst immer, hatte auch hier einer der Cavils das Sagen über die anderen Zylonen. Ihre Gemeinschaft war, ohne dass es jemand von ihnen auch nur wissen konnte, die einzige, die bislang noch nicht zerstritten war und nach wie vor als gemeinsames Kollektiv funktionierte. Es waren ja noch alle Modelle miteinander vereint, die es gab, plus jeweils ein Körper von den Letzten Fünf, welche sich allerdings in einer geheimen verborgenen Kammer befanden, die nur von den Cavils betreten werden durfte.
Andromeda-Galaxie
Koloniale Flotte
Battlestar Pegasus, CIC
Die Anspannung war nahezu greifbar, nicht nur bei den Anwesenden im Combat Information Center, sondern auch bei allen anderen in der Flotte.
Vor wenigen Sekunden erst hatte Commander Lee „Apollo“ Adama dem Flaggschiff der Flotte übermittelt, dass sie bereit für den Sprung zu den errechneten Koordinaten seien.
Immer noch sprach er einige Sätze mit seinem Vorgesetzten, der auch sein Vater war.
„…viel Erfolg, mein Sohn“, waren die letzten Worte, die er von Admiral William „Husker“ Adama vernahm, dann war auch schon die Verbindung getrennt worden.
„Dann wollen wir mal. Bereit machen zum Sprung!“, ordnete Lee an.
Kurz darauf begann einer der Offiziere bei der Navigation auch schon den Countdown.
Battlestar Galactica, CIC
Auf dem DRADIS über seinem Kopf waren die Kennungen der Pegasus und der Tauron verschwunden. Da Colonel Saul Tigh ebenfalls mit auf diese Mission gegangen war, war derzeit wieder Helo sein XO. Es geschah sehr viel in ihrer Flotte, dies wusste nicht nur Admiral Adama, der die Rückkehr von Athena, die sich jetzt auf einer Solomission befand, um die Heimatkolonie der Zylonen zu finden, herbeisehnte.
Pegasus-Galaxie
Atlantis, Kontrollraum
Über eine erneute Kontaktaufnahme von Todd wunderte sich erst einmal niemand, doch da er einen gewissen Vorrat des Medikamentes, welches Wraith in menschenähnliche Wesen verwandelte, und sich die damit behandelten Wraith nie mehr gezwungen waren sich an Menschen zu nähren, anforderte, machte nicht nur Richard Woolsey stutzig. Deswegen erkundigte sich daher auch zunächst einmal natürlich bei Doktor Carson Beckett, ob es irgendwelche Nebenwirkungen gäbe oder sich gar gefährliche Rückfälle, wie einst bei Michael, ereignet hätten.
„Ich kann ihnen versichern, es ist alles in Ordnung, Doktor Beckett“, lautete die Antwort von Todd, am Ende der Videokonferenz.
Nachdem die Verbindung getrennt worden war, verzog General John Sheppard sein Gesicht, denn er spürte, trotz dieser Versicherung seines einstigen Zellengenossen und dann später doch immer wieder recht merkwürdigen Bekannten, dass irgendetwas mehr als nur faul sein musste.
Milchstraße
Sol-System
Yashida-Weltraumwerft
Battlestar Origin
Auf dem ersten einsatzbereiten Kampfstern der Erde, neigten sich die letzten wichtigen Vorbereitungen für den Jungfernflug dem Ende zu.
In Begleitung seines gesamten Offiziersstabes unternahm Brigadier General Dave Dixon, der Commander der Origin, einen weiteren und auch abschließenden Rundgang, um sich mit seinem Schiff noch vertrauter zu machen. Denn es würde nicht mehr lange dauern, und General Jack O‘Neill würde ihnen das Ziel des Jungfernfluges der Origin mitteilen.
Andromeda-Galaxie
Stigma-Sektor
Der ausgeführte FTL-Sprung, hatte sowohl die Battlestar Pegasus als auch die Battlestar Tauron an die Grenze des Machbaren geführt. Deswegen hatte man sich entschlossen zwei Sprünge zum zuvor errechneten Ziel durchzuführen. Dann würden die beiden kolonialen Kampfsterne zunächst einige Stunden mit Sublicht ihren Flug fortsetzen, und erst anschließend die restliche Distanz mit einen weiteren Überlichtsprung überwinden, um dann endlich ans eigentliche Ziel zu gelangen.
Pegasus-Galaxie
Todds Territorium
M-2468, Todd‘ Geheimlabor
Nach dem ersten Erfolg mit der ersten gezüchteten weiblichen Wraith überhaupt, verlor Todd keine weitere Zeit, denn er hatte sich sofort daran gemacht weitere der DNA-Proben gedeihen zu lassen. Er tat dies, um auf einen möglichst hohen Genpool zurückgreifen zu können.
Der nächste Schritt würde das Klonen der in menschenähnlichen ersten verwandelten Wraith-Frauen sein. So erhoffte sich Todd auf das entwickelte Medikament der Atlanter an dem er unter anderem mitgearbeitet hatte, unabhängig zu machen und das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren, sobald der Zustand jeder Schöpfung dafür stabil genug war.
Doch Todd wusste auch, dass er sich mittlerweile wohl schon bereits den Argwohn der Atlanter gewiss sein konnte, weil er sehr große Mengen des Medikamentes für seine geheimen Zwecke erhalten wollte, und auch schon eine erste kleine Lieferung erhalten hatte. Die Übergabe hatte natürlich auf einen abgelegenen Planeten stattgefunden. Doch als Gegenleistung dafür, hatte dann das Team von Colonel Evan Lorne eine Liste von Stargate-Adressen sowie Koordinaten von bewohnten Welten erhalten.
Atlantis, Büro von Woolsey
Immer noch besprachen sich der Leiter der Atlantis-Expedition und der ranghöchste Militär der Basis miteinander, es ging natürlich um Todd und seine aktuelle Geheimniskrämerei.
„…es ist doch mehr als nur offensichtlich, Todd führt mal wieder irgendetwas im Schilde. Wozu benötigt er sonst so viele Behälter von diesem Medikament?“
„Ich bin deswegen auch sehr misstrauisch, Mister Woolsey, glauben Sie mir. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht gegen uns arbeitet. Vielleicht hat er ja eine Streitmacht aufgestellt, nachdem er, wie ich es bereits vermute, die letzte verbliebene Wraith-Königin endlich aufgespürt hat…“
„Das hätte er uns mit Sicherheit mitgeteilt. Oder?“, unterbrach ein skeptischer Richard Woolsey sofort John Sheppard, der im Anschluss dann doch nicht anders konnte als seinem Boss auf Atlantis zuzustimmen. Doch das ungute Bauchgefühl blieb bei beiden dennoch bestehen.
Andromeda-Galaxie
Sigma-Sektor
Die aus den beiden Kampfsternen Pegasus und Tauron bestehende Aufklärungsmission, hatte vor wenigen Augenblicken den finalen Sprung ausgeführt, womit man sich jetzt im Orbit eines großen Planeten wiederfand. Dieser Planet war in etwa so groß wie Kobol, Caprica oder Gemenon. Die ersten gestarteten Viper- und Raptorpiloten konnten die Wolkenbänder ganz deutlich erkennen, die über den Planeten zogen.
Orbit des Planeten
Battlestar Pegasus, CIC
„Die Koordinaten stimmen mit denen aus der Viper von Captain Thrace überein, Commander“, teilte der Navigator allen mit.
Lee Adama griff daraufhin zum Hörer: „Hier ist der Commander. Was sagt die Anzeige in ihrer Viper, Starbuck? Sind wir hier richtig?“
„Commander, hier Starbuck, das Signal, das empfangen wird, ist mehr als nur deutlich. Dies muss der Planet sein.“
„Okay. Die Erkundungsmission auf der Oberfläche des Planeten für die Raptor und die zwei Vipergeschwader ist hiermit freigegeben!“, erklärte Apollo, der immer noch ratlos auf den DRADIS-Monitor schaute.
„Was ist los, Commander?“
„Wir sind hier. Doch warum zeigen sich unsere Brüder und Schwestern vom 13. Stamm uns nicht? Die müssten uns doch schon längst bemerkt haben, Dee.“
Dem musste Anastasia Dualla zustimmen. Hier war absolut nichts. Kein Flugverkehr. Keine Schiffe, die diese Welt sicherten. Es gab keinerlei Funksignale auf keiner der bekannten Frequenzen. Man empfing nichts, bis auf das mysteriöse Signal von der Viper von Captain Thrace, welches sie letztendlich hierher geführt hatte.
Battlestar Tauron, CIC
Um sich und ihre Crew zu beschäftigen, bot Commander Barbara Tiber an: „Pegasus, hier ist die Tauron. Wir würden gerne diesen Planeten umkreisen sowie an einigen Punkten, die bereits gestarteten Raptor landen lassen.“
„Tauron, hier ist die Pegasus. Dann tun sie das, aber bei Kontakt sofort melden!“
„Verstanden, Commander Adama. Tauron, Ende.“
Odyssee
Folge 6.10 - “Gaía, Teil 2”
Andromeda-Galaxie
Sigma-Sektor
Planet
Nördliche Hemisphäre
Mit großen Erwartungen waren alle von der Pegasus aus gestartet. Insbesondere weil man glaubte und auch hoffte, endlich auf dieser Welt eine Stadt am Rande eines Meeres entdeckt zu haben, die an einer großen Bucht gelegen war.
Aber eine gewisse Ernüchterung machte sich schon schnell bereits im Anflug bemerkbar, denn es waren nur unzählige zerstreute Trümmer und gewaltige Ruinen von jener einst sehr großen Metropole übriggeblieben.
Viele der Missionsmitglieder irrten zunächst geschockt für etwa eine Viertelstunde ziellos durch diese trostlosen Ruinen, andere schauten wortlos über die Bucht, die einst einen blühenden Hafen beherbergt hatte, auf das Meer hinaus.
Nun war es schließlich an der Reihe der mitgereisten Wissenschaftler, die Ursache für den erschreckenden Zustand dieser Welt zu ergründen. Diese machten sich auch sofort an die Arbeit. Durch einen Impuls heraus maß man nach radioaktiver Strahlung. Die eingesetzten Messgeräte schlugen sofort aus. Zum Glück war die Strahlung nicht mehr wirklich gefährlich für die Neuankömmlinge, wenn man sich nicht zu lange auf diesen Planeten aufhalten würde, denn dafür schien diese nukleare Katastrophe auf dieser Welt zum Glück schon zu lange zurückzuliegen.
„Teilt jeden hier auf dem Boden und auch im Orbit unverzüglich mit, dass hier alles radioaktiv kontaminiert worden ist! Die Nahrungskette ist ebenfalls betroffen! Angefangen beim Wasser!“, warnte Doktor Gaius Baltar, der die ersten Boden- und Wasserproben mit dem Mitgliedern seines Teams, welches aus Kolonialen und Zylonen bestand, bereits in einem bewerten Schnellverfahren ausgewertet hatte.
Etwas außerhalb der Stadt hatte Captain Kara „Starbuck“ Thrace mittlerweile ihre Viper gelandet, denn um die genaue Quelle des Notsignals zu finden, musste sie noch ein so gut wie unwegsames und von Pflanzen überwuchertes Gelände, welches sie einige Zeit noch überflogen hatte, doch zu Fuß erkunden. Denn hier im Zielgebiet, gab es für ihre Viper nicht sehr viele Möglichkeiten um zu landen. Kaum hatte sie alle Systeme ihres Fluggerätes abgeschaltet, baute sie dann auch schon das Instrument aus, welches das Notsignal empfing. Damit der Kontakt nicht abriss, schloss sie zuvor noch eine kleine tragbare Energiequelle an, damit sie nicht am so lange gesuchten Ziel vielleicht doch noch vorbeiging.
Orbit des Planeten
Battlestar Tauron, CIC
Immer mehr neue Meldungen von den über ein Dutzend Einsatzteams, die auf der Oberfläche dieser verwüsten Welt im Einsatz waren, gingen auch bei Commander Barbara Tiber ein. Das von ihr kommandierte Schiff befand sich nun mittlerweile auf der gegenüberliegenden Seite des Planeten. Und auch hier schien es nichts Anderes als Verwüstungen und Zerstörungen, von allen Spuren der einstigen hier befindlichen Zivilisation, zu geben. Doch schienen die eigentliche Ursache oder der eigentliche Auslöser dafür immer noch nicht ganz klar zu sein, obwohl es eigentlich nur eine dafür gab, und durch die gemessenen radioaktiven Rückstände von den Geigerzählern klar auf der Hand lag. Hier musste ein furchtbarer Atomkrieg gewütet haben, der alles zerstört hatte oder eine nukleare Katastrophe musste hier stattgefunden haben. Doch wer oder was wirklich letztendlich für diese Zerstörungen verantwortlich war, war für alle im Einsatz befindlichen Forscher immer noch nicht geklärt.
Battlestar Pegasus, CIC
Nur wenige Minuten später war es Zeit für eine kurze Zwischenbilanz, denn Apollo ließ sich mit der Befehlshaberin des Kampfsterns Tauron verbinden.
„Bei Ihnen liegen bislang dieselben Ergebnisse vor, Commander Tiber?“
„Das muss ich Ihnen leider bestätigen, Commander Adama. Einige der Teams, die die Raptor abgesetzt haben, haben bereits mit einigen stichpunktartigen Grabungen in der Nähe von anderen Siedlungsgebieten begonnen.“
„Das haben unsere Leute auch, und zwar in dem Gebiet, das wir eindeutig schon als die Hauptstadt auf diesen Planeten identifizieren konnten. Zusätzlich wird das Gelände überflogen und kartografisiert, um so gut es möglich ist einen Stadtplan zu erstellen. Außerdem habe ich einige Patrouillen starten lassen. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, denn immerhin befinden wir uns hier auf unbekannten Gebiet.“
„Dasselbe habe auch ich angeordnet“, sagte die Befehlshaberin der Tauron.
Kurz danach ließen beide die Verbindung trennen, denn es wartete unerwartet sehr viel Arbeit auf alle. Zugleich mussten sie unglaublich gut aufpassen, weil man die jederzeitige mögliche Ankunft von Cavil und seinen Truppen befürchten musste.
Lee war nicht verwundert, dass niemand Kara kontaktieren wollte, denn er kannte diese Masche ja von ihr, nämlich sich auch gegen so manche Anweisungen zu widersetzen, obwohl es keine gab, sich bei ihm selber oder anderen Crewmitgliedern zu festgelegten Zeiten zu melden. Die letzte Info, die dem Commander der Pegasus erreicht hatte, war dass Kara und der Zylon Leoben sich auf dem Weg in eine schwerzugängliche Region nahe der Stadt gemacht hatten, von welcher man vermutete, dass es sich um die einstige Hauptstadt der Bewohner des Planeten handeln musste.
Planet
Nördliche Hemisphäre
Einige Kilometer westlich außerhalb der Stadt, die man bereits wirklich als Hauptstadt hatte identifizieren können, befand sich ein weitläufiges, ein sehr großes Gebiet, das abwechselnd aus Wäldern, Feldern und dichten Buschwerk bestand. Doch diese gesamte Region war nur schwer zugänglich. Keine Wege und Straßen waren hier mehr vorhanden, von freien Flächen wo man mit einer Viper oder einem Raptor hätte landen können, ganz zu schweigen.
Hier, immer noch gefolgt von dem Zweiermodell, welches allen als Leoben Conoy bekannt geworden war, kämpfte sich nach wie vor Captain Kara „Starbuck“ Thrace schon seit ungefähr einer halben Stunde durch das dichte Gestrüpp und dürre Unterholz der Büsche und Sträucher. Dabei folgte sie stets dem immer klarer werdenden Notrufsignal, das sie empfing.
Auch auf dem Gebiet der Hauptstadt war man seit der Landung pausenlos tätig, denn man grub ebenso unermüdlich an einigen Stellen im Sand, Schutt und den Trümmern der Stadtruine. Auch viele Piloten und Marines beteiligten sich mittlerweile ebenfalls daran, während andere die umliegenden Ruinen untersuchten oder die Umgebung sicherten.
„Ich habe hier etwas… es ist hart. Moment, es ist vermutlich aus Metall, dem Klang nach“, bemerkte jemand, der mit einer kleineren Schaufel in einem Loch mit grub.
„Ist das etwa ein Schädel?“, fragte eine Frau.
„Ein Zenturio“, brummte jemand, der sich zu den mittlerweile verbündeten Zylonenrebellen umwandte.
Jene schauten nur traurig, während ein alter Mann sagte: „Also ist es wohl offensichtlich, es ist auch hier geschehen. Allerdings muss es schon vor vielen, vielen Jahrhunderten geschehen sein.“
Dem pflichtete nach einer kurzen Begutachtung, schließlich auch der herbeigerufene Doktor Gaius Baltar bei: „Ja. Laut erster Untersuchungen muss es vor ungefähr 1.000 Jahren gewesen sein. Wir haben außerdem bisher einige dutzende menschliche Skelette entdeckt, die wir aber noch eingehender untersuchen werden. Doch dafür muss ich auf die Pegasus zurückkehren.“
12 Stunden später
Andromeda-Galaxie
Sigma-Sektor
Orbit des Planeten
Battlestar Pegasus, Krankenstation, Pathologielabor
Es hatten sich ungefähr anderthalb Dutzend Personen, sowohl Zylonen und Menschen, um Doktor Gaius Baltar, der endlich mit seinen abschließenden Untersuchungen fertig war, versammelt.
„…somit ist diese Strahlung eindeutig eine der Haupttodesursachen für die Einwohner dieser Stadt gewesen, wie auch für alle anderen übrigen Bewohner und auch die meisten Lebewesen auf diesen Planeten“, verkündete Baltar allen mit belegter Stimme.
„Also hatte der 13. Stamm diesen Planeten, den sie dann den alten Überlieferungen nach, Erde nannten, erreicht, besiedelt und sich dann selber ihre eigenen Zylonen erschaffen, die sich ebenfalls gegen ihre Schöpfer erhoben hatten“, fasste Commander Barbara Tiber alles noch einmal kurz zusammen, was alles an Erkenntnissen vorlag.
„Haben wir zunächst alle gedacht - aber es ist ein großer Irrtum“, erklärte Caprica-Sechs, „diese sterblichen Überreste hier, diese Knochen hier vor uns, gehörten nicht einem Menschen…“
„…sondern einem Zylonen“, ergänzte Gaius.
Einige der Anwesenden, die untereinander noch getuschelt und geflüstert hatten, wurden abrupt still im Raum, dann schauten sie allesamt immer noch vollkommen geschockt Caprica-Sechs und Doktor Gaius Baltar an, die ihnen das schier unglaubliche Resultat offenbart hatten.
„Dies wird nicht gerade vielen in der Flotte gefallen. Zumal das dieser Planet, die Erde für uns kein neues Zuhause sein wird, und auch, dass es mit unseren verschollenen Brüdern und Schwestern vom 13. Stamm von Kobol keine Wiedervereinigung geben wird, sowie dass es sich bei den Bewohnern der Erde wohl komplett um Zylonen gehandelt hat“, meinte und fasste Commander Lee „Apollo“ Adama bereits schon zusammen, der zuerst von allen seine Sprache wiedergefunden hatte.
Dennoch wussten alle, dass die bisherigen Ergebnisse der Aufklärungsmission in der nächsten Zeit unbedingt auch dem Admiral übermittelt werden mussten.
Es vergingen einige Minuten, dann entschied Lee Adama: „Wir machen noch ein wenig weiter mit den Erforschungen! Doch damit sich der Admiral keine Sorgen um uns macht, werde ich einer kleinen Staffel von Raptor den Auftrag erteilen zur Flotte zurückzukehren, damit sie die ersten Berichte an die Präsidentin und dem Admiral überbringen!“
Planet
Nördliche Hemisphäre
Auf dem Planeten selbst, durchstöberten natürlich auch die Letzten Fünf die Ruinen der Hauptstadt. Sie waren vollkommen fassungslos, denn sie konnten es sich einfach nicht erklären, was hier einst geschehen war. Doch es war noch nicht alles, weil ihnen die Umgebung trotz der großen Zerstörungen zudem sehr vertraut vorkam, gingen sie weiter. Drangen dabei natürlich immer weiter in den Ruinen vor.
Zielstrebig ging gerade Samuel T. Anders auf ein ehemaliges wohl sehr großes Gebäude, in unmittelbarer Nähe zur Hafenbucht, zu. Es musste eines gewesen sein, wenn man sich alleine schon die Ausmaße beziehungsweise die Reste der Grundmauern näher ansah. Sam befand sich mittlerweile in der Mitte dieser Ruinen, wobei sein Blick den Boden absuchte. Seine Augen entdeckten schließlich einen kleinen rohrförmigen Gegenstand, der größtenteils in Schutt und Sand vergraben war. Er bückte sich schließlich danach, da er neugierig geworden war und hob ihn auf, befreite ihn behutsam vom anhaftenden Sand. Sofort erkannte er, dass es sich hierbei um ein Fragment eines alten Musikinstruments handeln musste.
An einer anderen Stelle der verwüsteten Stadt, spazierte soeben Chief Galen Tyrol an einer wohl ehemaligen großen und langen Promenade entlang. Dabei entdeckte er an einigen Wänden so manche Malereien. Schwach waren daran die Umrisse von Früchten und Obst zu erkennen, weil die einst bunten Farben mittlerweile stark verblasst waren. Hier muss sich wohl vor langer Zeit eine Einkaufsmeile mit Marktständen befunden haben. Auch Galen ging somit neugierig weiter, während in ihm ein vertrautes Gefühl aufkam. Stärker als noch kurz nach der Landung mit dem Raptor ganz in der Nähe.
Schließlich kam er an ein weiteres Stück einer sehr massiven Mauer, die teilweise von den Ranken einer Pflanze, die Efeu ähnelte, überwuchert worden war. Doch an einer noch freien Fläche entdeckte er etwas, was einem menschlichen Schatten ähnelte. Doch dieser war anders, denn die Umgebung war dunkel und der seltsame Schatten war von der Farbgebung etwas heller, wobei sich die Farbe des Mauerwerks erhalten hatte. Als er sich so hinstellte, wie die Person damals gestanden hatte, überkam es ihn dann schließlich. Galen wurde von einer verschütteten Erinnerung überflutet und musste voller Schrecken erkennen, dass er es war, der damals hier gestanden hatte als eine der gezündeten Atombomben für seinen Tod sowie die Zerstörung seiner Heimat gesorgt hatte.
Derweil gingen immer noch Colonel Saul Tigh und seine Frau Ellen, Arm in Arm, den trostlosen und leblosen Strand entlang. Sie kamen dann schließlich an einer Stelle vorbei, die beiden sehr bekannt vorkam. Aber es ragten nur Trümmer aus dem Wasser. Es waren Stützpfähle, Balken sowie Stahlträger. An dieser Stelle des Strandes gab es, teilweise von Sand und Schlamm begraben viele Bruchstücke, die von Gläsern, Schalen, Tellern und anderen Inventar stammten, genug um einen großen Tisch festlich zu decken. Sie beide mussten mit Erschrecken feststellen, dass sie einst hier gelebt sowie an diesen traurigen Tag ihren Silbernen Hochzeitstag gefeiert hatten oder es wollten, dann aber durch die Atombomben gestorben waren und durch die Wiederauferstehung in einem neuen Körper in einer im Orbit befindlichen Station wiedergeboren wurden. In beiden kam diese furchtbare Erinnerung hoch, und wurde vor ihren geistigen Augen lebendig als wäre es erst vor kurzem gewesen.
Traurig und ziellos war auch Tory Foster alleine umhergegangen. Dann traf sie schließlich auf einen nachdenklichen Sam Anders, der kaum hörbar vor sich hinsummte.
„Schon wieder dieses Lied“, stellte die Frau fest, die das Summen, die Melodie schließlich erkannt hatte.
„Ja. Ich habe es einst komponiert, und dann auch gespielt“, erinnerte sich der ehemalige Pyramidspieler der Caprica-Freibeuter, „nämlich für meine große Liebe damals. Es warst du, Tory. Ich gehe jetzt Galen suchen.“
„Auch ich erinnere mich daran, doch hatte ich mich dann damals in Galen verliebt“, gestand sie ihm schließlich, weil sie sich ebenfalls an ihr früheres Leben auf diesen Planeten erinnert hatte.
Gemeinsam liefen die beiden los, um nach Chief Tyrol zu suchen. Sie fanden ihn nach einer kurzen Suche schließlich an einer Mauer gelehnt sitzend vor.
„Das da, bin ich“, sagte Galen, „wir waren hier als es geschehen ist.“ Während der Deckchief der Galactica sprach, deutete er auf den hellen Fleck, seinen eigenen damaligen Schatten seines damaligen Körpers an der Mauer, der von einer der vielen gezündeten Atombomben damals zerstört worden war.
Kurz darauf gestanden auch die anderen zwei, sich an ihr früheres Leben auf diesen Planeten, den sie Erde genannt hatten, zu erinnern.
„Wo wir gerade darüber sprechen, wo sind Colonel Tigh und Ellen?“, bemerkte Sam, der sich nach allen Richtungen umschaute.
Zur selben Zeit setzte Starbuck ihren Weg zielstrebig, mit den Ortungsgerät des Signals in ihren Händen, weiter fort. Leoben, der Zweier, folgte ihr in einem gewissen Abstand, von etwa fünf Meter.
Auf dem Boden wurden die ersten Trümmerstücke eines Fluggerätes sichtbar. Kara Thrace wusste somit, dass sie ihrem Ziel und der Quelle des Ortungssignals stetig näher kam. Ihre Augen entdeckten im hohen Gras ein größeres Objekt. Entschlossen ging sie dennoch weiterhin darauf zu.
„Ich halte es für keine gute Idee, Kara“, meinte der Zylon beunruhigt, der nur selten während dieser gemeinsamen Suche zu ihr sprach. Was sehr ungewöhnlich war, denn sonst war er nämlich sehr gesprächig, wenn er mit dieser Frau unterwegs war. Dabei schaute er nur gebannt auf die Pilotin, so sehr, dass er beinahe gestolpert wäre. Da lag etwas im hohen verwelkten Gras. Es war ein Trümmerteil eines Hecks von einer Viper.
„7242NC“, las Leoben vor, der dann zu Kara schaute.
Sie antwortete mit nervöser Stimme: „Das ist die Nummer mit der ich bei der Schlacht gegen das Wiederauferstehungszentrum damals losgeflogen bin.“
„Und ich halte es nach wie vor für besonders keine gute Idee, weiterhin diesen Notsignal zu folgen!“
„Wenn Du keinen Mumm hast, dann bleib doch hier!“, schimpfte Starbuck genervt, die sogleich ihren Weg auch schon fortsetzte.
Odyssee
Folge 6.11 - “Gaía, Teil 3”
Andromeda-Galaxie
Sigma-Sektor
Planet
Nördliche Hemisphäre
Mit einem mehr als nur unguten Gefühl, dass es irgendwie nicht wirklich gut wäre, folgte der jetzt verstummte Zylon dennoch der Frau noch einige Meter, dann blieb er jedoch, ohne ein weiteres Wort zu sagen, abermals stehen.
Schließlich hatte Kara die Quelle des von ihrer Viper empfangenen Notsignals endlich erreicht. Sie konnte feststellen, dass es sich um das Cockpitmodul einer Viper Mark II handelte. Um noch mehr zu erfahren, musste sie das Cockpitmodul jedoch aufrichten, weil es beinahe auf dem Kopf stand. Dies war allein aber vollkommen unmöglich.
Frustriert wandte Starbuck sich um und musste erkennen, dass Leoben in einer großen Entfernung von mindestens 10 Meter hinter ihr stehengeblieben war.
„Komm gefälligst her, und hilf mir hierbei!“, schimpfte eine wütende Kara auffordernd.
Das mulmige Gefühl in der Magengegend von Leoben wurde spürbar wieder größer, während er zu Starbuck aufschloss. Aber der Zweier hatte sich schließlich dann doch dazu durchgerungen, der Frau zu helfen.
Gemeinsam boten die beiden ihre gesamte Kraft auf. Aber sie schafften es schließlich, das Cockpitmodul dieser Viper wieder aufzurichten.
Es war für den ersten Moment nicht sonderlich überraschend, dass sich noch eine Person oder in diesem Falle vielmehr der Leichnam des Piloten oder der Pilotin noch darin befand.
Nach der Überwindung des ersten Schocks trat Kara näher an den toten Körper heran, während jedoch Leoben wieder einige Schritte von ihr zurückwich. Obwohl auch Starbuck ein gewisses merkwürdiges Gefühl in der Magengegend mittlerweile in sich trug, griff sie der Person unter den Fliegeranzug. Ihre Finger ertasteten eine Kette mit den daran befindlichen Hundemarken und einen Ring, an der zog sie, abriss, holte sie schließlich hervor und las die eingeprägte Inschrift auf den Hundemarken. Sofort erschauderte sie. Es war eine Kette mit ihren eigenen Hundemarken sowie ihrem Ehering, welche sie nun in der rechten Hand hielt.
„Erklär es mir! Was geht hier vor?“
„Was denn, Kara?“
„Der Hybrid sagte mir mal etwas, nämlich dass ich die Menschheit zu ihren Ende führen würde und der Vorbote des Todes sei! Der Herold der Apokalypse!“
„Das hat Sie, Dir gesagt?!“, stutzte Leoben erschrocken, der voller Angst noch einmal einige Schritte weiter nach hinten ging.
„Wenn ich es bin, die da liegt! Was bin dann ich? Was bin dann ich?“, murmelte Starbuck. Doch sie bekam schon keine Antwort mehr von dem Zylonen Leoben Conoy, der sich mittlerweile umgewandt hatte und davongeeilt war.
Jetzt war Captain Thrace vollkommen allein. Sie blieb es auch, denn Leoben kehrte nicht zu ihr zurück.
Zur selben Zeit waren die Fünf wieder zusammen, tauschten ihre zurück gewonnen Erinnerungen miteinander aus, rätselten anschließend darüber, wie es denn sein konnte, dass sie in den Kolonien der anderen 12 Stämme von Kobol im Cyrannus-System gelandet sein konnten, obwohl die Zerstörungen auf diesen Planeten etwa rund 1.000 Jahre zurücklagen.
Alle fünf versuchten sich fieberhaft daran zu erinnern, doch sie konnten es nicht.
„Wir müssen unbedingt dieses Rätsel lösen“, wusste Tory.
Die Dämmerung auf dieser Seite des Planeten wo sich die einstige Hauptstadt befunden hatte, hatte mittlerweile Einzug gehalten. Die vergangenen Stunden zuvor hatte Kara Thrace damit verbracht Holz zusammengetragen und es zu einem Haufen aufgeschichtet. Dann hatte sie den geborgenen Leichnam der anderen Kara Thrace in eine mitgeführte Decke aus ihrem Rucksack eingewickelt. Sie legte den nun eingewickelten toten Körper auf den Scheiterhaufen und entzündete jenen.
Es dauerte nur einen kurzen Moment bis der Scheiterhaufen komplett in Flammen stand. Starbuck hatte sich mittlerweile auf den Boden gesetzt. Schaute dem roten lodernden Schauspiel zu.
Sie blieb die ganze Nacht bei der Absturzstelle.
Erst als es wieder hell wurde und das Feuer keine Nahrung mehr zur Verfügung hatte, verdeckte sie alles mit Steinen, die sie zu einen flachen Hügel aufschichtete. Hätte sie dies nicht getan, dann wäre ihr der eine Gegenstand, in der Größe einer Thermoskanne, wohl letztendlich verborgen geblieben. Das Design war ihr vollkommen unbekannt. Es war aus ihrer Sicht weder kolonialen noch zylonischen Ursprungs.
Sie betrachtete es aufmerksam und spürte, dass sie nur Antworten erhalten würde, wenn sie dieses Objekt mitnahm, weswegen sie es in ihren Rucksack verstaute. Anschließend machte sie sich dann auf den Rückweg. Dabei musste Kara an Leoben denken.
,Ob Leoben eventuell bereits mit jemanden über die gestrigen Geschehnisse gesprochen hatte?‘, hämmerte es in ihrem Kopf.
Überall auf dem Planeten waren die Forschungsteams bereits dabei ihre Sachen wieder einzupacken, denn man wollte sich nicht länger als unbedingt notwendig auf dieser immer sehr verstrahlten Welt aufhalten. Die Strahlung war zumindest nach der langen Zeit nicht mehr tödlich, doch gesundheitliche Folgen wären bei einem noch längeren Aufenthalt dennoch sehr hoch.
Es wurden ganze Kisten von geborgenen Fundstücken, in speziell isolierten Behältern, verstaut. Diese sollten unter Laborbedingungen gereinigt und dekontaminiert werden, um dann sicherer und besser untersucht werden zu können.
Ohne auch nur ein Wort zu sagen, ging Captain Kara Thrace, die endlich wieder bei den anderen eingetroffen war, zu ihrer Viper und baute das nach der Landung entnommene Instrument wieder im Cockpit ein.
Orbit des Planeten
Battlestar Pegasus, CIC
Eine der drei Raptorcrews, die Admiral Adama über die aktuelle Situation berichten sollte, hatte sich nach ihrer Rückkehr zur Pegasus sofort auf der Brücke eingefunden. Denn sie sollten nun eine Botschaft des Admirals direkt an Commander Lee „Apollo“ Adama überbringen.
„Wir sollen hier noch warten?“
„Ja, Sir. Admiral Adama und auch Präsidentin Baltimore sind der Meinung, dass wir so viel es geht in Erfahrung bringen sollten. Also über die Geschichte des 13. Stammes von Kobol, Commander.“
„Na schön. Dann bleiben wir also noch eine Weile hier, obwohl es hier wirklich nicht mehr viel zu entdecken gibt“, seufzte Lee, der hier nicht mehr allzu lange ausharren wollte.
Ori-Galaxie
Celestis, Allerheiligstes
Abermals versuchte Adriana ihre Mutter, die sie trotz ihrer ganzen begangenen Fehler nach wie vor liebte, von ihren Plan abzubringen, nämlich den alten Antiker Myrrdin für immer auszuschalten.
„Ich muss es tun, denn meine Existenz steht auf dem Spiel!“, beharrte Adria auf ihre gefällte Entscheidung. „Und komme nicht auf die Idee ihn zu warnen, meine Tochter!“
Kopfschüttelnd wandte sich Adriana ab, um Celestis wieder zu verlassen und nach Camelot zurückzukehren.
Kaum hatte die Tochter der Orici das Allerheiligste von Celestis verlassen, wurde es von einer Kriegerin der Leibgarde von ihr und ihrer Mutter betreten. Diese Kriegerin war von Adria höchstpersönlich herbestellt worden.
„Ihr habt mich rufen lassen, meine Göttin.“
„Das habe ich, Larissa. Ich habe eine sehr wichtige Aufgabe für Euch.“
„Was soll ich für Euch tun, o alleinige Göttin des ganzen Universums?“
„Ihr werdet den Hexenmeister Myrddin für mich töten!“
Die Kriegerin der Leibgarde schaute ihre Göttin überrascht an, denn sie hatte mit allen möglichen Aufträgen gerechnet.
„Warum so überrascht? Ich hatte Euch schon einen ähnlichen Befehl erteilt, nämlich die Hinrichtung von Darius, meinem Sohn.“
„Ich weiß. Doch ich fürchte mich davor zu versagen, denn er ist, wie Ihr selbst saget, ein Hexenmeister der Antiker.“
„So ist es. Und darum ist er so gefährlich für uns alle. Für alle, die dem wahren Pfad des Lichtes folgen. Auch für mich stellt er eine Gefahr dar. Wegen all dieser Dinge muss er beseitigt werden! Egal wie. Doch musst Du dabei eine Methode wählen, bei der er keine Möglichkeit erhält aufzusteigen!“
„Was ist, wenn ich bei dieser so wichtigen Mission für Euch scheitere? Oder gar Adriana irgendwann herausbekommt, dass ich es gewesen bin, die es getan hat? Sie wollte ihren Bruder Darius ja auf eine einsame entlegene Insel auf Heraclia verbannen, und ich…“
„Du fürchtest dich also, Larissa.“
„Ja, meine große Göttin. Denn meine Herrin Adriana wird mich töten wollen, wenn sie davon erfährt.“
„Dann sollst Du die Möglichkeit erhalten vor ihr fliehen zu können, um irgendwo Schutz und Asyl zu finden!“, entschied die Orici Adria großmütig.
Entfernte Galaxie
Trinitatis, Torraum
Nach einem langen Hin und Her hatte es Rodney McKay endlich geschafft, den Leiter dieser Mission dazu zu überreden, bei Gelegenheit auch Forschungsreisen durch das Sternentor zu erlauben. Doch diese Erkundungen würden nur sehr kurz sein. Aber sie benötigten auf ihrer langen Reise, genauso wie die Besatzung der Destiny, immer wieder frische Vorräte. Und dies obwohl der Stadtbereich von Trinitatis, welcher von Mu gebildet wurde über ausreichende Flächen für den Ackerbau bot. Doch dies genügte einen gewissen Doktor McKay nicht, weswegen Doktor Hank McCoy schließlich seine Erlaubnis erteilt hatte.
Doch der Mutant, der lange Jahre als Mitglied den X-Men angehört hatte, hatte diese Entscheidung noch aus einen anderen Grund getroffen, nämlich die Erforschung fremder unbekannter Regionen des Universums noch besser voranzutreiben.
Milchstraße
Sol-System
Yashida-Weltraumwerft
Battlestar Origin, CIC
Der große Tag war gekommen, denn spät am Nachmittag Ortszeit von Hawaii sollte endlich der erste Kampfstern der Erde ihren Jungfernflug beginnen. Das Raumschiff war ausgestattet mit irdischer, kolonialer und auch teilweise Asgardtechnologie, und erhielt von General Jack O‘Neill den Auftrag die Aktivitäten der Flotte der Orici im Blick zu behalten.
„Dann mal los!“, entschied der Befehlshaber der Origin.
„Alles bereit, General Dixon“, bestätigte der Navigator, der die Zielkoordinaten bereits in den Computer eingegeben hatte.
„Gut. Dann verlassen wir die Werft und springen in den Hyperraum sobald wir auf sicherer Entfernung sind!“
„Jawohl, Sir.“
Erde
Minnesota, Jacks Ferienhütte
Extra für diesen Tag hatte sich General Jack O‘Neill freigenommen, sich sein Teleskop aufgebaut und spähte hindurch. Durch die technischen Verbesserungen konnte er die Weltraumwerft von Yashida sowie die Origin gut erkennen.
Er lächelte zufrieden als das neueste Schlachtschiff der Erde in den Hyperraum eintrat.
Pegasus-Galaxie
Todds Territorium
M-2468
Geheimlabor von Todd
Zufrieden begutachtete Todd den Fortschritt seiner Arbeit. Die erste Wraith-Frau, die er erschaffen hatte, hatte keine Nährmünder mehr an ihren Handflächen. Sie war nun in der Tat zumindest vom Aussehen her endlich menschenähnlich. Und wenn sie dann auch noch in der Lage wäre, wenn man sich mit ihr auch auf biologische Weise fortzupflanzen könnte, so wäre der Fortbestand der neuen Kultur der Wraith gesichert.
Um keine weitere kostbare Zeit zu verlieren, forschte Todd in jeder freien Minute daran sein Ziel endlich zu erreichen. Kein sonderlich leichtes Unterfangen, weil er nämlich seit dem Beginn seiner Forschungen aus Gründen der eigenen Sicherheit es vorzog alleine zu arbeiten, wobei er nebenher noch seine Anhänger führen und im neu eingerichteten Rat der Wraithführung vertreten musste.
Andromeda-Galaxie
Seit dem Ergebnis der Wahl des neuen Präsidenten war Lieutenant Sharon „Athena“ Agathon in einer Single-Mission in einem Raptor unterwegs. Ihr Auftrag, den Admiral William „Husker“ Adama ihr gegeben hatte, war es, endlich die Heimatkolonie der Zylonen zu finden, weil es sehr wahrscheinlich war, dass Boomer die kleine Hera dorthin gebracht hatte.
Es war keine einfache Mission, weil der Standort dieser Station von Cavil und seinen Anhängern nach der Spaltung der Zylonengemeinschaft mehrmals verlegt worden war. Somit war es also gut möglich, dass es mehrere Jahre dauern könnte bis Athena Erfolg bei der Suche haben könnte. Zudem gingen abermals die mitgeführten Vorräte zuneige.
„Na schön. Noch drei Sprünge, dann muss ich wieder einmal zur Flotte umkehren. Verflucht!“, murmelte Sharon daher schon etwas leicht frustriert vor sich hin.
Pegasus-Galaxie
Todds Territorium
M-2468
Geheimlabor von Todd
Die Resultate der weiteren Tests waren abermals erfreulich. Zufrieden machte sich daher Todd daran einige Veränderungen in der genetischen Struktur vorzunehmen, die klare Verbesserungen sein würden. Leider war natürlich nicht der große Pool an Gen-Material vorhanden, weil es in der bisherigen Geschichte der Wraith nun einmal nicht sehr viele Königinnen gegeben hatte. Doch da er jetzt auf der sicheren Seite war, und wusste das sein Weg zum Ziel führte, konnte er sich jetzt daran machen, seine ehemalige Königin durch die Klontechnologie wieder zu neuem Leben zu erwecken.
Doch zunächst musste Todd etwas enorm Wichtiges tun, nämlich das Vertrauen der bereits erschaffenen Königinnen gewinnen. Sollte dies nicht funktionieren, so wäre er gezwungen seine Geschöpfe umgehend zu beseitigen, und somit von vorn zu beginnen.
Andromeda-Galaxie
Sigma-Sektor
Orbit des Planeten
Battlestar Pegasus, Offiziersmesse
Die ersten klaren und vor allem gesicherten Ergebnisse der Aufklärungsmission auf der Heimatwelt des 13. Stammes der Stämme von Kobol lagen nun endlich vor. Daraus ging hervor, dass unter den bisher gefundenen menschenähnlichen Knochenresten, nur die von Zylonen gefunden hatten. Daraus schlussfolgerte Doktor Gaius Baltar daher, dass sich der 13. Stamm von Kobol in der Tat komplett aus Zylonen bestanden hatte. Aber noch etwas anderes war auch dadurch klar, es gab somit bis auf die Fünf, die irgendwie zu den Kolonien der anderen 12 Stämme in das Cyrannus-System gereist waren keine weiteren Überlebenden.
„…wir konnten einige Inschriften auf dem Planeten zum Glück entziffern. Daraus konnten wir entnehmen, dass ihn seine Bewohner Gaía genannt haben. Es ist eine der alten Sprachen unseres Volkes und bedeutet übersetzt: Erde“, berichtete unter anderem Ellen Tigh allen Anwesenden.
Offiziersquartier
Seit ihrer Landung auf der Pegasus hatte sich Captain Kara Thrace komplett von allen anderen Crewmitgliedern zurückgezogen und war so gut es ging jeden aus dem Weg gegangen. Leoben wusste weshalb, aber auch Samuel T. Anders und auch Commander Lee Adama spürten, es musste etwas auf diesen Planeten vorgefallen sein. Doch alle drei ließen Starbuck vorsichtshalber in Ruhe.
Kara hatte den Vorhang zu ihren Bereich zugezogen und die Lampe eingeschaltet. Erst jetzt holte sie auch wieder den thermoskannengroßen Gegenstand wieder aus dem Rucksack hervor, den außer ihr noch niemand anderes zu Gesicht bekommen hatte. Sie musterte und betastete ihn aufmerksam. Danach legte sie diesen mit einem leichten und leisen Seufzer auf ihrem Bauch ab. Das Gefühl das dieser wichtig war und sie ihn bereits schon einmal zuvor gesehen hatte, überkam sie erneut. Während sie auch schon begann in ihrer linken Hosentasche zu wühlen, um die Kette mit den Hundemarken und dem Ehering, woran sich einige Rückstände von Blut und auch Gewebe befanden, abermals hervorzukramen.
Aber was dies alles bedeuten sollte, darauf wusste sie sich keinen Reim zu machen. Starbuck war vollkommen irritiert. Wer oder was war sie, jetzt bloß?
Schritte in ihrer Nähe verrieten ihr, dass sie nicht mehr alleine in diesem Quartier war, welches sich zehn Offiziere teilten. Es war Sam, ihr Ehemann, der die Besprechung in der Offiziersmesse verlassen hatte. Er wollte unbedingt mit seiner Frau sprechen, doch der zugezogene Vorhang verriet ihm, dass sie es wünschte nicht gestört zu werden. Doch an dem leichten durchschimmernden Lichtschein der Lampe konnte er erkennen, dass Kara wach sein könnte. Aber sich dessen sicher sein, konnte er nicht.
„Es gibt soviel, worüber wir sprechen müssen, Kara“, murmelte Sam müde, der von der Rückkehr von einigen der einst verloren gegangenen Erinnerungen überwältigt worden war.
Koloniale Flotte
Raptor von Athena
Endlich hatte Lieutenant Sharon Agathon es geschafft, denn bei ihren letzten Sprung war sie auf das Ziel ihrer Mission gestoßen. Dadurch fiel ihr die Rückkehr zur Flotte und zu Admiral Adama fiel nicht leicht. Dabei schien es aus ihrer Sicht ganz leicht gewesen zu sein, nämlich einfach selber die Heimatkolonie der Zylonen zu betreten, nach ihrer Tochter Hera zu suchen und irgendwie wieder von dort zu verschwinden. Aber sie kannte den Befehl des Admirals, der besagte keine Alleingänge, sondern so viele Informationen zu beschaffen wie möglich und dann schnellstmöglich zur Flotte zurückzukehren.
Battlestar Galactica, Quartier von Admiral Adama
Endlich hatte Athena Erfolg mit ihrer Suche nach der Heimatkolonie der Zylonen gehabt, denn sie legte Admiral Adama die notwendigen Informationen und Bildaufnahmen vor, die nötig für einen erfolgreichen Angriffsplan waren. Doch befand sich diese gigantische Weltraumstation in einer kaum angreifbaren Position. Ein unerwartetes Problem. Daher würde es einen neuen und überarbeiteten Angriffsplan brauchen, um Hera wieder aus den Händen von Cavil und seiner Gefolgschaft zu befreien.
