[SG/Multi-Crossover] Odyssee
#52
Odyssee
Folge 7.02 - “Am Scheideweg, Teil 1”

Andromeda-Galaxie
Omega-Sektor
Planetenorbit
Battlestar Hyperion, Steuerbordhangardeck <> CIC

Alle waren sehr erleichtert darüber gewesen, nachdem nach mehreren Stunden die Viper Mark II von Admiral William Bill „Husker“ Adama endlich im Steuerbordhangardeck angekommen war. Viele hatten sich schon bereits erste Sorgen gemacht, da sich der letzte Befehlshaber der Battlestar Galactica so lange Zeit gelassen hatte. Aber nicht nur das, er hatte sich sogar die Zeit genommen sein geliebtes Schiff auf seinem letzten Weg, bis zum Ende zu begleiten. Verdenken konnte es ihm niemand, und falls dennoch jemand dazu etwas hätte sagen wollen, hätte sich wer auch immer natürlich mit Colonel Saul Tigh anlegen müssen.

Aber da war niemand gewesen, der es sich traute, seine Stimme zu erheben. Alle hatten also geduldig auf die Landung der Viper des obersten Offiziers der Kolonialen Flotte gewartet.
Direkt bei seiner Ankunft war Admiral Adama sichtlich sehr erleichtert darüber gewesen, dass man auf das Protokoll des Empfangs an Bord dieses Kampfsterns verzichtet hatte. Nur ein kleiner Stab des Befehlshabers der Hyperion empfing ihn und geleitete ihn dann zum CIC.

Sofort trat Admiral Alexander Korfu im Zentrum des Combat Information Center beiseite, denn er vermutete nämlich, dass sein Vorgesetzter bis auf weiteres das Kommando an Bord der Hyperion übernehmen wollte. Doch dem war nicht so, denn Adama hatte mit seinem Sohn vereinbart, später nach seiner Rückkehr zur Flotte das Kommando auf dem Battlestar Pegasus zu übernehmen. Dennoch gab es einige sehr wichtige Anordnungen vom ranghöchsten Offizier der Kolonialen Flotte, unter anderem den Planeten weiter zu erkunden und einen geeigneten Platz für eine neue Stadt sowie vielversprechende Agrarflächen zu suchen, während er selber in den Theta-Sektor zurückkehren würde, um dort in der Flotte im Bestfall die Ordnung wiederherzustellen.



2. Destiny-Galaxie
Hyperraum
Trinitatis, Labor von McKay‘ Team

Noch während des Fluges zur nächstgelegenen Kolonie der Novuaner, hatte Doktor Rodney McKay eine, aus seiner Sicht natürlich, glänzende Idee bekommen, nämlich irgendwie mit der fortschrittlichen Technologie von Trinitatis die Flotte, die vor Jahrzehnten von Novus aufgebrochen war, irgendwie doch noch aufzuspüren. Ein Vorhaben, dem der Leiter dieser Mission, Doktor Hank „Beast“ McCoy, nicht abgeneigt war, doch mussten sie nichts desto trotz ihren sehr engen Zeitplan unbedingt einhalten, weil sie die Destiny nämlich erreichen mussten, und zwar noch bevor sie das einprogrammierte Ziel ihrer Mission wirklich erreicht hätte.

Gerade eben hatte Rodney die Präsentation zur Umsetzung seiner Idee Hank sowie anderen seiner Teamkollegen freudestrahlend vorgestellt.

„Na gut, Rodney“, erklärte Beast, „Sie haben solange Zeit mich davon zu überzeugen, bis wir den vorgegebenen Kurs nicht mehr korrigieren können, den sie uns selber vor wenigen Tagen noch empfohlen hatten!“
„Okay. Okay“, murmelte der Kanadier, der sich sofort wieder an die Arbeit machte. Denn er wollte natürlich allen beweisen, dass er es nach wie vor drauf hatte und der Beste der Besten war.



Milchstraße
Chulak-System

Wieder einmal war die Freie Jaffa-Nation in zwei große ideologische Lager aufgeteilt. Das eine Lager, dem Bra‘tac, Teal‘c und ihre Anhänger angehörten, und dem anderen, dass sich natürlich der Lehre der Orici Adria unterworfen hatte. Allen ging es nur um eines, nämlich für klare Verhältnisse zu sorgen.

Beide Seiten hatten ein Treffen vereinbart, damit der Konflikt nicht noch weiter eskalierte. Es hatte zuvor schon einige Auseinandersetzungen gegeben. Doch einen Bürgerkrieg, der die Jaffa für lange Zeit erheblich schwächen würde, wollte wirklich niemand von ihnen. Trotzdem hatte der alte Jaffa-Master Bra‘tac die große Sorge, dass sich ein zum wiederholten Mal ein Teil der Jaffa-Nation sehr gefährlich radikalisieren könnte. Zusätzlich gab es von ihnen einige enorm wichtige Handelspartner, die keinerlei Beziehungen zu Orici-Anhängern unterhalten wollten, weil sie noch das in Erinnerung hatten, was vor Jahren das erste Mal geschehen war als viele Welten dieser Galaxie von den Prioren der mittlerweile ausgelöschten Ori missioniert worden waren.

Außerdem war es ja schon bereits auch mit anderen Völkern in der Galaxie zu den ersten Gefechten gekommen, wenn auch nur sehr kurze.

„Keiner von uns wird seine eigenen Schwestern und Brüder der Jaffa versklaven! Auch nicht, wenn sie nicht der Lehre der Orici folgen wollen!“, versicherte ein alter Jaffa, der Adria als Göttin schon vor Jahren anerkannt hatte und dadurch auch seitdem verehrte.
„Würdet ihr gegen uns kämpfen, auch wenn es euch von der Orici befohlen werden würde?“
„Nein, Master Bra‘tac! Aber wir werden dennoch gegen alle anderen Feinde unserer Göttin in den Kampf ziehen!“

Natürlich hörte diesem wichtigen Gespräch auch Teal‘c aufmerksam zu. Der ehemalige Primus des Apophis war extrem beunruhigt, denn die gesamte Anhängerschaft der Orici war in den letzten Tagen stark angewachsen. Nicht nur unter den anderen Völkern in der Milchstraße, sondern auch bei den Jaffa. Er wusste daher auch, dass er umgehend nach diesem Treffen zur Erde aufbrechen sollte, um seinen Freunden dort von den neuesten Entwicklungen unter den Jaffa zu berichten.



Entfernte Galaxie
Unbekanntes System
Destiny, Brücke

Laut den letzten Berechnungen von Eli Wallace würde die Destiny in ungefähr drei Monaten das Ziel ihrer einprogrammierten Mission endlich erreicht haben. Doch auch viele an Bord schienen sich schon auf diesen Moment zu freuen.
Das alte Raumschiff der Antiker hatte am Rande der derzeitigen Galaxie ein letztes Mal den Hyperraum verlassen. Nur von der Brücke und dem Observationsdeck aus, konnte man ab und wann etwas beobachten, nämlich ein seltsames Muster, welches sich in der Ferne schon bereits schemenhaft abzeichnete. Es war eine Art flackerndes Licht.

„Die ersten von der Besatzung stellen schon Theorien darüber auf, was wir dort finden werden“, sagte Colonel Everett Young, der wie alle anderen auch das ferne Lichtspiel beobachtete.
„Vermutlich gar nichts“, begann Doktor Nicholas Rush, „oder nur mehr von diesem Phänomen aus Licht. Vielleicht ist es aber auch eine Art Muster, dessen Bedeutung wir noch entschlüsseln müssen. Ich bin schon dabei, Colonel.“
Bei dem letzten Satz, sah der Wissenschaftler den Militär lächelnd an, weil er schon seit der Entdeckung dieses Signals an einer Lösung arbeitete. Aber er hatte dieses Lichtspiel und die damit verbundenen Anzeigen schon eine ganze Weile im Blick, denn er verglich sie mit den abgespeicherten Aufzeichnungen der Antiker, die sich mit diesem Signal und Muster schon bereits vor Millionen Jahren beschäftigt hatten und deswegen die Destiny gebaut und auf einen vorprogrammierten Kurs geschickt hatten, um dieses Rätsel endlich zu erforschen sowie daraus zu lernen.

Observationsdeck

Mit vielen anderen aus der gesamten Besatzung sahen sich unter anderen natürlich auch Angus MacGyver, Peter Thornton und Jack Dalton das beeindruckende astronomische Schauspiel an, welchen sie sich immer weiter näherten.

„Ich habe gehört, dass es sich dabei um so eine Art von Hintergrundstrahlung handeln könnte“, sagte Pete.
Daraufhin zuckte auch schon sofort Jack erschrocken zusammen: „Wie war das? Strahlung? Strahlung, wie bei etwa einer Atomkatastrophe?“
„Ja“, bestätigte Mac, „genau. Nur viel intensiver.“
„Großer Gott! Wir werden gegrillt!“
„Die Schilde sind stark genug. Denke ich.“
„Lass diese Scherze, MacGyver“, seufzte Dalton, während Thornton wegen der panischen Reaktion des Freundes still vor sich hingrinste.



Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor
Koloniale Flotte
Ilion, Konferenzsaal

Es hatte viel, sehr viel Überredungskunst und Zugeständnisse gebraucht, zumindest alle Commander des Kolonialen Militärs sowie sämtliche Schiffskapitäne der Flotte von der Gegenregierung mit der eigentlichen und gewählten Regierung endlich gemeinsam an einem Tisch zu bringen. Überraschenderweise tauchten dann auch noch Admiral Adama und die Fünf, bis auf den immer noch im Koma liegenden Samuel T. Anders auf, die ebenfalls an dieser so wichtigen Runde teilzunehmen gedachten.
Das Gesicht insbesondere von Tom Zarek, dem Vizepräsidenten der Gegenregierung, die von Richard Adar angeführt wurde, wurde merkbar sofort schlagartig blass als er Admiral William Adama erblickt hatte.

Die vollkommen unerwartete und unangekündigte Teilnahme des ranghöchsten Offiziers des Kolonialen Militärs an dieser wichtigen Konferenzrunde war mehr als nur ein klares Zeichen an alle Offiziere des Militärs zu verstehen, die sich seit dem Aufstand auf der Seite der Separatisten befanden.
Ebenso auch das Auftauchen der vier Zylonen, den fünf letzten Überlebenden von Gaía und somit auch der 13. Kolonie von Kobol, hatte eine ganz andere Bedeutung. Alle diese vier von den lange Zeit gesuchten letzten Fünf, hatten sich aber zuvor abgesprochen und vereinbart, denn sie wollten zunächst nur still dieser Konferenz beiwohnen.



1. Destiny-Galaxie
Orbit von Eden
Zylonenflotte

Zur selben Zeit, Milliarden von Lichtjahren entfernt, hatten alle Zylonenmodelle sich dafür entschieden, dass man den Planeten Eden besiedeln sollte. Zumindest solange bis man eine eigene Zivilisation aufgebaut hätte, die dann wieder stark genug wäre, um dann wieder zurück in die eigene Galaxie zu fliegen. Ein Teil des Vorhabens, was dann aber bei einigen Modellen auf ein gewisses Unverständnis stieß.

Eden

Ein Erkundungsteam der Zylonen fand schließlich sehr schnell eindeutige Hinweise auf Menschen in dieser Galaxie, worauf ein Einser verdrießlich vor sich hinbrummte: „Hört das denn nie mit diesen nervigen Plagegeistern auf?“

Doch nach einer ausgiebigen Suche fanden sie aber nur noch menschliche Überreste von nur sehr wenigen Personen, die wohl dem klimatischen Bedingungen und Unfällen zum Opfer gefallen waren. Es handelte sich dabei natürlich um diejenigen, eine kleine Gruppe, die einst gemeinsam beschlossen hatten auf Eden zu bleiben, also nicht die Reise mit der Destiny fortzusetzen.

„Ich werde die Überreste der Menschen hier mal ein genauer untersuchen. Vielleicht erfahren wir ja etwas mehr über sie“, erklärte einer der Vierer.

Den riesigen Obelisken, den sie schon beim Landeanflug bemerkt hatten, wollten die Zylonen unter anderen, wie auch ganz Eden ebenfalls noch genauer untersuchen und erforschen. Sie beschlossen daher zunächst auf diesen Planeten zu bleiben, weil die Überlichttriebwerke zu stark beschädigt waren, dass sie es niemals schaffen würden die Destiny noch einzuholen und abzufangen.



Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor
Koloniale Flotte
Ilion, Konferenzsaal

Zu Beginn der Konferenz hatte Präsidentin Francine Baltimore einen eindringlichen Appell an die Führung der Gegenregierung gerichtet, dass die gespaltene Flotte dringend wieder vereint werden sollte: „Wir müssen einfach zusammenbleiben, denn nur so haben wir, also unser Volk eine sichere Zukunft! Der Aufstand, der leider entfacht wurde, hat eben nicht nur große Schäden verursacht, sondern wir haben leider dadurch auch viele Leben verloren, die nicht ersetzt werden können…“

Doch sofort gab es natürlich Gegenwind durch Tom Zarek, dem Vizepräsidenten der Separatisten, der sie vehement im wütenden Tonfall unterbrach: „Und warum? Sie paktieren und verbünden sich mit den Zylonen! Unseren Feinden, die vor nur wenigen Jahren versucht hatten uns ein weiteres, ein zweites Mal, für immer auszulöschen. Vielen von uns, ging dann dieser wahnsinnige Schritt, sie fortan auch noch als gleichwertige Bürger in unserem Volk anzuerkennen, daher mehr als nur zu weit. Zum anderen wurde die Battlestar Galactica und ebenso viele Menschen in den Tod geschickt, nur um ein Kind zu retten, welches wie wir alle wissen zur Hälfte eine Maschine ist. Nämlich nur ein weiterer verfluch…“

Während er so sprach, wanderte die ganze Zeit über sein Blick umher. Dabei trafen sich natürlich unvermeidlich auch die Blicke von William Adama und eben von Tom Zarek.
Der Erstgenannte schaute den anderen nur noch grimmig und mit einem harten Gesicht an, weshalb der Sprecher abrupt für einen Moment verstummte und nicht einmal mehr das verächtliche Wort, das er begonnen hatte zu sagen, und somit dann vollkommen auszuformulieren vergaß.

Odyssee
Folge 7.03 - “Am Scheideweg, Teil 2”

Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor
Koloniale Flotte
Ilion, Konferenzsaal

Obwohl der Satz von Tom Zarek, dem Vizepräsidenten der Gegenregierung, unvollendet blieb, wussten die meisten der anderen Konferenzteilnehmer natürlich dennoch was damit wirklich gemeint war.

Das grimmige Gesicht von Admiral William Adama sprach, für jeden anwesenden der sich im Saal befindlichen Konferenzteilnehmer, Bände und auch eine eindeutige Warnung aus, obwohl er keine ausgesprochene Bemerkung dazu verlor.

Es schienen viele Minuten zu vergehen, in denen kein einzelnes Wort gesprochen wurde. Viele warteten auf eine verbale Reaktion des neuen Commanders der Battlestar Pegasus, doch diese blieb zunächst noch aus, denn Adama wollte Zarek sich erst noch austoben lassen, bevor er dann zum empfindlichen Gegenschlag ausholen würde. Er tat dies, trotz der schon bestehenden Steilvorlage, die ihm der Vizepräsident der Gegenregierung bereits geliefert hatte. Aber der ranghöchste Militär der Kolonialen Flotte wusste, dass es noch mindestens eine weitere vom ehemaligen Terroristen geben würde.

Es waren nur ein paar Minuten vergangen, dann sprach Tom Zarek schließlich auch schon wieder, wobei er sich dann aber sichtlich bemühte den Bogen nicht noch einmal zu überspannen. Am Ende seiner Rede wandte er sich dann doch noch direkt an William Adama: „…und, was haben sie mit Lieutenant Felix Gaeta gemacht, Admiral?“
„Das ist meine Sache, Zarek“, war alles was Adama darauf antwortete. Kurz darauf wandte er sich allerdings an alle Offiziere, die sich in seiner Abwesenheit bereits der Gegenregierung angeschlossen hatten: „Sie wissen alle, worauf laut unserem Gesetz der Akt einer Meuterei, wie dieser steht! Sie haben alle haben durch diesen Aufstand unzählige Tote mitzuverantworten! Auch auf der Galactica gab es dadurch unzählige Verluste! Verluste, die von Richard Adar, Tom Zarek und Felix Gaeta und allen anderen, die bei den Separatisten eine Führungsposition innehaben, verantwortlich zu machen sind!“

Der neue Commander der Pegasus legte schließlich eine dramatische Pause ein, denn er wollte allen, die sich von der legitimen gewählten Regierung gewaltsam getrennt hatten, eine Wahl lassen. Er wartete noch einige Minuten, in denen er die Offiziere der Reihe nach einzeln für einige Atemzüge lang aufmerksam genau musterte, dann erst fuhr er mit seiner Ansprache fort: „Niemand wurde durch einen Befehl dazu gezwungen, bei der Mission zur Heimatkolonie der Zylonen für die Befreiung von Hera Agathon, teilzunehmen. Denn dies wurde mir ja von Tom Zarek und einigen anderen Führern der Separatisten fälschlicherweise vorgeworfen, obwohl nur freiwillige Frauen und Männer unseres Volkes sich diesem Einsatz angeschlossen hatten. Ein Einsatz, der nicht so schwierig gewesen wäre, hätte Lieutenant Felix Gaeta, dem man von der Seite der Separatisten das Amt des Admirals und das Kommando über die Galactica versprochen hatte, nicht an Bord meines Schiffes eine blutige Meuterei angezettelt hätte, viel einfacher gewesen wäre. Während des fruchtbaren Kampfes um die Galactica, wurden viele meiner Leute verwundet und getötet. Einigen habe ich bereits, da sie sich dem Kampf gegen die feindlichen Truppen angeschlossen hatten, noch einmal eine Amnestie erteilt! Doch einige der Rädelsführer, die es nicht getan hatten, sitzen nach wie vor in der Brig bis ein Militärgericht über ihr Schicksal entschieden haben wird!“

„Was wollen Sie tun, Bill? Wollen Sie uns etwa gleich alle verhaften und dann erschießen lassen?“, fragte Admiral Joseph Tarsus spöttisch lächelnd, nachdem eine weitere kurze Pause entstanden war.
„Das wäre vollkommen absurd! Wir sind zu viele!“, nickte Admiral Joseph Tarsus, der während des Aufstandes befreit worden und dann mit Hilfe die erfolgreiche Flucht auf die Centauria gelungen war, und ebenfalls spöttisch vor sich hinlächelte.
„Habe ich schon längst alles erfahren. Ich habe zudem eine Liste erhalten. Eine Liste mit den Schiffen. Und eine Liste mit den Namen aller Personen, die mitgeholfen haben unsere Einheit und die Chance auf eine gute Zukunft zu zerstören“, erwiderte Admiral William Adama kalt.

Danach hakte sich wieder Präsidentin Francine Baltimore in die Gesprächsrunde ein: „Ja. Die Gegenregierung verfügt über eine stattliche Flotte. Eine Flotte von über 30 Schiffen, darunter 5 Kampfsterne, die eine Bevölkerung von über 45.000 Seelen aufweist. Dies ist in etwa ein Drittel unseres Volkes. Ich weiß, dass das Leid, welches uns durch die Zylonen vor nur noch wenigen Jahren zugefügt worden ist, unermesslich groß ist. Wir alle haben Menschen verloren, die uns lieb und teuer waren. Brüder und Schwestern. Eltern und Großeltern. Nichten und Neffen. Cousins und Cousinen. Ehepartner und Freunde. Es sind Menschen, die wir alle für immer verloren haben. Doch müssen wir unseren Blick nach vorne, in Richtung der Zukunft richten…“
„Eine gemeinsame Zukunft mit den Zylonen, oder was?“, unterbrach Richard Adar, der Präsident der Gegenregierung. „Wir alle lehnen es ab, mit ausgerechnet denen in eine gemeinsame Zukunft zu gehen, die zwei fürchterliche Kriege gegen uns begonnen haben und uns im zweiten dann auch noch versucht hatten vollkommen auszulöschen!“

Es wurde auf Empfehlung eines einbestellten Moderators von der Expedition von Miss Shen eine Pause eingelegt, damit sich alle erst einmal ein wenig zumindest beruhigen konnten, denn die Stimmung zwischen den beiden Lagern war spürbar aufgeheizt.

Während dieser Pause, die auf drei Stunden festgelegt worden war, hatten sich mehrere Gruppen gebildet. In diesen wurde erregt debattiert, unter anderen ob man sich wieder der von Adama und Baltimore geführten Flotte von Überlebenden anschließen sollte oder doch nicht. Einige Commander von der Flotte unter Admiral Adama waren sogar gewillt, die Flotte der Separatisten endgültig ziehen zu lassen. Hardliner hingegen wollten Adama davon überzeugen mit Gewalt die, in ihren Augen, abtrünnigen Menschen und Schiffe zurück in die eigenen Reihen und eigene Flotte zu holen.



Galaxie Sculptor
Unbekannter Planet

Die Zylonen, die es irgendwie doch noch geschafft hatten ihre Verfolger von der Erde erfolgreich abzuschütteln, hatten schließlich einen bewohnbaren kleinen Planeten gefunden, der dazu noch glücklicherweise enorm reich an Bodenschätzen war. Und da sie dort keinerlei Spuren einer bereits bestehenden Zivilisation fanden, nahmen sie diese Welt kurzerhand in ihren Besitz und ließen sie sich dort nieder.

Viele Schiffe und Zylonen ihrer Invasionsflotte, hatten die Kämpfe und die anschließende Flucht vor den Schlachtschiffen der Erde nicht überlebt. Sie hatten dadurch zwar keine Basisschiffe mehr, doch es würde genügen, wenn sie einige Jahre lang nicht von den Menschen entdeckt werden würden, wieder eine ernstzunehmende Flotte und Streitmacht aufzubauen.

Nachdem es dann dunkel und Nacht geworden war, konnten sie am Abendhimmel ganz deutlich die Milchstraße erkennen, die das eigentliche Ziel ihrer Mission gewesen war.



2. Destiny-Galaxie
Novus-Kolonie Solon <> Trinitatis, Krankenstation

Unter einem enormen und belastenden Zeitdruck arbeitete Doktor Rodney Meredith McKay bekannterweise natürlich immer noch am Besten, wobei er meist auch so gut wie unerwartete Leistungen vollbringen konnte. Dies wusste insbesondere Doktor Jennifer Keller, die seit einigen Jahren mit dem Kanadier verheiratet war. Und während ihr Ehemann zwischen Kontrollraum und Labor betriebsam hin- und herpendelte, wurden alle der neu eingetroffenen Kolonisten von ihrem Team auf der Krankenstation sehr genau medizinisch untersucht.

Unten auf dem Planeten Solon selbst, hatte man bereits die meisten der willigen Bewohner erfolgreich evakuieren können. Doch eine nicht unbeträchtliche Vielzahl der übrigen Bewohner von einigen der bewohnten Städte, wollte trotz der akuten aktuellen Bedrohung durch die Drohnen ihre Heimat nicht verlassen.

„Na schön. Keiner von euch muss mit uns mitkommen. Doch wir werden noch einmal auf dem Rückweg, wenn wir die Destiny erreicht haben, nach euch sehen. Dann werden wir unser Angebot, uns doch noch zur Erde zu begleiten, erneuern“, bot Doktor Daniel Jackson einen der anwesenden Senatoren an.
Dieser versicherte sogleich dem Archäologen: „Seien sie unbesorgt, wir besitzen eine äußerst fortschrittliche Technologie, wie sie mit eigenen Augen sehen konnten. Es war uns allen eine besondere Ehre gewesen, dass wir uns unerwarteten kennenlernen konnten. Leben sie wohl, Doktor Jackson.“

Eine Stunde später verschwand die Trinitatis auch schon wieder in den Hyperraum.
Der Leiter der Mission, Doktor Hank McCoy, nahm indessen erfreut zur Kenntnis, dass es Doktor McKay gelungen war, die von ihm gestellte Aufgabe in der gesetzten Frist zu lösen. Somit würde eines ihrer nächsten Ziele die neue Heimatwelt sein, wohin die Evakuierungsflotte von Novus noch immer unterwegs war, weil sie nur mit Sublicht fliegen konnten.



Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor
Koloniale Flotte
Ilion, Konferenzsaal

Die  vergangenen drei Stunden waren dann doch sehr viel schneller verstrichen als den meisten lieb gewesen war. Doch kaum war die Konferenz fortgesetzt worden, legten beide Seiten, der jeweils anderen Seite ihre in der Pause vorbereiteten Vorschläge vor. Vorschläge, die unweigerlich natürlich immenses Konfliktpotential, wie vielleicht sogar unter anderen eine heftige militärische Konfrontation in sich bargen. Also einen wohl etwas längeren fürchterlichen Bürgerkrieg, unter den letzten Überlebenden der Kolonien von Kobol, zu entfachen.

Einige Offiziere des Militärs, die somit ihren Eid gebrochen hatten, machten sich derweil mehr oder weniger Sorgen darüber, ob Admiral Adama friedlich bleiben würde oder sich durch einen klugen und gut überlegten taktischen Zug wichtige Ressourcen zurückholen würde. Auch hatten sie alle kein gutes Gefühl, was die geheimnisvolle und ungeklärte Angelegenheit um Lieutenant beziehungsweise Admiral Felix Gaeta anging. Viele hatten die Worte von Admiral Adama so gedeutet, dass er den Anführer der Meuterer auf der Galactica wohl schon bereits hatte hinrichten lassen.

Anstatt eventuell doch noch einer verträglichen Lösung des Problems näher zu kommen, begann leider erneut eine weitere hitzige Debatte. Der alleinige Grund dafür war dieses Mal in den Augen der Administration von Präsidentin Francine Baltimore und Admiral William Adama der blutige Aufstand der Separatisten unter Richard Adar und Tom Zarek sowie den meuternden Militärs, die sich dieser Sache angeschlossen hatten.

„Jetzt reicht es mir aber endgültig!“, rief Colonel Saul Tigh, der damit unerwartet sogar die beiden streitenden Lager zur Ruhe brachte. Jeder verharrte erschrocken in der Haltung, die er soeben inne hatte.
„Ich weiß, dass ich und die anderen drei der letzten Fünf sowie die anderen Zylonen hier nur Gast sind. Aber da es in einer der wichtigen Themenpunkte auch um uns geht, kann ich nicht mehr länger zuhören und schweigen.“
„Was wollen Sie uns mitteilen, Colonel Tigh?“, fragte Richard Adar verwundert.
„Das kann ich ihnen ganz genau sagen, denn ich bin immerhin über 2.000 Jahre alt. Habe zwei furchtbare Holocausts und einige Kriege überlebt. Und eines kann ich ihnen allen hier sagen, dass die Spaltung dieser Flotte diesen Kreislauf nicht beenden wird. Ganz im Gegenteil: Es wird eines Tages erneut passieren! Wir alleine sind zu schwach! Ihr, die Menschen von anderen 12 Kolonien von Kobel seit ebenfalls zu schwach, um alleine zu überleben…“

An dieser Stelle unterbrach schließlich Tom Zarek rüde mit den Worten: „Das werden wir ja sehen!“, den noch immer sprechenden Colonel Saul Tigh.

Doch der Unterbrochene fuhr unbeirrt und davon sichtlich unbeeindruckt in seiner Rede weiter fort: „Ach ja. Hat nicht Hera geholfen den Krebs von Laura Roslin zu heilen, obwohl sie noch nicht einmal geboren war? Also erzählen Sie hier in diesen Saal niemanden irgendwelchen hirnverbrannten Mist, Zarek! Für mich steht es fest: Nur gemeinsam haben wir eine sichere und erfolgreiche Zukunft! Für alle, die es bislang noch nicht wissen oder gar schon vergessen haben, sage und erinnere ich daran, dass der 13. Stamm, der viele Generationen vor dem Exodus der anderen 12, Kobol verließ nur aus Zylonen bestand. Gemeinsam haben wir der Anhängerschaft von Cavil vernichtende Niederlagen zugefügt. Von den anderen Modellen soll ich ausrichten, dass sie allesamt von diesen Einsern getäuscht und in dieses Verbrechen hineingezogen worden sind. Sie bereuen diese Tat zutiefst. So das war‘s jetzt. Mehr hat der 13. Stamm durch mich nichts weiter zu sagen.“

Daraufhin entstand eine stille Pause. Beinahe eine andächtige Ruhe herrschte im gesamten Raum. Alle mussten diese so eben gehörten Worte erst einmal sacken lassen, und auch ebenso darüber nachdenken.

Die einzigen, die die ganze Zeit über verständlicherweise vollkommen ruhig und entspannt blieben, gehörten zur Regierung von Francine Baltimore. Das andere Lager jedoch schien auf einmal in ihrer Zusammenhalt rapide und vehement zu wackeln, denn viele hatten es bislang noch nicht so gesehen und betrachtet, wie es ihnen gerade von Colonel Saul Tigh, dem XO von Admiral William Adama, vorgetragen worden war.

„Dies ist eindeutig der falsche Weg gewesen, Tom!“, flüsterte Richard Adar, der Präsident der Gegenregierung seinem Vizepräsidenten zu. Danach sagte er laut: „Ich danke Colonel Saul Tigh für seine mahnenden und ehrlichen Worte, der uns somit vor einer weiteren Trennung unseres Volkes eindringlich gewarnt hat. Ich konnte klar eine Sorge für alle Überlebenden aller Stämme, auch inklusive dem dreizehnten, von Kobol eindeutig erkennen. Es war wirklich sehr beeindruckend sowie überzeugend, was auch mit klaren Beweisen belegt worden. Doch müssen wir, wer von uns Separatisten es wirklich will, irgendwie aus freien Stücken und auch straffrei zurück in die Reihen der Administration von Präsidentin Baltimore treten können.“
„Gehen Sie ruhig!“, brummte Zarek, der danach anregte eine Wahl abzuhalten, in der es darum ging weiterhin seinen Weg zu gehen, sowie dadurch ein eigenes Volk zu gründen, und zwar ohne die Zylonen, die er nicht als den 13. Stamm, die 13. Kolonie von Kobol anerkennen wollte.



2. Destiny-Galaxie
Hyperraum
Trinitatis, Kontrollraum

Zur selben Zeit hatte die Besatzung der Trinitatis, nach einem kurzen und schnellen Flug im Hyperraum eine traurige Entdeckung gemacht, denn eine Kolonie von Novus war bereits von einer noch bislang unbekannten feindlichen Rasse ausgelöscht worden, weswegen man nur eine kurze Aufklärungsmission hatte durchführen können. Kurz deshalb, weil es dort nichts als Zerstörung gegeben hatte.

„Rufen Sie Doktor McCoy und Doktor McKay in den Kontrollraum, Lieutenant Tapping!“, ordnete Captain Anderson an, weil er etwas auf den Sensoren entdeckt hatte. Sofort betätigte die Soldatin ihr Funkgerät, um die beiden Personen über einen priorisierten Kanal zu rufen.

Wenige Minuten später schon, waren schließlich dann außer Hank und Rodney noch weitere der wichtigsten Personen der Expedition im Kontrollraum versammelt.

„Tja, wie es so aussieht, sind es tatsächlich mehrere dutzende von Schiffen, die offenbar mit Sublicht reisen. Es könnte sich dabei wirklich um die von uns gesuchte Flotte der Novianer handeln“, erklärte Rodney, der sich die Daten noch einmal sehr genau, wenn auch nur recht kurz, angesehen hatte.
Daraufhin fragte Hank: „Wie lange dauert es bis wir sie eingeholt haben?“
„Och, in etwa fünf Minuten.“
„Wie viele Schiffe sind es genau, Doktor McKay?“
„Etwas mehr als fünf Dutzend. Und auf Grund ihrer Größe und Aufnahmekapazität, einfach zu viele, um alle dortigen Passagiere hier auf Trinitatis unterzubringen, wenn dies ihre nächste Frage war, Doktor McCoy.“
„Ja. Wäre in der Tat eine weitere von mir gewesen. Und nach Kurs und Geschwindigkeit ihrer Flotte, würden sie noch etwa 100 Jahre unserer Zeit unterwegs sein bis sie ihren Zielplaneten endlich erreicht haben werden. Und so lange sie dies tun, sind sie soweit wir wissen nicht in Gefahr von diesen Drohnen angegriffen zu werden.“
„Aber vielleicht könnten wir uns mal kurz vorstellen. Daten, Wissen und so austauschen“, erwiderte Doktor McKay, der merklich hippeliger wurde.

„Wir werden hier noch einmal einen längeren Halt machen, wenn wir das eigentliche Ziel unserer Mission erreicht haben, nämlich die Destiny! Aber wir werden dafür als Nächstes das Zielgebiet anfliegen und uns dort auf dem neuen Heimatplaneten der Novianer, die geretteten Menschen absetzen, die wir bei uns haben. Natürlich nur diejenigen, die es auch wünschen!“
„Ich werde Sie mit Freuden daran erinnern, Doktor McCoy!“, versprach Rodney, der sich demonstrativ im Kontrollraum umschaute. Denn genug Zeugen gab es ja, auf die er sich selbstverständlich berufen würde.

Die nächste Zeit über würde Rodney McKay so ziemlich schlecht drauf sein, dies ahnte Jennifer Keller bereits, die allerdings hoffte, dass dieser Zustand durch das getätigte Versprechen von Hank McCoy, dem Leiter der Trinitatismission, gemindert sein würde.
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RE: [SG/Multi-Crossover] Odyssee - von Jonathan J. O´Neill - 25.01.2026, 20:16

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