31.01.2026, 21:35
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.01.2026, 21:39 von Jonathan J. O´Neill.)
Odyssee
Folge 7.16 “In Externis et Exsilium, Teil 1”
Milchstraße
PX1-767
Camelot, König Artus‘ Burg < > Stargateplatz
Endlich war es soweit. Denn der große bedeutende Tag war gekommen, an dem Adria endgültig für immer ihre Macht und auch ihren Status für immer und ewig verlieren sollte. Wodurch sie natürlich nicht zu vergessen wieder zu einem normalen sterblichen Wesen werden sollte, welches dann allerdings die übrigen Tage seines natürlichen Lebens auf einer für alle unbekannten Welt im Exil verbringen würde.
Zudem hatte es Adriana in den letzten Tagen erfreulicherweise doch noch geschafft, zumindest mit der Unterstützung von einen der unzähligen Priore sowie sehr viele der erwählten Apostel ihrer Mutter in mehreren Galaxien davon zu überzeugen, mit Hilfe der neuen Lade der Wahrheit damit zu beginnen, die Gläubigen von den gefährlichen Irrtümern in der Lehre zum Ursprung oder dem Pfad des Lichtes zu unterrichten. Dies war nämlich eine enorm wichtige Vorraussetzung dafür, den jetzt bevorstehenden und sehr entscheidenden Schritt, im Umgang mit der immer noch gefangenen Adria erfolgreich in die Tat umzusetzen.
In einer großen Menschenmenge, die sich bereits schon am Ort des Geschehens versammelt hatte, zog auf der mittlerweile befestigten und ausgebauten Straße in einer Art großer Prozession mit den Angehörigen des Hofes angeführt von König Artus zum Sternentor, wo Myrddin bereits höchstpersönlich die letzten wichtigen Vorbereitungen beendet hatte.
„Der bedeutende Moment ist denn nun heute gekommen!“, erklärte der alte Antiker mit ruhiger, aber dennoch mit großer Entschlossenheit in seiner Stimme allen Anwesenden, die sich mit großer Neugier um das Stargate versammelt hatten. Alle hielten aber auch einen sehr respektvollen Abstand ein, weil sie sich immer noch vor der möglichen Rache der Orici fürchteten.
Zu Recht? Außerdem forderten die Ritter die neugierige Zuschauermenge dazu auf, aus Gründen der eigenen Sicherheit noch einige Meter zurückzuweichen.
Die Anspannung und auch eine gewisse Angst machten sich bei so einigen Menschen breit. Was würde geschehen?
Dies würde man dann schon sehr bald, in den nur wenigen nächsten Minuten wohl sehr schnell merken.
Alle notwendigen Gerätschaften waren aufgebaut und auch einsatzbereit. Myrddin hatte einmal mehr ganze Arbeit geleistet. Ein kräftiges Energiefeld bildete sich nun in einem Durchmesser von etwa 30 Metern rund um das Stargate, welches Adria, falls die Orici es doch irgendwie schaffen könnte zu entfliehen, nur einzig und allein den Rückzug durch das Stargate erlauben würde. Somit müsste sie sich den Antikern zeigen, wobei zu hoffen war, dass sie eventuell endlich mal als Kollektiv gegen eine Bedrohung einschreiten würden.
Alles musste im selben Augenblick geschehen, denn sonst würde die Orici Adria nach wie vor eine Gefahr für jede freie menschliche Seele im Universum bleiben.
Langsam aber kontinuierlich fuhren alle bereitstehenden Apparate, die jüngst von Merlin geschaffen worden war, hoch. Die Büchse, die die Größe und Form einer Thermoskanne hatte, in der sich Adria befand, öffnete sich parallel dazu. Kaum, während dies geschah, strömte die Essenz von der Orici auch schon nach draußen, nur um wenige hundertstel Sekunden später, in eine weitere Vorrichtung gezogen zu werden. Nur sehr wenige der Anwesenden, konnten das wutentbrannte und feurige Gesicht von Adria für nur einen kurzen Atemzug lang erkennen. Dann war sie auch schon in der nächsten Vorrichtung, die direkt vor dem Stargate aufgebaut worden war, verschwunden.
Niemand, außer Myrddin kannte die genaue Funktionsweise dieses mysteriösen Gerätes, und was alles dazu nötig war, damit es reibungslos seine Arbeit tun konnte.
Das Sternentor war natürlich die ganze Zeit über schon aktiviert gewesen, wobei das DHD abgeschirmt worden war. Die Vorrichtung vor dem Tor, katapultierte etwas mit einer enormen hohen Geschwindigkeit in den blauen wabernden Ereignishorizont hinein.
Als sich dann das Stargate abgeschaltet hatte, konnten alle nur hoffen, dass Adria wieder eine normale menschliche und vor allem aber sterbliche Person ohne jegliche Erinnerung war. Wo sie letztendlich so eben hingeschickt worden war, sollte aus Sicht von Myrddin für immer ein absolutes Rätsel bleiben, zumindest für die nächsten 100 Jahre.
Sofort, nachdem alle gegangen waren und die Ritter von Artus die Umgebung gesichert hatten, begann der alte Antiker auch sogleich mit der Montage und sowie auch der umgehenden Zerstörung aller Gerätschaften, die er in der jüngsten Zeit entwickelt und erschaffen hatte. Dazu stellte er alles einfach vor dem Sternentor auf, wählte dann einfach einige Male eine x-beliebige Toradresse und der Energiewirbel vernichtete seine neuesten Erfindungen komplett.
Rand der Pegasus-Galaxie
U.S.S. Daedalus, Brücke
Immer noch hatte man mit den Puddle-Jumper-Geschwadern, die sich nach wie vor offenbar an Bord des Versorgungsschiffes der Wraith befanden, keine Funkverbindung aufbauen können, auch der Versuch des Beamens war zwecklos, denn die Wraith blockierten erfolgreich die dafür notwendigen Frequenzen.
„Wir folgen den Wraithraumschiff weiterhin! Denn ich kann all unsere Leute dort, nicht an Bord des feindlichen Schiffes lassen! Es ist schon verdammt schwer genug all die anderen Menschen dort zurücklassen zu müssen!“, erklärte General Steven Caldwell. In seinen Worten war zu entnehmen, dass er von dem Plan Abstand genommen hatte das feindliche Schiff zu zerstören, wodurch er zwar die Wraith dort, aber auch die Menschen, die sich nach wie vor dort in den Kokons und Zellen befanden, auszulöschen.
Doch wenn er dem Einsatzteam, das sich dort immer noch verborgen hielt, irgendwie helfen wollte, musste sich der Kommandant der Daedalus beeilen, denn irgendwann würde auch der Hyperantrieb des Wraithschiffes wieder funktionstüchtig sein. Und sobald dies der Fall war, würde es in den Hyperraum verschwinden.
Der Waffenoffizier der Aurora schlug schließlich via Übertragung vor, mit einigen genau gezielten Salven die Hangartore des Wraithschiffes zu sprengen, wodurch alle Puddle Jumper entkommen könnten. Doch dafür musste einige der Schlachtschiffe der Menschen erst einmal in eine günstige Position kommen, damit das feindliche Schiff nicht doch noch durch einen Treffer zerstört werden würde.
Wraith-Versorgungsschiff, Kommandobrücke
Auf ihren Bildschirmen konnten die Wraith ganz deutlich erkennen, dass die Flotte der Menschen ihnen immer noch folgte. Somit wussten sie, es befanden sich nach wie vor Menschen dieser gegnerischen Flotte an Bord ihres Raumschiffes.
„Commander. Die Flotte der Menschen nimmt eine neue Formation ein!“, meldete einer der Offiziere nervös, dem es nicht sonderlich behagte, weil die neuen Herren von Atlantis allen Anschein nach, im Krieg einfallsreicher waren als die Antiker.
Unerwartet wurden sie zudem auch noch gerufen. Es war General Steven Caldwell.
„Was willst Du von mir, Mensch?“, zischte der Wraith zornig.
„Ich will meine Leute, und zwar alle! Dafür gewähre ich Ihnen freien Abzug! Natürlich nur schweren Herzens, weil mir all die Menschen, die sich noch in Ihrer Gewalt befinden, nämlich nicht egal sind!“
„Ah! Und, wenn nicht?“
„Ansonsten, werden wir natürlich das Feuer auf Euer Schiff eröffnen!“
Bevor jedoch der oberste der Wraithoffiziere etwas entgegnen konnte, registrierten die Systeme seines Raumschiffes, dass es wohl im Hangar einige Explosionen gegeben hatte.
„Offenbar, General Steven Caldwell“, begann der Wraith, wobei er den Namen des Kommandanten der Daedalus ganz besonders stark betonte, „sind Ihre Leute dabei sich selber zu behelfen, um mein Schiff wieder zu verlassen. Doch werde ich natürlich alle meine Waffensysteme, die in dieser Sektion zur Verfügung stehen, auf ihr Schlupfloch richten und diese Menschen für immer auslöschen!“
U.S.S. Daedalus, Brücke
Das Gesicht von Steven Caldwell schien sich abrupt zu versteinern. Kurz darauf ließ er die Verbindung zu den Wraithschiff trennen, denn er konnte das böse grinsende Gesicht des Commanders des feindlichen Schiffes nicht mehr länger ertragen.
Der General dachte einige Atemzüge lang sehr konzentriert nach. Viel Zeit hatte er nicht, dies war ihm und allen in der Flotte bewusst. Schließlich ordnete er an: „Gezielte Salven auf ihren Antrieb sowie auf ihre gesamten Waffensysteme! Mit etwas Glück verschaffen wir den Puddle Jumpern damit den notwendigen Feuerschutz und auch ausreichende Deckung!“
So wie es beide Befehlshaber es sich einander androht hatten, so wurde es dann auch in die Tat umgesetzt. Denn die Waffensysteme des Wraithversorgungsschiffes feuerten sofort auf die gesprengte Lücke, die durch den Drohnenbeschuss von den Puddle Jumpern entstanden war. Doch beinahe zeitgleich schossen dann die Schlachtschiffe der Menschen auf den Antrieb sowie auch die Waffensysteme des Feindes, die man erst ausmachen musste. Dies war gar nicht so leicht, denn man wollte die eigenen Leute und ihre Flucht nicht gefährden. Die Wraith wagten es aber nicht ihre verbliebenen eigenen Jäger zu starten.
Die Menschen hatten einen Vorteil, weil sie sehen konnten, was sie taten. Die Wraith hingegen, mussten sich auf die eigenen Sensoren verlassen, da sie kaum und auf ihrer Kommandobrücke überhaupt keine Fenster hatten.
Wraith-Versorgungsschiff, Hangardeck
Immer noch befanden sich alle 24 Puddle Jumper im feindlichen Raumschiff. Doch schließlich setzten sie sich alle in Bewegung. Man hatte vor die Tarnung zu deaktivieren und sämtliche Energie auf die Schutzschilde umzuleiten. Viele Treffer würde man nicht verkraften, aber hier bleiben wollte man ebenfalls nicht, dies wussten alle.
Kaum war die Tarnung abgeschaltet waren die Puddle Jumper, sowohl für die Wraith aber auch für die Flotte der Menschen sichtbar.
Doch kaum hatte der letzte Puddle Jumper sich ungefähr 100 Meter vom Hangar des feindlichen Raumschiffes entfernt, sprang dieses sich rettend in den Hyperraum, um der eigenen Flotte von der letzten Wraith-Königin zu folgen. Fast zeitgleich im selben Moment trafen schließlich die drei Schiffe, die Battlestar Miranda, die R.F.S. Korolev II und auch die E.U.S. Justicia, die Richard Woolsey und John Sheppard gemeinsam von Atlantis aus zur Unterstützung entsandt hatten, ein.
E.U.S. Aurora, Brücke
Derweil gab es die ersten Probleme, weswegen sich Oberst Juliane Girotti durch eine Videoübertragung zu Wort meldete, denn offenbar gab es zwischen einigen der befreiten Menschen an Bord ihres Schiffes akute Probleme.
„…es ist wahr, General Caldwell. Wir haben mehrere Wraithanbeter an Bord unserer Flotte, die massiv von den anderen Menschen bedrängt werden.“
„Isolieren Sie umgehend all diese Personen, Oberst Girotti!“, ordnete der Kommandant der Daedalus an. Diese Anordnung zur Sicherheit galt natürlich an Bord aller Schiffe der Flotte, die unter seinem Kommando standen, auch den drei Schiffen, die von Atlantis zur Unterstützung entsandt worden waren.
U.N.S. Gondwana
Er sah es als seine Pflicht an sich von den Schäden selber ein persönliches Bild zu machen, darum befand sich Admiral Sterling auf einen Rundgang an Bord seines Schiffes. Zudem hatte er sämtliche Wraithanbeter aufspüren und sogleich wegsperren lassen. Doch was mit diesen Leuten letztendlich geschehen sollte, darüber musste irgendwann in Ruhe entschieden werden.
U.S.S. Daedalus, Offiziersmesse
Mit großer Erleichterung stellte General Steven Caldwell nach einen ersten Gespräch mit Captain Joshua Norris, der einen etwas ausführlicheren Bericht mitteilte, dass man über 2.000 Menschen hatte retten, alle Puddle Jumper wieder von Bord des Schiffes der Wraith hatten entkommen können, und dass es keine weiteren schmerzhaften Verluste in den eigenen Reihen gegeben hatte. Doch schon im Anschluss stand eine Besprechung mit allen Kommandanten der Flotte an, denn man wollte erfahren, wie man am Besten mit den Wraithanbetern unter den Passagieren verfahren solle. Aber auch der Zustand aller Raumschiffe würde auf der Tagesordnung stehen, weswegen man schon damit begonnen hatte viele der Passagiere auf die erst vor kurzem eingetroffenen Schiffe umzuverteilen, weil es an Bord dieser sicher war.
Atlantis-System
Atlantis, Zelenka‘ Labor
Endlich war er fertig. Es hatte einige Stunden mühsamer Arbeit gekostet, doch jetzt konnte Doktor Radek Zelenka dem Stab von Atlantis das sehnlichst erwartete Resultat präsentieren, auf welches unter anderem natürlich auch General Steven Caldwell wartete, der die Informationen nach Atlantis hatte übermitteln lassen.
Vor den Augen aller Anwesenden ließ der Tscheche die Simulation durchlaufen. Das vorliegende Ergebnis war beunruhigend.
„Es tut mir wirklich leid, aber die letzte Wraith-Königin ist uns mit einem der Basisschiffe, allen drei Versorgungsschiffen und ein paar wenigen Kreuzern letztendlich entkommen!“
„Irren Sie sich auch nicht, Doktor Zelenka?“, fragte General Caldwell nach, der natürlich zugeschaltet worden war.
„Ich habe es mehrfach probehalber durchlaufen lassen… doch sind es leider zu wenig Trümmer- und Wrackteile, um die komplette Flotte damit rekonstruieren zu können!“, antwortete der Wissenschaftler, der deswegen sehr beunruhigt klang.
Doch der Kommandant der Daedalus erklärte: „Ist schon gut, Doktor Zelenka.“
Eine Pause war entstanden, die von Ronon Dex unterbrochen wurde, denn er sagte: „Dann werden wir sie weiterjagen!“
„Ja“, seufzte Richard Woolsey. „Gibt es irgendwelche Anhaltspunkte, wohin die Wraith geflogen sein könnten?“
„Sie sind zumindest nicht mehr in der Pegasus-Galaxie“, sagte sofort Major Laura Cadman, was auch Amelia Banks, die sich im Kontrollraum von Atlantis befand und dort Dienst hatte, sofort bestätigte.
„Vielleicht kriegen wir das ja raus“, schaltete sich General John Sheppard nun ein, „General Caldwell, ihre Truppen waren doch drüben auf dem einen Versorgungsschiff, oder?“
„Richtig, worauf wollen Sie hinaus?“
„Die haben doch bestimmt die Computer dieses Wraithschiffes angezapft als die drüben waren.“
„Ja. Wird aber dauern bis wir finden was wir suchen. Aber Hauptsache wir finden diese Mistkerle!“, nickte Steven Caldwell, der verstanden hatte, was John Sheppard gemeint hatte.
Danach ging die Videokonferenz weiter, wobei auch der Umgang mit den Menschen, die die Wraith anbeteten, angesprochen wurde.
„Setzt die doch irgendwo aus!“, schlug Ronon Dex, der Sateder ohne nachzudenken vor.
Auch Teyla Emmagan war dafür, denn sie sagte: „Diese Menschen wären auf keiner Welt sicher, denn man würde sie verfolgen und hinrichten, sobald man ihrer habhaft werden würde! Also hat Ronon leider Recht, man sollte sie alle auf einem Planeten zurücklassen, wo es kein Stargate gibt!“
Odyssee
Folge 7.17 “In Externis et Exsilium, Teil 2”
Ori-Galaxie
Celestis
Endlich hatte es Ba‘al, natürlich auch insbesondere Dank seiner neuen Verkleidung geschafft, den Heiligen Ort der Orici zu verlassen. Dass er als Fremder und dann auch noch als Goa‘uld so zügig wie nur irgendwie möglich an einem sicheren Ort untertauchen musste, dies wusste er, denn ein einziger auch nur ganz kleiner Fehler und wäre wirklich für immer aus dem Verkehr gezogen, also tot. Ba‘al hatte den Plan gefasst, sich einen abgelegenen und dünn besiedeltes Gebiet zu suchen, wo er eine Weile verbringen wollte.
Mittlerweile überquerte der Goa‘uld auch schon die gewaltige Ebene von Celestis, sein Ziel war es natürlich ein Dorf oder zumindest eine Siedlung zu finden, wo er sich Vorräte und Geld besorgen konnte, um dann später ein Geschäft und oder auch Beziehungen aufbauen konnte, die zur Grundlage einer neuen einflussreichen Stellung in dieser neuen Welt werden sollten. Ein extrem heikles Unterfangen, weshalb er wohl oder übel ganz unten anfangen sowie immer wieder auch seine Identität und sein Aussehen ändern musste. Denn das klare Ziel von Ba‘al war es natürlich letztendlich diese ihm totale fremde und unbekannte Galaxie so schnell wie möglich wieder zu verlassen, am Besten an Bord eines Raumschiffes durch das Supergate und dahin aufzubrechen wo er sich um einiges besser auskannte.
‚…bis ich irgendwann dann eventuell zur Erde oder gar auch in mein eigenes und altes Imperium zurückkehren kann, befinde ich mich hier, im Exil!‘, dachte der Goa‘uld finster dreinblickend, dem nicht besonders wohl bei der ganzen Sache war, doch er hatte keine vorerst keine andere Wahl.
Rand der Pegasus-Galaxie
Pegasus-Flotte
U.S.S. Daedalus, Brücke
Kurz nachdem die Videokonferenz mit Atlantis beendet worden war, meldete man General Steven Caldwell, dass man beinahe fertig damit sei alle Passagiere innerhalb der eigenen Flotte zu verteilen. Der Kommandant der Daedalus, des Flaggschiffes der Flotte der Menschen von der Erde in der Pegasus-Galaxie, nutzte die günstige Gelegenheit um allen anderen Kommandanten mitzuteilen, dass man die Wraithanbeter, die man bei sich hatte auf einer Welt ohne Stargate absetzen würde. Dieser Planet lag außerdem, was günstig war, in unmittelbarer Nähe. Alle anderen Befehlshaber zeigten sich erleichtert darüber, diese unbequemen Passagiere sehr schnell, schon nach wenigen Stunden wieder los zu sein.
Milchstraße
Sol-System
Erde
Auf dem gesamten Planeten bildeten sich immer schneller mehrere Gruppen von Orici-Anhängern, die nur allzu gerne dazu bereit waren mit Raumschiffen ins Universum aufzubrechen, mit dem erklärten Ziel den Verbannungsort ihrer Göttin zu finden, und ihr dann natürlich die Macht, die ihr von Myrddin genommen worden war, wiederzugeben. So kam es, dass viele der Schiffe der Orici sich mit zahlreichen Passagieren füllten, die sich schon sehr bald auf den Weg machen würden, um ihren Plan in die Tat umzusetzen.
Natürlich hatten die Anhänger und Gläubigen von Adria Adriana um Hilfe bei der Suche gebeten, weil es ja immerhin um ihre eigene Mutter ging. Denn zudem wusste die Tochter der Orici auch, dass es ihrer Mutter auf dieser Welt gut ging, genauso wie es der alte Antiker ihr zugesichert hatte, doch kannte sie die Koordinaten nicht mehr, weil man ihre Erinnerungen daran gelöscht hatte, um das Universum nicht in Gefahr zu bringen.
Somit waren die fanatischsten der Gefolgsleute der Orici Adria auf sich und auf die Hilfe der Priore angewiesen, die trotz der Hilfe von Myrddin und dem Einsatz einer zweiten Lade der Wahrheit, die kurz nach ihrer Nutzung zerstört wurde, an ihrer Seite standen.
Dadurch entstanden zwei unterschiedliche ideologische und theologische Strömungen innerhalb der Lehre an dem Pfad des Ursprungs, was möglicherweise zu zukünftigen Spannungen führen könnte. Doch ging man nicht im Streit auseinander, dafür sorgten gleich zu Beginn natürlich Adriana und ihre Großmutter Vala Mal Doran.
Pegasus-Galaxie
MK6-EP1010
Nach einer kurzen Überprüfung der Lebensbedingungen auf diesen Planeten war die Entscheidung gefallen. Nach und nach wurden alle Wraithanbeter in kleinen Gruppen mit Hilfe von Puddle Jumpern auf den Planeten geflogen oder gebeamt. Dieser Akt dauerte einige Stunden, weil man auch einige Vorräte an Lebensmitteln und Wasser, aber auch Kleidung, Ausrüstung sowie Werkzeug auf den Planeten brachte. Diese großzügige Unterstützung von der Seite von Atlantis, sollte den über 100 ausgesetzten Menschen den Aufbau einer Siedlung auf dem Planeten erleichtern.
Dennoch war es für die Zurückgelassenen ein Schock gewesen, dass man sie alle fernab ohne jegliche Möglichkeit sich woanders hingehen zu können.
Deswegen sprach, natürlich nur unter großen Sicherheitsvorkehrungen, General Steven Caldwell zu den Menschen, die die Wraith anbeteten und verehrten, unter anderem diese Worte: „…hier haben Sie alle größere Chancen zu überleben, denn würde man Sie irgendwo wiedererkennen, somit wäre Ihrer aller Leben in Gefahr! Darum wurde entschieden alle Wraithanbeter auf eine Welt ohne Stargate zu bringen!… Sie bekommen aus der Sicht der anderen Menschen, nämlich diejenigen die wir aus der Gewalt der Wraith befreien konnten, mehr als sie eigentlich verdienen - nämlich eine faire Chance auf ein Leben in Frieden und Sicherheit!“
Pegasus-Flotte
Orbit von MK6-EP1010
U.S.S. Daedalus, Brücke
Nachdem Steven in seinem Stuhl Platz genommen hatte, musste er zunächst einmal kurz durchatmen. Es vergingen einige Minuten, dann erst gab er den Befehl in den Hyperraum zu springen, um endlich nach Atlantis zurückzukehren. Doch der Kommandant der Daedalus wusste auch, dass man die Augen offenhalten musste, denn die Wraith könnten jederzeit in der Pegasus, aber auch in der Milchstraße wieder auftauchen, eine absolute Horrorvorstellung für alle Menschen.
Andromeda-Galaxie
Heraclia
Auf der gesamten Heimatwelt von Adriana herrschte, nachdem die Nachricht über die Niederlage der Orici Adria die Kunde gemacht hatte, erstaunlicherweise Ruhe. Es gab bislang keinerlei Konflikte, und diese würden vermutlich dann auch ausbleiben sobald Adriana ihren Heimatplaneten und ihrer dortigen Familie einen weiteren Besuch abgestattet hätte.
Omega-Sektor
Koloniale Erde
Ilion
In der alten Antikerstadt, die von der Miss Shen angeführten Expedition entdeckt worden war, lagen die Dinge hingegen komplett anders. Viele der Gläubigen fühlten sich in Stich gelassen und verraten, weil man es einfach so zugelassen hatte. So kam es, dass sich, wie auch in der Milchstraße und in der Ori-Galaxie Orici-Gläubige vorbereiteten, um auf die Suche nach Adria zu gehen.
Irgendwo im Universum
Namenloser Planet
Ohne zunächst zu wissen wie ihr geschah, war Adria vor Stunden schon durch den Ereignishorizont eines Stargates gekommen, welches sich aber kurz nach ihrer Ankunft in Luft auflöste. Nämlich ganz so als ob es diesen Gegenstand nie auf dieser Welt gegeben hatte.
Sie schien für den ersten Augenblick ohne Leben zu sein. Immer wieder kam sie zu sich, dann verlor sie wiederholt aufs Neue voller Erschöpfung das Bewusstsein. Doch dabei bemerkte sie nicht, dass sie von ihrer Tochter Adriana und dem Antiker Myrrdin einen kurzen Besuch erhalten hatte.
Zitternd erwachte Adria schließlich erneut, die schon sehr bald feststellen musste, dass sie nicht vermag sich zu erinnern, was mit ihr wirklich geschehen und wie sie hierher gelangt war.
„Nein! Bitte, bitte, tut mir nichts zu leide!“, bettelte Adria als sie schließlich bemerkt hatte, dass eine kleine Gruppe von Menschen sich ihrer Position immer weiter genähert hatte.
„Bitte beruhigt Euch doch!“, bat eine Frau, die ihr fürsorglich eine wärmende, wollende Decke hinhielt.
„Danke“, seufzte die Orici, die immer noch vollkommen ängstlich dreinschaute und dabei jeden der fünf Personen, die im Halbkreis um sie herumstanden, aufmerksam musterte. Doch niemand von diesen Leuten machte irgendwelche Anstalten ihr etwas zu tun.
Der Älteste wandte sich schließlich mit folgender Frage: „Wie ist Euer Name?“, an Adria.
Obwohl sie sich an nichts weiter erinnern konnte, wusste sie erstaunlicherweise immerhin noch ihren Namen, den ihr einst ihre Mutter Vala Mal Doran gegeben hatte, welchen sie dann auch zur Antwort nannte.
„Ansonsten wisst Ihr nichts?“, fragte eine andere Frau mitfühlend und besorgt.
„Nein. Leider.“
„Bleibt doch am besten einfach bei uns. Gehen wir jetzt erst einmal gemeinsam in unser Dorf. Ihr seid doch sicher hungrig und durstig. Außerdem benötigt ihr ein Dach über euer Haupt“, lud der Älteste daraufhin ein, der sogleich eine freundliche dementsprechende Geste machte.
Hyperraum
Pegasus-Galaxie < > Galaxie IC 10
Wraith-Flotte
Basisschiff, Thronsaal
Für lange Zeit hatte die rothaarige Wraith-Königin keine Rast nach ihrer Vertreibung aus der Pegasus-Galaxie eingelegt. Denn sie war die ganze Zeit über absolut unruhig hin- und hergelaufen. Doch sie war dann doch schon lang genug dagewesen, damit das zuvor von den Menschen gekaperte Versorgungsschiff, wieder zu ihrer Flotte, hatte aufschließen können.
Der Königin gefiel es überhaupt gar nicht, dass die Menschen für mehrere Stunden die Kontrolle über eines ihrer Schiffe gehabt hatten. Sie überlegte daher, ob sie es wirklich riskieren sollte die Reise zum ursprünglichen Ziel fortzusetzen oder sie eine Alternative ansteuern sollte. Verärgert darüber und an die Gedanken die furchtbaren Verluste und der potentiellen Gefahr, weiterhin von den Menschen aus Atlantis verfolgt und eines Tages erneut zum Kampf gestellt zu werden, fauchte sie wütend. Noch hatte sie den zuvor vorbestimmten Kurs ihrer verbliebenen Flotte nicht korrigieren lassen, denn man suchte eben immer noch nach möglichen Alternativen, die aber möglichst nicht in der Datenbank des Versorgungsschiffes aufgeführt worden sein durften.
Ihre Laune besserte sich nicht, weswegen sich die Wraith-Königin daher einen Menschen bringen ließ, denn sie wollte sich nicht nur nähren, sondern einen aus der Rasse ihres Feindes, welcher ihr und ihrem Volk soviel Ärger und vor allem auch Schmach bereitet hatte, leiden sehen.
