[SG/Multi-Crossover] Odyssee
#56
Odyssee
Folge 7.10 - “Unerwartete Intervention”

Milchstraße
Sol-System
Marsorbit

Die hier anwesende Flotte der Orici, welche in der Umlaufbahn des einstigen roten und kleinen Bruders der Erde Position bezogen hatte, war klein. Zum Glück klein genug, dass man sie aus der Sicht der Menschen, die sich auf dem Planeten sowie auch auf den Erdschlachtschiffen befanden, bislang mehr als nur gut in Schach halten konnte. Außerdem war es den Verteidigern gelungen, schon so einige der großen Kriegsschiffe und auch mehrere von den zahlreichen Geschwadern von den Jagdfliegern der Orici zu zerstören.

Mars

Die insgesamt sieben Truppentransporter, die bereits auf dem Mars gelandet waren, konnten durch die F-302er-Geschwader zum Glück ebenfalls nach einem heftigen Gefecht zerstört werden, bevor die meisten Truppen der Orici diese verlassen konnten. Somit saßen die wenigen Kriegerinnen und Krieger von Adria auf dem ehemals roten Planeten, aber nun schon seit Jahren Terraformierten Welt fest, die diesen verheerenden Angriff der Verteidiger überlebt hatten. Dennoch kämpften sie sich tapfer immer weiter vorwärts, in der stetigen kleinen Hoffnung ihre Mission eventuell doch noch erfüllen zu können, oder gar ein Schiff des Feindes zu kapern.


Erde
USA, Colorado
Area51

Die jetzt noch verbliebenen 12 Marines, von denen bereits schon beinahe die Hälfte unterschiedlich, infolge der erbitterten Kämpfe gegen die Eindringlinge schwer verwundet worden waren, waren von ihren Angreifern schließlich komplett eingekreist worden. Sie konnten nirgendwo mehr anders hin, doch hatten sie immer noch die sogenannte Lade der Wahrheit zumindest bei sich.
Die dringend benötigte Hilfe erwarteten sie schon gar nicht mehr, weswegen sie schon mehrere Sprengsätze an das uralte Artefakt der Antiker befestigt hatten. Das alte Artefakt, mit dem das SG-1-Team einst das gesamte Universum von der Bedrohung durch Adria befreit hatte, die so massiv geschwächt worden war, dass Morgan La Fay sie dann ohne Gefahr für sich selber endlich angreifen konnte.

„Ergebt Euch jetzt und händigt uns diese Lade, die Ihr bei Euch habt, endlich aus, dann verschonen wir Eure Leben, Ihr Ungläubigen!“, schrie schließlich der Hauptmann der Truppen der Orici mit lauter Stimme, während einer kurzen Feuerpause.

Sekunden vergingen, die schließlich zu Minuten wurden. Keine Antwort von den Marines war zu vernehmen, weswegen nur ein paar wenige Kriegerinnen und Krieger losgeschickt wurden, die nachsehen sollten, ob die aus seiner Sicht, und die seiner Kameradinnen und Kameraden, sogenannten Ungläubigen eventuell doch schon durch die letzte Schießerei alle tot waren, und sie sich dadurch ohne Gefahr endlich der so wichtigen Lade der Wahrheit bemächtigen konnten.

Doch diese vorausgeschickten drei Frauen und fünf Männer tappten in eine zuvor gut vorbereitete tödliche Falle, die ebenso erbarmungslos zuschnappte. Es war daher nur eine kurze Schießerei, in der die Marines zum Glück keine weiteren Verluste hinnehmen mussten.

„Sir.“
„Was ist los, Corporal?“
„Ich habe nur noch ein Magazin für meine Waffe…“
„Ach ja, bei mir sieht es nicht besser aus… aber unsere Feinde haben an alles gedacht, seht ihr?“, brummte der Lieutenant, der sich eine Stabwaffe eines Kriegers der Orici griff. Alle übrigen Frauen und Männer seines Teams, auch die Verwundeten, taten es ihm gleich, nahmen nun die ausdauernden Stabwaffen und auch die Armschienen mit den kleinen daran befestigten Schockwaffen an sich.

„Die George Hammond ist in der Leitung! Die wollen uns und die Lade der Wahrheit hier rausbeamen, Lieutenant.“
„Na dann los, Sergeant!“
„Geht nicht, weil wir uns in einem abgeschirmten Bereich befinden… wir müssten also irgendwo anders hin… oder wir finden einen dieser Sender, um diesen zu aktivieren…“
„Zusammen mit der Lade? Das schaffen wir nicht lange!“
„Tut mir leid, Sir.“



Weit entfernte Galaxie

Die Destiny hatte den Hyperraum abermals nach einem mehrstündigen Flug verlassen.
Es würde nun nicht mehr sehr lange dauern, dann würde dieses alte Raumschiff der Antiker das Ziel der einprogrammierten Mission endlich erreicht haben.

Es war ungefähr nicht einmal eine Viertelstunde vergangen als sich ganz in der Nähe der Destiny ein weiteres Hyperraumfenster geöffnet hatte. Die Trinitatis hatte es also doch noch tatsächlich und vor allem guten Endes schließlich rechtzeitig geschafft, die Destiny war nach einem sehr langen und schnellen Flug erreicht.

Trinitatis, Kontrollraum

„Doktor McCoy, Sir. Wir haben Sichtkontakt zur Destiny. Sie sieht und wirkt laut unserer ersten Scans sehr mitgenommen aus.“
„Danke, Lieutenant Rochelle. Rufen Sie, ah… nicht mehr nötig. Daniel. Rodney. Wir haben es endlich geschafft, vor uns liegt die Destiny.“

Destiny, Brücke

Die wichtigsten Führungspersönlichkeiten der Besatzung, an Bord des sehr alten Schiffes der Antiker, befanden sich alle schon seit längerer Zeit auf der Brücke, dadurch waren sie natürlich überrascht alle zunächst einmal zusammengezuckt, weil sich ganz in ihrer Nähe ein Hyperraumfenster geöffnet hatte, aus welchem ein ihnen unbekanntes ziemlich großes Raumschiff aufgetaucht war.

„Das sieht doch irgendwie sehr vertraut aus“, bemerkte Peter Thornton schließlich.
„Sie haben Recht. Hat verdammt große Ähnlichkeiten mit Atlantis“, nickte Colonel Everett Young. Dann betätigte er auch schon sein Funkgerät: „David, es ist besser sie brechen die geplante Erkundungsmission durch das Stargate ausnahmsweise ab, und kommen stattdessen so schnell sie können zu uns auf die Brücke. Wir haben nämlich Besuch.“
„Freund oder Feind?“, fragte die Stimme von Colonel Telford aus dem Funkgerät.
„Sieht sehr nach Freunden aus. Endlich.“

Nicht nur Camile Wray hatte bei dem Anblick der Trinitatis natürlich Tränen in den Augen, denn sie erkannte, dass sich nun auch von dem riesigen Raumschiff zwei Schlachtkreuzer der 304er-Klasse gelöst hatten.
Die Angehörige des IOA meinte daraufhin: „Worauf warten Sie noch, Doktor Rush? Nehmen Sie doch endlich Funkkontakt zu ihnen auf!“

Observationsdeck < > Brücke

Nicht einmal eine Viertelstunde später ließen sich McCoy, Jackson, McKay und Keller mit einigen wenigen weiteren Leuten an Bord der Destiny beamen. Die an Bord befindlichen Mitglieder der Luzianischen Allianz kannten den Mutanten Doktor Hank McCoy, genannt Beast, noch nicht, weshalb sie mehr als nur etwas überrascht dreinschauten als sie ihn zum ersten Male persönlich zu Gesicht bekamen.

Höflich luden Miss Wray und Colonel Young die Besucher zu einem ersten echten Rundgang an Bord ein. Während dieser Besichtigung gab es einige ernste Themen zu besprechen, darunter fiel auch das Problem einer neuen feindlich gesinnten Rasse, auf welche man erst vor kurzem getroffen war. Dies beunruhigte Doktor McKay schlagartig zutiefst, da zudem ergänzt wurde, dass dieses Volk offenbar in der Lage war sich sehr schnell an ihren aktuellen Gegner anzupassen, aber auch dass keine Kommunikation aufgrund von deren massiver Aggressivität nicht möglich und zu empfehlen sei.

Der Rundgang endete auf der Brücke der Destiny, welche sofort von den beiden Doktoren Jackson und McKay aufmerksam, natürlich nur unter den wachsamen Augen von Doktor Rush und Eli Wallace, inspiziert wurde.



Pegasus-Galaxie
Atlantis, Kontrollraum

Der Kampf gegen die anwesende Flotte der Orici war vorüber. Doch nicht, weil alle Schiffe der Flotte zerstört worden waren, nein, denn die verbliebenen Angreifer hatten sich zurückgezogen, um sich neu zu formieren. Auch die gezielt abgefeuerten Drohnen durch General Sheppard hatten dem Angreifer stark zugesetzt.

Dadurch konnte man sich einer anderen, ebenso wichtigen Sache wieder zuwenden.

Nachdem Doktor Radek Zelenka das Bild, welches die Tiefraumsensoren übermittelten, vergrößert und klargestellt hatte, konnte es auch Richard Woolsey deutlich erkennen: Die Flotte der letzten noch lebenden Wraith-Königin befand sich am Rande dieser Galaxie, und sie war leider auch um einige Schiffe größer, wie es auch General John Sheppard schon bereits vermutet hatte.

„Wo will sie denn nur hin?“, murmelte Teyla Emmagan.
Doch Ronon Dex sprach es schließlich aus: „Es sieht sehr danach aus, dass sie versucht aus dieser Galaxie zu flüchten. Sie muss demnach so sehr verzweifelt sein und keinen anderen Ausweg mehr sehen.“
„Aber wir können es nicht zulassen, dass diese Königin schon sehr bald in eine uns unbekannte Region des Universums verschwindet!“, erklärte John, der dann nachfragte, wie lange General Caldwell denn noch mit seiner Flotte dorthin brauchen würde, um die feindliche Flotte an einer erfolgreichen Flucht zu hindern.
„Kommt ganz darauf an, wie lange diese Flotte noch dort verharrt. Doch wird es noch etwa zwei Tage dauern“, seufzte Radek, der kurz darauf, damit es niemand sonst verstehen konnte, etwas auf Tschechisch vor sich hinfluchte.

„Na schön, bleiben noch die verbliebenen Schlachtschiffe von der Orici, die uns leider nach wie vor massive Probleme bereiten könnten“, murmelte John, der dann schließlich wieder den dazugehörigen Monitor aufmerksam beobachtete.



Milchstraße
Sol-System
Erdorbit
Flaggschiff der Orici-Flotte, Kommandobrücke

Mit allen war eigentlich aus der Sicht von Adriana zu rechnen gewesen, doch dass sich ausgerechnet Artus eingefunden hatte und jetzt vom Kontrollraum aus, von der Stargate Command Base auf dem Mars, mit ihr von dort aus in Verbindung setzte, brachte die Tochter der Orici in eine ziemlich große Verlegenheit.

„Adriana, ich verlange, dass Du sämtliche Kampfhandlungen sofort abbrichst!“
„Du verstehst es nicht. Meine Mutter ist eine Göttin, die…“
Doch weiter kam die Tochter von Adria nicht, denn Artus unterbrach sie: „…, die nur ein aufgestiegenes Wesen ist, welches durch die Energie derjenigen mächtig geworden ist, von denen sie verehrt wird.“
„Sie ist meine Mutter! Und ich muss ihr gehorchen!“
„Das ist Wahnsinn!“
„Artus. Liebster, ich…“
„Wie viele Menschen, Jaffa und andere Völker sollen diesen fruchtbaren Krieg denn noch zum Opfer fallen?“
„Nur die, die die Gläubigen verfolgen und bekämpfen! Myrddin, der alte Hexenmeister der Antiker ist tot! Er wird euch also nicht mehr helfen können. Er war euer Mentor, liebster Artus. Ich bedauere diesen Verlust sehr.“
„Ich verlange nicht, dass Du jemanden verrätst, sondern endlich frei entscheidest, wie Dein Leben weitergehen soll, als eine Marionette der Orici oder als eine freie Frau! Was Du mir von Deiner Familie, die sich um Dich gekümmert hat, und auch das Leben dort auf Heraclia, von dem Du mir freimütig erzählt hast, hat mich damals zutiefst beeindruckt! Ob es Deine Familie dort will und letztendlich verstehen kann, was Du hier gerade tust?“

Die gesprochenen Worte des Königs von Camelot auf PX1-767 waren wohl gewählt, denn die Tochter der Orici Adria konnte zunächst nichts darauf erwidern.

Sprachlos und nachdenklich stand sie lange nur so da, bis der Prior an sie herantrat und sie direkt ansprach: „Ihr dürft jetzt nicht schwach werden, Gebieterin. Wir werden endlich den großen und finalen Sieg gegen all die Ungläubigen hier und auch überall sonst im Universum erringen! Die Ungläubigen, die sich entweder beugen und bekehren werden und somit die einzige Wahrheit im Universum anerkennen, oder eben dazu verdammt sein werden, uns als Sklaven zu dienen!“

Die arme Adriana befand sich nun zwischen zwei Fronten, zum einen fühlte sie sich zu Artus ihren Geliebten hingezogen, doch zum anderen fühlte sie sich ihrer richtigen Familie, ihrer Mutter, verpflichtet. Doch ihre Familie waren aber eigentlich die Menschen, die sie auf Heraclia als Findelkind aufgenommen und wie ihre eigene Tochter aufgezogen hatten. Diese Menschen, Alexander und Eve, von denen sie Güte, Wärme und Liebe gelernt hatte. Doch das sie auch eine hervorragende und mutige Kämpferin war, war allen schon lange bewusst. Dann musste sie aber auch noch an ihren richtigen Vater denken, nämlich diesen Doktor Daniel Jackson, der gegen ihre Mutter, Adria, schon einmal gekämpft hatte, um alle freien Menschen vor einen Schicksal zu bewahren, welches sie gerade im Begriff war, aufzuzwingen. Aber ihr war auch bewusst, dass es auf der Erde dort unten Menschen gab, die mächtige Mutanten waren, darunter auch jemand, den sie es zu verdanken hatte, überhaupt noch am Leben zu sein. Niemand, vielleicht auch sie selber, oder jemand von all ihren Kriegerinnen und Kriegern wären diesen machtvollen Persönlichkeiten unten auf der Erde im Kampf gewachsen.

„Also gut. Ich will, dass die Kampfhandlungen umgehend unterbrochen werden, damit das weitere Vergießen von Blut beendet wird, es damit also zu Verhandlungen kommen kann!“
„Gebieterin, ihr verratet mit diesen Befehl den Willen eurer Göttin und Mutter!“, mahnte der Prior erneut eindringlich.

Aber Adriana, die sich entschieden hatte, erwiderte: „Es ist kein Verrat, wenn ich dadurch unzählige Leben rette!“

Im rechten Moment vielleicht noch. Denn für die Flotte der Orici Adria, die komplett ihrer einzigen Tochter unterstand, tauchte vollkommen unerwartet eine Flotte der Menschen von insgesamt neun weiteren Kampfsternen der Erde im Erdorbit auf.

Kurz darauf, wurden auch schon alle Kampfhandlungen im gesamten Sonnensystem sofort eingestellt.

Erde
USA, Colorado
Homeworld Command, Kontrollraum

Einige Offiziere legten zügig die neuesten und vor allem aktuellsten Berichte General Jack O‘Neill vor. Dass die Erde von den Jaffa keine Hilfe erwarten konnte, war dem Leiter der Homeworld Command schon seit geraumer Zeit bekannt gewesen. Umso erleichterter war nicht nur er über die Verstärkungsflotte von den neun Kampfsternen. Andererseits sorgte er sich anhand dieser neuesten Daten, die er gerade eben bekommen hatte. Denn es war deutlich zu erkennen, dass die Streitkräfte von Adriana, im Namen der Orici Adria, schon bereits größere Gebiete auf der Erde erobert und besetzt hatten. Dabei hatte es natürlich leider mehrere zehntausende Opfer, Verletzte und Gefangene, während der Kämpfe auf beiden Seiten gegeben.

Homeworld Command, O‘Neills Büro

Doch nur Eines interessierte ihm, nämlich was mit den Marines von Area51 passiert war, die die Lade der Wahrheit vor den Angreifern geschützt hatten.

„Also, Lieutenant Reagan. Erst einmal sehr schön, dass sie alle da mit Hilfe der George Hammond noch rechtzeitig rausgekommen sind. Äh, was ist mit der Lade?“
„Die haben wir gesprengt.“
„Echt?!“
„Ja, Sir.“
„Aha. Und wie kam es dazu, Reagan?“
„Wir haben es geschafft, uns in einen Bereich der Basis vorzudringen von dem aus uns die George Hammond erfassen konnte. Doch wir gerieten auch dort, wieder einmal in eine ziemlich große Schießerei. Diese Lade stand dabei am Rande einer Treppe, die uns noch genügend Deckung und Schutz vor dem feindlichen Feuer bot. Doch für wie lange, denn wohl noch? Also stieß ich die Lade hinunter, brüllte in mein Funkgerät, dass man uns die George Hammond sofort herausbeamen solle. Kurz darauf drückte ich dann auch schon den Auslöser. Im gleichen Moment wurden wir glücklicherweise auf Befehl von General Carter direkt auf die Krankenstation des Schlachtkreuzers transportiert. Bekomme ich jetzt Ärger, General?“
„Nö“, winkte Jack O‘Neill ab, der kurz darauf den mitgenommenen Soldaten aus seinem Büro entließ.
Als der Lieutenant sein Büro verlassen hatte, sah der General noch einmal auf einige der Dokumente mit dem zeitlichen Ablauf.
,Das waren ja nur etwas weniger als zehn Stunden‘, dachte er erschrocken, da es ihm länger vorgekommen war.

Erleichterung machte sich breit als bestätigt wurde, dass durch das Eingreifen von niemand anderes als König Artus der Waffenstillstand zustande gekommen war. Dieses Eingreifen war allerdings einer sehr klugen Initiative von König Arkhan alias Colonel Harry Maybourne vorangegangen. Schließlich gab es auch Meldungen von Atlantis, dass auch dort Ruhe eingekehrt war, kurz nachdem die Flotte der Orici eine neue Angriffswelle gestartet hatte.

„Sir. Die Verhandlungen können, laut Adriana und auch dem IOA sowie der Vereinten Nationen, in den nächsten 12 Stunden beginnen“, erklärte Captain Lauren Perry, die in das Büro ihres Vorgesetzten, ungefähr eine halbe Stunde später, eingetreten war.
General Jack O‘Neill nickte seiner Adjutantin kurz zu, denn auch er musste sich für diesen diplomatischen Akt sehr gut vorbereiten.

Odyssee
Folge 7.11 - “Was jetzt?”

Andromeda-Galaxie
Omega-System
Orbit der Kolonialen Erde
Battlestar Pegasus, CIC < > Raptorstaffel der Kolonialregierung Aurora

Viele Stunden schon bereits vorher, hatte die entsandte Raptorstaffel der Separatisten, die sich als Vertreter der Kolonialregierung von Aurora zu erkennen gegeben hatten, zu ernsthaften Verhandlungen natürlich in erster Linie des Friedens aufgebrochen war, in einer festgelegten Position warten müssen. Diese Raptor waren von mehreren Raptor und mehreren Viper-Geschwadern der Battlestar Pegasus eingekreist und somit isoliert worden, denn der Befehlshaber auf der Pegasus, Admiral William Adama, der zudem auch der Oberbefehlshaber aller Kolonialen Streitkräfte ist, hatte zunächst natürlich noch eine weitere dringende Rücksprache mit der eigenen Regierung von den 13 Kolonien von Kobol über das weitere Vorgehen mit den unerwarteten Ankömmlingen zu gehalten. Der Grund dafür lang auf der Hand, weil trotz nach einer langen Wartefrist von einigen Stunden keine weiteren Schiffe, die einen Angriff bedeutet hätten, aufgetaucht waren.

Schließlich war der Moment gekommen, und der Commander der Pegasus gab Lieutenant Hoshi das vereinbarte Zeichen ihn über eine abhörsichere Leitung mit den drei Raptor zu verbinden.

„Na schön. Wer sind Sie, und vor allem, was wollen Sie hier?“, erkundigte sich ein äußerst angespannter Admiral William „Husker“ Adama, nachdem sich die Neuankömmlinge erneut, ohne lange zu zögern, zu erkennen gegeben hatten.

„Admiral Adama, ich bin Major Kathleen Sullivan. Wir sind im Auftrag unserer Regierung von unserer neuen Heimatwelt, Aurora, hierher zu Ihnen geflogen, um mit Präsidentin Baltimore, Ihrer Regierung als auch Ihren Volk über einen Friedensvertrag sowie natürlich noch weitergehenden Beziehungen zu verhandeln!“
„Major Sullivan? Sie haben doch an Bord der Battlestar Centauria gedient.“
„Das stimmt, Sir.“

Nach einer kurzen Überlegung, ordnete Adama: „Bleiben Sie mit ihren drei Raptor weiterhin auf der bestehenden Warteposition, und warten Sie abermals auf weitere Anweisungen von mir! Sollten Sie sich nicht an meine Anordnungen halten, also irgendwelche anderen Ziele verfolgen, werde ich sie abschießen lassen!“, an.


7 Lichtjahre entfernt
Planetenorbit < > Planet Aurora

Im Orbit des Planeten kreiste immer noch der komplette militärische Teil der Flotte. Alle verbliebenen Kampfsterne der Separatisten waren natürlich durch die aufgezwungene Schlacht arg mitgenommen, die von blinden Fanatikern herbeigeführt worden war.

Unten auf dem Planeten waren indessen in den sehr wenigen Rohstoffreichen Gegenden auf dem Festland, bereits die drei Bergbauschiffe gelandet und hatten mit dem Abbau der Bodenschätze begonnen, die man für den Aufbau einer neuen Zivilisation dringend benötigte.
Auch an vielen anderen Orten auf dem Kontinent, wo auch schon damit begonnen wurde, eine Stadt zu errichten, hatte man nebenbei damit angefangen die ersten Agrar- und Weideflächen anzulegen.

In einem der gelandeten und ausgemusterten Transportraumschiffe, machte sich nicht nur bei Präsident Richard Adar Sorge um die seit Stunden abwesende Delegation breit, die zu dem Volk von Kolonialen von Präsidentin Francine Baltimore aufgebrochen war. Denn diese entsandte Gruppe hatte eine sehr schwere und potentiell auch gefährliche Aufgabe übernommen. Ob diese insgesamt 16 Frauen und Männer, die vor schon etwa fast einem ganzen Tag mit den drei Raptor aufgebrochen waren, könnten durchaus nie wieder zu ihnen zurückkehren.

Natürlich ging die Kartographisierung ihrer neuen Heimatwelt ebenfalls parallel zu allen anderen Tätigkeiten unvermindert weiter, in der man zuweilen festgestellt hatte, dass sich insgesamt drei weitere große Landmassen auf ihr befanden, die fast beinahe so groß waren, wie die größte, wo man die Stadt begonnen hatte zu bauen.
Unterm Strich waren es aber insgesamt interessanterweise zwölf größere Landmassen unterschiedlicher Größe, die sich am Besten zur Kolonisierung eigneten, denn der Rest dieses Planeten war von Wasser bedeckt. Hinzu kamen noch mehrere hunderte von sehr kleinen Inseln und Atollen, die die Menschen der Erde sofort sehr an das Karibik- und Südseeflair erinnern würden.


Orbit der Kolonialen Erde
Battlestar Pegasus, CIC < > Raptorstaffel der Kolonialregierung Aurora

Die Beratung von Präsidentin Baltimore und ihrem Ministern muss nur sehr kurz gewesen sein, denn sie begrüßten die Gelegenheit diplomatische Beziehungen mit ihren bis dato verloren geglaubten Schwestern und Brüdern aufbauen zu können.
Daher hatte Admiral Adama den Auftrag erhalten, den drei Raptor die Landeerlaubnis an Bord der Pegasus zu gestatten.



Weit entfernte Galaxie
Destiny, Observationsdeck

Auf dem Observationsdeck gab es neben dem Torraum auf der gesamten Destiny den meisten Platz, und dennoch standen natürlich sehr viele Personen draußen auf den angrenzenden Korridoren. Denn sie wollten alle zumindest hören, was Colonel Young, Doktor Rush und Camile Wray allen an Bord der Destiny zu sagen hatten.

Den Anfang der drei machte Everett Young, da er die kräftigste und lauteste Stimme hatte, er sagte: „Alle mal herhören, wie alle von ihnen bereits wissen, hat es die Erde unter großen Anstrengungen geschafft, mit der Trinitatis, die sich aus insgesamt drei unterschiedlichen Stadtraumschiffen der Antiker zusammensetzt, zu uns zu eilen. Wir haben bislang eine sehr weite Reise unternommen, in der wir natürlich auch eine sehr lange Zeit, die nicht leicht miteinander war, miteinander gebracht. Da wir beziehungsweise die Destiny in den nächsten Tagen unbedingt ihren Kurs fortsetzen wird, stellt sich die Frage, wer von uns hier an Bord diese Reise, diese Mission, fortzusetzen bereit ist. Bevor ich noch mehr zu diesem wichtigen Thema sagen werde, werden zunächst jedoch Camile Wray und danach Doktor Nicholas Rush ihre Worte an sie alle richten. Camile!“

Colonel Young trat daraufhin einige Schritte zurück, und Miss Wray letztendlich dafür welche nach vorne. Camile lächelte kurz in die versammelte Runde. Sie hatte einige kleinere Tränen in den Augen, denn es war für sie alle ein sehr bewegener Moment gekommen.

„Colonel Young hat Recht. Fällt schwer mir dies zu sagen, aber es trifft zu“, begann Wray, worauf so manche amüsiert schmunzeln und leicht lachen mussten. Nach dieser kleinen rednerischen Kunstpause setzte Camile dann ihre Ansprache an die Besatzung der Destiny fort, in der sie allen eröffnete, entweder mit der kleinen Flotte der Trinitatis zurück, heim zur Erde zu fliegen, oder dazu einlud an Bord der Destiny zu bleiben, um die Mission mit ungewissen Ausgang zu beenden. Am Ende gab sie zu, dass ihr selber die endgültige Entscheidung dazu nicht leicht fiel. Danach bat Camile Wray Nicholas Rush zu allen anderen zu sprechen.

Mit einem kurzen höflichen Nicken, trat der Wissenschaftler nach vorne, wartete noch einen kurzen Moment, bevor er zu sprechen begann. Schließlich sagte er: „Wenn ich mich  richtig erinnere, standen wir schon einmal der zweimal vor der Wahl die Mission mit der Destiny weiter mitzumachen oder sie zu verlassen…“
Ein zustimmendes Gemurmel war in der anwesenden Menge zu hören. Nachdem wieder Ruhe eingekehrt war, fuhr Doktor Rush fort, indem er allen verkündete, dass er auf der Destiny bleiben wird, und auch natürlich alle anderen Besatzungsmitglieder dazu einlud die Destiny und ihn auf der letzten Etappe zu begleiten.

Danach übernahm wieder Colonel Everett Young, der allerdings auf seinem Platz stehen blieb, und sagte zu allen: „Gehen Sie, wenn Sie wollen, jetzt in ihre Quartiere. Sie können natürlich auch woanders darüber nachdenken. Sie haben einen ganzen Tag dafür Zeit. Wer von Ihnen sich dazu entschieden haben sollte die Destiny zu verlassen, trifft sich hier auf dem Observationsdeck, morgen in genau 26 Stunden ein, um an Bord der Hector oder Paris gebeamt zu werden. Von dort aus geht es dann auf die Trinitatis, die dann nach ein paar Tagen die Heimreise zu Erde, mit einigen Unterbrechungen, wo auch wir bereits schon waren, antreten wird. Das war‘s. Danke.“

Alle tauschten Blicke miteinander aus, denn es war nun die absolut letzte Möglichkeit wieder nach Hause zu kommen, denn was sie alle am Ziel ihrer Reise mit der Destiny erwartete, war vollkommen ungewiss. Einige hatten aus verschiedenen Gründen nicht vor Ort sein können, hatten dafür aber, durch eine Funkübertragung die Ansprachen der drei Anführer an Bord der Destiny, mitverfolgen können. 

„Also, ich will zurück auf die Erde!“, brummte Jack Dalton, dem nicht besonders wohl bei dem Gedanken die Reise der Destiny bis zum Ende mitzumachen. Denn er hatte zum einen Angst um sich selber, seine Gesundheit und davor seinen Traum davon, nie reich und berühmt zu werden, verwirklichen zu können.
Kurz darauf blickte er seine beiden langjährigen Freunde, Peter Thornton und Angus MacGyver an, doch diese zwei ließen nicht erkennen, wofür sie sich entscheiden würden.

„Also, bis später, Leute“, seufzte Dalton, „ich bin dann mal meine Sachen packen…“
Wortlos schauten Thornton und Mac dem Mann hinterher, der sich auf dem Weg zu seinem Quartier befand.

„Und“, begann Thornton, „was machen wir?“
„Tja, wie ich Sam kenne, wird er wohl bald Vater werden…“
„Aha, ich verstehe. Hm. Ich gehe auch mal kurz in mein Quartier. Sehen wir uns in einer Stunde in der Kantine, MacGyver?“
„Ja, Pete.“



Milchstraße
Sol-System
Erde
Nordamerika, USA, New York City, Hauptquartier der UN

Während Milliarden von Lichtjahre entfernt auf der Destiny und der Trinitatis Erfahrungen ausgetauscht sowie über weitere Möglichkeiten nachgedacht wurden, wurde wie in der Andromeda-Galaxie auch auf der Erde zwischen zwei Großmächten verhandelt.

Endlich hatten sich die Vertreter der Mitglieder von den Vereinten Nationen, des IOA, einige ranghohe Militärs, General Jack O‘Neill mit einigen Mitgliedern aus seinem Stab vom Homeworld Command und Adriana zusammen mit König Artus sowie Larissa mit einer Delegation, darunter auch ein Prior im großen Sitzungssaal eingefunden.

Nachdem endlich auch der letzte Teilnehmer seinen Platz eingenommen hatte, eröffnete die amtierende UN-Generalsekretärin Zofia Mazur, die aus der Ukraine stammte und mit einem Wissenschaftler aus Polen verheiratet war, diese enorm wichtige Sitzung für die Menschen auf der Erde, oder sollte man nicht doch vielleicht besser sagen, für alle Menschen im gesamten Universum.

Die Forderungen der Erde waren klar, nämlich dass die Truppen der Orici sämtliche Gebiete auf dem Planeten unverzüglich zu verlassen und alle entstandenen Schäden zu ersetzen hätten. Diesem Vorstoß widersprach sofort der Prior, der Adriana begleitete, weil es der Wille der einzigwahren Göttin sei, nämlich alle Gläubige, die dem Pfad zur Erleuchtung folgten, ohne Einschränkung Schutz zu gewähren. Zudem empfahl der Prior hingegen allen Menschen, die nach wie vor ungläubig seien und dem Pfad des Bösen folgten, die Gebiete der Gläubigen zu verlassen.
An dieser Stelle schritt Zofia Mazur mit sanfter, aber bestimmter Stimme ein: „Ich muss Sie und auch Adriana daran erinnern, das in vielen Nationen auf der Erde Religionsfreiheit gilt und natürlich es auch andere Nationen gibt, in denen es Staatsreligionen gibt sowie auch nur in sehr wenigen davon es gewissen anerkannten und zuvor bestimmten anderen Glaubensrichtungen erlaubt wird, praktiziert zu werden. Die Lehre an beziehungsweise von der Orici Adria zählt nun einmal, besonders in sehr vielen Ländern der Afrikas und Asiens, nicht dazu…“
„Dann sorgen Sie dafür, Frau UN-Generalsekretärin!“, forderte der Prior ungerührt, der sie sofort belehrend unterbrach.
„Es gibt gewisse Dinge, auf die auch die Vereinten Nationen keinen Einfluss haben. Wir respektieren andere Kulturen und Philosophien. Wenn allerdings Grenzen überschritten werden, wird dies angesprochen, um nach einer friedlichen Lösung zu suchen. Doch was Sie da fordern, ist vollkommen unmöglich, denn es würde dann verlangt werden, dass die Menschen ihre jahrtausende lange Kultur aufgeben müssten…“
„…um den Frieden zu bewahren“, hackte sich Adriana nun ein, worauf eine Pause entstand.

Lange Zeit hatte General Jack O‘Neill nur auf seinem Platz gesessen, allen Rednern still zugehört, doch nun reichte es ihm. „Den Frieden bewahren, ja? Haben Sie vielleicht eine Ahnung, Adriana, wie oft mein Team und ich diese Welt gerettet haben, retten mussten? Teal‘c hat es mal gezählt, muss mehr als ein Dutzend Mal gewesen sein, oder so… Wir haben dies aber stets für alle Bewohner auf diesen Planeten getan! Egal, welcher Religion oder Hautfarbe oder Land diese Menschen auch angehören! Ich habe einen anderen Vorschlag: Wie wäre es, wenn die Menschen, die an Ihre Frau Mutter, der Orici Adria, als ihre einzigwahre Göttin unbedingt glauben wollen in ein Land ziehen, wo niemand etwas dagegen hat?“
„Der Wille der Göttin Adria kann nicht auf nur kleine Orte begrenzt werden! Alle Menschen müssen erreicht, bekehrt und erleuchtet werden!“, antwortete daraufhin der Prior.
„Blah, blah, blah!“, wiegelte Jack postwendend ab. „Hat ja schon mal nicht so funktioniert, so wie Adria wollte nicht wahr?“
„General O‘Neill!“, tadelte Zofia Mazur umgehend Jack, um jenen sofort zur Ordnung zu rufen, die dem Protokoll dieses hohen Hauses entsprach.
„Ist ja schon gut, Frau Generalsekretärin.“

„Es gibt keine Alternative! Sonst werdet ihr alle verdammt! Und zwar verdammt in alle Ewigkeit, ohne jegliche Hoffnung auf Erlösung!“, warnte der Prior erneut alle Menschen, die sich hier im Sitzungssaal der UN versammelt hatten.

Währenddessen versuchte sich Adriana, die zuvor schon ein langes vertrautes Gespräch unter vier Augen insbesondere mit König Artus gehabt hatte, nun auch bei Vala Mal Doran und Tomin zu erkundigen, was General Jack O‘Neill denn gerade eben gemeint habe.

Odyssee
Folge 7.12 - “Pandorae arca”

Andromeda-Galaxie
Omega-System
Orbit der Kolonialen Erde
Battlestar Pegasus, Offiziersmesse

Zwischen den beiden seit einiger Zeit schon bestehenden Kolonialen Nationen, die natürlich auch mittlerweile zwei vollkommen unterschiedliche Ideologien vertraten, wurde überraschenderweise für so manchen bereits seit einigen Stunden in sehr entspannter Atmosphäre, über das Ende aller noch bestehenden Feindseligkeiten und somit um einen Friedensvertrag sowie die weiteren zukünftigen Beziehungen in verschiedenen anderen Bereichen untereinander verhandelt.

Die Delegation von Aurora stimmte schließlich nach einer kurzen Beratung in einem Nebenraum dafür, viele der gestellten Bedingungen so schnell es ihnen möglich sei, auch wenn es schmerzhaft war, zu erfüllen.

Doch waren sie alle in der nächsten Verhandlungsrunde aber sofort erschrocken darüber, dass sie unverzüglich sämtliche der noch verbliebenen Atomsprengköpfe, die sich auf den wenigen verbliebenen Kampfsternen in ihrer Flotte befanden, in einer festgelegten Frist abzugeben hätten.

„Sehen Sie es als eine Form der Reparationszahlung für die furchtbaren Schäden, die durch diese Auseinandersetzung zwischen unseren Flotten entstanden sind!“, erklärte Admiral Adama, der auf diesen Schritt bestanden hatte, weil er wusste, dass es in der anderen Nation immer noch sehr viele Radikale befanden, denen er mit diesen Schritt keinen Zugang zu Massenvernichtungswaffen gestatten wollte.
„Aber dann sind wir beinahe gegen jegliche Bedrohung wehrlos!“, fand hingegen Major Sullivan.
„Wir brauchen selber sehr viel Hilfe beim Aufbau, doch ich vermute und hoffe darauf, dass die Menschen und Völker aus der Milchstraße bereit dazu sind, auch Ihnen zu helfen, sobald sie selber ihre ernsten Probleme überwunden haben“, sagte daraufhin in einem beruhigenden Ton Präsidentin Baltimore.
Sofort gestand Stacey Cox, eine Abgeordnete der neuen Nation Aurora: „Die brauchen wir in der Tat durchaus. Danke. Daher würden wir uns freuen, wenn sie uns Kontakt zu Miss Shen oder auch General Carter gewähren würden.“

Ilion, Kontrollraum

Immer noch überflog man in einem langsamen Gleitflug, auf der Suche nach einem guten Standort für die Hauptstadt den Planeten, den die Kolonialen den Namen Erde gegeben hatten. Er war absolut passend, weil diese Welt in der Tat ziemlich starke Ähnlichkeiten mit der eigenen heimischen Erde in der Milchstraße aufwies. Denn es gab hier auf diesen Planeten mindestens fünf große Kontinente sowie einige größere Inseln, und es waren deutlich einige große Ozeane zu sehen, die eben diese, wie auch gewaltige Gebirge, jene Landmassen klar eingrenzten, auch befanden sich an den Polen große Eiskappen. Es war natürlich für die Menschen aus der Milchstraße ein überwältigender Anblick, weil es ihnen beinahe so vorkam als wären sie wieder zuhause.

Doch man überflog die neue Heimat der 13 Kolonien von Kobol nicht nur so zum Spaß, denn man suchte nach wie vor zudem nach einen geeigneten Landeplatz für Ilion, weshalb man immer wieder Messdaten auswertete, um dem ersehnten Ziel endlich den entscheidenden Schritt näher zu kommen.
Doch dieser Landeplatz musste nach der Vorstellung der Kolonialen aber natürlich zugleich ein Ort sein, der für eine neue gemeinsame Hauptstadt, mit Ilion zugleich als Stadtzentrum geeignet war, also zum Beispiel ein großer See, eine günstig gelegene Bucht vielleicht sogar en einem Ozean, doch immerhin ausreichend groß und tief genug, um dem alten Stadtraumschiff der Antiker genügend Platz zu bieten.



Milchstraße
Sol-System
Erde
Nordamerika, USA, New York City, Hauptquartier der UN

Zur selben Zeit hatte Adriana von Vala und Tomin erfahren, was sich einst im, am und vor allem nach dem Ende des 1. Erde-Ori-Krieges alles ereignet hatte. Aber auch wie es dazu eigentlich gekommen war. Daher war die Tochter von Adria schon sehr frühzeitig an einer friedlichen und vor allem schnellen Lösung der aktuellen Lage interessiert. Im Gegensatz zu dem Prior, der merkbar eindeutig klar dafür war, dass sich die anderen Menschen auf der Erde als Sklaven besser unterordnen sollten, und die Generalsekretärin der UN dies möglich machen sollte.

Schließlich aber fand Adriana, dass sie umgehend ein klares Machtwort sprechen musste, um den Prior daran zu erinnern, wer sie selber eigentlich war, nämlich die Tochter der Orici Adria.

„Das ist Verrat, Gebieterin! Ihr könnt dieses vertrauenslose Vorgehen nicht wirklich vor Eurer göttlichen Mutter erklären! Dafür werdet Ihr hart bestraft werden!“
„Prior! Ich will, dass sich alle unsere Gläubigen in die Länder begeben, in denen diese Religions- und Bekenntnisfreiheit existiert, von der die Generalsekretärin gesprochen hat! Ich will diesen abscheulichen und den Krieg, der soviel Verluste an Leben bedeutet, ein für alle Mal ein Ende bereiten! Diesen Wahnsinn beenden!“
„Das werdet Ihr nicht tun!“, erwiderte der Prior aufbrausend.

Es dauerte daraufhin nicht lange, da erschien aus dem Nichts Adria, deren Macht ihre arme eigene Tochter packte und gegen die nächste Wand schleuderte. Hätte Adriana nicht das Schutzamulett, wäre sie jetzt vermutlich tot gewesen. Aber trotz des Medaillons schmerzte ihr gesamter Körper fürchterlich. Mühsam rappelte sich die Tochter Adrias langsam wieder auf, während ihre Mutter, wie eine lodernde Flamme auf sie zuschritt.

„Der Prior hat Recht, mein Kind! Meine liebe, liebe und einzige Tochter! Das einzige Kind, welches mir nach der endgültigen Auslöschung von meinem Sohn Darius geblieben ist! Nämlich Recht hat der Prior damit, dass Du für diesen Verrat bestraft werden musst! Bestraft und geläutert durch das Feuer der Wahrheit! Durch mich, deine einzigwahre Göttin und Mutter!“
„Nicht Mutter, bitte!“
„Schweig! Und lege Dein Amulett freiwillig ab, sonst hole ich es mir - mit meinen eigenen Händen!“

Eine befehlende und drohende Aufforderung der selbsternannten Göttin Adria, der die Tochter der Orici aber nicht nach kam, denn sonst, dies wusste Adriana, wäre sie aller Wahrscheinlichkeit nach augenblicklich verloren. Auch wusste sie nun, dass sie nur ein Mittel zum Zweck Adrias gewesen war. Denn zu wirklicher Liebe schien die Aufgestiegene nicht fähig zu sein.

Niemand bemerkte von allen Anwesenden etwas, nämlich das Adriana in eine Tasche ihres Gewandes griff, wo sich ein seit ihrem letzten Treffen mit Artus ein ganz bestimmter und geheimnisvoller Gegenstand verbarg. Doch noch musste die junge Frau auf den richtigen Zeitpunkt warten, obwohl Adria schon bedrohlich nahe an sie herangekommen war. Aber noch immer nicht nahe genug.

Nur noch einige Meter. Und das Herz von Adriana pochte erneut ein wenig schneller. Doch die mutige junge Frau hatte sich glücklicherweise gut im Griff. Als Zeichen der Demut, ging sie sogar vor der immer näher kommenden Adria langsam in die Knie.

Schließlich war der entscheidende Moment gekommen.

Nämlich der Moment, in dem Adria ihre Hände nach ihrer vor sich knienden Tochter ausstreckte, um ihr das vor allem gegen jegliches Unheil bewahrende Schutzamulett, mit einem Stück von der Heiligen Stadt Celestis, höchstpersönlich abzunehmen, damit sie ihrer zuvor bösen Ankündigung der Strafe endlich Taten folgen lassen konnte.

Jetzt war der korrekte Zeitpunkt gekommen, und somit riss Adriana blitzschnell den Gegenstand unter ihrem Gewand hervor und dessen Deckel ab.
Es war so eine ähnliche Vorrichtung, wie der Sangreal, der abermals von Myrddin im Verborgenen, auf der Burg Camelot von Artus, entwickelt und erschaffen worden war.

Doch anstatt Adria, wie vor vielen Jahren die anderen Ori vollends zu vernichten, entstand nur ein gewaltiger kraftvoller Wirbel, der die Orici komplett erfasst hatte, und dann in sich hineinzog. Während dies geschah, gelang es einer wütenden voller Zorn aufschreienden Adria jedoch noch ihrer Tochter das schützende Amulett, welches um deren Hals hing, abzureißen, die deswegen an ihrem Körper binnen kurzer Zeit fruchtbare Verbrennungen erlitt. Trotz ihrer entsetzlichen Qualen und Schmerzen, erfüllte Adriana dennoch ihre gefährliche Aufgabe vollends, in dem sie das Gefäß auch wieder verschloss. Weil Adria das Medaillon Adrianas hatte wieder fallen lassen, lag es vor ihr auf dem Fußboden.

Der Prior, der diesen unfassbaren Vorgang hatte mitverfolgen müssen, wollte soeben seine Macht gegen alle Anwesenden im Konferenzsaal einsetzen als Myrrdin ebenso aus dem Nichts erschien, wie Adria etwa rund eine Viertelstunde zuvor. Es zeigte sich, dass der alte Antiker um so einiges mächtiger war als sein Gegenüber, denn eine einfache Handbewegung genügte und der Prior erstarrte augenblicklich zu Stein.
Danach kümmerte er sich sogleich fürsorglich um die sehr schwer verletzte Adriana. Die junge Frau konnte jedoch vollständig wieder von Myrddin geheilt werden. Aber der alte Antiker sackte schon kurz darauf, durch diese vollbrachte gute Tat geschwächt zu Boden. Sofort eilten daher mehrere Sanitäter und Ärzte hinüber zu den liegenden Antiker Myrddin, welcher nun seinerseits dringend Hilfe benötigte.



24 Stunden zuvor
Milchstraße
Sol-System
Mars
Stargate Command Base, Stargate-Raum

Für alle auf der Basis war es eine ganz besondere Überraschung, denn zwei Könige, nämlich Artus und Arkhan, welchen alle als Colonel Harry Maybourne kannten, waren soeben mit jeweils einer kleinen Delegation durch das Stargate eingetroffen.

Schnell wurde im Gespräch mit dem diensthabenden Kommandeur der Basis, der aus Kanada stammte, bekannt, dass Arkhan so einige Dinge wusste, wie zum Beispiel die besondere und aber vor allem romantische Beziehung zwischen Adriana und Artus. Weswegen man sich erhoffte, dass der König von Camelot seinen positiven Einfluss auf die Tochter der Orici zur Geltung bringen könnte, wenn er der jungen Frau ins Gewissen redete und dadurch mit der Wahrheit konfrontiere. Doch das dies nicht alles war, konnte niemand bis dato wissen, da nur ein kleiner Kreis darin eingeweiht werden sollte und durfte.

Mit eigenen Augen musste Artus dann in den nächsten Stunden miterleben, was für eine Katastrophe nun auch in diesem Sonnensystem stattfand oder gar drohte.
Schließlich hatte der König von Camelot genug und forderte daher unverzüglich eine Verbindung zu Adriana, um sie mit ihren Taten, die absolut gar nicht ihren Wesen und Charakter entsprachen, zu konfrontieren, damit sie endlich diese fürchterlichen Kampfhandlungen wieder umgehend beendete.

Nachdem die Kämpfe ungefähr für 10 Stunden gewütet hatten, hatte es Artus erfolgreich geschafft, seine vielleicht doch noch zukünftige Gemahlin, dass eine sofortige Waffenruhe und sofortige Friedensverhandlungen vereinbart wurden.


Erde
Nordamerika, USA, New York City, Hauptquartier der UN

Aufs Tiefste verlegen, hatte Adriana das Quartier von Artus betreten. Abermals betonte der Herrscher von Camelot, dass sich die junge Frau in die Irre hatte führen lassen.

„Besinne dich abermals, Adriana! Du hast Vater und Mutter, die dich geschaffen haben, aber auch eine Familie, die dich mit großer Liebe und Fürsorge aufgezogen hatten…“
„Du hast ja Recht, Liebster“, unterbrach die Tochter der Orici und von Daniel Jackson, „ich habe meiner Familie auf Heraclia nicht besonders gut vertreten… Moment mal, was ist das für ein Gerät?“
„Einen Moment!“, bat Artus, der es aktivierte. „Jetzt kann ich dich einweihen!“

„Was war das? Was ist gerade passiert?“, fragte die junge Frau erschrocken, denn auf einem Male sah sie sich vollkommen unerwartet Auge in Auge mit Myrddin.
„Ihr… ihr, ihr seid doch tot!“, keuchte Adriana erschrocken zurückweichend.
„Zum Glück nicht!“, erwiderte der alte Antiker, der sogleich zum Thema kam.

Einige Minuten später schon, war die junge Frau abermals heftig in ihrer Gefühlswelt hin und her gerissen.

„Ich kann doch nicht meine eigene Mutter töten!“, schluchzte Adriana verzweifelt, und schaute fassungslos die beiden Männer vor sich an.
Sofort versuchte Myrddin sie zu beruhigen: „Ihr tötet ja eure Mutter nicht! Adriana, sie wird nur daran gehindert noch mehr Schaden und Leid im Universum anzurichten, weswegen sie nur mit diesen Gegenstand,…“
„Und! Was ist, wenn jemand…?“

„Ich vermute mal, jetzt ist wohl in der Tat der Moment gekommen, Euch beiden genau zu erläutern, wie das hier zu verwenden ist, und auch was es eigentlich bewirkt“, erkannte Myrddin schließlich, weil er wusste, dass nur Adriana selbst dazu in der Lage war, diese Aufgabe letztendlich erfolgreich zu erfüllen. Also begann er geduldig zu erklären: „…dieser Gegenstand hier wird Adriana in sich hineinsaugen. Da sie ja nicht mehr ein menschliches Wesen aus Fleisch und Blut ist, wird sie keinerlei Schmerzen verspüren. Doch sie würde sehr zornig sein, wenn man sie hier wieder herauslassen würde. Deswegen habe ich noch etwas entwickelt, was bewirken wird, dass die Orici Adria wieder ein sterbliches und menschliches Wesen aus Fleisch und Blut, aber jedoch ohne jegliche Erinnerung werden kann. Sie wird irgendwohin verbannt, wo sie niemand kennt. Es ist das genaue Gegenteil, was ich eigentlich vorgehabt hatte, ihr beiden. Denn ursprünglich wollte ich die letzte Vertreterin der Ori für immer auslöschen - doch habe ich mich umentschieden, wofür Du verantwortlich bist, Adriana. Ich habe nämlich erkannt, dass Du sie als Mutter, trotz ihrer Fehler von Herzen liebst. Auch musst Du es sein, die…“
„Was?“, zuckte die Tochter der Orici erschrocken zusammen.
„Tut mir leid, meine Liebe. Doch bist Du die Einzige, die es schaffen kann. Dieses Amulett, welches Ihr um euren Hals tragt, wird Euch genügend Schutz bieten - vor den Kräften, die Adria besitzt…“
„Aber, aber…“, stotterte Adriana perplex, die kaum verstand, welche bedeutende Aufgabe ihr zukommen sollte.
„Es ist leider so! Ich werde in Eurer Nähe sein! Doch muss ich mich gut vor der Orici verbergen, und werde nur eingreifen, wenn es nicht anders geht - auch, wenn ich meine Existenz opfern sollte, um jeden in diesem Saal zu retten!“

Danach herrschte einige Minuten lang eine schweigende Stille zwischen den Dreien. Und eines hatte auch Adriana registriert, nämlich dass Artus fast die ganze Zeit über, außer zu Beginn, geschwiegen hatte.

Schließlich brach die junge Frau fragend das Schweigen: „Was muss ich tun?“
„Du musst diesen Gegenstand gut in Deinen Gewändern verbergen! Durch das Amulett ist es Adria nicht möglich, die Gedanken von Euch zu lesen, auch wenn Ihr an diesen Gegenstand und die damit verbundene Aufgabe denken solltet! Ihr müsst leider solange warten bis die Orici direkt vor euch steht, dann öffnet den Verschluss, damit die Kraft, die sich im Gegenstand befindet, wirken kann! Sobald sich Eure Mutter hier drin befindet, müsst Ihr die Öffnung wieder verschließen!“
„Gut. Habe ich verstanden, Meister Myrddin. Aber vernichtet meine Mutter nicht, sondern tut es so, wie Ihr es mir gesagt und versprochen habt!“


Gegenwart
Milchstraße
Sol-System
Erde
Nordamerika, USA, New York City, Hauptquartier der UN

Mit spitzen Fingern hob indessen General Jack O‘Neill den Gegenstand auf, fragte: „Und was tun wir jetzt damit? Mit dieser Büchse der Pandora! Obwohl hier nicht die Hoffnung drin ist, sondern das größte Übel des Universums schlechthin! Also wenn man mich jetzt jemand von Ihnen hier fragen würde, würde ich das Ding hier in meinen Händen einfach in einem Schwarzen Loch versenken, oder so! Also, hat jemand der hier Anwesenden sonst noch eine passende Idee parat?“
„Dies wird Ihnen, Meister Myrrdin sagen, sobald er sich wieder erholt hat, General O‘Neill“, antwortete König Artus, der eine immer noch sichtlich mitgenommene Adriana in seinen Armen barg.
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RE: [SG/Multi-Crossover] Odyssee - von Jonathan J. O´Neill - 29.01.2026, 22:05

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