Stargate: Battlestar Galactica - Elysium -
#2
Und weiter geht es Angel
2.  Search & Rescue, Part 1

Vor 3 Jahren - Tag des Falls der 12 Kolonien von Kobol
Milchstraße
Erde, SGC, Büro von General Hammond

General Hammond war gemeinsam mit Colonel O’Neill nach der Besprechung mit dem SG-1-Team auf Ebene 18, wo sich das Labor von Daniel befand, nach unten gefahren. Der General wollte ungestört mit dem Colonel sprechen.
“Setzen Sie sich bitte, Colonel”, bat der General auf einen der Stühle deutend, während er die Tür schloss.

Nach einer kurzen Pause fuhr der Stargate-Center-Kommandeur schließlich fort: “Ihre Bitte, ein fast 1000 Meter langes Schiff zu bauen, ist sehr schwer umzusetzen, Jack. Wir benötigen dafür eine sehr große Weltraumwerft, aber das wissen Sie ja selbst. Außerdem können wir unmöglich solch ein großes Projekt auf der Erde oder auf einem den Goa’uld bekannten Planeten, beziehungsweise dessen Orbit durchführen.”

O’Neill runzelte die Stirn und entgegnete: “Wir haben den Asgard oft geholfen, die schulden uns damit einen großen Berg von Gefallen. Und mit Thor habe ich auch schon über dieses Thema gesprochen.”

“Das haben Sie also schon getan. Wie dem auch sei. Der Präsident gibt Ihnen dafür grünes Licht, zunächst einmal die Werft zu bauen“, verkündete Hammond die Entscheidung des Präsidenten. „Die Pläne für die BC-306 werden noch geprüft.”



Andromeda-Galaxie
Nyx-Station, Irgendwo im Cyrannus Sternsystem

Nach sorgfältigen Sicherheitschecks betrat Commander Junus mit einigen Offizieren seines Stabes die Offiziersmesse. Man wollte nun alle verfügbaren Informationen zusammentragen und beraten, was man tun könnte.
Mit einer fünfminütigen Verzögerung erschien auch Commander O’Hara, der Kommandeur der Nyx-Station, begrüßte alle kurz und wies an, ihm zu berichten, was man bisher in Erfahrung bringen konnte.

Die Offiziere, die die Angriffe der Zylonen überlebt hatten, berichteten nun noch einmal ausführlich, was sich in den vergangenen Stunden ereignet hatte, und wie sie aufgefordert wurden, sich zu dieser Station zu begeben. Samuel O’Hara hörte geduldig und aufmerksam zu. Sein Gesicht wurde immer besorgter mit jedem Bericht, den er sich anhören musste.
“Die Zylonen versuchen, uns also auszulöschen. Wir sprechen somit von einem Genozidangriff. Danke, Major O’Brien, für die Informationen, die Sie uns mitgeteilt haben. Auch erwähnten Sie, dass Sie eine Nachricht mit Anordnungen von Admiral Nagala bei sich haben”, O’Hara schaute den Major auffordernd an.
Dieser schaute ihn verstehend an, nickte, stand auf und übergab dem Commander einen Briefumschlag: “Ja, Commander … Admiral Nagala hat mir befohlen, Ihnen das hier persönlich zu überreichen, Sir.”

In der Landebucht bedrängte eine Gruppe von den eingetroffenen Zivilisten die diensthabenden Marines und verlangten, sofort den Kommandeur zu sprechen.
“Bei den Göttern! Wie oft denn noch: Commander O’Hara befindet sich mit weiteren Offizieren in einer wichtigen Lagebesprechung”, rief ein Sergeant den Zivilisten zu.
“Die sollen nicht da sitzen und rumquatschen, sondern los fliegen, um zu kämpfen, und den Zylonen gehörig in den Arsch treten”, schimpfte der Wortführer der Gruppe zurück, der wie einige seiner Begleiter, fein gekleidet war.
Zuspruch machte sich bei den Zivilisten breit: “Ja. Stimmt genau.”
“Zum letzten Mal: Bleiben Sie wo Sie sind!”, befahl einer der Soldaten und musste mit Hilfe seiner Kameraden die Leute immer wieder zurückdrängen.
Der Wortführer ließ aber nicht locker mit seinen Anliegen, auf der Stelle mit einem der verantwortlichen Offiziere sprechen zu wollen.


Virgon, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Natalie Faust hatte sich wieder ins Klassenzimmer begeben, an den Lehrertisch gesetzt und die Augen geschlossen.

Es verging viel Zeit, als sie eine bekannte männliche Stimme hörte, die kalt und gefühllos äußerte: “Was ist das denn, fehlt hier nicht ein knappes Dutzend?”
Natalie sah auf und erkannte im Türrahmen den Schuldirektor, der sie fragend ansah.
Sie schüttelte den Kopf: “Ich konnte es nicht … Ich … Verdammt noch mal, das sind Kinder. Unschuldige Kinder, die ich seit sie hier sind kenne ...”

“Na. Na. Keine Blasphemie”, tadelte John Mephisto und kam langsam auf sie zu. Nach einer kurzen Atempause fuhr er fort: “Wie dem auch sei. Wir haben zahlreiche Städte bombardiert, in denen ebenfalls Menschenkinder gelebt hatten …”
Die Sechs unterbrach ihn und entgegnete: “Und wie viele von uns haben Kindern in die Augen gesehen, in denen sich Angst und Furcht widerspiegelten?”

Der Zylon holte tief Luft, bevor er wieder das Wort übernahm: “Egal. Ich gebe zu, dass auch ein paar Lehrer während der Konferenz entwischt sind. Und leider waren an dem heutigen Tag nur wenige Menschen hier, darum haben wir diesen Bereich nicht bombardiert. Wir werden die Flüchtlinge - Kinder und Lehrer - aufspüren und dementsprechend verfahren.”
“Nein!”
“Was heißt hier: Nein?”
“Nein, heißt Nein! Ich werde keines dieser wehrlosen Kinder umbringen, und Du auch nicht”, stieß Natalie aufgebracht hervor.

Der Schulleiter lachte kurz auf, bevor er noch einmal einen weiteren Versuch startete, seine Partnerin zu überzeugen: “Ich will dich nur daran erinnern, dass die meisten Eltern dieser Kinder zum größten Teil bei der Kolonialflotte, also beim feindlichen Militär sind. Außerdem ist es humaner für diese Kinder, wenn wir sie auslöschen, anstatt sie ihrem Schicksal zu überlassen, wo sie verhungern - oder aber vielleicht auch getötet und … na ja, Du weißt schon. Es sind eben Menschen.”

“Ich bezweifle, dass Gott dies alles hier, vor allem aber den Mord an diesen Kindern, gut heißt”, konterte die Zylonin.
Dieser Konter saß, so dass Mephisto lange Zeit überlegte, bevor er dann lächelte und seinen Vorschlag unterbreitete: “Ich mache dir einen Vorschlag. Also dir sind laut diesem Klassenbuch hier 14 Kinder entkommen, mir zwei Lehrer, die aus dem Fenster gesprungen sind. Außerdem sind noch zwei komplette Klassen und zwei weitere Lehrer verschwunden. Darum schlage ich nun vor, dass wir uns erst einmal zurückziehen, bis Verstärkung hier ist.”

Der Zylon legte eine dramatische Pause ein. Die Zylonin schaute ihn irritiert an und fragte schließlich: “Was hast du vor?”

“Ab übermorgen werden wir für … sagen wir mal zwei Wochen die Flüchtlinge verfolgen. Finden wir sie in dieser Zeit, werden wir sie alle töten. Sollten wir sie erst später aufgreifen, lassen wir zumindest die Kinder am Leben, um sie zu erziehen und zu studieren”, antwortete John Mephisto und grinste dabei verschlagen.
Natalie bemerkte den Blick und fragte nach: “Wo ist der Haken?”
“Natürlich gibt es einen. Ich glaube aber nicht, dass du es wissen willst”, meinte der Zylon, während er sich die Sitzordnung der Klasse von Natalie ansah und die Namen der Schüler überflog.

“Ich denke, das gehört zu dem Vorschlag dazu. Also raus mit der Sprache!”, verlangte die Zylonin.
Der Zylon tat so, als dachte er kurz nach, dann nickte er: “Na schön, hör gut zu! Du weißt ja, dass du ungehorsam warst und als Buße für deine Fehler wirst du, weil du eine Sechs bist, Natalie, sechs Kinder, die ich aussuchen werde, persönlich hinrichten, wenn wir die Flüchtlinge ab übermorgen in den nächsten zwei Wochen finden sollten. Nimmst du diesen Vorschlag nicht an, werden alle Kinder sterben.”

Natalie Faust rann ein kalter Schauer den Rücken herunter. Sie wusste, dass sie einwilligen musste und stimmte dem Vorschlag schweren Herzens zu: “Na gut, einverstanden. Aber ich bete, dass wir in den nächsten Wochen keinen Erfolg haben werden.”
Mephisto nickte zufrieden und versicherte: “Sehr gut. Wir werden sehen. Ich verspreche dir, heute und morgen niemanden im Umkreis von 14 Meilen von dieser Schule verfolgen zu lassen und alle Truppen zurückzuziehen. Und dass ich alle Bedingungen einhalten werde, egal was passiert.”
‘Das hoffe ich für dich’, dachte die Zylonin, als sie beide den Raum und dann schließlich in Begleitung von acht Zenturios das Schulgelände verließen.

Zur selben Zeit, tief unter der Erde in einer verlassenen Schutzanlage, wurden die vier überlebenden Lehrer sowie 52 überlebende Schüler von einigen Mitgliedern des Schulpyramidteams, darunter war auch Ryan, der ältere Bruder von Tabita und Lucas, durch geheime Gänge, einem Labyrinth aus Tunneln und Räumen, in ein unterirdisches Versteck geführt.

Als sie ihr Ziel erreicht hatten, hatte sich einer der Lehrer soweit von seinem Schock erholt, dass er wieder Kraft und genug Stimme hatte, dem zehnjährigen Ryan und seinen Freunde zu danken, während die anderen Lehrer sich große Mühe gaben, die anderen Kinder zu trösten und zu beruhigen, so gut sie konnten, solange sie unterwegs waren.

Als alle ihr endgültiges Ziel, einen alten Schutzbunker, erreicht hatten, stieß Oliver Wilder, der sich bisher mit Ryan und weiteren Mitgliedern des Sportteams unterhalten hatte, einen anerkennenden Pfiff aus. Dann wurde das schwere Schott verschlossen.
“Also hier treibt ihr euch immer herum, wenn keiner weiß wo ihr steckt”, stellte eine Lehrerin, Sara Douglas fest, die sich ihren verletzten linken Arm hielt.

Der andere Lehrer, Thomas Hale, wandte sich ebenfalls an Ryan und seine elf Freunde: “Wo sind eure Schulsachen?” Gemeinsam gingen die Kinder zu einem Schrank, öffneten diesen und präsentierten mit einem “Hier drin” zwölf Taschen.
“Wer sagt‘ denn. Zumindest vorschriftsmäßig verwahrt”, stichelte sein Kollege, der einen Thyliumgenerator begutachtete.

Allmählich dämmerte den Lehrern, wo in all den vergangenen Jahren aussortierte Gegenstände und Sachen hingelangt waren. “Eine unterirdische Quelle mit einem kleinen See, Liegen, Betten, Schränke, Generatoren … wirklich nicht schlecht”, bemerkte die andere Lehrerin, Esther Paris, die ihrer Kollegin sorgfältig den Arm versorgte, und sich bisher aus der Diskussion herausgehalten hatte.
“Wir sollten froh darüber sein, dass diese Kinder auch ausgerechnet heute den Unterricht ebenfalls geschwänzt haben und wir in Sicherheit sind.“

“Und was nun? Was machen wir jetzt?”, fragte der Lehrer, der sich vor kurzem mit den Kindern unterhalten  hatte. Die vier Erwachsenen begannen, sich zu beraten, bis man nach einer guten Stunde beschloss, zunächst in diesem Versteck auszuharren.
“Nächstes Problem: Hier gibt es zwar Nahrungsmittel und so weiter, doch wird es nicht lange ausreichen”, sprach Sara Douglas ein wichtiges Thema an.
Der Lehrer, der sich sorgfältig umgesehen hatte, nickte: “Wasser ist kein Problem. Aber wir brauchen Decken, Proviant und so weiter … am besten, wir fragen die Kinder, denn anscheinend kennen sie sich hier bestens aus – vor allem die geheimen Wege und Pfade.”


Nyx-Station, Irgendwo im Cyrannus Sternsystem

Nach einer langen Sitzung mit der Teilnahme der meisten führenden Offiziere hatte man endlich alle verfügbaren Informationen zusammengefasst. Der von Admiral Nagala zum Admiral beförderte Commander Samuel O’Hara erteilte seine ersten Befehle: “Danke für den ausführlichen Bericht Major O’Brien. Ich will, dass alle militärischen und zivilen Schiffe sofort ihre CNP-Einheiten entfernen und danach sämtliche Computersysteme säubern! Ich will keine böse Überraschung deswegen mehr erleben. Sollte jemand von Ihnen Doktor Gaius Baltar aufgreifen, wird er sofort verhaftet! Die Anklage für diesen Dreckskerl könnte Hochverrat lauten. Wir befinden uns in der Nähe des Helios Beta Systems. Daher will ich, dass wir in diesem System so viele zivile und militärische Schiffe einsammeln, wie wir können. Da laut den Berichten das Alpha- und Gamma-System scheinbar am stärksten von den Angriffen betroffen sind, weiten wir unsere Suche noch auf das Delta-System aus! Doch ich will, dass alle beteiligten Raptorcrews mit absoluter Vorsicht vorgehen! Sie haben ab jetzt 84 Stunden Zeit, diese Mission durchzuführen, und die …” Zu seinem Ärger wurde der Admiral abrupt von einem Zivilisten, der in Begleitung von einigen Marines war, unterbrochen. Der Sergeant entschuldigte sich sofort für das unangemeldete Eindringen: “Tut mir leid, Sir. Dieser Mann hier sagt, er wäre ein Mitglied des Quorums und wollte dringend mit einem Verantwortlichen sprechen.”
Admiral O’Hara verzog das Gesicht: “ Sie können den Mann loslassen, Sergeant! … Also, was wollen Sie, Mister?”

Der Politiker glättete noch einmal kurz seinen Anzug, bevor er sich räusperte und auf die Frage antwortete: “Mein Name ist Bruce Wales, Ratsmitglied von der Kolonie Picon. Einige weitere Mitglieder der Regierung und ich waren gerade auf dem Weg nach Leonis, als die Zylonen angriffen. Und nun frage ich Sie: Worauf warten Sie eigentlich noch? Es herrscht Krieg, und Sie und alle anderen hier sitzen nur da und reden …”

“Mister Wales. Wir haben momentan nicht die militärischen Mittel, um einen wirkungsvollen Gegenschlag durchzuführen. Denn laut der Berichte und Meldungen, die mir erst seit kurzem vorliegen, verfügen die verfluchten Toaster über eine riesige Armada von mindestens 100 Basisschiffen. Die Hilfs- und Begleitschiffe, Jäger und schweren Jäger nicht mitgezählt. Bei allem Respekt, bei dem, was Sie da von uns verlangen, können wir die meisten unserer Leute sofort an die Wand stellen - das würde im Ergebnis keinerlei Unterschied machen. Außerdem kommen die meisten von den Frauen und Männern gerade von der Akademie oder Offiziersschule und sollten erste praktische Erfahrungen auf Kampfsternen sammeln. Hätte ich allerdings das benötigte Personal und die dreifache Stärke an Ressourcen zur Verfügung, würde ich sofort zum Gegenschlag ausholen. Aber mit nur zwei großen Kampfsternen und acht kleineren des Valkyrie-Typs ist das glatter Selbstmord. Admiral Nagala hat dies vor gut sechs, acht Stunden über Virgon versucht - mit dem katastrophalen Ergebnis, das alle Schiffe dieser Flotte zerstört wurden, bis auf vereinzelte Raptor und Viper. Doch wir versuchen natürlich, so viele zu retten, wie wir es in den nächsten knappen vier Tagen können. Mehr kann ich nicht riskieren, denn unser aller Überleben, das unseres Volkes und unserer Rasse steht auf dem Spiel”, wies der Admiral den Politiker zurecht.

“Tut mir Leid, Admiral. Ich wusste nicht, dass …”, versuchte Wales sich stotternd zu entschuldigen und sein Anliegen zu rechtfertigen.
“Schon gut. Wir stehen alle momentan ziemlich unter Druck”, nahm es der Admiral zur Kenntnis, dann wandte er sich wieder den Offizieren zu.
Samuel O’Hara räusperte sich kurz, bis er ungestört fortfahren konnte, und verkündete: “Laut Paragraph 3, Absatz 12 des Gesetzes der Kolonialen Flotte ist jeder, der Militärdienst geleistet hat, wieder im aktiven Dienst! Jeder von Ihnen macht eine entsprechende Durchsage auf seinem Schiff!”

Tamara Edwards, CAG von Commander McBride an Bord der Battlestar Heracles, drehte sich ihrer Kommandantin zu: “Da wird Jonathan aber ziemlich schlechte Laune bekommen, wenn er das hört.” “Kann ich mir vorstellen, Major”, bestätigte McBride, “und nun keine Scheu, sprechen Sie den Admiral an und tragen Sie Ihr Anliegen vor.”

Major Edwards strich sich noch einmal über ihre schulterlangen blonden Haare, um sich zu sammeln, dann wandte sie sich an den Admiral: “Admiral O’Hara, Sir. Darf ich offen sprechen und ein Anliegen vortragen?”
O’Hara wandte sich in ihre Richtung und nickte ihr freundlich zu: “Wenn Politiker hier sogar schon reinplatzen und reden dürfen … Spaß beiseite. Was gibt es, Major Edwards? Sie dürfen offen sprechen.”

“Viele an Bord dieser BSG haben Kinder, die in eine Privatschule auf Virgon gehen. Diese liegt weit außerhalb der Städte und sonstigen Siedlungen. Ich bitte Sie darum, die Menschen und drei meiner Kinder, die sich noch dort befinden, retten zu dürfen.”

Der Admiral dachte einige Minuten lang sorgfältig über dieses Anliegen nach, bevor er sich entschieden hatte: “Commander McBride. Sie und ihre Crew nehmen sich zuerst Virgon und danach Leonis vor! Planen sie diese Mission sorgfältig! Es werden sie dazu noch vier Kampfsterne der Valkyrie-Klasse, als Unterstützung begleiten. So, abschließend danke ich Ihnen allen noch einmal für Ihr Kommen. Los an die Arbeit! Wegtreten!”


Virgon, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Zur selben Zeit schärften die Lehrer den Kindern, die sich an der Aktion beteiligten, noch einmal ein, wie sie sich im Schulgebäude auf der Suche nach den benötigten Sachen verhalten sollten, und erklärten allen wiederholt, was man meisten benötigte.
“Also los!”, gab Oliver Wilder das Zeichen zum Aufbruch.

Als sie alle aus dem geheimen Zugang in der Bibliothek traten, stellten sie nach kurzer Erkundung überrascht fest, dass sich niemand weiteres auf dem Schulgelände aufhielt und dass sogar die Toten verschwunden waren. Dennoch ließen sie allerhöchste Vorsicht walten, während sie die Räume, die Zimmer, das Lager, die Küche und die Speisekammer der Schule durchsuchten.

Nach ihrem erfolgreichen Beutezug verschwanden sie genauso wieder, wie sie gekommen waren - hinter dem Geheimgang, der in einer versteckten Drehtür hinter dem Kamin der Schulbibliothek verborgen war. Schwer beladen mit ihrer überlebenswichtigen Fracht, die sie in Rucksäcke und Taschen verstaut hatten, liefen sie durch die niedrigen und engen Gänge, die so angelegt waren, das sich unmöglich ein Zylon hier herunter begeben konnte.

Als sie alle wieder bei den Zurückgebliebenen ankamen, sortierten sie alles, was sie brauchen konnten an Kleidung, Nahrungsmitteln, Erste-Hilfe-Koffern, Gaskochern, Taschenlampen, Decken und andere Sachen, die ihnen als nützlich erschienen.
Einer der Lehrer hatte einige alte Waffen gefunden und ebenfalls mitgenommen.


Battlestar Heracles, Nyx-Station, Helios Beta System, Cyrannus-Sternsystem

Ein junger Mann wies sich bei der Wache aus, betrat das Quartier von Commander Diana McBride, hörte kurz zu, um was es ging und sagte schließlich: “Ich kann euch führen.”

McBride drehte sich verärgert in die Richtung, woher die Stimme kam und zügelte ihn sofort: “Nun mal langsam junger Mann! Wer sind Sie überhaupt und weshalb stören Sie dieses Briefing?”
Anstatt des jungen Offiziers antwortete ihr CAG im Flüsterton: “John. Den Göttern sei Dank, du lebst.” Tamara Edwards stürzte auf ihren achtzehnjährigen Sohn zu und zog ihn erleichtert in die Arme.
“Entschuldigung, Sir“, drehte sie sich wieder um. “Darf ich vorstellen, mein ältester Sohn, Lieutenant John Edwards.”

“Ahh, ja. Wenn das mal kein gutes Omen ist. Und nun zu Ihnen: Wie kommen Sie überhaupt auf die Idee, uns bei der Mission helfen zu können, Lieutenant?”, fragte Commander McBride.

“Ich war selber sechs Jahre auf dieser Schule, bevor ich auf die Akademie der Kolonialflotte gekommen bin, Sir”, fing John an, zu erklären. “Darum kenne ich mich dort sehr gut aus. Es gibt in der Bibliothek einen geheimen Zugang beim Kamin, der in einen alten Bunker führt, der noch aus der Zeit des ersten Zylonenkrieges stammen muss. Ich habe Ryan davon erzählt, da ich selber auch im Pyramidteam der Schule gespielt habe. Wenn es Überlebende gibt, dann halten sie sich mit Sicherheit dort auf.”

Commander McBride musste diesmal nicht lange überlegen: “Na schön. Sie haben mich überzeugt und sind damit im Team. Können Sie auch fliegen, Lieutenant Edwards?”
“Ja. Raptor und die Viper Mark II”, antwortete John, als gerade Admiral O’Hara hereinkam. Dieser sah sich kurz um und fragte: “Ist er noch nicht da?”
“Nein, Sir. Bisher nicht”, antwortete Major Edwards.

Bevor einer der Umstehenden fragen konnte, wer gemeint war, öffnete sich schon die Tür und ein Mann um die Vierzig, in eine grüne Uniform gekleidet, betrat das Quartier.
Er nickte in die Runde: “Admiral. Commander. Major. Sie wollten mit mir sprechen.“ Dabei fiel sein Blick auf den jungen Mann.
„Oh, hallo John“, stellte er erfreut fest, „Schön, dass du es geschafft hast.”
“Hallo Dad.”
“Also, was gibt es?”

“Warum so kühl, trocken und reserviert. Wie ich sehe, hat Sie Major Edwards schon in Kenntnis gesetzt”, begann der Admiral, “dass Sie sich wieder im aktiven Dienst befinden, Jonathan. Wo wir gerade davon sprechen, wo ist überhaupt Ihre Dienstuniform?”

“Sie wissen doch ganz genau, dass ich diese hier bevorzuge, Samuel”, antwortete Jonathan.

Der Admiral hob leicht genervt die Augenbrauen: “Natürlich – wie konnte ich das vergessen … Sie werden auf der Heracles dienen, Edwards.“
Und bedeutete dann McBride, fortzufahren. “Wir haben eine sehr wichtige Mission vor uns und ich brauche einen erfahrenen Offizier an meiner Seite …”, begann Diana McBride. Jonathan Edwards unterbrach sie grinsend: “Erfahren?! Ich bin seit knapp vier Jahren nicht mehr im Dienst.”

Commander McBride ließ sich nicht beirren und fuhr fort: “…was man gelernt hat, vergisst man nicht so schnell. Also - ich brauche einen fähigen XO an meiner Seite, denn mein aktueller ist mir zu grün hinter den Ohren für diesen Job.”

Tamara Edwards lächelte leicht, als sie ihren Mann anschaute, der sich beide Hände vor das Gesicht geschlagen hatte und sich die Augen rieb.

Nun übernahm wieder Admiral O’Hara die Wortführung: “Ich habe hier einen Brief von Admiral Nagala, den er mir zukommen ließ, als die Atlantia unter dem Beschuss der Zylonen stand. Kurz vor seinem Tod erwog er den Plan, Sie in den Rang des Admirals für die BSG 98 zu befördern - doch er ließ davon ab, weil er befürchtete, dass Sie ihn in den tiefsten Abgrund des Tartaros wünschen würden …”
“Da hatte er gar nicht mal so Unrecht”, brummte Jonathan.
Der Admiral straffte seine Schultern und holte tief Luft: “… Jonathan Richard Edwards: Sie erhalten Ihren alten Rang, den eines Commanders zurück, bevor Sie den Dienst wegen gesundheitlicher Probleme quittierten, und schließlich Admiral Cain das Kommando auf der Pegasus übernahm.”



Tag 1 nach dem Fall der 12 Kolonien der Kolonien
Andromeda-Galaxie
Heracles CIC, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Der Kampfstern Heracles, ein Battlestar der Mercury-Klasse, hatte seinen Liegeplatz an der Nyx-Station verlassen und wartete nun auf die Erlaubnis, seine Mission beginnen zu können. Es waren zehn Stunden seit der Besprechung vergangen und der Admiral hatte angeordnet, dass sich die Besatzungen der fünf Schiffe zunächst einmal ausruhen sollen.

Auf dem DRADIS-Bildschirm im CIC der Heracles beobachteten McBride, Edwards und einige weitere Offiziere, wie die vier Schiffe der Valkyrie-Klasse, die Trojan, die Minos, die Aron und die Icarus, bereits in Formation gingen und auf den Einsatzbefehl und auf sie warteten.

Commander Diana McBride, die ihre Crew eben noch auf den wichtigen Einsatz eingestimmt hatte, nickte kurz, nahm den Hörer von der Konsole und sagte: “Admiral O’Hara, hier ist die Heracles. Wir sind soweit.”

“Hier ist der Admiral. Commader O’Hara, Sie haben das Kommando bei diesem Einsatz. Die Spähraptoren sind zurück und melden, dass alles sauber ist. Sie haben somit grünes Licht. Gute Jagd. Und bringen Sie alle wieder wohlbehalten zurück. Vergessen Sie vor allem die Frist nicht … und seien Sie vorsichtig”, ertönte die Stimme des Admirals aus den Lautsprechern.

“Das hoffen wir alle”, flüsterte der Taktikoffizier, bevor dann die ganze Crew diesen kurzen Satz laut und mehrmals wiederholte.
McBride schaute sich kurz im CIC um: “Danke, Sir.“ Dann ordnete sie an: „Sprung vorbereiten! … Und auf mein Kommando durchführen!”
Sie begann runterzuzählen: “…und Überlichtsprung!”


Virgon - Heracles, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Der Taktikoffizier überprüfte kurz das DRADIS, bevor er schließlich erleichtert vermeldete: “Keine Zylonen in Sicht. Das DRADIS ist leer. Keine Kontakte - bis auf die zahlreichen Trümmer- und Wrackteile, die von Kampfsternen, Viper und Raptor stammen müssen, und natürlich den vier Kampfsternen der Valkyrie-Klasse.”

Commander McBride, Commander Edwards und ein junger Major, der der eigentliche XO war, sowie der Taktikoffizier beobachteten weiter aufmerksam das DRADIS - nichts passierte.
“Na schön, irgendwie gefällt mir das nicht“, Jonathan Edwards presste die Lippen zusammen. „McBride, ich schlage vor, unser Zielgebiet über Virgon anzusteuern und darüber hinaus in einer Verteidigungsformation in Stellung zu gehen, um einen sicheren Rückzug unserer Bodenteams zu gewährleisten”, setzte er noch hinzu. Edwards hatte der Bitte von Commander McBride nachgegeben, nicht zusammen mit Major Edwards und Lieutenant Edwards auf Virgon nach anderen und seinen noch vermissten drei Kindern zu suchen. Diana nickte zustimmend und gab dessen Vorschläge im Befehlston an ihre Crew und den kleinen Verband weiter.

Eine junge Frau, Major Patricia James, die eigentlich den Dienst des XO auf der Heracles ausüben sollte, schaute den beiden älteren Offizieren, besonders Commander Edwards aufmerksam über die Schulter.
“Alle unsere Viper befinden sich startbereit in den Startröhren. Ebenso die der anderen vier Schiffe unseres Verbandes”, meldete der Kommunikationsoffizier.

“Hier ist Commander McBride. Such- und Rettungsteams, ihr habt Starterlaubnis!”

“Die Uhr steht jetzt bei 23 Minuten und noch immer keine Zylonen zu sehen”, äußerte Major James und behielt gemeinsam mit Commander McBride und Commander Edwards das DRADIS im Auge. Doch sah man nur die eigenen Flugzeuge, die sich weiter ungehindert auf die Planetenoberfläche von Virgon zu bewegten.


Zur selben Zeit auf Virgon, in der Sicherheit ihres Zufluchtortes spielten einige der Kinder Pyramid, andere vertrieben sich die Zeit mit Lesen, während die vier Lehrer alles sortierten und den Vorrat an Lebensmitteln einteilten. Vor circa drei Stunden waren die meisten von ihnen von einer weiteren Runde zurückgekehrt, in der sich alle aus ihren Zimmern persönliche Dinge geholt hatten; und wie beim ersten Mal, war keine Spur von den Zylonen zu erkennen gewesen. Dieses Verhalten sorgte mittlerweile bei allen für großes Unbehagen, so dass jeder etwas tat, um sich davon irgendwie abzulenken. Man hatte vorsichtshalber beschlossen, nicht mehr nach oben zu gehen, außer - es sei zwingend erforderlich.

“Toller Wurf, Gordon”, rief einer dem Werfer zu, der seinen Ball gerade im Ziel versenkte.

“Diese Ruhe vor dem Sturm bringt mich noch um”, murmelte die am Arm verletzte Lehrerin leise ihren Kollegen zu, um die Kinder nicht zu ängstigen.
Wilder nickte: “Den Gang in der Bibliothek vom Kamin hierher runter haben wir sicherheitshalber blockiert. Wenn sich also jemand gewaltsam Zutritt verschafft, werden wir durch den Lärm wenigstens gewarnt.”
Hale meinte brummend: “Somit bleiben uns nur noch zwei Fluchtwege.”

Nun wandte sich Esther Paris ihren Kollegen zu: “So, ich bin fertig. Wir haben genug Lebensmittel für zwei Wochen, bestenfalls für drei, wenn wir alles etwas strecken.”


Nyx-Station, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Der XO von Admiral O’Hara verkündete seinen Vorgesetzten die gute Nachricht, dass ein Kampfstern der Valkyrie-Klasse eine weitere kleine Flotte von elf zivilen Schiffen entdeckt hatte. Der Admiral forderte seinen XO auf, sofort Kontakt aufzunehmen, dass sich diese Schiffe an der Nyx-Station einfinden sollten. “… ich will, dass die Zivilisten zunächst an Bord ihrer Schiffe bleiben, da ich erst einmal erfahren will, wer alles dort an Bord ist!”, ordnete O’Hara zusätzlich an.

Kurz darauf informierte ihn ein Kommunikationsoffizier, dass man eine verschlüsselte Nachricht empfangen hatte, die offenbar von der Galactica stammte. Der Admiral und sein XO schauten sich die Nachricht auf dem Ausdruck an.
“Commander Adama übernimmt scheinbar das Kommando über die Flotte”, murmelte der Colonel, “und will, dass sich alle verfügbaren Schiffe bei Ragnar versammeln. Könnte aber auch eine Falle der Zylonen sein.”

Samuel O’Hara nickte: “Das wäre gut möglich. Aber vielleicht ist die Galactica ja doch entkommen. Und um sicher zu gehen, will ich, dass sich vier Aufklärungsraptor en zur Ragnar-Anlegestelle begeben und die Situation erkunden! Keine Kontakte! Nur die Lage überprüfen! Außer, es ist wirklich Adama, dann Kontakt aufnehmen!”

“Unsere Raptoren sind momentan alle im Einsatz”, warf der Colonel ein. “Doch ich werde umgehend vier davon abziehen und in die Mission einweisen lassen!”

3.  Search & Rescue, Part II

Vor 3 Jahren
Tag 1 nach dem Fall der 12 Kolonien
Andromeda-Galaxie
Heracles CIC, Orbit von Virgon, Helios Beta System

“Hier ist der CAG”, begann Major Tamara Edwards, die bereits in einem der Einsatzraptor saß, ihre Mitteilung, “wir sind alle an Bord, und einsatzbereit, Sir.”
“Na, dann los. Plan ausführen und die Eskortviper starten!”, ordnete McBride an.
“Die Viper 12 bis 46 sind unterwegs und nehmen ihre Positionen ein”, meldete der Taktikoffizier, während Commander Edwards immer noch argwöhnisch das DRADIS beobachtete.
Kurz darauf starteten von allen Kampfsternen ebenfalls die angeforderten Raptoren, die sofort von den Vipergeschwadern zur Planetenoberfläche eskortiert wurden.

Edwards schaute nach wie vor konzentriert auf den Bildschirm über seinem Kopf. Er war angespannt und schüttelte schließlich mit dem Kopf: “Die Sache gefällt mir nicht. Mister Shawn, geben Sie mir die Trojan!”
Commander McBride nickte zustimmend, denn auch ihr behagte die Situation nicht besonders. “Jawohl Sir … Verbindung steht.”

Jonathan nahm den Hörer von der Konsole: “Commander Fisher, hier ist Commander Edwards von der Heracles. Ich will, dass Sie von ihrem und von den drei anderen Schiffen vier Raptoren und 16 Vipern starten und in vier Staffeln um den Planeten auf Patrouille schicken! Sie sollen in sich über den Polen und den Äquator von Virgon langsam bis zur anderen Seite des Planeten fliegen, und die Lage dort erkunden!”
“In Ordnung, Commander Edwards. Ich gebe Ihren Befehl sofort weiter”, vernahm er die Stimme von Fisher aus dem Hörer.


Nyx-Station, Irgendwo im Cyrannus Sternsystem

Auf der Station gingen immer mehr Berichte von gefundenen Zivilschiffen ein, die den Angriffen der Zylonen bisher entgangen waren. Darunter befanden sich neben Passagier- und Frachtschiffen ein beschädigtes Thyliumschiff, welches man im Asteroidengürtel des Helios Beta Systems gefunden hatte.
Somit stieg die Anzahl der Schiffe zum wiederholten Male an, die Listen wurden an Wales und dem Admiral weitergereicht. Der Politiker hatte einen Platz zugewiesen bekommen, wo er nun die eingehenden Nachrichten durchging.

“Das sind wirklich gute Nachrichten. Schicken sie eines unserer Schiffe der Berzerk-Klasse dorthin, sie sollen die Crew und die möglichen Passagiere an Bord nehmen, die Ladung aufnehmen sowie alles Verwertbare an Lebensmitteln und so weiter, und dann sofort wieder hierherkommen! Keine Heldentaten!”, ordnete Colonel O`Hara, der XO der Station an, da Admiral O’Hara anderweitig beschäftigt war.

Bruce Wales ging auf die aufgestellte Tafel zu, um die Zahl zu korrigieren, die sich darauf befand. “Bisher haben wir 29.491 zivile Flüchtlinge bei uns versammelt, die den Angriff überlebt haben”, murmelte er.

Der Admiral rieb sich müde die Stirn: “Es werden immer mehr Schiffe um uns. Somit wächst auch die Gefahr, entdeckt zu werden. Ich will, dass man die Personalien von allen überprüft, denn wir benötigen zusätzliches Personal und somit Unterstützung in allen Bereichen, besonders Mediziner und Piloten! Geben Sie die Notsprungkoordinaten an die zivilen Schiffe weiter, und zusätzlich soll die CAP verstärkt werden, Colonel!”
Der XO nickte seinem Vorgesetzten, welcher auch sein älterer Bruder war, zu.


Anlegestation Ragnar, Cyrannus Sternsystem

Die Besatzung vom Aufklärungsraptor mit der Kennung CF-2234 hatte den Kürzeren gezogen und musste nun die Vorhut übernehmen, und überprüfen, ob die Lage auch sicher war.
“Oh meine Götter. Verflucht! Das sind ja Dutzende von Zylonen”, entfuhr es dem Raptorpiloten, als er die Raumschiffe der Feinde sah, kurz nachdem sie angekommen waren.
“Nichts wie weg hier! Die verfluchten Toaster haben uns bereits entdeckt”, brüllte der Co-Pilot, als zwei zylonische Jäger Kurs auf den Raptor nahmen. Denkbar knapp nur konnte sich dieser mit einem Überlichtsprung retten.

An Bord eines der Basisschiffe vor Ort bemerkte man diesen unerwarteten Besuch ebenfalls und man beschloss, mit dieser Begegnung nicht allzu nachlässig umzugehen. Nach kurzer Beratung einigten sich die Zylonen darauf, Patrouillen von Jägern auszusenden, um nach weiteren Menschen zu suchen, die bisher entkommen waren.



Milchstraße
Erde, SGC, Besprechungsraum

Im Briefing Room des Stargate-Centers konnte Major Carter nach mühevoller, gemeinsamer Arbeit mit Doktor Jackson die erste komplette Stargateadresse präsentieren, die man aus den Rätseln der Antiker zusammengestellt hatte.

Als beide endlich ihren Vortrag beendet hatten, verzog Colonel O’Neill das Gesicht: “Es ist eine Adresse mit acht Koordinaten. Also führt es uns in eine andere Galaxie.”
Sam nickte, und bestätigte: “Der Colonel hat Recht. Wir benötigen jede Menge Energie für den Aufbau eines Wurmlochs, um eine Verbindung herzustellen, und diese auch stabil aufrecht zu erhalten.”
Teal’c, der bisher schweigend zugehört hatte, fragte: “Wohin würden uns die Symbole führen?”
“Aufgrund der Simulationen, die wir durchgeführt hatten - vermutlich in die Andromeda-Galaxie. Also außerhalb unserer Reichweite”, antwortete Daniel und legte den Bericht auf dem Konferenztisch ab.

“Speichern Sie die Adresse ein, Major! Irgendwann kommen wir schon dort hin”, ordnete General Hammond nach einer kurzen Pause an, danach entließ er das Team.



Andromeda-Galaxie
Virgon, Helios Beta System, Cyrannus Sternsystem

Die Nacht war gerade hereingebrochen, als die 24 Raptoren auf dem Schulgelände landeten. Die Viperstaffeln flogen Patrouillen im näheren Umkreis.
Major Edwards hatte einen Funkspruch von der Heracles bekommen. Sie teilte dem Such- und Rettungsteam mit, dass eine Falle der Zylonen vermutet wurde und deshalb CAP’s zusammengestellt werden sollten, um die Lage über Virgon genauer zu sondieren und befahl am Ende: “…, herhören: Die Piloten und achtzehn Marines bleiben bei den Raptoren und bauen eine Verteidigungslinie auf, für den Fall, dass wir Probleme bekommen! Der Rest kommt mit mir. Lieutenant Edwards, Sie zeigen uns den Weg. Ausrücken!”

Die im Orbit befindlichen vier Patrouillen hatten mittlerweile beinahe den Planeten umflogen und die Tagseite erreicht. “Hier Raptor CF-201 ... bisher nur Trümmer- und Wrackteile von Kampfsternen auf dem DRADIS. Wie schaut es bei euch aus?”
“Genau das Gleiche.”
“Hier auch.”
“Möchte mal wissen, was der Commander gemeint hat”, fing der letzte an, wurde doch sofort still und fing dann an, laut zu fluchen, als er einige Basisschiffe und Jäger erkannte, die versuchten, sich hinter den Wracks der Kampfsterne zu verbergen.

“Götter. Nichts wie weg hier, und sofort zurück zur Basis!”, befahl der Staffelführer, als er sich von der Nachricht erholt hatte.

Einige Raider der Zylonen nahmen in der Zwischenzeit bereits deren Verfolgung auf.


Heracles CIC, Virgon, Helios Beta System

Die Nachricht, die der Kommunikationsoffizier seinen Vorgesetzten mitteilte, dass sich drei bis vier Basisschiffe der Zylonen hier versteckt hielten, bestätigten die düstere Vorahnung von McBride und Edwards.

“Na schön. Die Raptoren sollen auf dem Gelände der Schule landen und bei der Evakuierung der Überlebenden dort helfen - ebenso die Viper! Geben Sie auch sofort unseren Einsatzkräften auf Virgon Nachricht, dass die Party heiß werden wird, weil ungebetene Gäste zum Essen kommen!”, ordnete Commander McBride an.
Sie und auch Commander Edwards wussten, dass ihre Chancen aussichtslos stünden,  wenn nicht die vier Schiffe der Valkyrie-Klasse bei ihnen wären.

Auf dem DRADIS-Monitor konnte man erkennen, wie die Basisschiffe Kurs auf die Heracles nahmen und die erste Welle von Jägern starteten, um die Menschen anzugreifen.

“Hier ist Commander McBride: Gefechtsalarm für den gesamten Verband! An alle Geschütze: Feuer frei, um die Schutzzone aufzubauen, und alle verfügbaren Viper starten! Bringen Sie uns in eine günstige Ausgangslage, so dass wir über den anderen Schiffen positioniert sind! Denn wir können einiges mehr einstecken als zum Beispiel die Trojan.”
Jonathan Edwards nickte zufrieden und fragte sich, weshalb er eigentlich hier sein sollte.

“Schutzzone ist aufgebaut. Und die ersten sechs Geschwader sind innerhalb der nächsten zwei Minuten auch draußen”, meldete der Taktikoffizier.

Die Kommandantin des Kampfsterns lächelte Commander Edwards und Major James zu: “Sehr gut. Aber wir müssen schneller werden! Überlichttriebwerke auf Standby!”

Auf dem Planeten selbst hatten sich die Marines bereits durch das Hauptgebäude der Schule vorangetastet und waren in der Bibliothek angekommen. Einer der Marines versuchte seit einigen Minuten vergeblich, die Geheimtür zu öffnen. Auch mit Unterstützung gelang es nicht, darum schimpfte und fluchte er: “Verdammter Mist. Der Zugang muss von der anderen Seite blockiert worden sein, Sir.”

Die Soldaten gaben schließlich schwer atmend und schwitzend auf. Tamara Edwards schaute ihren Sohn auffordernd an: “Gibt es noch weitere Zugänge in den alten Bunker? Denn die Zeit wird allmählich knapp.” Beim letzten Satz tippte sie ihr Headset an und erinnerte alle an die letzte Nachricht, die sie erhalten hatten, und auch - was ihnen allen drohte.

Der junge Lieutenant dachte fieberhaft nach und erinnerte sich schließlich: “Da gibt es einen alten Minenschacht, ungefähr 500 Meter von hier entfernt. Dieser Zugang liegt am Nächsten und der andere ist noch weiter weg …”
“Das reicht, John“, unterbrach Major Edwards ihren Sohn und ordnete an: „Sergeant Wilder, Sie bleiben mit fünf Mann hier im Gebäude, für den Fall, dass doch noch einige weitere Überlebende auftauchen sollten!” Sie verließ mit ihm und den restlichen Marines das Gebäude.


Auf dem Flaggbasisschiff der kleinen Zylonenflotte betrat John Mephisto die Brücke und meinte zynisch: “Sieh an. Wir haben Besuch.”
Ein Vierermodell nickte: “Ja, ein Kampfstern der Mercury-Klasse, sowie vier kleinere Kampfsterne mit ihren Kampfflugzeugen sind hier eingetroffen, und außerdem ist eine große Anzahl von Raptor auf dem Planeten gelandet, in dem Bereich, wo sich die Schule befindet. Wir haben den Kampf bereits aufgenommen.”

“Aber - was wollen die hier?”, fragte einer der Leobens.
“Nach Überlebenden suchen, um diese zu retten”, vermutete Natalie Faust.
“Wenn das so ist”, begann Mephisto, “gibt es eine kleine Planänderung. Da die Kolonialen Schiffe uns den direkten Weg zum Zielgebiet versperren, sind wir gezwungen, Bodentruppen abzusetzen.”
Die anderen Modelle waren einverstanden, unter der Voraussetzung, dass man die Kinder und Frauen lebend ergreifen wolle.


An Bord des kleinen Kampfverbandes der Kolonien machten sich die Vorbereitungen nun bezahlt, nämlich alle Viper zu bemannen, in den Startröhren zu platzieren und weitere davor startbereit aufzustellen.
Die angreifende erste Welle von den Jägern der Zylonen wurde von dem Feuer der Abwehrgeschütze der Heracles, Trojan, Minos, Aron und Icarus zerstört, um die Schutzzone aufzubauen, damit sie sich vom feindlichen Feuer besser schützen und die Vipergeschwader den weiteren Angriffswellen der Raider und schweren Jägern entgegenstellen können.
Doch die Schiffe der Zylonen hatten den kleinen Kampfverband der Menschen  bereits vollständig eingeschlossen.

An Bord der Heracles warnte der Taktikoffizier die Crew im CIC: “Atomalarm! Nukleare Raketen befinden sich Kollisionskurs mit uns.”
Commander McBride nahm den Hörer von der DRADIS-Konsole: “Hier spricht der Commander. Warnung für das gesamte Schiff: Auf Einschlag vorbereiten!”

Wenige Sekunden nach der Durchsage wurde die Heracles zunächst von einem, und kurz darauf von drei weiteren Treffern erschüttert.
“Sir. Die Zylonen nehmen unsere Triebwerke und die Backbordlandebucht verstärkt ins Visier”, berichtete Patricia James, während Commander Edwards die Schadensberichte einsah, überprüfte sowie die Strahlungswerte kontrollierte.
“Die Geschütze der Backbordseite sollen das dort befindliche Zylonenschiff, welches uns beschießt, verstärkt unter Feuer nehmen!”, ordnete McBride an, als ein weiterer Treffer den Kampfstern schwer erschütterte.

Über der Kolonie Virgon war nun eine erbitterte Weltraumschlacht entbrannt und die Zylonen wollten auf ihr Virus zurückgreifen, da auch sie bisher starke Verluste einstecken mussten; erzielten aber keine Wirkung damit.

Auf Virgon, tief im Bergmassiv, wo sich ein alter Schutzbunker befand, waren leise Schritte zu hören, die sich einer schweren Stahltür näherten. Es klopfte dumpf in einigen bestimmten rhythmischen Abständen. Die Lehrer drehten die Köpfe in die Richtung der Tür. Die Kinder, die ebenfalls dadurch geweckt wurden, erhoben sich müde und schauten sich verstört um. Wilder und Hale nahmen die alten Jagdwaffen an sich, und zielten vorsichtshalber auf die Tür. Eine angespannte Stille hatte sich ausgebreitet und alle lauschten aufmerksam, als sich die Klangfolge an der Tür wiederholte.

Die Lehrerin Paris murmelte leise im Takt der Schläge vor sich hin, und nickte schließlich: “Das ist ein Morsecode der Kolonialen Flotte.”
Einer ihrer Kollegen runzelte skeptisch die Stirn: “Woher wollen Sie das wissen, Esther?” 
“Ich war auf der Battlestar Solaria Sanitäterin, bevor ich das Geld für mein Studium zusammen hatte.”

Draußen vor der Tür verlor Major Tamara Edwards langsam die Geduld. Sie trat heran, holte tief Luft und rief laut: “Hier ist Major Edwards, CAG der Battlestar Heracles, Koloniale Flotte! Öffnet die Tür, oder wir öffnen sie gewaltsam! Wir sind hier, um euch in Sicherheit zu bringen. Aufmachen!”

Während sich die Lehrer noch beratschlagten, wie sie sich verhalten sollten, erkannten Tabita, Lucas und Ryan die Stimme ihrer Mutter, obwohl diese durch die eiserne Barriere gedämpft wurde.
“Wir sind hier drin, Mom”, rief das Mädchen laut. So laut, dass es sogar die Soldaten der Heracles hören konnten.
“Den Göttern sei Dank”, murmelte Tamara erleichtert.

Binnen kürzester Zeit wurde das Schloss geöffnet und die schwere Tür beiseite geschoben. Erleichterung machte sich bei allen Überlebenden breit, als die ersten Marines den Unterschlupf betraten. Major Edwards gab sofort ihre Anweisungen, was zu tun sei. Sie drängte zur Eile, da die Zeit knapp ist, weil die Zylonen im Orbit angriffen.

Während die Marines allen halfen, ihre Sachen zusammenzupacken, trat Tamara zusammen mit John an die anderen drei Familienmitglieder heran, um diese kurz zu umarmen. Tabita bekam sorgenvolle Augen, denn sie sah ihren Vater nicht.
“Eurem Dad geht es gut. Er ist an Bord der Heracles”, beruhigte Tamara ihre Tochter, dann trieb sie auch schon wieder alle zum Aufbruch. Jeder nahm soviel an sich, wie er tragen konnte; aber nur soviel, dass es einen nicht behinderte. Die Überlebenden wurden angewiesen, sich Kleidung einzupacken sowie etwas Proviant und die Hälfte der Marines wurde angewiesen, beim Tragen zu helfen.



Tag 2 nach dem Fall der 12 Kolonien
Andromeda-Galaxie
Heracles CIC, Im Orbit von Virgon

Es war nun schon 4:00 Uhr früh, und noch immer tobte die Schlacht über dem Planeten. Man war besorgt um die Gesundheit der Einsatzkräfte am Boden, denn der Taktikoffizier hatte berichtet, dass sich Bodentruppen der Zylonen nun ebenfalls auf Virgon befanden und in Richtung Schulgelände unterwegs seien.

“Lange halten wir den Angriffen nicht mehr stand. Das gilt insbesondere für die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse. Auch sind nun die Reservegeschwader im Kampf”, kommentierte Commander Edwards die Situation, die noch verschlechtert wurde, als man die Ankunft von zwei weiteren Basisschiffen registrierte.
“Sie haben Recht, Edwards. Das wird verflucht eng”, stimmte Commander McBride zu, die nun so langsam eine Entscheidung fällen musste.

Der Taktikoffizier unterbrach die Beratung, in der sich McBride und Edwards gerade befanden und sorgte für eine Überraschung: “Sir, die Battlestar Mercury ist soeben aufgetaucht, und kurz darauf zwei Kampfsterne des Galactica-Typs. Sie eröffnen das Feuer auf die Zylonenflotte.”
“Sehr gut. Das verschafft uns etwas mehr Zeit. Öffnen Sie einen Kanal!”, forderte McBride erleichtert, wurde aber von einem fluchenden Kommunikationsoffizier enttäuscht, da die Zylonen die Funkfrequenzen blockierten.

Auf dem DRADIS bemerkte man einen weiteren Kampfstern der Valkyrie-Klasse, der sich neben der Heracles positionierte, um die Backbordgondel zu schützen, während sich die anderen Kampfsterne, die kurz zuvor mit der Mercury eingetroffen waren,  um die Basisschiffe kümmerten.


Zylonenflotte

Die Zylonen waren nun doch überrascht, dass es noch genügend Schiffe der Kolonialen Flotte gab, die es geschafft hatten, ihrem Angriff zu entgehen. Sofort wurden Nachrichten ausgesandt, in denen nach weiterer Unterstützung verlangt wurde.
Mephisto verzog das Gesicht: “Dieser kleinen Flotte wird es auch nicht anders ergehen, wie der von Admiral Nagala an Bord der Atlantia. Haltet uns aus dem Kampfgeschehen möglichst raus!”

“Wir stimmen zu. Es müssten nun die letzten Streitkräfte der Kolonien sein”, vermutete eine Drei.
“Cavil, und eine Teil unserer Armada, verfolgen die Galactica und eine Flotte von Überlebenden”, berichtete eine Sharon.
“Sehr gut”, nickte Mephisto.
Das Einsermodell überlegte kurz, sah alle der Reihe nach an und fuhr dann fort: “Aber es wäre sicherlich nicht verkehrt, wenn wir die Systeme nach weiteren Schiffen von Überlebenden absuchen.”
Einer der Simons’ nickte sofort und die anderen stimmten dem Vorschlag ebenfalls zu, Jäger und Basisschiffe auszusenden, um weitere zivile und militärische Schiffe der Kolonien aufzuspüren.


Nyx-Station, Irgendwo im Cyrannus Sternsystem

Am Rande des Helios Beta Systems versammelten sich immer mehr zivile Schiffe mit weiteren Überlebenden an Bord um die Nyx-Station.
“Bisher sind seit den Angriffen noch weitere 23 zivile Schiffe eingetroffen. Wir stehen jetzt bei 34 zivilen Schiffen”, teilte Colonel Simon O’Hara dem Admiral mit, als er ihm einen weiteren Bericht aushändigte. Während dieser sich darin vertiefte, meldete sich ein Kommunikationsoffizier zu Wort und berichtete, dass die Erkundungsraptoren zurückgekehrt seien.
Admiral Samuel O’Hara nickte: “Sie sollen landen und unverzüglich Bericht erstatten!”

Nach einer Stunde hatten die Piloten in einer Besprechung alles erzählt, was sie vorgefunden hatten. Der Admiral verzog das Gesicht: “Es ist also möglich, dass sich die Galactica dort aufhält oder aufgehalten hat.”
“Ja, Sir. Die Galactica sollte stillgelegt werden; hatte also keine Munition an Bord. Abgesehen von dem Vipergeschwader und den übrigen bewaffneten Truppen, die sich auf ihr noch befanden”, stimmte ein Major zu.

“Ich will, dass sich die Battlestar Iuno in drei Stunden nach Ragnar begibt und die Lage vor Ort überprüft. Sollte es dort noch Verwertbares geben, sollen sie es einsammeln und dann wieder hierher zurückkehren! Commander Park, es ist Ihr Schiff; bereiten Sie also Ihre Crew vor! Aber keine Heldentaten! Wenn es Ärger gibt, kommen Sie umgehend zurück zur Basis!”, ordnete der Admiral an.


Virgon, Helios Beta System

Es hatte knapp zwei Stunden gedauert, bis man alles zusammengepackt hatte. Eine Fünfergruppe von Marines ging - geführt von Major Edwards - voran.
Die Sonne war bereits aufgegangen, als die ersten Menschen das unterirdische Labyrinth verließen, welches ihnen in den vergangenen Tagen Schutz und Zuflucht geboten hatte. Die Gruppe der überlebenden Kinder und Lehrer wurden von den Marines in die Mitte genommen, als man durch den Wald auf das Schulgelände zulief.

Völlig überrascht waren die Zenturios, die in der Gegend patrouillierten, als sie unerwartet auf die Menschen trafen. Die Soldaten eröffneten sofort das Feuer auf die Zylonen. Verstreut herumliegende Felsen boten den Menschen Deckung, da die verbliebenen Zylonen das Feuer natürlich sofort erwiderten.
Die Soldaten fluchten lauthals, als sie feststellen mussten, dass die drei verbliebenen Zenturios offenbar stärker gepanzert waren und nur mit Kopfschüssen neutralisiert werden konnten.

Nach einer Viertelstunde war das Gefecht zu Ende, als zwei Raketen, die von einer Viper abgeschossen wurden, einige weitere Zenturios, die sich genähert hatten, in einer Explosion untergehen ließ. Nun war der Weg zu den wartenden Raptoren wieder frei und Major Edwards trieb etwas barsch die Gruppe um sich zur Eile an.
Die Viperpatrouillen über ihnen sorgten durch ihre Unterstützung in der Luft für einen sicheren Abzug.
Einige der Marines hatten leichte Schussverletzungen erlitten – zum Glück bloß Streifschüsse und ein paar Schrammen, wie ein Sanitäter feststellte.

Vom Schulgebäude aus gaben Sergeant Wilder und seine fünf Marines den flüchtenden Zivilisten Feuerschutz, die hastig zu den startbereiten Raptoren rannten. Das war auch dringend notwendig, denn schon waren wieder mehrere Zenturios aufgetaucht, die die Flucht der Menschen verhindern wollten.

Der Sergeant hatte genug und nickte seinen Soldaten zu, die Raketenwerfer in den Händen hielten: “Feuern, und dann sofort Stellungswechsel! Feuer frei!”
Die Raketen trafen die Zylonen vollkommen überrascht, so dass die Zenturios, die den Angriff überstanden hatten, von den flüchtenden Menschen abließen und sich mit ihrem Feuer auf die vermutete Stellung der Menschen konzentrierten, als einige Raketen von einer vorbei fliegenden Viper auch das Ende ihre Existenz besiegelte.

Als auch die letzten in die Raptoren gestiegen waren, hoben diese ab, um Virgon zu verlassen. Sergeant Wilder und die fünf Marines eilten auf die beiden letzten wartenden Raptoren zu. Die Raptoren wurden sofort von einem Vipergeschwader der Heracles eskortiert.

Alle anderen Raptoren waren mittlerweile sicher an Bord der Trojan, Minos, Aron und Icarus gelandet. Die Commander dieser vier Kampfsterne sprangen sofort zurück zur Nyx-Station.
Die beiden letzten Raptoren verließen die Atmosphäre von Virgon, und waren seit ihrem Start einem ständigen starken Beschuss ausgesetzt.
Im CIC der Heracles hatte Commander McBride die erleichterte Meldung der Techniker erhalten, dass die Kommunikation auf einigen Frequenzen wieder funktioniere.
Commander Edwards und Major James betrachteten in der Zwischenzeit weiterhin aufmerksam das DRADIS und sahen somit, dass alle Raptoren - bis auf die zwei letzten - sicher gelandet waren, und sich nach dem FTL-Sprung der vier Kampfsterne in Sicherheit bei der Nyx-Station befanden.
“Okay, sobald die beiden letzten Raptoren an Bord sind, verschwinden wir von hier!”, ordnete McBride an und nickte Major James zu. Patricia James nahm einen der Hörer von der Konsole, um ihren Befehl mitzuteilen: “Sofort alle Vipergeschwader zurückziehen und landen!”

Nachdem sie ihren Befehl ausgesprochen hatte, erschütterte ein weiterer schwerer Treffer den Kampfstern und die Glastüren zum CIC der Heracles zerbarsten mit einem großen Knall in unzählige kleine Einzelteile.
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
RE: Stargate: Battlestar Galactica - Elysium - - von Jonathan J. O´Neill - 25.09.2026, 18:50

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste



User Profile Send Private Message E-mail Find all posts Find all threads Mod Tools Admin Tools