Stargate Kommando SG-9: Planet der Verdammten (Director´s Cut)
Ich erspare euch die ursprüngliche Version meines Erstlingswerk und präsentiere euch direkt den "Directors Cut".
Die ursprüngliche Story "Planet der lebenden Toten" war selbst für mich heutzutgae unlesbar, aber ich denke das ist bei den meisten Erstlingswerken so. Vor einigen Jahren beschloß ich dann das ganze zu "modernisieren"... na ja eigentlich habe ich mir gedacht "Da geht noch mehr". Habe dann angefangen aber es nie zu geführt. Motiviert durch die Ankündigung einer neuen Serie habe ich die Sachen rausgekramt und werde sie nun präsentieren.
Disclaimer: Diese Geschichte wurde nur zum Spaß geschrieben. Die Rechte gehören denen, denen sie aktuell gehören, mir gehört nix, außer der Spaß am Schreiben.
--------------
Air Force Akademie…
„IHR GLAUBT, IHR WISST ALLES? KÖNNT ALLES?“
Colonel Smith ließ diese Worte ein paar Sekunden wirken und schweifte mit seinem Blick über die neuen Rekruten, die sich vor ihm aufgebaut hatten.
Er nutzte die kurze Pause und sah jeden der jungen Männer und Frauen für einen kurzen Moment direkt in die Augen.
„IHR WISST EINEN DRECK!!! DAS, WAS IHR DRAUSSEN GELERNT ODER EUREM GEHIRN AN INFORMATIONEN ZUGEMUTET HABT, ZÄHLT HIER DRINNEN NICHTS!!! MEIN JOB IST ES EURE LEEREN KÖPFE VON DEM ALTEN MIST ZU BEFREIEN UND MIT DEM ZU FÜLLEN, DAS IHR BRAUCHT, UM BEI DER AIR FORCE ZU BESTEHEN!!!! HABT IHR DAS ALLE VERSTANDEN?“
„SIR, JA, SIR!!!“
Diese Inbrunst und Einsatzwille … noch einmal Kadett sein … ging es dem Mann wehmütig durch den Kopf.
***
Während der Colonel sich auf dem Exerzierplatz weiterhin dem Nachwuchs widmete, wurde er von zwei älteren Herren durch ein großes Panoramafenster beobachtet. Die Klimaanlage schien nicht zu funktionieren, denn es hatten sich auf der glatten Kopfhaut des linken Mannes feine Schweißperlen gebildet. Bevor einige davon auf die Rangabzeichen in Form von 3 Sternen fallen konnten, wurden sie durch ein Taschentuch weggewischt.
„Du bist dir wirklich sicher, was Smith angeht, George? Sein letzter Vorgesetzter hat kein gutes Haar an ihm gelassen.“ General Michael Kerrigan, Leiter der Akademie, ging zu seinem Schreibtisch zurück, und während er einen Schluck Wasser trank, öffnete er die Akte, die auf seinem Schreibtisch lag.
„Befehlsverweigerung, Beleidigung eines Vorgesetzten und so weiter und so weiter. Mich wundert es ehrlich gesagt, das er noch nicht zum Lieutenant degradiert wurde.“
Lieutenant General George Hammond, Leiter der Homeworld Security, drehte sich zu seinem langjährigem Freund um und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.
„Die Akte könnte auch von Jack O´Neill sein und wir wissen, wo er jetzt steht.“
Auf dieses Argument konnte Kerrigan nichts erwidern.
„Michael, ich kenne diesen Mann und seine Akte ganz genau. Die Vorfälle, die zu seiner Versetzung geführt haben, sind mir bestens bekannt. Ich hatte ihn während des ersten Golfkriegs unter meinem Kommando und weiß, was er kann. Er wird eingeweiht. „
Die Entschlusskraft, die in den letzten Worten Hammonds gelegen hatte, ließen den Gedanken an Widerspruch in Kerrigan gar nicht erst aufkommen. Er griff zu seinem Funkgerät, das in der Ladestation auf dem Schreibtisch stand.
„Forsteen für Kerrigan. Melden.“
Hammond konnte aus den Augenwinkeln erkennen, wie die junge Frau die hinter Smith stand an ihren Gürtel griff.
„Forsteen hört.“
„Colonel Smith soll sich umgehend in meinem Büro melden.“
„Verstanden, Sir. Forsteen Ende.“
Hammond widmete seine Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen unter ihm. Forsteen trat an den Colonel heran und hielt ihren Mund nah an dem Ohr des Mannes.
Der Blick des Offiziers wanderte kurz hoch zu dem Panorama Fenster, dann nickte er dem Sergeant bestätigend zu und machte sich auf den Weg.
Wenige Minuten später hörte George die schweren Schritte des Colonels, die sich dem Büro des Akademieleiters näherten.
Smith baute sich zu seiner vollen Größe von 1,90 Meter vor dem Schreibtisch und salutierte.
„Melde mich wie befohlen, Sir… äh Sirs!!!“
Hammond umrundete den Mann und musterte ihn dabei.
„Sie haben sich seit Kuwait sehr verändert, Colonel Smith.“
„Ich bin älter, ein wenig breiter, aber garantiert nicht weiser geworden, Sir.“
George grinste, er konnte sich jetzt schon die lebhaften Diskussionen zwischen diesem Mann und Jack O´Neill vorstellen.
„Sind Sie zufrieden mit dem, was Sie hier tun, John?“
„Ich gebe mein Bestes, um die Kadetten auf ihren Job bei der Air Force vorzubereiten, Sir.“
„Das war nicht die Frage, Colonel.“
„Es ist …“, John zögerte leicht, "… annehmbar.“
Hammond zog einen Umschlag aus der Innentasche seiner Uniformjacke und überreichte ihn Smith.
„Was ist das, Sir?“
„Ihr neuer Job. Melden Sie sich in 48 Stunden bei der Adresse, die auf dem Schreiben angegeben ist.“
Der Colonel betrachtete den Umschlag in seiner Hand.
„Bei allem Respekt, Sir. Aber was ist, wenn ich diesen Job nicht will?“
Der Lieutenant General hob seine Tasse, trank einen Schluck Kaffee und schüttelte den Kopf.
„Glauben Sie mir, Colonel Smith, Sie wollen diesen Job.“
P2X111
Der Wind wehte durch die Blätter und Äste des Waldes und verursachte dabei ein stetes Rascheln und Knacken. Major Samuels, der kommandierende Offizier von SG 6, rannte um sein Leben. Die Panik stand dem mittelgroßen Afroamerikaner ins Gesicht geschrieben. Seine Pupillen waren geweitet, der Atem ging stoßweise und das Herz hämmerte in seiner Brust. Zu allem Überfluss fühlten sich seine Lungen an, als ob sie ihm gleich den Dienst versagen würden.
Er ignorierte alle Warnzeichen seines Körpers und rannte weiter, sich immer wieder vergewissernd, ob nicht doch eine dieser Kreaturen direkt hinter ihm war. Etwas wie das hatte er noch nie zuvor erlebt und dabei war er schon seit Anbeginn beim Stargate Kommando und hatte sogar mal einem Asgard gegenübergestanden.
Es hatte alles ganz friedlich angefangen, als sie diesen Planeten erreicht hatten. Kurz nach ihrer Ankunft hatten sie das Dorf erreicht, in dessen Mitte eine kleine Pyramide das Zentrum der Siedlung markiert hatte. Das Gebilde war von einem, nur wenige Meter durchmessenden See umgeben gewesen. Captain Becker, sein Stellvertreter, hatte sich niedergekniet, um eine Probe zu nehmen und per Schnellanalyse zu bestimmen, ob das Wasser kontaminiert war.
Doch als er den Probenbehälter in das Wasser eingetaucht hatte, schrie er auf und zog seine Hand ruckartig zurück und sie wimmelte von kleinen Würmern, die sich unter die Haut und in sein Fleisch fraßen. Er schrie wie am Spieß, doch nur für kurze Zeit.
Während der Major Beckers Kopf fixiert hielt versuchten sein Sergeant und sein Lieutenant unter größter Vorsicht die Hand von dem Ungeziefer zu befreien.
Die Schreie des Captains waren nach nur einer knappen Minute verstummt und sein ganzer Körper war in ein unkontrolliertes Zucken übergegangen nur um eine weitere Minute später lag reglos da zu liegen. Lieutenant Stehr fühlte den Puls und schüttelte stumm mit dem Kopf in Richtung des Majors.
Bevor sie überlegen konnten, wie sie weiter vorgehen würden, waren die Kreaturen aus den Hütten gekommen. Auf dem ersten Blick wirkten sie primitive Menschen, in Felle gehüllt und ohne Schuhwerk. Doch bei näherer Betrachtung fiel ihnen auf, das die Körper zum Teil verwest erschienen und in den Augen nicht der Hauch von Intelligenz zu erkennen war.
Der Major hatte sich wie in einem dieser uralten Horrorstreifen gefühlt. Hätte nur noch gefehlt, das diese Wesen dauernd das Wort „Hirn“ von sich gaben. Stehr hatte einen Moment zu lang gezögert um sich aufzurichten und wurde von dreien dieser Wesen umzingelt, die sich mit einem Tempo auf sie stürzten, das der Major ihnen niemals zugetraut hätte.
Er und sein Sergeant hatten daraufhin den Rückzug angetreten, doch sie schienen umzingelt. Gemeinsam schossen sie ihre Magazine leer und verwandelten Oberkörper und Bauchdecken in breiige Massen. Doch die Getroffenen schien dies nicht zu beeindrucken, denn sie setzten ihren Weg fort.
Nachdem sie ihre Waffen nachgeladen hatten, schafften sie es für einen kurzen Moment eine Lücke in die heran nahende Mauer verfaulten Leibern zu schießen. Der Sergeant war leider nicht schnell genug gewesen und Samuels konnte sich an den an Wahnsinn grenzenden Blick der Angst erinnern, während er nun seit Stunden um sein Leben rannte.
Er hatte sich hoffnungslos verirrt. Der Major sah die Wurzel nicht, die vor ihm aus dem Erdboden ragte und ihn nun zu Fall brachte. Sein Fuß blieb darin hängen und er fiel der Länge nach hin. Feuchte Erde und halb verfaultes Blattwerk verschmierten sein Gesicht als er aufschlug. Den stechenden Schmerz in seinem Knöchel nahm er nicht mehr wahr, denn die Panik schwemmte alles hinweg.
Unter dem Blattwerk krochen dieselben Würmer hervor, die schon Becker erwischt hatten. Er spürte, wie sie über seine Haut krochen und ihren kleinen Körper in sein Fleisch bohrten. Hektisch versuchte er sie zu entfernen, doch wenn es ihm gelang eines dieser Dinger aus seinem Fleisch zu lösen waren sofort zwei Neue da. Samuels spürte wie sich auch eines dieser Tiere in seinen Gehörgang bohrte.
Er schrie.
Das Stargate stand auf einer großen Lichtung, unbeeindruckt von den Windböen, die aufkamen und an der Standhaftigkeit des Naquadahs zerrten. Ein lauter und lang gezogener Schrei ertönte aus dem Wald und dieser Zeuge der Zeit quittierte es stumm.
Cheyenne Mountain, Colorado
Die Wolken schoben sich langsam vor die Sonne und warfen einen leichten Schatten über den Cheyenne Mountain. Ein schwarzer Ford Mustang GT 500 fuhr bis zur Schranke vor. Der Motor wurde abgestellt und zwei Männer traten aus der Wachhütte hervor. Einer von ihnen blieb wieder direkt vor der Tür stehen, die P90 im Anschlag und den Finger leicht über dem Abzug haltend.
Smith sah die beiden Sergeanten des Wachkommandos und ihre angespannten Gesichter durch die Windschutzscheibe.
„Die scheinen ein wenig nervös zu sein", murmelte er vor sich hin, während er die Fensterscheibe der Fahrertür runterfuhr und seinen Dienstausweis, samt dem Versetzungsbefehl unaufgefordert an den Mann rausreichte, der sich neben dem Wagen aufgestellt hatte.
Der Sergeant verschwand kurz in der Hütte und kam nach zwei Minuten wieder heraus. Ein kurzes Nicken in Richtung seines Kollegen ließ diesen seine Anspannung verlieren und die Waffe senken. Der Finger blieb jedoch in Nähe des Abzugs.
Sergeant Kent, so wies das Namenschild den Mann aus, der Smith seine Papiere abgenommen hatte, trat wieder an die Scheibe heran.
„Ihr Befehl und ihr Ausweis, Sir.“
Smith nahm die Sachen an. „Danke.“
Kent wies auf eine kleine Fläche, die sich in unmittelbarer Nähe der Wachhütte befand.
„Sie können dort vorne parken, Sir, bis man ihnen einen Parkplatz zugewiesen hat.“
„Danke, Sergeant.“
Smith salutierte lässig, fuhr das Fenster wieder hoch und startete seinen Wagen.
„Bin mal gespannt, was mich hier erwartet.“
Büro von General O´Neill
In Momenten wie diesen bereute Jack, dass er die Beförderung angenommen hatte. Sein Schreibtisch war übersät mit Papierkram. Anforderungsschreiben hielten einen Plausch mit Personalakten und wurden dabei von Missionsberichten beobachtet. Wie gerne wäre er jetzt in die Umkleidekabine gestürzt, hätte sich eine Weste und eine P90 umgebunden und durch das Sternentor gegangen, um den Frust abzubauen, der sich angesichts des Berges an Dokumenten in ihm aufstaute. Ein leises Summen sollte ihn an einen Termin erinnern. Nur dumm, das der Kalender in all dem Durcheinander verschollen war.
Das Klingeln des Telefons riss ihn aus seinen Überlegungen und unterbrach die damit verbundene Suche nach dem Kalender.
„O´Neill", meldete er sich kurz und knapp.
„Sergeant Harriman hier, Sir. Ihr 12 Uhr Termin wartet. Soll ich ihn rein schicken?“
„Helfen sie mir auf die Sprünge, Walter.“
„Colonel Smith, Sir. Er soll … „
„Ja, ich erinnere mich", unterbrach Jack den Sergeant, während er das Memo las, das an dem Schirm seiner Schreibtischlampe klebte. "Soll reinkommen.“
Er stand auf, ging zur Kaffeemaschine und goss sich eine Tasse des verbrannten koffeinhaltigen Getränks ein. Auf dem Rückweg öffnete sich seine Bürotür und der 12-Uhr-Termin trat ein.
„Colonel John Smith meldet sich wie befohlen, Sir!“
O´Neill verzog ein wenig das Gesicht. Die Lautstärke des Mannes war ein wenig höher, als in so kleinen Räumen erträglich. Er setzte sich auf seinen Stuhl und bedeutete dem Colonel mit einer Geste es ihm gleich zu tun.
„Smith … Smith … irgendwo muss doch … ah da!“
Nach einer kurzen Suche zog er die Personalakte des Mannes unter einem Berg Anforderungsschreiben hervor.
„Schauen wir mal. Dritter ihres Abschlussjahrgangs. Einsätze im Irak, Kuwait, Somalia und Afghanistan. Während des zweiten Irak-Konfliktes Colonel der Special Operations Command. Einer der 191 Träger des Air Force Cross.“ Jack sah sein Gegenüber an, der ihm unbewegt zuhörte „ Reife Leistung. Wieso haben sie noch keinen Stern auf der Schulter?“
„Lesen sie weiter, Sir.“
Jack blätterte weiter.
"Sie haben sich geweigert den Befehl ihres kommandierenden Offiziers auszuführen, indem sie den Rückzug aus einem Kampfgebiet angeordnet und dabei wahrscheinlich das Leben ihrer Leute gerettet haben. Bei anschließender Besprechung haben sie dem General eine verpasst. Darf ich fragen, warum?“
„Wenn etwas riecht wie eine Falle, aussieht wie eine Falle und schmeckt wie eine Falle, dann werde ich den Teufel tun, meine Leute in den sicheren Tod zu führen. Der General sah das anders und da ging mein Temperament mit mir durch.“
„Wollen wir hoffen, dass Sie nie auf mich wütend sind. Hier steht, sie haben ihm dem Kiefer gebrochen.“ Jack klappte den Aktendeckel zu. „Geschenkt. Sie sind auf Empfehlung von General Hammond hier und ich denke, dass wir was mit ihnen anfangen können. Eines sollten sie aber wissen, wenn sie hier keine Befehle befolgen, egal wie sie lauten, kann das übel für sie ausgehen.“
Der Colonel räusperte sich.
„Nach dem was ich von General Hammond erfahren habe, haben sie das ein oder andere Mal aufgrund einer Befehlsverweigerung die Erde gerettet.“
„Ehm …“, nun war es an O´Neill sich zu räuspern, und das Thema auf einen anderen Brennpunkt zu lenken. „SG 9 hat die meisten seiner Mitglieder bei dem Konflikt um das Rand-Protektorat verloren und der einzige Überlebende sieht einer sehr langen Rehabilitation entgegen, womit dieses Team faktisch nicht mehr existiert. Sie sollen es neu aufbauen. Beim Rausgehen wird ihnen Walter den Zugang zu den Personalakten ermöglichen. Ich erwarte, das sie dies innerhalb der nächsten 72 Stunden erledigt haben.“
Jack sah den Colonel fragend an.
„Wenn sie keine Fragen mehr haben, würde ich sagen, frisch ans Werk.“
„Eine Frage hätte ich da noch, Sir.“
„Die wäre?“
„Wen muss ich umbringen, um einen Parkplatz zu bekommen?“
„Sergeant Harriman wird sich drum kümmern. Sie können wegtreten.“
John Smith erhob sich und salutierte. Dann drehte er sich um und marschierte ohne ein weiteres Wort aus dem Büro.
„Das wird bestimmt noch lustig mit dem Mann", sagte sich Jack, bevor er sich auf die nächsten Berichte stürzte.
Stargate Kommando, Kantine
Smith lehnte sich zurück und rieb sich die Augen. Seitdem er die Personalakten von diesem Harriman bekommen hatte, saß er hier und ging sie durch. Er rieb sich die Augen um die Müdigkeit zu vertreiben. Der Kaffee in seiner Tasse war schon seit Stunden kalt. Sein Körper reagierte mit Widerwillen als die eiskalte Flüssigkeit seine Kehle hinunter rann.
Sein Blick schweifte ab. Hinter der Theke war niemand mehr zu sehen und die schwarze Masse, die auf dem Boden der Kanne in der Maschine vor sich hin trocknete, wirkte nicht sehr einladend.
„Ich brauche Koffein.“
Der Colonel stand auf ging zu dem Getränkeautomaten und zog sich eine Pepsi.
„Nicht mal anständige Cola hier.“
Er öffnete die Dose und nahm einen tiefen Schluck.
Die Tür öffnete sich und der General kam herein. Er schien Smith nicht zu bemerken oder ignorierte ihn, denn sein Weg führte direkt zu den Auslagen für das Essen. O´Neill hielt abwägend ein in Folie verpacktes Thunfisch Sandwich in der linken und einen Becher Wackelpudding in der rechten Hand.
„Wieso nehmen Sie nicht beides, Sir?“
Jack sah den neuen Colonel an.
„Ich entscheide gerade, ob ich dem Thunfisch noch trauen kann. Missionsberichte lesen sich schwer mit einem verdorbenen Magen.“
Anscheinend schien er dem Fisch nicht mehr zu trauen, denn das Sandwich wanderte wieder zurück an seinen alten Platz und der Wackelpudding machte es sich auf dem Tablett bequem.
„Was macht ihre Suche, Colonel?“
John setzte sich an seinen Platz, bevor er Jack antwortete.
„Ich habe zwei mögliche Kandidaten gefunden.“
O´Neill setzte sich ihm gegenüber und schielte auf die Akten, die direkt vor seinem Offizier lagen.
„Wer sind denn die Glücklichen?“
Stumm zog Smith zwei Akten aus dem Stapel und reichte sie ihm. Jack, der gerade einen Löffel köstlichen blauen Wackelpudding genoss, nahm sie an und sah auf die Namen, die auf dem Deckel standen.
„Nicole Wallace?“, Jack verschluckte sich, als er den Namen las. „Sind sie sicher, dass sie das wollen?“
O´Neill erinnerte sich lebhaft an den weiblichen Major. Als er die damaligen Ereignisse Revue passieren lies, stahl sich ein Lächeln auf seine Lippen.
„Obwohl, wenn ich recht überlege … „
„Habe ich Ihre Erlaubnis sie in den aktiven Dienst zurückzuholen?“
Jack dachte einen Moment nach.
„Erlaubnis erteilt. Ich werde veranlassen, dass man die nötigen Papiere und Befehle morgen ab 0800 für Sie bereit hält. Sie wissen, wo sie die Frau finden?“
„Ja, Sir.“
„Ihre andere Wahl ist ebenfalls genehmigt.“
Damit war für diese späte Stunde alles gesagt. Jack leerte den Becher mit einer Akribie, die schon fast ans fanatische grenzte, während der Colonel die Akten wieder ordnete und seine Pepsi leerte.
Ein kleines Waldstück … in der Nähe von Colorado Springs …
Die Sonne war gerade im Begriff den letzten Rest der Nacht zu verscheuchen. Die ersten zarten Sonnenstrahlen fielen auf das Dach einer kleinen Waldhütte. Ein Eichhörnchen fiel vor Schreck vom Dach, weil der Schrei eines Raubvogels die Fluchtinstinkte gereizt hatte.
Die Person im Inneren der Hütte bekam davon nichts mit. Die Frau saß an einem kleinen Tisch. Vor ihr war ein Tuch ausgebreitet, auf dem die Einzelteile einer 9mm Makarov Pistole lagen. Rechts daneben stand eine Tasse mit einer undefinierbaren hellbraunen Flüssigkeit. Sie hatte eine weite Jogginghose an und trug dazu ein hautenges Top mit Spaghettiträgern.
Auf ihrem rechten Arm war eine Schlange tätowiert, die sich um den Arm wand und deren aufgerissenes Maul in der Hand endete. Die beiden äußeren Fingerknöchel stellten die tiefroten Augen des Tieres dar, während die beiden inneren Knöchel zwei nach oben gebogene Hörner waren.
Auf dem linken Oberarm war eine ca. 10 Zentimeter durchmessende Erdkugel zu sehen, in dessen Mitte ein Zeichen prangte, das Eingeweihte als das Sternentorsymbol der Erde kannten.
Ihre Haut war leicht gebräunt und ihre rotblond gefärbten Haare waren zu einem geflochtenen Zopf gebunden, der ihr bis zur Rückenmitte reichte. Unter dem Saum des Trägertops war eine Narbe zu erkennen, die am Ansatz ihres Steißbeins begann und dann unter der Kleidung verschwand.
Die Sonnenstrahlen schlichen sich durch das Fenster und trafen auf ihre Augen. Ihr rechtes Auge war braun, während das Linke grün war. Sie litt unter Iris- Heterochromie. Das Besondere an ihrem linken Auge war, das von der Pupille aus sich fünf dünne Streifen, in blauer Farbe, sternenförmig durch die Iris zogen.
Wallace kniff die Augen geblendet zusammen, erhob sich zu ihrer vollen Körpergröße von 1, 70 Meter und zog die Gardine bis auf einen kleinen Spalt zu. Dieser Spalt lieferte genug Licht, um sie ihre Arbeit fortführen zu lassen.
Mit einer kleinen Drahtbürste reinigte sie den Lauf ihrer Waffe. Sie hielt das Stück Metall so, das sie hindurch gucken konnte, um zu prüfen, ob sie etwas übersehen hatte. Das Geräusch eines nahenden Wagens durchbrach die übliche Kulisse und lies sie aufhorchen.
In weniger als vier Sekunden hatte sie die Waffe wieder zusammengesetzt und geladen. Nicole erwartete keinen Besuch.
Sie spähte durch das Guckloch in der Tür und konnte erkennen, dass ein schwarzer Wagen nur wenige Meter von ihrer Hütte entfernt hielt. Ein Mann mit brauner Lederjacke, schwarzem Pullover und Jeans stieg aus. Nicole schätzte, dass er ungefähr genauso groß war wie sie. In seinem Mundwinkel hing der langsam erlöschende Stumpen einer Zigarre.
Wallace ging zwei Schritte von der Tür zurück. Kurz darauf klopfte es, und die Stimme des Mannes klang dumpf ins Innere der Hütte.
„Major Wallace, sind Sie da?“
Ihr Atem ging flach.
Wer war dieser Mann?
Die Waffe leicht erhoben wartete sie weiter ab.
Es klopfte erneut.
„Major, mein Name ist John Smith. Colonel der United States Air Force und ich würde gerne mit Ihnen reden.“
Sie ließ die Waffe sinken und schloss die Tür auf. Die Kette ließ sie allerdings eingerastet.
„Was wollen Sie?“
Die Antwort bestand aus einem Lächeln und einem Umschlag, den er durch den Spalt rein reichte.
„Sie sind hiermit reaktiviert worden.“
Wallace sah mit Unglauben auf den Brief, den der Colonel ihr hinhielt. Die Ungläubigkeit verwandelte sich in einen aggressiven Unterton, als sie den Mann ansprach.
„Wenn das ein schlechter Scherz ist … ich habe hier eine geladene Waffe.“
Smith wirkte unbeeindruckt.
„Wahrscheinlich die 9mm Makarov. Ihre Lieblingswaffe und nein, das ist kein Scherz. Ich bin beauftragt worden ein neues SG Team aufzubauen und will sie als meinen Second in Command.“
„Ihnen ist klar, dass ich mit meinem letzten CO eine kleine Auseinandersetzung hatte und deshalb bis auf Weiteres beurlaubt wurde?“
Ein kleines Lächeln stahl sich auf die Lippen des Colonels.
„Durchaus und genau das ist der Grund. Ich kann keinen JA-Sager gebrauchen. Ich brauche jemanden, der mich notfalls auch mal mit einer Handgreiflichkeit davon abhält Scheiße zu bauen.“
Mit diesen Worten drehte Smith sich um und ging zurück zu seinem Wagen. Auf halbem Weg drehte er sich noch einmal um.
„Antritt morgen um 0600.“
John stieg in seinen Wagen und steckte den Schlüssel in die Zündung. Bevor er ihn umdrehte, schaute er noch einmal durch die Wundschutzscheibe.
Wallace stand immer noch in der Tür und schien sich zu fragen, ob das gerade ein Traum, ein Scherz oder beides war. In dem Moment, wo er den Wagen startete, konnte er noch sehen, wie sie den Umschlag öffnete und den Antrittsbefehl herausnahm.
Er zündete sich eine neue Zigarre an.
„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“
Fortsetzung folgt
Ich erspare euch die ursprüngliche Version meines Erstlingswerk und präsentiere euch direkt den "Directors Cut".
Die ursprüngliche Story "Planet der lebenden Toten" war selbst für mich heutzutgae unlesbar, aber ich denke das ist bei den meisten Erstlingswerken so. Vor einigen Jahren beschloß ich dann das ganze zu "modernisieren"... na ja eigentlich habe ich mir gedacht "Da geht noch mehr". Habe dann angefangen aber es nie zu geführt. Motiviert durch die Ankündigung einer neuen Serie habe ich die Sachen rausgekramt und werde sie nun präsentieren.
Disclaimer: Diese Geschichte wurde nur zum Spaß geschrieben. Die Rechte gehören denen, denen sie aktuell gehören, mir gehört nix, außer der Spaß am Schreiben.
--------------
Air Force Akademie…
„IHR GLAUBT, IHR WISST ALLES? KÖNNT ALLES?“
Colonel Smith ließ diese Worte ein paar Sekunden wirken und schweifte mit seinem Blick über die neuen Rekruten, die sich vor ihm aufgebaut hatten.
Er nutzte die kurze Pause und sah jeden der jungen Männer und Frauen für einen kurzen Moment direkt in die Augen.
„IHR WISST EINEN DRECK!!! DAS, WAS IHR DRAUSSEN GELERNT ODER EUREM GEHIRN AN INFORMATIONEN ZUGEMUTET HABT, ZÄHLT HIER DRINNEN NICHTS!!! MEIN JOB IST ES EURE LEEREN KÖPFE VON DEM ALTEN MIST ZU BEFREIEN UND MIT DEM ZU FÜLLEN, DAS IHR BRAUCHT, UM BEI DER AIR FORCE ZU BESTEHEN!!!! HABT IHR DAS ALLE VERSTANDEN?“
„SIR, JA, SIR!!!“
Diese Inbrunst und Einsatzwille … noch einmal Kadett sein … ging es dem Mann wehmütig durch den Kopf.
***
Während der Colonel sich auf dem Exerzierplatz weiterhin dem Nachwuchs widmete, wurde er von zwei älteren Herren durch ein großes Panoramafenster beobachtet. Die Klimaanlage schien nicht zu funktionieren, denn es hatten sich auf der glatten Kopfhaut des linken Mannes feine Schweißperlen gebildet. Bevor einige davon auf die Rangabzeichen in Form von 3 Sternen fallen konnten, wurden sie durch ein Taschentuch weggewischt.
„Du bist dir wirklich sicher, was Smith angeht, George? Sein letzter Vorgesetzter hat kein gutes Haar an ihm gelassen.“ General Michael Kerrigan, Leiter der Akademie, ging zu seinem Schreibtisch zurück, und während er einen Schluck Wasser trank, öffnete er die Akte, die auf seinem Schreibtisch lag.
„Befehlsverweigerung, Beleidigung eines Vorgesetzten und so weiter und so weiter. Mich wundert es ehrlich gesagt, das er noch nicht zum Lieutenant degradiert wurde.“
Lieutenant General George Hammond, Leiter der Homeworld Security, drehte sich zu seinem langjährigem Freund um und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.
„Die Akte könnte auch von Jack O´Neill sein und wir wissen, wo er jetzt steht.“
Auf dieses Argument konnte Kerrigan nichts erwidern.
„Michael, ich kenne diesen Mann und seine Akte ganz genau. Die Vorfälle, die zu seiner Versetzung geführt haben, sind mir bestens bekannt. Ich hatte ihn während des ersten Golfkriegs unter meinem Kommando und weiß, was er kann. Er wird eingeweiht. „
Die Entschlusskraft, die in den letzten Worten Hammonds gelegen hatte, ließen den Gedanken an Widerspruch in Kerrigan gar nicht erst aufkommen. Er griff zu seinem Funkgerät, das in der Ladestation auf dem Schreibtisch stand.
„Forsteen für Kerrigan. Melden.“
Hammond konnte aus den Augenwinkeln erkennen, wie die junge Frau die hinter Smith stand an ihren Gürtel griff.
„Forsteen hört.“
„Colonel Smith soll sich umgehend in meinem Büro melden.“
„Verstanden, Sir. Forsteen Ende.“
Hammond widmete seine Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen unter ihm. Forsteen trat an den Colonel heran und hielt ihren Mund nah an dem Ohr des Mannes.
Der Blick des Offiziers wanderte kurz hoch zu dem Panorama Fenster, dann nickte er dem Sergeant bestätigend zu und machte sich auf den Weg.
Wenige Minuten später hörte George die schweren Schritte des Colonels, die sich dem Büro des Akademieleiters näherten.
Smith baute sich zu seiner vollen Größe von 1,90 Meter vor dem Schreibtisch und salutierte.
„Melde mich wie befohlen, Sir… äh Sirs!!!“
Hammond umrundete den Mann und musterte ihn dabei.
„Sie haben sich seit Kuwait sehr verändert, Colonel Smith.“
„Ich bin älter, ein wenig breiter, aber garantiert nicht weiser geworden, Sir.“
George grinste, er konnte sich jetzt schon die lebhaften Diskussionen zwischen diesem Mann und Jack O´Neill vorstellen.
„Sind Sie zufrieden mit dem, was Sie hier tun, John?“
„Ich gebe mein Bestes, um die Kadetten auf ihren Job bei der Air Force vorzubereiten, Sir.“
„Das war nicht die Frage, Colonel.“
„Es ist …“, John zögerte leicht, "… annehmbar.“
Hammond zog einen Umschlag aus der Innentasche seiner Uniformjacke und überreichte ihn Smith.
„Was ist das, Sir?“
„Ihr neuer Job. Melden Sie sich in 48 Stunden bei der Adresse, die auf dem Schreiben angegeben ist.“
Der Colonel betrachtete den Umschlag in seiner Hand.
„Bei allem Respekt, Sir. Aber was ist, wenn ich diesen Job nicht will?“
Der Lieutenant General hob seine Tasse, trank einen Schluck Kaffee und schüttelte den Kopf.
„Glauben Sie mir, Colonel Smith, Sie wollen diesen Job.“
P2X111
Der Wind wehte durch die Blätter und Äste des Waldes und verursachte dabei ein stetes Rascheln und Knacken. Major Samuels, der kommandierende Offizier von SG 6, rannte um sein Leben. Die Panik stand dem mittelgroßen Afroamerikaner ins Gesicht geschrieben. Seine Pupillen waren geweitet, der Atem ging stoßweise und das Herz hämmerte in seiner Brust. Zu allem Überfluss fühlten sich seine Lungen an, als ob sie ihm gleich den Dienst versagen würden.
Er ignorierte alle Warnzeichen seines Körpers und rannte weiter, sich immer wieder vergewissernd, ob nicht doch eine dieser Kreaturen direkt hinter ihm war. Etwas wie das hatte er noch nie zuvor erlebt und dabei war er schon seit Anbeginn beim Stargate Kommando und hatte sogar mal einem Asgard gegenübergestanden.
Es hatte alles ganz friedlich angefangen, als sie diesen Planeten erreicht hatten. Kurz nach ihrer Ankunft hatten sie das Dorf erreicht, in dessen Mitte eine kleine Pyramide das Zentrum der Siedlung markiert hatte. Das Gebilde war von einem, nur wenige Meter durchmessenden See umgeben gewesen. Captain Becker, sein Stellvertreter, hatte sich niedergekniet, um eine Probe zu nehmen und per Schnellanalyse zu bestimmen, ob das Wasser kontaminiert war.
Doch als er den Probenbehälter in das Wasser eingetaucht hatte, schrie er auf und zog seine Hand ruckartig zurück und sie wimmelte von kleinen Würmern, die sich unter die Haut und in sein Fleisch fraßen. Er schrie wie am Spieß, doch nur für kurze Zeit.
Während der Major Beckers Kopf fixiert hielt versuchten sein Sergeant und sein Lieutenant unter größter Vorsicht die Hand von dem Ungeziefer zu befreien.
Die Schreie des Captains waren nach nur einer knappen Minute verstummt und sein ganzer Körper war in ein unkontrolliertes Zucken übergegangen nur um eine weitere Minute später lag reglos da zu liegen. Lieutenant Stehr fühlte den Puls und schüttelte stumm mit dem Kopf in Richtung des Majors.
Bevor sie überlegen konnten, wie sie weiter vorgehen würden, waren die Kreaturen aus den Hütten gekommen. Auf dem ersten Blick wirkten sie primitive Menschen, in Felle gehüllt und ohne Schuhwerk. Doch bei näherer Betrachtung fiel ihnen auf, das die Körper zum Teil verwest erschienen und in den Augen nicht der Hauch von Intelligenz zu erkennen war.
Der Major hatte sich wie in einem dieser uralten Horrorstreifen gefühlt. Hätte nur noch gefehlt, das diese Wesen dauernd das Wort „Hirn“ von sich gaben. Stehr hatte einen Moment zu lang gezögert um sich aufzurichten und wurde von dreien dieser Wesen umzingelt, die sich mit einem Tempo auf sie stürzten, das der Major ihnen niemals zugetraut hätte.
Er und sein Sergeant hatten daraufhin den Rückzug angetreten, doch sie schienen umzingelt. Gemeinsam schossen sie ihre Magazine leer und verwandelten Oberkörper und Bauchdecken in breiige Massen. Doch die Getroffenen schien dies nicht zu beeindrucken, denn sie setzten ihren Weg fort.
Nachdem sie ihre Waffen nachgeladen hatten, schafften sie es für einen kurzen Moment eine Lücke in die heran nahende Mauer verfaulten Leibern zu schießen. Der Sergeant war leider nicht schnell genug gewesen und Samuels konnte sich an den an Wahnsinn grenzenden Blick der Angst erinnern, während er nun seit Stunden um sein Leben rannte.
Er hatte sich hoffnungslos verirrt. Der Major sah die Wurzel nicht, die vor ihm aus dem Erdboden ragte und ihn nun zu Fall brachte. Sein Fuß blieb darin hängen und er fiel der Länge nach hin. Feuchte Erde und halb verfaultes Blattwerk verschmierten sein Gesicht als er aufschlug. Den stechenden Schmerz in seinem Knöchel nahm er nicht mehr wahr, denn die Panik schwemmte alles hinweg.
Unter dem Blattwerk krochen dieselben Würmer hervor, die schon Becker erwischt hatten. Er spürte, wie sie über seine Haut krochen und ihren kleinen Körper in sein Fleisch bohrten. Hektisch versuchte er sie zu entfernen, doch wenn es ihm gelang eines dieser Dinger aus seinem Fleisch zu lösen waren sofort zwei Neue da. Samuels spürte wie sich auch eines dieser Tiere in seinen Gehörgang bohrte.
Er schrie.
Das Stargate stand auf einer großen Lichtung, unbeeindruckt von den Windböen, die aufkamen und an der Standhaftigkeit des Naquadahs zerrten. Ein lauter und lang gezogener Schrei ertönte aus dem Wald und dieser Zeuge der Zeit quittierte es stumm.
Cheyenne Mountain, Colorado
Die Wolken schoben sich langsam vor die Sonne und warfen einen leichten Schatten über den Cheyenne Mountain. Ein schwarzer Ford Mustang GT 500 fuhr bis zur Schranke vor. Der Motor wurde abgestellt und zwei Männer traten aus der Wachhütte hervor. Einer von ihnen blieb wieder direkt vor der Tür stehen, die P90 im Anschlag und den Finger leicht über dem Abzug haltend.
Smith sah die beiden Sergeanten des Wachkommandos und ihre angespannten Gesichter durch die Windschutzscheibe.
„Die scheinen ein wenig nervös zu sein", murmelte er vor sich hin, während er die Fensterscheibe der Fahrertür runterfuhr und seinen Dienstausweis, samt dem Versetzungsbefehl unaufgefordert an den Mann rausreichte, der sich neben dem Wagen aufgestellt hatte.
Der Sergeant verschwand kurz in der Hütte und kam nach zwei Minuten wieder heraus. Ein kurzes Nicken in Richtung seines Kollegen ließ diesen seine Anspannung verlieren und die Waffe senken. Der Finger blieb jedoch in Nähe des Abzugs.
Sergeant Kent, so wies das Namenschild den Mann aus, der Smith seine Papiere abgenommen hatte, trat wieder an die Scheibe heran.
„Ihr Befehl und ihr Ausweis, Sir.“
Smith nahm die Sachen an. „Danke.“
Kent wies auf eine kleine Fläche, die sich in unmittelbarer Nähe der Wachhütte befand.
„Sie können dort vorne parken, Sir, bis man ihnen einen Parkplatz zugewiesen hat.“
„Danke, Sergeant.“
Smith salutierte lässig, fuhr das Fenster wieder hoch und startete seinen Wagen.
„Bin mal gespannt, was mich hier erwartet.“
Büro von General O´Neill
In Momenten wie diesen bereute Jack, dass er die Beförderung angenommen hatte. Sein Schreibtisch war übersät mit Papierkram. Anforderungsschreiben hielten einen Plausch mit Personalakten und wurden dabei von Missionsberichten beobachtet. Wie gerne wäre er jetzt in die Umkleidekabine gestürzt, hätte sich eine Weste und eine P90 umgebunden und durch das Sternentor gegangen, um den Frust abzubauen, der sich angesichts des Berges an Dokumenten in ihm aufstaute. Ein leises Summen sollte ihn an einen Termin erinnern. Nur dumm, das der Kalender in all dem Durcheinander verschollen war.
Das Klingeln des Telefons riss ihn aus seinen Überlegungen und unterbrach die damit verbundene Suche nach dem Kalender.
„O´Neill", meldete er sich kurz und knapp.
„Sergeant Harriman hier, Sir. Ihr 12 Uhr Termin wartet. Soll ich ihn rein schicken?“
„Helfen sie mir auf die Sprünge, Walter.“
„Colonel Smith, Sir. Er soll … „
„Ja, ich erinnere mich", unterbrach Jack den Sergeant, während er das Memo las, das an dem Schirm seiner Schreibtischlampe klebte. "Soll reinkommen.“
Er stand auf, ging zur Kaffeemaschine und goss sich eine Tasse des verbrannten koffeinhaltigen Getränks ein. Auf dem Rückweg öffnete sich seine Bürotür und der 12-Uhr-Termin trat ein.
„Colonel John Smith meldet sich wie befohlen, Sir!“
O´Neill verzog ein wenig das Gesicht. Die Lautstärke des Mannes war ein wenig höher, als in so kleinen Räumen erträglich. Er setzte sich auf seinen Stuhl und bedeutete dem Colonel mit einer Geste es ihm gleich zu tun.
„Smith … Smith … irgendwo muss doch … ah da!“
Nach einer kurzen Suche zog er die Personalakte des Mannes unter einem Berg Anforderungsschreiben hervor.
„Schauen wir mal. Dritter ihres Abschlussjahrgangs. Einsätze im Irak, Kuwait, Somalia und Afghanistan. Während des zweiten Irak-Konfliktes Colonel der Special Operations Command. Einer der 191 Träger des Air Force Cross.“ Jack sah sein Gegenüber an, der ihm unbewegt zuhörte „ Reife Leistung. Wieso haben sie noch keinen Stern auf der Schulter?“
„Lesen sie weiter, Sir.“
Jack blätterte weiter.
"Sie haben sich geweigert den Befehl ihres kommandierenden Offiziers auszuführen, indem sie den Rückzug aus einem Kampfgebiet angeordnet und dabei wahrscheinlich das Leben ihrer Leute gerettet haben. Bei anschließender Besprechung haben sie dem General eine verpasst. Darf ich fragen, warum?“
„Wenn etwas riecht wie eine Falle, aussieht wie eine Falle und schmeckt wie eine Falle, dann werde ich den Teufel tun, meine Leute in den sicheren Tod zu führen. Der General sah das anders und da ging mein Temperament mit mir durch.“
„Wollen wir hoffen, dass Sie nie auf mich wütend sind. Hier steht, sie haben ihm dem Kiefer gebrochen.“ Jack klappte den Aktendeckel zu. „Geschenkt. Sie sind auf Empfehlung von General Hammond hier und ich denke, dass wir was mit ihnen anfangen können. Eines sollten sie aber wissen, wenn sie hier keine Befehle befolgen, egal wie sie lauten, kann das übel für sie ausgehen.“
Der Colonel räusperte sich.
„Nach dem was ich von General Hammond erfahren habe, haben sie das ein oder andere Mal aufgrund einer Befehlsverweigerung die Erde gerettet.“
„Ehm …“, nun war es an O´Neill sich zu räuspern, und das Thema auf einen anderen Brennpunkt zu lenken. „SG 9 hat die meisten seiner Mitglieder bei dem Konflikt um das Rand-Protektorat verloren und der einzige Überlebende sieht einer sehr langen Rehabilitation entgegen, womit dieses Team faktisch nicht mehr existiert. Sie sollen es neu aufbauen. Beim Rausgehen wird ihnen Walter den Zugang zu den Personalakten ermöglichen. Ich erwarte, das sie dies innerhalb der nächsten 72 Stunden erledigt haben.“
Jack sah den Colonel fragend an.
„Wenn sie keine Fragen mehr haben, würde ich sagen, frisch ans Werk.“
„Eine Frage hätte ich da noch, Sir.“
„Die wäre?“
„Wen muss ich umbringen, um einen Parkplatz zu bekommen?“
„Sergeant Harriman wird sich drum kümmern. Sie können wegtreten.“
John Smith erhob sich und salutierte. Dann drehte er sich um und marschierte ohne ein weiteres Wort aus dem Büro.
„Das wird bestimmt noch lustig mit dem Mann", sagte sich Jack, bevor er sich auf die nächsten Berichte stürzte.
Stargate Kommando, Kantine
Smith lehnte sich zurück und rieb sich die Augen. Seitdem er die Personalakten von diesem Harriman bekommen hatte, saß er hier und ging sie durch. Er rieb sich die Augen um die Müdigkeit zu vertreiben. Der Kaffee in seiner Tasse war schon seit Stunden kalt. Sein Körper reagierte mit Widerwillen als die eiskalte Flüssigkeit seine Kehle hinunter rann.
Sein Blick schweifte ab. Hinter der Theke war niemand mehr zu sehen und die schwarze Masse, die auf dem Boden der Kanne in der Maschine vor sich hin trocknete, wirkte nicht sehr einladend.
„Ich brauche Koffein.“
Der Colonel stand auf ging zu dem Getränkeautomaten und zog sich eine Pepsi.
„Nicht mal anständige Cola hier.“
Er öffnete die Dose und nahm einen tiefen Schluck.
Die Tür öffnete sich und der General kam herein. Er schien Smith nicht zu bemerken oder ignorierte ihn, denn sein Weg führte direkt zu den Auslagen für das Essen. O´Neill hielt abwägend ein in Folie verpacktes Thunfisch Sandwich in der linken und einen Becher Wackelpudding in der rechten Hand.
„Wieso nehmen Sie nicht beides, Sir?“
Jack sah den neuen Colonel an.
„Ich entscheide gerade, ob ich dem Thunfisch noch trauen kann. Missionsberichte lesen sich schwer mit einem verdorbenen Magen.“
Anscheinend schien er dem Fisch nicht mehr zu trauen, denn das Sandwich wanderte wieder zurück an seinen alten Platz und der Wackelpudding machte es sich auf dem Tablett bequem.
„Was macht ihre Suche, Colonel?“
John setzte sich an seinen Platz, bevor er Jack antwortete.
„Ich habe zwei mögliche Kandidaten gefunden.“
O´Neill setzte sich ihm gegenüber und schielte auf die Akten, die direkt vor seinem Offizier lagen.
„Wer sind denn die Glücklichen?“
Stumm zog Smith zwei Akten aus dem Stapel und reichte sie ihm. Jack, der gerade einen Löffel köstlichen blauen Wackelpudding genoss, nahm sie an und sah auf die Namen, die auf dem Deckel standen.
„Nicole Wallace?“, Jack verschluckte sich, als er den Namen las. „Sind sie sicher, dass sie das wollen?“
O´Neill erinnerte sich lebhaft an den weiblichen Major. Als er die damaligen Ereignisse Revue passieren lies, stahl sich ein Lächeln auf seine Lippen.
„Obwohl, wenn ich recht überlege … „
„Habe ich Ihre Erlaubnis sie in den aktiven Dienst zurückzuholen?“
Jack dachte einen Moment nach.
„Erlaubnis erteilt. Ich werde veranlassen, dass man die nötigen Papiere und Befehle morgen ab 0800 für Sie bereit hält. Sie wissen, wo sie die Frau finden?“
„Ja, Sir.“
„Ihre andere Wahl ist ebenfalls genehmigt.“
Damit war für diese späte Stunde alles gesagt. Jack leerte den Becher mit einer Akribie, die schon fast ans fanatische grenzte, während der Colonel die Akten wieder ordnete und seine Pepsi leerte.
Ein kleines Waldstück … in der Nähe von Colorado Springs …
Die Sonne war gerade im Begriff den letzten Rest der Nacht zu verscheuchen. Die ersten zarten Sonnenstrahlen fielen auf das Dach einer kleinen Waldhütte. Ein Eichhörnchen fiel vor Schreck vom Dach, weil der Schrei eines Raubvogels die Fluchtinstinkte gereizt hatte.
Die Person im Inneren der Hütte bekam davon nichts mit. Die Frau saß an einem kleinen Tisch. Vor ihr war ein Tuch ausgebreitet, auf dem die Einzelteile einer 9mm Makarov Pistole lagen. Rechts daneben stand eine Tasse mit einer undefinierbaren hellbraunen Flüssigkeit. Sie hatte eine weite Jogginghose an und trug dazu ein hautenges Top mit Spaghettiträgern.
Auf ihrem rechten Arm war eine Schlange tätowiert, die sich um den Arm wand und deren aufgerissenes Maul in der Hand endete. Die beiden äußeren Fingerknöchel stellten die tiefroten Augen des Tieres dar, während die beiden inneren Knöchel zwei nach oben gebogene Hörner waren.
Auf dem linken Oberarm war eine ca. 10 Zentimeter durchmessende Erdkugel zu sehen, in dessen Mitte ein Zeichen prangte, das Eingeweihte als das Sternentorsymbol der Erde kannten.
Ihre Haut war leicht gebräunt und ihre rotblond gefärbten Haare waren zu einem geflochtenen Zopf gebunden, der ihr bis zur Rückenmitte reichte. Unter dem Saum des Trägertops war eine Narbe zu erkennen, die am Ansatz ihres Steißbeins begann und dann unter der Kleidung verschwand.
Die Sonnenstrahlen schlichen sich durch das Fenster und trafen auf ihre Augen. Ihr rechtes Auge war braun, während das Linke grün war. Sie litt unter Iris- Heterochromie. Das Besondere an ihrem linken Auge war, das von der Pupille aus sich fünf dünne Streifen, in blauer Farbe, sternenförmig durch die Iris zogen.
Wallace kniff die Augen geblendet zusammen, erhob sich zu ihrer vollen Körpergröße von 1, 70 Meter und zog die Gardine bis auf einen kleinen Spalt zu. Dieser Spalt lieferte genug Licht, um sie ihre Arbeit fortführen zu lassen.
Mit einer kleinen Drahtbürste reinigte sie den Lauf ihrer Waffe. Sie hielt das Stück Metall so, das sie hindurch gucken konnte, um zu prüfen, ob sie etwas übersehen hatte. Das Geräusch eines nahenden Wagens durchbrach die übliche Kulisse und lies sie aufhorchen.
In weniger als vier Sekunden hatte sie die Waffe wieder zusammengesetzt und geladen. Nicole erwartete keinen Besuch.
Sie spähte durch das Guckloch in der Tür und konnte erkennen, dass ein schwarzer Wagen nur wenige Meter von ihrer Hütte entfernt hielt. Ein Mann mit brauner Lederjacke, schwarzem Pullover und Jeans stieg aus. Nicole schätzte, dass er ungefähr genauso groß war wie sie. In seinem Mundwinkel hing der langsam erlöschende Stumpen einer Zigarre.
Wallace ging zwei Schritte von der Tür zurück. Kurz darauf klopfte es, und die Stimme des Mannes klang dumpf ins Innere der Hütte.
„Major Wallace, sind Sie da?“
Ihr Atem ging flach.
Wer war dieser Mann?
Die Waffe leicht erhoben wartete sie weiter ab.
Es klopfte erneut.
„Major, mein Name ist John Smith. Colonel der United States Air Force und ich würde gerne mit Ihnen reden.“
Sie ließ die Waffe sinken und schloss die Tür auf. Die Kette ließ sie allerdings eingerastet.
„Was wollen Sie?“
Die Antwort bestand aus einem Lächeln und einem Umschlag, den er durch den Spalt rein reichte.
„Sie sind hiermit reaktiviert worden.“
Wallace sah mit Unglauben auf den Brief, den der Colonel ihr hinhielt. Die Ungläubigkeit verwandelte sich in einen aggressiven Unterton, als sie den Mann ansprach.
„Wenn das ein schlechter Scherz ist … ich habe hier eine geladene Waffe.“
Smith wirkte unbeeindruckt.
„Wahrscheinlich die 9mm Makarov. Ihre Lieblingswaffe und nein, das ist kein Scherz. Ich bin beauftragt worden ein neues SG Team aufzubauen und will sie als meinen Second in Command.“
„Ihnen ist klar, dass ich mit meinem letzten CO eine kleine Auseinandersetzung hatte und deshalb bis auf Weiteres beurlaubt wurde?“
Ein kleines Lächeln stahl sich auf die Lippen des Colonels.
„Durchaus und genau das ist der Grund. Ich kann keinen JA-Sager gebrauchen. Ich brauche jemanden, der mich notfalls auch mal mit einer Handgreiflichkeit davon abhält Scheiße zu bauen.“
Mit diesen Worten drehte Smith sich um und ging zurück zu seinem Wagen. Auf halbem Weg drehte er sich noch einmal um.
„Antritt morgen um 0600.“
John stieg in seinen Wagen und steckte den Schlüssel in die Zündung. Bevor er ihn umdrehte, schaute er noch einmal durch die Wundschutzscheibe.
Wallace stand immer noch in der Tür und schien sich zu fragen, ob das gerade ein Traum, ein Scherz oder beides war. In dem Moment, wo er den Wagen startete, konnte er noch sehen, wie sie den Umschlag öffnete und den Antrittsbefehl herausnahm.
Er zündete sich eine neue Zigarre an.
„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“
Fortsetzung folgt

