28.09.2026, 19:46
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.09.2026, 19:53 von Jonathan J. O´Neill.)
So. Und weiter geht es 
Viel Vergnügen beim Lesen
Andromeda-Galaxie, Cyrannus System
Heracles CIC, Orbit von Virgon, Helios Beta System
Die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse waren bereits seit einigen Minuten weg. Nur die beiden der Mercury-Klasse und zwei Kampfsterne des Galactica-Typs kämpften noch weiter gegen die Zylonen, um den Rückzug der noch im Kampf verbliebenen Raptor und Vipergeschwader zu decken.
Der Aufprall und die Explosion des letzten Treffers waren sehr heftig gewesen. Jeder, der zuvor gestanden hatte, fand sich auf dem Boden wieder und musste sich langsam wieder aufrappeln, wie auch Edwards und McBride, die dann sofort auf das DRADIS schauten: “Unsere Viper sind fast alle an Bord, … verflucht, wir haben einen der beiden Raptoren verloren”, schimpfte Major James.
“Auf Sprung vorbereiten! Wir verziehen uns, sobald die letzte Viper gelandet ist!”, befahl McBride, die im Stillen den Göttern und den Ingenieuren dafür dankte, dass ihr Schiff über eine verbesserte Panzerung verfügte.
Der Taktikoffizier gab die Ankunft vier weiterer Zylonenbasisschiffe bekannt, die sofort das Feuer auf einen der Kampfsterne eröffneten, um ihn zu zerstören.
Es dauerte nur wenige Minuten, bis der selektierte Battlestar eingekreist und danach komplett zerstört worden war.
“Oh, ihr Götter - die Zylonen haben gerade die Midias zerstört”, rief der Taktikoffizier erschrocken, und auf dem DRADIS-Monitor verschwand die Signatur des Kampfsterns.
“Sprung durchführen!”, brüllte Edwards, als er sah und sogleich auch bestätigt bekam, dass alle Flugzeuge an Bord waren.
Nach einer quälenden Wartezeit von 10 Sekunden sprangen die verbliebenen Kampfsterne mit Hilfe eines Überlichtsprungs weg und ließen die Flotte der Zylonen allein zurück. Die von den Basissternen abgefeuerten Atomwaffen, die die Heracles, die Mercury und die Titania treffen sollten, flogen nun auf Virgon zu, um auf dem Planeten zu detonieren.
Tag 3 nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie, Cyrannus Star System
Nyx-Station, Helios Beta System
Die Vertreter der drei Kampfsterne, die der Heracles unerwartet zu Hilfe geeilt waren, wurden von dem Stab und der Crew von Admiral O’Hara begeistert empfangen. Der Admiral erkundigte sich sofort, wer das Kommando über diesen Verband habe, wurde aber darüber unterrichtet, dass Admiral Baker im Koma liege, da er verwundet worden sei.
Am Ende der anschließenden mehrstündigen Besprechung, in der über die aktuelle Lage beraten wurde, ergriff schließlich Bruce Wales das Wort: “Ich schlage vor, in die Kolonien zurückzukehren. Es muss noch weitere Kampfsterne geben, die in dem Cyrannus System verstreut worden sind.”
“Nein, Mister Wales. Denn es wurde, wenn Sie genau zugehört hätten, unsere gesamte Flotte zerstört“, warf ein Offizier ein. „Die Schiffe in dieser Flotte sind vermutlich der Rest, was von unserer Zivilisation übrig geblieben ist”,
Auch andere sprachen sich gegen eine Rückkehr aus, da die Kolonien atomar verseucht sind und die Zylonen über eine große Armada von Basisschiffen verfügen, gegen die man auf Dauer keine Chance hätte.
Einige stimmten der Entscheidung zu, den Krieg als verloren zu betrachten, um sich darum zu kümmern, für den Fortbestand der Kolonialen Zivilisation zu sorgen und sich irgendwo eine neue Heimat zu suchen - weit weg von den Kolonien sowie der Bedrohung durch die Zylonen.
“Ich tue nun etwas, was mir eigentlich nicht gefällt: Ich übernehme das Kommando über diese Flotte und verhänge mit sofortiger Wirkung das Kriegsrecht!”
Bruce Wales protestierte vehement gegen diese Entscheidung von Admiral O’Hara, welcher beschwichtigend die Arme hob. Er gestattete, im Verlauf der Suche nach weiteren Überlebenden in den nächsten zwei Tagen und während der Suche nach einer neuen Heimat, eine zivile Regierung aufzubauen.
Danach entließ Samuel O’Hara alle - bis auf einige koloniale Offiziere und Mister Wales - und wartete auf die Rückkehr der Iuno, die mit einigen weiteren Schiffen nach Ragnar gereist war, um die letzten Bestände an Ausrüstung und Munition zu bergen.
Auf dem Kampfstern Heracles bekamen die Geretteten von der Virgon-Mission ihre Quartiere zugewiesen, da es noch ausreichend Platz an Bord gab. Die Lehrer hatten entschieden, dass sämtliche Schüler ihre Schuluniform tragen mussten, und wiesen all die Kinder, die bisher noch keine trugen, dazu auf, sich umgehend umzuziehen. Ryan und einige seiner Mitschüler stöhnten, als diese Entscheidung gefällt wurde.
“Nimm dir ein Beispiel an deinen beiden jüngeren Geschwistern”, mahnte eine Lehrerin im freundlichen Ton und deutete dabei auf Tabita und Lucas. Der jüngere der beiden Jungs fing sofort an, gegen seinen älteren Bruder zu sticheln. Ryan wollte sich das aber nicht länger von Lucas gefallen lassen, ging auf diesen zu und verdrehte seinem jüngeren Bruder den Arm.
Als die beiden Brüder immer heftiger stritten und miteinander rangelten, ertönte plötzlich eine bekannte Stimme: “Wir befinden uns zwar auf einem Kampfstern, aber nun ist Schluss!”
Die Jungen erstarrten in ihrer Bewegung, während Tabita schon auf den Mann zulief: “Dad!” Sie umarmte ihren Vater - glücklich darüber, ihn wiederzusehen.
“Hallo Kleines”, flüsterte Jonathan, ebenfalls glücklich, seine kleine Tochter wieder in den Armen halten zu dürfen. Er hauchte dem Mädchen einen Kuss auf die Stirn. Dann wandte er sich seinen beiden Söhnen zu: “Und ihr beide: Sofort auseinander!”
Die beiden lösten ihre sich unverzüglich voneinander und Lucas trat jetzt auch an seinen Vater heran - nur Ryan blieb da stehen, wo er war. als auch seine Mutter Tamara Edwards und der älteste der Brüder, John, auftauchten. Die Familie war wieder zusammen, ein seltenes Glück nach diesen schweren Tagen, wie sich herausstellen sollte.
“Ryan. Los umziehen!” forderte Commander Edwards seinen Sohn auf, der sich noch immer nicht gerührt hatte.
“Ja, Sir”, seufzte der Junge, der sich nun in Bewegung setzte, seine Sachen nahm und hinter einem Vorhang verschwand, um der Aufforderung Folge zu leisten.
Zur selben Zeit ließ sich Admiral O’Hara an Bord der Battlestar Mercury von Colonel Hopkins herumführen, um sich persönlich nach dem gesundheitlichen Zustand von Admiral Baker zu erkundigen und darüber informieren zu lassen, in welchem technischen Zustand die Mercury war.
Nach dem Rundgang sicherte Colonel Hopkins zu, in den nächsten drei Stunden einen Bericht vorzulegen und Admiral O’Hara ordnete an, dass die Mercury am Dock Mi festmachen solle, um die Schäden zu beheben.
“Noch etwas, Colonel. Sie haben wie üblich weiterhin das Kommando! Ich will mich nicht in die Interna der Mercury einmischen!”
“In Ordnung, Sir“, nickte Hopkins. „Ich informiere Sie, sobald sich der Zustand von Admiral Baker verändert.”
An Bord der Battlestar Titania stand Commander Joseph Tarsus vor einem Problem. Er hatte einen funktionsfähigen Kampfstern, denn die erlittenen Beschädigungen waren minimal und wurden bereits ausgebessert, doch die Angriffe der Zylonen und einige ihrer Enterungskommandos hatten tiefe Lücken in die Crew gerissen. Tarsus nahm alles in den Bericht auf, den O’Hara bekommen sollte.
Auf dem Kampfstern Kronos spielten sich ähnliche Szenen ab wie vor einer guten Stunde an Bord der Heracles. Commander Alexander Nash verließ allerdings sofort das Combat Information Center, als ihn eine wichtige Nachricht erreichte, die seine Familie betraf.
Auf einem der Korridore zum CIC kam ihm bereits seine Frau, die eine Ärztin war, sowie sein Sohn und seine Tochter, die in der kolonialen Flotte dienten, entgegen. Der Commander beschleunigte seine Schritte, und auch die anderen eilten ihm entgegen –erleichtert, trotz der Umstände wieder zusammen zu sein.
Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüßung nickte Alexander: “Ich werde mich dafür einsetzen, dass ihr drei hier an Bord bleibt, unter meinem Kommando.”
Alle vier nickten sich zu - immer noch erleichtert, den Zylonen entkommen zu sein.
In seinem Quartier auf der Nyx-Station saß Samuel O’Hara, der von seinem Rundgang zurückgekehrt war, an seinem Schreibtisch und ging die ersten eingegangenen Berichte durch, die er erhalten hatte. Außer ihm waren noch Ratsherr Bruce Wales und Colonel Russell anwesend, der ihn über die Rückkehr von der Iuno in Kenntnis gesetzt hatte.
Alle drei Männer gingen die aktuellen Listen durch, dann entschied man, vorerst eine Pause einzulegen und in sechs Stunden fortzufahren.
Milchstraße
Erde, SGC, Kantine
Colonel Jack O’Neill las in Ruhe die Zeitung; das heißt, den Sportteil - den politischen Teil der Zeitung hatte er brummend beiseite geworfen, so dass einige Mitarbeiter, die sich ebenfalls in der Kantine befunden hatten, vorsichtshalber geflüchtet waren.
Es lief nicht gerade gut, er war vor kurzem von dem Asgard Loki entführt worden, welcher ihn geklont hatte, mit dem Resultat, dass nun eine jüngere Version im Teenageralter von ihm auf die High-School ging. Zu allem Überfluss war auch noch Teal’c schwer verletzt worden - zum Glück nahm dieser nun Tretonin, so dass er keinen Symbionten mehr benötigte, aber der Zustand des Jaffa war nach wie vor kritisch, vor allem sein seelischer. Der große Krieger lag zwar nicht mehr auf der Krankenstation, aber Daniel hatte ihm vorhin erst mitgeteilt, dass Teal’c sein Selbstvertrauen komplett verloren hatte - ´Wohl eher genervt´, dachte der Colonel im Stillen und hoffte, dass die bevorstehende Mission das Blatt wieder wenden würde.
“Auch hier keine guten Nachrichten”, meinte er angefressen und legte die Zeitung endgültig weg, um sich seinem Nachtisch zu widmen, bevor die Mission in zwei Stunden losgehen sollte.
4. Tag nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie
Nyx-Station, Offiziersmesse
Die Kapitäne und kommandierenden Offiziere aller Schiffe, die sich um die Station versammelt hatten, wurden zu einer Konferenz eingeladen, da Admiral O’Hara allen das weitere Vorgehen mitteilen wollte.
Er fing damit an, dass es Hinweise darüber gab, dass es an der Ragnar-Anlegestelle einen Kampf gegeben haben musste, in dem die Galactica involviert war, da Trümmerstücke von einigen Vipern gefunden worden waren, die diesem Kampfstern auf Grund einer Flossenmarkierung zugeordnet werden konnten. Außerdem erklärte O’Hara, dass die vorgefundenen Ausrüstungsgegenstände nach einer sorgfältigen Untersuchung als verwendbar eingestuft wurden und auf alle Kampfsterne verteilt werden.
Als er mit seinem ersten Teil des Berichtes fertig war, nutzte McNeal, Kapitän eines der zivilen Schiffe, die Gelegenheit und ergriff das Wort: “Werden wir nach der Galactica und nach weiteren Überlebenden suchen?”
“Ja, das werden wir in den nächsten zwei Tagen tun. Aber die gesamte Flotte wird wegen einer Vorsichtsmaßnahme das Cyrannus System in den nächsten zwei Stunden verlassen …”, antwortete der Admiral, wurde aber mitten im Satz unterbrochen.
“Dann sind wir aber schutzlos”, entfuhr es schockiert einem der Zivilisten.
“… die Nyx-Station sowie alle Schiffe der Berzerk-Klasse, die Mercury, die Titania und die Hälfte der Kampfsterne der Valkyrie-Klasse werden die zivilen Schiffe begleiten”, fuhr O’Hara ungerührt fort, erhob sich und schritt zu einer Sternenkarte, wo die Standorte der Kolonien vermerkt waren. Er erklärte, dass es auf einigen verborgenen Stützpunkten, die gut versteckt lagen, noch einige Kampfsterne des Valkyrie-Typs gab.
“Was? Und wie viele?”, wollte Bruce Wales wissen.
“Zwölf. Und jeder dieser Kampfsterne trägt den Namen von einer Kolonie.
Wir werden versuchen, sie zu finden und die Kolonien noch einmal genau zu kontrollieren, wenn es die Situation zulässt.”
Die Schiffskapitäne der Zivilschiffe sowie einige Commander der kolonialen Flotte und Ratsherr Bruce Wales schauten immer noch etwas irritiert drein, als unvermittelt Alarm ausgelöst wurde. Es dauerte nicht einmal eine Minute, bis einer der Kommunikationsoffiziere in die Offiziersmesse stürzte, wobei die junge Frau beinahe mit dem Admiral zusammenstieß, der soeben den Raum verlassen wollte.
Die Offizierin war völlig außer Atem. Sie atmete noch einmal kräftig durch, bevor sie berichtete, dass man Signale von weiteren Schiffen auf dem DRADIS-Monitor erhalten hatte, die Kurs auf die Station nahmen, und dass Colonel O’Hara einen Notsprung zu den Notfallkoordinaten für die zivile Flotte, die Kronos sowie für die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse, und die Hilfsschiffe der Berzerk-Klasse angeordnet hatte.
Admiral O’Hara ließ sich entschuldigen, und begab sich im Eiltempo in das CIC.
Eine Viertelstunde später konnte zum Glück Entwarnung gegeben werden; bei den Schiffen handelte es sich um neun zivile Schiffe und um die 12 Kampfsterne der Valkyrie-Klasse, die man eigentlich in den nächsten 48 Stunden suchen wollte.
Im Verlauf der darauf folgenden Besprechung beschloss man, zu der bereits gesprungenen Flotte aufzuschließen und von dort aus weitere Schritte zu planen.
Viele waren aber der Meinung, zunächst eine Trauerfeier abzuhalten, um der Gefallenen zu gedenken.
Zylonische Flotte
Orbit von Caprica
An Bord des Basissterns, der von Mephisto kommandiert wurde, fassten die Zylonen das Resultat ihres Angriffes auf die Kolonien zusammen.
“…, nach dem bisherigen Stand unserer Informationen, die wir von unseren Agenten erhalten haben, ist es drei bis fünf menschlichen Flotten gelungen, zu entkommen“, berichtete eine Drei.
„Unsere Schätzungen liegen bei etwa 120 zivilen Schiffen und einigen Kampfsternen …” Mephisto unterbrach sie wütend und schimpfte lauthals: “Das ist vollkommen inakzeptabel.”
“Aber Cavil verfolgt bereits die große Flotte, die sich um die Galactica versammelt hat“, rechtfertigte sich einer der Dorals. „Von einer anderen großen Flotte haben wir noch keine Erkenntnisse, da unsere Agenten, die sich dort aufhalten, zunächst noch Informationen sammeln wollen, bevor sie aktiv werden.”
“Was wir aber wissen ist, dass es sich unter anderem um einen Verband von ungefähr einem Dutzend Kampfsternen unterschiedlicher Klassen handelt, die die Flotte schützen”, ergänzte Natalie, die - wie Mephisto - von Virgon gekommen war, um bei der Besprechung teilzunehmen.
Einer der Leoben meldete sich zu Wort: “Ich schlage vor, dass wir die Armada so aufteilen, dass ein Teil im Orbit der Kolonien verbleibt, ein anderer die Sternsysteme der Kolonien durchsucht und ein weiterer die Flüchtlingsflotten aufspürt, verfolgt und auslöscht.”
“Ein guter Vorschlag, Zwei”, ein Simon und die anderen Modelle stimmten ebenfalls zu.
“Dann ist es also entschieden“, Mephisto sah zustimmend in die Runde. „Ich danke euch für euer Kommen liebe Brüder und Schwestern”, stand auf und beendete damit die Zusammenkunft.
Milchstraße
Erde, SGC, Besprechungsraum
General Hammond nickte zufrieden, als alle in der Abschlussbesprechung ihre Aussagen gemacht hatten. Dann kam Doktor Fraiser hinzu und bescheinigte, dass Bra’tac und auch Rya’c sich von den Folgen der Gefangenschaft schnell erholen würden.
“Es waren ein paar anstrengende Tage. Nehmen Sie sich alle ruhig ein paar Tage frei, um sich zu erholen!”, empfahl George Hammond, dann ließ er SG-1 wegtreten.
Jack grinste zufrieden, hatte er nun doch seinen “alten” Teamkameraden wieder, so wie er ihn kannte.
Quartier von Colonel O’Neill
Jack räkelte sich zufrieden auf seinem Bett; die Notizen für den Missionsbericht waren fertig. Doch der Papierkram konnte warten, denn die letzten Tage waren einfach zu anstrengend gewesen.
Liegend zog er die Schublade seines Nachttisches auf und holte einen kleinen Gegenstand heraus, der einem schwarzen Stein sehr ähnlich war.
‘Relax-time’, dachte der Colonel, da dies ihm in den letzten Jahren immer sehr geholfen hatte, zu entspannen, um danach frisch ausgeruht seinen Bericht zu schreiben.
Labor von Doktor Jackson
Ein paar Stunden später hatten Sam und Daniel bereits ihre Missionsberichte fertig gestellt. Major Carter kam in das Labor des Archäologen, als dieser sich schon wieder seinen Forschungen zuwandte.
“Hi Daniel, du wolltest mich sehen.”
“Hallo Sam. Ja, diese Datei, die Jack damals hinterlassen hatte, als er das Wissen der Antiker in sich trug, und woher wir die bisherigen Informationen haben, ist sehr umfangreich. Wir haben bisher einige Toradressen gefunden, die uns in die Andromeda führen würden ...”
Major Carter nickte verstehend, als Doktor Jackson eine Pause machte und auf einem Computer eine weitere Datei öffnete.
“… habe ich nun eine Art Geschichtsschreibung entdeckt, die von einer kleinen Gruppe der Antiker berichtet, die sich dort niedergelassen haben. Und außerdem von den Furlingern, die aus der Andromeda stammen und mit den Antikern, den Asgard und den Nox, die große Allianz bildetet.”
“Das ist wirklich interessant, Daniel. Doch leider können wir nicht dorthin gelangen; uns fehlt die notwendige Energie für eine stabile Wurmlochverbindung”, warf Sam ein, “außer wir können mit Hilfe der Asgard ein Schiff entwickeln, dass es uns ermöglicht, in naher Zukunft dorthin zu gelangen.”
“Ich weiß. Und wir beide wissen aber auch, dass der Colonel dem Pentagon und dem Präsidenten Pläne für ein Schiff vorgelegt hat, das groß genug wäre, um eine solche Mission durchzuführen. In den Daten steht hier auch ein Hinweis, wann die Antiker in die Andromeda aufgebrochen sind, nämlich vor circa 10.000 bis 12.000 Jahren. Und einige Planeten der Furlinger, die als letztes Rückzugsgebiet genannt werden: Kobol, Elysium, Mu und Lemuria, sowie ein paar weitere Planeten, die hier nicht näher benannt werden.”
“Einer dieser Planeten könnte also zu unserer Adresse passen”, vermutete Carter und Jackson nickte zustimmend.
5.Tag nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie
18 Lichtjahre außerhalb des Cyrannus Systems
Nyx-Station, Hangarhalle - Quartier von Admiral O’Hara
Unzählige Menschen, die von allen Schiffen der Flotte kamen, waren an Bord der kolonialen Station gekommen, um an der Trauer- und Gedenkfeier teilzunehmen. Commander McBride hatte als ihre Vertretung Commander Edwards und seine Familie gebeten, teilzunehmen.
Admiral O’Hara und Ratsherr Wales hielten bewegende Ansprachen, in denen sie zum Zusammenhalt untereinander mahnten, um diese schwierige Aufgabe zu meistern und eine neue Heimat zu finden. Nachdem beide geendet hatten, war zunächst nur zaghafter Beifall zu hören, doch erfüllte er schon bald das ganze Deck.
Es dauerte einige Zeit, bis auch Edwards mit seiner Familie die Station verlassen konnte, da der Admiral noch kurz mit ihm sprechen wollte. Seine Kinder blieben in der Obhut von John zurück, der sich in der Zwischenzeit mit einigen Leuten der Akademie unterhielt, während sein Vater und seine Mutter mit O’Hara sprachen.
Lucas langweilte sich und fing an, in der Tasche von seiner Jacke zu kramen. Seine Finger stießen auf einen Widerstand. Irritiert hielt er inne und zog ein Foto mit Markierungen hervor.
“Was hast du da?”, fragte Ryan, dem die Warterei ebenfalls nervte, müde.
“Das ist ein Gruppenfoto mit all unseren Lehrern”, stellte Tabita fest, als sie einen kurzen Blick darauf geworfen hatte.
Lucas wendete das Foto und erkannte, dass darauf etwas notiert worden war. Er erkannte die Handschrift seiner Klassenlehrerin wieder.
“Es gibt nur zwölf Modelle”, las er vor. “Aber wovon? Ich verstehe das nicht.”
“Da steht sie doch, fragen wir sie doch einfach”, schlug Ryan vor und deutete auf eine blonde Frau, die etwa zwanzig Meter von ihnen entfernt stand, und darauf wartete, an Bord eines Shuttles gehen zu können.
“Misses Faust”, rief Lucas und eilte auf die Frau zu.
“Tut mir Leid, mein Kleiner. Aber du musst mich mit jemand anders verwechseln”, war die Antwort der Blonden, die gleich darauf durch die Luke stieg, um ihren Flug nicht zu verpassen.
“Das kapier’ ich nicht”, murmelte Lucas, als er wieder bei seinen Geschwistern war. “Wieso hat sie mich nicht erkannt?”
“Vielleicht war es ihre Schwester”, vermutete Ryan träge.
“Nein”, entgegnete Tabita, “Miss Faust hat gesagt, sie hat keine Schwester.”
Lucas nickte zustimmend.
“Verflucht, was geht mich das an”, murrte Ryan genervt und wandte sich ab.
Lucas und Tabita sahen sich das Foto noch einmal genauer an, als ihre Eltern in Begleitung des Admirals aus der Tür traten. Lucas trat zögernd näher an die drei Erwachsenen heran und erzählte, was er vor wenigen Minuten erlebt hatte.
Samuel O’Hara runzelte die Stirn, während Tamara Edwards sich das Foto und die Notiz dahinter genauer ansah.
Der Admiral bat nun alle noch einmal in sein Büro, um ungestört mit der Familie sprechen zu können. Nach Zuhilfenahme einer Lupe konnte man etwas Licht in die Angelegenheit bringen.
O’Hara schüttelte den Kopf. Er war sich nicht sicher, ob er dieser Nachricht trauen sollte; doch wenn es zutraf, schwebten sie alle in großer Gefahr.
“Admiral O’Hara, bitte sofort im CIC melden”, ertönte eine Stimme aus dem Lautsprecher.
Der Gerufene drückte eine Taste: “Hier der Admiral. Was ist los?”
“Es sind die Zylonen, Sir.”
“Verflucht. Bin schon unterwegs”, schimpfte O’Hara, und eilte schnurstracks davon.
Eine Woche nach dem Fall der Kolonien
Irgendwo in der Andromeda-Galaxie
Nyx-Station, CIC
Seit zwei Tagen war man nun schon auf der Flucht vor den Zylonen. Das wiederholte, unerwartete Auftauchen des Feindes seit dem Verlassen des heimatlichen Cyrannus Systems, sowie der Ausfall und die anschließende Zerstörung der Minos, einen Kampfstern der Valkyrie-Klasse, durch die Zylonen, bestätigte schnell den Verdacht, dass es feindliche Agenten innerhalb der Flotte geben musste, die die Position der Flüchtlinge verrieten. Die Minos konnte zwar noch evakuiert, und es konnten auch noch einiges an Vorräten geborgen werden, bevor die Zylonen wieder nach über etwas einer halben Stunde wieder auftauchten. Dies machte es immer schwieriger, noch geplante Rettungsmissionen in den Kolonien durchzuführen, wenn nicht sogar unmöglich, da man sich immer weiter von der Heimat entfernte, um weiteren Angriffen der Zylonen zu entgehen.
Admiral O’Hara schaute auf die Uhr - noch knapp 5 Minuten, und es waren wieder diese 33 Minuten um. Er war froh, dass diese beiden Kinder mit dem Foto und den darauf befindlichen Notizen ihn und seinen Stab auf die richtige Spur gebracht hatten. Er hatte eine Fahndung eingeleitet, denn er war sich sicher, dass die Personen, die mit einem roten Stift durch ein “C” gekennzeichnet wurden, Zylonen waren. Doch dummerweise waren nur drei der Personen auf der Fotographie damit gekennzeichnet worden, das bedeutete, dass neun Gesichter fehlten.
“DRADIS-Kontakt! Es sind diesmal nur vier Basisschiffe der Zylonen”, meldete der Taktikoffizier.
“Alarm für die gesamte Flotte! Sprung Nummer 81 durchführen!”, befahl Admiral Samuel O’Hara.
“Sprung 81 abgeschlossen. Flotte ist vollzählig. Nur die Heracles und die Titania fehlen noch”, meldete einer der fünf Kommunikationsoffiziere.
Nachdem eine kurze Wartezeit vorüber war ergänzte ein weiterer Offizier: “Die Heracles und die Titania sind jetzt ebenfalls hier.”
“Uhr neu stellen!”, ordnete Colonel Simon O’Hara an.
“Nachricht von der Zaron, dem Bergbauschiff. Sie melden die Gefangennahme eines Verdächtigen durch eines unser Marineteams. Der Beschreibung nach ist es diese blonde Frau”, meldete einer der drei Taktikoffiziere.
“Gute Nachrichten. Sie sollen den verfluchten Toaster an die Heracles überführen, höchste Sicherheitsstufe!”, nickte der Admiral. Erleichtert, nun endlich einen Erfolg in Bezug auf die Ermittlungen verbuchen zu können.
Battlestar Heracles
Nach dem 82. Überlichtsprung war der Admiral bereits an Bord der Heracles angekommen. Er begab sich sofort in Begleitung von Bruce Wales, Commander McBride und sechs Marines in die Brig, um die Gefangene zu verhören.
Die blonde Frau reagierte kaum auf die ihr gestellten Fragen und behauptete, eine Frau von Picon zu sein und dort einen Elektroladen zu besitzen.
“Das behaupten Sie. Und wer ist das hier?”, fragte O’Hara, und hielt ihr die Kopie eines Fotos hin.
Sie warf nur einen kurzen Blick drauf: “Meine Schwester.”
“Nur komisch, dass diese Frau auf dem Bild hier angegeben hat, keine Geschwister zu haben”, brummte McBride.
“Geben Sie endlich zu, ein Zylon zu sein“, forderte Wales sie auf“, denn offenbar wollte jemand aus ihrem Volk, dass zumindest einige überleben!”
Die Frau senkte den Kopf und überlegte lange, so dass in der Zwischenzeit sogar schon der 85. FTL-Sprung durchgeführt wurde.
“Na schön”, nickte sie schließlich, “Ich bin ein Zylon.”
Admiral O’Hara schnaufte hörbar auf und bombardierte sie anschließend mit Fragen: “Wer sind die anderen, wie viele sind es und wo befinden sie sich?”
„Was glauben Sie wohl?“, empörte sich die Zylonin. “Ich werde die anderen bestimmt nicht verraten, so wie es eine andere Sechs dem Anschein nach, getan hat.”
“Dann haben sie keinen großen Wert mehr für uns”, gähnte Wales müde. Der Admiral nickte zustimmend. “Commander McBride, werfen Sie dieses Ding aus der nächsten Luftschleuse!”, ordnete Samuel O’Hara an, dabei beobachtete er die Zylonin, die sich davon nicht beeindrucken ließ - ganz im Gegenteil, sie schloss die Augen und lächelte entspannt.
Daraufhin annullierte er seinen Befehl und ließ die Sechs auf der Heracles gefesselt in eine Sicherheitszelle sperren und von sechs Marines bewachen lassen.
Battlestar Mercury
Admiral Baker kam langsam wieder zu sich. Einer der Krankenpfleger bemerkte es und ließ nach Colonel Hopkins rufen. Als Hopkins die Krankenstation betrat, wurde der Admiral gerade von einem Arzt untersucht. Der Mediziner war zufrieden und nickte entspannt.
“Heißt das, ich darf zurück an die Arbeit, Doc?”, fragte Admiral Baker und machte Anstalten, aufzustehen.
“Oh Nein, Admiral!“, und drückte den Kommandeur wieder vorsichtig auf sein Krankenlager. „Sie sollten noch einen Tag, vielleicht zwei hierbleiben, damit ich Sie genau beobachten und wieder aufpäppeln kann.”
Der Admiral seufzte und fügte sich widerwillig. Dann wandte er sich an seinen XO, der ihm einen vorbereiteten Bericht überreichte, und fasste dabei mit eigenen Worten die aktuelle Lage kurz zusammen.
Als der Admiral aber erfuhr, dass man sich seit Tagen auf der Flucht befand und den offenen Kampf mit dem Feind mied, runzelte er die Stirn: “Wie war das eben? Wir laufen davon, Colonel?”
“Ähm“, der Colonel wand sich etwas unter dem missbilligenden Blick seines Vorgesetzten. „Ja, Sir. Seit dem Zeitpunkt, als Admiral Nagala über Virgon mit einem Gegenangriff gescheitert und gefallen ist, und unter dem Kommando von Commander Diana McBride von der Heracles in einer Such- und Rettungsaktion Überlebende aus dem Helios Beta System gefunden wurden und weiteren ähnlichen Aktionen in den Kolonien, befinden wir uns auf der Flucht. Admiral O’Hara wurde von Admiral Nagala zum Flottenadmiral ernannt, kurz bevor die Atlantia zerstört wurde.“
Admiral Steven Baker runzelte enttäuscht die Stirn, da eigentlich er einer der potentiellen Nachfolger von Nagala und dessen Posten war.
“Lassen Sie mich allein und gehen Sie zurück ins CIC. Wenn ich weitere Fragen habe, lasse ich Sie rufen!”, befahl der Admiral. Hopkins salutierte und suchte dann schleunigst das Weite.
Zylonische Armada
Basisschiff von Mephisto
“Wir haben soeben die Koordinaten von unseren Agenten erhalten”, meldete ein Doral, als er die Brücke betrat.
Mephisto rieb sich erfreut die Hände: “Holen wir sie uns!”
Kurz darauf war der Überlichtsprung abgeschlossen und die Armada der Zylonen befand sich links, etwas versetzt von der Flüchtlingsflotte.
Nyx-Flotte
Battlestar Kronos, CIC
“DRADIS-Kontakt!“, meldete der Taktikoffizier. „Es sind sechs Basisschiffe. Zylonen starten mehrere Jägergeschwader.”
“Viper starten! Beidrehen! Schutzzone aufbauen und das Feuer der Hauptgeschütze dann auf das nächstgelegene Basisschiff eröffnen!”, befahl Commander Nash, der sich das Kinn rieb, welches nun schon seit Tagen von einem Bart bewachsen war.
Alexander Nash kannte seine Befehle, nämlich, gemeinsam mit der Heracles den Rückzug der Flotte zu decken, um dann sofort aufzuschließen.
Milchstraße
Erde, USA, Minnesota
Colonel Jack O’Neill saß entspannt in einem Liegestuhl am See, wo sich seine Ferienhütte befand. Er hatte es geschafft, von General Hammond für sein Team ein paar freie Tage zu bekommen, mit der Begründung, dass die letzten Missionen sehr anstrengend und gefährlich gewesen seien, und sie alle dringend eine kleine Auszeit benötigten.
Jack hatte wieder versucht, Teal’c und auch Bra’tac zu einem Angelausflug zu überreden, doch beide wollten sich um ihre Aufgaben innerhalb der Jaffa-Rebellen kümmern. Dann hatte er es bei Daniel versucht, den es aber doch lieber in die Bibliotheken zog. Auch bei Sam hatte Jack keinen Erfolg, denn Major Carter begab sich nach Area51.
`Macht nix´, dachte Jack, ´es gibt immer jemanden.´
“He, wir sollten hier mal ein paar Fische aussetzen”, schlug das jüngere Ich von Colonel Jack O’Neill, das vom Asgard Loki geklont und erschaffen worden war, vor.
“Hm, gute Idee”, murmelte der Colonel etwas abwesend und fügte nach einer kurzen Pause grinsend hinzu: “Ach ja. Was macht eigentlich die High School?”
Andromeda-Galaxie
Nyx-Flotte
Die Menschen konnten wieder einmal knapp entkommen Es gab nicht viele Verluste zu beklagen, bis auf einige Viperpiloten von der Kronos und der Heracles, die im Kampf gefallen sind. Beide Kampfsterne verschwanden nach einem heftigen Gefecht, das nur eine Viertelstunde angedauert hatte, und nachdem sieben weitere Basissterne der Zylonen aufgetaucht waren.
In der Zwischenzeit konnten auch ohne Hilfe der gefangenen Sechs vier weitere Zylonen in menschlicher Gestalt festgesetzt werden, die mit Hilfe des Fotos von Lucas, welches er in seiner Jacke gefunden hatte, ermittelt werden. Doch auch die neuen Gefangenen schwiegen und waren nicht bereit, zu kooperieren.
Die Nachricht, dass Admiral Steven Baker an Bord seines Schiffes aus dem Koma erwacht worden war, veranlasste Admiral O’Hara dazu, sich sofort in einem Raptor an Bord der Mercury zu begeben.
Battlestar Mercury, Krankenstation
Admiral Samuel O’Hara erkundigte sich zunächst beim Chefarzt über den Zustand von Admiral Steven Baker und fragte nach, ob er ihn auch besuchen könne.
“Ich habe dem Admiral zwar noch Bettruhe verordnet, da er bei der Schlacht über Leonis durch eine Bauchwunde, die durch einen Splitter verursacht wurde, viel Blut verloren hatte“, fasste Doktor McQuarie kurz zusammen, „aber Sie können zu ihm – nur bleiben Sie bitte nicht zu lange”, und erteilte O’Hara die Erlaubnis, zu Baker gehen zu dürfen.
Samuel trat an das Krankenbett von Steven heran.
“Admiral Baker.”
“Admiral O’Hara – meinen Glückwunsch zur Beförderung.”
“Danke. Habe von McQuarie gehört, was passiert ist, und wollte mich noch einmal dafür bedanken, dass Sie mit Ihrer verbliebenen Flotte nach Virgon gekommen sind, um Commander McBride zu helfen.”
Admiral O’Hara berichtete, was in den letzten Tagen geschehen war und man in Erfahrung bringen konnte. “… und hätten wir diese Schüler und Lehrer, und vor allem diesen Jungen nicht von Virgon gerettet …”, sagte Samuel am Ende.
“… säßen wir ziemlich in der Scheiße”, ergänzte Steven stöhnend und versuchte, sich aufzusetzen. “Das ist richtig. Die Frage, die wir uns nun stellen ist, was machen wir mit den Zylonen, die wir gefangengenommen haben?”
“So viele Informationen rauspressen wie möglich und dann die Dinger aus der nächsten Luftschleuse werfen”, antwortete Baker hustend, “wäre zumindest das Weiseste.”
“Haben wir schon versucht“, seufzte O’Hara. „Doch die verdammten Toaster schweigen.”
Beide Admiräle kamen überein, jedes Schiff zu isolieren und systematisch nach weiteren Agenten der Zylonen in menschlicher Form zu durchsuchen. Sowie medizinische Untersuchungen an den Gefangenen durchzuführen, um zu erfahren, ob es irgendwelche physiologischen, anatomischen und pathologischen Unterschiede zwischen Menschen und Zylonen gäbe, die man zur Suche nach weiteren Zylonen verwenden könne.
Die Hustenanfälle von Admiral Steven Baker häuften sich.
“Nun ist erst einmal genug!”, entschied Doktor McQuarie streng und erklärte somit die Besuchszeit für beendet.
Nachdem O’Hara Baker noch gute Besserung gewünscht hatte ging er wieder.
Battlestar Heracles
In einem der Abteile, das man den geretteten Zivilisten zugeteilt hatte, hatte man ein Schulzimmer eingerichtet, wo die Lehrer und einige freiwillige Erwachsene die Kinder auch weiterhin unterrichten konnten. Alle hofften, dass der Unterricht die Kinder etwas von den Geschehnissen und Erlebnissen ablenken konnte.
Man hatte die unterschiedlichen Klassenstufen durch Reihen voneinander getrennt - im Moment stand Mathematik auf dem Stundenplan.
Tabita und Lucas saßen nebeneinander und Ryan hatte seinen Platz in einer Reihe daneben auf gleicher Höhe, so dass er neben seiner Schwester saß.
Die Geschwister waren froh, zusammen sein zu dürfen, auch war ihnen klar, wie viel Glück sie hatten, dass ihre Familie trotz der Geschehnisse zusammen sein konnte.
Ryan reichte sein Lineal an Tabita weiter, da sie keines hatte. Das Mädchen lächelte dankbar ihren älteren Bruder an, bevor sie anfing zu zeichnen.
Battlestar Kronos
“Vanessa?”, flüsterte John leise, als sich die Luke, die in den kleinen Raum führte, wo er sich aufhielt, langsam öffnete. “Ja”, antwortete die junge Frau ebenfalls im Flüsterton, als sie hereinkam und die Luke vorsichtig wieder verriegelte.
Glücklich umarmten sie sich, bevor sie beide sich setzten und einander erzählten, was in den letzten Wochen, wo man sich nicht gesehen hatte, geschehen war.
Die beiden jungen Offiziere wussten, dass das, was sie taten, nicht ganz korrekt war, besonders nicht in der aktuellen Lage. Doch beide hatten, seitdem sie sich kannten, Gefühle füreinander entwickelt. Schon als sie noch Kinder waren, aber besonders dann, nachdem sie sich nach einigen Jahren als Kadetten wieder getroffen hatten, waren die Gefühle intensiv wie noch nie zuvor.
Dass beide seitdem die koloniale Uniform trugen, störte Vanessa Nash und John Edwards nicht, denn es gab viele Beziehungen, wie die ihre, in der gesamten Flotte.
Nyx-Station, Offiziersmesse - CIC
Einen Tag später stellte man fest, dass es seit gut neun Stunden keinen Feindkontakt mehr gegeben hatte. Auch kannte man jetzt, dank der durchgeführten Ermittlungen und dem Quarantäneverfahren des Militärs, immerhin das Aussehen von fünf weitere Zylonen, die sich bisher in der Flotte versteckt gehalten hatten. Die Mitarbeit der Zivilisten war Gold wert, da einige wenige die Angriffe der Zylonen auf die Kolonien miterlebt hatten. Seitdem konnten sogar einige gezielte Anschläge erfolgreich vereitelt werden.
“Uns fehlen aber immer noch sieben Gesichter der angeblich zwölf Zylonenmodelle”, hustete Admiral Baker, der grünes Licht von Doktor McQuarie erhalten hatte, wieder in den aktiven Dienst zurückkehren zu dürfen, ärgerlich.
“Die finden wir schon, Admiral. Denn Doktor Michelle Nash hat ein Verfahren entwickelt, welches uns bei diesem Problem helfen könnte”, warf Mister Wales ein.
“Das ist korrekt”, stimmte Admiral O’Hara zu und wandte sich dann an die Wissenschaftlerin, “bitte fahren Sie fort, Doktor Nash.”
Die Frau erhob sich und erklärte, dass sie einen Weg gefunden habe, um Menschen und Zylonen mit Hilfe eines einfachen Blutvergleichs voneinander zu unterscheiden.
“Und das funktioniert wirklich?”, fragte Commander Junus hoffnungsvoll.
“Ja, Commander. Die ersten Testreihen verliefen gut, wobei wir mehrere Dutzend Stichproben von den Besatzungsmitgliedern nahmen, um sie mit den Proben der Gefangenen zu vergleichen”, antwortete Michelle Nash lächelnd.
“Dann haben wir also so eine Art Zylonendetektor. Ich würde gerne einen an Bord meines Schiffes haben, wie wohl jeder andere Kommandeur in der Flotte auch, wobei wir diesen Vorteil nur auf den militärischen Teil unserer Flotte beschränken sollten”, überlegte Commander McBride.
Der Vorschlag wurde positiv aufgenommen, auch Bruce Wales war damit als Vertreter der Zivilisten einverstanden.
Commander Kimberly Park hatte noch eine Frage: “Was ist nun mit den Toastern, die wir in unseren Gefängnissen haben?”
“Die brauchen wir nun nicht mehr“, antwortete Admiral O’Hara, und befahl: „Ich ordne hiermit an, dass alle Gefangenen hingerichtet werden! Aber erst, nachdem die zivilen Schiffe in Begleitung von einigen Kampfsternen der Valkyrie-Klasse zu den Notfallkoordinaten gesprungen sind! Die anderen Kampfsterne - wie auch zunächst die Nyx-Station - bleiben hier! Ich will nämlich etwas testen“, erläuterte er allen anderen Kommandeuren noch seinen Schlachtplan.
„Und wenn meine Vermutung richtig ist, taucht nach einer bestimmten Zeit nach der Hinrichtung die Armada der Zylonen auf. Und vielleicht gelingt es uns dabei, den Zylonen eine Breitseite, und damit einen Dämpfer zu verpassen.”
Eine halbe Stunde später war es dann schließlich soweit: Die zivile Flotte begab sich im Schutz und der Begleitung von sieben Kampfsternen der Valkyrie-Klasse und allen sieben kolonialen Hilfsschiffen der Berzerk-Klasse zu den neuen Zielkoordinaten.
Die Nyx-Station mit Admiral O’Hara selbst blieb noch vor Ort. Und obwohl die Nyx über Verteidigungsanlagen verfügte, wollte Samuel kein Risiko eingehen, und würde sofort den Befehl zum Überlichtsprung geben, sollte die Armada der Zylonen auftauchen.
“Nachrichten von der Kronos, der Heracles, der Mercury und der Titania, und aus unserer Brig: Alle zylonischen Gefangenen wurden exekutiert, Sir”, teilte einer der Kommunikationsoffiziere mit.
“Danke. Hier spricht Admiral O’Hara! Alle Uhren auf mein Zeichen auf 33 Minuten starten … jetzt!”
Es dauerte, wie von Samuel O’Hara bereits vermutet, keine halbe Stunde, bis die Armada der Zylonen, bestehend aus zwei Dutzend Basisschiffen auftauchte. Für O’Hara das Signal, sich zurückzuziehen, und für die wartenden, kampfbereiten Kampfsterne, das Feuer auf den eingetroffenen Feind zu eröffnen.
An Bord der kolonialen Kriegsschiffe war allen bewusst, dass man nicht allzu lange gegen eine solche Übermacht etwas ausrichten konnte, aber man wollte ja den Zylonen lediglich einen gehörigen Denkzettel verpassen.
Admiral Baker, der von Admiral O’Hara für diesen Kampfeinsatz zum Befehlshaber bestimmt worden war, hätte nur allzu gern noch die übrigen Kampfsterne zur Verfügung gehabt. Doch alle anderen Kommandeure, und auch Mister Wales, waren dagegen gewesen, da man die zivile Flotte nicht völlig ohne Schutz lassen wollte.
Der Kampf tobte nun schon eine halbe Stunde an, und in dieser Zeit war es den Kampfsternen geglückt, vier Basissterne zu zerstören, doch tauchten dafür, wie aus dem Nichts, acht weitere auf. Die Zylonen schickten immer weitere Geschwader von Jägern in den Kampf; nach kurzer Zeit nahmen die Kampfsterne ihre Flugzeuge wieder auf.
Die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse verschwanden zuerst, dann folgten die Heracles, die Titania und danach die Kronos - nur die Mercury blieb noch zurück, um ein weiteres Basisschiff zu zerstören. Admiral Baker wartete fast zu lange, bis auch er schließlich den Befehl zum Rückzug gab.
Die Verluste der Menschen hielten sich glücklicherweise in Grenzen.
Armada der Zylonen
An Bord von Natalie Fausts Basisschiff angekommen, schimpfte Mephisto immer noch, denn er konnte es einfach nicht glauben, dass die Menschen ihn und sein Volk in eine Falle gelockt hatten.
„Wir haben sieben Basisschiffe verloren. Ebenso viele sind stark beschädigt - eine wirklich gute Bilanz“, meinte Natalie zynisch, als der ehemalige Schuldirektor ihre Brücke betrat. „Die Nyx-Flotte zu verfolgen macht sich wirklich bezahlt.”
“Sei still!”, verlangte er wütend. „Ich werde gewiss nicht aufgeben und umdrehen, denn ich habe noch eine gute Woche Zeit, diese Flotte auszulöschen, und damit auch diese Kinder, die du angeblich so magst.”
Natalie konnte nur mit Mühe ihre Schadenfreude über die erneute Pleite von Mephisto verbergen, war sie doch dagegen gewesen, diese Flotte, die von gut zwei Dutzend Kampfsternen begleitet wurde, zu verfolgen.
Nyx-Flotte
Colonial Transporter 209, Quartier von Bruce Wales
Drei Tage später suchte Admiral O’Hara Ratsherr Wales auf, um ihm die gute Nachricht zu bestätigen, dass es seit drei Tagen keinen Kontakt mehr mit den Zylonen gab. Auch hatte man damit begonnen, die ersten Blutproben zu untersuchen und auszuwerten. Das führende Personal an Bord aller Schiffe war bei den ersten gewesen.
“Gute Nachrichten, Mister Wales”, begann O’Hara, als er eintrat. “Sie sind kein Toaster und können mit ihrem Wahlkampf beginnen.”
“Ausgezeichnet, Danke. Das sind wirklich positive Nachrichten.”
“Ja. Sobald die Wahlen für einen neuen Präsidenten abgeschlossen sind, hebe ich das Kriegsrecht auf. Und wer weiß, vielleicht haben wir bis dahin eine neue Heimat gefunden, wo wir von Neuem beginnen können - ohne Zylonen.”
“Da hätte ich nichts dagegen”, stimmte Wales zu.
Die meisten innerhalb der Flotte nutzte nun die kommende Zeit, um sich auszuruhen und zu erholen, denn die bisherigen Ruhephasen waren einfach zu kurz gewesen. Doch für viele Techniker und Mechaniker ging die Arbeit weiter, da etliche Flugzeuge überholt und gewartet werden mussten, genauso wie einige Kampfsterne ebenfalls reparaturbedürftig waren, da sie bei der Schlacht schwer beschädigt wurden.
Battlestar Heracles
Commander Diana McBride hatte sich seit dem Ende der letzten Schlacht mit den Zylonen in ihr Quartier zurückgezogen, um die Personallisten zu aktualisieren und sich auszuruhen. So übernahm Commander Jonathan Richard Edwards das Kommando an Bord und Major Patricia James agierte als sein XO, die ihm gerade ein Communicay von der Mercury überreichte.
“Was zum Teufel ist denn das?”, brummte er, nachdem er es gelesen hatte. Er wandte sich an den Kommunikationsoffizier: “Lieutenant Shawn. Ich brauche umgehend eine abhörsichere Leitung zur Nyx-Station! Ich will mit Admiral O’Hara sprechen, und wenn er nicht da sein sollte, geben Sie mir Colonel O’Hara - es ist dringend!”
“Jawohl, Sir.”
“Der spinnt doch”, murmelte Jonathan, als er sich noch einmal das Memo ansah.

Viel Vergnügen beim Lesen
4. Family
Andromeda-Galaxie, Cyrannus System
Heracles CIC, Orbit von Virgon, Helios Beta System
Die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse waren bereits seit einigen Minuten weg. Nur die beiden der Mercury-Klasse und zwei Kampfsterne des Galactica-Typs kämpften noch weiter gegen die Zylonen, um den Rückzug der noch im Kampf verbliebenen Raptor und Vipergeschwader zu decken.
Der Aufprall und die Explosion des letzten Treffers waren sehr heftig gewesen. Jeder, der zuvor gestanden hatte, fand sich auf dem Boden wieder und musste sich langsam wieder aufrappeln, wie auch Edwards und McBride, die dann sofort auf das DRADIS schauten: “Unsere Viper sind fast alle an Bord, … verflucht, wir haben einen der beiden Raptoren verloren”, schimpfte Major James.
“Auf Sprung vorbereiten! Wir verziehen uns, sobald die letzte Viper gelandet ist!”, befahl McBride, die im Stillen den Göttern und den Ingenieuren dafür dankte, dass ihr Schiff über eine verbesserte Panzerung verfügte.
Der Taktikoffizier gab die Ankunft vier weiterer Zylonenbasisschiffe bekannt, die sofort das Feuer auf einen der Kampfsterne eröffneten, um ihn zu zerstören.
Es dauerte nur wenige Minuten, bis der selektierte Battlestar eingekreist und danach komplett zerstört worden war.
“Oh, ihr Götter - die Zylonen haben gerade die Midias zerstört”, rief der Taktikoffizier erschrocken, und auf dem DRADIS-Monitor verschwand die Signatur des Kampfsterns.
“Sprung durchführen!”, brüllte Edwards, als er sah und sogleich auch bestätigt bekam, dass alle Flugzeuge an Bord waren.
Nach einer quälenden Wartezeit von 10 Sekunden sprangen die verbliebenen Kampfsterne mit Hilfe eines Überlichtsprungs weg und ließen die Flotte der Zylonen allein zurück. Die von den Basissternen abgefeuerten Atomwaffen, die die Heracles, die Mercury und die Titania treffen sollten, flogen nun auf Virgon zu, um auf dem Planeten zu detonieren.
Tag 3 nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie, Cyrannus Star System
Nyx-Station, Helios Beta System
Die Vertreter der drei Kampfsterne, die der Heracles unerwartet zu Hilfe geeilt waren, wurden von dem Stab und der Crew von Admiral O’Hara begeistert empfangen. Der Admiral erkundigte sich sofort, wer das Kommando über diesen Verband habe, wurde aber darüber unterrichtet, dass Admiral Baker im Koma liege, da er verwundet worden sei.
Am Ende der anschließenden mehrstündigen Besprechung, in der über die aktuelle Lage beraten wurde, ergriff schließlich Bruce Wales das Wort: “Ich schlage vor, in die Kolonien zurückzukehren. Es muss noch weitere Kampfsterne geben, die in dem Cyrannus System verstreut worden sind.”
“Nein, Mister Wales. Denn es wurde, wenn Sie genau zugehört hätten, unsere gesamte Flotte zerstört“, warf ein Offizier ein. „Die Schiffe in dieser Flotte sind vermutlich der Rest, was von unserer Zivilisation übrig geblieben ist”,
Auch andere sprachen sich gegen eine Rückkehr aus, da die Kolonien atomar verseucht sind und die Zylonen über eine große Armada von Basisschiffen verfügen, gegen die man auf Dauer keine Chance hätte.
Einige stimmten der Entscheidung zu, den Krieg als verloren zu betrachten, um sich darum zu kümmern, für den Fortbestand der Kolonialen Zivilisation zu sorgen und sich irgendwo eine neue Heimat zu suchen - weit weg von den Kolonien sowie der Bedrohung durch die Zylonen.
“Ich tue nun etwas, was mir eigentlich nicht gefällt: Ich übernehme das Kommando über diese Flotte und verhänge mit sofortiger Wirkung das Kriegsrecht!”
Bruce Wales protestierte vehement gegen diese Entscheidung von Admiral O’Hara, welcher beschwichtigend die Arme hob. Er gestattete, im Verlauf der Suche nach weiteren Überlebenden in den nächsten zwei Tagen und während der Suche nach einer neuen Heimat, eine zivile Regierung aufzubauen.
Danach entließ Samuel O’Hara alle - bis auf einige koloniale Offiziere und Mister Wales - und wartete auf die Rückkehr der Iuno, die mit einigen weiteren Schiffen nach Ragnar gereist war, um die letzten Bestände an Ausrüstung und Munition zu bergen.
Auf dem Kampfstern Heracles bekamen die Geretteten von der Virgon-Mission ihre Quartiere zugewiesen, da es noch ausreichend Platz an Bord gab. Die Lehrer hatten entschieden, dass sämtliche Schüler ihre Schuluniform tragen mussten, und wiesen all die Kinder, die bisher noch keine trugen, dazu auf, sich umgehend umzuziehen. Ryan und einige seiner Mitschüler stöhnten, als diese Entscheidung gefällt wurde.
“Nimm dir ein Beispiel an deinen beiden jüngeren Geschwistern”, mahnte eine Lehrerin im freundlichen Ton und deutete dabei auf Tabita und Lucas. Der jüngere der beiden Jungs fing sofort an, gegen seinen älteren Bruder zu sticheln. Ryan wollte sich das aber nicht länger von Lucas gefallen lassen, ging auf diesen zu und verdrehte seinem jüngeren Bruder den Arm.
Als die beiden Brüder immer heftiger stritten und miteinander rangelten, ertönte plötzlich eine bekannte Stimme: “Wir befinden uns zwar auf einem Kampfstern, aber nun ist Schluss!”
Die Jungen erstarrten in ihrer Bewegung, während Tabita schon auf den Mann zulief: “Dad!” Sie umarmte ihren Vater - glücklich darüber, ihn wiederzusehen.
“Hallo Kleines”, flüsterte Jonathan, ebenfalls glücklich, seine kleine Tochter wieder in den Armen halten zu dürfen. Er hauchte dem Mädchen einen Kuss auf die Stirn. Dann wandte er sich seinen beiden Söhnen zu: “Und ihr beide: Sofort auseinander!”
Die beiden lösten ihre sich unverzüglich voneinander und Lucas trat jetzt auch an seinen Vater heran - nur Ryan blieb da stehen, wo er war. als auch seine Mutter Tamara Edwards und der älteste der Brüder, John, auftauchten. Die Familie war wieder zusammen, ein seltenes Glück nach diesen schweren Tagen, wie sich herausstellen sollte.
“Ryan. Los umziehen!” forderte Commander Edwards seinen Sohn auf, der sich noch immer nicht gerührt hatte.
“Ja, Sir”, seufzte der Junge, der sich nun in Bewegung setzte, seine Sachen nahm und hinter einem Vorhang verschwand, um der Aufforderung Folge zu leisten.
Zur selben Zeit ließ sich Admiral O’Hara an Bord der Battlestar Mercury von Colonel Hopkins herumführen, um sich persönlich nach dem gesundheitlichen Zustand von Admiral Baker zu erkundigen und darüber informieren zu lassen, in welchem technischen Zustand die Mercury war.
Nach dem Rundgang sicherte Colonel Hopkins zu, in den nächsten drei Stunden einen Bericht vorzulegen und Admiral O’Hara ordnete an, dass die Mercury am Dock Mi festmachen solle, um die Schäden zu beheben.
“Noch etwas, Colonel. Sie haben wie üblich weiterhin das Kommando! Ich will mich nicht in die Interna der Mercury einmischen!”
“In Ordnung, Sir“, nickte Hopkins. „Ich informiere Sie, sobald sich der Zustand von Admiral Baker verändert.”
An Bord der Battlestar Titania stand Commander Joseph Tarsus vor einem Problem. Er hatte einen funktionsfähigen Kampfstern, denn die erlittenen Beschädigungen waren minimal und wurden bereits ausgebessert, doch die Angriffe der Zylonen und einige ihrer Enterungskommandos hatten tiefe Lücken in die Crew gerissen. Tarsus nahm alles in den Bericht auf, den O’Hara bekommen sollte.
Auf dem Kampfstern Kronos spielten sich ähnliche Szenen ab wie vor einer guten Stunde an Bord der Heracles. Commander Alexander Nash verließ allerdings sofort das Combat Information Center, als ihn eine wichtige Nachricht erreichte, die seine Familie betraf.
Auf einem der Korridore zum CIC kam ihm bereits seine Frau, die eine Ärztin war, sowie sein Sohn und seine Tochter, die in der kolonialen Flotte dienten, entgegen. Der Commander beschleunigte seine Schritte, und auch die anderen eilten ihm entgegen –erleichtert, trotz der Umstände wieder zusammen zu sein.
Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüßung nickte Alexander: “Ich werde mich dafür einsetzen, dass ihr drei hier an Bord bleibt, unter meinem Kommando.”
Alle vier nickten sich zu - immer noch erleichtert, den Zylonen entkommen zu sein.
In seinem Quartier auf der Nyx-Station saß Samuel O’Hara, der von seinem Rundgang zurückgekehrt war, an seinem Schreibtisch und ging die ersten eingegangenen Berichte durch, die er erhalten hatte. Außer ihm waren noch Ratsherr Bruce Wales und Colonel Russell anwesend, der ihn über die Rückkehr von der Iuno in Kenntnis gesetzt hatte.
Alle drei Männer gingen die aktuellen Listen durch, dann entschied man, vorerst eine Pause einzulegen und in sechs Stunden fortzufahren.
Milchstraße
Erde, SGC, Kantine
Colonel Jack O’Neill las in Ruhe die Zeitung; das heißt, den Sportteil - den politischen Teil der Zeitung hatte er brummend beiseite geworfen, so dass einige Mitarbeiter, die sich ebenfalls in der Kantine befunden hatten, vorsichtshalber geflüchtet waren.
Es lief nicht gerade gut, er war vor kurzem von dem Asgard Loki entführt worden, welcher ihn geklont hatte, mit dem Resultat, dass nun eine jüngere Version im Teenageralter von ihm auf die High-School ging. Zu allem Überfluss war auch noch Teal’c schwer verletzt worden - zum Glück nahm dieser nun Tretonin, so dass er keinen Symbionten mehr benötigte, aber der Zustand des Jaffa war nach wie vor kritisch, vor allem sein seelischer. Der große Krieger lag zwar nicht mehr auf der Krankenstation, aber Daniel hatte ihm vorhin erst mitgeteilt, dass Teal’c sein Selbstvertrauen komplett verloren hatte - ´Wohl eher genervt´, dachte der Colonel im Stillen und hoffte, dass die bevorstehende Mission das Blatt wieder wenden würde.
“Auch hier keine guten Nachrichten”, meinte er angefressen und legte die Zeitung endgültig weg, um sich seinem Nachtisch zu widmen, bevor die Mission in zwei Stunden losgehen sollte.
4. Tag nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie
Nyx-Station, Offiziersmesse
Die Kapitäne und kommandierenden Offiziere aller Schiffe, die sich um die Station versammelt hatten, wurden zu einer Konferenz eingeladen, da Admiral O’Hara allen das weitere Vorgehen mitteilen wollte.
Er fing damit an, dass es Hinweise darüber gab, dass es an der Ragnar-Anlegestelle einen Kampf gegeben haben musste, in dem die Galactica involviert war, da Trümmerstücke von einigen Vipern gefunden worden waren, die diesem Kampfstern auf Grund einer Flossenmarkierung zugeordnet werden konnten. Außerdem erklärte O’Hara, dass die vorgefundenen Ausrüstungsgegenstände nach einer sorgfältigen Untersuchung als verwendbar eingestuft wurden und auf alle Kampfsterne verteilt werden.
Als er mit seinem ersten Teil des Berichtes fertig war, nutzte McNeal, Kapitän eines der zivilen Schiffe, die Gelegenheit und ergriff das Wort: “Werden wir nach der Galactica und nach weiteren Überlebenden suchen?”
“Ja, das werden wir in den nächsten zwei Tagen tun. Aber die gesamte Flotte wird wegen einer Vorsichtsmaßnahme das Cyrannus System in den nächsten zwei Stunden verlassen …”, antwortete der Admiral, wurde aber mitten im Satz unterbrochen.
“Dann sind wir aber schutzlos”, entfuhr es schockiert einem der Zivilisten.
“… die Nyx-Station sowie alle Schiffe der Berzerk-Klasse, die Mercury, die Titania und die Hälfte der Kampfsterne der Valkyrie-Klasse werden die zivilen Schiffe begleiten”, fuhr O’Hara ungerührt fort, erhob sich und schritt zu einer Sternenkarte, wo die Standorte der Kolonien vermerkt waren. Er erklärte, dass es auf einigen verborgenen Stützpunkten, die gut versteckt lagen, noch einige Kampfsterne des Valkyrie-Typs gab.
“Was? Und wie viele?”, wollte Bruce Wales wissen.
“Zwölf. Und jeder dieser Kampfsterne trägt den Namen von einer Kolonie.
Wir werden versuchen, sie zu finden und die Kolonien noch einmal genau zu kontrollieren, wenn es die Situation zulässt.”
Die Schiffskapitäne der Zivilschiffe sowie einige Commander der kolonialen Flotte und Ratsherr Bruce Wales schauten immer noch etwas irritiert drein, als unvermittelt Alarm ausgelöst wurde. Es dauerte nicht einmal eine Minute, bis einer der Kommunikationsoffiziere in die Offiziersmesse stürzte, wobei die junge Frau beinahe mit dem Admiral zusammenstieß, der soeben den Raum verlassen wollte.
Die Offizierin war völlig außer Atem. Sie atmete noch einmal kräftig durch, bevor sie berichtete, dass man Signale von weiteren Schiffen auf dem DRADIS-Monitor erhalten hatte, die Kurs auf die Station nahmen, und dass Colonel O’Hara einen Notsprung zu den Notfallkoordinaten für die zivile Flotte, die Kronos sowie für die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse, und die Hilfsschiffe der Berzerk-Klasse angeordnet hatte.
Admiral O’Hara ließ sich entschuldigen, und begab sich im Eiltempo in das CIC.
Eine Viertelstunde später konnte zum Glück Entwarnung gegeben werden; bei den Schiffen handelte es sich um neun zivile Schiffe und um die 12 Kampfsterne der Valkyrie-Klasse, die man eigentlich in den nächsten 48 Stunden suchen wollte.
Im Verlauf der darauf folgenden Besprechung beschloss man, zu der bereits gesprungenen Flotte aufzuschließen und von dort aus weitere Schritte zu planen.
Viele waren aber der Meinung, zunächst eine Trauerfeier abzuhalten, um der Gefallenen zu gedenken.
Zylonische Flotte
Orbit von Caprica
An Bord des Basissterns, der von Mephisto kommandiert wurde, fassten die Zylonen das Resultat ihres Angriffes auf die Kolonien zusammen.
“…, nach dem bisherigen Stand unserer Informationen, die wir von unseren Agenten erhalten haben, ist es drei bis fünf menschlichen Flotten gelungen, zu entkommen“, berichtete eine Drei.
„Unsere Schätzungen liegen bei etwa 120 zivilen Schiffen und einigen Kampfsternen …” Mephisto unterbrach sie wütend und schimpfte lauthals: “Das ist vollkommen inakzeptabel.”
“Aber Cavil verfolgt bereits die große Flotte, die sich um die Galactica versammelt hat“, rechtfertigte sich einer der Dorals. „Von einer anderen großen Flotte haben wir noch keine Erkenntnisse, da unsere Agenten, die sich dort aufhalten, zunächst noch Informationen sammeln wollen, bevor sie aktiv werden.”
“Was wir aber wissen ist, dass es sich unter anderem um einen Verband von ungefähr einem Dutzend Kampfsternen unterschiedlicher Klassen handelt, die die Flotte schützen”, ergänzte Natalie, die - wie Mephisto - von Virgon gekommen war, um bei der Besprechung teilzunehmen.
Einer der Leoben meldete sich zu Wort: “Ich schlage vor, dass wir die Armada so aufteilen, dass ein Teil im Orbit der Kolonien verbleibt, ein anderer die Sternsysteme der Kolonien durchsucht und ein weiterer die Flüchtlingsflotten aufspürt, verfolgt und auslöscht.”
“Ein guter Vorschlag, Zwei”, ein Simon und die anderen Modelle stimmten ebenfalls zu.
“Dann ist es also entschieden“, Mephisto sah zustimmend in die Runde. „Ich danke euch für euer Kommen liebe Brüder und Schwestern”, stand auf und beendete damit die Zusammenkunft.
Milchstraße
Erde, SGC, Besprechungsraum
General Hammond nickte zufrieden, als alle in der Abschlussbesprechung ihre Aussagen gemacht hatten. Dann kam Doktor Fraiser hinzu und bescheinigte, dass Bra’tac und auch Rya’c sich von den Folgen der Gefangenschaft schnell erholen würden.
“Es waren ein paar anstrengende Tage. Nehmen Sie sich alle ruhig ein paar Tage frei, um sich zu erholen!”, empfahl George Hammond, dann ließ er SG-1 wegtreten.
Jack grinste zufrieden, hatte er nun doch seinen “alten” Teamkameraden wieder, so wie er ihn kannte.
Quartier von Colonel O’Neill
Jack räkelte sich zufrieden auf seinem Bett; die Notizen für den Missionsbericht waren fertig. Doch der Papierkram konnte warten, denn die letzten Tage waren einfach zu anstrengend gewesen.
Liegend zog er die Schublade seines Nachttisches auf und holte einen kleinen Gegenstand heraus, der einem schwarzen Stein sehr ähnlich war.
‘Relax-time’, dachte der Colonel, da dies ihm in den letzten Jahren immer sehr geholfen hatte, zu entspannen, um danach frisch ausgeruht seinen Bericht zu schreiben.
Labor von Doktor Jackson
Ein paar Stunden später hatten Sam und Daniel bereits ihre Missionsberichte fertig gestellt. Major Carter kam in das Labor des Archäologen, als dieser sich schon wieder seinen Forschungen zuwandte.
“Hi Daniel, du wolltest mich sehen.”
“Hallo Sam. Ja, diese Datei, die Jack damals hinterlassen hatte, als er das Wissen der Antiker in sich trug, und woher wir die bisherigen Informationen haben, ist sehr umfangreich. Wir haben bisher einige Toradressen gefunden, die uns in die Andromeda führen würden ...”
Major Carter nickte verstehend, als Doktor Jackson eine Pause machte und auf einem Computer eine weitere Datei öffnete.
“… habe ich nun eine Art Geschichtsschreibung entdeckt, die von einer kleinen Gruppe der Antiker berichtet, die sich dort niedergelassen haben. Und außerdem von den Furlingern, die aus der Andromeda stammen und mit den Antikern, den Asgard und den Nox, die große Allianz bildetet.”
“Das ist wirklich interessant, Daniel. Doch leider können wir nicht dorthin gelangen; uns fehlt die notwendige Energie für eine stabile Wurmlochverbindung”, warf Sam ein, “außer wir können mit Hilfe der Asgard ein Schiff entwickeln, dass es uns ermöglicht, in naher Zukunft dorthin zu gelangen.”
“Ich weiß. Und wir beide wissen aber auch, dass der Colonel dem Pentagon und dem Präsidenten Pläne für ein Schiff vorgelegt hat, das groß genug wäre, um eine solche Mission durchzuführen. In den Daten steht hier auch ein Hinweis, wann die Antiker in die Andromeda aufgebrochen sind, nämlich vor circa 10.000 bis 12.000 Jahren. Und einige Planeten der Furlinger, die als letztes Rückzugsgebiet genannt werden: Kobol, Elysium, Mu und Lemuria, sowie ein paar weitere Planeten, die hier nicht näher benannt werden.”
“Einer dieser Planeten könnte also zu unserer Adresse passen”, vermutete Carter und Jackson nickte zustimmend.
5.Tag nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie
18 Lichtjahre außerhalb des Cyrannus Systems
Nyx-Station, Hangarhalle - Quartier von Admiral O’Hara
Unzählige Menschen, die von allen Schiffen der Flotte kamen, waren an Bord der kolonialen Station gekommen, um an der Trauer- und Gedenkfeier teilzunehmen. Commander McBride hatte als ihre Vertretung Commander Edwards und seine Familie gebeten, teilzunehmen.
Admiral O’Hara und Ratsherr Wales hielten bewegende Ansprachen, in denen sie zum Zusammenhalt untereinander mahnten, um diese schwierige Aufgabe zu meistern und eine neue Heimat zu finden. Nachdem beide geendet hatten, war zunächst nur zaghafter Beifall zu hören, doch erfüllte er schon bald das ganze Deck.
Es dauerte einige Zeit, bis auch Edwards mit seiner Familie die Station verlassen konnte, da der Admiral noch kurz mit ihm sprechen wollte. Seine Kinder blieben in der Obhut von John zurück, der sich in der Zwischenzeit mit einigen Leuten der Akademie unterhielt, während sein Vater und seine Mutter mit O’Hara sprachen.
Lucas langweilte sich und fing an, in der Tasche von seiner Jacke zu kramen. Seine Finger stießen auf einen Widerstand. Irritiert hielt er inne und zog ein Foto mit Markierungen hervor.
“Was hast du da?”, fragte Ryan, dem die Warterei ebenfalls nervte, müde.
“Das ist ein Gruppenfoto mit all unseren Lehrern”, stellte Tabita fest, als sie einen kurzen Blick darauf geworfen hatte.
Lucas wendete das Foto und erkannte, dass darauf etwas notiert worden war. Er erkannte die Handschrift seiner Klassenlehrerin wieder.
“Es gibt nur zwölf Modelle”, las er vor. “Aber wovon? Ich verstehe das nicht.”
“Da steht sie doch, fragen wir sie doch einfach”, schlug Ryan vor und deutete auf eine blonde Frau, die etwa zwanzig Meter von ihnen entfernt stand, und darauf wartete, an Bord eines Shuttles gehen zu können.
“Misses Faust”, rief Lucas und eilte auf die Frau zu.
“Tut mir Leid, mein Kleiner. Aber du musst mich mit jemand anders verwechseln”, war die Antwort der Blonden, die gleich darauf durch die Luke stieg, um ihren Flug nicht zu verpassen.
“Das kapier’ ich nicht”, murmelte Lucas, als er wieder bei seinen Geschwistern war. “Wieso hat sie mich nicht erkannt?”
“Vielleicht war es ihre Schwester”, vermutete Ryan träge.
“Nein”, entgegnete Tabita, “Miss Faust hat gesagt, sie hat keine Schwester.”
Lucas nickte zustimmend.
“Verflucht, was geht mich das an”, murrte Ryan genervt und wandte sich ab.
Lucas und Tabita sahen sich das Foto noch einmal genauer an, als ihre Eltern in Begleitung des Admirals aus der Tür traten. Lucas trat zögernd näher an die drei Erwachsenen heran und erzählte, was er vor wenigen Minuten erlebt hatte.
Samuel O’Hara runzelte die Stirn, während Tamara Edwards sich das Foto und die Notiz dahinter genauer ansah.
Der Admiral bat nun alle noch einmal in sein Büro, um ungestört mit der Familie sprechen zu können. Nach Zuhilfenahme einer Lupe konnte man etwas Licht in die Angelegenheit bringen.
O’Hara schüttelte den Kopf. Er war sich nicht sicher, ob er dieser Nachricht trauen sollte; doch wenn es zutraf, schwebten sie alle in großer Gefahr.
“Admiral O’Hara, bitte sofort im CIC melden”, ertönte eine Stimme aus dem Lautsprecher.
Der Gerufene drückte eine Taste: “Hier der Admiral. Was ist los?”
“Es sind die Zylonen, Sir.”
“Verflucht. Bin schon unterwegs”, schimpfte O’Hara, und eilte schnurstracks davon.
5. Auf der Flucht
Eine Woche nach dem Fall der Kolonien
Irgendwo in der Andromeda-Galaxie
Nyx-Station, CIC
Seit zwei Tagen war man nun schon auf der Flucht vor den Zylonen. Das wiederholte, unerwartete Auftauchen des Feindes seit dem Verlassen des heimatlichen Cyrannus Systems, sowie der Ausfall und die anschließende Zerstörung der Minos, einen Kampfstern der Valkyrie-Klasse, durch die Zylonen, bestätigte schnell den Verdacht, dass es feindliche Agenten innerhalb der Flotte geben musste, die die Position der Flüchtlinge verrieten. Die Minos konnte zwar noch evakuiert, und es konnten auch noch einiges an Vorräten geborgen werden, bevor die Zylonen wieder nach über etwas einer halben Stunde wieder auftauchten. Dies machte es immer schwieriger, noch geplante Rettungsmissionen in den Kolonien durchzuführen, wenn nicht sogar unmöglich, da man sich immer weiter von der Heimat entfernte, um weiteren Angriffen der Zylonen zu entgehen.
Admiral O’Hara schaute auf die Uhr - noch knapp 5 Minuten, und es waren wieder diese 33 Minuten um. Er war froh, dass diese beiden Kinder mit dem Foto und den darauf befindlichen Notizen ihn und seinen Stab auf die richtige Spur gebracht hatten. Er hatte eine Fahndung eingeleitet, denn er war sich sicher, dass die Personen, die mit einem roten Stift durch ein “C” gekennzeichnet wurden, Zylonen waren. Doch dummerweise waren nur drei der Personen auf der Fotographie damit gekennzeichnet worden, das bedeutete, dass neun Gesichter fehlten.
“DRADIS-Kontakt! Es sind diesmal nur vier Basisschiffe der Zylonen”, meldete der Taktikoffizier.
“Alarm für die gesamte Flotte! Sprung Nummer 81 durchführen!”, befahl Admiral Samuel O’Hara.
“Sprung 81 abgeschlossen. Flotte ist vollzählig. Nur die Heracles und die Titania fehlen noch”, meldete einer der fünf Kommunikationsoffiziere.
Nachdem eine kurze Wartezeit vorüber war ergänzte ein weiterer Offizier: “Die Heracles und die Titania sind jetzt ebenfalls hier.”
“Uhr neu stellen!”, ordnete Colonel Simon O’Hara an.
“Nachricht von der Zaron, dem Bergbauschiff. Sie melden die Gefangennahme eines Verdächtigen durch eines unser Marineteams. Der Beschreibung nach ist es diese blonde Frau”, meldete einer der drei Taktikoffiziere.
“Gute Nachrichten. Sie sollen den verfluchten Toaster an die Heracles überführen, höchste Sicherheitsstufe!”, nickte der Admiral. Erleichtert, nun endlich einen Erfolg in Bezug auf die Ermittlungen verbuchen zu können.
Battlestar Heracles
Nach dem 82. Überlichtsprung war der Admiral bereits an Bord der Heracles angekommen. Er begab sich sofort in Begleitung von Bruce Wales, Commander McBride und sechs Marines in die Brig, um die Gefangene zu verhören.
Die blonde Frau reagierte kaum auf die ihr gestellten Fragen und behauptete, eine Frau von Picon zu sein und dort einen Elektroladen zu besitzen.
“Das behaupten Sie. Und wer ist das hier?”, fragte O’Hara, und hielt ihr die Kopie eines Fotos hin.
Sie warf nur einen kurzen Blick drauf: “Meine Schwester.”
“Nur komisch, dass diese Frau auf dem Bild hier angegeben hat, keine Geschwister zu haben”, brummte McBride.
“Geben Sie endlich zu, ein Zylon zu sein“, forderte Wales sie auf“, denn offenbar wollte jemand aus ihrem Volk, dass zumindest einige überleben!”
Die Frau senkte den Kopf und überlegte lange, so dass in der Zwischenzeit sogar schon der 85. FTL-Sprung durchgeführt wurde.
“Na schön”, nickte sie schließlich, “Ich bin ein Zylon.”
Admiral O’Hara schnaufte hörbar auf und bombardierte sie anschließend mit Fragen: “Wer sind die anderen, wie viele sind es und wo befinden sie sich?”
„Was glauben Sie wohl?“, empörte sich die Zylonin. “Ich werde die anderen bestimmt nicht verraten, so wie es eine andere Sechs dem Anschein nach, getan hat.”
“Dann haben sie keinen großen Wert mehr für uns”, gähnte Wales müde. Der Admiral nickte zustimmend. “Commander McBride, werfen Sie dieses Ding aus der nächsten Luftschleuse!”, ordnete Samuel O’Hara an, dabei beobachtete er die Zylonin, die sich davon nicht beeindrucken ließ - ganz im Gegenteil, sie schloss die Augen und lächelte entspannt.
Daraufhin annullierte er seinen Befehl und ließ die Sechs auf der Heracles gefesselt in eine Sicherheitszelle sperren und von sechs Marines bewachen lassen.
Battlestar Mercury
Admiral Baker kam langsam wieder zu sich. Einer der Krankenpfleger bemerkte es und ließ nach Colonel Hopkins rufen. Als Hopkins die Krankenstation betrat, wurde der Admiral gerade von einem Arzt untersucht. Der Mediziner war zufrieden und nickte entspannt.
“Heißt das, ich darf zurück an die Arbeit, Doc?”, fragte Admiral Baker und machte Anstalten, aufzustehen.
“Oh Nein, Admiral!“, und drückte den Kommandeur wieder vorsichtig auf sein Krankenlager. „Sie sollten noch einen Tag, vielleicht zwei hierbleiben, damit ich Sie genau beobachten und wieder aufpäppeln kann.”
Der Admiral seufzte und fügte sich widerwillig. Dann wandte er sich an seinen XO, der ihm einen vorbereiteten Bericht überreichte, und fasste dabei mit eigenen Worten die aktuelle Lage kurz zusammen.
Als der Admiral aber erfuhr, dass man sich seit Tagen auf der Flucht befand und den offenen Kampf mit dem Feind mied, runzelte er die Stirn: “Wie war das eben? Wir laufen davon, Colonel?”
“Ähm“, der Colonel wand sich etwas unter dem missbilligenden Blick seines Vorgesetzten. „Ja, Sir. Seit dem Zeitpunkt, als Admiral Nagala über Virgon mit einem Gegenangriff gescheitert und gefallen ist, und unter dem Kommando von Commander Diana McBride von der Heracles in einer Such- und Rettungsaktion Überlebende aus dem Helios Beta System gefunden wurden und weiteren ähnlichen Aktionen in den Kolonien, befinden wir uns auf der Flucht. Admiral O’Hara wurde von Admiral Nagala zum Flottenadmiral ernannt, kurz bevor die Atlantia zerstört wurde.“
Admiral Steven Baker runzelte enttäuscht die Stirn, da eigentlich er einer der potentiellen Nachfolger von Nagala und dessen Posten war.
“Lassen Sie mich allein und gehen Sie zurück ins CIC. Wenn ich weitere Fragen habe, lasse ich Sie rufen!”, befahl der Admiral. Hopkins salutierte und suchte dann schleunigst das Weite.
Zylonische Armada
Basisschiff von Mephisto
“Wir haben soeben die Koordinaten von unseren Agenten erhalten”, meldete ein Doral, als er die Brücke betrat.
Mephisto rieb sich erfreut die Hände: “Holen wir sie uns!”
Kurz darauf war der Überlichtsprung abgeschlossen und die Armada der Zylonen befand sich links, etwas versetzt von der Flüchtlingsflotte.
Nyx-Flotte
Battlestar Kronos, CIC
“DRADIS-Kontakt!“, meldete der Taktikoffizier. „Es sind sechs Basisschiffe. Zylonen starten mehrere Jägergeschwader.”
“Viper starten! Beidrehen! Schutzzone aufbauen und das Feuer der Hauptgeschütze dann auf das nächstgelegene Basisschiff eröffnen!”, befahl Commander Nash, der sich das Kinn rieb, welches nun schon seit Tagen von einem Bart bewachsen war.
Alexander Nash kannte seine Befehle, nämlich, gemeinsam mit der Heracles den Rückzug der Flotte zu decken, um dann sofort aufzuschließen.
Milchstraße
Erde, USA, Minnesota
Colonel Jack O’Neill saß entspannt in einem Liegestuhl am See, wo sich seine Ferienhütte befand. Er hatte es geschafft, von General Hammond für sein Team ein paar freie Tage zu bekommen, mit der Begründung, dass die letzten Missionen sehr anstrengend und gefährlich gewesen seien, und sie alle dringend eine kleine Auszeit benötigten.
Jack hatte wieder versucht, Teal’c und auch Bra’tac zu einem Angelausflug zu überreden, doch beide wollten sich um ihre Aufgaben innerhalb der Jaffa-Rebellen kümmern. Dann hatte er es bei Daniel versucht, den es aber doch lieber in die Bibliotheken zog. Auch bei Sam hatte Jack keinen Erfolg, denn Major Carter begab sich nach Area51.
`Macht nix´, dachte Jack, ´es gibt immer jemanden.´
“He, wir sollten hier mal ein paar Fische aussetzen”, schlug das jüngere Ich von Colonel Jack O’Neill, das vom Asgard Loki geklont und erschaffen worden war, vor.
“Hm, gute Idee”, murmelte der Colonel etwas abwesend und fügte nach einer kurzen Pause grinsend hinzu: “Ach ja. Was macht eigentlich die High School?”
Andromeda-Galaxie
Nyx-Flotte
Die Menschen konnten wieder einmal knapp entkommen Es gab nicht viele Verluste zu beklagen, bis auf einige Viperpiloten von der Kronos und der Heracles, die im Kampf gefallen sind. Beide Kampfsterne verschwanden nach einem heftigen Gefecht, das nur eine Viertelstunde angedauert hatte, und nachdem sieben weitere Basissterne der Zylonen aufgetaucht waren.
In der Zwischenzeit konnten auch ohne Hilfe der gefangenen Sechs vier weitere Zylonen in menschlicher Gestalt festgesetzt werden, die mit Hilfe des Fotos von Lucas, welches er in seiner Jacke gefunden hatte, ermittelt werden. Doch auch die neuen Gefangenen schwiegen und waren nicht bereit, zu kooperieren.
Die Nachricht, dass Admiral Steven Baker an Bord seines Schiffes aus dem Koma erwacht worden war, veranlasste Admiral O’Hara dazu, sich sofort in einem Raptor an Bord der Mercury zu begeben.
Battlestar Mercury, Krankenstation
Admiral Samuel O’Hara erkundigte sich zunächst beim Chefarzt über den Zustand von Admiral Steven Baker und fragte nach, ob er ihn auch besuchen könne.
“Ich habe dem Admiral zwar noch Bettruhe verordnet, da er bei der Schlacht über Leonis durch eine Bauchwunde, die durch einen Splitter verursacht wurde, viel Blut verloren hatte“, fasste Doktor McQuarie kurz zusammen, „aber Sie können zu ihm – nur bleiben Sie bitte nicht zu lange”, und erteilte O’Hara die Erlaubnis, zu Baker gehen zu dürfen.
Samuel trat an das Krankenbett von Steven heran.
“Admiral Baker.”
“Admiral O’Hara – meinen Glückwunsch zur Beförderung.”
“Danke. Habe von McQuarie gehört, was passiert ist, und wollte mich noch einmal dafür bedanken, dass Sie mit Ihrer verbliebenen Flotte nach Virgon gekommen sind, um Commander McBride zu helfen.”
Admiral O’Hara berichtete, was in den letzten Tagen geschehen war und man in Erfahrung bringen konnte. “… und hätten wir diese Schüler und Lehrer, und vor allem diesen Jungen nicht von Virgon gerettet …”, sagte Samuel am Ende.
“… säßen wir ziemlich in der Scheiße”, ergänzte Steven stöhnend und versuchte, sich aufzusetzen. “Das ist richtig. Die Frage, die wir uns nun stellen ist, was machen wir mit den Zylonen, die wir gefangengenommen haben?”
“So viele Informationen rauspressen wie möglich und dann die Dinger aus der nächsten Luftschleuse werfen”, antwortete Baker hustend, “wäre zumindest das Weiseste.”
“Haben wir schon versucht“, seufzte O’Hara. „Doch die verdammten Toaster schweigen.”
Beide Admiräle kamen überein, jedes Schiff zu isolieren und systematisch nach weiteren Agenten der Zylonen in menschlicher Form zu durchsuchen. Sowie medizinische Untersuchungen an den Gefangenen durchzuführen, um zu erfahren, ob es irgendwelche physiologischen, anatomischen und pathologischen Unterschiede zwischen Menschen und Zylonen gäbe, die man zur Suche nach weiteren Zylonen verwenden könne.
Die Hustenanfälle von Admiral Steven Baker häuften sich.
“Nun ist erst einmal genug!”, entschied Doktor McQuarie streng und erklärte somit die Besuchszeit für beendet.
Nachdem O’Hara Baker noch gute Besserung gewünscht hatte ging er wieder.
Battlestar Heracles
In einem der Abteile, das man den geretteten Zivilisten zugeteilt hatte, hatte man ein Schulzimmer eingerichtet, wo die Lehrer und einige freiwillige Erwachsene die Kinder auch weiterhin unterrichten konnten. Alle hofften, dass der Unterricht die Kinder etwas von den Geschehnissen und Erlebnissen ablenken konnte.
Man hatte die unterschiedlichen Klassenstufen durch Reihen voneinander getrennt - im Moment stand Mathematik auf dem Stundenplan.
Tabita und Lucas saßen nebeneinander und Ryan hatte seinen Platz in einer Reihe daneben auf gleicher Höhe, so dass er neben seiner Schwester saß.
Die Geschwister waren froh, zusammen sein zu dürfen, auch war ihnen klar, wie viel Glück sie hatten, dass ihre Familie trotz der Geschehnisse zusammen sein konnte.
Ryan reichte sein Lineal an Tabita weiter, da sie keines hatte. Das Mädchen lächelte dankbar ihren älteren Bruder an, bevor sie anfing zu zeichnen.
Battlestar Kronos
“Vanessa?”, flüsterte John leise, als sich die Luke, die in den kleinen Raum führte, wo er sich aufhielt, langsam öffnete. “Ja”, antwortete die junge Frau ebenfalls im Flüsterton, als sie hereinkam und die Luke vorsichtig wieder verriegelte.
Glücklich umarmten sie sich, bevor sie beide sich setzten und einander erzählten, was in den letzten Wochen, wo man sich nicht gesehen hatte, geschehen war.
Die beiden jungen Offiziere wussten, dass das, was sie taten, nicht ganz korrekt war, besonders nicht in der aktuellen Lage. Doch beide hatten, seitdem sie sich kannten, Gefühle füreinander entwickelt. Schon als sie noch Kinder waren, aber besonders dann, nachdem sie sich nach einigen Jahren als Kadetten wieder getroffen hatten, waren die Gefühle intensiv wie noch nie zuvor.
Dass beide seitdem die koloniale Uniform trugen, störte Vanessa Nash und John Edwards nicht, denn es gab viele Beziehungen, wie die ihre, in der gesamten Flotte.
Nyx-Station, Offiziersmesse - CIC
Einen Tag später stellte man fest, dass es seit gut neun Stunden keinen Feindkontakt mehr gegeben hatte. Auch kannte man jetzt, dank der durchgeführten Ermittlungen und dem Quarantäneverfahren des Militärs, immerhin das Aussehen von fünf weitere Zylonen, die sich bisher in der Flotte versteckt gehalten hatten. Die Mitarbeit der Zivilisten war Gold wert, da einige wenige die Angriffe der Zylonen auf die Kolonien miterlebt hatten. Seitdem konnten sogar einige gezielte Anschläge erfolgreich vereitelt werden.
“Uns fehlen aber immer noch sieben Gesichter der angeblich zwölf Zylonenmodelle”, hustete Admiral Baker, der grünes Licht von Doktor McQuarie erhalten hatte, wieder in den aktiven Dienst zurückkehren zu dürfen, ärgerlich.
“Die finden wir schon, Admiral. Denn Doktor Michelle Nash hat ein Verfahren entwickelt, welches uns bei diesem Problem helfen könnte”, warf Mister Wales ein.
“Das ist korrekt”, stimmte Admiral O’Hara zu und wandte sich dann an die Wissenschaftlerin, “bitte fahren Sie fort, Doktor Nash.”
Die Frau erhob sich und erklärte, dass sie einen Weg gefunden habe, um Menschen und Zylonen mit Hilfe eines einfachen Blutvergleichs voneinander zu unterscheiden.
“Und das funktioniert wirklich?”, fragte Commander Junus hoffnungsvoll.
“Ja, Commander. Die ersten Testreihen verliefen gut, wobei wir mehrere Dutzend Stichproben von den Besatzungsmitgliedern nahmen, um sie mit den Proben der Gefangenen zu vergleichen”, antwortete Michelle Nash lächelnd.
“Dann haben wir also so eine Art Zylonendetektor. Ich würde gerne einen an Bord meines Schiffes haben, wie wohl jeder andere Kommandeur in der Flotte auch, wobei wir diesen Vorteil nur auf den militärischen Teil unserer Flotte beschränken sollten”, überlegte Commander McBride.
Der Vorschlag wurde positiv aufgenommen, auch Bruce Wales war damit als Vertreter der Zivilisten einverstanden.
Commander Kimberly Park hatte noch eine Frage: “Was ist nun mit den Toastern, die wir in unseren Gefängnissen haben?”
“Die brauchen wir nun nicht mehr“, antwortete Admiral O’Hara, und befahl: „Ich ordne hiermit an, dass alle Gefangenen hingerichtet werden! Aber erst, nachdem die zivilen Schiffe in Begleitung von einigen Kampfsternen der Valkyrie-Klasse zu den Notfallkoordinaten gesprungen sind! Die anderen Kampfsterne - wie auch zunächst die Nyx-Station - bleiben hier! Ich will nämlich etwas testen“, erläuterte er allen anderen Kommandeuren noch seinen Schlachtplan.
„Und wenn meine Vermutung richtig ist, taucht nach einer bestimmten Zeit nach der Hinrichtung die Armada der Zylonen auf. Und vielleicht gelingt es uns dabei, den Zylonen eine Breitseite, und damit einen Dämpfer zu verpassen.”
Eine halbe Stunde später war es dann schließlich soweit: Die zivile Flotte begab sich im Schutz und der Begleitung von sieben Kampfsternen der Valkyrie-Klasse und allen sieben kolonialen Hilfsschiffen der Berzerk-Klasse zu den neuen Zielkoordinaten.
Die Nyx-Station mit Admiral O’Hara selbst blieb noch vor Ort. Und obwohl die Nyx über Verteidigungsanlagen verfügte, wollte Samuel kein Risiko eingehen, und würde sofort den Befehl zum Überlichtsprung geben, sollte die Armada der Zylonen auftauchen.
“Nachrichten von der Kronos, der Heracles, der Mercury und der Titania, und aus unserer Brig: Alle zylonischen Gefangenen wurden exekutiert, Sir”, teilte einer der Kommunikationsoffiziere mit.
“Danke. Hier spricht Admiral O’Hara! Alle Uhren auf mein Zeichen auf 33 Minuten starten … jetzt!”
Es dauerte, wie von Samuel O’Hara bereits vermutet, keine halbe Stunde, bis die Armada der Zylonen, bestehend aus zwei Dutzend Basisschiffen auftauchte. Für O’Hara das Signal, sich zurückzuziehen, und für die wartenden, kampfbereiten Kampfsterne, das Feuer auf den eingetroffenen Feind zu eröffnen.
An Bord der kolonialen Kriegsschiffe war allen bewusst, dass man nicht allzu lange gegen eine solche Übermacht etwas ausrichten konnte, aber man wollte ja den Zylonen lediglich einen gehörigen Denkzettel verpassen.
Admiral Baker, der von Admiral O’Hara für diesen Kampfeinsatz zum Befehlshaber bestimmt worden war, hätte nur allzu gern noch die übrigen Kampfsterne zur Verfügung gehabt. Doch alle anderen Kommandeure, und auch Mister Wales, waren dagegen gewesen, da man die zivile Flotte nicht völlig ohne Schutz lassen wollte.
Der Kampf tobte nun schon eine halbe Stunde an, und in dieser Zeit war es den Kampfsternen geglückt, vier Basissterne zu zerstören, doch tauchten dafür, wie aus dem Nichts, acht weitere auf. Die Zylonen schickten immer weitere Geschwader von Jägern in den Kampf; nach kurzer Zeit nahmen die Kampfsterne ihre Flugzeuge wieder auf.
Die Kampfsterne der Valkyrie-Klasse verschwanden zuerst, dann folgten die Heracles, die Titania und danach die Kronos - nur die Mercury blieb noch zurück, um ein weiteres Basisschiff zu zerstören. Admiral Baker wartete fast zu lange, bis auch er schließlich den Befehl zum Rückzug gab.
Die Verluste der Menschen hielten sich glücklicherweise in Grenzen.
Armada der Zylonen
An Bord von Natalie Fausts Basisschiff angekommen, schimpfte Mephisto immer noch, denn er konnte es einfach nicht glauben, dass die Menschen ihn und sein Volk in eine Falle gelockt hatten.
„Wir haben sieben Basisschiffe verloren. Ebenso viele sind stark beschädigt - eine wirklich gute Bilanz“, meinte Natalie zynisch, als der ehemalige Schuldirektor ihre Brücke betrat. „Die Nyx-Flotte zu verfolgen macht sich wirklich bezahlt.”
“Sei still!”, verlangte er wütend. „Ich werde gewiss nicht aufgeben und umdrehen, denn ich habe noch eine gute Woche Zeit, diese Flotte auszulöschen, und damit auch diese Kinder, die du angeblich so magst.”
Natalie konnte nur mit Mühe ihre Schadenfreude über die erneute Pleite von Mephisto verbergen, war sie doch dagegen gewesen, diese Flotte, die von gut zwei Dutzend Kampfsternen begleitet wurde, zu verfolgen.
Nyx-Flotte
Colonial Transporter 209, Quartier von Bruce Wales
Drei Tage später suchte Admiral O’Hara Ratsherr Wales auf, um ihm die gute Nachricht zu bestätigen, dass es seit drei Tagen keinen Kontakt mehr mit den Zylonen gab. Auch hatte man damit begonnen, die ersten Blutproben zu untersuchen und auszuwerten. Das führende Personal an Bord aller Schiffe war bei den ersten gewesen.
“Gute Nachrichten, Mister Wales”, begann O’Hara, als er eintrat. “Sie sind kein Toaster und können mit ihrem Wahlkampf beginnen.”
“Ausgezeichnet, Danke. Das sind wirklich positive Nachrichten.”
“Ja. Sobald die Wahlen für einen neuen Präsidenten abgeschlossen sind, hebe ich das Kriegsrecht auf. Und wer weiß, vielleicht haben wir bis dahin eine neue Heimat gefunden, wo wir von Neuem beginnen können - ohne Zylonen.”
“Da hätte ich nichts dagegen”, stimmte Wales zu.
Die meisten innerhalb der Flotte nutzte nun die kommende Zeit, um sich auszuruhen und zu erholen, denn die bisherigen Ruhephasen waren einfach zu kurz gewesen. Doch für viele Techniker und Mechaniker ging die Arbeit weiter, da etliche Flugzeuge überholt und gewartet werden mussten, genauso wie einige Kampfsterne ebenfalls reparaturbedürftig waren, da sie bei der Schlacht schwer beschädigt wurden.
Battlestar Heracles
Commander Diana McBride hatte sich seit dem Ende der letzten Schlacht mit den Zylonen in ihr Quartier zurückgezogen, um die Personallisten zu aktualisieren und sich auszuruhen. So übernahm Commander Jonathan Richard Edwards das Kommando an Bord und Major Patricia James agierte als sein XO, die ihm gerade ein Communicay von der Mercury überreichte.
“Was zum Teufel ist denn das?”, brummte er, nachdem er es gelesen hatte. Er wandte sich an den Kommunikationsoffizier: “Lieutenant Shawn. Ich brauche umgehend eine abhörsichere Leitung zur Nyx-Station! Ich will mit Admiral O’Hara sprechen, und wenn er nicht da sein sollte, geben Sie mir Colonel O’Hara - es ist dringend!”
“Jawohl, Sir.”
“Der spinnt doch”, murmelte Jonathan, als er sich noch einmal das Memo ansah.
