18. September 1859
Nach Tagen der einsamen Reise habe ich nun endlich wieder eine Ansammlung von menschlichem Leben gefunden. Eine Ansiedlung von amerikanischen Ureinwohnern, im Volksmund auch Indianer genannt. Sie sind etwas zurückgeblieben in ihrer Lebensweise, aber dafür dürfen sie sich jetzt umso glücklicher schätzen von dem grenzenlosen Wissenschatz des Rodders McKay profitieren zu können. Unter meiner wissenschaftlichen Federführung wird die Nation amerikanischer Ureinwohner sich zu einem Leuchtfeuer menschlichen Wissens emporschwingen und den Platz lange beibehalten.
In einer halben Stunde habe ich ein Treffen mit dem Häuptling des Stammes, Junger Trinker. Ich bin mir sicher wir werden eine gemeinsame Basis finden und man wird mich mit Freuden den Stamm zu ihren Glanzzeiten leiten lassen.
R.M.M.
18. September 1859
Nachdem ich ein sehr kontraproduktives Gespräch mit unserem neuesten Gast hatte, habe ich mit meinen beiden Beratern, unseren Schamanen Rusher Wissen und dem Kampfführer Tee-Alk einen kleinen Kriegsrat gehalten. Bleichgesicht Rodders strotzt vor Tatendrang, ist in unserem Stamm aber recht unpassend aufgehoben. Die weißen Leute werden uns Rothäute nie wirklich verstehen. Wir haben beschlossen, dass Rodders bei einem Sonderling unserer Gesellschaft wohl besser aufgehoben ist als bei uns und dort vielleicht sogar ein recht schönes neues Zuhause finden kann.
Tee-Alk wird sich morgen mit ihm auf die eintägige Reise begeben. Möge unser Stammesgott Dunkles Schicksal mit ihnen sein.
[Aus den Übersetzungen der Aufzeichnungen des Indianerhäuptlings Younger Trinker]
19. September 1859
Anscheinend sind die amerikanischen Ureinwohner von mir und meinem Wissen begeistert. Allerdings haben sie mir den Vorschlag unterbreitet, dass ich mein geistiges Erbe zunächst mit jemandem teile der es noch dringender benötigt als sie. Bescheiden und Intelligent, dass kann man von vielen anderen, denen ich auf meiner Reise bisher begegnet bin leider nicht sagen.
Nun, auf jeden Fall bin ich mit Ti-Kalk aufgebrochen, der mich zum nächsten Etappenziel meiner Reise bringt. Ich bin gespannt, denn es könnte sein, dass ich dort für einige Zeit tatsächlich wieder sesshaft werde.
Mein Begleiter ist eher einer von der stillen Sorte. Oder – was ich eigentlich als nicht ganz ausgeschlossen halte – will er auf unserer kurzen Reise von möglichst viel meines Wissens profitieren. Habe ich schon erwähnt wie intelligent diese Indianer sind? Ich tue mein Bestes, ihn mit so viel Wissen zu versorgen wie nur irgend möglich. Das bin ich Te-Alt auf jeden Fall schuldig.
R.M.M.
19. September 1859
Die Ohren mit Grasmatsch verschließen. War das die beste Idee auf dieser Reise? In der Tat.
[Aus den Übersetzungen der Aufzeichnungen des Indianerkriegers Tee-Alk]

