[SG/Multi-Crossover] Odyssee
#11
Hallo liebe Leser, heute setzen für den Re-Start von Odyssee mit den ersten Folgen der 2. Staffel fort, um wieder in das Geschehen reinzukommen, bevor es dann im Frühjahr des kommenden Jahres mit der Fortsetzung losgehen wird.

Odyssee
Folge 2.01 Der Pulsar, Teil 2

Milchstraße
Mars - Stargate Command Base

Eilig und so schnell sie laufen konnten, waren Miss Xiaoyi Shen und Major Jennifer Hailey gemeinsam in den Torraum geeilt, und waren ebenso schnell in den wartenden Jumper und zwängten sich nach vorne, vorbei an den aufgestapelten Kisten, Koffern und auf den Bänken sitzenden Crewmitgliedern in den Cockpit-Bereich des Fluggerätes
Da die Mission bereits frei gegeben worden war, fasste sich die Expeditionsleiterin recht kurz mit ihrer ersten Anweisung.
In der zuvor festgelegten Reihenfolge hatten sich die 12 Jumper von ihrer Parkposition erhoben. Dann nach einem ersten kurzen Flug auf den Ereignishorizont des Stargates, tauchten die Fluggeräte nacheinander in die bläulich schimmernde Wand ein.

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Und obwohl jeder, und natürlich auch alles andere, in einzelne Atome zersetzt worden ist, sah man Sterne, Planeten und Galaxien während der Reise durch das Wurmloch von dem Stargate von der Erde hin zu dem Ziel-Stargate vorüberziehen. Alles schimmerte in einem orangefarbigen Licht. Bis man es ganz kurz spürte. Etwas war geschehen und alles war ganz kurz nur für wenige Sekundenbruchteile in einem merkwürdigen Violett getaucht.

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Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System - Ouranos Asteroid Belt

Sonst herrschte hier in jenen Bereich des gewaltigen Asteroidengürtels überwiegend Dunkelheit. Nur hin und wieder schimmerte mal die Sonne durch die unterschiedlich großen Gesteins- und Mineralienbrocken in jenem Sektor hindurch.

Diese Eintönigkeit wurde unterbrochen als unerwartet ein uraltes antikes und längst vergessenes Artefakt wieder zu neuem Leben erwachte.
Eine blaue Welle hatte für wenige Sekunden aus dem Stargate geschlagen, ehe sich diese zurückgezogen hatte und nur einen schimmernden Teich hinterließ.
Diese Energiefreisetzung hatte einen unerwünschten Nebeneffekt: Der Asteroid begann unerwartet zu rotieren.

Kurz darauf verließen mehrere Fluggeräte das antike ringförmige Artefakt mit viel zu hoher Geschwindigkeit. Auch die Rotation des Himmelskörpers sorgte für etwas, nämlich dass alle Fluggeräte verstreut worden waren.
Wenige Minuten nachdem der letzte Jumper angekommen war, erlosch das Stargate und der Asteroid auf welchen es sich befand, kollidierte mit einem anderen Himmelskörper.

Mit einer viel zu hohen Geschwindigkeit hatte unser Jumper, wie die anderen elf ebenfalls das Stargate wieder verlassen. Es dauerte eine Weile ehe die beiden Lieutenants Jin und de Vaux das Fluggerät wieder unter ihre Kontrolle gebracht hatten.
“Na schön”, stöhnte Miss Shen, die sich langsam wieder erholt hatte, “was ist da gerade passiert? Major Hailey, haben sie da schon eine Theorie?”
“Leider nicht, Ma’am. Würde mich aber gerne mit den anderen darüber austauschen, ob auch sie dieselben Beobachtungen gemacht haben…”, antwortete Jennifer mitgenommen.
“Tun Sie das. Wo sind wir?”, stutzte die Expeditionsleiterin, die gerade eben erst bemerkt hatte, dass sie sich im All befanden und nicht auf einem Planeten. Fassungslos starrte sie nach vorne aus dem einzigen Fenster, denn sie befanden sich nicht in einer zerklüfteten Bergwelt des angewählten Zielplaneten, sondern in einem Asteroidenfeld.

“Das muss ein Asteroidengürtel sein”, bemerkte Lieutenant Tessa de Vaux, die auf die sich langsam aufbauende holographische Karte des Sonnensystems schaute, während sie versuchte Funkverbindungen zu den anderen Teams herzustellen.

“Dies war der härteste und aufregendste Ritt in einem Fluggerät, den ich eh hinter mir gebracht habe”, erklärte Doktor Rosenthal, der als einer der wenigsten entspannt wirkte, aber wie alle anderen auch es noch nicht wagte den Sicherheitsgurt zu lösen.

Es dauerte viele quälende Minuten, die einen wie Stunden vorkamen bis sich alle Jumper gemeldet und wieder versammelt hatten. Immer noch stellte sich keine Entspannung ein, denn man wusste nicht wo man letztendlich gelandet war.
Während die Physiker im Expeditionsteam ihre Erkenntnisse zusammentrugen, behielten alle Jumper-Piloten die Anzeigen der Instrumente im Blick, die sie darüber informierten was sich sonst noch im Sonnensystem befand, wo wir allesamt gelandet waren.

Als dann mehrere große Raumschiffe entdeckt worden waren, die eindeutig militärischen Zwecken dienten war man froh darüber dass der Tarnmodus trotz der aktuellen Probleme funktionierte. Dank der fortschrittlichen Technologie der Antiker, die Doktor McKay und sein Team erfolgreich hatte duplizieren können, erfuhr man dass mindestens einer der Planeten im System bewohnt war.
Trotz Tarnung hielt sich unsere Jumper-Flotte in Formation nur im Asteroidengürtel auf.

Nach vielen Stunden war es dann endlich so weit, weil die Physiker endlich fertig waren um nach Erklärungen zu suchen, und Miss Shen übernahm die Einleitung: “So alle mal herhören, den wir fassen kurz zusammen was wir wissen: Das Stargate wurde mit der korrekten Adresse erfolgreich geöffnet, worauf wir protokollgetreu die Erkundungssonde vorausgeschickt hatten. Diese hat uns dann die Bilder der näheren Umgebung übermittelt. Eine Umgebung einer zerklüfteten Bergwelt. Doch stattdessen ist etwas geschehen, weshalb wir hier gelandet sind…”
Hilfesuchend drehte sich die Expeditionsleiterin zu Hailey, um sie dadurch aufzufordern allen anderen Expeditionsmitgliedern die wissenschaftlichen Erkenntnisse mitzuteilen.

“…das ist leider wahr. Wir haben wie geplant in den 12 Jumpern den Ereignishorizont des Sternentores auf der Erde passiert. Der Rausch, so nenne ich persönlich die Reise durch das Wurmloch, haben wir wohl auf eine ähnliche Art und Weise wahrgenommen bis… ja bis zu diesen einen Moment mit der Farbänderung, unerwarteten Beschleunigung und dem im Anschluss beinahe unkontrollierten verlassen des Stargates in diesem uns noch vollkommen unbekannten Teil des Universums. Wir vermuten das dieses Phänomen entweder durch ein normales oder vagabundierendes Schwarzes Loch, eine Supernova, einem Pulsar oder einem vergleichbaren Ereignis verursacht worden ist”, berichtete Jennifer uns allen.

“Und was jetzt? Steuern wir das Sternentor an um zur Erde zurückzukehren?”
“Nein, First Lieutenant Jin! Das Tor befindet sich in einer ungünstigen Lage und Zustand, weil es durch die Kollision mit einem anderen Asteroiden beschädigt worden ist, wie mir Colonel Chou berichtet hat. Und auch wenn es intakt wäre, wir könnten dennoch nicht zurück, denn wir hätten keinen Ausgangspunkt - wir wissen nicht wo wir gelandet sind”, antwortete die Expeditionsleiterin niedergeschlagen.

“So ist es - und somit sitzen wir hier eine Weile fest. Zumindest bis wir einen Aus- oder Rückweg gefunden haben”, bemerkte Lieutenant Fraiser.

“Ja, ganz genau. Wir lassen uns davon nicht entmutigen. Daher ordne ich hiermit an das wir dieses Sonnensystem gründlicher erforschen, wobei alle Jumper im Tarnmodus verbleiben! Wir teilen unsere Flotte dabei aber auf! Äh, Lieutenant de Vaux, wie viele Planeten gibt es in diesem System hier?”, legte Miss Shen fest, die sofort fragend zu der Co-Pilotin schaute.
Tessa hatte nur kurz noch einmal auf die holographische Karte geblickt, ehe sie dann antwortete: “Nahe des Zentralgestirns gibt es einen kleinen und offenbar unbewohnten, dann den einen besiedelten Planeten, den Asteroidengürtel in den wir uns aufhalten, und eine weitere Welt mit guten Lebensbedingungen, der ebenfalls bewohnt sein könnte mit einem großen Mond. Außen einen gewaltigen Gasgigant mit mehreren Monden… he, und noch einen weiteren Planeten auf einer anderen Umlaufbahn… Also gibt es genug Ziele, die wir erkunden können, Miss Shen.”
“Da haben sie Recht, Lieutenant. Wir werden uns alle, bis auf den Gasgiganten ansehen! Keine Kontakte mit der hier heimischen Zivilisationen!”, legte die Expeditionsleiterin fest, die die Jumper-Flotte in vier Verbände aufteilte und dann die Ziele, sowie ein Zeitlimit von maximal 48 Stunden und den Treffpunkt auf gleicher Position im Asteroidengürtel bestimmte.


Battlestar Heracles - CIC

“Sir, wir hatten da gerade etwas”, meldete Colonel Lot Hebridian.
“Und was?”, fragte Admiral Diana McBride müde.
“Einen sehr heftigen Energieausbruch im Ouranos Asteroid Belt, sowie ein Dutzend Kontakte, die dann aber schnell wieder verschwunden sind”, antwortete der Taktikoffizier, der nervös wirkte.
“Und? Was für eine Kennung?”
“Dafür waren die leider viel zu kurz auf dem DRADIS, Sir. Vielleicht waren das aber auch nur irgendwelche Trümmer, Raptor oder gar Schiffe von Schmugglern.”
“Lassen wir das, machen wir einen Vermerk dass sich hier in diesem Sektor Schmuggler des Öfteren aufhalten - und mehr nicht! Und bereiten Sie lieber den Sprung ins Helios Gamma System vor! Denn die Pegasus liegt für die nächsten Monate in den Scorpia Shipyards, und wir sollen dort für diese Zeit von etwa sechs Monaten die Vertretung übernehmen!”, entschied McBride.


Helios Alpha System
Battlestar Galactica

Voller Misstrauen beäugte Commander William “Husker” Adama immer wieder die ganzen Fremden, welche sich auf seinem Schiff aufhielten, kommen und gingen. Doch was den alten Kriegsveteranen aus dem Zylonischen Krieg, der vor gut vierzig Jahren endete, am meisten wurmte, war in seinen Augen die Verschandlung, welche die Galactica seit einigen Wochen erfuhr. Der alte Kampfstern wurde immer mehr zu einen Museum umgebaut. Dies störte Adama, der sich dafür stark gemacht hatte dieses alte Schlachtschiff eher als Schulungsschiff für die Kadetten der Akademie der Kolonialen Flotte so zu belassen wie es war. Doch war er aus unbekannten Gründen mit seinem eindringlichen mit einem solchen Appell bei der Admiralität gescheitert.
“Dies ist ein Kampfstern, und sollte auch besser einer bleiben!”, brummte er mürrisch leise vor sich hin.



Milchstraße
Erde
USA, New York - Westchester

In der Schule und auf dem Anwesen von Charles Xavier machte sich immer mehr ein bedrückte Stimmung breit, denn man hatte Kenntnis von dem vermissten Team der erst vor kurzem aufgebrochenen Andromeda-Expedition erhalten. Wobei der Professor und Jean auf Grund ihrer Gabe sofort davon gewusst, aber aus Rücksicht auf andere solange geschwiegen hatten, ehe es von den Verantwortlichen bestätigt worden war.
“Die Ärmsten. Besonders die Frau von Wolfrino tut mir leid. Denn erst hatten sich die zwei wieder gefunden, und schienen nach dem Angriff dieser Monster ihre Beziehung erneuert zu haben…”, begann Storm mitfühlend.
Wolverine ergänzte trocken: “…und dann diese erneute harte Trennung. Die arme Frau und der Kerl haben wirklich Pech.”
“Ja”, nickte Magneto, der mal wieder zu Besuch war um mit Charles eine Runde Schach zu spielen, “vor allem weil die Frau von vorneherein dagegen war, dass sich ihr Ehemann der Expedition anschließt.”


Deutschland - Hamburg

Vor einen Zweifamilienhaus fuhr ein schwarzer Geländewagen vor. Schnell und gewand war der Fahrer ausgestiegen, um kurz darauf der Mitfahrerin und einem weiteren Fahrgast im Anschluss das Aussteigen zu ermöglichen. Die beiden Personen erstgenannten trugen die Uniform der United States Air Force, während die dritte im sportlichen Zivil gekleidet war. Während der Fahrer im Wagen zurückblieb, ging die Frau, welche als Brigadier General erkennbar war, mit dem älteren Herrn auf das Haus zu und betätigte die Klingel.

Die Tür öffnete sich erst nach dem zweiten Läuten.
“Ja, was gibt es?”
“Guten Tag. Das hier ist Mister Angus MacGyver und ich bin Brigadier General Samantha Carter von der US Air Force. Sind sie, Misses Jeanne Nicole Schneider?”
“Ja, irgendwoher kenne ich sie beide. Sie haben Glück, denn ich muss bald los. Wollen Sie denn nicht solange reinkommen bis ich los muss - um mir zu erzählen was schief gelaufen ist?”

Sam und auch Mac machten betroffene Gesichter, daher zögerten beide einen Moment, weswegen Jeanne locker ergänzte: “Ich bin Polizistin und merke schon wegen ihres Besuchs das es wohl schlechte Nachrichten geben muss, denn sonst wären sie beide nicht hier.”
“Das ist leider wahr. Aber das bedeutet nicht, dass alle tot sind und als für immer verloren gelten. Ich würde Ihnen aber gern berichten was wir bislang in Erfahrung gebracht haben”, versuchte MacGyver sofort die schlimmsten Befürchtungen zu dämpfen.
“Habe nichts dagegen, aber ihr zwei habt dafür nur knapp zwei Stunden Zeit, dann muss ich selber zum Dienst. Das Wohnzimmer ist dort hinten - einfach den Flur entlang. Wie wäre es mit Kaffee?”
“Danke. Und wir, Mister MacGyver und ich, werden uns so kurz wie möglich fassen”, versprach Carter.

Während Samantha und Angus im Wohnzimmer Platz genommen hatten und damit begonnen hatten ihre Präsentation vorzubereiten, war Jeanne alleine in der Küche verschwunden. Dort liefen ihr die Tränen über die Wangen. Sie war froh darüber dass die beiden Kinder bereits schon in der Kita waren und es nicht mitbekamen.

Doch nach nur wenigen Minuten tauchte sie dann, nachdem sie die Spuren ihrer Traurigkeit beseitigt hatte, mit einem Tablett im Wohnzimmer auf.
Mit einem gütigen Lächeln nahm Sam die Kaffeetasse entgegen. Derweil war Jeanne aber auch dankbar dafür dass sie informiert wurde, und dann auch noch von einer sehr ranghohen Offizierin, die sich die Zeit dafür genommen hatte, obwohl für sie die erst vor kurzen wieder zurechtgerückte Welt zusammengebrochen war.
Dies spürte Carter regelrecht, weswegen sie alles versuchte um zu zeigen dass alle nur als vermisst galten.

“…durch die Hilfe eines Satelliten, den die Phoenix Foundation bei der Mister MacGyver tätig ist, ist es uns nach der bisherigen Analyse der Daten, die wir erhalten hatten, feststellen das ein Pulsar für das globale Phänomen von zum Beispiel den zahlreichen Stromausfällen verantwortlich gewesen sein muss. Diese Pulsare sind stellare Objekte und schnell rotierende überdichte Neutronensterne mit hoher Strahlung, die Radioimpulse aussenden, die wie Wellen durch das Universum wandern. Und gerade eben als das Team das Tor passiert hat, hat uns ein solcher Impuls zweier kollidierender Pulsare getroffen. Der Materiestrom muss umgeleitet worden sein, was wir anhand aller gesammelten Daten und Rechenmodelle herausbekommen haben. Das Team ist irgendwo herausgekommen. Überall dort wo ein Tor ist oder war - und zwar in diesem Bereich hier!”, erklärte Sam, die auf dem Tisch ausgebreitete Karte mit Galaxien deutete. Diese Karte war von ihr mit einem Dreieck ausgehend von der Milchstraße in Richtung der Andromeda markiert worden war.

“Es befinden sich sehr viele kluge, sehr kluge Menschen in diesem Team. Ja, sie sind auf sich gestellt - aber sie werden den Weg zurück zur Erde suchen und finden. Glauben Sie mir”, ergänzte Samantha, während Jeanne wortlos voller Schmerz auf diese Karte mit dem Dreieck starrte wo sich mehrere Galaxien befanden.
´Jetzt habe ich dich ein zweites Mal, und wohl auch für immer verloren Jonathan´, dachte sie betrübt im Stillen.

Odyssee
Folge 2.02 Phobos und Deimos, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Messier 110 alias NGC 205 alias Andro-Alpha-Galaxie
Planet Heraclia - Festland, neutrale Region

Wie sie es vor einigen Tagen versprochen hatte, war Veronika mit einer guten Anzahl von Kriegerinnen auf dem Hof von der Familie von Adriana erschienen.

“Es kommen noch mehr Kriegerinnen nach. Zum einen um die Familie von Alexander, sowie diejenigen, die es wünschen in das Reich der Amazonen zu führen wo sie alle in Sicherheit wären. Und andere Kriegerinnen um unserer Gruppe im Notfall beizustehen, denn unsere Mission wird dieses Königreich und alle anliegenden Reiche in eine sehr große Aufregung versetzen”, versicherte die Prinzessin der Amazonen.

Kurz danach hatten zahlreiche Mägde und Knechte damit begonnen untereinander zu tuscheln, wobei sie auch ab und wann auch recht heftig miteinander diskutierten.

Erstaunlich war aber eines, denn obwohl die Amazonen bereits da waren, hatte Adriana das Haus immer noch nicht verlassen - im Gegensatz zu Eve, Egeria, Ruben und Alexa, die nervös immer wieder hinüber zur Tür schauen mussten.

Es verrannen noch einige Minuten, ehe die Wartezeit vorüber war und die junge Frau in der Kleidung, welche sie erst gestern in der Grotte gefunden hatte, aus der Tür trat. Dieses Erscheinungsbild hatten vor allem ihre Mutter und zahlreiche Bedienstete der Farm nicht erwartet, weswegen sie auch einen ziemlichen Schreck bekamen. Im Gegensatz zu den Amazonen, welche neugierig näher traten und interessiert die junge Frau und ihr Outfit begutachteten.

“Du sag mal”, begann Veronika verwundert, “ist dir etwa zu kalt, wir haben doch Hochsommer? Du musst doch in diesen Sachen schwitzen wie ein Bär, liebe Schwester.”
Adriana hatte kurz überlegen müssen, ehe sie reagierte und sagte dann: “Es klingt zwar merkwürdig, aber ich friere nicht und schwitze trotz dieser Sachen, welche ich am Körper trage nicht.”
“Ist deine Sache… Und was ist mit euch? Ihr müsst euch entschieden haben bis die anderen Kriegerinnen hier sind. Dies wird sein sobald es dämmert!”
Die Amazonenprinzessin schaute sich noch einmal kurz in der Runde um, dann hatte sie sich wieder auf ihr Pferd geschwungen. Auch die junge Frau tat es ihr gleich nachdem sie sich von ihrer Pflegefamilie verabschiedet hatte.

Danach war die Gruppe auch schon davon geritten ins Königreich Capripolia, um keine unnötige Zeit mehr zu verlieren.


Inselreich Katmos

“Wir waren wieder siegreich! Ehre sei den Ori!”, hatte so eben ein junger Mann euphorisch laut geschrien, nachdem sie endgültig das letzte verbliebene Bündnis der Könige und Fürsten sämtlicher noch bisher nicht unterworfener Inselreiche vernichtend geschlagen hatten.
Dieser junge Mann, welcher Darius hieß, wusste nicht dass er die ganze Zeit über aus weiter Ferne mit äußerster Zufriedenheit beobachtet worden war.

Wie zu erwarten war, war einer seiner obersten Hauptleute, der zu seiner Leibgarde gehörte, die von seiner Mutter der Orici für diese Mission auserwählt worden war, an ihn herangetreten, und meldete: “Mein Gebieter, wir haben zahlreiche Rädelsführer, darunter auch einige der Könige und Fürsten gefangen nehmen können.”
“Hervorragend. Bringe mich sogleich zu ihnen!”
“Wie ihr befiehlt. Bitte folgt mir. - Hier entlang. Gebieter durch diesen glorreichen von den Ori gewollten Sieg sind euch von diesem Tage an alle Inseln untertan. Wann wendet ihr euch dem Festland zu?”
“Schon sehr bald, Hauptmann. Schon sehr bald.”

Während er sich mit diesem Hauptmann besprach, waren sie bei den wichtigsten Leuten, die jetzt seine Gefangenen waren angekommen.

“Wie ihr alle mitbekommen habt, ist euer lächerlicher Versuch die Auserwählten der Ori aufzuhalten oder gar zu vernichten endgültig gescheitert. Euer Bündnis ist besiegt, was auch dazu führt, wie es im Gesetz festgelegt worden ist, dass von den heutigen Tage an mir alles gehört: Reiche, Besitz und sämtliche Armeen. Doch ich will großzügig sein, wenn ihr euern falschen Göttern abschwört und stattdessen den wahren, den Ori unterwerft. Jeder der dies tut, erhält den Rang eines Fürsten, der dann sein bisheriges Land für mich verwalten darf. Wer von euch allen dazu bereit ist, möge nun hervortreten.”

Lange Zeit geschah nur dies: Alle Gefangenen blickten sich und ihren Bezwinger prüfend an.

Minuten vergingen bis Bewegung in das Geschehen kam, und der besiegte aber von sehr vielen angesehene und alte König von Katmos, Menas, verächtlich auf den Boden spuckte sowie einige Schritte nach hinten getreten war.
Als er dies getan hatte, erklärte er: “Ich weiß noch nicht wie sich meine Brüder hier noch entscheiden werden, aber ich verrate auf keinen Fall das Erbe unserer ehrwürdigen Ahnen, nur um mein vergängliches Leben zu retten - du elender Sprössling eines Piraten!”

Darius hatte darauf kurz etwas das Gesicht verzogen, ließ die Bemerkung seines Feindes ohne Kommentar stehen, stattdessen fragte er: “Will sich hier noch jemand kundtun?”

Kurz darauf waren zunächst Gemurmel und Geflüster, und danach Beschimpfungen sowie wüste Verwünschungen zu vernehmen. Der Grund dafür war da sich einige dazu entschlossen hatten einen oder mehrere Schritte vorzutreten, und andere die es Menas gleichgetan hatten. Aber einige waren reglos an Ort und Stelle stehengeblieben.

Alle wurden dann wie von Darius befohlen in drei separaten Gruppen abgeführt. Die Gruppe von Königen und Fürsten, die bereit waren sich zu unterwerfen in ein Zelt, die Unentschlossenen und diejenigen welche sich nicht beugen wollten wurden zusammen in Käfige gesperrt.


Festland - Königreich Capripolia

Die Amazonenkriegerinnen und Adriana hatten das neutrale Gebiet verlassen und waren schon tief in das Königreich Capripolia eingedrungen. Es zeigte sich dass die Amazonen eine Vielzahl von unbekannten Pfaden kannten, weswegen sie ihrem Ziel schon sehr nahe gekommen waren. Auch war bereits schon das leise Rauschen des nahen Meeres zu hören, denn die Hauptstadt Capripolis mit ihrem großen Hafen lag in einer günstig gelegenen und geschützten Bucht.

Auf einer bewachsenden Anhöhe befahl Veronika allen anderen mit einer eindeutigen Geste, die Pferde anzuhalten und ruhig zu halten. Der Grund dafür war klar, es war noch heller Tag und die Stadt war bereits in Sichtweite.
“Wir warten wohl bis zur Dämmerung?”, fragte Adriana, die sich ebenso wie ihre beste Freundin, welche kurz bestätigend genickt hatte, vom Pferd gleiten ließ.

“Wir werden uns ausruhen bis es dämmert, dann gehen wir alle, bis auf zwei von uns hinab in die Stadt um deinen Vater zu suchen, sowie ihn zu befreien falls er in Not sein sollte!”, legte die Prinzessin der Amazonen fest.

Ihr Lagerplatz war gut gewählt, weil er auch sehr leicht für eine gewisse Zeit zu verteidigen war. Während sich Veronika stärkte, suchte sie bereits mit ihren Augen einen sicheren Weg zur Stadt. Schließlich lächelte sie siegessicher, erhob sich und ging zurück zu Adriana und ihren Kriegerinnen. Auch sie nahmen gerade Nahrung und Wasser zu sich, als Veronika ihnen den Plan erläuterte: “…bis dorthin haben wir Deckung, wo auch Vivien und Lalila mit den Pferden zurückbleiben werden! Ihr beiden müsst genau auf die Umgebung achten! Wir übrigen und Adriana dringen dann in die Stadt ein, dringen bis zu den Palast von Rufus und seiner Familie vor, dabei ist es wichtig immer bereit für den Kampf mit dem Feind zu sein!”


Insel & Königreich Katmos

Lange hatte Darius in seinem fürstlichen Zelt auf den besiegten König von Katmos, der sich geweigert hatte sich ihm zu unterwerfen, gewartet.
Doch das Warten hatte ein Ende, denn acht seiner Krieger hatten König Menas zu ihm gebracht.
Für den Bezwungenen war es eine Schmach, da er auf einer sandigen Stelle stehen bleiben musste. Es war klar zu erkennen, man hatte die kostbaren Teppiche und Felle, die noch vor einiger Zeit hier gelegen hatten, weggenommen.

Gemächlich schritt Darius auf Menas zu, wobei er kurz nach draußen geschaut hatte, dann sprach er: “Ihr habt mich respektlos behandelt und die wahrhaften Götter, die Ori beleidigt. Außerdem bin ich der Sohn der göttlichen Orici, die die verheißene Tochter der Ori…”
Abrupt unterbrach der Besiegte trocken: “Das ändert nichts daran, dass Du nichts weiter als ein Verbrecher bist. Wer sehr hoch thront, wird irgendwann schwer fallen!”
“Ah ja, so wie Du? Oder bist du ein Prophet Menas? Die Sonne geht gerade unter, wie am heutigen Tage auch deine Herrschaft über diese gewaltige Insel bereits untergegangen ist - genauso… ach ja, du ziehst es vor zu sterben hast du mir vorhin gesagt… also endet heute Abend euer Leben”, entgegnete Darius leise murmelnd. Die letzten Worte sprach er so leise, dass sie nur Menas gerade noch so vernehmen konnte.

Voller Schmerz schrie der alte besiegte König kurz darauf auch noch auf, denn sein Bezwinger hatte den wehrlosen ohne jegliche Warnung mit dem Schwert durchbohrt.
Tödlich verwundet stöhnte er daher anklagend: “Du bist ohne jede Ehre… eine Schande für alle Könige, weil du vor nichts zurückschreckst… Und ob ich ein Prophet bin, …wird Dir deine eigene Zukunft zeigen… du… du Deimos!”
“Ja. Ganz genau. Denn ich werde sogar meine Zwillingsschwester beseitigen, sobald sie mir begegnet, um mir auf diesem Wege mein verheißenes Erbe zu sichern - ganz genauso wie man es mir bereits prophezeit hat. Witzig nicht wahr?”, erklärte Darius mit einem kalten Grinsen, ehe König Menas verstarb.


Festland - Königreich Capripolia
Hauptstadt Capripolis

Die lang ersehnte Dämmerung war endlich gekommen. Anhand des Geschickes der Kriegerinnen war Adriana sehr schnell klar geworden, dass jene nicht das erste Mal eine solche Mission vor sich hatten. Denn jede Wache, die man nicht umgehen konnte, wurde von den Amazonen lautlos und ohne Aufsehen zu erregen beseitigt.

Geräuschlos und still wie Katzen huschten sie durch die Straßen und Gassen der Stadt, wobei sie sich meist im Schatten verborgen hielten. Ihr Ziel war der Palast von der Familie von Rufus, welcher sich in der Nähe des Tempelbezirks befand.

“Der Wachposten dort am Tor muss weg!”, wisperte Veronika, die den Bogen und den Köcher abgelegt hatte um diese Aufgabe persönlich zu übernehmen. Aus dem Schatten heraus griff sie blitzschnell zu, als sich der Mann für einen kurzen Moment wegdrehte.
Mit der linken Hand hielt sie dem Wachposten den Mund zu um jenen am Schreien zu hindern, und mit der rechten stieß sie ihn mit ihrem Dolch ins Herz. Anschließend zerrte sie den Toten ins naheliegende Gebüsch, nachdem sie ihren Gefährtinnen angezeigt hatte zu ihr aufzuschließen.

Ein weiteres Mal hatte Adriana mitverfolgen müssen, wie kaltblütig und brutal ihre beste Freundin sein konnte. Daher hatte sie mehrfach erschrocken schlucken müssen.
Veronika schien das Unbehagen von ihr zu spüren, daher fasste sie ihr kurz an den Arm, und flüsterte: “Du weist genau, dass dies bei einer solchen Mission passieren wird. Und auch Du selbst wirst leider bald jemanden töten müssen, sonst ist dein Vater und deine Familie verloren - und auch um nicht selber zu sterben.”
“Ich weiß. Davor habe ich ja Angst.”
“Das ist gut, es soll ja auch nicht leicht sein andere Menschen zu töten. Doch leider geht es in diesen Stunden nicht anders, wenn wir deinen Vater Alexander aus den Händen dieser ruchlosen Verbrecher befreien wollen. Also komm jetzt!”

Adriana war auch die Erste, die den Gesuchten erspäht hatte, und stellte dabei entsetzt fest: “Sie haben ihn ohne jegliche Kleidung dort in den Block gelegt!”

Und tatsächlich wenige Meter vor ihnen befand sich Alexander, der vor Erschöpfung erst vor kurzem eingeschlafen war. Im fahlen Mondlicht war deutlich zu erkennen gewesen dass er schwer misshandelt worden war. Deswegen stieg in Adriana schier unbändiger Zorn auf.
Auf ein Zeichen Veronikas hin verteilten sich die Kriegerinnen mit schussbereiten Bögen auf dem Gelände. Und nur sie und ihre beste Freundin hatten sich den Gefangenen mit größter Vorsicht genähert.
“Vater! Vater!”, flüsterte jemand leise in Richtung des Mannes, der schläfrig die Augen öffnete aber mehrfach blinzeln musste.
Der Mann glaubte nur zu träumen, oder eine Vision oder dergleichen zu haben und erst als er sanft berührt wurde, seufzte er mitgenommen: “Du bist ein gutes Kind. Das du gekommen bist… Agamon, Rufus und all die anderen von seinem Hause, sowie viele seiner Knechte und Soldaten haben mich fast ohne Unterlass bis kurz vor dem Untergang der Sonne gegeißelt…”
“Diese feige Tat wird nicht unbestraft bleiben, Alexander!”, raunte Veronika leise. “Aber zunächst müssen wir Euch in Sicherheit bringen!”
“Was hast du nur vor, Schwester?”, fragte Adriana leise, der nichts Gutes schwante.
“Wir werden den Palast und alles andere in Brand stecken, sobald wir den Innenhof verlassen haben!”, antwortete Veronika entschlossen, nachdem sie Alexander ein leinendes Tuch umgelegt hatte, welches sie zuvor mit einem ätherischen Öl mit lindernder Wirkung getränkt hatte. “Wir haben keinen Schlüssel. Am besten benutzt du dein Schwert um den Block zu öffnen, Schwester!”

Adriana gehorchte ohne zu zögern, und nachdem sie es aus der Scheide gezogen hatte, holte sie nur kurz aus, schlug einmal kräftig zu. Ohne Schwierigkeit hatte sie den Block zerstört, und Alexander war wieder frei.

“Mein liebes Kind. Sieh dich nur an, du siehst wie eine Kriegerin aus…”
“Später, lieber Vater! Später! Wir müssen uns erst einmal so schnell wie nur irgendwie möglich in Sicherheit bringen!”, unterbrach die junge Frau mit einem aufmunternden Lächeln.

Ungünstigerweise war ihre Anwesenheit von einer Wache schließlich doch noch entdeckt worden, welche daher sofort mit lauter Stimme: “Alarm! Alarm! Überfall!”- rief. Abrupt wurde ein Röcheln daraus, weil er von einem Pfeil zum Schweigen gebracht wurde. Aber sämtliche andere Wachen waren dadurch bereits alarmiert worden, und drinnen im Palast wurde es überall hell.

“Jetzt werden wir so schnell es geht Feuer legen!”, schimpfte Veronika, die eine Fackel aufs Strohbedeckte Dach der Stallungen geschleudert hatte, worauf die auflodernden Flammen dort sofort ein üppiges Mahl fanden.

Und auch die anderen Amazonenkriegerinnen taten es ihrer Prinzessin gleich, worauf überall Flammen emporloderten und Feuer ausbrachen.

Schnell herbeigeeilte weitere Wachen und Knechte waren somit zunächst mit dem vielen gelegten Bränden beschäftigt, was die Flucht der Eindringlinge und des befreiten Alexander begünstigte.

Unwirsch brüllte Agamon, der auf der Dachterrasse aufgetaucht war, seine Untergebenen an: “Nur die Knechte und Mägde sollen sich um die Feuer kümmern, und das Vieh retten! Die Pferde zuerst! Die Wachen nehmen die Verfolgung auf! Los bewegt euch, und tötet die Eindringlinge!”

Mit gut gesetzten Bogenschüssen deckten die Amazonen die Flucht von Veronika, Adriana und Alexander.
Derweil rannte Rufus vor das Tor, und schrie panisch: “Hilfe! Zu Hilfe! Bitte helft beim Löschen Bürger! Wir wurden überfallen! Hilfe!”

Was niemand ahnte war, dass Eremitias sich ebenfalls in der Nähe der Hauptstadt aufhielt. Aber er war nicht mehr allein, denn die eine Hälfte der Leibgarde, die zum Schutz von Adriana bestimmt war, hielt sich bei ihm auf. Aber sie hielten sich in einer der zahlreichen Höhlen verborgen.
Der Prior wandte sich an die Soldatinnen und Soldaten: “Ihr wisst was eure Aufgabe ist: Die Tochter der Orici zu schützen, und ihr zu gehorchen! Wartet auf mein Zeichen!”
Wortlos hatten die Männer und Frauen nur genickt, um auf den Befehl zu warten.


Insel & Königreich Katmos

“Wir wissen dass ihr eine Schwester habt, Gebieter.”
“Ich weiß. Aber nicht mehr lange.”
“Die Prophezeiung ist jeden aus der Leibgarde bekannt. Wir wissen dass es nur ein Kind der Orici geben wird, welches uns anführen soll.”
“Und das geht nur, wenn ich meine Schwester töte. Silon, befehle den Wachen die Leiche von König Menas und die Spuren hier in meinem Zelt zu beseitigen! Und macht alle Gefangenen nieder, die sich den Ori und mir nicht unterwerfen wollen!”
“Wie ihr es angeordnet habt, werden wir es ausführen, großer Darius!”

Odyssee
Folge 2.03 Phobos und Deimos, Teil 2

Festland - Königreich Capripolia
Hauptstadt Capripolis

Nicht nur Rufus, sondern auch sein Vater waren gerade noch rechtzeitig in Deckung gegangen als ein letzter gut gezielter Pfeilhagel der Amazonen auf die nachsetzenden Verfolger niederging. Dadurch waren beide Männer im letzten Moment dem sicheren Tode entgangen.
“Diese verfluchten kriegerischen Amazonen! Alles Verbrecherinnen!”, fluchte deswegen der alte Kaufmann Agamon hasserfüllt, weil er bereits seit vielen Jahren schon eine tiefe Abneigung gegen dieses Volk hegte, da sie schon des Öfteren unzählige seiner Karawanen überfallen und aufgebracht hatten. Was aber daran lag, weil er sich weigerte den fälligen Zoll zu zahlen.

Mit wutrotem Kopf war er nach drinnen entschwunden, um sich persönlich der Verfolgung anzuschließen und Vergeltung zu üben.
“Wartet Vater - ich werde Euch begleiten!”, rief Rufus, der sich ebenfalls seine Rüstung anlegte. Aber sehr umständlich, weswegen er die Hilfe eines Dieners benötigte.

Aber schon bereits wenige Minuten später waren sie aus dem Palast geeilt, und mit einer großen bewaffneten Eskorte losgeritten. Im wilden beinahe halsbrecherischen Tempo galoppierten sie durch die Straßen und Gassen der Stadt, die ihre Heimat war.

Unterdessen waren aber die Amazonenkriegerinnen um Veronika, Adriana und dem befreiten Alexander, welcher sich nur mit großer Mühe auf den Beinen halten konnte, einigermaßen ohne nennenswerte Schwierigkeiten an die Stadtmauer gelangt.

Noch waren sie durch die Schatten und die Büsche verborgen. Aber sie mussten überall wo sie bislang hingekommen waren mit Unbehagen feststellen, die Stadtmauer wurde wie auch die Stadttore schwer bewacht.

“Nein! Nein, meine lieben Freunde!”, hustete Alexander, der mitbekommen hatte was Veronika plante. Sie hatte nämlich vor das am schwächsten bewachte Tor anzugreifen um auf diesem Wege Capripolis wieder zu verlassen. “Ich weiß: Ihr seid stark, tapfer und mutig - aber versucht es nicht, bitte! Wenn wir es aber doch wagen, werden viele von uns heute Nacht noch sterben… und ihr hättet die Gefahren umsonst auf euch genommen um mich zu befreien… ich bin zu… geschwächt um…”, erklärte der Farmer, der mitten im Satz erschöpft zusammen gesackt war.

Aber der stets wachsamen und aufmerksamen Prinzessin der Amazonen war durch die Armbewegung des Mannes etwas aufgefallen. Sie folgte der angedeuteten Richtung und musterte konzentriert mit kritischen Augen die Stadtmauer.

Es waren einige Minuten vergangen, da erkannte Veronika endlich was Alexander im Begriff war vorzuschlagen. Es tat sich für die Gruppe von ihr eine Alternative auf, welche wohl den Kriegern von Capripolis bislang entgangen war. Da einige Meter von ihnen nur entfernt war eine kleine Tür, die kaum noch zu erkennen war, weil sie von Kletterpflanzen beinahe fast zur Gänze überwuchert war. Ein weiterer kleiner Vorteil war der Hain aus etwa einem Dutzend Pappeln, alten Obst- und Olivenbäumen, sowie einigen Büschen, welche ihnen Deckung und Schutz boten.

Langsam und sich immer wieder wachsam umschauend vergewisserten sie sich nicht beobachtet zu werden. Schließlich hatten sie wohl ihre einzige Fluchtmöglichkeit aus der Stadt heraus erreicht. Sofort hatten die drei kräftigsten Frauen unter ihnen begonnen sich an der Tür zu versuchen. Alle anderen sicherten mit schussbereiten Bögen die Umgebung ab.
Die Tür hatte sich trotz großer Mühen kaum bewegt. Dabei knarrte und ächzte sie aber verräterisch leise in den Angeln, worauf eine der Kriegerinnen, namens Ruisa, diese mit Olivenöl behandelte.

Kurz darauf zerrten Veronika, Adriana und Ruisa grinsend beinahe lautlos die Tür auf. Vorsichtig traten sie in die Tür und suchten aufmerksam die Umgebung draußen vor der Stadt ab. Erst als sie der Meinung waren, dass die Luft rein sei gaben sie den anderen ein Zeichen ihnen vorsichtig zu folgen.

Die ganze Zeit über hatte derweil Adriana immer wieder voller Sorge zu ihren nach wie vor bewusstlosen Vater geschaut. Doch Alexander war glücklicherweise wenige Minuten später wieder zu sich gekommen, musste aber von zwei Kriegerinnen gestützt werden, weil er sich nicht ohne fremde Hilfe auf den Beinen halten konnte.

“Wo sind unsere Schwestern nur mit den Pferden?”, wisperte Veronika irritiert, die den Horizont mit konzentrierten Blicken nach ein Zeichen ihrer beiden Kriegerinnen abgesucht hatte.
Denn die Zeit drängte, da ihnen vor wenigen Minuten erst der Atem gestockt hatte als sie die vielen Soldaten bemerkt hatten die unterwegs vor der Stadt waren. Was die Gruppe noch nicht wusste, war dass man ihre beiden Gefährtinnen aufgegriffen hatte.

Nach einer sorgfältigen Suche und der Rückverfolgung der Spuren hatte Ruisa die Pferde schließlich entdeckt. Diese waren gerade noch rechtzeitig von den beiden jungen Amazonen versteckt worden, ehe sie gefangengenommen wurden.
Auf Grund dieses Indizes war allen klar, dass die beiden sich in den Händen des Feindes befinden mussten.

Somit war die Gruppe um Adriana vor die schwere Wahl gestellt, sie könnten sich in Sicherheit und die beiden jungen Frauen in den Händen der Feinde zurücklassen. Aber es lag an der Prinzessin der Amazonen die Entscheidung zu treffen. Veronika war hin- und hergerissen, denn ihr stand zum einen nicht danach die zwei in Stich zu lassen, oder ihr Opfer zu missachten.

Doch es hatte bereits begonnen zu dämmern und ein neuer Tag kündigte sich an. Dies würde eine erfolgreiche Flucht sehr erschweren, weshalb sich die Flüchtigen im tiefsten Dickicht verborgen hielten.

Schließlich ging auch die Sonne auf. Im Tageslicht konnten sie die Anzahl ihrer Verfolger viel deutlicher erkennen.

Mit dem Wissen das die Suche nach den Gesuchten zu lange dauern würde, änderten die führenden Männer der Stadt, zu denen auch Agamon und Rufus gehörten ihre Taktik. Sie führten Vivien und Lalila vor, denen man die Hände auf den Rücken gefesselt hatte.
Mit roher Gewalt zwangen die Männer die beiden jungen Frauen auf die Knie.

“Was haben die nur mit den beiden vor?”, fragte Adriana entsetzt flüsternd.
Obwohl Alexander schwer mitgenommen von den Misshandlungen war, konnte er auf dem Pferd kauernd alles gut genug erkennen, und murmelte: “Das sind ja noch Mädchen. Und in ihrer Aufwartung noch keine vollwertigen aufgenommenen Kriegerinnen…”
“So ist es”, bestätigte Adriana, “denn beide sind Jägerinnen und Kundschafterinnen.”

Das es sich um eine Provokation handelte, und dem Zweck dienen sollte sie aus dem Versteck herauszulocken war Veronika sofort klar, weswegen sie geduldig abwartete.

Rufus hatte genug vom Warten gehabt, deshalb war er vorgetreten. Mit verächtlichen Blicken maß er die beiden Gefangenen vor sich, die immer noch gedemütigt in Sand und Staub niederknien mussten.
“Adriana! Wir wissen das deine Bande von Verbrecherinnen und Alexander, der Verräter immer noch hier in der Nähe sind! Kommt heraus und ergebt euch, sonst werden die beiden hier sterben!”, schrie Rufus hasserfüllt. Während er diese Worte laut aus sich herausrief, hatte er ein Messer gezogen und war hinter Lalila getreten, um seiner Drohung sofort den nötigen Nachdruck zu verleihen.

“Das wagt der Bursche nicht. Diese Tat wäre mehr als nur feige”, bemerkte eine Kriegerin namens Layla im Flüsterton, die neben Veronika stand. Doch die Prinzessin war sich da nicht so sicher, denn sie überlegte fieberhaft wie sie ihren Gefährtinnen helfen könnte.

Die Provokationen der Soldaten der Hauptstadt und der nahegelegenen Garnison gingen indessen ohne Pause weiter. Aber die erhoffte Reaktion blieb aus.

“Na schön”, murmelte Rufus, der Lalila schließlich an den Haaren gepackt hatte und noch einmal mit seinen Augen aufblickte und den Horizont absuchte. Doch als er sah dass nichts passieren würde, flüsterte er verächtlich: “Anscheinend bedeutest Du deinen Freunden nichts!” - während er der wehrlosen jungen Amazone die Kehle durchschnitt.

Von dieser Tat waren nicht gerade wenige Leute entsetzt, denn die Soldaten der Stadt darunter auch sein eigener Vater, die eines wussten, nämlich dass die Amazonen diesen gerade ausgeübten kaltblütigen Mord mit voller Härte rächen würden.

Voller Abscheu hielt sich Adriana den Mund zu, während sich die Amazonen um Veronika bereits zum Kampf rüsteten.
Gemeinsam verließen kurz darauf die beiden Blutsschwestern ihr Versteck, wobei sie auch mit lauter Stimme synchron: “Halt!”- riefen. Dies geschah genau zu dem Zeitpunkt, als Rufus auch schon Vivien an den Haaren gepackt hatte.
“Wenn du unserer Schwester Vivien auch nur ein weiteres kleines Haar krümmst und nicht von ihr ablässt, dann stirbst du genau dort wo du jetzt stehst!”, warnte Veronika laut rufend an die Adresse von Rufus.
Die Amazone stand dabei bereits mit gespannten Bogen neben Adriana.

Der kaltblütige Mörder von Lalila erwiderte daraufhin spottend: “Und wie willst Du diese Drohung in die Tat umsetzen?” Er lachte kurz hämisch belustigt auf.

Die Distanz zwischen ihnen betrug etwas mehr als 100 Meter. Schließlich küsste Rufus Vivien auch noch kurz auf die Stirn, um seine Verachtung abermals für die Amazonen auszudrücken. Die gefangene Amazone hatte Tränen in den Augen, zum einen weil ihre Gefährtin so grauenhaft hatte sterben müssen, und zum anderen weil ihre Prinzessin sie nicht aufgeben und ebenfalls noch verlieren wollte.

Und dann endlich machte Rufus eine Bewegung, die der Anführerin der Amazonen verriet dass die Warnung klar missachtet werden würde. Aber Veronika hatte eh vorgehabt Rufus für den feigen Mord an Lalila zu bestrafen, denn sie hatte vor ihn deswegen zu töten.
Ohne einen Kommentar entließ die Amazonenprinzessin mit einem ausdruckslosen Ausdruck im Gesicht den Pfeil, welcher auf den jungen Mann zuflog.

Besser hätte Veronika auf diese große Entfernung auf ihren Gegner nicht zielen können, denn der Pfeil hatte Rufus mitten ins Herz getroffen. Sie war eben die perfekte Meisterin mit den Bogen. Es gab nur wenige Amazonen und auch Adriana, die ihr das Wasser in dieser Disziplin reichen konnten.

Voller kommen unerwartet für die Soldaten der Stadt, brachen im wilden Galopp zwei schwer gepanzerte Kriegerinnen auf ihren Pferden vor um Vivien zu retten und den Körper von Lalila zu bergen. Dies war aber auch nur gelungen weil die Verteidiger der Stadt zu sehr unter Schock standen, deshalb hatten auch die eigenen Bogenschützen zu spät reagiert.

Voller Schmerz war Agamon neben seinen bereits toten Sohn in die Knie´ gegangen, und versprach: “Nein! Ich werde deinen Tod rächen, mein lieber Sohn! O Rufus!”
Kurz darauf hatte er sich bereits wieder erhoben und ging auf Adriana und Veronika zu, hatte aber angewiesen nicht begleitet werden zu wollen. Als er die Entfernung zu den beiden jungen Frauen in etwa zur Hälfte zurückgelegt hatte, rief er voller Wut: “Alexander! Ich werde alles was Dein ist - vernichten! Dich und Deine gesamte Familie! Beginnen werde ich mit Dir, und dieses Weibsstück welches Du als Tochter angenommen hast… dieses Hurenbalg… schicke ich Dir in die Unterwelt hinterher! Tritt also hervor Alexander, damit ich mit meiner Rache an Deinem Hause beginnen kann!”

Aus seinem Versteck heraus konnte Eremitias dies alles dank seiner Fähigkeiten alles gut verfolgen, ließ aber die Soldatinnen und Soldaten der Leibgarde der Orici, die er aus ihrem jahrelangen Schlaf wieder erweckt hatte, immer noch nicht eingreifen.

Doch bevor Alexander den schwerwiegenden Fehler begehen konnte sich aus der Deckung zu wagen, hatte schon längst Adriana das Wort ergriffen und rief wütend Agamon zu: “Ihr wollt euch also an einem wehrlosen misshandelten Mann vergreifen, genauso wie Rufus ein gefesseltes Mädchen ermordet hat!”
Wütend hatte sie bereits ihren Bogen und den Köcher an ihre beste Freundin in die Hände gegeben, bevor sie einige Schritte auf ihren Feind zugegangen war.

“Wie kannst Du dies nur wagen, mich und meinen toten Sohn zu beleidigen? So ein verfluchtes Miststück!”, knurrte der alte Kaufmann, der einst in seiner Jugend ein guter Soldat gewesen war.
“Ich fordere Euch dennoch zu einem Zweikampf heraus! Oder traut ihr euch etwa nicht zu es mit einem Mädchen aufzunehmen, welches nicht gefesselt ist?”
“Lachhaft. Hast Du etwa das Gesetz vergessen? Nur jemanden von edlem Blute ist es gestattet sich mit seinesgleichen zu messen, oder gar herauszufordern!”
“Dann ist diese Regel erfüllt. Denn ich bin Adriana, die Tochter der Orici Adria, welche das verheißene Kind der Ori, der wahren Götter ist! Also solltet Ihr und auch alle anderen viel besser niederknien und um Gnade ersuchen, anstatt meiner Familie und meinen Freunden zu drohen, sowie mich und meine Herkunft zu beleidigen!”
“Habt ihr das gehört, meine Freunde? Jetzt behauptet sie auch noch göttlicher Herkunft zu sein. Für diese hohe Anmaßung wirst du heute noch sterben, du niederträchtige Göre. Denn in nur wenigen Minuten wirst du einen Kopf kürzer sein, und danach sterben deine Familie und Freunde. Eure Leichen werden den Tieren des Feldes und der Lüfte zum Fraß dienen!”, orakelte Agamon voller Grimm und Hass im Herzen, der somit mit jenen Worten auf die ausgesprochene Herausforderung einging. Was aber auch daran lag, dass er durch den Verlust seines Sohnes geblendet war.

Auf einen der zahlreichen Hügel stand der Prior, der zufrieden: “Sehr gut gesprochen, Tochter meiner Gebieterin. Bald ist es soweit und der Glaube an den Pfad des Ursprungs wird auch hier auf diesen Kontinent Fuß fassen, sobald du und dein Heer den Sieg über diese Geblendeten errungen haben, denn sie sind voller Hochmut und werden zu Staub zerfallen.” - murmelte. Auch sah er nur allein die Streitmacht der Amazonen, das sich noch hinter den Anhöhen verborgen hielt.

Mit versteinerten Mienen waren beide, Adriana und Agamon, derweil weiter aufeinander zugegangen. Erst als sie nur noch eine Distanz von etwa zehn Metern voneinander trennte, blieben sie erneut stehen.
“Du hättest bloß meinen Sohn Rufus heiraten brauchen, dann wäre all dies hier nicht geschehen und wir würden hier nicht uns gegenüberstehen… Doch nun jetzt wirst du schon sehr bald sterben, wie dann dein Vater und deine übrige Familie. Das Heer da hinter mir wird sich um die Amazonen kümmern und niedermachen”, erklärte der alte Mann, der kurz hinter sich gedeutet hatte und in derselben Bewegung seinen guten Schutzschild achtlos auf den Boden fallen ließ. Erst danach zog er sein Schwert.
“Da dies leider wahr ist - werde ich euch leider töten müssen, Agamon. Denn es wäre für wahr für jeden den ich liebe zu gefährlich euch am Leben zu lassen”, seufzte Adriana, die ihr Schwert bereits in der rechten Hand hielt, aber ebenfalls auf den Schutzschild verzichtete, indem sie ihn auf den Boden hinter sich ablegte.

Diese Vorgehensweise und Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, denn gereizt bellte jener zurück: “Du Närrin! Ohne einen Schild ist Dir der sichere Tod gewiss!”
Kaum hatte er den Satz beendet, stürmte er mit einem entschlossenen Kampfschrei auf seine Rivalin zu.
Geschickt und auch geschmeidig wich die junge Frau ihrem Angreifer aus. Sie hatte gewartet bis jener dicht vor ihr war, so stürmte Agamon ins Leere.
Dessen wütenden Schwerthieben wich sie immer noch aus, da es ihr erster Kampf mit dem Schwert überhaupt war. Einerseits hatte sie auf den Schild verzichtet, was unter umständen tödlich sein könnte, doch andererseits hatte sie somit beide Hände frei.

Schon nach wenigen Versuchen änderte ihr Gegner seine Taktik. Agamon war im Kampf mit dem Speer und Schwert, aber auch mit der Streitaxt geübt, und hatte dank seines Könnens und Körperkraft so einige Duelle und auch Schlachten meist stets ohne große Verwundungen überstanden.
Deswegen konnte Adriana nur hoffen ihn mit ihren schnellen Bewegungen irgendwie zu ermüden. Dies schien bislang unmöglich, denn ihr Widersacher war trotz seines Alters in einer nach wie vor hervorragenden körperlichen Verfassung.

Dann nach einigen weiteren Minuten ihres Zweikampfes passierte es: Adriana hatte sich übel verschätzt, wodurch Agamon eine gute Chance sah dieses Duell auf Leben und Tod zu seinem Gunsten zu entscheiden. Doch wie war es dazu gekommen? Zum allerersten Mal hatte die junge Frau sich für eine Angriffsaktion entschieden, aber dabei ihre eigene Stosskraft schwer unterschätzt. Sie geriet unglücklich ins Straucheln, was dazu führte das alle auf beiden Seiten den Atem anhielten. Adriana spürte den harten Schlag des gegnerischen Schwertes zu allererst in den Rücken, der dank des Rückenpanzers keinen gesundheitlichen Schaden verursacht hatte. Aber sie musste noch einen schnellen weiteren, aber weniger heftigen gegen ihr linkes Bein hinnehmen. Sofort spürte sie den brennenden Schmerz an jenem Bein, welches böse zu bluten begann.
Diese beiden Schläge brachten sie also zu Boden. Hingegen schaffte sie es aber soeben noch im letzten Moment sich auf den Rücken zu drehen, und mit einem wütenden Aufschrei einen weiteren Hieb mit ihrem eigenen Schwert zu parieren. Doch ein weiterer noch härterer Schlag war zuviel, denn ihr eigenes glitt ihr aus der Hand.

Voller Angst blickte Adriana nach oben zu Agamon, welcher die Spitze seines Schwertes an ihre Kehle hielt, und spöttisch lachte und geiferte: “Hast länger durchgehalten als ich gedacht hätte. Doch nun kommt für dich die größte Schmach, denn ich werde dich mit meinem Schwert auf den Boden hier spießen und mit deinem eigenen enthaupten…”

Noch während er sprach, hatte der alte Haudegen schnell und kurz ausgeholt um seine Ankündigung in die Tat umzusetzen. Die Spitze seines Schwertes fuhr auf Region kurz unter ihrer Brust nieder - federte aber vollkommen unerwartet aus seiner Sicht so heftig am Brustpanzer von der Rüstung Adrianas ab, dass Agamon durch jene Wucht ein paar Meter weit weggeschleudert wurde und hart zu Boden ging. Davon war er so benommen, dass er eine zeitlang regungslos liegen blieb.
Dies lag daran dass die komplette Rüstung seiner Gegnerin aus einem besonderen Metall gefertigt worden war, wie auch der Dolch und das Schwert.

In ihrer ungünstigen Lage hatte Adriana in ihrer Verzweiflung aber hervorragend reagiert, und unbemerkt von ihrem Gegner schon bereits kurz nach dem Verlust des Schwertes, das ihr aus der rechten Hand entglitten war ihren Dolch gezogen.
Agamon hatte sich bereits mit einem fluchenden Schimpfen bereits wieder erhoben und war kurz davor wieder auf seine Gegnerin loszustürmen. Aber die junge Frau reagierte wieder gut, denn sie schleuderte ihre einzige verbliebene Waffe dem Mann entgegen.

Ohne Probleme durchdrang der Dolch von Adriana den harten ledernen Panzer von Agamon in der Höhe des Bauches.
“Du verdammtes elendiges Miststück!”, röchelte er fluchend schwer getroffen. Seine Angriffsbewegung war somit verzögert worden, was der jungen Frau ermöglichte wieder ihr Schwert in die Hände zu nehmen.

Beide waren somit verwundet. Adriana hatte einen leichten Schnitt am Oberschenkel, und Agamon eine tiefe Stichwunde im Bauch, die übel zu bluten begonnen hatte nachdem er den Dolch entfernt und wütend in Richtung seiner Gegnerin geschleudert, aber knapp verfehlt hatte. Schnell hatte sich die junge Frau gebückt und diese Waffe wieder sicher in der Scheide verwahrt.
Überraschenderweise hatte sie solange gewartet bis ihr Todfeind ebenfalls sein Schwert wieder in den Händen hielt, nachdem er es nach der Attacke von Adriana hatte fallen lassen.

Der alte Mann wusste dass er die junge Frau so schnell wie nur möglich bezwingen musste, denn sonst würde er diese Auseinandersetzung nicht überleben können. Er spürte regelrecht wie das warme Blut seinen Körper verließ.

Durch diese schwere Verwundung des Feindes sah sich Adriana im Vorteil, worauf sie ihre wirkliche zweite Offensivaktion folgen ließ. Sie hatte gewartet bis Agamon seinen Hieb gesetzt hatte, ehe sie sich schnell halb um ihre eigene Achse gedreht hatte, mit einem kräftigen Schlag mit ihrem Schwert das von ihren Gegner zerschlug. Dabei bewegte sich aber die junge Frau so schnell und fließend, dass sie es zunächst gar nicht bemerkte, sondern abermals ausholte und mit aller Kraft zugestochen hatte.
Agamon sah kurz an sich hinab, und sah das Schwert seiner Feindin seinen eigenen Leib durchbohrt hatte, denn jene Stand nur etwa einen halben Meter von ihm entfernt.

Aus dem Mund blutend war er schließlich auf die Knie gesunken, musterte die junge Frau kurz und murmelte dann mit einem leisen Seufzen fragend: “Wieso hat dein Brustpanzer keinerlei Kratzer?”
“Weil die Ori mich schützen. Und der Schnitt an meinem linken Bein wird schon sehr bald verheilt sein”, antwortete Adriana, die ihr Schwert dann langsam aus Agamon herauszog, welcher kurz darauf auf die linke Seite kippte und seine Seele aushauchte.

Diesen Ausgang des Zweikampfes wollten die Soldaten von Capripolia nicht akzeptieren. Daher stürmte das Heer auf Adriana zu, die schnell zu ihren Schutzschild eilte und jenen seinem Zwecke entsprechend verwendete. Sie blieb ohne weitere Wunden als ein böser Pfeilhagel auf sie herniederging.
Aber auch ihre Angreifer wurden von einem solchen begrüßt, denn das auf der Lauer liegende Heer der Amazonen griff ein.
“Los Soldatinnen und Soldaten der Ori - vernichtet die Feinde der Tochter der Orici!”, befahl Eremitias den bereitstehenden 24 Frauen und Männern der Leibgarde seiner Gebieterin, die sich ebenfalls nun in den Kampf einschalten durften.

Eine heftige Schlacht vor der freien Fläche von Capripolis entbrannt. In erster Linie wurde eine sichtlich erstaunte Adriana von den Soldaten der Leibgarde zuerst abgeschirmt, was ihr den Rückzug vom Schlachtfeld ermöglichte. Eine Phalanx von 8 von ihnen blieb zu ihren Schutze bei ihr, was es Adriana endlich ermöglicht hatte vom Heilelixier zu trinken, während die anderen Gardisten mit aller Kraft die Amazonen unterstützten.

Dem vollkommen überraschenden Angriff der beiden Streitkräfte konnten die Verteidiger so gut wie nichts entgegensetzen, weil die Leibgarde der Orici ihre Stabwaffen mit tödlicher Präzision einzusetzen wussten.

Viele der Krieger von Capripolia flohen zurück in die Stadt. Aber ihre Verfolger setzten ihnen sofort nach. Ihre Verfolger drangen erfolgreich in die Stadt ein, und plünderten dann noch viele Bezirke der Hauptstadt aus.
Mit reicher Beute zogen die Amazonen gemeinsam mit den Soldatinnen und Soldaten der Ori wieder ab.

Einer der überlebenden Senatoren des Königreiches Capripolia stöhnte in der Nacht vor dem Tempeln klagend: “Heute haben wir Phobos erfahren! Weh uns, wenn diese junge Kriegerin wiederkehrt! Weh uns! Helft uns Götter, sonst sind wir verloren!”
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#12
Odyssee
Folge 2.04 Unter Feuer - Der Fall der Kolonien, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Ouranos Asteroid Belt

Erstaunlicherweise waren alle ausgesandten Puddle-Jumper-Verbände, viel eher wieder am Treffpunkt eingetroffen, als die nervöse Expeditionsleiterin vermutet hatte. Worüber jene verständlicherweise sehr froh, denn dies sparte kostbare Zeit.

Über eine darauffolgende Videokonferenz wurde die große Menge der gesammelten Informationen jedem Expeditionsmitglied so gut es ging vorgestellt. Das Interesse war groß, was anhand der Ansammlung von Personen in den Cockpitsektionen der Jumper nicht zu übersehen war. Jeder von uns versuchte einen Blick auf die Monitore zu erhaschen.

Als die stundenlangen Präsentationen zu Ende waren, beratschlagten sich die wichtigsten Mitglieder eine Stunde lang, auf welchen der beiden bewohnten Planeten zuerst einen Besuch und eine genauere Erkundung stattfinden sollte.

Letztendlich entschied Miss Shen: “…und da wir diesen Planeten hier am nächsten sind, nehmen wir ihn uns zuerst vor! Er weist ein stabiles und mildes Klima auf. Den anderen Planeten, ebenfalls bewohnt ist und der von einem Mond umkreist wird, nehmen wir uns als nächstes vor! Da wir uns auf immer noch unbekanntem Terrain befinden, verbleiben alle Jumper im Tarnmodus bis wir die Atmosphäre unseres Ziels erreichen und jene durchqueren müssen! Weitere Anweisungen gebe ich bekannt sobald wir dort sind!”



Milchstraße
Goa’uld-Planet

Mit großem Misstrauen beäugte Selene nach wie vor die große Anzahl von Fundstücken, welche Athene ihr zur Ansicht vorgelegt hatte.

“Ich will gar nicht erst wissen, wie Du an all das hier herangekommen bist… Ah, das Zeichen von Ba´al!”
“Genau, meine Teure. Dieser alte Gauner, der wie ich selbst eine Weile angenehme Zeit auf der Heimatwelt Tau’ri verbracht hat, war sehr fleißig gewesen. Ba´al hat sogar geplant ein eigenes Netzwerk von Cha’apa’ai zu installieren. Sein Ziel war es dadurch den Tau´ri den Zugriff auf ein abgeschirmtes neues Imperium zu erschweren. Doch wie leider nur allzu oft in dieser Zeit kamen ihm diese Menschen vom Stargate-Kommando, die Luzianische Allianz und schließlich auch noch diese Ori-Anhänger in die Quere”, berichtete die andere Goa’uld, die verächtlich den Mund verzog als sie von den Tau’ri sprach.

Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort und sprach von weiteren geheimen geplanten Projekten von Ba´al.

“Er hat was getan? Habe ich das gerade korrekt verstanden - ist das wirklich wahr? Er hat unzählige genetische Proben von den Systemlords und weiteren Lords, sowie Goa’uld gesammelt…”, stockte Selene erschrocken, während Athene mit ihr sprach. Diese konnte die Unterbrechung nachvollziehen, weshalb sie entspannt und ruhig blieb.

“Ich verstehe Deinen Unmut über diese Information. Systemlord Ba’al hat in der Tat von so gut wie jeden Goa’uld genetische Proben gesichert. Dabei sind alle seine Agenten ein hohes Risiko eingegangen… er war allen Anschein nach sehr erfolgreich mit diesem Experiment.”
“Und er hat Dich in diesen Plan eingeweiht? Aber wie soll er funktionieren? Denn mich beunruhigt so ziemlich diese fremde und gefährliche Rasse, die Dank der dummen Menschen von der Erde in unsere Galaxie eingedrungen ist… Also was genau ist der Plan?”, wollte Selene wissen.

Nach einem kurzem tiefen Durchatmen antwortete Athene: “Ich verstehe und teile Deine Sorgen, meine Liebe. Doch hat Ba’al auf Grund seines guten Netzwerkes schon lange Kenntnis über diese Rasse, die die Menschen Wraith nennen. Daher konnte er auch gut planen um dem Volk der Goa’uld einen Neubeginn zu ermöglichen, damit wir wieder zu alter Größe und Macht erlangen. Es wird nur eine kleine Streitmacht hier in dieser Galaxie verbleiben, gewissermaßen als ein Brückenkopf.”
“Wir werden also unsere Heimatgalaxie verlassen um diesen Plan umzusetzen”, war daher die Schlussfolgerung der anderen Goa’uld, die in Kara steckte.
“So ist es. Wir werden schon sehr bald aufbrechen”, unterstrich die andere Goa’uld mit einem zuckersüßem Lächeln, die aber weitere Details noch unenthüllt ließ. Denn sie verriet weder den Brückenkopf in der Milchstraße, noch das Ziel zu dem man aufbrechen würde.


Erde
USA - Homeworld Command

Schon eine längere Zeit war Jack O´Neill in seinem Büro nervös auf- und abgegangen. Dabei ignorierte er sämtliche Anrufe, die er als unwichtig erachtete. Aber hin und wieder musste er doch ein wirklich wichtiges Telefonat, wie vom US-Präsidenten, dem Vorsitzenden des IOA oder UN-Generalsekretär entgegennehmen, worauf ihn seine Assistentin hinwies.

Für den Moment hatte er zwar Ruhe, da er den aktuellen Bericht von Samantha Carter auf seinem Schreibtisch lag. Er wusste aber auch dass sowohl Commander Doran und noch einige weitere wichtige Personen derselbe Bericht vorgelegt worden war.

Es hieß also warten. Und dies war eine Eigenschaft, die General O´Neill nur ungern auf die Probe stellte - zu wichtig war das Resultat und die Entscheidung, die Commander Doran auf Grund des Berichtes fällen würde. Jack hoffte inständig dass es keinen weiteren Krieg mit der Luzianischen Allianz geben würde. Der Trumpf für die Erde könnte sein, dass sowohl Brigadier General Samantha Carter und Doktor Daniel Jackson sich dazu bereit erklärt hatten als Botschafter zu Commander Doran reisen. Gemeinsam wollten sie dem Luzianer die Erkenntnisse über das Verschwinden seiner Schwester Jill Ludien überbringen.



Andromeda-Galaxie
Heimatkolonie der Zylonen

Verborgen in einem Nebel, viele Lichtjahre jenseits der Waffenstillstandslinie befand sich die gewaltige Heimatkolonie der Zylonen. Diese war umsäumt von einer gewaltigen Armada von Basis-, Hilfs- und Wiederauferstehungsschiffen.

Im großen Kontrollraum hatten sich alle Modelle, der menschlichen Form aber auch einige Zenturios versammelt um gemeinsam den Angriff auf die Menschen zu koordinieren und zu überwachen. Obwohl es nicht ein normaler Krieg werden sollte um seinen Feind die eigene Überlegenheit zu zeigen. Nein. Die Menschheit sollte, wenn es nach dem Willen insbesondere von Cavil ging, ganz und gar für immer ausgelöscht werden.
“Schade dass ich hier sein muss. Würde viel lieber selber gerne ein paar Menschen unschädlich machen”, erklärte einer der Dorals ein wenig verstimmt.
“Dafür wird es bestimmt noch einige Gelegenheiten geben”, versuchte einer der Cavils ihn zu beschwichtigen, “aber auch unsere Anwesenheit hier ist von großer Wichtigkeit.”


Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis

Der Zielanflug hin zum Zielplaneten war noch einigermaßen normal. Erstaunen erfasste alle erneut als man an einigen der gewaltigen Kriegsschiffe vorbei flog, die eindeutig für den Schutz dieser Welt verantwortlich waren.

“Hier Shen! Wir suchen uns eine Stelle wo nicht so viele Kriegsschiffe im Orbit dieses Planeten stationiert sind! Ende!”

Wie von der Expeditionsleiterin angeordnet umkreiste unsere Jumper-Flotte den Planeten.

“Wow! Schaut euch mal dieses Riesending an!”, schluckte Lieutenant Tessa de Vaux, die ihr Erstaunen nicht verbergen konnte.
“Das gewaltige Schlachtschiff heißt wohl Athena”, ergänzte First Lieutenant Jiao Jin, die sehr beeindruckt von der Leistung der Erbauer war, “solche Schiffe könnten wir sehr gut auch zuhause gebrauchen.”

Endlich hatte man eine Stelle im Orbit erreicht, der weniger stark bewacht wurde. Der Grund dafür war klar, es befand sich keine Besiedlung unter uns, sondern nur Natur.

“Okay! Festhalten, wir gehen runter! Auf Turbulenzen gefasst machen!”, warnte Jin, ehe sie tiefer ging. Im genau richtigen Zeitpunkt schaltete de Vaux die Tarnung aus.

Auf der Battlestar Athena bemerkte man kurz zwölf auftauchende kleine Objekte von der Größe eines Raptor auf den DRADIS-Monitoren, die ganz kurz vor der Atmosphäre des Planeten aufgetaucht waren.
“Verfluchte Schmuggler!”, schimpfte der XO des Schiffes der die Wache hatte.
Der Taktikoffizier nickte: “Ja. Die werden in letzter Zeit immer dreister…”

Noch während sich die beiden Kolonialen Offiziere miteinander besprachen, tauchten mehrere Dutzende Signale auf dem DRADIS auf.
Es waren die Zylonen, die sofort ohne jegliche Vorwarnung ihren Angriff auf die Zwölf Kolonien von Kobol starteten.


Cyrannus Star System

In den gesamten Zwölf Kolonien von Kobol waren somit die dunkelsten Stunden seit über vierzig Jahren in der Kolonialen Geschichte hereingebrochen.
Denn in allen vier Sternensystemen in denen sich die bewohnbaren Welten befanden, waren die Zylonen wie geplant simultan hereingefallen, wobei die im Orbit stationierten Verbände der Kolonialen Flotte vollkommen überrascht worden waren. Dies gelang durch clever gestohlene Geheiminformationen, womit es den Angreifern gelang in die Rechner des Verteidigungsministeriums zu gelangen, sowie die größtenteils Computersysteme der Verteidiger lahmzulegen.

Nur eine geringe Anzahl von Kampfsternen war immun gegen die Angriffe auf die Bordcomputer, die sich deswegen einer gewaltigen Übermacht ausgesetzt sahen.

Während über allen Planeten der Kolonien erbittert gekämpft wurde, schossen die Zylonen zahlreiche Atomraketen ab um alle Besiedlungsstätten der Menschheit und ihre Bewohner auszulöschen.


Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis

Unsere Jumper-Flotte hatte gerade eben erst die äußere Atmosphäre durchquert als die ersten Atombomben der Zylonen auf der Planetenoberfläche einschlugen. Somit begann ein wahres Inferno in das man vollkommen unvermittelt hineingeraten war

Man erwog kurz einzugreifen, was aber verständlicherweise mit der Begründung - ´Man wisse nicht in diesem Falle wer die Guten und die Bösen seien´ - abgelehnt.
Unten auf dem Boden des Planeten angekommen, schaltete man vom Tarnschild auf den Schutzschildmodus um. Die Strahlungswerte stiegen rasant an.
Voller Neugier starrte man entweder nach vorne durch das Cockpit-Fenster hinaus ins Freie, oder richtete seine Blicke auf die holografischen Displays der Jumper.

Zur selben Zeit kontaktierte Miss Shen das medizinische Personal der Expedition, während sich Major Ivan Karpov aus dem vierten Jumper über Funk zu Wort meldete: “Unserer Quadrant wird gar nicht bombardiert. Doch dafür konnten wir seit geraumer Zeit mehrere Jagdflugzeuge und schwere Truppentransporter erkennen. Ich schlage daher vor, dass wir ein Team zusammenstellen um zu erfahren was da draußen im Gange ist.”

“Ich stimme dem Vorschlag des Major zu. Ist eine militärische sinnvolle Entscheidung um zu erfahren womit wir es hier zu tun haben!”, brummte Colonel Chou, der Jumper #2 kommandierte.

“Wieso überrascht es mich dann auch nicht mehr, dass sowohl die Amerikaner, Chinesen, Russen und Israelis Antistrahlungsmedikamente in den letzten Jahren entwickelt und auch mit auf die Expedition mitgenommen haben”, brummte Doktor Kim Park, die aus Südkorea kam und im dritten Jumper saß.
Während der angelaufenen Vorbereitungen für den ersten Außeneinsatz auf dieser Mission, stellte sich heraus dass die Luzianische Allianz ebenfalls derartige Medikamente besaß.

Konzentriert kontrollierte Miss Shen noch einmal die Liste der Kandidaten, bevor sie sich für die Zusammensetzung des Erkundungsteams entschieden hatte.

“Na toll! Ich werde ein Versuchskaninchen!”, meinte Leutnant Jessica Schneider zynisch, als die chinesische Ärztin ihren Hals für die Behandlung vorbereitete um das Serum zu injizieren. Außer der Bundeswehrsoldatin wurden außerdem noch Lieutenant de Vaux und Leutnant Kanchleskov mit dem Serum behandelt. Nur mir allein blieb die Behandlung dank meiner Mutation erspart.
Außerdem war der Vorrat dieses Mittels limitiert, weswegen nur wenige für den Einsatz außerhalb der Jumper zum Einsatz kamen. Außer uns vier bereiteten sich noch Lieutenant Cassandra Fraiser, Ta’mon, Anise/Freya, Masay, Tuma Mu’lon, Jill Ludien, Captain Sharon Satterfield und Second Lieutenant Jiao Ma dafür vor.

“Und warum das alles - nur um auf Wolfrino aufzupassen”, murmelte die Soldatin, die sich die Injektionsstelle rieb, da das Serum für einige Sekunden einen Juckreiz auslöste.
“Von mir aus hätten Sie auch hier im Jumper bleiben können…”
“Zu spät. Außerdem habe ich meine Befehle, Kollege. Und jetzt raus… an die frische Luft”, brummte sie sarkastisch.

Fast gleichzeitig traten wir zwölf heraus. Der Jaffa Ta’mon und ich sahen uns sofort wachsam um. Wobei meine anderen Sinne zusätzlich auf höchstem Niveau zu arbeiten begannen. Es roch unter anderem nach verbranntem Holz, geschmolzenem Gestein und Metall.

Langsam bewegten wir uns vorwärts. Drangen immer tiefer in den Wald vor. Nach ungefähr vier Kilometern erreichten wir eine alte Besiedlungsstätte.
“Was ist los Masay?”
“Hier hat vor kurzem ein Kampf stattgefunden. Der aber nicht lange angedauert hat”, antwortete der Tok’ra-Kämpfer auf die Frage von Anise.
Derweil sah sich der Jaffa die Gegend genauer an. Wir hatten eine alte Ruine vor uns, die wohl früher eine Festung gewesen sein muss.

“He! Was gibt es hier die ganze Zeit über zu schnuppern, Wolfrino? Ist mein Deo etwa so mies?”, fragte Jessica Schneider irritiert, die neben mir stand, weil ich seit einigen Minuten bereits unentwegt die Luft prüfte.
Schließlich war ich mir sicher, und warnte daher die anderen: “Hier riecht es gewaltig nach irgendeinem Gas, Leute! Und, mit ihrem Deo ist alles in Ordnung Leutnant.”
“Okay! Das Zeug hat sich offenbar hier drin gesammelt. Dann also nichts wie weg hier!”, entschied Captain Satterfield, weil sie die höchsten militärischen Rang innehielt.
Aber da war noch etwas anderes, was ihr vertraut aber zugleich auch fremd vorkam, denn tief in ihr drin stieg immer mehr ein seltsames dunkles Gefühl und auch Verachtung auf.

Diese Regung wurde von einem Moment auf den anderen abrupt gestoppt, als sich die Stimme von Tessa de Vaux bemerkbar machte, die offensichtlich mit jemand zu sprechen versuchte.

Odyssee
Folge 2.05 Unter Feuer - Der Fall der Kolonien, Teil 2

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Alleine hatte sich Lieutenant de Vaux von ihren übrigen Teamgefährten entfernt, weil sie etwas gehört hatte. Es klang wie ein sehr leises Seufzen, was zeitweise aber immer wieder erneut von einem beinahe lautlosen Fluchen unterbrochen worden war.
Da auch ich dies wahrgenommen hatte, folgte ich der amerikanischen Soldatin zunächst nur mit den Augen.
Schließlich war Tessa stehengeblieben, da sie nach kurzer aber sorgfältiger Suche die Ursache dafür gefunden hatte.

“Oho! Langsam bitte jetzt. Ja. Also bitte jetzt nicht gleich unbedacht losballern, ja”, bat Lieutenant de Vaux, welche vor einem dichten Buschdickicht stand. Langsam bewegte sie ihre Hände vom Körper weg. Dies erweckte meine Neugier, weil mein schärferer Geruchssinn den Duft von Blut wahrgenommen hatte. Auch Leutnant Schneider folgte mir, die nebenbei leise in ihr Funkgerät sprach: “Wolfrino scheint eine Schwäche für eine Kameradin zu haben… ich gehe da mal besser mit.”

Die Schweißperlen auf der Stirn von Tessa de Vaux wurden immer mehr und auch größer, denn die junge Frau, die in einem schwarzen Kampfanzug vor ihr lag war nicht nur schwer verwundet worden, sondern zielte mit wohl allerletzter Kraft mit ihrer Handfeuerwaffe auf sie.
Die US-Soldatin versuchte sie zu beruhigen als Jessica und ich hinzutraten.
“Wer… wer bei den Göttern seid ihr?”, fragte sie hustend, die dabei kurz ihre Pistole umherschwenkte.
“Wir sind Menschen, genau wie sie auch. Sie benötigen so schnell es geht medizinische Hilfe. Lieutenant Fraiser kann Ihnen helfen”, versuchte Tessa zu erklären, als Cassie ebenfalls im Blickfeld der unbekannten noch namenlosen Soldatin erschien.
Cassandra Fraiser hatte aufmerksam das Geschehen mitverfolgt, und sich mit größter Vorsicht genähert.

“Wir benötigen eine Trage”, brummte Leutnant Kanchleskov, der bereits nach einigen geeigneten Ästen und Zweigen für eben eine solche suchte.
“Sie ist nicht transportfähig, Kanchleskov! Noch nicht…”, wies sofort Lieutenant Fraiser seufzend ab, die wusste dass sie die junge Frau umgehend notoperieren musste, wenn sie jener das Leben retten wollte.
“Sie wollen an mir herumdoktern?”, stutzte die eher widerwillige Patientin, die sofort auf Cassie zielte.
Diese entgegnete: “Ich habe einen Eid geleistet. Bitte, lassen Sie mich es tun, denn sonst sterben Sie in den nächsten Stunden. Bitte.”
Lieutenant Fraiser flehte die verwundete Soldatin an, der die Tränen vor Schmerzen in den Augen standen.

Auf Grund ihres Zustandes verlor die Verletzte kurz darauf auch noch das Bewusstsein. Jetzt sah Cassie den Moment gekommen nicht noch länger kostbare Zeit verstreichen zu lassen, sondern zu handeln und entschied daher: “Okay! Dann mal los: Wir bringen sie erst einmal von hier weg, sobald ich die Wunde… oh man sieht das böse aus… mit einem Verband verdeckt habe. Anise! Ich benötige ihre Hilfe, sowie die von Mu’lon, Kanchleskov, Satterfield und Ma. Es wird hier eine sehr komplizierte Notoperation auf einem heißen Terrain. Und jetzt ganz vorsichtig… ja, da hin. Ja, genau darüber. Gut. Und jetzt die sterile Plane!”

Einige aus unserem Team transportierten die schwer verwundete koloniale Soldatin dorthin wo es Cassie wollte. Es war eine kleine Anhöhe mit einer Mauer und einer Formation von Steinen und Felsen, die einigermaßen für eine gewisse Zeit im Ernstfall gut zu verteidigen sein würde. Dort hatte man schnell etwas für ein medizinisches Lager vorbereiten können.

Kaum war die sterile Plane als Zelt verschlossen worden, verteilten wir anderen sechs uns. Aber eines war auch klar, weshalb wir die Bitte äußerten im Ernstfall jede Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen die nötig sei.


Drinnen im notdürftigen OP-Zelt entfernte Cassandra zunächst die militärische Ausrüstung und Kleidung ihrer Patientin. Dabei stieß sie unvermeidbar auch auf deren metallene Erkennungsmarke. Darauf war der Rang und Name, Private Sandra Kieras, die militärische Zugehörigkeit, Koloniale Marines, sowie die Dienstnummer, CM10012-AF, eingraviert.
“Sie werden leben Private Sandra Kieras, das verspreche ich Ihnen”, murmelte Lieutenant Fraiser, die sogleich mit höchster Konzentration mit ihrer Aufgabe begann.


Draußen gingen wir lange ebenso konzentriert auf und ab, wobei wir damit beschäftigt waren nach guten Stellen für unsere potentielle Verteidigung zu suchen.

“Hiergeblieben! Schön in Sichtweite von mir bleiben! Also höre damit auf hier alleine herumzutigern, denn wir brauchen Dich vielleicht schon in der nächsten Sekunde hier!”, mahnte meine persönliche Aufpasserin. Dies bewies einmal mehr, wie genau Leutnant Jessica Schneider ihren Auftrag nahm mich im Auge zu behalten.
“Irgendjemand muss sich hier umsehen… und dafür bin ich nun einmal am Besten geeignet…”
“Kommt gar nicht in Frage, Wolfrino! Und da mein Befehl eindeutig ist, müsste ich Dich begleiten. Somit würden hier schon zwei für die Verteidigung fehlen. Und dabei sind wir hier schon total unterbesetzt… Also hiergeblieben, sonst lege ich Dir Handschellen an”, erwiderte die Bundeswehrsoldatin im energischen Tonfall.
“Wenn Sie glauben dass das mich zurückhält…”, murmelte ich leise mit einem leichten Schmunzeln.
Daraufhin funkelte sie mich sofort mit einem wütenden Blick an.

Ta’mon, der unserer Position am nächsten stand, hatte unsere Unterhaltung mit angehört und trat heran um sich als Späher anzubieten. Der Vorschlag des Jaffa wurde ohne lange zu überlegen angenommen, worauf jener wenige Minuten später auch schon im Unterholz verschwand.

Kaum war er weg, rückten wir zusammen geschlossen einige Meter zurück.
Die Soldatin Jill Ludien von der Luzianischen Allianz fragte flüsternd: “Weswegen fordern wir nicht ein paar der Jumper zu unserer Unterstützung an?”
“Wäre auch nur allzu schön… Aber wir wissen nichts über den Feind, der diesen Planeten und vielleicht noch weitere angreift. Es wäre zu riskant, da man unsere Funksignale vermutlich auffangen und unsere Positionen ermitteln könnte”, antwortete Tessa de Vaux leise.


Im Orbit von Leonis und den anderen besiedelten Welten der Zwölf Kolonien von Kobol  waren eine heftige Schlachten entbrannt, die die Kampfsterne, die noch nicht dem Computerviren der Zylonen zum Opfer gefallen waren, gegen die Angreifer führten. Dies hinderte die Angreifer nicht daran nach und nach auch Bodentruppen abzusetzen.


Helios Alpha System
Orbit von Caprica & Gemenon
Battlestar Caprica

Auf dem DRADIS sah der arme Commander Williams es nicht als einziger im CIC. Wieder war das Signal eines weiteren Kampfsterns für immer verschwunden. Bis jetzt waren es unter anderem die Acropolis, Gemenon, Yashuman und die Theben, von denen nur noch Trümmer existierten.

Die verschwitzten Hände hatte er auf die Konsole gelegt, und schließlich löste er seinen Blick von dem Bildschirm über seinem Kopf. Der Kommandeur des Kampfsterns des Valkyrie-Typs musste allmählich eine Entscheidung fällen, denn immer mehr Leute, die unter seinem eigenen Befehl standen verloren ebenfalls ihre Leben.

“Na gut. Wir nehmen so viele Viper und Raptor an Bord auf wie es uns möglich ist! FTL?”
“Auf Stand by, Sir.”
“Sprung auf meinen Befehl!”
“Unsere Verluste sind enorm… wir müssen hier so rasch wie nur möglich hier weg!”, mahnte der XO, als die Caprica von einem weiteren Treffer schwer erschüttert wurde.
“Alles klar. Danke, Captain… und Sprung!”, befahl Williams, nachdem er die Bestätigung erlösende Bestätigung erhalten hatte.

Orbit von Tauron
Battlestar Centauria

Seit dem Überraschungsangriff trotzte der mächtige Kampfstern der Mercury-Klasse den Angriffen der Zylonen. Die Centauria hatte Glück im Unglück, denn nur durch eine Panne im Zentralrechner an Bord hatte es der Computervirus der Zylonen es nicht geschafft sich auszubreiten.
Doch es wurde immer enger, denn der FTL war immer noch offline und die Zylonen gewannen durch ihre zahlenmäßige die Oberhand, und begannen damit die Centauria einzukreisen.

“Verdammt noch mal! Wie lange dauert das denn noch? Machen Sie endlich was, sonst reißen uns diese verfluchten Toaster genauso brutal den Arsch auf, wie den anderen aus unserer Battlestar Group!”, schrie Admiral Thasos voller Ungeduld über den Lärm hinweg einen seiner Technikoffiziere zu. Er versuchte dabei seine eigene Furcht zu verbergen.

Da meldete sich einer der Kommunikationsoffiziere zu Wort: “Sir. Die Icarus und auch die Tauron sind weg! Sie sind ohne uns gesprungen… und jetzt auch noch die Demeter!”
“So - der FTL ist wieder online!”
“Na endlich. Bringen Sie uns hier endlich raus!”, bellte der Admiral heiser geworden.


Helios Beta System
Ouronos Asteroid Belt
Battlestar Tauron

Gestresst von der Hektik und dem ständigen Gerede in ihrem CIC hatte Commander Sara York ein lautes Machtwort gesprochen. Mit Erfolg, denn die Gespräche und das Gerenne um sie herum waren weniger geworden.
Zum anderen kam hinzu dass ihr Schiff, eines der Berzerk-Klasse, eigentlich nicht dafür bestimmt war alleine in eine tobende Schlacht zu ziehen, sondern Battlestar Groups mit benötigter Ausrüstung zu versorgen und im Kampf die eigenen Viper und Raptor zur Unterstützung starten zu lassen. Dennoch konnten sich diese Schiffe für einige Zeit gut zur Wehr setzen, aber nicht in der augenblicklichen Situation. Der eigene FTL war defekt und sie wurden von einem großen Geschwader von Zylonenjägern verfolgt.

“Neuer DRADIS-Kontakt! Genau vor uns!”
“Mist!”, schluckte Sara York, die bisher ihr Kommando mehr als nur gut durch diese sehr gefährliche Lage geführt hatte.
“Vorerst Entwarnung, Sir. Es sind die Centauria und die Caprica. Die Identifikationscodes sind identisch!”, meldete die Kommunikationsoffizierin rasch, was die Aufregung im CIC sofort wieder abebben ließ.
Commander York seufzte erleichtert: “Sehr gut. Das erhöht unsere Überlebenschancen. Steuermann! Bringen Sie uns zwischen die Centauria und die Caprica! Unsere Viper sollen wenden und den Kampf gegen die feindlichen Jäger wieder aufnehmen!”

Ihr Glück war es dass sie sich weit genug entfernt von den beiden Kolonien Leonis und Virgon befanden, was ihnen nebenbei die ganze Zeit über ermöglicht hatte Raptor und Viper samt Besatzungen zu bergen, sowie ein paar zivile Passagierschiffe zu evakuieren.


Helios Delta System
Orbit von Aquaria
Battlestar Ajax

Der arme Commander Thomas Sassari hatte leider nur Bruchstücke von den letzten Befehlen des Admirals, der die Triton befehligte, verstehen können bevor die Verbindung endgültig zusammengebrochen war. Seit einigen Stunden bereits tobte der erbitterte Kampf um die wohl kleinste und bevölkerungsärmste Kolonie der Stämme von Kobol. Deswegen war auch nur eine kleinere Battlestar Group dort stationiert worden. Aber dies war den Zylonen egal, denn sie hatten ja eh das Ziel die komplette Menschheit ein für alle mal auszulöschen.

Mit blankem Entsetzen nahm er die Nachricht auf, dass sowohl die Triton als auch die Aquaria zerstört worden waren. Allen an Bord seines Kampfsternes der Valkyrie-Klasse war sofort klar - sie würden als nächste dran glauben müssen. Denn hohe Verluste hatten sie schon bereits hinnehmen müssen.
Aber Sassari wollte es nicht dazu kommen lassen, daher ordnete er an: “Wir werden noch alle Evakuierungsraptor von der Triton und Aquaria an Bord nehmen, ebenso die Viper! Meldet unseren Jungs und Mädels dass sie 10 Minuten haben, dann sind wir hier weg! FTL?”
“Ich warte nur auf ihren Befehl, Commander.”
“Sehr gut, Lieutenant. Haltet euch alle bereit!”, brummte dieser zufrieden.
Im Stillen nur ganz für sich allein dachte er, während er abwechselnd nur noch auf die Uhr, das DRADIS und die Überwachungsmonitore starrte: ´Bin ich froh so was darüber dass es seit einigen Jahren schon die Stretched-Version der Valkyrie-Class-Battlestars gibt. Dies erhöht unsere Aufnahmekapazität um mindestens 50 Prozent.´

Alle an Bord der Ajax wussten dass ihre Zeit ablief, denn die Zylonen versuchten sich in die Computersysteme des Kampfsterns zu hacken.


Helios Beta System
Leonis

Mit größter Sorgfalt führte Cassandra Fraiser nach wie vor die schwierige Notoperation durch. Dabei hoffte sie sehr, dass die verwendete Kochsalzlösung genügen würde um den ohnehin schon akuten Blutverlust auszugleichen. Dennoch hatte sie sicherheitshalber Sharon Satterfield damit beauftragt die Blutgruppe zu bestimmen.

Ein hochgehaltener Daumen signalisierte ihr die Nachricht, dass man eine passende Blutkonserve glücklicherweise mit dabei hatte.
“Puh! Die Blutung ist gestoppt. Halten sie die Klammer fest, somit bleibt das Gefäß geschlossen und ich kann etwas besser sehen! Hat sich wohl verdammt tief eingegraben, deswegen hat sie wohl so starke Schmerzen…”, murmelte Cassie während sie ihre Arbeit mit sicheren Fingern fortsetzte.



Milchstraße
Erde
USA - Los Angeles, Phoenix Foundation

Was hatte MacGyver gerade von einem der Techniker hören müssen. Er wollte es einfach nicht wahrhaben.
“Könnten Sie das bitte noch einmal wiederholen, Ben!”
“Tut mir leid Mister MacGyver, aber diese ID-Karte ist nicht funktionsfähig, weil es sich um eine billige normale Blankokarte handelt.”
“Ich kann mir bereits denken wo die echte Karte abgeblieben sein könnte… First Lieutenant Jin”, seufzte Mac, der deswegen schon zum Telefon griff um sich mit dem IOA in Verbindung zu setzen.


Deutschland - Hamburg

Jeder auf dem Kommissariat, vorneweg natürlich besonders Jasmin, hatte Jeanne ihre volle Unterstützung zugesagt. Viele kannten das Gefühl jemanden zu verlieren, doch ihre arme Kollegin hatte in wenigen Jahren den wohl wichtigsten Menschen in ihren Leben gleich zweimal verloren.

Nicht gerade wenige versuchten mehr als Jeanne nur zu trösten, weil sie sehr zudem auch noch sehr attraktiv aussah.

Gerade eben war sie alleine in der Stadt unterwegs und ihre Partnerin versuchte dem flüchtigen Taschendieb den Weg abzuschneiden. Aus heiterem Himmel wurde aber die Polizistin von einem Energieblitz getroffen und ging betäubt zu Boden.

“He! He! Aufwachen! Polizeiobermeisterin Jeanne Nicole Schneider! Ich bin es Jasmin”, rief ihre Kollegin, die sie minutenlang gesucht hatte und benommen aufgefunden hatte. Um sie wieder munter zu machen, rüttelte sie kräftig an deren Schultern.
“Jassi?”
“Ja.”
“Was ist passiert?”
“Ist eine gute Frage. Hatte gehofft Du wüsstest es. Bist wohl nicht überfallen worden, denn du trägst noch alles bei dir”, antwortete Jasmin, die ihre Kollegin und auch Freundin kurz aufmerksam gemustert hatte.
“Vielleicht bist Du ja gerade noch rechtzeitig gekommen um…”
“Scheint so. Los, auf die Füße… Ach ja, der Strolch ist uns entwischt… Aber vielleicht war er es ja auch, der dich…”



Andromeda-Galaxie
Helios Ganma System
Scorpia Shipyards - Battlestar Pegasus

Wie gerade eben von Admiral Helena Cain gefordert, wählte Lieutenant Kendra Shaw blind ehe sie in letzter Sekunde den Schalter für den FTL betätigte. Das gewaltige Schlachtschiff verschwand somit in allerletzter Sekunde von der Werft und die von den Zylonen abgefeuerten Atomraketen schlugen in die gewaltige Weltraumdockkonstruktion ein.


Zylonisches Basisschiff

Auf der Kommandobrücke hatte einer der Cavils die Szene mitverfolgt und stieß einen bösen Fluch aus, weil die Pegasus somit der erhofften Zerstörung entkommen war.
Denn man kannte bei den Zylonen natürlich die Gefährlichkeit des Ehrgeizes von Admiral Helena Cain, die ihnen schon sehr bald gewaltige Probleme bereiten könnte, auch wenn sie keinerlei Unterstützung finden würde.

Odyssee
Folge 2.06 Unter Feuer - Der Fall der Kolonien, Teil 3

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Delta System
Orbit von Aerilon
Battlestar Mercury - CIC

Mit grimmiger Miene betrachtete der Kommandeur des Kampfsterns einige der vielen Überwachungskameras, als er für einen kurzen Moment seinen Augen vom DRADIS gelöst hatte. Und was er dort zu Gesicht bekam gefiel ihm gar nicht.
Daher griff er zum Hörer und schimpfte wütend seine Anordnung hinein: “…ist mir egal Corporal! Schafft diese Heulsusen von Zivilisten sofort runter von den Hangardecks! … Ach, denen passt die Behandlung hier nicht… tja, wir haben Krieg und wem es hier nicht gefällt, darf gerne seinen Arsch wieder von meinem Schiff bewegen!”
Immer noch erkennbar genervt reichte Admiral Steven Baker den Hörer an seinen XO weiter.
Dieser seufzte kurz als er den Apparat in die Hand gedrückt bekam, und entschied: “Hier spricht der XO! Sie haben den Admiral gehört, Corporal - schafft die Zivilisten dorthin, wo sie den Ablauf an Bord nicht stören! Sie wissen schon wohin!”
Dann hängte der Colonel den Hörer wieder in die Konsole ein, und brummte dann: “Wenn das so weitergeht und es noch weitere Kampfsterne gibt, die wie wir noch Widerstand leisten, sehen deren Lande- und Hangardecks genauso aus wie die unserigen… nämlich wie überfüllte Parkplätze.”
“Da könntest Du Recht haben. Hm! Noch ein paar wenige Minuten, dann sollten wir springen.”
“Und wohin?”
“In den Aeolus Asteroid Belt, Colonel. Dort wären wir erst einmal einige Stunden lang verborgen”, murmelte der Admiral, der wieder auf den DRADIS-Monitor starrte als die Mercury mehrfach hintereinander durch eine Salve von Treffern heftig erschüttert wurde.


Orbit von Canceron
Battlestar Titania

Im schnellen Tempo wurden die beiden Landedecks von den gelandeten Viper und Raptor unverzüglich geräumt, um den benötigten Raum für weitere Fluggeräte zu schaffen, die sich im Anflug befanden.

Auf dem Backbordlandedeck klopfte einer der Landedeckmechaniker seinem Kameraden auf den Rücken - er hatte einen Funkspruch empfangen. Dieser drehte sich fragend in dessen Richtung.
“Offenbar hat unser guter Admiral Joseph Tarsus sich dafür entschieden die Gondeln einzufahren, und sich sofort zurückzuziehen. Also sollten wir so schnell wie es möglich ist von den Pisten runter! Los! Schneller!”

Draußen einige hundert Meter von der Backbordlandebucht entfernt, blieb die Bewegung der Gondeln nicht unbemerkt.
“Verdammt! Die Titania fährt die Landebuchten ein! Sie wird also in wenigen Minuten von hier weg springen!”, warnte eine der Viperpilotinnen alarmiert, die noch rechtzeitig von der schon bereits zerstörten Battlestar Columbia hatte gerade noch rechtzeitig entkommen können. Sie flog eine scharfe Kehre, versuchte das rettende Ufer in Gestalt der Landebucht der Battlestar Titania zu erreichen. Wenige Minuten ehe die Lücke sich zu sehr verkleinert hatte um hindurchzugelangen, schaffte sie es gerade noch rechtzeitig.

Mit Tränen in den Augen musste sie die Funksprüche vieler anderer vernehmen, die man zurücklassen und wohl dem sicheren Tod überlassen würde.


Helios Beta System
Battlestar Iuno

“Sobald das Shuttle der Zivilisten in der Landebucht festgemacht hat, springen wir!”, entschied die Kommandantin des Kolonialen Schlachtschiffes hustend, nachdem sie sich wieder mühsam aufgerappelt hatte, weil die Iuno durch mehrere Treffer schwer erschüttert worden war.
Ihr Schiff wurde immer mehr von drei Basisschiffen der Zylonen in die Zange genommen, und zwei weitere würden schon sehr bald noch zusätzlich hinzukommen.
Dabei hätte Kimberly Park nur allzu gerne den Überlebenden der Battlestar Athena geholfen, denen es gelungen war gerade noch rechtzeitig in Evakuierungsraptor den auseinander gebrochenen Kampfstern zu verlassen. Aber sie musste auch an ihre eigene Crew denken.
“Das zivile Shuttle ist gesichert!”, meldete jemand.
“Dann sofort den Sprung ins Helios Delta System, genau in die Umlaufbahn von Hestia durchführen!”, befahl Commander Park sofort.


Helios Gamma System
Battlestar Lyxis

Seit mehreren Minuten hatte Commander Lawrence Andrews mit sorgevollem Blick die Liste der bislang zerstörten Kampfsterne gelesen. Dabei war klar zu erkennen das ganze Battlestar Groups zerstört worden waren. Viele der Kommandeure kannte Andrews seit Jahren persönlich. Gequält von den Erinnerungen an diese Personen und ihre Schiffe schüttelte er den Kopf.
Aber es gab zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer, denn in ihrer Not hatte es seine Crew dann doch irgendwie geschafft Kontakt sowohl mit der Heracles und der Hyperion aufzunehmen, die man um sofortige Hilfe bitten konnte.

Mit einem erleichterten Seufzer nahm er nun endlich die Meldung entgegen lediglich zumindest die Hyperion bald zu ihnen stoßen würde. Es wurde aber verlangt sich sofort mit der Lyxis zurückzuziehen.

“…das Protokoll somit missachten? Na gut”, murmelte Commander Andrews, der nur kurz mit den Schultern zuckte, bevor er die entsprechenden Anweisungen folgen ließ.


Helios Alpha System
Gasgigant Zeus
Battlestar Nyx

Das Gesicht von Commander Samuel O’Hara hatte sich immer mehr verfinstert. Schuld daran war ausgerechnet sein eigener Bruder, der als Colonel Simon O’Hara den Dienst des XO an Bord seines Kommandos versah, und ihn wieder einmal auf den aktuellsten Stand der bedrohlichen Lage gebracht hatte.

“Und was ist mit Commander Adama?”, fragte der Ältere der beiden O’Haras, den jüngeren.
“Ich weiß es nicht Samuel. Du behauptest doch etwa nicht dass dieser alte Eimer eine Chance hätte. Ich weiß das Commander William “Husker” Adama einer der alten Haudegen und auch Helden aus dem ersten Krieg gegen diese verfluchten Toaster ist, aber die Galactica ist schon seit einem guten Monat so gut wie ein Museum gewesen. Das Personal wurde um rund 50 Prozent reduziert und auf andere Kampfsterne oder sonst wohin versetzt…”

Diese negative aber wahrheitsgemäße Antwort seines jüngeren Bruders führte dazu, dass der Commander den Bericht frustriert auf den Boden schleuderte. Die Blätter hatten sich noch nicht gelegt, als der Befehlshaber barsch nach einem Positionsplan, sowie eine sichere Kommunikationsleitung zur Trojan und der Aron verlangte, mit denen man eine Battlestar Group bildete.

Zeitgleich waren er und seine Mannschaft darauf bedacht so gut es ging den vielen in Not geratenen Kameradinnen und Kameraden, und auch den zivilen Schiffen zu helfen. Dabei achteten Commander Samuel und Colonel Simon O’Hara darauf kein allzu großes Risiko einzugehen, weil ihnen das Geleit eines Battlestars des Mercury- oder Galactica-Typs fehlte.

Mit wachsamen Blick sah der Kommandeur der Nyx zur Uhr hinüber, nickte kurz, und entschied: “Die Zeit ist gleich um. Hier wird es uns bald sehr heiß werden, denn auf dem DRADIS sehe ich einige Basisschiffe, die wohl in Kürze hier eintreffen werden…”
“Commander.”
“Was ist los Colonel?”
“Ein Hilferuf von der Demeter. Kolonie Picon.”
“Gut. Wir werden helfen. Meldung über einen sicheren Kanal an den Verband: Ziel ist Picon! Wir bleiben dort maximal 30 Minuten! In dieser Zeit tun wir was möglich ist, dann ziehen wir uns wieder umgehend zurück!”
“Die Trojan und die Aron haben unsere Nachricht erhalten und warten auf unser Signal, Sir”, meldete die Kommunikationsoffizierin.
“Sprung durchführen!”, befahl der XO.


Helios Beta System
Planet Pallas
Battlestar Dionysos

Auf dem Kampfstern der Berzerk-Klasse hatte man es gerade eben so geschafft, zumindest einige der Passagiere eines zivilen Kreuzers zu bergen und an Bord zu holen. Weitere Flüge um weitere Personen zu retten wurden abrupt durch ein auftauchendes Basisschiff der Zylonen beendet.

“Wir nehmen so schnell es geht noch unsere Vögel an Bord, und dann springen wir! FTL auf Stand by! Alle verfügbaren Abwehrgeschütze auf das Basisschiff ausrichten!”, ordnete Commander Balthazar Euphrat an, dem eigentlich schon genug Schweiß vor lauter Stress auf der Stirn stand.
Ganz leise für sich murmelte er: “Alleine und ohne die Unterstützung eines anderen Kampfsternes haben wir keine echte Chance gegen ein Zylonisches Basisschiff…”


Helios Gamma System
Orbit von Libran
Battlestar Heracles - CIC

Das gesamte Team im Combat Information Center, aber auch die übrige Mannschaft an Bord war gut eingespielt.
“Sir. Mehr Überlebende gibt es hier wohl nicht mehr”, meldete jemand Admiral Diana McBride, die fassungslos auf das DRADIS schaute. Kein weiteres Koloniales Signal war mehr auf dem Monitor zu sehen.
“Diese dämlichen und verfluchten Toaster! Hier spricht der Admiral: Wir springen nach Scorpia, sobald alle unsre Raptor und Viper wieder an Bord sind!”


Helios Beta System
Leonis

In Jumper #1 ging, soweit es der Platz darin überhaupt zuließ, First Lieutenant Jin ungeduldig auf und ab, und murmelte an die Adresse von Shen gerichtet: “Wo bleibt das Team bloß? Die sind schon seit knapp acht Stunden weg.”
“Sie haben Recht. Unsere Leute sind überfällig. Es ist bedenkenswert, eventuell einen Jumper im Tarnmodus loszuschicken”, seufzte Miss Shen, die wieder kurz, nur für einige Sekunden auf ihre Armbanduhr schaute.


Zeitgleich entfernte Cassandra Fraiser mit größtem Geschick das gefährliche Schrapnell aus der Wunde am Bauch von Sandra Kieras.
Auch war endlich Ta’mon wieder von seinem Rundgang zurückgekehrt. Der Jaffa hatte beunruhigende Nachrichten für unser Team: “… es sind Maschinen, die offenbar von einigen Menschen kommandiert werden, die aber bürgerliche Kleidung trugen. Doch das seltsame habe ich dann auf meinem Rückweg zu euch gesehen… vier von ihnen, die wie normale Menschen  aussahen, sahen vollkommen identisch aus. So etwas ist bei Menschen sehr ungewöhnlich…”
“Wären da nur ein paar Möglichkeiten: Replikanten oder Klone”, vermutete Tessa de Vaux deshalb sofort, “was ein großer Schlamassel und Mist für uns alle, und die Menschen in dieser Galaxie wäre, hier gegen eine weitere Form von hartnäckigen und zerstörerischen Replikatoren kämpfen zu müssen. Wir sollten uns daher so schnell es uns möglich ist zu den Jumpern zurückziehen!”

Orbit von Leonis
Battlestar Athena

Voller Pflichtbewusstsein verweigerte die Befehlshaberin des Kriegsschiffes der Mercury-Klasse an Bord eines Raptor das zum Untergang geweihte Schiff zu verlassen.
“Wer von der Mannschaft sein Leben retten will, darf es gerne tun. Aber ich bin verwundet und verbleibe hier an Bord”, erklärte sie, die mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck feststellen konnte, dass sich vor allem die älteren Offiziere dazu entschieden hatten an ihrer Seite zu bleiben.
“Laufen Sie los! Und sie auch Captain! Sie auch! Genauso wie ihr drei da hinten! Macht euch auf den Weg in die Hangars und versucht an Bord von einen der Evakuierungsraptor zu gelangen!”, versuchte sie die jüngsten im CIC zum Gehen zu bewegen.

Einige von ihnen eilten kurz darauf hinaus auf den Korridor, wo sie weitere Crewmitglieder trafen, die dasselbe Ziel hatten. Ihre Flucht wurde durch viele heftige Erschütterungen der Athena erschwert, weil sie dabei immer wieder zu Boden gingen und sich erst wieder auf die Füße bemühen mussten, ehe sie ihre Flucht fortsetzen konnten.



Milchstraße
Wraith-Hive der Übermutter

Es war wie bei einem Puzzle, welches die oberste Wraithkönigin zusammensetzte. Die Informationen, die ihre Späher täglich vortrugen stimmte sie zuversichtlich in der Galaxie, wo sich die Erde befand auch leichtere Beute finden lassen würde.

Aber es gab auch Mächte hier, die den Wraith schnell zu einem Problem werden könnten, daher benötigte ihr Volk dringend einen genaueren Überblick.

In der kurzen Zeit hatten sie sehr viele Erfahrungen bereits sammeln können. Dabei bemerkte sie auch das veränderte Verhalten ihres wichtigsten Gefangenen: Todd. Sie erwog mehrere Optionen, die ihn betrafen - aber ihn auf freien Fuß zu setzen war ihr zu riskant, denn sie spürte irgendwie dass der Verratene nach Rache sann.

“Meine Königin. Die Späher haben Beute gemacht, die Ihr so sehr ersehnt habt”, meldete einer der Sub-Commander als er den Thronsaal betreten hatte.
Mit einem zufriedenen Fauchen ordnete die Übermutter: “Bringt mir einen von ihnen hier her!” - an.



Andromeda-Galaxie
Jenseits der Roten Linie
Heimatkolonie der Zylonen

Eigentlich könnten die Zylonen bisher mit den ersten Ergebnissen ihres Angriffes auf die Menschen zufrieden sein. Denn Cyrannus Star System herrschte das große Chaos. Aber es gab Unerwarterweise aus der Sicht der Einser an zu vielen Stellen immer noch zu viel Widerstand, wie man durch die neuesten Meldungen erfuhr.

“Die Bodentruppen sollen damit fortfahren überlebende Frauen zusammenzutreiben und einzusperren!”, wies Cavil mürrisch dreinblickend an, dem es akut wurmte das seinem Volk so viele Kampfsterne des Feindes immer noch Widerstand leisteten, oder einfach verschwunden waren.

Als er dies gesagt hatte tauchte er beide Hände in die Kontaktflüssigkeit um auf diese Art an den Untergang der Zwölf Kolonien von Kobol weiterhin teilzuhaben. Konzentriert schloss der Zylon dabei die Augen.

Odyssee
Folge 2.07 Unter Feuer - Computervirus, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Alpha System
Orbit von Picon

Unvermittelt waren die drei Kampfsterne aufgetaucht, was die Zylonen im wahrsten Sinne des Wortes überrumpelte. Die Maschinenwesen hatten bislang angenommen alle Verbände der gesamten Kolonialen Flotte im Griff zu haben. Womit auch das kurzzeitige Aufflackern von Admiral Nagala an Bord der Atlantia im Orbit von Virgon nicht mehr ins Gewicht fiel, da dieser gefährliche Verband erst vor wenigen Stunden vernichtet werden konnte, wenn auch unter eigenen hohen Verlusten.
Was die Zylonen nun ins Hintertreffen brachte war dass ein eingesetztes Computervirus so gut funktioniert hatte, was sie schließlich dazu verleitet hatte, alle Basisschiffe bis auf zwei als Wachposten abzuziehen.

Diese beiden Basisschiffe samt ihrer Jägergeschwader hatten den Auftrag alle übrigen Viper- und Raptorgeschwader, sowie zivilen Schiffe aufzuspüren und zu vernichten.


Battlestar Demeter - CIC

Dort mitten hinein war die Battlestar Demeter geraten, und da sie nur ein Kriegsschiff der Berzerk-Klasse war, auch noch in eine gefährliche Abwehrschlacht. Als die Signale der Nyx, der Trojan und der Aron auf ihren DRADIS-Monitoren aufleuchteten ertönte lauter Jubel.
Auch Commander Lauren Perry war verständlicherweise mehr als nur erleichtert darüber, dass es offenbar immer noch genügend Kräfte der Kolonialen Flotte gab, die wie sie selbst versuchten so gut es ging sich gegen den Angriff der Zylonen zu wehren oder den wehrlosen Zivilisten Hilfe zu leisten. Doch die Frau Anfang vierzig war auch ebenso erbost darüber gewesen, dass der Commander der Icarus, Jaden Burns, ihren mehr als nur berechtigten Hilferuf abgewiesen hatte. Denn nach dessen kurzen Statement war die Crew der Icarus ebenfalls selber mit Bergung und Rettung in Not geratener Militärs und Zivilisten beschäftigt.


Minos, Tauronmond
Battlestar Icarus CIC < = > Backbordhangardeck

In seiner Verzweiflung hatte er sich mit seiner Besatzung schnell vom Kampfgeschehen zurückgezogen. Hier im Schutz des Ringes, der den Mond von Tauron umgab füllte er sich sicher als im Orbit eines Planeten der Kolonien. Er hatte das Gemetzel um sich herum nur über mehrere vereinzelte Funkfetzen verfolgen können, welches sich im Orbit von Picon abgespielt hatte.

Das und der verlustreiche Kampf gegen die Zylonen hatten dazu geführt das Commander Jaden Burns nur noch eines wollte, so schnell wie nur möglich weg von Picon.
Daher hatte er seinem besten Kommunikationsoffizier damit beauftragt über einen neuen Code einige der überlebenden Viper- und Raptorpiloten nach Minos zu lotsen.

Eine Nachricht hatte ihn dazu veranlasst das Combat Information Center zu verlassen und sich zum Backbordhangardeck zu begeben.
Dort angekommen musste er sich einen schockierenden und beängstigten Bericht einer Viperpilotin der Battlestar Argo anhören, die wohl dort ein schieres Grauen erlebt hatte, seitdem die Zylonen im Orbit von Picon aufgetaucht waren. Als einige wenige weitere Überlebende, die ebenfalls von der Argo kamen, dasselbe berichteten, trug Burns seinen Spezialisten auf umgehend nach der Ursache für diese Ereignisse zu suchen.

Er bat daher die überlebenden Offiziere und Crewmitglieder von der Battlestar Argo zu ihm in die Offiziersmesse zu kommen, damit er so einen ausführlicheren Bericht darüber bekommen konnte.

Kurz bevor er zu den Briefing gehen konnte, war die Battlestar Tauron endlich wieder aufgetaucht, weshalb er sich nach kurzer Beratung mit Commander Barbara Tiber dazu entschied, gemeinsam das Helios Alpha System zu verlassen.

Als man diesen Schritt vollzogen hatte, begannen die Überlebenden, die mit ihren Battlestar Groups die Kolonie Picon verteidigen sollten ausführlich zu berichten, was sich an Bord der Argo ereignet hatte…


mehrere Stunden zuvor
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System

Orbit von Picon
Battlestar Argo - CIC

Immer noch etwas müde von der erst jüngst zurückliegenden Hochzeitsfeier seines Sohnes, betrat Commander Shawn Capri das Combat Information Centers an Bord der Argo.
An der DRADIS-Konsole wartete bereits sein XO, Colonel Lionel Tarn, auf ihn.
“Guten Morgen, Sir! Hier ist der aktuelle Lagebericht für Sie.”
“Puh! Muss das denn unbedingt sein? Sagen Sie mir einfach das Wichtigste vom Inhalt… habe keine Lust mich da von Anfang bis Ende durchzuarbeiten…”

Als XO war es auch seine Aufgabe den Befehlshaber immer wieder mal an wichtige Dinge zu erinnern, und gerade wollte er etwas erwidern. Aber er kam nicht dazu, weil es auf den gewaltigen Bildschirmen über ihren Köpfen im Zentrum des CIC lebendig wurde.
Eine große Anzahl von neuen Kontakten war wie aus dem Nichts erschienen.

“Götter von Kobol! Das sind die Zylonen! Dutzende von ihren Basisschiffen!”, keuchte Colonel Tarn entsetzt, in dessen Magen zusätzlich noch ein mulmiges Gefühl aufkam.
Auch Commander Capri verzog gequält das Gesicht und brummte säuerlich: “Sieht ganz so aus. Ich befürchte - dass der Waffenstillstand mit dem heutigen Tage wohl leider beendet ist. Die kommen bestimmt nicht mit einer solchen Stärke hierher um mit uns über das alltägliche Leben zu philosophieren. Aber zum Glück ist unsere Flotte stark genug, um einen solchen Akt siegreich abzuwehren.”
Als er dies zu seinem XO gesagt hatte, griff er zum Hörer um sich auf das gesamte Schiff durchstellen zu lassen 
mit dem eindeutigen Appell sich sofort gefechtsbereit zu machen.


Orbit von Picon

Sofort kurz nach der Ankunft der Zylonen bezogen die neun Kampfsterne der Kolonialen Flotte, die auf dieser Sektion des Planetenorbits stationiert waren, eine lockere Formation. Direkt im Anschluss starteten von dort überall die Alarmvipergeschwader, sowie auch einige Raptor zur Unterstützung, während weitere Vipergeschwader bereits startbereit den Startröhren bereitgehalten wurden.

Doch die sieben Basisschiffe der Zylonen hingegen verharrten unbeeindruckt davon nach wie vor auf der Position, die sie bei ihrer Ankunft bezogen hatten und warteten immer noch ab.


Battlestar Argo - CIC

Indessen hatte das Flaggschiff an den gesamten Verband neue Befehle weitergegeben.
“Commander. Admiral Kolchis von der Battlestar Pacifica hat soeben angeordnet die Schlachtformation 2-4-Delta-Sigma einzunehmen. In der Hoffnung dadurch die Zylonen zum Rückzug oder einem Funkkontakt zu bewegen und somit ihr Erscheinen zu erklären”, meldete der Taktikoffizier, der den Ausdruck des Befehls an den XO weiterreichte, der dann auch sofort die entsprechenden Befehle an den Steuermann der Battlestar Argo weitergab.


Flaggschiff der Zyklonen - Kommandobrücke

Interessiert verfolgten die Maschinen und humanoiden Zylonen die Geschehnisse vor sich.
“Na sieh mal einer an. Die nehmen die Schlachtformation 2-4-Delta-Sigma ein… wie überraschend”, murmelte ein Cavil spöttisch.
“Dann machen wir uns dazu bereit unsere Geheimwaffe einzusetzen!”, ordnete er dann nach einer kurzen gekünstelten Pause mit einem ernsten Gesichtsausdruck an. Damit meinte der Zylon ein hochentwickeltes Computervirus, welches beim Genozid an der gesamten Menschheit zum Einsatz kommen sollte.

“Die feindlichen Schiffe haben soeben das Manöver abgeschlossen”, verkündete einer der Simons.
“Sehr schön. Dann wollen wir mal beginnen. Welcher Kampfstern ist uns am Nächsten?”, wollte ein Leoben erfahren.
Es dauerte wenige Sekunden als eine Sechs nach einer kurzen Überprüfung antwortete: “Die Argo. Sie befindet sich auf einer perfekten Position dafür.”
“Die Argo hat doch ein digitales neuentwickeltes System. Na, das wird eine wirklich nette Überraschung für die Menschen”, lachte eine Vier amüsiert auf, die auf das Zeichen einer Acht wartete, ehe sie das Waffenprogramm schließlich mit einem bösen Lächeln aktivierte.


Kolonialer Raptor 11-B9A

“Battlestar Argo, hier Blue Angel. Da tut sich jetzt etwas vor uns. Auf dem Basisschiff direkt vor uns ist irgendetwas im Gange… He! Was ist denn jetzt auf einmal mit der Mühle los? Was soll das? Die Steuerung… Argo haben Sie…?”
“Tut mir leid aber die Funkverbindung ist tot.”
“Ach ne, was Du nicht alles bemerkst.”
“Beruhige Dich. Checke alle Kanäle und Frequenzen”, erklärte ihr ECO stattdessen hastig.


Battlestar Argo - CIC

“Wie bitte? Kolonialer Raptor 11-B9A ihre Mitteilung ist unvollständig, bitte antworten! Blue Angel hier ist die Argo, sofort melden!”, verlangte der XO, der den Kommunikationsoffizier auffordernd ansah das Problem umgehend zu beheben.
“Was ist los, Lieutenant? Colonel?”
“Die Funkverbindungen nach draußen sind tot, Commander. Und zwar alle”, lautete die Antwort des XO.

Nach einer kurzen und heftigen verbalen Standpauke in Richtung des jungen Offiziers wurde es nicht nur im CIC schlagartig dunkel.
“Stromausfall. Die Zylonen müssen eine Art Computervirus gegen uns einsetzen”, murrte  Colonel Tarn verärgert.

Es dauerte aber nur ein paar Minuten ehe sämtliche Bildschirme und Rechner wieder funktionierten, sowie auch das Licht wieder anging.
“War wohl nichts ihr dämlichen Toaster. Alles halb so wild. Den Göttern und unseren hervorragenden Ingenieuren sei Dank”, seufzte Commander Capri erleichtert.


Orbit von Picon

Eigentlich hatten sich alle Kampfsterne gut genug verteilt um die Kolonie Picon zu schützen. Die beiden großen Kampfsterne Atlas, eines der Galactica-Klasse und die Pacifica eines der Mercury-Klasse deckten die Flanken ab. Die fünf Kampfsterne der Valkyrie-Klasse die Argo, Aron, Dionysos, Picon und Plejadiaes befanden sich in der Mitte in einer Sternformation, während die beiden Kampfsterne der Berzerk-Klasse, die Iuno und die Ithaka sich ganz nach hinten zurückgezogen hatten.

Aber noch immer fand kein offener Kampf statt. Die Zylonen warteten immer noch sehr geduldig ab, wie sich das eingeschleuste Virus auf der Battlestar Argo verhalten würde.


Cyrannus Star System

An vielen anderen Orten in den Sternensystemen der Zwölf Kolonien von Kobol hatten allerdings schon die Angriffe der Zylonen auf die Menschheit begonnen. Trotz einer großen Stärke der Kolonialen Flotte von etwa 120 Kampfsternen, waren die meisten von ihnen gegen eingesetzte Computerviren chancenlos geworden.

Dort mitten hineingeraten war unser Expeditionsteam um Shen, das auf Leonis gerade noch so eben hatte landen können.
Das zwölfköpfige Erkundungsteam hatte, zu dem auch ich gehörte, hatte in der Zwischenzeit eine schwer verletzte Soldatin der Kolonialen Marines aufgefunden, die immer noch von Cassandra Fraiser medizinisch versorgt wurde. Während wir anderen die Umgebung sichern sollten.


Helios Alpha System
Orbit von Picon
Battlestar Argo - CIC

Vermehrt gingen immer mehr Berichte von Fehlfunktionen an Bord des Schiffes bei der Schadenskontrolle ein. Einige dieser Meldungen wirkten mehr als nur gruselig. Aber im Combat Information Center war man von diesen unheimlichen Vorkommnissen noch bislang verschont geblieben.

Noch. Denn das gefährliche Computervirus der Zylonen arbeitete sich Schritt für Schritt, Zeile für Zeile durch alle kompletten Computersysteme der Argo um sämtliche Programme und Befehle umzuschreiben. Was für Jenes nicht sonderlich schwer war, da alles über ein zentrales und mit allen Systemen vernetztes Computernetzwerk lief.

“He! Was ist denn jetzt auf einmal hier los?”, stutzte der Mann an der Waffenkontrolle,
der neben dem Taktikoffizier saß, verwundert. Das was er auf dem Monitor sah, wollte, nein - konnte er einfach nicht glauben. Aber es geschah wirklich, und dies direkt vor seinen Augen.
“Das ist nicht gut!”, murmelte er gestresst, weshalb er hektisch und nervös die Tastatur und den Touch-Screen vor sich bearbeitete.

Diese Aktion blieb natürlich nicht unbemerkt, denn alle die um ihn herum ihren Dienst versahen, schauten zu ihm herüber oder drehten sich in seine Richtung.

Als er aber keinerlei Erfolge seiner Bemühungen feststellen konnte, schrie er wütend auf, was ihm einen sofortigen verbalen Tadel des XO einbrachte. Außerdem verlangte er zu erfahren was los sei.
Doch anstatt auf die gestellte Frage zu antworten, setzte er stur seine Arbeit mit Gezeter fort, wobei er etwas Neues unternahm um die sich anbahnende Katastrophe doch noch irgendwie zu verhindern.
Bevor der Mann von herbeigerufenen Marines entfernt werden konnte, wurde er von einem tödlichen Stromschlag getroffen, der ihn mehrere Meter nach hinten katapultierte.

Als einige der herbeigeeilten Crewmitglieder, welche schon etwas Schlimmes befürchtet hatten, die Anzeigen auf dem Monitor sahen, stockte ihnen allesamt der Atem Auch auf der DRADIS-Konsole im CIC sahen kurz darauf auch der Commander und sein XO den wahren Grund für die Hektik des Mannes an der Waffenkontrolle.

“Oh nein. Sämtliche Schiff-an-Schiff-Raketensilos, sowie Geschütze von uns sind auf Automatik umprogrammiert worden!”, stellte Capri entsetzt fest.
Hingegen sah dann auch Colonel Tarn wie das Unglück sich fortsetzte, und murmelte hilflos während er es auf dem Monitor mitverfolgte: “Götter von Kobol - Nein. Die Raketen sind abgefeuert worden…”

Kurz darauf bemerkte niemand zunächst wie sich die Türen zum CIC, sowie die Korridore dorthin automatisch verriegelten, und die Sauerstoffzufuhr abgeschaltet wurde.

Orbit von Picon

Dicht hinter der Argo befanden sich die beiden Kampfsterne der Berzerk-Klasse die Iuno und die Ithaka, welche ohne ausreichende Vorwarnzeit jeweils von drei Raketen schwer getroffen wurden.
Während zeitgleich begannen die kleinen und auch schweren Zwillingsgeschütztürme auf die Dionysos und die Plejadiaes unter Feuer zu nehmen, die die Argo etwas versetzt oberhalb flankierten. Dies wäre an sich nicht groß dramatisch gewesen, aber da die 33 schweren Zwillingsgeschütztürme auch Raketen abfeuerten, wozu sie ausgelegt waren, waren die Schäden für diese beiden Kampfsterne jeweils verheerend.
Wenige Minuten später starteten erneut Raketen aus den Silos, die auf die etwas nach hinten versetzte Aron zuflogen, die sich oberhalb der Argo befand. Alle Raketen schlugen komplett unterhalb in die Rumpf-, Alligatorkopf-, Antriebssektion und den Gondeln ein.
Somit war die Aron dem Untergang geweiht. Doch auch die beiden anderen Kampfsterne der Valkyrie- und der Berzerk-Klasse, die zuvor getroffen waren, waren nahezu beinahe verteidigungsunfähig.
Allein die Picon befand sich aus reinem Zufall außerhalb der Reichweite der Waffen der Argo. Was daran lag, dass noch einmal kurz die Antriebs- und Manövrierdüsen gezündet worden waren, wodurch sie etwas abgedriftet war. Doch auch dieser Kampfstern war durch ein Computervirus nahezu lahmgelegt worden. Ebenso die Pacifica und die Atlas, die beide ebenfalls zu weit weg, aber auch stark genug gepanzert und ummantelt waren.

Dies alles hatte der Computervirus an Bord der Argo anhand der verfügbaren Daten gut erkannt, weshalb er diese Kampfsterne nicht angriff.

Unerwartet für die schon leicht traumatisierte Besatzung der Argo, sprang ihr Schiff weg, nur um ein paar Sekunden später dicht neben der Iuno wieder aufzutauchen.

Dies schien für die Flotte der Zylonen das Signal gewesen zu sein, da sie jetzt aktiv in den Kampf eingriff. Zu allererst wandten sich drei Basisschiffe der Picon zu, welche sofort von vielen Raketen beschossen wurde. Von diesen heftigen Beschuss wehrlos ausgeliefert, explodierte die Battlestar Picon wenige Minuten später.

Als ob dies nur zum Aufwärmen für die Angreifer gewesen wäre, wandten sie sich schon kurz darauf den großen Kampfsternen zu. Dabei teilte sich die Zylonenflotte auf, denn drei von ihnen kreisten die Pacifica und die drei andere die Atlas ein, um auch sie unter heftigen Beschuss zu nehmen. Einzig das Flaggschiff dieser Angriffsflotte hielt sich noch für einige Augenblicke zurück und sendete lediglich die Hälfte seiner Jagdgeschwader aus, die über die Aron, Dionysos und Plejadiaes herfielen und nach etwa fünf Minuten in drei helle explodierende Feuerbälle verwandelt hatten.

Zum etwa selben Zeitpunkt war die Iuno ebenfalls zerstört worden. Und abermals war die Argo gesprungen, nur um kurz darauf neben der Ithaka wieder aufzutauchen. Doch die dortigen überlebenden Crewmitglieder hatten zu ihrem Glück rechtzeitig reagiert und den schwer beschädigten Kampfstern, mit Hilfe von den letzten verbliebenen Viper und Raptor an Bord, evakuiert.
Doch schon nach dem Verlassen des Kampfsternes wurden sie von den feindlichen Jägern erbarmungslos gejagt. Die verlassene Ithaka wurde in nicht einmal fünf Minuten von mehreren Explosionen in viele Teile zerrissen.
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#13
Odyssee
Folge 2.08 Unter Feuer - Computervirus, Teil 2

Tag des Falls der Kolonien
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Alpha System
Battlestar Argo

Wie auch auf anderen Kolonialen Schiffen und den Kolonien, befanden sich ebenfalls an Bord der Argo einige verborgene Zylonenagenten, die sich gut aufgeteilt hatten damit die infizierte Argo ihr böses Treiben noch eine zeitlang fortsetzen konnte.

Im Combat Information Center hatte man in der Zwischenzeit mit großem Schrecken feststellen müssen, dass man dort in der Falle saß, denn die Türen waren allesamt verriegelt worden, wobei zusätzlich der Sauerstoffanteil in der Luft kontinuierlich abnahm, und draußen auf dem Korridor herrschte laut den Anzeigen bereits keine Atmosphäre mehr.

Zudem stiegen auf dem gesamten Schiff die Stickstoff- und Kohlendioxydwerte weiterhin gefährlich an. Verzweifelt und dem Bedürfnis den grausamen Erstickungstod doch noch zu entkommen, eilten viele zu ihren Quartieren um dort oder auch anderswo an Bord ihre Raum- und Pilotenanzüge anzulegen. Ihr Ziel war es entweder durch eine Luftschleuse, oder in einen der Hangars zu gelangen und eventuell an Bord eines Raptor oder einer Viper von der Argo zu entkommen.

Die eine Hälfte der Überlebenden hatte auf Grund von Überwachungskameras erkannt, dass es im Steuerbordhangar noch zumindest einen Raptor und dem darüberliegenden Landedeck noch wenigstens vier Viper gab. Deswegen versuchten sie dorthin zu gelangen. Keiner konnte bisher ahnen, dass diese den an Bord befindlichen feindlichen Zylonenagenten zur Flucht dienen sollten. Allerdings war es das Glück für die Menschen, dass die Zylonen an Bord immer noch damit beschäftigt waren weitere Manipulationen an den Systemen der Argo vorzunehmen, wie die Raketen- und Munitionszufuhr mit Hilfe eines zusammengebauten Roboters zu installieren. Auch hielt sich lediglich ein einziger Zylon, der einen Piloten- und Raumanzug trug, als Wächter im Steuerbordhangar auf um den Raptor, sowie die einzige Zugangsluke die aufs Landedeck zu den vier Viper herausführte zu bewachen.

Aber unterwegs zu den Hangars traten die Spannungen unter einigen der Überlebenden auf grausame Art zu Tage. Denn als viele bemerkten, dass sie nicht alleine waren und es nie und nimmer genug Platz für alle geben würde, legten einige sich auf die Lauer um ihre einstigen Mannschaftsmitglieder aus dem Hinterhalt heraus kaltblütig zu ermorden um ihre eigenen Überlebenschancen zu erhöhen. Doch auch innerhalb dieser einzelnen Gruppen gab es oft genug Verrat, sobald sich auch nur eine günstige Gelegenheit dafür bot.

Schüsse, wütende Schreie, sowohl auch wüste Beschimpfungen und Beleidigungen  hallten immer wieder dumpf durch die Korridore aller Decks auf der gesamten Argo.

Trotz dieser schrecklichen und beängstigen Szenen an Bord dieses Kampfsterns gab es immer noch echte Solidarität und Mannschaftsgeist unter einigen Gruppen, die sich zu einer größeren zusammengeschlossen hatten. Viele waren in einer dieser Gruppen nicht mehr übrig. Doch hatte diese Gruppe von 18 Personen, die aus verschiedenen Teilen der Crew zusammensetzte, gute Chancen das rettende Ziel doch noch irgendwie in den nächsten Minuten zu erreichen. Doch dabei waren so einige von ihnen in brutalen Kämpfen mit anderen Gruppen schwer verwundet worden, boten aber immer noch ihre Unterstützung an bei der Flucht von der Argo zu helfen.

Vorsichtig und sich nach allen Seiten absichernd betraten sie durch eine Zugangsluke nach einander gemeinsam den Steuerbordhangar. Als der letzte von ihnen drin war, verschlossen und blockierten sie den Zugang, damit sie nicht böse überrascht werden konnten. Denn sie hatten ganz in der Nähe Schüsse und Schreie gehört, was ihnen verraten hatte, dass es noch zumindest ein paar weitere Gruppen gab, welche sich nicht scheuen würden mit Gewalt gegen ihre eigene Gruppe vorzugehen.

Sie rissen aber die Waffen hoch, als sich der vermeidliche Raptorpilot, der in Wahrheit einer der zylonischen Agenten an Bord des Kampfsterns war, mit erhobenen Händen aus der sicheren Deckung wagte.
“Den Göttern sei Dank, es gibt noch Überlebende. Ich habe es geschafft diesen Raptor wieder in Gang zu kriegen. Kommt her, damit wir von hier endlich verschwinden können!”, rief er auffordernd und winkend der achtzehnköpfigen Gruppe zu.
Diese trat langsam und etwas misstrauisch auf den Zylon zu, der zunächst noch etwas abwartete. Aber nur solange bis die Menschen dicht genug herangekommen war, ehe er nach einen der drei bereitliegenden Sturmgewehre griff und das Feuer eröffnete, während er sich dabei wieder in eine schützende Position zurückzog.

Die hintergangnen Neuankömmlinge mussten ihrerseits so schnell es ging ebenfalls in Deckung gehen. Sie taten dies böse vor sich hinfluchend und schimpfend: “…dabei hat uns dieser dämliche Arsch noch gut ermutigt… Was sollte das?”

Somit waren sie in ein erneutes Feuergefecht geraten, welches schon zu Beginn ihrer Gruppe Verluste beigebracht hatte, worüber sich der zylonische Agent sehr freute.

Doch kam für die zur Flucht entschlossenen Crewmitglieder, denen allmählich die Munition ausging, Hilfe von unerwarteter Seite. Diese kam von Lieutenant Stella “Blue Bird” Kolchis, der es vor einiger Zeit irgendwie gelungen war ihre defekte Viper auf dem Steuerbordhangardeck Notzulanden. Vorsichtig hatte sie sich mit gezogener Waffe durch den Tunnel zum Hangardeck vorangetastet. Instinktiv hatte sie ebenfalls durch das Bullauge der Luke gespäht und die Szenerie mitverfolgt. Beinahe lautlos hatte sie sich an der Öffnung zu schaffen gemacht, was durch die fallenden Schüsse leicht war und wartete konzentriert auf den richtigen Moment.
Als jener gekommen war, riss Lieutenant Kolchis ruckartig die Luke auf und begann sofort auf den nach wie vor getarnten Agenten der Zyklonen zu schießen um einigen ihrer Freunde, die sie innerhalb der Gruppe erkannt hatte, zu helfen. Dabei feuerte sie beinahe das ganze Magazin ihrer Waffe leer. Dafür wäre es beinahe zu spät gewesen, denn es waren nur noch elf von den achtzehn am Leben. Einige waren wegen des jüngsten Gefechtes schwer von mehreren Schüssen verwundet worden.

Erleichtertes Aufatmen war zu hören, und Captain Rogers, der ebenfalls verwundet war und auf Grund seines hohen Alters kurz vor der Pensionierung stand, erklärte: “Gut gemacht Lieutenant. Ich bleibe hier, um euch anderen den Rücken freizuhalten. Dabei möchte ich die Gelegenheit nutzen Ihnen allen zu sagen, dass es eine Ehre für mich war, gemeinsam mit Ihnen dienen zu dürfen.”
Aber es gesellten sich noch zwei weitere Crewmitglieder zu ihm, die ebenso wie er starke Verletzungen erlitten hatten, um den Captain mit letzten verfügbaren Kräften dabei zu unterstützen, obwohl noch Platz im Raptor gewesen wäre.

Während die anderen hastig in den Raptor stiegen, folgten die drei Viperpiloten, darunter Lieutenant Medea Kolchis, die Schwester von Lieutenant Stella Kolchis, dieser durch die Zugangsluke um zu den vier Viper auf den Landedeck zu gelangen.

Als die Luke des Raptor geschlossen worden war, wurde dieser mit vereinten Kräften der drei anderen mit einem Schlepper zu dem Lift gezogen. Die drei schwitzten und keuchten gequält, denn auch die Luft im Hangar selbst wurde seit einigen Augenblicken ebenfalls immer giftiger.
Als sich die Liftschleuse gerade eben geschlossen hatte, war der arme Captain Rogers bereits kraftlos zusammengesackt, während Specialist Jon den Lift bediente und hustend den Knopf drückte. Dies geschah keine Sekunde zu früh, denn just im selben Moment betraten sieben weitere zylonische Agenten, die schon längere Zeit ihre Piloten- und Raumanzüge trugen das Hangardeck über einen Luftschacht. Diese wurden aber mit einer letzten Salve aus dem Sturmgewehr von Corporal Cedric begrüßt, was den anderen die notwendige Zeit zur Flucht ermöglichte.
Doch schließlich erstickte auch er der Corporal an dem giftigen Luftgemisch, welches sich über die gesamte Argo ausgebreitet hatte.
“Nein!”, schrie eine Sechs verärgert auf, als sie letztendlich erkennen mussten dass sie zu spät waren und auf dem Kampfstern festsaßen.

Auf dem Steuerbordhangardeck waren die vier Viper bereits bemannt worden, und die vier warteten geduldig bis auch der Raptor abflugbereit auf dem Landedeck aufgetaucht war. Aber der Pilot wollte keine wertvolle Zeit vergeuden und startete umgehend die Triebwerke um das Grauen zu verlassen.

Die kleine Staffel hatte sich gerade einmal ein paar hundert Meter weit von der Argo entfernt, als jene in einem Überlichtblitz verschwand.


Flaggschiff der Zylonen

“Dieser Plan hat gut funktioniert. Bedauerlich nur dass die Argo als einer der wenigen Kampfsterne so weit digitalisiert und über ein entsprechendes Computernetzwerk verfügt hatte. Und unsere Schwestern und Brüder haben die Argo im allerletzten Moment verlassen”, stellte ein Doral fest.
“Das nennt man Effektivität. Das ist etwas womit man Maschinen wie uns definiert”, erläuterte der Cavil, der das Kommando an Bord hatte mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Da sie annahmen dass sich Zylonen an Bord der Viper und des Raptors befanden, schöpften sie auch keinen Verdacht als sich diese in Richtung der Kolonie Tauron entfernten.



Gegenwart
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Battlestar Icarus < = > Battlestar Heracles

Als Lieutenant Medea Kolchis ihren Bericht beendet hatte, wurde die Ankunft zweier weiterer Kampfsterne, nämlich die der Heracles und der Dionysos mitgeteilt.
Nach einer kurzen Konferenzschaltung gab es kein Aufbegehren und Admiral Diana McBride übernahm das Kommando über die kleine Flotte. Die Befehlshaberin der Heracles entschied noch einige Tage in der Nähe der Kolonien zu bleiben um nach weiteren Überlebenden des Angriffes zu suchen, aber den Zylonen aus dem Weg zu gehen.

Battlestar Heracles - McBrides Quartier

Sie hatte großes Interesse an den überlebenden Crewmitgliedern der Argo, die sie sofort auf ihr Kommando versetzte. Sie unterhielt sich lange mit diesen, und war bestürzt über das Grauen was sich dort an Bord ereignet hatte.
In Admiral Diana McBride reifte der Wunsch die Argo zu stellen und zu vernichten, damit ihr nicht noch viele weitere Schiffe zum Opfer fielen.


Helios Beta System
Leonis

Erleichtert hatte Cassandra Fraiser aufgeatmet, denn ihr war es unter den schwierigsten Bedingungen, die es gab gelungen das Schrapnell zu entfernen, die Wunde perfekt zu vernähen und auch mit einen Stützverband zu bandagieren.
Mit größter Vorsicht wurde Private Sandra Kieras auf eine aus Ästen und Zweigen gefertigte Bahre gebettet.
Ta’mon und ich bemerkten als zuerst den Windhauch, es war ein Jumper der sich über uns kurz enttarnte und sofort im Anschluss landete.
Kaum waren alle von unserem Team an Bord gegangen, ging es nach einem kurzen Flug zurück zu den anderen.

“Das geht doch nicht Lieutenant Fraiser”, zischte Miss Shen leicht verstimmt.
“Sollte ich diese junge Frau da drüben etwa so einfach sterben lassen”, erwiderte Cassie, “sie wollten doch Antworten und Informationen Ma’am. Und sie dort, ist die beste Chance dafür.”



4 Tage nach dem Fall der Kolonien
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Delta System
Orbit von Canceron
Battlestars Hestia & Minerva

Die beiden Kampfsterne der Valkyrie-Klasse waren von der Befehlshaberin der Iuno, Commander Amanda Carter, einem Kampfstern der Mercury-Klasse vorausgeschickt worden um die Lage im Helios Beta System zu überprüfen. Aber nicht nur das, denn man war auf der Suche nach verwertbaren Wrackteilen der Kampfsterne, die man eventuell nach verwerten könnte.

Doch auch im Orbit von Canceron hielten sich mehrere Basisschiffe der Zylonen auf. Von diesen wurden sie trotz größter Vorsicht dann schließlich doch noch entdeckt, weshalb sich die beiden Kampfsterne sofort wieder für einen schnellen Rückzug entscheiden mussten.

Sie versuchten es zumindest.

Aber womit sie nun konfrontiert werden würden, waren sie nicht vorbereitet. Zunächst war man der Annahme erlegen gewesen einen weiteren Verbündeten gefunden zu haben. Auch wäre man zu dritt sehr gut in der Lage gewesen sich gegen ebenso viele feindliche Schiff, die sich ihnen näherten gut zur Wehr setzen zu können.
Doch war dieser Battlestar, welcher aus dem Nichts zu ihnen gesprungen war die von einem Virus der Zylonen infizierte Argo, die sofort die Hestia und Minerva unter heftigen Dauerbeschuss nahm. Dies funktionierte deshalb so gut, weil sich die Argo unter den beiden in Position gebracht hatte.
Zu aller erst wurden unter anderem die 4 Sublichttriebwerke und der FTL-Antrieb der Hestia irreparabel beschädigt, womit ein schnelles Entkommen unmöglich geworden war.

Die unglückselige Crew der Minerva hatte, wie das Schiff selbst keinerlei Chancen, weil sie unter Dauerbeschuss standen. Bereits nach wenigen Minuten schon ging sie in einer gewaltigen Explosion unter als zwei Atomraketen unterhalb der Mittel- und Antriebssektion eingeschlagen waren.

Als dies geschehen war, sollte nun auch die Hestia dasselbe böse Schicksal ereilen. Doch dieser Battlestar hatte zumindest immer noch die zahlreichen Manövrierdüsen, was es die Crew an Bord wenigstens eine zeitlang ermöglichte sich zu wehren.
Dieser Kampf, in welchen die drei Basisschiffe überhaupt nicht eingriffen, dauerte in etwa eine Viertelstunde lang an, ehe Verstärkung für die Battlestar Hestia in Gestalt der Battlestar Iuno eingetroffen war.
Zum Glück fiel die Iuno ein Kampfstern der Mercury-Klasse, unter dem Kommando von Amanda Carter stehend, den drei zylonischen Schiffen in den Rücken.
Dies führte dazu dass die Argo wie ein böser Geist sofort weg sprang, während die Iuno den Kampf gegen die Zylonen eröffnete.



1 Woche später
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis

Immer noch befanden wir uns auf denselben Planeten. Es hatte einige Tage gedauert bis Private Sandra Kieras sich ausreichend von ihrer Verletzung und der Operation erholt, und dann zumindest zu einigen aus unserem Team Vertrauen gefasst hatte.
Kritisch wurden wir von der Kolonialen Soldatin immer wieder beäugt, wenn diese wach war. Uns half aber die Anwesenheit von Ta’mon, sowie Anise/Freya, womit wir eindeutig belegen konnten Fremde in diesen Teil des Universums zu sein. Man spürte aber auch wie sehr Private Kieras mit sich rang uns wirklich zu vertrauen.
Den beiden Lieutenants Fraiser und de Vaux schien sie am meisten zu vertrauen. Der Jaffa Ta’mon winkte mich einmal kurz zu sich heran - er wollte mit mir über eine wichtige Sache sprechen.

“Wie soll ich Dich am besten nennen?”, begann er, da er irritiert über die vielen Namen von mir war.
“Am besten nennst Du mich nicht “Objekt 12””, brummte ich.
“Na gut, Wolfrino. Mir ist aufgefallen, wie sehr unsere neue Freundin zu Captain Sharon Satterfield schaut. Dieser Blick ist böse, als ob Private Kieras sie kennen würde. Vielleicht vertraut sie uns deshalb immer noch nicht vollkommen.”
“Mir sind auch ab und wann diese bösen Blicke hin und wieder aufgefallen Ta’mon. Auch mich schaut sie immer wieder seltsam an…“
“Muss an deinen vielen Namen liegen. Verzeih mir, ich unterbrach dich gerade.“
“Ist nicht schlimm. Aber ich würde diese Beobachtung an Lieutenant Fraiser weiterleiten.“ “Dann werde ich mit ihr darüber sprechen”, nickte der Jaffa erleichtert darüber, dass er nicht als einziger diese Beobachtungen gemacht hatte, und ging zu Cassandra hinüber.


Helios Gamma System
Ophion - Gasgigant

Gut verborgen zwischen dem ersten und zweiten, der drei Ringe, die den Planeten umgaben, hatte sich eine kleine Flotte von Kampfsternen zurückgezogen. Dabei handelte es sich um die Battlestar Mercury, die die Namensgeberin dieser Schiffsklasse ist, sowie die Battlestar Titania einen Kampfstern der Galactica-Klasse, und die Ajax und die Iuno, zwei Kampfsternen der Valkyrie-Klasse, die sich in der Nähe der Lyxis einen Kampfstern der Berzerk-Klasse befanden.
Auf dem ersten Blick und Papier eine beeindruckende Streitmacht, die auf Grund seiner Erfahrung unter dem Kommando von Admiral Steven Baker stand. Doch war die Mercury, wie alle anderen in zurückliegenden Gefechten mit den Zylonen beschädigt worden.

Man achtete aufmerksam darauf keine großen messbaren Energieimpulse auszustoßen, um nicht die Aufmerksamkeit und das Interesse der Zylonen zu erregen.
Denn Admiral Baker war vorsichtig geworden, weil er nur zwei Tage nach dem Fall der Kolonien auf die infizierte Argo getroffen war. Diese hatte in einem harten Gefecht schwere Beschädigungen an der Steuerbordgondel, sowie dem unteren Rumpf verursacht. Seit diesem Tage sann der grimmige Befehlshaber auf Rache, doch zunächst ließ er sämtliche Computer an Bord seiner Flotte säubern, sowie wieder auf den Zustand von vor fünf Jahren zurücksetzen.


Battlestar Argo - Offiziersmesse

Wieder einmal war die Argo gesprungen. Doch immer noch befand sie sich innerhalb des Cyrannus Star Systems. Aber dies wollten die vier überlebenden Zylonen, die sich immer noch an Bord dieses Kampfsterns aufhielten ändern. Dafür hatten sie noch einmal die letzten Veränderungen vorgenommen.
Angewidert rümpften sie immer wieder aufs Neue ihre Nasen, denn auf der Argo breitete sich der Geruch der Verwesung immer mehr und mehr aus, und dies obwohl sie die meisten Leichen der Crew bereits über die Luftschleusen ins All entsorgt hatten.

“Also mir langt es jetzt so langsam! Ich habe genug! Deshalb schlage ich es noch einmal vor: Da Selbstmord in den Augen Gottes ein Sünde ist, uns gegenseitig zu erschießen, sobald wir wieder in die Nähe eines Wiederauferstehungsschiffes gesprungen sind”, schimpfte die Sechs gestresst.
Darauf folgte ein langes Schweigen im Raum, bevor sich der Leoben von seinem Stuhl erhob, und erklärte: “Na gut. Am besten gehen wir ins CIC, damit wir diesen Moment nicht verpassen.”
Den beiden schloss sich auch die Acht an. Der Fünfer merkte schließlich sich allein in der Offiziersmesse zu befinden, weshalb er aufsprang und hinter den anderen hinterher eilte, dabei murmelte er: “Unser Virus wird den Menschen noch einige Male schwer zusetzen…”
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#14
Odyssee
Folge 2.09 Unter Feuer - Die wahre Identität, Teil 1

Ori-Galaxie
Planet und Stadt Celestis

Obwohl schon seit vielen Jahren die Ori vernichtet worden waren, sowie auch die Orici Adria von der Antikerin Ganos Lal auf eine andere Ebene der Existenz gezogen worden war, pilgerten dennoch unzählige Menschen jener Galaxie in die ehemalige Stadt der Götter, die immer mehr zu verfallen drohte.

Nach gut überlegten Beratungen und Vorbereitungen hatten sich auch Vala und Tomin auf den Weg gemacht, als sie von diesen Wallfahrtsreisen erfahren hatten. Sie waren inkognito gereist um aus Sicherheitsgründen nicht erkannt zu werden.

In beiden kamen ungute Erinnerungen auf als sie sich in der Stadt umgesehen hatten. Aus einiger Entfernung beobachteten sie eine Zeremonie, welche einige Priore leiteten und mussten feststellen dass in dieser Adria immer noch als die einzigwahre Göttin des Universums verehrt wurde.
Irgendwie konnte man es auch nachvollziehen, denn seitdem der Krieg und die Macht der Ori-Herrschaft beendet waren, hatten die Menschen weitgehend an Einfluss verloren, weswegen sie sich nach dem alten Glanz zurücksehnten - aber nicht nach dem Unrecht.

Wegen der gesammelten Eindrücke auf Celestis beschlossen Vala und Tomin daher Kontakt mit der Erde aufzunehmen.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis

Mit immer wieder leicht verzerrtem Gesicht und leise Flüche ausstoßend, bewegte sich Private Sandra Kieras von den Kolonialen Marines mal wieder auf ihren eigenen Füßen durch die Gegend. Sie war immer noch recht wackelig auf den Beinen, aber sie machte gute Fortschritte. Was ihr zugute kam, war die Tatsache dass sie nur schwer in dem Jumper hinfallen konnte, weil er mit Kisten und Säcken so ziemlich zugestellt worden war.
Die junge Soldatin hatte sich bislang nur ein paar wenigen anvertraut, insbesondere ihrer Retterin, aber schwankte immer noch ob sie auch den anderen oder zumindest einigen weiteren wirklich Vertrauen konnte.

Vor einigen Tagen hatte sie sich mit Lieutenant Fraiser abgesondert, und ihr etwas anvertraut, wonach diese nach der Unterhaltung nachdenklich gefragt hatte: “Und? Was sollen wir jetzt mit ihr machen, Private Kieras?”
“Am Besten wäre es Captain Sharon Satterfield sofort zu töten, sobald sich der Verdacht bewahrheiten sollte”, hatte Sandra kalt geantwortet, worauf Cassie sie entsetzt angestarrt und noch lange nachdenklich dreingeschaut hatte.
Seitdem ließ man beide Frauen, sowohl Captain Sharon Satterfield und Private Sandra Kieras nicht mehr unbeobachtet. Erst recht nicht mehr nachdem die Koloniale Soldatin ihre Ausrüstung und Waffen wieder zurückerhalten hatte.

Gerade kam Private Kieras begleitet von Major Hailey von einem Spaziergang zwischen den zwölf Jumpern wieder in den unserigen zurück.

Als sie wieder bei uns drinnen Platz genommen hatte, riet sie: “Wir sollten uns wirklich beeilen, wenn wir an einen sicheren Ort kommen wollen. Dort könnten wir uns auch freier bewegen. Ich hätte da nämlich einen Vorschlag, welcher für euch alle interessant sein wird.”
Die Expeditionsleiterin Miss Shen beugte sich zu ihr vor, um dann der jungen Frau kurz prüfend in die Augen zuschauen, und fragte: “Sie machen nicht nur mich neugierig, Private Kieras. Also, wir sind alle ganz Ohr. Was wollen Sie uns vorschlagen, wohin wir uns aufmachen sollen?”
“Ich weiß, dass es fairer gewesen wäre früher damit herauszurücken, aber ich wollte sicher gehen, dass ihr keine feindlichen Absichten gegen mein Volk hegt…”, begann Sandra, deren Blick in der Gruppe umherschweifte. Dann fuhr sie fort: “…es wäre von Vorteil im Tiefflug dorthin zu fliegen. Doch wir sollten uns dennoch nicht zu dicht diesen Stützpunkt annähern und erst einmal nur mit einer kleinen Gruppe zu Fuß die übrige Strecke von etwa drei bis fünf Meilen zurücklegen, bevor wir dort anklopfen. Dabei werde ich euch die ganze Zeit führen.”
“Und wohin soll unsre Reise gehen?”, wollte First Lieutenant Jin erfahren.
“Zu einen Stützpunkt der Akademie der Kolonialen Flotte, der sich hier auf Leonis befindet. Und mit etwas Glück befindet sich die Thetis, ein Battlestar der Valkyrie-Klasse noch dort in einem geheimen Hangar.”
“Wäre ein guter Standort”, nickte daher Colonel Chou.
Und auch Major Hailey stimmte ihm zu: “Hört sich wirklich gut an. Denn hier können wir nicht mehr lange bleiben.”

Kurz darauf waren alle anderen Jumper-Crews informiert. Nach einer kurzen Überprüfung der näheren Umgebung erhoben sich die zwölf Jumper wieder, die dann von Private Sandra Kieras zu ihrem Ziel gelotst werden sollten.



Pegasus-Galaxie
Atlantis

Immer wieder in den letzten zurückliegenden Wochen musste Colonel John Sheppard über dieses eine leidige Thema nachdenken. Das lag natürlich auch daran, dass Doktor Rodney McKay es ihm immer wieder vorhielt und unter die Nase rieb.
Jedes Mal war der Anführer des AR-1-Teams fast immer am verzweifeln, als er darüber nachdachte, und stets zur Erkenntnis kam Mitschuld an den letzten großen Überfall der Wraith auf die Erde zu haben.

Doch Speppard hatte endgültig genug davon sich als Schuldiger zu fühlen, daher sprang er schließlich von seinem Bett auf, verließ mit sehr schnellen Schritten sein Quartier und eilte auf den kürzesten Wege zu dem Büro von Woolsey.

Dieser saß wie jeden Tag, außer Sonntags, um diese Zeit in seinem Büro um sich die neuesten Missionsberichte durchzulesen. Als Richard Woolsey aus einem Augenwinkel John Sheppard herankommen sah, schob er einen Stapel von Personalakten unauffällig unter einen anderen Stapel von Akten.

“Colonel. Was kann ich für Sie tun?”, fragte der Leiter der Atlantisexpedition, als Sheppard in sein Büro getreten war.

“Haben Sie einen Moment Zeit übrig, Mister Woolsey?”
“Es können auch zwei sein. Worum geht es denn dieses Mal, Sheppard?”
“Es geht um die Geschichte mit Todd”, lautete die Antwort von John.
Worauf Richard leise seufzte: “Also mal wieder um den Wraith.”
“Ja. Ich bin mir jetzt so ziemlich sicher, dass er nicht die Absicht hatte sein Volk zur Erde zu führen…”
“Aha. Und wie kommen Sie zu dieser Annahme?”
“Das ist so einfach, aber ich habe nicht daran gedacht, wobei es eigentlich klar auf der Hand liegt. Wir wissen schon seit längerer Zeit dass die Wraith die Fähigkeit haben durch ihre mentale Macht in den Geist anderer einzudringen, und sogar den Körper zu steuern. Sogar Teyla ist dies einige Male widerfahren… Und vor allem die Wraith-Königinnen sind darin sehr mächtig. Vermutlich hat eine von ihnen Todd gefangengenommen und mental beeinflusst, beziehungsweise sich auf diese Art und Weise Informationen geholt…”, führte der Colonel auf.

Die ganze Zeit über hatte sich der Leiter der Atlantis-Expedition nach hinten in seinen Stuhl gelehnt, hörte aufmerksam zu und erinnerte sich an so einige Berichte. Schnell war sich Woolsey im Klaren dass an der Theorie von Sheppard durchaus etwas dran war.
Dennoch brachte er erst einmal nur ein nachdenkliches: “Hm?!”- heraus.

Worauf der Colonel abermals auf Teyla und ihre Erfahrungen mit den Wraith verwies.
“Ich werde das prüfen, Sheppard. Und noch etwas: Denken Sie bitte fortan an etwas Anderes, und nicht mehr an diese Sache!”, mahnte Woolsey eindringlich, der von dem Thema genervt war, da es sowieso nicht mehr zu ändern war.
“Ist gut, Mister Woolsey!”
“Hoffentlich. Denn Sie benötigen als Oberster des Militärs hier auf Atlantis einen klaren Verstand! Sonst müsste ich Sie notgedrungen von irgendjemand ersetzen lassen. Doch das haben Sie ja schon erkannt, hoffe ich.”
“Ja”, presste John zwischen die Lippen hervor.
“Dann ist es ja gut. Es wäre nämlich sehr bedauerlich, weil ich mich so sehr an Sie gewöhnt habe”, seufzte Richard, der sich dann wieder der Büroarbeit zuwandte.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis

Seit ungefähr einer Stunde überflog unsere Jumper-Flotte, wie von Private Sandra Kieras empfohlen, den Planeten Leonis. Wir hatten mittlerweile beinahe diese halbe Welt umrundet als unser Ziel anscheinend in Sichtweite kam, denn die Koloniale Soldatin deutete mit den Worten: “Dort müssen wir hin!” - auf eine Bergekette, welche an den Ozean grenzte über den wir uns gerade befanden.
Nach weiteren Flugminuten erkannte man, dass dieses Gebirge außerdem von einem ausgedehnten Wald umschlossen war.

“Am Besten begleiten mich nur wenige von euch, sonst werden meine Leute nervös, hauen ab und lassen mich hier bei euch zurück”, wusste Sandra, die seit dem Abflug schon fieberhaft nachgedacht hatte, wer sie alles begleiten sollte.
Viel Zeit hatte sie nicht mehr, denn alle zwölf Jumper setzten wie von ihr angeraten circa fünf Meilen vor dem eigentlichen Ziel bereits zur Landung an.

Man fand Schutz unter mehreren Bäumen, die weit auslandendes Astwerk hatten und so unsere Anwesenheit verbargen.
Die meisten hatten bereits erneut ihre Ausrüstung angelegt um im Ernstfall vorbereitet zu sein. Auch Private Kieras machte sich nun einsatzbereit, wobei ihr Lieutenant de Vaux behilflich war, weil die junge Frau sich immer noch nicht so richtig gut bewegen konnte. Trotzdem war man auf die Koloniale Soldatin angewiesen, weshalb ihre Gesundheit und ihr Leben besonders beschützt werden musste.

“So. Da wären wir. Wer von uns darf Sie denn alles bei diesen Ausflug begleiten, Private?”, fragte Major Jennifer Hailey neugierig.
“Hm”, machte die Angesprochene nur, die sich kurz umsah, wobei sie ihre Entscheidung dafür bereits getroffen hatte. Deswegen zählte sie schnell die Namen auf: “Nun. Wenn ihre Miss Shen damit einverstanden ist, hätte ich sehr gerne: Ta’mon, Sie - Major Hailey, Wolfrino, Leutnant Jessica Schneider, Lieutenant Fraiser, Lieutenant de Vaux…”
“Und - Stopp! Sorry, das ich unterbrechen muss - aber auf dieser Mission kann ich keinen Piloten gehen lassen!”, verfügte die Expeditionsleiterin kurz.
“…gut, dann hätte ich gerne dafür die beiden Lieutenants Adamov und Kanchleskov… sowie Captain Satterfield dabei. Das sind genug. Geht das in Ordnung?”
“Ist genehmigt, Private! Alle genannten Personen - außer Lieutenant de Vaux, machen sich sofort einsatzbereit!”, ordnete Miss Shen an, die sich aber Sorgen um Satterfield machte, weil sie von Fraiser und de Vaux über den Verdacht unterrichtet worden war.

Dank der guten Vorbereitung bereits kurz nach der Landung dauerte es nicht lange, da wir uns schon nach wenigen Minuten abmarschbereit zwischen den Jumpern versammelt hatten.

Dabei kam Private Kieras mit einem fragenden Gesichtsausdruck auf mich zu, stoppte etwa einen Meter vor mir.
“Wolf-rino?”, kam es zögernd von ihren Lippen.
“Ja. Was kann ich für Sie tun, Private?”
“Tja, zunächst einmal ist mir aufgefallen das Sie kaum Waffen und meist nur einen Rucksack bei sich tragen, obwohl wir ein paar Waffen mehr sehr gut gegen die Zylonen gebrauchen könnten. Hat das vielleicht einen bestimmten Grund?”
“Da gibt es in der Tat einen. Leider aber auch einen sehr schmerzhaften.”
“Hat bestimmt mit ihren seltsamen Rufnamen zu tun. Oder?”
“Möglichweise… Sie stellen sehr viele Fragen…”
“Ich will euch alle besser kennenlernen, damit ich euch alle auch besser einschätzen kann.”
“Aha. Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wir schließen zunächst einmal diese Mission ab, und danach erkläre und erzähle ich Ihnen meine Lebensgeschichte. Einverstanden?”
“Okay”, nickte sie zufrieden, bevor sie auf Major Hailey und Lieutenant Fraiser deutete und den beiden zu verstehen gab, neben ihr zu gehen.

Diese Entscheidung führte dazu dass Leutnant Schneider und ich hinter den dreien gingen. Hinter uns reihten sich zunächst Captain Satterfield und danach die beiden Lieutenants Adamov und Kanchleskov ein. Ganz hinten reihte sich dann der Jaffa Ta’mon ein, der die Nachhut unseres Teams bilden wollte.
Wir waren seit einigen Stunden unterwegs, wobei wir die Straße mieden, welche sich  einige Meter durch das Dickicht von uns entfernt neben unserer Route befand.

Unsere Gruppe hatte in etwa die Hälfte der Distanz zurückgelegt, als wir letztendlich dann doch noch in sichere Deckung gehen mussten. Denn Ta’mon und ich hatten sehr deutliche verräterische mechanische Geräusche wahrgenommen, die uns signalisierten in dieser Region nicht allein unterwegs zu sein.

Mit größter gebotener Vorsicht wagte sich unser Team immer näher an die Straße heran. Dabei hatten wir großes Glück was unsere Deckung betraf, welche aus Felsen, dicken Bäumen und Baumstümpfen, sowie dichten Buschwerk bestand. Doch näher als etwa dreißig bis fünfzig Meter kamen wir nicht an die Straße heran. Was auch nicht schlimm war, denn so hatten wir eine gute Distanz zu unseren potentiellen Feinden, die wir nun das erste Mal zu Gesicht bekamen.

Es handelte sich, so wie es uns Private Kieras im Flüsterton erklärte, um sehr viele Zenturios der Zylonen, die einen ziemlich kleinen Konvoi von drei Fahrzeugen begleiteten.

“Ich habe mal versucht mitzuzählen. Es müsste sich hier um etwa einhundert von diesen Zylonenrobotern handeln. Plus eine unbekannte Anzahl von Insassen in den Lastern und dem Geländewagen”, murmelte Natalia Adamov, die aufmerksam durch ihr Fernglas die feindliche Gruppe studierte.

Der Konvoi stoppte schließlich, da sich auf der Straße einige Wrackteile von Fluggeräten, sowie umgestürzte Bäume das Weiterkommen blockierten.

Und schon wenige Minuten später geschah das Unfassbare: Aus dem Geländewagen, der vorausfuhr stieg eine junge Frau aus, die Captain Sharon Satterfield aufs Haar glich und somit  gut und gerne ihre eineiige Zwillingsschwester hätte sein können.

Odyssee
Folge 2.10 Unter Feuer - Die wahre Identität, Teil 2

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Wir alle schauten gemeinsam immer noch alle gemeinsam verwundert nach vorne, und sahen wie diese Gestalt, die wie unsere Sharon aussah den Zylonen um sich herum gestikulierend klare Instruktionen gab. Die Roboter begannen kurz darauf dann auch schon damit die Straße frei zu räumen.

“Habt ihr das alle gesehen? Gut. Denn ich habe es ja bereits einigen von euch verraten, weshalb und von wem ich so übel zugerichtet worden bin, und warum ich Captain Sharon Satterfield irgendwie nicht leiden kann. Entweder ist dies doch nur ein dämlicher Zufall, oder aber ihr werdet von einer gewissen Person gewaltig an der Nase herumgeführt”, wisperte Private Sandra Kieras uns zu, die bereits ihr Sturmgewehr gefechtsbereit in Anschlag hielt.

Doch die arme Major Jennifer Hailey schüttelte schon seit einigen Minuten unentwegt ungläubig ihren Kopf, da sie ihre Kameradin seit Jahren schon kannte. Angefangen von der Air Force Akademie bis hin zu den ersten Trainings als Rekruten für das damals noch streng geheime Stargate-Programm - und nun dieses Erlebnis auf dieser fernen Welt in einer benachbarten Galaxie.
“Dann ist es vielleicht also doch wahr?… Aber wie ist das nur möglich…? Sharon?”, murmelte die ranghöchste Offizierin nach einer Erklärung suchend.

Wie eigentlich zu erwarten war, starrte Captain Satterfield nach wie vor gebannt auf ihre Doppelgängerin. Auf alles war sie in den vielen Trainings auf der Erde und auf anderen Planeten in Ausbildungscamps vorbereitet worden, nur nicht auf eine solche verrückte Begegnung. Weswegen sie mit immer wieder nach Luft schnappend den Mund öffnete und verschließend dastand, und vollkommen für uns alle unerwartet laut: “Nein!”- schrie.

Kein gutes Timing in dieser gefährlichen Situation, das wussten wir alle. Dadurch wurde unsere bislang stille Anwesenheit bekannt. Doch zunächst wandten sich etwa ein gutes Dutzend Zylonen nur zu unserer Sharon um, die vollkommen ohne Deckung vor ihnen wie angewurzelt dastand. Genauso wie die Sharon der Zylonen, die aber vorsichtshalber in Deckung gegangen war und begann sicherheitshalber mit einem Wärme erkennenden Fernglas die Umgebung zu überprüfen.
Die roten Augenlichter der Zylonen bewegten sich hin und her, ehe es bei einem Zenturio stehenblieb als er mit Satterfield direkten Blickkontakt aufgenommen hatte. Eine Reaktion bei ihr blieb nicht aus, denn ihre Augen leuchteten für eine kurze Sekunde nur rot auf, und dieser minimale Kontakt setzte die Programmierung der zylonischen Schläferin in Gang.

“Da sind noch mehr Menschen! Greift sie an und tötet sie alle! Versucht aber dabei all die Frauen in dieser Gruppe lebend zu ergreifen!”, schrie ein anderer Zylon, eine Doral-Kopie, laut.
Daraufhin begann ein heftiger Kampf, der mit einer wilden Schießerei begann.

Aber auch Sharon Satterfield wurde aktiv, denn sie drehte sich zu Cassandra Fraiser um, die Deckung bei einen Felsen gefunden hatte, doch unerwartet in den Lauf der Waffe ihrer Kameradin schauen musste.

“Oh Nein! Cassie!”, schrie Jennifer Hailey entsetzt auf, die schon befürchtete dass ihre Freundin das gleiche Schicksal wie Doktor Janet Fraiser erleiden würde.
Todesmutig warf sich Ta’mon noch rechtzeitig in die Schusslinie, als Satterfield den Abzug betätigte, wodurch er alle Schüsse mit seinem Körper abfing. Kaum hatte das Drama seinen Lauf genommen, hatte Kieras ihre Waffe auf Satterfield gerichtet und schoss auf sie. Doch diese rettete sich indem sie durch den dicht bewachsenen Wald floh.

“Wir müssen hier weg! Es sind zu viele!”, rief Leutnant Schneider alarmiert als sich die Zylonen uns im schnellen Tempo näherten, die bislang die Straße geräumt hatten. So schnell es uns irgendwie möglich war, zogen wir uns tiefer in den Wald zurück. Dort erhaschten einige von uns noch einen letzen kurzen Blick auf Captain Satterfield, die dann in Richtung der Straße verschwand.

“Na schön, Leute. Ihr folgt allesamt Private Kieras, und ich sorge…”
“Wolfrino!”, protestierte Jessica Schneider sofort.
“Keine Widerrede, Leutnant! Entweder ich komme später nach, sobald es geht… oder ihr gabelt mich irgendwo auf. Noch haben wir einen guten Vorsprung - also ab mit euch! Los!”

“Ich bleibe bei ihm, und unterstütze ihn, denn meine schweren Verletzungen behindern mich. Ich würde euch nur bremsen”, entschied Ta’mon, der sich wild entschlossen neben mich stellte.
“Dann wollen wir die Blechheinis mal aufhalten”, brummte ich, während die anderen aus unserem Team im Unterholz verschwanden.
Obwohl es nicht vermutlich nicht viel bringen würde, injizierte sich der Jaffa eine Dosis Tretonin um sich so ein wenig die Schmerzen zu nehmen. Doch Angst davor eventuell in Kürze zu sterben hatte Ta’mon nicht, denn er war ein Krieger der eine klare Entscheidung getroffen hatte. Dennoch fragte er mich: “Du bist doch bestimmt schon so etwas wie gestorben, also getötet worden…”
“Ja. Oder zumindest schon einige Male nahe daran gewesen… angenehm ist das nicht - das kannste mir glauben.”
“Sie kommen. Wir verteilen uns besser.”



Milchstraße
Mars - Stargate Command Base
General Landry’ Büro

Anfangs noch mit ziemlich großer Skepsis hatte Hank den vielen Worten von Vala Mal Doran und Tomin zugehört. Doch vernahm er doch dabei auch die große Sorge in Folge des Berichtes der beiden, die ihm an seinem Schreibtisch gegenübersaßen.

Nachdem er seine beiden Gäste verabschiedet hatte, musste er auf jeden Fall Jack und somit das Homeworld Command auf der Erde informieren. Aber dies war nicht das einzige was General Landry beschäftigte, denn sein Instinkt meldete ihm sofort dass daraus möglicherweise wieder eine Gefahr für alle freien Welten entstehen könnte.

“Kaum haben wir ein Ungemach gerade noch so abwenden können, und schon winkt das nächste am Horizont. Äh, Walter! Ich benötige Doktor Daniel Jackson und auch Colonel John Sheppard so schnell es geht gemeinsam hier!”, brummte er in Gedanken versunken.
Harriman hatte nur kurz seinen Kopf in die halbgeöffnete Tür gesteckt, den Befehl zur Kenntnis genommen und wieder verschwunden.


Erde
USA - Westchester, New York

In der Schule von Professor Charles Xavier war man sehr damit beschäftigt die befreiten Kinder aus der Anlage von Alkali-Transigen zu integrieren. Es gab leichte, aber auch sehr schwierige Fälle. Einer der komplizierten Fälle war ausgerechnet die genetische Tochter von Logan - Laura.
“Sie ist Dir wirklich sehr ähnlich”, lautete daher das Urteil von Charles, nachdem er wieder einmal hätte einschreiten müssen.
Daraufhin musste sich der arme Wolverine wieder seine Vaterrolle übernehmen, was ihm sichtbar schwerfiel.
“Schule ist nicht jedermanns Sache”, fand aber Jean Grey, die ziemlich gut zu spüren schien, wie schwer es einigen von den Kindern fiel an einen normalen Alltag eines Kindes anzunehmen.
“Ich werde eine Weile mehr Zeit mit Laura verbringen, und sie deswegen dafür von der Schule nehmen. Gibt es hier Ferien, oder so was?”, brummte Logan, nach einer kurzen Unterhaltung mit seiner Tochter.
“Und ich hatte schon gedacht Du wärst endlich mal sesshaft bei uns geworden”, meinte Storm mit einem gutmütigen Lächeln.
Scott hingegen scherzte: “Erstaunlich finde ich vielmehr dass Du es hier solange ausgehalten hast. Sind ja immerhin schon einige Monate vergangen.”
“Wirklich sehr witzig”, befand Logan mit einem Brummen, der sich kopfschüttelnd zu ihnen umwandte.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
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Leonis

Derweil rannte unser übriges Team so schnell es konnte weiter, was aber auch von dem Gesundheitszustand der immer noch geschwächten Kolonialen Soldatin abhängig war. Sie kamen aber alle ihren Ziel erfreulicherweise immer näher.
“Es ist fast geschafft wir sind bald dort”, keuchte Sandra Kieras, die sich den bandagierten Bauch hielt.
“Private?”, fragte Cassie besorgt. “Nicht das wir Sie verlieren…”
“Keine Angst… dort gibt es eine Krankenstation…”, versuchte die junge Frau alle zu beruhigen als sie endlich an einen Zaun angelangten, der ihnen auch durch Schilder verriet dass sie sich vor Sperrgebiet befanden.

---

Zur selben Zeit waren Ta’mon und ich in einen erbitterten heftigen Kampf mit den Zylonen verstrickt worden. In diesen gab es nur kurze Pausen, wo wir beide uns versuchten ein wenig zu orientieren. Doch das wichtigste war, ständig waren der Jaffa und ich aktiv und boten keine klaren Ziele. Auf Grund meiner Mutation fing sich mein Körper so manche Kugel ein, damit Ta’mon nicht getroffen wurde.

“Wolfrino. Das hier müssen Stromleitungen sein”, erklärte er auf die vielen Masten über uns deutend.
Und tatsächlich, wir befanden uns genau unter einer ganzen Überlandleitung.
“Wenn da wirklich noch Saft drauf ist… und diese Typen bestehen aus Metall…”
“…dann könnten wir einige von diesen Robotern loswerden”, ergänzte Ta’mon der nicht nur meinen bösen Blick, sondern auch mein zufriedenes Grinsen richtig gedeutet hatte.
“Mist! Da sind sie schon wieder im Anmarsch!”, fluchte ich, während ich die ersten Masten mit meinen Krallen durchschlug. Nebenbei gab der Jaffa pausenlos Salven aus seiner Stabwaffe auf unsere Verfolger ab, um so für Sperrfeuer zu sorgen.

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Im Hangar des geheimen Stützpunktes war der Commander der Battlestar Thetis zum Team geeilt. Dieser wurde sofort von Private Kieras immer eindringlicher angefleht:
“… deswegen… Bitte Sir! Sie müssen ihnen helfen, sonst…”
“Beruhigen Sie sich, Soldat!”, mahnte er, ehe er das Team um Major Hailey prüfend ansah, dann aber nickte und bestimmte dem Expeditionsteam zu helfen und an Bord des startbereiten Kampfsterns aufzunehmen.

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Seit ungefähr drei Stunden kämpften wir gegen unsere Verfolger, wobei es nur wenige spürbare Pausen gab. Derweil waren einige Strommasten wie erhofft umgestürzt,
und die noch teilweise unter Elektrizität stehenden Überlandleitungen auf einige der heranstürmenden Zenturios hinabgefallen.

“Somit kommen sie erst einmal nicht mehr von allen Seiten”, hustete Ta’mon zufrieden.
Der Jaffa hatte Recht unsere Lage war vorübergehend besser geworden. Aber lange würden wir dem Ansturm dennoch nicht mehr standhalten können.

Während sich an meinem Körper die unzähligen Wunden bereits wieder verschlossen und die Kugel rausdrückten, schienen die des Jaffa immer schlimmer zu bluten. Und klar sichtbar wurden seine Bewegungen von Minute zu Minute langsamer.

Gerade als einige der Zylonen das von uns geschaffene Hindernis umgangen hatten, und dabei waren den Kampf mit uns wieder aufzunehmen, kam für uns die Rettung. Es handelte sich dabei um 2 unserer Jumper, sowie 6 der Jagdmaschinen, die uns Sandra Kieras als Viper beschrieben hatte.

“Los ihr beiden! Schnell! An Bord mit euch!”, rief uns Leutnant Jessica Schneider auffordernd zu, die aus einem dritten getarnten Jumper hervorlugte, welcher nur wenige Meter neben uns knapp über den Boden schwebte.

Instinktiv raffte sich Ta’mon noch einmal auf, der mit mir gemeinsam in den Jumper hechtete. Doch von dem Flug in den Hangar, der sich in der Felswand des Bergmassivs befand, bekamen wir beiden gar nichts mehr mit, weil unsere Verletzungen uns zu sehr geschwächt hatten.
Was für mich war das letztendlich kein großes Problem darstellte, war für den Jaffa etwas Bedrohliches. Um ihn stand es gar nicht allzu gut.


Geheimer Stützpunkt der Kolonialen Flotte
Battlestar Thetis

Von der Hektik im Steuerbordhangardeck bekam ich nur wenig mit, wofür Leutnant Schneider sorgte indem sie mich auf die Trage drückte.
“Wir müssen Ta’mon sofort in den OP schaffen! Dann schafft er es vielleicht zu überleben”, konnte ich Cassandra Fraiser gerade noch so sagen hören als wir die Krankenstation des Kampfsterns endlich erreicht hatten.

“Wieso wird er nur operiert? Es sind doch zwei schwer Verletzte?”, fragte einer der Ärzte von der Thetis verwundert.
“Erkläre ich Ihnen später, Herr Kollege”, versicherte Cassie.

Die mittlerweile abermals medizinisch versorgte Private Kieras war an mein Bett getreten, auf welchen ich ebenfalls, wenn auch nur leicht medizinisch umsorgt wurde.
“Machen Sie sich keine Sorgen, Sandra. Der kommt schon wieder auf die Beine”, sagte Leutnant Schneider, die neben ihr stand.
“Das will ich doch hoffen, Jessica. Immerhin hat er ein Versprechen einzulösen”, seufzte die Koloniale Soldatin müde, die sich einfach das benachbarte Bett sicherte.

Im Combat Information Center bekam der Commander der Thetis, Liam Aberdeen nichts mit, denn er beobachtete konzentriert das Geschehen um den Stützpunkt herum. Und der Blick auf die leicht gestarteten DRADIS-Monitore verriet ihn, was ihm nicht gefiel: Einige Basisschiffe der Zylonen hatten wohl die richtigen Schlüsse aus den Beobachtungen der letzten Tage gezogen, weil sie über den Kontinent wo sich die Thetis befand Position bezogen.

“Das musste ja irgendwann passieren. Wir müssen hier weg, und notfalls springen wir auch von hier! Den FTL auf Stand by! Colonel Iden, was ist unter anderen mit unseren neuen Freunden?”
“Von denen sind alle an Bord. Auch die beiden, die den anderen den Rücken freigehalten haben…”
“Gut. Ich kümmere mich später um sie. Und was ist mit den übrigen Personal?”
“Die benötigen noch etwa eine halbe Stunde, damit alles verladen und an Bord ist…”
“So viel Zeit haben wir nicht mehr, Colonel! Machen Sie den übrigen Rekruten und Kadetten Beine, wenn die nicht hierbleiben wollen - sonst sind wir in mehr als den nächsten fünfzehn Minuten erledigt!”
“Verstanden. Achtung an alle, hier spricht der XO: Bringt nur schnell das Wichtigste an Bord! Wir springen in exakt 15 Minuten!”


Orbit von Leonis
Zylonenbasisschiff

Die Zylonen hatten mittlerweile ihre zurückgekehrte Schwester Sharon Satterfield in Sicherheit gebracht. Sie war von den anderen an Bord freudig begrüßt sowie auch medizinisch versorgt worden. Das lag an einen von den Cavils, der dagegen war sie einfach sterben und in einen neuen Körper herunterladen zu lassen.
“Dafür ist diese Acht viel zu wertvoll! Also gib Dir gefälligst beim Behandeln Mühe!”, hatte er zu einer Simon-Kopie gesagt.

Alle anderen Zylonen-Modelle brannten wie Cavil selbst auf wichtige Informationen, die diese Acht gesammelt hatte. Was schwierig werden würde, da diese Sharon teilweise immer noch die größte Zeit irritiert dreinschaute und sich voller Angst des Öfteren umblickte.

“Sobald sich diese Sharon einigermaßen erholt hat, werde ich sie an einen speziellen Apparat anschließen, während sie in einer Wanne badet, damit wir Zugang zu ihrem Wissen bekommen. Was leider nicht allzu viel sein wird, was an den Schock liegen könnte als diese Acht bemerkt hat, dass sie in Wahrheit eine Schläferin ist”, gestand Cavil den anderen Zylonen, nachdem der Simon ihm gemeldet hatte dass sie medizinische Versorgung bei jener Sharon beendet sei.



Milchstraße
Erde
Deutschland - Hamburg

Müde und wieder einmal, wie zuletzt in den vergangenen Tagen, war Jeanne Nicole Schneider ins Badezimmer ihrer Wohnung geschlendert.
“Man bin ich schlapp…, dabei bin ich mal einigermaßen pünktlich ins Bett gegangen. Nur gut, dass die Kinder zur Zeit bei meinen Eltern sind, sonst hätte ich die Zeit verschlafen sie in die Kita zu bringen”, murmelte sie als sie unter die Dusche verschwand.

Die Zeit war für die Polizeiobermeisterin durch die vielen zusätzlichen Schichten so knapp geworden, dass sie kaum noch Zeit für sich selbst, geschweige denn die beiden Kinder hatte.

Als sie mit dem Duschen fertig war zog sie sich für das anschließende Frühstück nur ihren Bademantel über. Das Frühstück schmeckte ihr so gut wie schon lange nicht mehr, und dies obwohl sie alleine war und sich nach ihrer Familie sehnte.
Ihre Augen wanderten zur Uhr, die ihr sagte dass sie nur noch etwa zwei Stunden Zeit hatte, bevor ihre nächste Schicht beginnen würde.

Nachdem dem Frühstück und dem Zähneputzen, verschwand sie wieder im Schlafzimmer um sich für den bevorstehenden Dienst ihre Uniform anzuziehen. Dabei kam sie an das Holster in welchen ihre Dienstwaffe steckte. Eigentlich verwahrte sie diesen gefährlichen Gegenstand immer in einem Schließfach nahe an dem Bett, aber da die Kinder außer Haus und bei ihren Eltern waren, verzichtete sie daher auf diese Vorsichtsmaßnahme.
Noch einmal berührte sie prüfend das Holster um sich zu vergewissern nicht zu irren, es war aber irgendwie lauwarm stellte sie verwundert fest, weshalb sie die Pistole zog - auch deren Lauf warm.

“Was zum Kuckuck? Das darf doch nicht wahr sein”, seufzte sie, weswegen sie dann sofort das gesamte eigene Haus kontrollierte.
 
Aber es gab nichts - niemand war in der Nacht bei ihr gewesen - alles war gesichert gewesen.
Dann löste Jeanne das Magazin, um deren Ladung zu checken, doch keine einzige der fünfzehn Patronen fehlte.
Durch diese Anspannung schien sie sich an etwas zu erinnern, und murmelte leise im Flüsterton schockiert vor sich hin: “Aber… aber das war doch nur ein böser Traum…” - während sie sich fassungslos auf die Bettkante setzte.

Odyssee
Folge 2.11 Unter Feuer - Der Kubus, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Leonis - Battlestar Thetis

Viele schafften es gerade noch vor dem Ablauf der von Colonel Iden gesetzten Frist an Bord zu gelangen. Die meisten der Frauen und Männer waren völlig außer Atem, da sie bis zur letzten Minute unermüdlich noch Vorräte und Ausrüstung auf den Kampfstern verladen hatten, ehe die vielen Schleusen und Luken verriegelt werden mussten.
Um das Schiff herum und auf dem Stützpunkt selbst befand sich kein einziger Mensch mehr. Alle hatten es also gerade noch rechtzeitig an Bord geschafft.
Da alle auf der Thetis wussten dass der Start recht turbulent werden würde, setzten sich die meisten Besatzungsmitglieder notgedrungen auf den Boden.

Im CIC des Kampfsterns registrierte man das was man schon lange befürchtet hatte.

“Atomwaffenalarm! Sie nehmen uns ins Visier, Commander.”
“Dann nichts wie weg hier. Aber wir warten solange bis die Raketen auf dem Bergmassiv aufschlagen!”, ordnete Aberdeen an, worauf ihn Iden verstehend zunickte.
“Guter Plan! Somit denken die Toaster dass sie uns vernichtet hätten.”

Man spürte das Erzittern auf dem gesamten Kampfstern als die ersten Atombomben auf die Planetenoberfläche fielen und dort detonierten.
“Jetzt! Führt den Sprung aus!”, befahl Colonel Iden.

Wie befohlen sprang das Koloniale Kriegsschiff, welches sich im Hangar befunden hatte weg. Nicht nur durch die auftretende Raum-Zeit-Verzerrung, sondern auch durch den entstehenden Sog wurde der komplette ausgehöhlte Bereich des Bergmassivs instabil. Aber auch die aufschlagenden und detonierenden Nuklearwaffen der Zylonen taten ihr übriges - ein beträchtlicher Teil des Berges wurde somit weggesprengt.


Orbit von Leonis
Basisschiff der Zylonen

Die übermittelten Bilder von den Raidern der Zylonen führten dazu, dass ein Cavil, der im Glauben war die letzte intakte Einrichtung der Kolonialen Flotte in den Kolonien vernichtet zu haben, zufrieden grinsend feststellte: “Das war’s. Und dann auch noch so unerwartet überzeugend. Eine ganze Schar von diesen Plagegeistern auf einem Schlag weniger, das im Universum herumschwirrt.”

Wie angesprochen wandte sich jener Cavil dann Sharon Satterfield zu, um an das Wissen zu gelangen. Dabei ließ er diese Acht in eine spezielle Wanne steigen, damit die Daten in den Speicher des Basisschiffes übertragen wurden.

Während Sharon dies tat, verschaffte sich Cavil erste Eindrücke indem er in diesen Strom aus Daten eintauchte, indem er seine linke Hand in die Kontaktflüssigkeit legte.
Immer wieder schaute der Einser die Acht irritiert an, und kam schnell zu dem Schluss diese neuen Informationen zunächst einmal nur für sich zu behalten.


Cyrannus Star System
Battlestar Thetis

Wie zuvor geplant war die Thetis ins Zentrum der Kolonien gesprungen. Dabei hielt man wachsam das DRADIS im Auge um nicht von den Zylonen überrascht zu werden.


24 Stunden später
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Battlestar Thetis

Wie nicht anders zu erwarten gewesen war, waren die von Miss Shen und Major Hailey geführten Verhandlungen mit Commander Aberdeen nicht besonders leicht. Doch wurde zum Glück dazu auch noch Private Kieras befragt und in die Gespräche miteinbezogen, die sich dafür aussprach diesen fremden Menschen, die zudem auch mehr als nur glaubhaft belegen konnten aus einer anderen Galaxie zu kommen, vertrauen zu können.

Daher willigte Commander Aberdeen nach einer kurzen Bedenkzeit schließlich ein, und erlaubte allen Mitgliedern des Teams von Shen sich an Bord der Thetis einigermaßen frei bewegen zu dürfen.

Doch man ging sogar schon nach einigen weiteren Tagen noch einen entscheidenden Schritt weiter, in den man gemischte Teams bildete, die zu Aufklärungsmissionen in den von den Zylonen besetzten Welten geschickt wurden. Dies lag natürlich an den guten Fähigkeiten der Jumper.

Combat Information Center

Immer noch schaute Commander Aberdeen mit einem fragenden Gesichtsausdruck zu Colonel Iden, der ebenfalls stets aufs Neue von selbst auf die Uhr sah und den Kopf schüttelte. Außerdem warteten beide auf Miss Shen, die darum gebeten wurde sich bei ihnen im CIC zu melden.

Als sie hereingekommen und an die beiden Offiziere herangetreten war, wurde sie sofort vom XO der Thetis angesprochen.
“Miss Shen. Es geht um Team 3, welches nach Aerilon aufgebrochen und überfällig ist. Sie hatten doch gesagt, dass Lieutenant Tessa de Vaux zuverlässig ist. Ist sie das?”
“Sie ist es. Lieutenant de Vaux nimmt jeden Auftrag ernst, und geht kein unnötiges Risiko ein”, antwortete Miss Shen.
“Danke. Somit wäre das Team seit rund zwei Stunden überfällig”, brummte Iden, der dann auf den DRADIS-Monitor über seinen Kopf blickte.
Dann wandte sich auch Aberdeen an sie, der seine Vermutung aussprach: “Dann muss mit dem Team etwas passiert sein. Ich möchte ihnen im Namen der gesamten Crew mein Beileid über ihren Verlust für Ta’mon aussprechen.”
“Vielen Dank.”
“Wenn ich es nicht zum Teil selbst mit erlebt hätte, aber…”
“…ja, Jonathan Wolfrino Martin ist seit Tagen wieder wohlauf”, ergänzte Shen.
“So ist es. Auch Private Sandra Kieras hat mir davon berichtet. Das ist, wegen dieser schweren Verletzungen - einfach unglaublich. Und offengestanden ist mir der Kerl deswegen auch irgendwie - unheimlich. Ach ja. Haben sie denn keine Angst, dass er sich an sie rächen könnte? Denn immerhin sind sie, wie von ihnen zu hören war ja an seinem Zustand mitverantwortlich, welcher auch nicht mehr rückgängig gemacht werden kann”, seufzte der Commander der Thetis, der die Frau vor sich prüfend anschaute.
“Anscheinend nicht. Es ist auf jeden Fall sehr abgefahren, was es auf ihren Planeten so gibt und auch alles getan wird um sich gegen Feinde aus dem Universum zur Wehr zu setzen…”
“Commander Aberdeen. Was ist mit Team 3? Wir können diese Leute nicht zurücklassen. Die Jumpertechnologie darf nicht den Zylonen in… in die Hände fallen”, erinnerte Miss Shen.

“Werden wir auch nicht. Deswegen schicken wir mindestens 2 Raptorteams dorthin. Colonel Iden, lassen sie sich von unserer Freundin hier bei der Zusammenstellung dieser Teams beraten!”, ordnete nach kurzer Denkpause der Commander an.

Steuerbordhangardeck

Auch hier konnte ich das Unbehagen der Crew der Thetis deutlich spüren. Beinahe jeder an Bord dieses Schiffes schien mir aus dem Weg zu gehen, seitdem ich in Begleitung von Leutnant Jessica Schneider und Private Sandra Kieras die Krankenstation an Bord des Kampfsternes verlassen hatte. Sogar hünenhafte gestandene Marines waren beiseite getreten als wir vorbeigekommen waren.

“Ist nur zu hoffen, dass die ollen Toaster sich ebenfalls zurückziehen, wenn sie auf dich treffen Wolfrino”, scherzte die Koloniale Soldatin, die auch an ihre seit Stunden vermisste neue Freundin Tessa de Vaux denken musste.

Vor den startbereiten vier Raptor hatten sich bereits viele Personen versammelt. Unter ihnen war sogar Commander Aberdeen und Miss Shen.

“First Lieutenant Jin. Eigentlich müsste ich Ihnen die Teilnahme an diesen Einsatz untersagen - doch habe ich keinen anderen Jumperpiloten, der auch unter den zu erwartenden Extremsituationen eine solche Maschine fliegen kann”, erklärte Xiaoyi, die mit sich ringen musste, ob sie Jiao die Aktivität an diesen Einsatz erlauben konnte.

Kaum hatte die Leiterin der Andromeda-Expedition zu Ende gesprochen, ertönte auch schon die laute Stimme des Commanders über das Steuerbordhangardeck.
“Alle herhören! Dabei gehen wir vor wie es im Briefing besprochen wurde! Dies ist eine Such- und Rettungsmission, wo es möglichst zu unterlassen ist den Feind auf sich aufmerksam zu machen… bis es nur noch die Möglichkeit gibt sich zu verteidigen! Holt unsere vermissten 12 Männer und Frauen wieder hier her! Gute Jagd, Ihnen allen!”
“Lasst uns ein paar Toaster verschrotten”, brummte ein Marine düster.

Kaum hatten wir unseren Raptor betreten sahen wir uns darin kurz um. Als wir uns gesetzt hatten, wechselte Leutnant Schneider ihre Kopfbedeckung, indem sie ihr rotes Barett gegen den Gefechtshelm tauschte. Außer den beiden Piloten des Raptor und uns beiden, befanden sich noch zwei Sanitäterinnen und drei Koloniale Marines, darunter Private Sandra Kieras an Bord.
An Bord eines weiteren Raptor hatten First Lieutenant Jin und Sergeant Grogan Platz genommen. Mehr als vier weitere Personen wollte Miss Shen aus ihrem Team nicht entbehren, da bereits neben Lieutenant de Vaux noch fünf weitere Mitglieder als vermisst galten.

Es vergingen einige Minuten ehe sich alle Raptor startbereit auf dem Steuerbordflugdeck eingefunden hatten.
Nach einigen Flugsekunden hatten wir uns schließlich weit genug von der Battlestar Thetis entfernt, und der Pilot von unserem Raptor meldete: “Sprung nach Aerilon in 5, 4, 3, 2, 1 - und… Sprung!”


Helios Gamma System
Orbit von Aerilon

Erstaunt staunten wir, die von der Erde waren, wie genau berechnet unsere Koordinaten waren, die uns zu diesen Planeten transportiert hatten. Denn nur wenige hunderte Meter von uns entfernt war Aerilon vor uns aufgetaucht, wobei wir uns schon sehr nah an dessen Atmosphäre befanden. Zahlreiche Trümmer- und Wrackteile von Kampfsternen, Viper, Raptor und zivilen Schiffen umkreisten ebenfall den Orbit, die von dem heftigen Angriff der Zylonen zeugten.
Doch auch mehrere Basisschiffe der Zylonen waren hier stationiert worden, die wir zum ersten Male zu Gesicht bekamen.
Die Raptorpiloten sofort nach unserer Ankunft sämtliche Systeme abgeschaltet oder auf ein Minimum heruntergedrosselt, damit unsere Anwesenheit nicht auffiel.

Aerilon

Unser Ziel auf dem Planeten selbst war vorgegeben. Sofort nachdem unsere Raptor die Atmosphäre durchquert hatten, flogen wir im Tiefflug zu den Landekoordinaten von dem vermissten Team 3.
Alle an Bord hatten die Hoffnung so schnell wie nur möglich diese Mission abschließen zu können. Zuerst lautete der Auftrag den Jumper zu finden und sicherzustellen.

“Hier sind die Koordinaten. Das Gras ist überall niedergedrückt. Es ist auch noch feucht, hat wohl vor kurzem geregnet in dieser Region”, stellte First Lieutenant Jin fest, als wir gelandet waren und die Raptor verlassen hatten.

Aufmerksam suchten wir nach Anzeichen wo der Jumper gelandet worden sein könnte. Es war schließlich Grogan, der das gesuchte Fluggerät wiederfand. Auf sehr schmerzhafte Art und Weise, nämlich indem er gegen den getarnten Jumper gegen prallte.
“Ah! Verdammt noch mal!”, schimpfte der Sergeant der US Air Force vor sich hin, während wir amüsiert darüber vor uns hingrinsen mussten.

“Okay. Erster Teil der Mission wäre geschafft. Ich werde mit dem Tok’ra-Kommunikator Bericht erstatten, dass wir den Jumper gefunden haben, und uns dann auf die Suche nach der vermissten Mannschaft machen”, erklärte Jiao, während wir mit einer mitgeführten Fernbedienung kurz den Jumper enttarnten, damit wir an Bord gehen konnten.

Kurz darauf beratschlagten wir unsere weitere Vorgehensweise, wobei dann schließlich Leutnant Schneider vorschlug gemeinsam mit Private Kieras und mir den Spuren auf dem Boden zu folgen, und uns der Jumper im Tarnmodus hinterher fliegen sollte.
Der Vorschlag wurde angenommen und ich suchte, flankiert von den beiden Soldatinnen nach den Spuren, die ich schließlich fand - der letzte Regenschauer hatte zum Glück nicht alles verschwinden lassen.

Zu Beginn kamen wir nur langsam vorwärts, bis wir uns einen lichten Wald näherten. Dank des Lebenszeichendetektors konnte uns Jin auch von weiter oben aus folgen.
Doch als wir eine etwas größere Lichtung erreicht hatten, stoppten wir und auch der Jumper landete in der Nähe.

Hier gab es noch eindeutige Spuren eines kurzen, aber sehr heftigen Feuergefechtes. Dies konnte man an den Bäumen und an den Felsen, die hier herumlagen, sowie den noch verstreut herumliegenden Patronenhülsen erkennen.

Aber da war noch etwas. Ein mir sehr vertrauter metallischer Geruch lag in der immer noch feuchten Luft.
Es roch nach Blut.
Mit ausgefahrenen Krallen folgte ich diesem Geruch vorsichtig, und Kieras und Schneider folgten mir.
Schon bereits nach wenigen Schritten wurden wir fündig. Vor uns im dichten Dickicht fanden wir den mit zahlreichen Schusswunden übersäten und übel zugerichteten Major James McAllister von der Royal Air Force.
“Gott sei Dank… Ihr… ihr seid es…”, stöhnte er erleichtert, nachdem er uns erkannt hatte.
“Diese… diese verdammten Monster… haben uns überrascht… diese Roboter… kamen von allen Seiten… ich konnte es leider nur mit ansehen… die meisten sind wohl tot! Die Frauen… nur die Frauen… haben sie am Leben gelassen… und… und mitgenommen…”, berichtete er röchelnd, wobei er die letzten Worte kaum noch hörbar über die Lippen brachte, ehe er noch einmal kurz aufhustete und seinen schweren Verletzungen erlag.

Mit einem sehr getrübten Gesichtsausdruck drückte Leutnant Schneider dem gefallenen Kameraden die Augen zu. Das stille andächtige Schweigen wurde erst Minuten später von Sergeant Grogan unterbrochen: “Leute. Wir haben da etwas entdeckt, ehe wir gelandet sind.”

Wieder am Bord des sicheren und getarnten Jumpers verließen wir nach kurzer Prüfung den Ort des Kampfes. Weitere Leichen hatten wir nicht entdecken können, weswegen wir vermuteten dass die Zylonen die toten Teammitglieder ebenfalls mitgenommen hatten.

Als wir uns über den Baumkronen befanden, konnten wir es ebenfalls erkennen, denn etwa noch rund 2 Kilometer von unserer aktuellen Position entfernt stand ein Gebilde, was jeden von uns an einen übergroßen Würfel erinnerte.

“Oh Mann! Dieses große Ding da müssen die Zylonen aber in rekordverdächtiger Zeit errichtet haben”, bemerkte Private Kieras, worauf uns einer der anderen Marines erzählte das dort vorher nur ein kleines Kraftwerk gestanden hatte.
Daraufhin fragte Leutnant Schneider: “Und wie kommt ihr darauf dass sich unsere vermissten Leute dort befinden könnten?”
“Nun ja”, seufzte First Lieutenant Jin, “mir war ein wenig langweilig, weshalb ich ein wenig die Einstellungen für das Aufspüren von menschlichen Leben kalibriert hatte. Mit dem eindeutigen Ergebnis, dass sich dort in diesen Kubus etwas mehr als vier Dutzend Menschen befinden müssen.”

Ohne noch länger zu warten, flog die chinesische Kampfpilotin an das Objekt heran. Einige Male umkreiste und überflog der Jumper das Objekt.

“Hm! Aber wie sollen wir da unbemerkt eindringen? Wolfrino könnte ja seine Krallen dafür einsetzen, doch würde dies nur verräterische Spuren hinterlassen… mit der Folge, dass wir die Toaster auf den Hals haben…”, murmelte Private Kieras, die ziemlich laut nachdachte.
“Oder die Frauen unseres Teams spazieren rum und lassen sich gefangen nehmen”, schlug Grogan vor, der dafür böse Blicke erntete.
Dies sprach Jin dann auch hörbar aus: “Doofe Idee, Sergeant! Nein, wir fliegen noch einmal über das Ding rüber… Ah ja. Hier oben. Seht ihr das da? Das ist ein Zugang auf dem Dach. Macht ja auch Sinn, wegen der Landezone. Ich gehe dann mal runter und lande.”

Wie sie es angekündigt hatte, so setzte es Jiao auch um und landete den Jumper in einem Bereich, der in der nächsten Zeit hoffentlich nicht von den Zylonen benutzt werden würde.

Nachdem alle aus dem Jumper gekommen waren, standen wir vor der Tür, welche durch ein Schloss gesichert war.
“Hm! Wie toll. Mit einer Zugangskarte ist diese Tür nur zu öffnen”, brummte einer der Kolonialen Marines leicht frustriert.
“Tja. Da wir keine ID-Karte dafür haben, sehen wir jetzt ganz schön alt aus”, seufzte Sergeant Carl Grogan direkt im Anschluss, worauf mich schon alle fragend ansahen.

Ich hatte bereits schon die Krallen meiner linken Hand ausgefahren als mich Jin zurückhielt.
Die chinesische Soldatin schüttelte lächelnd ihren Kopf, fasste dabei mit ihrer linken Hand in eine ihrer Taschen von ihrer Einsatzweste. Daraus holte sie eine ID-Karte hervor, und sagte locker: “Vielleicht haben wir ja - Glück.”

“He! Da steht ja Phoenix Foundation drauf. Wenn das nicht mal Ärger gibt… MacGyver, oder einer der anderen Mitarbeiter hat den Verlust bestimmt schon gemerkt… Die sollten doch alle wieder abgegeben werden nach unserer Mission bei Alkali-Transigen!”
“Ich weiß, Wolfrino. Ich habe sie einfach… aus einem bestimmten Gefühl… Impuls… Instinkt heraus… behalten und durch eine Attrappe ersetzt”, versuchte sich First Lieutenant Jin zu erklären, der aber auch schon klar wurde, dass sie mit Konsequenzen zu rechnen hatte sobald wir auf die Thetis zurückgekehrt waren.

Nach einigen Minuten des Schweigens trat sie an die Tür, atmete noch einmal tief durch, ehe sie die Karte langsam durch den Magnetschlitz zog.
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#15
Odyssee
Folge 2.12 Unter Feuer - Der Kubus, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Aerilon

Das unerwartete geschah dann schließlich doch, denn das kleine rote Lämpchen erlosch und dafür erstrahlte das grüne, worauf sich die Tür für uns öffnete.

“Was soll man dazu noch sagen, außer: Das auch hier alles auf Nullen und Einsen basiert”, grinste First Lieutnant Jin zufrieden, die die ID-Karte kurz darauf sofort wieder sicher in einer der Taschen ihrer Einsatzweste verstaute.

“Moment mal, Leute! Wir können da nicht alle zusammen reingehen. Wir sind dann sonst zu viele und würden vermutlich zu schnell bemerkt werden. Und außerdem hat der Major von der Royal Air Force oder Navy etwas berichtet, nämlich dass die Zylonen alle Männer getötet, und nur die Frauen von Team 3 verschont hätten”, erinnerte Leutnant Schneider uns alle schnell an wichtige Fakten.
Worauf sich Private Kieras lächelnd in der Runde umblickte, und sagte: “Dann bleiben die Jungs alle eben mal draußen - einzige Ausnahme ist Wolfrino! Der darf mit, weil er nicht in Gefahr ist.”
Diese Bemerkung führte dazu, dass der Koloniale Sergeant verstehend nickend den Plan genehmigte: “Gut. Ihr sechs passt auf euch da drinnen gut auf! Und keine Gnade mit den Zylonen!”
“Sergeant Grogan!”
“Ja, First Lieutenant Jin.”
“Sie haben ja schon einige Flugstunden im Jumper, dank der Gentherapie absolviert - aber wehe in und an der Kiste ist auch nur eine kleine Delle oder Schramme!”, warnte Jiao. “Sonst gibt es Haue!”, versprach sie nach einer kurzen dramatischen Pause, in welcher sie den Amerikaner kurz abschätzend gemustert hatte.

Da feststand dass sich sechs aus unserem Team auf die Suche nach den Vermissten im Kubus machen würden, würde der Jumper wieder die momentane Position auf dem Dach verlassen.

Einige Stockwerke tief unter uns im Innern des Kubus, hatten sich mehrere Frauen und einige wenige Männer in einer guten Stellung in einigen Gruppen zusammengerottet. Es handelte sich dabei um Angehörige der Kolonialen Flotte, die in eine Falle der Zylonen getappt waren. Doch trugen diese immer noch ihre Waffen bei sich, was es den Robotern erschwerte zu den Gefangenen zu gehen, von ihnen einige auszuwählen und sie dann mitzunehmen.
Erst vor wenigen Sekunden hatte sich einer der Dorals schimpfend zurückziehen müssen, nachdem er angeschossen worden war. Durch dieses kleine Feuergefecht war Lieutenant Tessa de Vaux zunächst einmal in Sicherheit.


Irgendwo im Cyrannus Star System
Armada der Zylonen
Flaggschiff

Immer noch irritiert von den vielen Eindrücken und Bildern hatte sich der eine Cavil direkt an Sharon Satterfield gewandt. Der Einser sah es als seine oberste Pflicht an so gut wie möglich alles in Erfahrung zu bringen, sowie diese Acht, die von ihren Gefühlen und Emotionen völlig überwältigt war, daran zu erinnern eine Maschine und kein Mensch zu sein.
Doch eine Person unter den Eindringlingen, die sich bei Sharon Satterfield befunden hatte, interessierte ihn sehr. Daher zeigte der Einser ihr schließlich ein Bild auf welchen Wolfrino mit ausgefahrenen Krallen zu sehen war, als er auf Leonis erfolgreich gegen mehrere Zenturios kämpfte.

“Wer ist das da, Acht?”
“Einer meiner Freunde, der...”
“Blödsinn! Wenn er eine Maschine wäre, wie wir es sind - würde ich zustimmen. Ist er eine Maschine?”
“Nein. Er wurde aber auch unter anderem als Objekt 12 bezeichnet. Er ist ein Mensch, an dem…”
“Aha. Wusste ich es doch. Also hatte ich Recht - Blödsinn! Außerdem, wer oder was immer er war, wurde wie seine anderen Begleiter, von denen Du behauptest sie wären Freunde von Dir - vernichtet!”, korrigierte der Zylon, der dann im Anschluss gutgelaunt von der kompletten Zerstörung der Basis der Kolonialen Flotte auf Leonis berichtete.
Während er davon sprach, machte Sharon ein sehr betrübtes und trauriges Gesicht, da sie dabei an ihre alten Kameraden denken musste, die wohl alle gemeinsam ums Leben gekommen waren.


Helios Delta System
Aerilon

So still und lautlos wie es uns sechs nur möglich war, drangen wir immer weiter in die feindliche Anlage ein. Während wir uns so vorantasteten bemerkten wir schließlich nebenbei dass es das reinste Labyrinth war in das wir eingedrungen waren. Nebenbei mussten wir uns immer wieder so gut es ging verstecken, da Zenturios und auch andere nämlich Zylonen, die wie Menschen aussahen in der Nähe aufgetaucht waren. Da stellte es sich als guter Vorteil heraus dass wir nicht mit der kompletten Kavallerie reingegangen waren.

Wir waren mal wieder in einer Sackgasse gelandet, die von den Zylonen allem Anschein nach als Lagerplatz genutzt wurde. Während ich mich prüfend umsah, klopfte mir Jessica an den rechten Oberarm, weil Jiao und Sandra etwas entdeckt hatten.

“Wie gut ist das denn! Ein Lageplan. Gut dass ich mir doch noch mein Smartphone eingesteckt habe. Darf ich mal kurz?”, erklärte Leutnant Schneider, die ihre beiden Kameradinnen sanft beiseite schob, um die Karte zu fotografieren.

Derweil waren First Lieutenant Jin und Private Kieras damit beschäftigt diese Karte zu analysieren, um sich damit besser orientieren zu können.
“Also, wir müssten ungefähr hier sein… und dort in dieser Richtung circa 11 Meter von uns entfernt, befindet sich ein achteckiger großer Raum…”, begann Sandra murmelnd.
“… wo sich anscheinend die meisten Lebenszeichen befinden”, ergänzte Jiao, die den Lebenszeichendetektor in der linken Hand hielt.
“Schön und gut das alles. Aber wie kommen wir da hin, und in den Raum unentdeckt hinein? Der Raum ist dem Plan hier nach nahezu von allen anderen Korridoren abgeschottet. Und die richtigen Zugänge dort hin werden garantiert von den Zylonen bewacht”, warf ich ein, nachdem ich mir ebenfalls den Lageplan angeschaut hatte.

“Ich bin zwar nur eine Sanitäterin… aber wie wäre es denn, wenn wir über einen der vielen  Luftschächte dorthinein gelangen”, schlug schließlich eine noch sehr junge Frau, die auf dem Stützpunkt auf Leonis stationiert war, vor.
“Wenn einer davon groß genug für uns und unsere mitgeführte Ausrüstung wäre…”, überlegte Private Kieras, die sich wie auch wir anderen sofort nach einem solchen Zugang umsahen.

Die Suche danach gestaltete sich als schwieriger als man befürchtet hatte. Viele Male schienen wir beinahe die Orientierung in dieser Anlage verloren zu haben, weil wir des Öfteren immer wieder vor- oder zurücklaufen mussten.
Es war schließlich die zweite Sanitäterin in unserer Gruppe, die endlich den richtigen Zugang fand. Dieser war in einer jener Sackgassen hinter einigen Fässern verborgen gewesen. Ein günstiger Umstand, der uns zugute kam, denn so würde es hoffentlich nicht sehr schnell auffallen das die Gitter nicht korrekt befestigt waren.


In der selben Minute, in welcher wir uns im langsamen Tempo mühsam durch den Luftschacht vorwärtsbewegten, unterhielten sich in dem großen Raum im Zentrum der Anlage de Vaux gemeinsam mit den anderen überlebenden Frauen ihres Teams mit den Militärs, die in die Falle einer zylonischen Agentin getappt waren.
“…und wie ist es denn dazu gekommen?”
“Nun ja, Lieutenant. Wir sind im Einsatz gewesen wie sie, wobei wir auf eine blonde Frau trafen, die uns um Hilfe gebeten hatte. Wir folgten ihr, obwohl einige von uns schon ein ungutes Gefühl bei der Sache hierher hatten. In einen langen Tunnel verloren wir sie aus den Augen… Und Dank unserer Waffen konnten wir bislang einiges vermeiden. Aber sollte ich diese Person noch einmal erneut antreffen - erschieße ich die!”


Immer wieder legten wir eine Rast ein, um zu lauschen und uns mit Hilfe des Scanners zu orientieren. Und während wir uns so unseren Ziel immer weiter näherten, wurde uns auch eines klar: Durch diese unbequemen Schächte wäre es sinnlos unseren vermissten Leute, sowie die anderen Gefangenen zu evakuieren.

Unerwartet für die hinter mich dahinrobbende Leutnant Schneider, stoppte ich unerwartet so dass sie unsanft von meinem Körper gebremst wurde.
“He! Ist irgendetwas?”, fragte sie daher wispernd.
Mit einer Geste signalisierte ich ruhig zu sein, da ich gerade eben ein leises Säuseln von Stimmen vernommen hatte. Langsam krochen wir kurz darauf weiter und daraus wurde ein Murmeln, was sich nach einigen weiteren Metern für alle dann in deutlich vernehmbare Sätze wandelte.
Wir waren also am Ziel, denn vor uns befand sich ein verschweißtes Gitter.
“Nun mach’ es nicht weiter so spannend, Wolfrino! Krallen raus und weg damit! Ich will hier nicht als Einzige wieder raus… Also mach schon endlich, sonst drehe ich gleich hier drin durch!”, fauchte Jessica leise dicht hinter mir.

Wie von der Bundeswehrsoldatin tat ich das, was am nahesten lag und schnitt mit meinen Krallen die Sperre weg.
Auf der anderen Seite hatten die Gefangenen mitbekommen, dass allen Anschein nach Hilfe für sie unterwegs war, weswegen sie sich zu uns begaben und so den aufpassenden Zylonen somit die Sicht auf den Schacht gekonnt versperrten.
Unter ihnen war auch Tessa de Vaux, die mir nachdem sie mich erkannt hatte, sehr erleichtert um den Hals gefallen war, sobald ich den Schacht verlassen hatte.

Allen im Raum war schnell bewusst dass eine Flucht nur erfolgreich sein würde, wenn wir uns nach kurzer Beratung beeilen würden. Weshalb sich daher First Lieutenant Jin und Private Kieras sofort erkundigten, ob es einen ihnen noch unbekannten Weg in oder aus dem Kubus rausgebe.
Sie trafen dabei auf Major Sara Slight, die sich vor einiger Zeit erst mit Lieutenant Tessa de Vaux unterhalten hatte, die ihnen dabei behilflich war.

“…genau dort drüben sind meine Piloten und die Marines hier hineingeraten. Leider ist das massiver Stahl. Eine Sprengung kommt wegen der vielen Gefangenen daher nicht in Frage. Hier drinnen gibt es keinerlei Schalter oder andere Steuerungselemente, woraus zu schließen ist, dass das Tor nur von außerhalb oder per Fernbedienung bedient werden kann. Und wenn ihr in eurer mitgeführten Ausrüstung keinen Plasmaschneider im Gepäck habt, dann wird unserer Ausbruch aus dieser Lage sehr kompliziert werden - Ladies”, berichtete die Koloniale Offizierin, die dann die beiden wütend anblickte, weil diese trotz der misslichen Lage siegessicher vor sich hingrinsten.
“He! Das ist nicht witzig Leute!”, mahnte Major Slight dann schließlich streng.

Von einem oben unter den Dach gelegenen Kontrollraum aus hatten die Zylonen, dank der vielen Überwachungsmonitore, wovon noch einige nicht zerstört worden waren die Lage im großen Gefangenenraum einigermaßen gut im Blick. Auch ein großes Panoramafenster nutzte ihnen dabei ein wenig. Die Zylonen hatten beobachten können wie sich die Menschen als gesamte Einheit in Bewegung gesetzt hatte. Dieser ungewöhnliche Anblick gefiel den verschiedenen anwesenden Modellen überhaupt nicht, daher beratschlagten und debattierten sie hitzig ob sie nicht besser gewaltsam einschreiten sollten um die Angelegenheit endgültig zu bereinigen.

“… könnten unser bewährtes Betäubungsgas einsetzen.”
“Ja. Und wir Zylonen halten hier drin solange die Luft an oder was, Vier?”, bezweifelte eine Sechs den gemachten Vorschlag.
“Wie wäre es, wenn wir von allen Zugangspunkten Zenturios da reinschicken und sie alle Gefangenen töten lassen?”, fragte ein Fünfer in die Runde.
“Ein guter Vorschlag”, ergänzte ein weiterer Fünfer, “wir haben auf anderen Farmen und weiteren Einrichtungen genug Menschen in unserer Gewalt, mit denen wir experimentieren können.”

Derweil schaute eine Drei fasziniert auf einen der Monitore, und rief: “Ein Großteil der Menschen steht an der großen Schleuse, die nach draußen führt, während andere Verteidigungspositionen einnehmen…”
Die eine Sechs trat hinzu, und fragte: “Was in Gottes Namen haben die vor? Wollen die etwa das Stahltor sprengen?”
“Das würde uns die Schmutzarbeit abnehmen”, brummte ein Zweier gelassen.
Auch eine Acht trat hinzu, um die Szene ebenfalls zu beobachten.

Unten konnten wir nur spüren und erahnen, wie wir aufmerksam bespitzelt wurden.
Dies sprach auch eine verschleppte Zivilistin panisch mit den Worten: “Und was ist, wenn auf der anderen unzählige Zenturios auf uns warten?” - aus.
“So, alles was wir an Waffen dabei hatten ist verteilt, darunter auch die Sprengsätze. Das heißt, du kannst loslegen, Jonathan!”, vermeldete Jessica davon unberührt, die neben mir Stellung bezogen hatte, deren letzter Satz eher wie eine eindeutige Aufforderung klang.
Mit bösen Blick trat ich näher an das stählerne Tor, und brummte dabei: “Ist nur zu hoffen dass der Stahl nicht zu dick ist.” 
Noch einmal tief ein- und ausatmen, dann schlug ich meine Krallen in das Tor. Mit aller Kraft zog ich diese durch das Metall. Zuerst ein kleines Loch.
“Sieht doch gut aus…”, stellte Private Sandra Kieras zufrieden fest, “…und jetzt ein wenig größer, bitte.”
Unsere anderen Mitgefangenen, die unsere Gruppe noch nicht lange kannten und dies nun sahen, rieben sich verwundert hin und wieder die Augen, während meine Krallen aus Adamantium den harten Spezialstahl wie Butter zerschnitten.

Es blieb leider nicht aus, dass dies auch für einige Augenblicke auch die Zylonen mit ansehen konnten. Diese waren ebenso erstaunt und sahen einander verwundert an.
“Was, was macht der denn da?”, fragte mit einem Schlucken eine Sechs ein wenig ratlos.
“Für mich sah es so aus, als ob diese Klingen aus seiner geballten Faust gekommen sind”, bemerkte die eine Drei vollkommen perplex.
“Ist doch vollkommen egal! Wir müssen sofort etwas unternehmen!”, entschied ein Fünfer.

Unten wuchs ebenfalls etwas Ungeduld, und First Lieutenant Jin fragte deswegen über Funk nach: “Und? Wie sieht es aus?”
“Moment. Bin gleich fertig. Sind noch ein paar Meter”, schnaufte ich vor Anstrengung.

Nur noch ein kurzer Abschnitt am oberen Rand war noch übrig. Mit einem Sprung gegen die große Platte trennte ich den letzten Rest ab, und der Ausschnitt, der circa 1,8 Meter mal 3 Meter maß, fiel mit einem lauten Krachen nach außen.

“So, das war’s! Los, alle raus! Wolfrino, ab auf die Füße, denn Sie gehen voran! Los Leute, raus aus dieser Blechdose hier!”, befahl Major Slight energisch mit lauter Stimme.
Diesen Befehl kamen alle, bis auf diejenigen nach, die für die Deckung der Flucht aus dem Kubus verantwortlich waren.

Doch auch die Zylonen hatten sich dazu entschlossen zu reagieren, weswegen sie von oben her das Feuer auf die fliehenden Gefangenen eröffneten. Aber mussten sie sich auf Grund des Sperrfeuers in eine sichere Deckung schnell wieder zurückziehen.
Die Besatzer der Kolonien versuchten aber auch über Luken und Schleusen einzudringen, wobei sie aber die zuvor von den Militärs gelegten Sprengfallen auslösten. Fast zur gleichen Zeit wurden diese ausgelöst, worauf sich deswegen zum ersten Male echte Panik unter den noch verbliebenen Menschen zeigte.

Der Tunnel war zum Glück nicht allzu lang, nur etwa um die 30 Meter, der uns zu einem weiteren Tor führte. Um keine Zeit zu verlieren, schlug ich vehement mit meinen Krallen wieder zuerst ein kleines Loch in das Außentor hinein, steckte kurz den Kopf raus um die Lage zu überprüfen, ehe ich das Loch erweiterte.

Nur wenige Meter von uns entfernt enttarnten sich weitere Jumper. Die Thetis musste also über Aerilon Stellung bezogen haben um die angelaufene Evakuierung zu unterstützen. Dies war auch bitter nötig, denn es war ein heftiger Kampf entbrannt. Direkt über uns tobte ein heftiger Luftkampf zwischen Kolonialen Vipergeschwadern und den Jägern der Zylonen.

“Los! Hierher! Los!” - Rufe ertönten von den bereitstehenden Jumpern und Raptor her, die die befreiten Gefangenen in Sicherheit bringen sollten.

Überall wurde gekämpft, draußen auf dem Boden und in der Luft, sowie im Kubus selbst. Viele Zenturios hatten es geschafft in den Raum einzudringen, wo noch Minuten zuvor viele Menschen eingepfercht waren.
Unter den letzten, die sich noch an dem Schott befanden, waren unter anderem auch First Lieutenant Jin und Leutnant Schneider, die immer noch mit ein paar weiteren kolonialen Soldaten die Flucht der anderen deckte.

“Jetzt reicht es mir aber!”, schimpfte die chinesische Soldatin, die in ihre Einsatzweste griff, um ein kleines Päckchen daraus hervorzuholen, welches sie nach dem Einstellen des Timers von nur wenigen Sekunden in Richtung der Zylonen warf. Dabei schrie Jiao: “Schöne Grüße aus der Volksrepublik China, ihr verfluchten barbarischen Maschinen!”
Jessica hatte nur mit bangem Blick zugeschaut, während sie auf die Zenturios schoss, weswegen ihre chinesische Kameradin sie am linken Arm packen und wegzerren musste.
Keine Sekunde zu früh, bevor ein wahres Inferno entfesselt wurde. Während die beiden Frauen und noch einige weitere Marines davon stolperten, konnten sie die entstandene Hitze der Explosion spüren, die ihre heißen Finger nach ihnen ausstreckte, bevor sie von der Druckwelle umgefegt wurden.



2 Stunden später
Andromeda-Galaxie
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis

Mit tadelnden Worten wandte sich Miss Shen einmal mehr an First Lieutenant Jin: “Ihnen ist hoffentlich klar, dass dies nicht ohne Folgen für Sie bleiben wird. First Lieutenant Jin, sie haben Verbündete bestohlen, deswegen stehen sie auch die nächsten drei Tage unter Arrest! Leutnant Schneider, legen sie First Lieutenant Jin ihre Handschellen an und führen sie dann die unter Arreststehende in die Brig!”
“Verstanden, Miss Shen. Tut mir leid, Jiao”, seufzte Jessica, während sie den Befehl ausführte.
“Ist schon gut”, nickte die chinesische Soldatin.

Als die beiden Soldatinnen weg waren, wandte sich Commander Aberdeen an Doktor Rosenthal: “Ihr spezieller Computerprogramm hat uns sehr gut gegen die Zylonen geholfen. Danke.”
“Ich habe gern geholfen, und darauf vertraut dass diese Roboter kein Hebräisch können.”
“Und unsere Bilanz”, brummte der XO, “wir konnten zwar vom dritten Team gerade mal fünf Leute bergen, und nur einen weiteren tot, auch konnten wir die meisten anderen Verschleppten und Gefangenen aus diesen Kubus der Zylonen retten… Aber wir haben auch so einige Viper und Raptor, sowie einige aus unserer Crew verloren. Doch diese gemachten Aufnahmen von Leutnant Jessica Schneider sind sehr interessant…”
“Die sind nicht nur interessant, Colonel. Das bedeutet leider, dass die Toaster unter anderem genauso aussehen wie wir Menschen. Und diese gemachten Aufnahmen von Leutnant Schneider könnten uns dabei helfen feindliche Akteure zu enttarnen.”


Helios Beta System
Armada der Zylonen
Flaggschiff

Die schlimme Nachricht des militärischen Rückschlags für die Zylonen, die sich auf Aerilon ereignet hatte, verbreitete sich unter deren ganzen Volk.

So dauerte es nicht lange das auch Sharon Satterfield davon Kenntnis bekam, weswegen sie sagte: “Meine Freunde leben also noch!”
“Schon wieder: Falsch, meine liebe Acht! Denn Du bist eine Maschine, genauso wie ich auch eine bin”, korrigierte Cavil zum wiederholten Male erneut.
“Und soll ich Dir sagen warum?… Nein. Ich tue es aber trotzdem! Also lausche meinen Worten. Weil Maschinen keine Freunde haben, sondern als Kollektiv existieren. Und wenn ich das Wissen, was in Dir vorhanden ist, richtig verstehe: Machen Sie überall dasselbe, nämlich eine Unmenge von Fehlern. Sie experimentieren zum Beispiel an anderen Menschen herum, und was dabei dann herauskommen ist, wissen wir ja. Darum merke Dir noch eine weitere Sache: Menschen sind der große Fehler im Universum, sobald sie glauben sehr fortschrittliche Technologien kontrollieren zu können, und wir Zylonen, die perfekten Maschinen in Gottes Universum sind dazu da diese Fehler zu beseitigen”, belehrte der Einser die Acht aufs Neue.

Als er dann damit fertig war, entließ er Sharon zu ihrem Quartier, und dachte dann im Stillen während er sich erneut die Überwachungsaufzeichnungen ansah: ´Unmöglich eigentlich das dieser Kerl noch am Leben ist, bei den ganzen Kugeln, die er sich eingefangen hat. Also muss doch was an dieser Mutantengeschichte, die diese Sharon uns erzählt, dran sein. Aber da die anderen es ebenfalls sind, wurden wir auf Aerilon ausgetrickst - schöner Mist!´

Auf den Weg zurück auf ihr Quartier, bekroch Captain Satterfield ein ungutes Gefühl, denn sie mochte die Menschen sehr, besonders die mit denen sie so viele gemeinsame Jahre verbracht hatte.
´Ich muss hier irgendwie wieder weg, und muss sie warnen´, dachte Sharon, die ahnte dass die Zerstörung der Kolonien von Kobol nur der Anfang sein würde - und sie wäre schuld daran.

Odyssee
Folge 2.13 Unter Feuer - Kampf ums Überleben, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis

Kaum hatte First Lieutenant Jiao Jin die Zelle in der Brig betreten und Leutnant Jessica Schneider ihr die Handschellen wieder abgenommen, traf auch schon Colonel Long Chou ebenfalls dort ein. Der sehr hoch dekorierte chinesische Offizier war voller Zorn wegen der Tat, die die junge begabte Offizierin begangen hatte und wollte dass sie dafür so schnell wie nur möglich bestraft wurde.
Der Mann hielt deswegen ein vorbereitetes Dokument in der linken Hand, welches er wortlos seiner Untergebenen übergab. Sofort begann Jiao dieses zu lesen und musste feststellen dass es sich bei diesem Papier um eine harte Anklageschrift handelte.
“Unterzeichnen Sie mir hier unten die Kenntnisnahme, First Lieutenant!”
Gefasst kam Jiao der Aufforderung nach.

Als ihr vorgesetzter Offizier die Brig verlassen hatte, sackte die inhaftierte Soldatin dann schließlich doch noch auf der Pritsche zusammen.

“Was ist los? Sag doch was!”, sagte ihre deutsche Kameradin, die vor ihr stand.
“Ich bin des Hochverrats angeklagt, Leutnant. Darauf steht in der Volksrepublik China die Todesstrafe. Sie müssen mir helfen, und auch die anderen Teammitglieder. Gehen Sie bitte so schnell es geht zu Miss Shen, sonst werde ich in einer Stunde nur eine kurze Anhörung bekommen, bevor ich anschließend erschossen werde”, murmelte Jiao, die am ganzen Körper erzitterte.

“Ach, du…”, schluckte Jessica, die sofort aus der Zelle rannte um ihrer Kameradin zu helfen.


Flüchtlingsflotte der Battlestar Mercury
Battlestar Mercury

Die von Admiral Steven Baker geführte Flotte befand sich schon bereits seit einigen Tagen jenseits der Waffenstillstandslinie. Denn nach der Meinung des hoch dekorierten Kolonialen Offiziers hielten sich die meisten Zylonen allen Anschein noch immer im Cyrannus Star System auf. Es befanden sich noch 11 zivile Schiffe, die er und seine Battlestar Group angetroffen hatten, nachdem man alle Schäden an der eigenen Flotte so gut es möglich war ausgebessert hatte.

Für den Moment hatte sich Steven Baker in sein Quartier zurückgezogen, womit sein XO Colonel Hopkins die Wache innehatte, um an der weiteren Taktik für den angelaufenen Guerilla-Krieg gegen die Feinde zu arbeiten. Und da ihm die nörgelnden Zivilisten schon bereits nach wenigen Tagen damit auf die Nerven in der Form gegangen waren, indem jene nach einer zivilen Regierung verlangten, hatte er kurzerhand das Kriegsrecht verhängt.

“Wie konnte ich mir nur diese Nervensägen von Zivilisten ans Bein binden?”, brummte der Admiral verdrossen, der danach schließlich die Berichte über den aktuellen Zustand der zivilen Schiffe einforderte. Denn er hatte nämlich vor die Flotte zu verkleinern, um die Flotte besser schützen zu können. Aber auch der Zustand seines eignen Kampfsternes, sowie noch der von beiden der Valkyrie-Klasse, der Ajax und der Iuno, bereitete ihm immer wieder aufs Neue Kopfzerbrechen. Steven Baker wusste, er würde auch da schon sehr bald eine Entscheidung treffen müssen. Doch er war erleichtert dass zumindest die Titania und die Lyxis immer noch in einen guten Zustand waren.


Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Orbit von Thanatos
Battlestar Nyx

Alle Befehlshaber, der nur noch 3 Kampfsterne, von zuvor noch 5 Kampfsternen, sowie auch der noch verbliebenen 7 zivilen Schiffe, hatten sich in der Offiziersmesse der Nyx zu einer verabredeten Lagebesprechung getroffen.
Die Lage war alles andere als gut, da man erst vor 9 Stunden einen Kampfstern der Berzerk-Klasse, die Demeter verloren, hatte. Schuld daran war ein zylonischer Agent, der sich unter ihnen befunden und eine Bombe, die nicht entschärft werden konnte, aktiviert und zur Explosion gebracht hatte. Nur durch Zufall war man auf diese gestoßen, womit man noch etwas Zeit hatte die Demeter noch größtenteils zu evakuieren, sowie wichtige Ausrüstung und Vorräte umzuverteilen bevor dies geschah.

“…ich fasse es noch einmal zusammen, da für mich der Fall klar auf der Hand liegt: Entweder wir suchen in den Kolonien weiter nach weiteren Überlebenden und riskieren dabei von den Zylonen ordentlich Prügel zu beziehen, oder wir suchen uns eine neue Heimat solange wir es noch können”, sagte Commander Jill Heridan offen heraus, die die Trojan einen der drei Kampfsterne der Valkyrie-Klasse kommandierte.
Auch die ehemalige Befehlshaberin der Demeter, Commander Lauren Perry stimmte mit den Worten: “Klingt sehr plausibel und auch vernünftig. Denn was hält uns noch hier? Denn hier gibt es nur noch eines: Atomar verseuchte Welten, die einst unsere Heimat waren, und wofür es sich nicht zu kämpfen lohnt. “ - zu.
Daraufhin gab Commander Valerie Lipari ihren Widerstand auf, die bis zuletzt darauf bestanden hatte nach weiteren Flüchtlingsflotten zu suchen.
Jetzt sahen alle zu Commander Samuel O’Hara hinüber, dessen Entscheidung dieselbe, wie die von Commander Jill Heridan war, nämlich nach einer neuen Bleibe zu suchen. Auch die zivilen Schiffskapitäne waren dafür, die Kolonien hinter sich zu lassen.
“Damit wäre es endgültig geklärt. Wir gehen vor wie wir es zu Beginn besprochen haben, nämlich zuerst alle Schiffe noch einmal zu überprüfen bevor unser Volk abermals zu den Sternen aufbricht, um eine neue bewohnbare Heimatwelt zu suchen und mit den Segen der Götter auch zu finden. Aber Commander Lipari hat auch Recht, denn wir brauchen Hilfe und mit etwas Glück treffen wir vielleicht doch noch ein paar Freunde da draußen…”
“Das hoffen wir alle!”, murmelte Valerie Lipari daher leise.
Kurz darauf stimmten auch alle anderen am Tisch ein, und riefen dann laut gemeinsam: “Das hoffen wir alle!” - um sich zu motivieren.



Milchstraße
Wraithflotte
Flaggschiff

Wie seit Anbeginn ihrer Reise in die Galaxie mit den neuen reichen Weidegründen, hielt sich die oberste Königin ausschließlich an Bord ihres Schiffes auf.
Vor wenigen Stunden erst hatte sie ein Verhör im wahrsten Sinne des Wortes genussvoll ausgekostet. Danach hatte sie schließlich mit den großen in ihr erweckten Erwartungen in ihren dunklen Herzen angeordnet, dass sich die gesamte Flotte unverzüglich um ihr Hive versammeln sollte.

“Meine Königin. Die gesamte Flotte ist jetzt vollzählig und erwartet Euren Befehl.”
“Sehr gut, Commander. Gebt nun jetzt die Zielkoordinaten an alle anderen Schiffe weiter, damit wir in den Hyperraum springen können!”
“Wie Ihr befiehlt.”


Erde
USA - Los Angeles

Zu seiner großen Überraschung bekam MacGyver Besuch von Professor Charles Xavier.
Mit großem Respekt hatte Angus seit dem Bekanntwerden der Existenz von Mutanten stets von jenen gesprochen. Was aber auch in der Natur des aufgeschlossenen Mannes handelte, der lange Zeit freier Mitarbeiter der Phoenix Foundation gewesen war.

“Sie sind ein intelligenter Mann, Mister MacGyver. Laut ihrer Akte, haben Sie studiert.”
“Das ist wahr, Professor Xavier. Wollen Sie einen Kaffee?”
“Sehr gerne.”
“Was gibt es denn? Wollen Sie mich für den Campus in Westchester arrangieren?”
“Nein. Es geht um diese ID-Karte, die First Lieutenant Jin entwendet hatte.”
“Also… na ja, ist schon enttäuschend… aber vermutlich hat die junge Frau es vielleicht nur wegen der ganzen Aufregung vergessen…”
“Keineswegs. Sie war neugierig und hat diese Karte behalten. Aber ich kann Sie und die Phoenix Foundation beruhigen, Mister MacGyver - es wurden bis auf die eine Karte, die ersetzt wurde, keine weiteren Kopieversuche getätigt.”
“Ist beruhigend. Die Hauptsache ist, dass es dieser jungen Frau nicht auf die Füße fällt”, seufzte Mac, der genauso wie Charles wusste, dass solche Aktionen in manchen Ländern hart bestraft werden.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Delta System
Umlaufbahn des Planeten Styx

Die kleine Battlestar Group von drei Kampfsternen, die von Admiral Alexander Korfu war gerade erst von wenigen Minuten in das System gesprungen, in der Hoffnung so nahe an den unbedeutenden Planeten auf keine Zylonen zu treffen. Aber weit gefehlt, denn ihre Feinde hatten sich auf die Fahnen geschrieben die Menschheit zu vernichten.

Battlestar Hyperion - CIC

Auf den DRADIS-Monitoren war es nicht nur für Admiral Korfu zu übersehen, dass sie rein zufällig gerade noch rechtzeitig eingetroffen waren. Man hatte drei Signale auf dem Monitor.
“Ein einzelnes Basisschiff dieser verfluchten Zylonen, das einen Botanischen Kreuzer und ein Thyliumraffinerieschiff verfolgt”, bemerkte der XO.
“Sehr interessant. Wenn wir diese beiden Schiffe retten könnten… Dann werden wir mal die Kavallerie geben. Die Hälfte der Vipergeschwader sofort starten!”, erklärte der Admiral schon bereits überlegend.

Etwa eine halbe Stunde später, nachdem es gelungen war das Basisschiff der Zylonen zu zerstören, hatte man schon bereits Gewissheit, was die Probleme dieser beiden Schiffe waren: Die FTL-Antriebe waren bei beiden Schiffen defekt. Doch könnte man den des Botanischen Kreuzers in einigen Minuten reparieren. Anders sah es leider beim Raffinerieschiff aus, dessen FTL ausgewechselt werden müsste.
Diese negative Meldung ließ den Admiral daher für einen kurzen Moment wütend fluchen.

Einer seiner erfahrenden Schiffs-Ingenieure meldete dann aber beruhigend: “Admiral. Sir. Die Koios verfügt als ein Kampfstern der Berzerk-Klasse über eine Anlegevorrichtung, die das Andocken eines Raffinerieschiffes ermöglicht.”
“Was? Damit rücken Sie erst jetzt raus? Dann aber ab, ran die Arbeit, sonst lasse ich Sie erschießen!”, polterte Admiral Korfu empört.
“Admiral. Wir müssen uns beeilen damit wir hier so schnell wie es uns nur möglich ist von hier wegkommen”, meinte der XO der Hyperion, der wachsam das DRADIS im Auge behielt, während er nebenbei die eigenen Vipergeschwader koordinierte.
“Sie haben Recht, Colonel. Mir müssen jederzeit damit rechnen das weitere Zylonen hier aufkreuzen… Die Leonis soll das Raffinerieschiff decken!”


Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis

Mittlerweile in ihrer Paradeuniform gekleidet, stand First Lieutenant Jin vor Colonel Chou, der damit begann ihr einige kurze Fragen zu stellen.
Da Jiao immer ehrlich war, konnte sie nicht anders und alle Fragen wahrheitsgemäß mit ja oder nein zu beantworten.

Gerade eben als der ranghöchste militärische Offizier der Andromeda-Expedition das Urteil noch richtig offiziell bekanntgeben wollte, stürmte deren Leiterin in Begleitung von vielen anderen Teilnehmern in den Raum.

Beide debattierten sofort heftig miteinander.
“So ist nun einmal unser Gesetz, Xiaoyi. Somit ist First Lieutenant Jin Jiao nach allen hier aufgeführten Beweisen schuldig. Ich habe das Recht und auch die Pflicht das Urteil zu sprechen, und das ist nun einmal in diesen Fall der Tod durch Erschießen!”
“Ich bin hier Diejenige, die das Sagen hat! Ich habe die Verantwortung - und nicht Sie, Genosse Colonel! First Lieutenant Jin wird eine Anhörung mit einer Verhandlung, sowie mit allen verfügbaren Zeugen und deren Aussagen bekommen, wobei ich das Urteil sprechen werde!”, widersprach Miss Shen, die den Mann dadurch erinnerte, wer eigentlich das Kommando über die Expedition innehatte.
“Und dafür habe ich schon etwas vorbereitet Dieses Tribunal wird nur einige Tage dauern, da kann ich Sie beruhigen Colonel Chou - aber es muss auch noch Raum für eine echte Chance geben für eine Angeklagte geben. Haben Sie also daher keine Angst First Lieutenant Jin, ich werde als Vorsitzende alles neutral betrachten”, fügte sie kurz darauf hinzu.



Milchstraße
Mars
Stargate Command Base

Mit so weit ausgreifenden und schnellen Schritten wie es ihm nur möglich war, rannte der Teamleiter von SG-32 von der Rampe des Sternentores zu einer der Treppen.

“Ich muss einen der kommandierenden Generals dieser Basis sprechen! Sofort! Sergeant!”, rief der österreichische Major, bevor er die oberste Stufe erklommen hatte und in den Raum mit der Kommandozentrale gestürmt war.
“Bitte! Es muss schnell gehen. Es geht um Leben und Tod! Die Wraith…”, hustete der Mann, der vollkommen außer Atem war.
“Dann hier entlang, Major!”, forderte Harriman dazu auf, ihm zu folgen.

Durch die ganze aufgekommene Hektik in der Ebene unter ihnen, schauten sich daher alle anwesenden fünf Generäle der Stargate Command Base an, die sich zu ihrer einmal in der Woche stattfindenden Besprechung zusammengefunden hatten.

Als der Major aus Österreich dann von Wraith berichtete, die allen Hinweisen nach durch die Tiefraumüberwachung ihre gesamte Flotte in Richtung des Standortes der Gamma-Basis in Bewegung gesetzt hatten, wurde allen anderen Anwesenden sehr mulmig.

Odyssee
Folge 2.14 Unter Feuer - Kampf ums Überleben, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Planet Ragnar
Battlestar Heracles

Erst nachdem die über zwei Dutzend ausgesandten Aufklärungsraptor es bestätigt hatten, dass es rund um den großen Gasgiganten keinerlei Zylonenaktivitäten gab, hatte Admiral Diana McBride ihre Flotte dorthin befohlen.

Aber über einige Fundstücke war sie dann doch sehr verwundert, die ihr einige Piloten der Raptor präsentierten. Doch als sie sich einige aus dem All gefischte Wrackteile genauer ansah, war sie nicht mehr überrascht.
“Commander Adama ist also mit der Galactica an der Anlegestation Ragnar vor Anker gegangen, hat aufmunitioniert… und die doofen Zylonen haben dann wohl aus Frust dann die Station gesprengt, weil ihnen der alte Mann in ihre Blechärsche getreten hat”, fasste Admiral McBride kurz zusammen, nachdem ihr alle Aufklärer ihre Berichte vorgelegt hatten.
“So. Und jetzt wird weiter nach der verfluchten Argo gesucht! Die muss so schnell wie möglich vernichtet werden!”, erklärte Diana entschlossen zum Ende des Briefings.



Milchstraße
Mars
Stargate Command Base - Konferenzsaal

Da alles sehr schnell gehen musste, konnten einige der vielen wichtigen Personen nur über eine Videoschaltung an der Besprechung teilnehmen. Dies betraf unter anderem General O’Neill, den UN-Generalsekretär, den neu gewählten EU-Ratspräsidenten, sowie noch die Staatsoberhäupter der anderen 12 wichtigsten Nationen der Erde.

“…auf diesen Planeten gibt es außer unseren eigenen Leuten über 2 Millionen Menschen. Alle sind dort in großer Gefahr. Aber wie sollen wir die alle vor den Wraith beschützen? Unser Stützpunkt dort ist nicht groß genug um Bewohner der Stadt, die sich in der Nachbarschaft befindet Unterschlupf zu gewähren”, sagte der österreichische Major zum Ende seines Berichts.

Es war nach wie vor sehr still. Wertvolle Minuten verstrichen ungenutzt. Alle grübelten fieberhaft nach einer Lösung, da alle wussten aus den Berichten und Angriffen der Wraith auf die Erde was für ein harter Schlag den Bewohnern von P72-A-401, wo sich der Gamma-Standort befand, in wenigen Stunden bevorstand.

Es war schließlich General Jack O’Neill, der das Schweigen beendete und mit einer klaren Anordnung reagierte: “Major! Unsere dort stationierte Flotte soll so viele Leute an Bord nehmen wie möglich, und sich dann sofort aus dem Orbit von P72-A401 zurückziehen! Am besten die springen in den Hyperraum! Äh, und alle anderen sollen sich in die Bunker, die dort vorhanden sind in Sicherheit bringen! Unser Stützpunkt auf diesen Planeten soll ebenfalls Personen aufnehmen und evakuiert dafür auch einige dieser Menschen durch das Stargate an einen sicheren Ort, somit bleibt der Durchgang offen und es entsteht noch mehr Platz! Und jetzt los!”

Da keiner etwas zu erwidern oder einen besseren Vorschlag hatte, nickten die anderen nur zustimmend, worauf der Österreicher sofort aufsprang um wieder zu seiner Einheit zurückzukehren.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis

Mit langsamen Schritten ging First Lieutenant Jin in ihrer Zelle fast ohne jede Pause auf und ab. Ab und wann blieb die junge Frau stehen, um sich zu dem Mann umzudrehen, der zu ihrer Verteidigung bestellt worden war um Fragen zu beantworten und die Taktik für den in wenigen Stunden beginnenden Prozess zu besprechen.
Das Leonard Kilmister nicht zu ihrem Team gehörte, störte sie nicht - denn dieser war der einzige Anwalt, der auf Militärrecht sein Fachgebiet hatte.

Schließlich war es dann soweit und vier Soldaten betraten die Brig, welche die beiden zum bereitgestellten Raum eskortieren sollten.
Jiao rückte noch einmal ihre Kleidung zurecht, und korrigierte kurz ihre Frisur vor dem kleinen Spiegel, denn sie wollte anständig aussehen. Als sie fertig war wurden ihr einmal mehr wie so oft in den letzten Stunden Handschellen angelegt, bevor sie die Zelle in Begleitung verließ.



Milchstraße
Hyperraum
Wraith-Flotte - Flaggschiff

Die oberste Königin der Wraith schaute aus einem Fenster ihres Quartiers hinaus und sah in das Blau des Hyperraums. Sie konnte es kaum noch erwarten, denn in nur wenigen Stunden würden sich die vielen noch leeren Kammern, sowie Zellen mit neuen Menschen füllen. Erwartungsvoll fauchte die weibliche Wraith immer wieder.


P72-A401

Sofort und ohne Umwege, war der Major nach seiner Ankunft zu dem Kommandeur des Stützpunktes geeilt, der umgehend die von O’Neill erteilten Befehle umsetzte.

Seitdem war bereits eine gute Stunde vergangen, und durch das aktivierte Sternentor wurden nach wie vor unzählige Zivilisten der Umgebung auf einen anderen Planeten evakuiert.

Dann wurde wie schon lange befürchtet der Annäherungsalarm ausgelöst, denn die Flotte der Wraith hatte den Hyperraum verlassen. In einer noch offenen Gefechtsformation kamen sie dem Orbit des Planeten immer näher.
Als die Angreifer dann aber die eine BC-306 und die drei BC-304er bemerkten, gingen sie zum Angriff auf die Erdschiffe über.

Doch die kleine Flotte zog sich in den Hyperraum zurück, als sie in die Waffenreichweite der Wraith gekommen waren. Nur kurz waren die Angreifer davon irritiert. Denn die bereits gestarteten Darts und Kreuzer steuerten dann wie große Insektenschwärme auf den Planeten zu, da sie nun keinen Widerstand mehr zu befürchten hatten.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis

Der Gerichtssaal entpuppte sich als die eigentliche Offiziersmesse, der bis auf den letzten Platz wegen des großen Interesses gefüllt war, wobei sogar noch viele standen.

Erst als Kilmister und seine Mandantin ihre Plätze erreicht hatten, wurden Jin wieder die Handschellen abgenommen. Alle erhoben sich als das Tribunal bestehend aus Miss Xiaoyi Shen, Major Ivan Karpov, Major Steve Morris, Captain Jiang Mai und Captain Rebecca Pearson hereinkam.
Es war bedrückend still als die Anklageschrift von Miss Shen verlesen wurde. Kurz darauf hatte Colonel Chou das Wort, der abermals die Höchststrafe für die begangene Tat von First Lieutenant Jin verlangte, worauf Kilmister hingegen für einen Freispruch plädierte.
Danach wurde es allen, die einen Sitzplatz hatten, gestattet sich wieder zu setzen.

Es folgte die Beweislage, die Colonel Chou aufführte, um seine Forderung der Todesstrafe für First Lieutenant Jin zu bekräftigen und zu belegen. Diese waren natürlich erdrückend, da ja alle aufgerufenen Zeugen unter Eid wahrheitsgemäß zu antworteten hatten.
Dabei versuchten aber alle, die an den entscheidenden Missionen an denen auch die Angeklagte beteiligt war, diese zu entlasten.

Schließlich wurde auch noch Jiao selbst als Zeugin befragt.
Danach legte Miss Shen eine Pause fest, weil die Verhandlung schon seit knapp vier Stunden lief.


Helios Alpha System
Persephone
Battlestar Centauria - CIC

Anfangs noch mit großer Nervosität hatte Admiral Thasos den Überlichtsprung zu dem äußeren Zwergplaneten angeordnet. Die Absicht des Kommandoführenden Offiziers der Centauria war es möglichst stets in Bewegung zu bleiben, um den Zylonen die Suche nach seiner Flotte zu erschweren. Auch trennten oder teilten sie sich kurz für einige Sprünge auf.
Aber das Schlimmste passierte bei einer routinemäßigen Aufklärungsmission, wo die Battlestar Caprica vollkommen unerwartet schwer von einem anderen Kampfstern attackiert wurde. Durch jenen Angriff war die Mannschaft der Caprica sehr stark dezimiert worden, da es dabei zu einem Hüllenbruch und damit zu einer großen Dekompression an Bord gekommen war.
Anhand der gemachten Beobachtungen von einigen der Raptor- und Viperpiloten von der Caprica stellte sich heraus dass die Argo für die Attacke verantwortlich gewesen ist.

“Sir. Gute Nachrichten von den Technikern: Das Leck und die Risse von der Battlestar Caprica sind abgedichtet worden. Auch wurden andere Schäden erfolgreich behoben.”
“Danke, Lieutenant. Wie steht es um Commander Williams?”
“Kann ich nicht genau sagen, Admiral. Der Arzt hat ihn ins Koma versetzt, und wollte noch keine wirkliche Prognose zu diesem Zeitpunkt abgeben…”
“Hm. Damit kann ich nicht leben… Ich muss daher eine Entscheidung treffen. Hm… ich werde deswegen Commander Sara York das Kommando über die Caprica geben, sowie einen Großteil der Besatzung ihres bisherigen Kommandos von der Tauron dorthin versetzen!”, entschied Thasos deswegen, weil er sich bereits schon vorsichtshalber etwas überlegt hatte.
“Ich besorge Ihnen die notwendigen Dokumente.”
“Sehr gut, Lieutenant. Und das Kommando über die Tauron erhält Major Paulus Livorno! Bringen Sie ihn bitte zu mir ins CIC!”, fügte der Admiral dann mit nachdenklicher Miene hinzu.



Milchstraße
P72-A401

Dadurch das noch vor kurzem eine Flotte der Erde sich Orbit des Planeten aufgehalten hatte, gingen die Wraith zunächst noch eine Zeitlang vorsichtig bei ihren Angriff vor, um in keinen Hinterhalt zu geraten. Als sie aber merkten dass der Planet und die dortigen Menschen ohne großen Schutz waren, begannen sie mit dem Ausdünnen der dortigen Bevölkerung.

Unter den Menschen, die es nicht geschafft hatten sich in Sicherheit zu bringen, und trotz der Warnungen der Verbündeten von der Erde, durch die Tricks der Wraith auf die offene Straße hinaus liefen, wurden schnell von den lauernden Darts aufgesammelt.

Viele wurden durch die Schatten getäuscht, welche die Wraith produzieren konnten, was einer großen Anzahl von Personen vorgaukelte, dass die gefährlichen Angreifer überall zu sein schienen. Deswegen schrien viele entsetzt vor Panik auf, was an Boden befindliche Drohnen darauf aufmerksam machte, dass sich in vielen Häusern nach wie vor ihre Beute aufhielt.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis

Die Verhandlung wurde so fortgesetzt wie sie auch vor etwa 5 Stunden begonnen hatte.
Es wurden weitere Zeugen in den Zeugenstand bestellt und sowohl von Miss Shen, Colonel Chou und Kilmister ausführlich befragt.

“… als nächstes bitte ich Mister Jonathan Martin in den Zeugenstand”, hörte ich Kilmister, dann schließlich sagen.
Daraufhin seufzte ich kurz auf, erhob mich und trat mit langsamen Schritten nach vorne, wo mir dann der Eid von Miss Shen abgenommen wurde. Erst dann setzte ich mich auf den bereitstehenden Stuhl.
Wie auch alle anderen auch, wurden mir unzählige Fragen, sowohl von Miss Shen, Colonel Chou und Kilmister gestellt.

Wie auch bei den anderen Zeugen sah Jiao auch mich mit voller Konzentration an.

“Möchten Sie noch etwas sagen, Mister Martin?”
“Das will ich sehr gerne und etwas hinzufügen, Colonel Chou. Ich erinnere mich auch, dass Sie ebenfalls einmal vor Ort auf der Geheimbasis in Tibet waren…”
“Das steht hier nicht zu Verhandlung!”, unterbrach der Chinese abwinkend.
“Aha. Sie müssten auch angeklagt werden, wegen Freiheitsberaubung… ach, was sage ich, natürlich wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Denn immerhin sind sie ja auch Mitwisser bei dem was über drei Dutzend Menschen angetan wurde.”
“Bitte, zurück zum Thema der Verhandlung, Mister Martin!”, ermahnte Miss Shen mich eindringlich, die aber auch wusste - es lag mehr als nur Wahrheit in diesen Worten.

Derweil unterhielten sich Jin und Kilmister einige Male im Flüsterton, und der Anwalt machte sich immer wieder wichtige Notizen, während seine Mandantin ab wann nickte oder etwas verneinte.

“Gut. Letztendlich sind wir da nur unentdeckt geblieben, weil wir diese ID-Karte hatten. Sonst hätten wir uns, in diesen Kubus, schneller als uns lieb gewesen wäre mit einer ganzen Armee von Zylonen herumschlagen müssen.”
“Sie sind als Zeuge entlassen und dürfen zu ihren Platz zurückkehren. Es sei denn es hat noch irgendjemand Fragen an diesen Zeugen…”, erklärte Miss Shen.

Darauf wurde Sergeant Carl Grogan in den Zeugenstand gerufen, der aussagte dass die Zylonen auch einige Male auf den Dach gewesen waren. Daraufhin machte sich Leonard Kilmister wieder einige Vermerke. Der Militäranwalt arbeitete bereits an seinem Plädoyer.

Als sich kurz nach der Befragung des letzten Zeugen die Vorsitzende des Militärtribunals erhoben hatte, standen wir uns ebenfalls von unseren Stühlen auf.

“Wir, die 5 Mitglieder des Tribunals werden uns jetzt zurückziehen und über das Urteil dieser Verhandlung beraten. Sowohl die Klägerseite und der Verteidiger dürfen sich zu einer abschließenden Beratung für ihre Plädoyers zurückziehen. Das Urteil für dieses Verfahren wird in etwa 18 Stunden verkündet”, erklärte Miss Shen, die dann alle darum bat den Raum zu räumen.



Milchstraße
P72-A401

Nach etwa 12 langen quälenden Stunden, in denen auch die Wraith versuchten in die gesicherten Schutzbunker und den Gamma-Stützpunkt einzudringen, wurden die Angriffe seltener.

Im Stützpunkt der Erde, wurde schließlich gemeldet: “Sir. Die Flotte der Wraith ist von unseren Monitoren verschwunden.”
“Na endlich. Ich will sofort einen Bericht! Und Sie, Sergeant wählen sofort die Stargate Command Base an! Wir brauchen unbedingt mehr Personal und schnellere Unterstützung in solchen Gefahrenlagen!”, schimpfte der Kommandeur etwas gestresst.

Es dauerte nicht lange als er eine erste Bilanz in den Händen hielt. Daraus war zu entnehmen, dass es den Wraith leider gelungen war in einige Schutzbunker einzudringen.
Nach einer ersten Schätzung lag die vorläufige Zahl der vermissten Personen bei etwa 53.000, die sich vermutlich in den Fängen der Wraith befanden.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Battlestar Iuno - CIC

“DRADIS-Kontakt!”, rief der Taktikoffizier warnend, worauf Commander Amanda Carter der Kommunikationsoffizierin ein Zeichen gab sofort eine abhörsichere Funkverbindung zu dem Neuankömmling herzustellen.
“Sir. Die übermittelten Codes und Kennungen stimmen mit unseren Datensätzen überein, es ist die Hephaistos.”
“Aha. Zumindest mal keine verfluchten Zylonen”, seufzte die Befehlshaberin der Iuno, die aber auch sofort instinktiv spürte dass es unweigerlich zu Schwierigkeiten mit Commander Arthur Tigris geben würde. Um genau diesen Unannehmlichkeiten und entgehen, musste sie eine Entscheidung treffen.

Nicht einmal eine Minute war verstrichen als sie befahl: “FTL aufladen, und auf mein Befehl zu den Notfallkoordinaten springen!”
“Amanda?”, fragte ihr XO zunächst erst ein wenig irritiert.
“Kann ich sofort erklären. Commander Tigris ist zu waghalsig, verrückt… er riskiert zu viel. Deshalb würde es mich nicht wundern, wenn seine gesamte Crew schon deswegen massiv auf ein Minimum reduziert worden ist.”
“Jetzt erinnere ich mich auch wieder an dieses Manöver und an diesen Idioten, der beinahe seine ganze Mannschaft geopfert hat, nur um einen vollkommen unbedeutenden Stützpunkt zu bestürmen. Sorry, Sir.”
“Der FTL ist bereit, Commander”, meldete jemand aus dem Hintergrund.
“Ist schon gut. Bin da ganz bei Ihnen. Gut, dann Sprung!”


Battlestar Hephaistos - CIC

“He! Was ist denn jetzt passiert? Die Iuno ist weg! Sie ist ohne Rückmeldung einfach ohne uns gesprungen.”
“Ach! Das sehe ich selber, was Sie nicht sagen! Verfluchter Mist!”, schimpfte Commander Tigris ungehalten.


Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis

Ungefähr eine Stunde vor der Urteilsverkündigung machten sich First Lieutenant Jin und Mister Kilmister gemeinsam auf den Weg. Die ganze Zeit über strahlte sie Zuversicht, sowohl auch Stärke aus, denn Jiao wollte niemanden keinerlei Schwäche zeigen.

Der Raum füllte sich immer mehr. Dieses Mal schienen sogar noch mehr Personen anwesend zu sein als bisher.
Als letzte betraten die Mitglieder des Tribunals: Miss Xiaoyi Shen, Major Ivan Karpov, Major Steve Morris, Captain Jiang Mai und Captain Rebecca Pearson den Raum.

Zuerst hatte Miss Shen der Verteidigung das Plädoyer halten lassen, worin Kilmister darauf hinwies, das wegen dieser Tat niemand zu schaden gekommen ist, sondern viele Leben gerettet werden und ein militärischer Stützpunkt des Feindes zerstört werden konnte. Am Schluss bat er noch einmal darum seine Mandantin höchstens für einen Monat zu inhaftieren.

Nach einigen Minuten erhielt Colonel Chou die Gelegenheit für sein Plädoyer, der die Strafe verlangte wie sie dafür im Militärgesetz vorgeschrieben war. Er dankte zum Ende seiner Ansprache allen Zeugen und dem Verteidiger der Angeklagten für ihre jeweiligen Argumente.

“Da wir nun die Plädoyers gehört haben, werden wir fünf Mitglieder des Tribunals uns noch einmal zu einer kurzen Beratung zurückziehen, bevor wir dann das Urteil verkünden werden”, erklärte Miss Shen, die sich dann mit allen anderen erhob.

Diese kurze Beratung dauerte lange. Wer eine Uhr bei sich hatte, vergewisserte sich mit Erstaunen immer wieder aufs Neue.

“Wie lange dauert es denn noch?”, murmelte Jill Ludien fragend in Richtung von Jennifer Hailey, die nur mit den Schultern zuckte.

Schließlich kehrte das Tribunal nach rund zwei Stunden intensiver Beratungszeit in die den Raum zurück.
“Bitte bleiben Sie alle stehen!”, forderte Xiaoyi Shen, die so schnell wie möglich das Ergebnis verkünden wollte. Die Vorsitzende des Tribunals sah kurz zu Long Chou, und dann zu Jiao Jin und Leonard Kilmister hinüber.

Dann endlich nach einer kurzen aber präzisen Begründung wurde das Urteil verkündet: “…und darum First Lieutenant Jin befindet sie dieses Tribunal mit 4 zu 1 Stimmen für nicht schuldig! Sie werden sich aber, für die nächsten folgenden sieben Wochen, sobald der ihnen zugeteilte Dienst beendet ist in ihrer Zelle melden!”

Daraufhin sah die Vorsitzende des Tribunals vor allem zu dem Ankläger hinüber, der nur für einen kurzen Augenblick sein Gesicht verzog. Daher fragte Miss Shen: “Wollen Sie das Urteil anfechten?”
“Nein!”, entgegnete Colonel Chou sofort, verlangte dann aber dass diese Tat und auch das Ergebnis der Verhandlung in der Personalakte der Soldatin vermerkt werden sollte.



1 Stunde später
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt
Battlestar Thetis - Brig - Jin´ Zelle

“Besuch für Sie!”, erklärte der wachhabende Corporal von den Kolonialen Marines, als wir, die schon oft mit ihr im Einsatz gewesen sind, in der Brig aufgetaucht waren.
Jiao ließ es sich nicht nehmen uns alle nacheinander kurz zu umarmen. Jeder spürte dabei die pure Erleichterung von First Lieutenant Jin.
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#16
Odyssee
Folge 2.15 Unter Feuer - Das Ende der Argo, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Battlestar Heracles - CIC

Erneut hatte die, von Admiral McBride geführte, kleine Flotte ihren Standort gewechselt. Derzeit hielten sie sich schon seit einigen Stunden genau im Zentrum des Cyrannus Systems auf. Schon wieder schaute Diana McBride mit wachsamen Augen hinauf zum DRADIS-Monitor.

“Unsere Raptor müssten in wenigen Minuten wieder auftauchen”, brummte Colonel Lot Hebridan ihr XO, der einen prüfenden Blick auf die Uhr getätigt hatte, während er nervös mit den Fingern auf die gläserne Platte des Taktiktisches tippte.

Doch wie nicht anders zu erwarten gewesen wäre, dauerte es sprichwörtlich bis zur letzten Sekunde.
“DRADIS-Kontakt, Admiral!… Unsere Raptor sind endlich wieder hier”, meldete der Taktikoffizier erleichtert.
Der XO allerdings ordnete leicht bissig an: “Die sollen sofort ihre Hintern an Bord schaffen! Die haben doch tatsächlich die von Ihnen gesetzte Frist ausgeschöpft, Admiral…”



Pegasus-Galaxie
Atlantis - Konferenzraum

Kaum war John Sheppard von seiner Mission nach Proculis zurückgekehrt, da hatte Richard Woolsey sofort eine Besprechung auf die Tagesordnung gesetzt.

Aber was der Colonel dann zu berichteten hatte, sorgte selbstverständlich nicht nur beim Leiter der Atlantis-Expedition für ein großes Unbehagen.

“Und an dieser Aussage bestehen demnach also keinerlei Zweifel, Sheppard?”
“Das war eine sehr schwierige Frage, die ich Chaya gestellt hatte, Mister Woolsey. Denn so etwas hatte es ja schließlich bislang noch nicht gegeben, doch sie meinte dass es nicht gänzlich auszuschließen sei…”
“Was? Heißt das etwa, wenn diese Adria genug Kraft und Energie durch Leute erhält, die sie anbeten und verehren geht das alles wieder von vorne los?”, japste Rodney McKay, der sich beinahe an dem Energieriegel verschluckt hatte, welchen er gerade vertilgte, wobei er mit angstvollen Blick in die Richtung seines Teamkameraden schaute.

Das fand Ronon Dex ein wenig erheiternd, weswegen er dem Kanadier trocken aufzeigte: “An deiner Stelle würde ich mir keine Sorgen machen, denn wenn du weiter so beim Essen reagierst, erstickst du lange bevor es geschehen wird…”
“Hahaha”, machte Doktor McKay wegen dieser Anspielung etwas beleidigt.

“Was ist mit den Antikern, würden sie nicht dann doch eingreifen, um uns vor dieser neuen Gefahr zu schützen? Oder uns zumindest eine Waffe dazu zeigen?”, fragte Teyla Emmagan hoffnungsvoll an die Adresse von John Sheppard.
Doch jener schüttelte nur den Kopf, und seufzte: “Die werden wohl kaum einen Finger rühren. Außer es gibt genug von den Antikern, die dazu bereit einzuschreiten und Adria in ihre Schranken zu verweisen… Wir können also nur eines tun: Abwarten und hoffen!”



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Battlestar Heracles - Taktikraum

Alle wichtigen Militärs der Kolonialen Flotte, die zu ihrer Battlestar Group gehörten, hatten sich in diesen speziellen Raum eingefunden. Auf dem einen großen Tisch, der sich in der Mitte des Raumes befand, hatte man die taktische Karte des Cyrannus Systems mit den vier Sternensystemen der Welten der Kolonien von Kobol ausgebreitet.
Alle bisherigen Erfahrungen in Bezug auf die Argo und die Zylonen wurden abermals zusammengetragen und ausgewertet. 

“Diese Art und Weise der Aufklärung, die dem Zweck dient die Argo, die sich offensichtlich unter der Kontrolle der Zylonen befindet, aufzuspüren - hat keinen Erfolg. Daher werden wir unsere Vorgehensweise und Taktik ändern, sprich alles was wir auf der Akademie gelernt hatten über Bord werfen und was völlig Anderes machen. Das bedeutet wir müssen den Bastard anlocken indem eins unserer Schiffe zum Koordinaten X springt…”, fasste Admiral McBride zusammen und leitete zum Ende schon eine mögliche Lösung ein.
Diesen Ansatz vollendete Commander Euphrat mit den Worten: “…wo sich schließlich mit etwas Glück dann auch die Argo zeigen wird, die einen weiteren Gegner überraschen will.”
“Sie haben es erfasst, Balthazar. Ganz genauso, stelle ich es mir vor”, nickte Diana mit einem zuckersüßen Lächeln.
“Puh”, machte Commander Jaden Burns.
Worauf Commander Barbara Tiber feststellte: “Wir sollten diesen Schlachtplan so gut wie nur möglich durchgehen, damit das Unternehmen auch gelingt…”



Milchstraße
Erde
Deutschland - Hamburg

Wie so häufig war in den Vormittagsstunden an einem Samstag selten etwas los. Und dadurch dass die Polizeiobermeisterin Jeanne Nicole Schneider unter anderem mit ihren besten Freundin und Kollegin derzeit zum Innendienst eingeteilt war, hatte sie sich zu ihrer Mittagspause in den ruhigen Aufenthaltsraum zurückgezogen.

Aber als ihr Blick auf eine der Tageszeitungen fiel, bekam sie einen heftigen Schreck und zuckte deswegen ziemlich stark zusammen. Nachdem sie sich wieder gefangen hatte, nahm sie die Zeitung auf um sich die Titelseite mit dem entsprechenden Artikel einmal näher anzusehen. Darin ging es um einen erschossenen Obdachlosen, der vor einigen Tagen aufgefunden worden war. Genau in derselben Gegend wo auch sie selbst vor einer guten Woche von einem unbekannten Täter betäubt, aber allen Anschein und Anzeichen nach nicht angetastet worden war. Schließlich fiel ihr Blick auf die abgebildete Fotographie des toten Mannes, weswegen sie leise fassungslos murmelte: “Der sieht ja wirklich fast genauso wie der Typ in meinem Traum vor einigen Tagen aus, den ich aus irgendeinem Grund erschossen habe…”
Von ihren quälenden Gefühlen überwältigt musste sie sich erst einmal setzen, und begann noch einmal über diesen einen Traum nachzudenken.

Genau zu diesem Zeitpunkt betrat auch die Polizeiobermeisterin Jasmin Nadine Ataya den Aufenthaltsraum, um sich ihren mitgebrachten Gemüseauflauf in der Mikrowelle aufzuwärmen. Als sie sich kurz zu ihrer Kollegin und besten Freundin umwandte, merkte sie sofort deren nachdenkliches Gesicht.
Sie kannten sich schon seit ihrer jüngsten Kindheit, weswegen sie schon eher wie zwei Schwestern waren.

Als Jeanne merkte, dass nur sie es war und keiner sich sonst noch in der Nähe aufhielt,  begann sie Jasmin von ihren Traum zu erzählen, und am Ende deutete sie auf den Zeitungsartikel mit dem Bild.
“…ist bestimmt nur ein blöder Zufall. Ich würde mir da keine Sorgen machen… Vielleicht war der Mann ja in der Nähe kurz bevor Du getroffen wurdest…”, erklärte Jasmin entspannt und beruhigte ihre Kollegin deswegen.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Alpha System
Erebos Asteroid Belt
Battlestar Heracles - CIC

Um nicht zu riskieren einen der beiden Kampfsterne der Valkyrie-Klasse oder gar den einzigen der Berzerk-Klasse der Flotte, wohlmöglich in einem Gefecht gegen die Argo zu verlieren, hatte sich Diana McBride sehr schnell dazu entschieden, mit ihren eigenen Kommando den nötigen Lockvogel zu spielen.

Die Kommandantin konnte die Anspannung um sich herum im Gefechtsstand regelrecht spüren. Aber nicht nur im Combat Information Center war diese Atmosphäre vorhanden, sondern auch zum Beispiel in den Hangars und den Landedecks, wo sich alle Piloten und die meisten Mechaniker eingefunden hatten.
Alle befanden sich somit einsatzbereit auf ihren Posten.

Es gab aber noch ein wichtiges Kriterium, nämlich die Verwendung des Funkverkehrs war nur mit neuen ausgedachten Code-Wörtern gestattet, da man nicht genau einschätzen konnte in wie weit die Argo die Kommunikation abhören konnte, sobald sie eingetroffen war. Deshalb hatte man bis auf Weiters absolute Funkstille vereinbart und einen klaren Zeitplan besprochen, den es galt bis auf die Sekunde genau einzuhalten.

Dies galt insbesondere für die zwei vorausgeschickten Raptor, die wie erhofft nicht auf dem DRADIS zu sehen waren und eine der wichtigsten Aufgaben bei der Ausführung des Schlachtplanes gegen die Argo hatten.

Kolonialer Raptor BHM-121

Schon kurz nach der gemeinsamen Ankunft im Asteroidengürtel im Helios Alpha System, hatte sich die kleine Besatzung an Bord nach einen guten Standort umgesehen. Diesen fanden die drei Besatzungsmitglieder dann in Form eines Kraters in einem kleinen Asteroiden, welcher in etwa die Größe eines einfachen Einfamilienhauses besaß. Genau darin verschwand der Raptor und landete dort. Schon beim Runtergehen schalteten die Pilotin und auch der Co-Pilot die ersten Systeme ab, oder fuhren welche auf ein Minimum herunter um so wenig Energie wie nur irgendwie möglich auszusenden.

Um die Stille an Bord zu brechen, eröffnete der ECO eine kleine Unterhaltung: “Ich frage mich, weshalb wir nicht einfach mit genug Personal die Argo kapern, und wieder unter Kontrolle bringen?”
Der Co-Pilot schüttelte daraufhin nur wortlos den Kopf, während die Raptorpilotin in die Richtung des ECO zu schimpfen begann: “Oh, ihr Götter! Das ist jetzt nicht wirklich Dein Ernst, oder? Sag mal, hast Du etwa die Berichte von Lieutenant Kolchis und den anderen Überlebenden der Argo nicht gelesen? Nein. Dann helfe ich mal: Dieses Schlachtschiff ist ein zu einem verfluchten Geisterschiff geworden! Dafür haben die verfluchten Toaster mit ihrem Virus ja bestimmt vorgesorgt, du bist vielleicht ein Idiot! Und bestimmt wurden genug böse Überraschungen hinterlassen, die uns mit leider nur mit allzu hoher Wahrscheinlichkeit sofort töten würden… oder ganz langsam und qualvoll…!”

Kolonialer Raptor BHM-027

Aber auch im anderen Raptor, der zwischen zwei Felsen auf einen anderen Asteroiden gelandet war, unterhielt man sich über die seit ungefähr eine Stunde laufende Mission.
“…so wir sind seit einer knappen Stunde hier - und warten”, seufzte der Raptorpilot, der sich beinahe den Hals verrenkt hatte, als er sich zu schnell in eine andere Richtung umgewandt hatte. Denn er hatte geglaubt etwas im Augenwinkel gesehen zu haben, was aber von seiner Co-Pilotin gemeldet worden wäre.
Diese stöhnte: “Das geht ja noch. Doof für uns selber und die anderen im zweiten Raptor, dass dieser Einsatz ganz schnell zu einem Himmelfahrtskommando werden könnte, wenn wir nur einen einzigen Fehler machen…”
“…, falls wir einen machen sollten. Werden wir aber die nicht Leute”, mischte sich ein andere Kameradin ein, die als ECO fungierte.
“Wenn Du das sagst… also wir machen keine Fehler! Dennoch sind wir wohl aber alle sechs sehr blöd oder doch zu stark besoffen gewesen als wir uns hierfür, für diesen Einsatz hier, freiwillig gemeldet hatten”, seufzte die Co-Pilotin direkt im Anschluss.

Battlestar Heracles - CIC

Obwohl man genau auf diesen Moment gelauert hatte, geschah es dennoch vollkommen unerwartet, denn als das DRADIS das ersehnte Auftauchen der Argo anzeigte, zuckten nicht gerade wenige zusammen.

“Verfluchter Bastard!”, fluchte Admiral Diana McBride wütend.
Worauf direkt im Anschluss ihr XO, Colonel Lot Hebridan hinzufügte: “Ihr Götter! Das hätte auch verdammt schiefgehen können, denn der Dreckskerl wäre beinahe in uns reingesprungen! War das knapp… Wo bleiben denn nur unsere beiden Raptor?”

Die beiden richteten aufmerksam ihre Blicke auf die große DRADIS-Konsole, wo sie erkennen konnten wie sich die Argo in der Zwischenzeit ein wenig von ihnen entfernte.

“Egal was die beiden Crews an Bord der Raptor mit den Raketen tun… Hauptsache ist, dass sie verdammt gut zielen”, seufzte die Kommandantin des Kampfsterns als der Schusswechsel mit der Argo begann.

Battlestar Argo

Der hochintelligente und -entwickelte Computervirus der Zylonen war extrem lernfähig, der es schon nach wenigen Stunden gelernt, nachdem er die Bordsysteme des Kolonialen Schlachtschiffes infiziert hatte, diese auch zu kontrollieren. Doch er lernte auch schnell aus Fehlern, die er in zurückliegenden Gefechten begangen hatte. Deswegen hatte er sofort nach seiner Ankunft registriert, mit was für einen Gegner er es nun zu tun hatte.

Schon bereits nach wenigen Sekunden nach der Ankunft im Asteroidengürtel hatte der Virus damit begonnen die entsprechenden Kommando-Codes an die Bordsysteme, wie Antrieb, Manövrierdüsen und Bordwaffen zu schicken.

Deswegen begann sich die Argo auch sofort leicht zu drehen und eine Kurve weg von der Heracles zu ziehen. Und während sie dieses Manöver durchführte, feuerten die stets feuerbereiten Geschütze gezielte Salven ab.

Kolonialer Raptor BHM-121

Diese Begegnung und die darauffolgenden Bewegungen wurden sehr genau von der Raptor-Crew beobachtet, bis…

“So. Sehr schön. Endlich zeigt er uns sehr schön seinen Hintern…”, murmelte die Raptorpilotin zufrieden, während sie schnell die Systeme hochfuhr, aber die Steuerung der Waffen ihrem Co-Piloten und dem ECO überließ, damit sie sich besser aufs Fliegen konzentrieren konnte.

“Unsere Raketen sind unterwegs und auf Kurs”, verkündete der ECO, nachdem sie ihre zwölf Geschosse auf die FTL- und Sublichttriebwerke der Argo abgefeuert worden waren.

Kurz bevor diese Raketen dort zielgenau einschlugen, sahen die drei wie auch jene des zweiten Raptor abgeschossen wurden.

“Ätsch! Wir waren schneller Leute!”, amüsierte sich der Co-Pilot darüber, ehe schon einige Sekunden später auch die Raketen vom Kolonialen Raptor BHM-027 in die Antriebsektion einschlugen.

Odyssee
Folge 2.16 Unter Feuer - Das Ende der Argo, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Alpha System
Erebos Asteroid Belt
Battlestar Argo

Wegen der kurzen Distanz, aus der die beiden Kolonialen Raptor aus der Deckung heraus aufgetaucht waren, konnte das vom Zylonenvirus kontrollierte Schlachtschiff nicht aktiv gegen diese Bedrohung reagieren. Das Beste wäre natürlich im Normalfall gewesen sich mit einem Überlichtsprung erst einmal strategisch zurückzuziehen. Doch waren die FTL’ durch den überfallartigen Angriff und dem Beschuss nicht mehr betriebsfähig gewesen.

Die Raketentreffer hatten die Argo mehrmals in heftigen Stößen erzittern lassen. Mit dieser neuen Situation konfrontiert, reagierte der Computervirus der Zylonen auf eine gefährliche Art und Weise, denn trotz des Beschusses war die Argo nach wie vor, wenn auch ein wenig eingeschränkt, manövrierfähig.

Sie begann deswegen so gut es ging gegen die Bewegungen der Heracles zu steuern, während sie nebenbei versuchte sich mit kreisenden Bewegungen diesem Gegner zu nähern. Seit dem Beginn dieses Manövers hatte sie damit begonnen ununterbrochen eine Salve nach der anderen in Richtung der Heracles abzufeuern. Aber auch in die anderen Richtungen wurden mehrfach vereinzelte Salven abgegeben, weil der Zylonenvirus weitere versteckte Gegner, wie Viper und Raptor im Asteroidenfeld vermutete.

Battlestar Heracles - CIC

“Verdammter Mist! Schon wieder melden unsre Geschwaderführer, sowie versprengte Viper, dass sie nicht näher heran, geschweige denn unter diesen Bedingungen landen können”, meldete der Taktikoffizier verdrießlich.
“Der Nahkampfbereich der Argo wurde offenbar modifiziert”, seufzte der XO mit akut besorgter Miene daraufhin. Dadurch dass der Admiral anderweitig beschäftigt war, ordnete Colonel Hebridan deswegen nach kurzer Überlegung umgehend an: “Na gut. Alle unsere Geschwader sollen ihre Angriffsversuche stoppen, genauso wie die Landungen, und stattdessen auf eine sichere Entfernung gehen!”

Schließlich meldete sich Diana McBride leise vor sich hinmurmelnd zu Wort: “Clever gemacht von den Zylonen, die sich einen unsrer Schlachtschiffe der Valkyrie-Klasse auswählen, die auf die Fläche umgerechnet über die beste Bewaffnung verfügen…”
Doch während die Kommandantin sprach, hatte sich ihr Gesicht immer mehr verfinstert.

“Noch so ein mieser Schachzug!”
“Also, sehen Sie auch diese Bewegung, Sir?”
“Oh ja. Ich beobachte das schon seit einigen Minuten, Colonel. Dieser Bastard schleicht sich immer näher an uns heran. Das gefällt mir ganz und gar nicht.”
“Das ist kein Kampfstern mehr, sondern eine verfluchte programmierte Maschine, die uns mit in den Abgrund, in den sicheren Tod nehmen will, Admiral.”

“Sieht leider ganz danach aus, mein Lieber. Verdammt noch mal, wo bleibt bloß unsere Unterstützung? Wo bleibt Commander Tiber nur?”
Daraufhin antwortete der Taktikoffizier: “Laut unserem Zeitplan sind es bis dahin noch etwa 5 Minuten, Admiral.”
“Danke, Lieutenant. Die Zeit bekommen wir noch gut über die Runden…”
“…genau, und dann nehmen wir die Argo in die Zange”, stimmte der XO mit einem Nicken ergänzend zu.


Helios Beta System
Heramond Iris

Wie in der Besprechung bei der Ausarbeitung des Schlachtplanes verabredet, löste sich die Battlestar Tauron aus dem kleinen Flottenverband heraus. Es dauerte nicht lange, nur wenige Minuten später, ehe der Koloniale Kampfstern in einem hellen Überlichtblitz, mit der Aufgabe die Heracles zu unterstützen, verschwand.


Helios Alpha System
Erebos Asteroid Belt

Es geschah in etwa genauso wie es die beteiligten Offiziere besprochen und geplant hatten. Denn durch das unerwartete Auftauchen der Tauron, schien es so als wäre die Argo, deren FTL’ zerstört waren beeinträchtigt zu sein, weil sie sich nach wie vor auf ihr primäres Ziel konzentrierte.
Doch war man absolut nicht darauf vorbereitet gewesen, dass der Computervirus der Zylonen, welcher das koloniale Schlachtschiff infiziert hatte damit begann sein laufendes Manöver zu beschleunigen.

Daraus resultierte ein weiteres riskantes Manöver. Dieses Mal kam es aber von den Menschen, welches Commander Barbara Tiber und ihre Mannschaft durchführten.
Denn die Kommandantin ließ zunächst ihr Schiff mit erhöhtem Tempo in einer scharfen Kurve genau zwischen die Heracles und die Argo steuern.

Als man an Bord des Flaggschiffes dies schließlich endlich nach einigen Minuten realisiert hatte, war es schon sehr eng geworden. Gerade noch rechtzeitig wurde angeordnet die eigenen nach wie vor feuernden Geschütze Sektion für Sektion abzuschalten.

Aus der Ferne in der sicheren Deckung beobachten Lieutenant Kolchis sowie die anderen Viperpilotinnen und -piloten, als auch die Besatzungen der beiden Raptor die Schlacht, die vor ihnen stattfand.

Battlestar Tauron - CIC

“Commander! Wir haben es jetzt geschafft, und sind auch nah genug an der Heracles dran. Uns trennen nur noch zarte 12 Clicks voneinander”, verkündete der Taktikoffizier, der dabei beinahe schon zu Recht über das gelungene Manöver jubelte.
Doch war es noch zu früh um sich über diesen vollzogenen Teil gegenseitig auf die Schultern zu klopfen und einander zu beglückwünschen, denn jetzt war es die Aufgabe von der Crew von Barbara Tiber die Argo zu beschäftigen.

Alle an Bord der Tauron wussten, dass dies ein Risiko und die Argo durchaus ebenbürtig war. Deswegen schauten die Kommandantin des Kolonialen Schlachtschiffes und ihr XO gemeinsam sehr konzentriert auf die Monitore der DRADIS-Konsole, die sich über ihren Köpfen befand.

Battlestar Heracles - CIC

“Das ist hervorragend! Durch das riskante aber gelungene Manöver von Commander Tiber haben sich unsere Signale überlagert Diana”, stellte nicht nur Colonel Hebridan mit einem zufriedenen Grinsen fest.
“So ist es. Dann wollen wir mal unseren Job und den Bastard erledigen! Anordnung an die Steuerung! Bringt uns auf Abstand!… Gut so. Und jetzt… Abtauchen! Abtauchen! Etwas schneller! Ja, genau so…”, hörte man fast nur noch die Stimme von Admiral McBride durch das Combat Information Center hallen.
Nur hin und wieder gab auch ihr XO einige notwendige Anweisungen an die Crew der Heracles weiter.

Battlestar Argo

Der von den Zylonen eingeschleuste Computervirus, der den Kampfstern gekapert und übernommen hatte, registrierte schließlich, dass er es immer noch mit zwei Gegnern zu tun hatte. Wobei sich einer von ihnen anscheinend zurückfallen ließ.
In dieser neuen Situation begann das System ein Notsignal auszusenden, um damit Zylonenbasisschiffe zur Unterstützung im Kampf gegen den Feind zu rufen.

---

So schnell wie es die Manövrierfähigkeit der Battlestar Heracles es zugelassen hatte, hatte sich den engen Formationsflug mit der Battlestar Tauron wieder beendet. Dabei war sie sehr schnell nach unten abgetaucht, nur um kurz darauf auch schon den Antrieb herunterzudrosseln. Nach nur wenigen Minuten hatte sie sich dann hinter die beiden Kampfsterne der Valkyrie-Klasse fallen gelassen, und sich dann sofort der Argo von Achtern zu nähern.

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Battlestar Heracles - CIC

“Das Manöver ist jetzt abgeschlossen, Admiral”, bestätigte der XO.
“Gut. Dann wollen wir dieser Angelegenheit mal ein Ende bereiten, damit nicht noch mehr von uns dadurch draufgehen”, seufzte die Kommandantin, die kurz darauf anordnete die Buggeschütze auf die Argo auszurichten und mehrmals abzufeuern.

“DRADIS-Kontakt! Vier Basisschiffe der Zylonen sind gerade aufgetaucht! Sie greifen uns an!”, warnte der Taktikoffizier alarmiert.

---

Jetzt griffen die sich immer noch in Deckung wartenden Vipergeschwader in die Schlacht ein, da die Basisschiffe ihrerseits ihre Jäger gestartet hatten.
Die Raketen der Zylonen schossen zum überwiegenden Großteil auf die Heracles zu, da sie die Tauron mit ihrer Größe überwiegend abschirmte, während die Argo, nachdem sie mehrfach getroffen worden war, in einem hellen Feuerball unterging.

---

Battlestar Heracles - CIC

“Hoffentlich merken unsere Vipergeschwader von alleine, dass es eng werden könnte”, brummte Colonel Hebridan, der dem Funkverkehr aufmerksam zuhörte.
“Wir starten einige weitere Geschwader um unsere Vögel, die schon draußen sind im Kampf gegen die Jäger der Zylonen zu unterstützen!”, ordnete Admiral McBride daher an, der es wie auch ihrem XO nicht behagte was um sie herum geschah.

Ihre Sicherheit und ihr Trumpf waren zum einen gewesen, dass sich schon ein Viertel ihrer Viper draußen im Asteroidenfeld aufgehalten und die Zylonen somit praktisch von unerwarteter Seite angegriffen hatten, aber zum anderen auch die Tauron, welche sich aktiv an der heftigen Schlacht gegen den Feind beteiligte.

“So das genügt! Holen wir unsere Jäger so schnell es geht wieder an Bord, und dann nichts wie weg von hier!”, entschied Diana McBride, die nichts mehr riskieren wollte, weil sich der eigentliche Kampf gegen die Argo durch das Auftauchen der vier Basisschiffe der Zylonen zu einer heftigen Schlacht entwickelt hatte, die schon fast eine Stunde andauerte.

Es dauerte mehr als eine Viertelstunde ehe die Heracles und die Tauron alle Viper und Raptor wieder aufgenommen hatten.

Battlestar Tauron - CIC

“Lieutenant, benachrichtigen Sie die Heracles darüber dass wir uns zurückziehen wollen!”, ordnete Commander Barbara Tiber an, als ihr der Taktikoffizier gemeldet hatte, dass die Viper alle wieder an Bord wären.

Nach nur wenigen Minuten erhielt der Kommunikationsoffizier die Bestätigung, sowie die Anordnung sich wieder zur eigenen Flotte zu begeben.

Battlestar Heracles - CIC

Mittlerweile hatten sich bereits auch schon einige der Viperpiloten in den Gefechtsstand zum Rapport begeben, zu denen auch die beiden Kolchisschwestern gehörten.

Sie bekamen deshalb hautnah mit, wie der XO bestätigte: “Admiral. Alle Stationen sind gesichert! Wir sind somit bereit zum Sprung, sobald die Tauron…”
“Sehr gut. Die Tauron ist weg. Dann nichts wie weg hier, es tauchen bestimmt noch bald weitere Basisschiffe auf… Also Rückzug! Lieutenant, bringen Sie uns zu unserer Flotte zurück!”, befahl die Befehlshaberin der Heracles erleichtert, die zufrieden die Augen schloss, während der Überlichtsprung durchgeführt wurde.

Für ihre Flotte war es eine Genugtuung den Zylonen eine heftigen Denkzettel verpasst zu haben, wobei es ihnen gelungen war nicht nur alleine die Argo, sondern auch noch zwei Basisschiffe der Zylonen zu zerstören, und dabei die eigenen Verluste gering zu halten.
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#17
So. Heute schließen wir die 2. Staffel mit den letzten 4 Folgen ab.

Odyssee
Folge 2.17 Vagabunden des Alls, Teil 1

Tag des Falls der 12 Kolonien von Kobol
Milchstraße
Mars - SGCB < = > Erde - Homeworld Command

Es war Doktor Carolyn Lam deutlich anzusehen wie nervös sie war. Denn obwohl sie diesen Befund mehr als ein Dutzend Mal hatte überprüfen lassen, konnte sie es immer noch nicht glauben, weil das Ergebnis einfach viel zu verblüffend war. Davon so stark überrumpelt recherchierte die Chefärztin zunächst ausgiebig, und erst dann entschied sie sich dazu die Resultate persönlich weiterzuleiten.

Klare Vorteile für Carolyn Lam waren die gute Freundschaft ihres Vaters mit dem Mann, dem sie davon unterrichten musste, und von welchem bekannt war keine langen Vorträge zu mögen.

Schließlich war die Verbindung aufgebaut und das Signal stabil genug.
“Also, was gibt es denn so bewegendes zu berichten, Doktor Lam? Im Memo der Mail von Ihnen stand nur: Ergänzung zum medizinischen Bericht von Captain Sharon Satterfield”, begann Jack O’Neill entspannt.

Doch als dann Carolyn von den Ergebnissen zu berichten begann, schaute Jack immer mehr überraschter drein.
Am Ende als die Ärztin fertig war, hakte der General nach: “Wollen Sie mir etwa somit weismachen das Captain Sharon Satterfield synthetisch ist?”
“Genauso ist es, Sir.”
“Netter Seufzer in die Kamera…”, bemerkte Jack, der sich nachdenklich immer noch das Kinn massierte, bevor er dann nickte.
“Na schön, Doktor Lam…”
“Sie glauben mir?”
“So ist es. Wir alle haben schon die verrücktesten Sachen erlebt…, darum kann man rein gar nichts mehr ausschließen… Schicken Sie mir den ganzen Bericht! Das ist eine Sache für das IOA und auch den NID.”
“In Ordnung, General O’Neill. Ich habe bereits alles vorbereitet, die Unterlagen sollten mit der nächsten Sendung auf der Erde eintreffen.”



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Orbit von Troy - Battlestar Minas

Es war schon mehr als nur eine gewisse Routine in der sich der Kampfstern der Valkyrie-Klasse befand. Der Commander und die Besatzung dieses Schlachtschiffes hatten den Auftrag von der Admiralität und der Regierung erhalten die Aktivitäten um Troy verstärkt zu kontrollieren, sowie den Schmuggel einzudämmen. Aber nicht nur das, denn man diente parallel dazu auch noch als Gefangenentransporter, der verurteilte Sträflinge zu den Minen Troy’ bringen sollte, die dadurch hofften bei guter Führung dort ihre Haftzeit reduzieren zu können.

Die Crew im Combat Information Center wurde regelrecht aus der Alltagslethargie geholt, denn Alarm wurde ausgelöst. Das DRADIS hatte die Ankunft von drei Basisschiffen der Zylonen registriert, die sich im schnellen Tempo ihrer Position näherten.

“So viel zum Thema Routine”, stöhnte der XO der Minas, der es nicht so wahrhaben wollte, was da ihnen drohte.
“Sie sagen es Colonel”, brummte der Commander verächtlich leise fluchend.
Kurz darauf bemerkte der Taktikoffizier: “Sir. Wir sind der einzige Kampfstern, der die Siedlung auf Troy im Kampf gegen die Toaster beistehen kann…”
“Sind Sie irre Mister? Wir alleine gegen drei Basisschiffe der Zylonen, das wäre purer Selbstmord. Wir unterstützen die Evakuierung der Leute da unten, und dann nichts wie weg hier! Die gesamte Steuerbordlandebucht ist daher unverzüglich für die Ankunft der Evakuierungsraptor und -Shuttles vorbereiten! Startet alle Vögel die wir haben, auch die Raptor sobald sie für den Kampfeinsatz aufgerüstet worden sind!”
“Was steht ihr noch so herum? Ihr alle habt den Commander gehört, also an die Arbeit!”, bellte der XO im barschen Ton, worauf so manche im CIC zusammenzuckten.



Milchstraße
Erde - Homeworld Command

Sofort nachdem Jack O’Neill den Bericht von Carolyn Lam erhalten hatte, übergab er diese an Samantha Carter.

“Nun ja”, begann Sam, “wer auch immer das getan hat, hat gute Arbeit geleistet. Denn all diese synthetischen Spuren würden nie auf dem ersten Blick auffallen. Aber zum Glück haben sich unsere Technik und Untersuchungsmethoden seit dem Stargate-Programm massiv gesteigert…”
“Ah! Bitte die Kurzfassung!”
“Keine Panik. Ich war schon beinahe fertig”, versicherte Carter.
“Na dann - mach Schluss”, grinste O’Neill
“…ja. Wir sind besser geworden. Damals haben Janet und ich es für normale genetische Abweichungen abgetan. Normale Mutationen, wie sie bei unseren Freunden vorkommen.”
“Tja. Wie dem auch immer sei… schicken sie ein Teil der Proben zum NID! Die werden sich bestimmt darüber freuen. Ich will den Fall so schnell wie es nur geht geklärt haben.”



1. Tag nach den Fall der 12 Kolonien von Kobol
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Battlestar Minas

Viele Male hintereinander war der Kampfstern gesprungen. Aber da der FTL-Antrieb im Gefecht mit den Zylonen nicht nur unbedeutend beschädigt worden war, reichte es nur noch für kleine ,,Hopser‘’, wie es der Commander der Minas bezeichnet hatte.
Soeben befanden sich sein XO und er auf den Rückweg ins CIC, nachdem die beiden persönlich nach den Technikern und Mechanikern gesehen hatten, welche mit der Reparatur beschäftigt waren.

Dabei unterhielten sich die beiden Männer über den Fortschritt dieser Arbeiten.
“…hat man ja gehört, wie lange das dauert.”
“Ja, Colonel. Und so lange sitzen wir auf dem Präsentierteller.”
“Das Aggregat muss abkühlen, sonst können die das Modul nicht wechseln.”
“Das ist ein verfluchter Mist! Wir müssen uns einen Ort suchen, wo wir einige Stunden nicht entdeckt werden und vor Anker gehen können”, sagte der Commander als beide das CIC wieder betreten hatten.
Die diensthabende Kommunikationsoffizierin, die das Gespräch zum Teil mitgehört hatte, schlug etwas zögerlich: “Wie wäre es mit dem Heramond Euboca?” - vor.
Nach nur einer kurzen Überlegung nahm der Commander der Minas den Vorschlag an.

Heramond Euboca

Die sechs Raptor losten den Kampfstern in einen der größeren Canyons von Euboca, der ideal für das Vorhaben war. Als die Minas dann langsam runter ging, knirschte und knarrte nicht nur das Felsgestein des Himmelskörpers.

Battlestar Minas - CIC

“Und. Wie sieht es da draußen aus?”
“Sehr gut, Colonel. Besser hätte man nicht landen können, denn alle kritischen Sektionen liegen frei”, meldete sich eine Stimme aus dem Lautsprecher, die einen der Raptorpiloten gehörte.
“Guter Job. Kommt zurück an Bord! Ihr startet wieder sobald der FTL repariert ist!”, erklärte der XO.
Der Commander sah kurz auf die Uhr, und sagte: “Wenn wir nach dem Handbuch gehen, werden die ungefähr zwei Stunden brauchen. Hoffentlich kreuzen hier keine Toaster auf.”

Lagerraum Alpha-1C

Viele Flüchtlinge hatte man hier, wie auch in einigen anderen Lagerräumen untergebracht. Unter ihnen befanden sich auch einige Dutzende Sträflinge, die aber nur leichte Vergehen begangen hatten. Trotzdem hätte der Befehlshaber der Minas die Kriminellen am liebsten auf Troy zurückgelassen. Deswegen hatte er seinen Marines den Befehl gegeben gut aufzupassen.

Brig-Sektion

Alle verfügbaren 9 Zellen waren bis auf den letzten Platz belegt. Das bedeutete, dass in den meisten dieser Zellen maximal 6 Gefangene zusammen einsaßen. Eine Zelle davon war nur von einer einzelnen jungen Frau belegt, die zur Mannschaft des Kampfsterns gehörte und wegen wiederholten Ungehorsams zu einer Haftstrafe von einen Monat verdonnert worden war.



3 Stunden später
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Heramond Euboca
Battlestar Minas - CIC

“Endlich sind wir fertig Commander. Es gab mit einigen Halterungen Probleme, aber der FTL ist wieder funktionstüchtig”, meldete einer der verantwortlichen Techniker über Funk.

“Na dann. Schickt die Raptorcrews 1 bis 6 wieder los! Sie sollen uns ebenso sauber wieder hier herauslotsen!”, ordnete der Commander an, worauf der XO den Befehl an die Piloten der Raptor sofort weiterleitete.



53 Minuten später
Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Beta System
Ragnarmond Sigurd
Battlestar Minas - CIC

Die Überlebenden an Bord des Kolonialen Schlachtschiffes hatten den einzigen Mond des Gasgiganten Ragnar mit einem einzigen Überlichtsprung erreicht. Dieser gewaltige Riese umkreiste die beiden Sonnensysteme Gamma und Delta.

Nur wenige Minuten nach dem ausgeführten Sprung waren verstrichen, als sämtliche Luken, die zum Gefechtsstand des Kampfsternes führten, zeitgleich aufgerissen wurden.
Hinein strömten schwerbewaffnete Crewmitglieder, aber auch Kriminelle, die sich befreit hatten. Angeführt wurden sie von der jungen Offizierin, die in der Zelle gesessen hatte.

Das Gesicht des Commander wurde steinhart und sein Blick eiskalt, als er die Frau direkt ansah und ansprach: “Seid ihr allesamt wahnsinnig? Das ist Meuterei! Und Sie - Sie sind so was von dumm, Captain Joana Edwards! Diese Aktion hier, wird nicht nur Ihnen sondern auch allen anderen, die sich daran beteiligen das Genick brechen! Aber! Aber sie haben noch eine Chance… Die da lautet: Runter und weg mit den Waffen!”
“Das hätten Sie wohl gerne - Sir. Vergessen Sie es also!”, fauchte die junge Frau, die sich schon bereits seit einigen Jahren übergangen fühlte, wenn es jedes Mal in den letzten fünf Jahren um Beförderungen ging.

Mit einem bösen Blick richtete sie nach wie vor ihre Pistole auf den Commander der Minas, und drückte ohne ein weiteres Wort zu sagen ab. Sofort kurz nachdem sie ihn erschossen hatte, zielte sie auf den XO.
“Und nun zu Ihnen: Sie haben mir die Position geklaut, die mir eigentlich zugestanden hätte und somit meine Karriere in der Kolonialen Flotte behindert hat! Sie verfluchter Schleimbolzen! Und da ich Ihnen noch nie getraut habe…”, stieß sie wütend hervor.
“Nein! Nein! Oh bitte tun Sie…”, stammelte der Colonel flehend, als die junge Frau schon erneut ihre Waffe abfeuerte.

Wegen der darauffolgenden vielen weiteren Schüsse und auch panischen Schreie im Combat Information Center, brach in einem Dominoeffekt an Bord des gesamten Schiffes Chaos und Panik aus. Es dauerte einige Stunden bis der brutale Führungswechsel der Minas vollendet war. Aber trotz des Tumultes auf allen Decks, schafften es nicht gerade wenige Crewmitglieder, sowie auch Flüchtlinge von Troy mit Hilfe einiger Viper, Raptor und Shuttles zu entkommen.

Mit einem prüfenden Blick auf den Monitor erklärte der neue Taktikoffizier: “Sir. Noch sind die Flüchtigen in Waffenreichweite.”
“Nein! Waffen ruhen lassen! Lasst sie abhauen. Heute sind genug gestorben”, erklärte die neue Befehlshaberin der Minas.

Wenige Minuten später legte der neue XO ihr eine Liste und einen Bericht vor, und sagte dabei: “Uns fehlen somit 9 Viper, 5 Raptor und zwei Koloniale Shuttles. Somit sind nach einer ersten Prüfung 23 Crewmitglieder der Minas und über zwei Dutzend Flüchtlinge von Troy entkommen. Aber unser Schiff ist einsatzbereit.”
“Sehr gut, Derek. Schauen wir uns mal um, und was es zu holen gibt. Denn wir benötigen Vorräte… Und die holen wir uns!”, erklärte Joana Edwards voller Entschlossenheit, die sich wie alle anderen auch dazu entschieden hatte, auf Raubzug zu gehen.

Odyssee
Folge 2.18 Vagabunden des Alls, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Battlestar Leonis - CIC

“Commander! Wir haben hier eine ganze Flotte von Kontakten auf dem DRADIS, die sich unserer Position nähern. Könnten eventuell die verfluchten Zylonen sein...”
“Verdammt noch mal… Wir sind also nicht mehr allein hier. Schickt sofort die Hälfte aller unserer Viper los! Sie sollen die Lage erkunden, und wenn es wirklich Toaster sein sollten - diese vernichten! Die übrigen Viper und Raptor bleiben in Alarmbereitschaft! ”, ordnete Commander Jonas Edwards auf die Meldung seines XO hin an.

Einige Minuten später waren alle im Gefechtsstand der Leonis mehr als nur erleichtert über die Mitteilung das es sich bei den Neuankömmlingen um Koloniale Viper, Raptor und Flüchtlinge von der Battlestar Minas handelte.

Aber was Commander Jonas Edwards kurz darauf dann in einem Gespräch mit einigen der Neuankömmlinge über die Umstände dazu zu Ohren kam, machte ihn aufs tiefste betrübt und für einige Minuten absolut fassungslos. Denn er wollte nicht wahrhaben was er gerade eben gehört hatte.



Gegenwart
Milchstraße
Erde
Deutschland - Hamburg

Dunkel und verlassen lag die alte Lagerhalle im Hafen der Hansestadt da, weil sie seit Jahren schon nicht mehr genutzt wurde. Der ideale Ort für so manche Leute, die gerne unerkannt bleiben wollten.

“Ah! Da bist Du ja endlich, Nike!”
“Hallo Athene! Hallo Selene! Seid mir beide gegrüßt.”
“Sehr schön dass Du kommen konntest. Als wir den Streifenwagen und die Uniform gesehen hatten, dachten wir schon, es gäbe hier so etwas, was die Tau’ri eine Razziaoder so nennen. Doch waren wir dann sehr erleichtert als wir Dich dann im Schein einer Laterne gerade noch rechtzeitig erkannt hatten”, stellte Athene fest.
“Ja. Aber sehr viel Zeit haben wir nicht um uns zu besprechen. Ich hoffe es genügt dafür eine knappe Viertelstunde, dann muss ich wieder hier weg.”
“Dies sollte genügen”, nickte Selene.
“Ich habe mich noch nicht für die Wahl meiner Wirtin bedankt, dies hole ich hiermit nach - denn sie gefällt mir. Also worüber wolltet ihr zwei mit mir sprechen?”
“Freut uns dass sie Dir so gut gefällt. Es geht um den Vorfall in den wir leider geraten, und was deswegen in der Folge geschehen ist… und um den Plan die Rasse der Goa’uld vor dem endgültigen Untergang zu bewahren.”
“Hört sich gut an, Athene. Ich werde mich schon sehr bald darum kümmern. Habt ihr dabei, worum ich gebeten habe?”
“Das haben wir”, bestätigte Selene. “Aber Nike, wieso tötest Du diese andere Frau nicht einfach, genauso wie diesen Mann?”
“Hm! Ganz einfach, weil meine Wirtin schon eh schwer genug zu kontrollieren ist, und vermutlich überhaupt nicht mehr zu bändigen wäre, wenn ich ihre beste Freundin töten würde. Und außerdem ist sie die ideale Wirtin für meine beste Freundin”, lautete die Antwort der lächelnden Goa’uld, während sie die Kühlbox entgegennahm.

Eine kurze Pause trat ein, dann fragte Athene: “Vielleicht sollten wir noch mehr Larven bringen, damit wir noch mehr infiltrieren können, wie zum Beispiel einige Politiker, oder dem Mann Deiner Wirtin.”
“Das wäre sinnlos - er ist gegen eine Implantation eines Goa’uld-Symbionten immun.”
“Dann schaff ihn halt einfach aus dem Weg, Nike!”
“Haha”, lachte jene herzlich amüsiert auf, “die Mühe kann ich mir wirklich sparen. Dieser Kerl ist mit auf diese Andromeda-Expedition gegangen, die schon seit einigen Wochen verschollen ist. Das habe ich euch doch schon berichtet…”
“Hattest Du in einer Botschaft beiläufig erwähnt. Aber sollte er dann doch eines Tages zurückkehren, wird er Dich töten wollen”, warnte Selene sofort.
“Dafür liebt er sie, also meine Wirtin, viel zu sehr”, erwiderte Nike postwendend.

Direkt im Anschluss erläuterte Athene den Plan, den es nun allmählich galt in die Tat umzusetzen.
“…, und während wir dort sind, werden wir so gut es geht Kontakt halten - und zwar mit diesen Kommunikationsgeräten. Eine neue Entwicklung von mir. Doch zunächst muss eine Agentin von uns befreit werden muss”, erläuterte die Goa’uld, welche immer mehr in Aufbruchsstimmung kam.
“Ihr verkriecht euch in eine wirklich kleine Galaxie, welche für alle anderen uninteressant ist”, erkannte Nike, die verstehend nickte.
“So ist es. Selene und ich werden dort unsere Streitmacht aufbauen, während Bastet und Du hier auf der Erde in Geheimen das neue goldene Zeitalter der Goa’uld vorbereiten werdet…”
“..die Erde ist somit der Brückenkopf”, ergänzte Selene.

Irritiert schaute die Goa’uld, die in der Polizistin steckte die beiden anderen an, und erwiderte: “Euer Plan hat einen kleinen Schönheitsfehler: Das Sternentor befindet sich nicht mehr auf der Erde, sondern auf deren kleinen Bruder, nämlich dem Mars!”

Zuerst schien es so als ob Athene über diese Zurechtweisung verärgert wäre, doch schon nach wenigen Sekunden nur begann sie mehr als nur siegessicher zu lächeln. Dann deutete sie erklärend auf einige Transportkisten: “Eine Gesellschaft, die mir gehört wird in Kürze diesen Gebäudekomplex hier im Hafen gekauft haben. Ich weiß ja natürlich dass es purer Selbstmord wäre irgendwie an das Sternentor zu kommen, deswegen habe ich eines besorgt. Es befindet sich in der größten Kiste dort drüben und muss nur noch in Betrieb genommen werden. Hier wird der erste provisorische Stützpunkt aufgebaut werden.”

Als sie dies gesagt hatte, übergab Selene Nike eine Notiz mit den Koordinaten, wo dann später nach einiger Zeit die feste Basis des Brückenkopfes etabliert werden soll.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Helios Gamma System
Acheron Asteroid Belt - nahe Scorpia
Battlestar Minas

Zuerst war man an Bord des kleinen schon sehr stark von den Zylonen dezimierten Flüchtlingstrecks, der aus drei zivilen Schiffen bestand, erleichtert über den Kontakt mit dem Kolonialen Schlachtschiff der Valkyrie-Klasse gewesen.
Aber was dann an Bord jeweils dort geschah, glich mehr einem mehr als nur brutalen Überfall gegen die meist wehrlosen Passagiere, und wer es wagte auch nur einen Gegenstand in die Hand zu nehmen, der wie eine Waffe aussah wurde sofort erschossen.
So rücksichtslos ging die Mannschaft der Minas schon seit dem Tag an gegen andere Überlebende aus den Kolonien vor, seitdem Joana Edwards und die anderen Meuterer die Gewalt und die Kontrolle über das Schlachtschiff vor einigen Wochen erlangt hatten.

Trotz dieser Aktion gelang es einem zivilgenutzten Raptor mit einigen Passagieren an Bord zu fliehen, was in der Folge sicherlich noch für mehr als nur Gesprächsstoff sorgen würde.

Im Gefechtsstand der Minas zog man indessen Bilanz über die Beute, die man gemacht hatte.
“So. Wir haben genügend Wasser und Nahrung, sowie wichtige Ersatzteile. Nicht zu vergessen den Treibstoffvorrat, sowie erstaunlicherweise 6 Viper und 2 Raptor gekapert. Das nenne ich doch mal einen lohnenden Tag”, fasste die Befehlshaberin die jüngsten Erfolge kurz zusammen.
“Schön und gut, Sir. Aber - was sollen wir mit den Gefangenen und den Leuten machen? Das wird immer wieder von unserer Crew gefragt.”
“Wie viele von denen sind dazu bereit sich uns anzuschließen?”, fragte Joana Edwards auf die Bemerkung ihres XO’.
Dieser antwortete: “Nicht einmal die Hälfte.”
“Dann befehlen Sie alle Gleichgesinnten zu uns an Bord zu transferieren! Die anderen überlassen wir ihrem Schicksal!”
“In Ordnung, Sir.”

So schnell es ging wurden in etwa 170 Personen von den Schiffen des Flüchtlingstrecks auf den Kampfstern geholt. Dies führte zu einer Aufstockung der eigenen Mannschaft von Joana Edwards auf über 1000 Personen.

Es waren nicht einmal zwei Stunden vergangen, nachdem die Minas weggesprungen war, und acht Raider und zwei schwere Jäger der Zylonen auftauchten, die über den hilflosen kleinen Treck der Menschen herfiel.

Aber was an Bord der Minas niemand so wirklich ahnen konnte, dass die Aussicht auf Beute bereits schon seit einiger Zeit nachließ, denn die wenigen zivilen Flüchtlingsflotten wurden im und um das Cyrannus Star System immer rarer.



unbekannte weitentfernte Galaxie
Destiny

“…also zum wiederholten Male, David”, seufzte Everett, “wenn die Erde wirklich dazu in der Lage ist, uns die mehr als nur dringest benötigten Vorräte und Ausrüstungen zu schicken, dann aber so schnell es geht! Her damit, sonst sind wir in spätestens 4 bis 6 Wochen endgültig erledigt! Und dafür brauchen wir nicht auf diese komischen Aliens oder diese Drohnen zu warten, die uns immer wieder auflauern…”
“Da gibt es in der Tat eine mehr als nur vielversprechende Möglichkeit. Die aber nur einmal, wie uns allen nur allzu gut bekannt ist, funktionieren würde. Aber es ist dann auch eine aktive, das heißt weiteres Personal für die Destiny…”
“Das haben Sie mir schon beim letzten Besuch erzählt. Wobei Nicolas, Eli und noch einige andere Wissenschaftler nach wie vor dieselbe Botschaft haben: Beeilt euch! Und wenn es eine echte Chance für TJ, First Lieutenant Tamara Johansen gibt, dann auch dies - sie wäre mit großer Sicherheit damit einverstanden, egal was es auch sein mag um ihr eine echte Überlebenschance zu geben... Das weiß ich”, unterbrach Colonel Young um die aktuelle schwierige Notlage abermals zu betonen.

“Also gut. Ich will sehen, was ich in die Wege leiten kann. Und noch etwas von dem ich weiß, dass es vielen nicht gefallen wird: Ich kehre auf die Destiny zurück, Everett.”
“Ach wirklich, David? Von mir aus. Ich und noch einige andere können es kaum erwarten”, brummte Colonel Young, ehe er die Verbindung der Kommunikationssteine zwischen Sergeant Greer und Colonel Telford beendete.

Kurz darauf machten sich die beiden auf den Weg in den Stargate-Raum, wo all die vielen noch überlebenden anderen Besatzungsmitglieder an Bord der Destiny bereits neugierig auf die wichtigen Informationen von der Erde warteten.
Als alle die Nachricht aus dem Mund von Colonel Everett Young hörten, dass in rund einer Woche das Sternentor aktiviert werden würde, herrschte zunächst eine unfassbare Stille.
Da niemand etwas dazu zu sagen hatte, fuhr der ranghöchste militärische Offizier mit seiner Ansprache fort: “…wenn es soweit ist, werden wir diese wohl ein allerletztes Mal erhalten. Doch bekommen wir frische Vorräte, Ausrüstung und weiteres Personal… sowie Colonel David Telford.”
Als der Name des Mannes fiel, welcher sich vor Jahren als einziger alleine auf den Weg zu Erde gemacht, war Gemurmel zu hören.

Da Colonel Young fertig war, trat Doktor Rush an ihn heran.
“Darf ich Sie mal kurz sprechen, Everett?”
“Aber ja, Nicolas.”
“Von der Pegasus-Galaxie aus?! Wurden etwa endlich die Wraith komplett vernichtet?”
“Nein. Ganz im Gegenteil. Eine große Flotte macht momentan leider die Milchstraße mehr als nur unsicher, denn es gab bereits zahlreiche Angriffe auf viele, dabei nicht nur von Menschen bewohnte Planeten, einschließlich der Erde.”
“Dann ist das absoluter Wahnsinn! Damit riskieren die etwas, nämlich das die Wraith hier auf bei uns auf der Destiny landen!”
“Nick! Jetzt hören Sie mir mal genau zu: Einen anderen Icarus-Planeten gibt es nicht mehr - außer den einen in der Pegasus. Darum wird dort auch eine große Militärpräsenz vor Ort sein, um diese Mission zu schützen. Und wenn alles gut geht, werden wir bald die Hilfe von mehreren Stadtschiffen der Atlantis-Klasse erhalten, die jeden wieder nach Hause bringen werden!”, sagte Everett streng.



Milchstraße
Erde
Deutschland - Hamburg

Unter einem falschen Vorwand hatte die Goa’uld Nike, die sich schon seit mehr als einer Woche in ihrer neuen Wirtin, der Polizeiobermeisterin Jeanne Nicole Schneider befand, die Polizeiobermeisterin Jasmin Nadine Ataya während der Mittagspause in einen der Kellerräume gelockt.
“He! Was soll das? Ah! Nein!”, schrie Jasmin entsetzt auf, als sie ohne Vorwarnung von hinten hart gepackt wurde und ihr ein mit Chloroform getränktes Tuch aufs Gesicht gehalten wurde. Langsam erschlaffte sie, da dieses überriechende Betäubungsmittel zu wirken begann.

Lächelnd wartete Nike noch einige Sekunden, dann öffnete sie die mitgebrachte kleine Kühlbox, griff mit ihrer rechten Hand hinein und holte den einen darin schwimmenden aufgeregten zuckenden Symbionten heraus.
Sanft drückte sie den Mund von Jasmin auf, um somit der Goa’uld Bastet das Eindringen in ihre neue Wirtin zu erleichtern.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Battlestar Koios - CIC

Sofort kurz nach dem der einzelne Raptor auf dem DRADIS aufgetaucht war, hatte Commander Julius Rubicon seiner CAP befohlen den Neuankömmling unverzüglich abzufangen.

Battlestar Hyperion - Quartier des Admirals

Es hatte nicht lange gedauert und Commander Julius Rubicon hatte seinen Vorgesetzten Admiral  Alexander Korfu über die Neuigkeiten informiert. Dieser war dann gezwungen jemand anderes zu sich an Bord zu rufen, nämlich den armen Commander Jonas Edwards, welcher traurig und bestürzt über diese Informationen seinen Kopf schüttelte.

“Was im Namen der Götter ist nur in meine Cousine gefahren? Was tut sie da mit ihren furchtbaren Taten unserer Familie nur an?”, stöhnte Jonas voller Qualen.
“Ich weiß, es ist hart für Sie… Aber ihre Cousine hat es nun einmal getan. Wieder einmal. Daher muss sie, wenn sich eine Gelegenheit dafür bieten sollte, gestellt, gefasst, verurteilt und schwer bestraft werden! Es tut mir persönlich sehr Leid für ihre patriotische Familie, aber unsere Gesetze dafür sind nun einmal sehr eindeutig”, erklärte Admiral Korfu gefasst, der nämlich Commander Jonas Edwards und dessen Familie, wie er soeben schon angedeutet hatte sehr schätzte. Im Geiste ging der Befehlshaber der kleinen Flotte im Stillen für sich die vielen Namen durch welche ihm spontan einfielen, darunter waren in erster Linie Militärs, aber auch Wissenschaftler und berühmte Sportler.



Milchstraße
König Arkhans Planet

Mit dem Wissen dass die Zeit gerade so ausreichen würde, hatte König Arkhan I. alias Harry Maybourne eine sprichwörtliche Völkerwanderung seiner Untertanen angeordnet. Es ging darum das rettende Ziel, eine neuerrichtete Militärbasis zu erreichen, ehe die Wraith diese Welt heimsuchen würden.
Der ehemalige Offizier der United States Air Force, erinnerte sich sehr gut daran, wie er Jack O’Neill im wahrsten Sinne des Wortes schon beinahe auf den Knien darum ersucht hatte einen großen Schutzbunker im Gebirgszug, der sich nahe bei der Hauptstadt auf seiner neuen Heimatwelt befand zu errichten.

Es vergingen rund zwei Wochen bis Doktor Daniel Jackson die Echtheit einer sehr alten Antikertafel bestätigte, die dann zur Genehmigung durch General O’Neill zum Bau des Stützpunktes führte.

Die ganze Zeit über hatte Harry Maybourne das Gefühl, dass es Jack O’Neill genossen hatte ihn auf Knien zu sehen. Doch zumindest stellte Arkhan I. dann fest, hatte der General sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt um seinem Volk und ihm zu helfen. Doch war die Zeit so knapp geworden, dass man auf Tok’ra-Tunnelkristalle zurückgreifen musste, die den Vorteil hatten dass man keine Luftschächte nach außerhalb benötigte.

Als vermeintlich guter Regent hatte Harry den Tross seines Volkes geführt, und immer wieder dabei mehrmals angehalten um seine getreuen Untertanen zum Weitergehen anzuspornen.

Schließlich war es dann nach vielen Kilometern geschafft und alle Bewohner des Planeten sammelten sich in den vorbereiteten Quartieren, und als dann gerade eben die letzten Nachzügler das schwere und gepanzerte Eingangstor des Stützpunktes endlich passiert hatten, wurde der Alarm ausgelöst.
Die Wraithflotte, bestehend aus sechs Hives und doppelt so vielen Kreuzern, sowie einem Hilfsschiff einem sogenannten Versorgungsschiff um möglichst viele Menschen als frische Nahrung an Bord aufzunehmen, hatte nachdem sie den Hyperraum verlassen hatten den Orbit des Planeten erreicht.

Sofort wurden die Kreuzer und Jäger der Angreifer zu dem Planeten entsandt um die menschliche Bevölkerung auszudünnen.
Die Truppen der Wraith drehten jeden Stein um, wo sich eine Siedlung, ein Dorf oder eben auch die Hauptstadt befand. Doch Beute machten sie keine. Drohnen und Offiziere gingen sogar ohne etwas zu bemerken an den mittlerweile getarnten Zugang der Basis vorbei, hinter dessen Pforte die zum Gefecht bereiten Soldaten und Krieger warteten.

Schließlich fand einer der Sub-Commander einer Königin einen Hinweis in einen der vielen verlassenen Gebäude der Hauptstadt, welcher auf die Menschen der Erde hindeutete.


Orbit
Flaggschiff der obersten Königin der Wraith

“Tritt näher!”, befahl die oberste Wraithkönigin zischend, die nach kurzen Sekunden bereits den gefundenen Gegenstand erkannte, den sie prüfend untersucht hatte. Verärgert verzog sie ihr Gesicht noch zu einer bedrohlicheren Mimik - die Erde war ihr offenbar zuvor gekommen. Aber wie?
“Dies ist schon die vierte Welt, die verlassen oder sehr stark befestigt ist!”, stellte sie mit einem wütenden Fauchen fest.

“Wie dem auch sei, es gibt noch viele andere Welten, die wir ausweiden können. Sucht mir eine! Danach werden wir uns zurück  auf unsere neue Heimatwelt in dieser Galaxie begeben!”, ordnete sie nach einer kurzen Pause an, nachdem sie sich wieder auf ihren Thron gesetzt hatte.

Odyssee
Folge 2.19 Vagabunden des Alls, Teil 3

Milchstraße
Mars
SGCB - Zellentrakt

Für viele unerwartet ertönte der schrille Alarm durch die Korridore der Basis. Man war davon so sehr überrascht worden, dass man es zunächst für einen Fehlalarm hielt, ehe einige der dann doch herbeigeeilten Wachen mehrere ihrer bewusstlosen Kameradinnen und Kameraden vorfanden.

“Es ist Kira Miller!”, hustete einer von ihnen. “Sie hat sich irgendwie aus ihrer Zelle befreien können. Verflixt noch eins - tut das vielleicht weh!”

Die Suchtrupps kamen aber zu spät, denn die Ringe, die nach oben zur Hangarebene führten waren schon bereits vor einigen Minuten genutzt worden.

Marsoberfläche
Goa’uld-Tel’tak

Nach einer sehr nervenaufreibenden Flucht, die etwa eine halbe Stunde nach dem mehr als nur geglücktem Ausbruch dauerte, befand sich die entflohene Goa’uld-Spionin bei ihrer Auftraggeberin wieder.

“Hat alles gut geklappt. Wobei ich erst annahm, dass ich von einer Zweiereskorte zu einem weiteren… sinnlosen Verhör gebracht werden würde… stattdessen bekam ich eine Waffe und eine Code-Karte ausgehändigt”, murmelte die Goa’uld an die Adresse von Athene gerichtet.
Diese nickte lächelnd und erklärte: “Diese beiden gehören zu uns. Es handelte sich dabei um Nike und Bastet, die unten auf der Erde für unsere Herrschaft über die Tau’ri alles vorbereiten werden. Und Du wirst weiterhin für uns die Luzianische Allianz aushorchen und alle wichtigen Informationen an uns weiterleiten!”
“In Ordnung! Zwei Polizistinnen für diese Aufgabe zu erwählen ist ein sehr guter Plan.”
“Das wissen und hoffen wir sehr Morrigan. Denn uns dürfen absolut keine Fehler mehr unterlaufen, sonst ist die Rasse der Goa’uld möglicherweise dem endgültigen Untergang geweiht!”, mahnte Selene eindringlich, die das Frachtschiff in den Hyperraum steuerte.


Erde
Deutschland - Hamburg

“Ich hasse es!”
“Was meinst Du damit - Bastet?”
“Befehle befolgen zu müssen, Nike.”
“Ach, aber…”
“Nein! Verstehe mich bitte nicht falsch. Der Job hier, den meine Wirtin hat, stellt keinerlei Probleme dar. Gefällt mir sogar. Aber ich meinte damit, nach der Pfeife von Athene tanzen zu müssen - dies missfällt mir, meine liebste Freundin!”
“Tja, so ist es…”
“Blödsinn. Abgesehen davon, dass wir an der vordersten Linie stehen und somit unser beider Leben riskieren müssen, während sich obendrein Athene und Selene in eine andere Galaxie verkrümeln, könnten wir auch die Erde alleine beherrschen. Obwohl ich mich frage, wie das gehen soll, wenn wir nicht Millionen oder Milliarden dieser Menschen hier umbringen… Hm, vielleicht sollten wir es doch mal besser mit der Tok’ra-Philosphie versuchen…”
“Was? Habe ich mich da gerade verhört? Bist Du krank oder was?”
“Nein. Anders haben wir beide wohl keine Überlebenschance, vermute ich mal”, antwortete Bastet mit einem nachdenklichen Gesicht, während Nike sie nur wortlos für einige Minuten perplex anstarrte.

“Wie sollen wir das anstellen? Uns als Goa’uld zu erkennen geben, etwa? Dann wären wir in nur wenigen Minuten in einer Zelle - im besten Fall… oder aber auch tot.”
“Nun ja, wir könnten vorgeben schon seit unserer Jugend Goa’uld zu sein. Wir müssten dafür aber noch unsere Wirtinnen überzeugen.”
“Ha!”, machte Nike. “Du hast echt einen Knall Bastet. Also wirklich…”

“Jeanne! Jasmin! Seid ihr noch da, oder macht ihr zwei etwa schon Feierabend?”, fragte eine leicht verärgerte Stimme aus dem Lautsprecher ihres Funkgerätes.


USA - Los Angeles

Schon seit geraumer Zeit ging MacGyver in seiner Wohnung systematisch vor. Nachdem er im Arbeits- und Wohnzimmer fertig war, nahm er sich nun seinen Kleiderschrank im Schlafzimmer vor, daraus entnahm er immer wieder einige Sachen um diese in einer der drei großen Reisetaschen zu verstauen.

“Oh! Wie ich sehe packst Du bereits. Das ist wirklich hervorragend Mac, denn ich habe da…”, erzählte Jack Dalton gutgelaunt, der einfach keine Lust mehr gehabt hatte zu warten, und einfach die Wohnung seines alten Freundes betreten hatte. Er wollte gerade von seiner neuesten Geschäftsidee erzählen, als er stoppen musste, weil Angus ihn böse ansah.
“Tut mir Leid Jack! Aber ich muss Dich enttäuschen… ich packe für die Destiny-Mission!”

“Das würde ich mir an Deiner Stelle noch einmal gut überlegen, denn es könnte mit großer Sicherheit eine Reise ohne Rückkehr zur Erde werden”, warf Peter Thornton mit einem schweren Seufzer ein, der es sich in einem Sessel bequem gemacht hatte, ehe Jack Dalton etwas erwidern konnte.
Dieser Umstand brachte ihm einen gehörigen Schrecken ein, da er angenommen hatte MacGyver alleine in dessen Wohnung anzutreffen.



Andromeda-Galaxie
Cyrannus Star System
Armada der Zylonen - Flaggschiff

Die gewaltige Angriffsarmada der Zylonen hatte sich schon seit geraumer Zeit aufgeteilt. Eine Armada jagte der von der Galactica begleiteten Flüchtlingsflotte hinterher, einige andere suchten ebenfalls nach weiteren Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet waren, und eine andere hielt sich immer noch als Besatzungsmacht in den Sonnensystemen der Zwölf Kolonien von Kobol als Besatzungsmacht auf.
Und in der Letztgenannten hielt sich eine bekannte Figur auf. Es war Sharon Satterfield, die eher rein zufällig mitbekommen hatte, dass geplant war sie zur Heimatkolonie der Zylonen zu transferieren um so besser für ihre Sicherheit sorgen zu können. Denn ihr Wissen und ihr Körper waren für das Volk der Zylonen einfach zu wertvoll. Vor allem hatte eine Erkenntnis alle erschreckt: Es gab noch weitere Menschen in einigen anderen Galaxien. Deswegen hatten einige Einser bestürzt geäußert: “Das artet ja in Arbeit aus, um das Universum von dieser Plage zu befreien!”

Doch Sharon Satterfield hatte den Beweis, dass es ihr Team immer noch da draußen irgendwo gab, weswegen in ihr der Wunsch wuchs die Zylonen so bald es ihr nur möglich war zu verlassen und um ihre alten Freunde vor deren Pläne zu warnen.



Milchstraße
Erde
USA - Homeworld Command

Erneut klopfte es mehrere Male an die Tür, die von Jack O’Neills privatem Quartier auf dem Stützpunkt. Um gar nicht in seiner notwendigen Ruhe gestört zu werden hatte er extra ein Schild mit der Aufschrift: “NICHT STÖREN!!!” außen angebracht.

Als dann aber auch noch zusätzlich das Telefon neben seinem Bett zum Leben erwachte, war es endgültig vorbei mit der Ruhe für den General.

“General O‘Neill! Was soll das? Kann man nicht einmal ein paar Stunden pennen ohne gestört zu werden?”, grunzte er grob in den Hörer, ohne zu wissen wer sich überhaupt am anderen Ende der Leitung befand.
“Was? Maybourne?… Wie bitte?… Oh, Mann!… Aha. Okay. Wenn es denn sein muss… Richten Sie ihrer Majestät aus, dass ich unterwegs bin Lieutenant!”, brummte der General, dann legte er auf.
“Auch das noch. Was zur Hölle will denn der jetzt schon wieder von mir und hier?”, murmelte Jack immer noch schläfrig.



Pegasus-Galaxie
Atlantis

Mit den neueingestellten Tiefraumsensoren und einem Apparat, den vor vielen Monaten Todd der Wraith John Sheppard ausgehändigt hatte, konnten die Bewohner von Atlantis beinahe alle Schiffe der Wraith in einem Großteil der Galaxis im Blick behalten. Dies war natürlich vom großen Nutzen für die bevorstehende Destiny-Mission.

Aber die aktuellen Bewegungen sämtlicher Wraith-Flotten sorgten bei allen im Raum für großes Unbehagen. Denn die Wraith schienen sich nicht mehr nur auf ihre eigenen Territorien zu konzentrieren und diese zu verteidigen, sondern damit beschäftigt zu sein  die Pegasus systematisch zu durchstreifen.

“Sie haben Recht, Doktor Zelenka. Das könnte ein großes Problem für uns alle werden”, stellte Richard Woolsey fest, der gerufen worden war um die aktuelle Entwicklung selber in Augenschein zu nehmen.
Der Tscheche nickte und bestätigte die Annahme des Leiters: “Dadurch das bereits über die Hälfte der Wraith die Pegasus verlassen hat und in die Milchstraße gezogen ist, verteilen sich die hiergebliebenen neu.”
“Ja. Aber es gibt auch Zusammenschlüsse. Neue Allianzen”, stellte Colonel Sheppard fest.
Darauf reagierte Ronon mit der Bemerkung, dass es dadurch auch zu Spannungen unter den verschiedenen Wraith-Stämmen kommen wird, was wieder gut für alle Menschen in der Pegasus-Galaxie wäre.
Es war ihm und auch Teyla sofort aufgefallen, dass es etwa 5 große und etwa 3 kleine solcher Zusammenschlüsse der Wraith gab, die ihre Flotten neu formierten.



Milchstraße
Erde
USA - Homeworld Command

“König Arkhan I. hier auf der Erde - welche Ehre!”, erklärte General O’Neill, als er das noble und komfortable VIP-Quartier betrat, wo sein Gast schon seit einer guten Stunde auf ihn wartete.
“Hallo Jack! Schön Sie wiederzusehen.”
“Gleichfalls. Ah ja, was gibt es dieses Mal?”
“Die Wraith waren, wie auf der Tafel beschrieben, bei uns gewesen. Doch Dank meiner Erkenntnisse, die immer noch sehr viele meiner treuen Untertanen nach wie vor als seherische Gaben betrachten, kam niemand direkt zu schaden. Die Angreifer sind seit etwa einem halben Tag weg. Aber bevor sie uns verließen, haben sie wohl aus Wut darüber keine Beute gemacht zu haben, sehr viel verwüstet oder unwiederbringlich zerstört”, antwortete Harry betrübt, womit seinem Gesprächspartner schnell klar wurde, worum es in dem Gespräch gehen würde - nämlich um humanitäre Hilfe.


Los Angeles - MacGyvers Wohnung

So einige Stunden waren vergangen, da erklärte auch Pete seine Absicht Mac bei seiner Reise zumindest bis auf dem Mars zu begleiten.
“…und wenn ich die Tests bestehen sollte, komme ich natürlich mit auf die Destiny”, legte Thornton für sich den weiteren Ablauf fest.

“Dann wäre das ja beinahe wie in alten Zeiten Freunde”, stellte Jack fest, “denn ich werde auch mitkommen. Ihr glaubt doch nicht etwa, dass ich euch beide alleine lasse. Ohne mich seit ihr da draußen im All doch aufgeschmissen!”
Diese Ankündigung brachte dem Mann mit dem markanten Schnauzer fragende Blicke ein. Weswegen er mit den Worten: “He! Die brauchen bestimmt noch ein paar gute Piloten da draußen.“ - reagierte.

“Na, das kann ja heiter werden”, flüsterte daraufhin Pete leise Mac zu.
“Ja. Ich erinnere mich auch daran, dass es immer andersherum war”, raunte jener ebenso leise zurück.



Andromeda-Galaxie
Battlestar Minas

In der letzten Zeit hielt sich der Kampfstern immer des Öfteren außerhalb des Cyrannus Star Systems auf. Auch wagte er sich weiter hinaus um die Lage zu erkunden und nach schutzlosen zivilen Flüchtlingsschiffen zu suchen, die man kapern und ausplündern konnte. Doch diese wurden weniger, da sie entweder schon von den Zylonen aufgebracht worden sind, oder sich einer Flotte von mehreren Kampfsternen als Geleit angeschlossen hatten, von denen es einige gab um eine neue Heimat zu suchen.

“Unsere Lager sind beinahe alle voll. Aber wir benötigen noch einige weitere Vorräte…”, eröffnete Joana Edwards die tägliche Lagebesprechung, die dann auch laut das Thema ansprach sich eine neue Heimat zu suchen.
Am Ende ihres Vortrags meinte ihr XO: “Klingt alles sehr vernünftig. Doch wie schon bereits erwähnt wurde, brauchen wir noch einige Thyliumvorräte, da diese Reise sehr lange dauern könnte - vermutlich zwei bis drei Jahre. Wofür ein Kampfstern dieser Klasse ausgelegt ist.”

Kurz darauf gingen beide mit dem übrigen Führungsstab in die Beratungen für das weitere Vorgehen mit den kleineren Details weiter.
Mittendrin wurde dann aber unerwartet der Alarm ausgelöst. Hastig sprangen alle auf um zusammen die Offiziersmesse zu verlassen und in das CIC zu eilen.

“Commander. Es sind 3 Basisschiffe der Zylonen!”
“Verflucht! Koloniale Flüchtlinge wären mir lieber gewesen… Sprung vorbereiten und dann zu den Notfallkoordinaten!”, befahl Joana Edwards.
“Sir. Der FTL-Antrieb ist Offline! Ist gerade eben passiert…”
“Was?”
“Der ist defekt! Da muss beim letzten kleinen Gefecht mit dem einen Basisschiff irgendein Schaden auftreten sein, der…”, meldete die neue Kommunikationsoffizierin rasch.
“Gefechtsbereitschaft für das gesamte Schiff!”, befahl daher Derek, der seit der Meuterei zum XO geworden war, verärgert.

Somit machte sich auf diese Weise das schlechte und kriminelle Vorgehen der Crew von der Minas bemerkbar. Denn hätte man auf Zusammenarbeit mit anderen Schiffen, egal ob militärisch oder zivil gesetzt, hätte man bessere Verteidigungsoptionen gehabt.
Aber so sah es schlecht bestellt um die Zukunft aller Menschen an Bord aus.

Auf den DRADIS-Monitoren im Combat Information Center konnten alle mit ansehen, wie schnell die drei Schiffe der Zylonen damit begonnen hatten sie in die Zanke und unter Beschuss zu nehmen.
Diese machten sich als heftige Erschütterungen bemerkbar, die die gesamte Minas beinahe ohne Unterbrechungen erzittern ließen.

An Bord der Minas arbeiteten die Mechaniker und Techniker fieberhaft am FTL-Antrieb, wobei sie sämtliche Energie - und Steuerungsleitungen abtrennten um das Schiff nicht zu gefährden.

Im Maschinenraum wandte sich einer der Mechaniker an einen der Sträflinge, der die Arbeitenden überwachen sollte, und schrie laut über den Lärm hinweg: “Melden Sie unserer Befehlshaberin das wir noch mehr Zeit benötigen - etwa noch 15 bis 20 Minuten!”

Währenddessen ging der Beschuss der Zylonen pausenlos weiter, die vollkommen unerwartet auf die Minas gestoßen waren. Diese nahmen bereits seit einiger Zeit bewusst sämtliche Geschütztürme des Kampfsterns unter Beschuss, um diese auszuschalten. Doch wunderten sie sich sehr darüber dass bislang noch keine Viper und Raptor gestartet worden waren, obwohl die Abwehrgeschütze schon eine Schutzzone aufgebaut hatten, die dies ermöglichten.

Die Besatzung an Bord der Minas hatte zudem wegen dem pausenlosen Dauerbeschuss durch die Basisschiffe der Zylonen mit immer mehr Bränden zu kämpfen, die teilweise zusätzlich auch noch von Explosionen begleitet wurden.

“Commander! Wir haben erneut einige unserer wichtigsten Geschütztürme verloren! Wenn wir nicht bald von hier verschwinden können, dann sind wir erledigt!”, schrie Derek, der XO über den Tumult hinweg, in dessen Blick bereits die blanke Panik zu erkennen war.
Kurz darauf rannte einer der Mechaniker vollkommen aus der Puste, so schnell ihn seine Füßen hatten dorthin bringen können, in das CIC.
“Sir! Wenn wir springen wollen, dann sollten wir es jetzt tun. Der FTL-Antrieb ist unter größten Anstrengungen notdürftig repariert”, sprach er endlich die erlösenden Worte, bevor er kollabierte.
“Den Göttern sei Dank! Sofort den Sprung durchführen! Und Sprung! Sprung!”, befahl Joana Edwards sofort panisch.

Die Battlestar Minas verschwand in einem grellen Überlichtblitz gerade noch rechtzeitig, da etliche Atomwaffen der Zylonen sonst für ihre Vernichtung gesorgt hätten.

Einige Lichtjahre weiter von ihrer alten Position entfernt tauchte der Kampfstern wieder auf. Und nach der Überprüfung sämtlicher Schadensberichte wurde eines klar, die Minas würde keinen Kampf mehr überstehen.

“Wir müssen evakuieren, Derek!”, flüsterte Joana leise ihrem XO ins Ohr.
Dieser nickte kaum bemerkbar und raunte ruhig und leise zurück: “Das ist leider wahr. Leider haben wir nicht genug Viper, Raptor und Shuttles für alle hier an Bord…”
“Ich weiß. Vorschläge?”
“Bringen wir uns in Sicherheit. Es können nicht alle überleben…”

“Hm. Lieutenant. Wie viele Überlichtsprünge haben wir noch?”, fragte die Kommandantin dann nach kurzer Überlegung laut.
“Laut unserer Anzeigen… maximal 3, Sir!”, lautete die Antwort der Offizierin.

“Was hast Du vor Joana?”, erkundigte sich der XO.
“Die Leonis finden. Und damit meinen Cousin Jonas. Er hält sich mit großer Sicherheit noch in der Nähe unseres Heimatsystems auf…”
“Die werden uns nicht gerade auf die Schultern klopfen, sondern wohl die meisten von euch Militärs durch die Luftschleuse werfen, oder gleich erschießen lassen!”, warnte sofort Derek daraufhin leise zischend.
“Aber nicht mein Cousin. Er wird mich nur in eine Zelle sperren”, hoffte die junge Frau.


Battlestar Leonis - CIC

“Ist der Kontakt auf dem DRADIS immer noch auf derselben Position, Colonel Hale?”
“Ja, Commander. Und wenn die Daten hier stimmen, dann handelt es sich dabei um die Minas. Geben Sie Befehl zum Angriff, Sir?”
“Noch nicht! Waffen noch ruhen lassen! Gab es bislang irgendwelche Versuche von der Minas uns zu kontaktieren?”, fragte Jonas Edwards an seinen Kommunikationsoffizier gerichtet.
Dieser schüttelte den Kopf, und sagte: “Noch kein Mucks Sir.”
Dafür meldete sich dafür der Taktikoffizier zu Wort, welcher vermeldete: “Von der Minas wurden soeben Viper, Raptor und Shuttles gestartet.”
“Commander?”, fragte der XO, der seinem Kommandanten daran in Erinnerung rief eine Entscheidung zu treffen.
“Gut. Die CAP soll sie abfangen! Startet all unsere Viper! Und schickt einen Raptor zu der Position der Hyperion um Admiral Korfu zu informieren dass wir die Minas haben! Lasst die Flugzeuge der Minas nur einzeln, im Gefangenendrill, an Bord des Backbordhangars bringen! Wer sich von der Minas meinen Anordnungen widersetzt wird abgeschossen!”
“Jawohl, Sir. Ihr habt den Commander gehört - an die Arbeit!”, ordnete Colonel Hale an, der prüfend zu Edwards schaute, welcher während er auf den DRADIS-Monitor blickte auf einen Kontaktversuch von den sich nahenden Fluggeräten wartete.

Backbordhangar

Wie von Commander Jonas Edwards angeordnet, wurden zuerst die verbliebenen 13 Viper, danach die 6 Raptor der Battlestar Minas, und zum Schluss die 4 zivilen Shuttles an Bord geholt. Die jeweiligen Besatzungen mussten sofort nach ihrer Ankunft aussteigen, ihre Waffen und Ausrüstung ablegen, sowie sich niederknien. Danach wurden ihnen sofort die Handschellen oder andere verfügbare Fesseln angelegt.

Von einem Geländer aus verfolgte Jonas Edwards, der das CIC schnell verlassen hatte den gesamten Ablauf. Sein Blick erhellte sich aber nur kurz als er seine Cousine unter den Ankömmlingen ausgemacht hatte.



2 Tage später
Andromeda Galaxie
Battlestar Hyperion

Es hatte eine gewisse Zeit in Anspruch genommen alle noch lebenden übrigen Personen, sowie die geplünderten Vorräte von der Minas zu bergen. Dabei wurde offensichtlich, wie brutal die Meuterer bei ihrer Flucht von der Minas vorgegangen waren. Die Überlebenden  berichteten daher von spontanen Hinrichtungen, sowie Verhaftungen, die Joana Edwards, Derek und den den anderen Verantwortlichen der Meuterei die Flucht erleichtern sollten.

In seinem persönlichen Quartier führte Admiral Alexander Korfu all diese gewonnen Erkenntnisse in einem Gespräch mit seinem Führungsstab auf, und zog Bilanz: “…wir haben beinahe 300 Personen von der Minas innerhalb unserer Flotte, haben unsere Schlagkraft etwas erhöhen können, wegen der Viper und Raptor. Doch ich muss ihnen allen diese Frage stellen: Was soll nur mit allen geschehen? Es sind unter diesen Personen, bis auf nur einige wenige Ausnahmen, alles Vagabunden, Piraten, Meuterer, Kriminelle - kurz gesagt die schlimmsten Verbrecher mit den abscheulichsten Taten in allergrößter Not, keine Leute für die Sonntagsschule.”

Alle im Raum nickten wortlos. Ehe man über die bereits ersten gefällten Urteile diskutierte.
Die meisten davon waren Todesurteile. Einige Offiziere sprachen sich aber dafür aus nur körperliche Bestrafungen wie Schläge vorzunehmen und zur Abschreckung nur wenige Todesurteile wirklich zu vollstrecken.
“Was? Die gehören doch allesamt exekutiert!”, erklärte der XO von der Hyperion empört auf den Vorschlag seines Kameraden von der Leonis.
“Nun ja. Wir wissen nicht wie viele von unseren Volk überlebt haben, und da…”, versuchte jemand vorzubringen.
Darauf reagierte der XO der Hyperion erneut ungehalten mit einem: “Blödsinn!”

Der Einzige, der nur selten etwas sagte, war Commander Jonas Edwards, der mit immer mehr schwitzenden Händen das gefällte Urteil für seine Cousine Major Joana Edwards in den Händen hielt. Es war ein Todesurteil.

Nach einem mühsamen Gespräch unter vier Augen mit seinem Vorgesetzten Admiral Korfu, hatte sich Commander Edwards in Begleitung von einigen Marines auf den Weg zum Zellentrakt an Bord der Hyperion gemacht.

Sofort als Joana Jonas erblickt hatte, sprang sie von ihrem Bett auf und sah in flehentlich an. Doch der Mann schüttelte nur traurig den Kopf als er vor ihr stand, und fragte: “Was hast Du unserer Familie damit, mit deinen Taten nur angetan? Wieso? Sag es mir!”
“Du bist doch hier um mich auf die Leonis zu holen und dort in einer Zelle für einige Zeit einzusperren…”
“Nein. Ich bin hier um Dir zu sagen, dass es das Todesurteil ist, was in zwei Stunden vollstreckt werden soll. Ich hatte mich dabei enthalten. Aber bleibt Dir zumindest die Wahl: Entweder die Luftschleuse oder der Tod durch Erschießen?”
“Was? Das kannst Du doch nicht erlauben! Ich… ich will leben. Unter deinem Kommando. Bitte Jonas. Ich habe das Recht auf eine Anhörung. Bitte. Bitte vergib mir”, flehte Joana verzweifelt, als mehrere Marines zu ihr in die Zelle traten, um ihr erneut Handschellen anzulegen und dann fortzuführen.

Mit Tränen in den Augen sahen sich beide an, ehe sich dann schließlich Commander Jonas Edwards traurig von Captain Joana Edwards abwandte und sagte: “Das habe nicht ich zu entscheiden. Du hattest Deine Chance. Ich vergebe Dir, und die Götter hoffentlich auch!”
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#18
Odyssee
Folge 2.20 Die Electra, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Helios Delta System
Orbit des Gasgiganten Hestia
Battlestar Heracles - Quartier des Admirals

Schon seit geraumer Zeit ging Diana McBride beinahe pausenlos mit meist langsamen Schritten auf und ab, wobei sie sich nebenbei die Stirn massierte.
Doch dann hielt sie unvermittelt inne und wandte sich dann den einzigen Menschen zu, der sich ebenfalls in ihrem Quartier aufhielt und an ihrem Arbeitstisch saß.

“So David! Wie sieht es denn jetzt nun aus? Die Zeit drängt allmählich, und Du hattest auch mehr als genug davon von mir bekommen, um die Electra wiederzufinden. Und das möglichst auch noch vor diesen Toastern! Auch befinden sich einige Schiffe unserer Flotte in einen sehr miserablen Zustand…”
“Das weiß ich leider auch. Du hast mir selber die Berichte unter die Nase gehalten Diana. Auch mir bereitet es große Sorgen, was die Zustände der Heracles, der Icarus und der Dionysos…”
“Ja. Und? Das Überleben unserer kleinen Flotte und vielleicht auch noch die Zukunft der gesamten Menschheit hängt an einem sehr dünnen seidenen Faden! Also mach endlich! Lösen Sie endlich diesen Algorithmus auf und finden somit mein Schiff wieder, Captain!”, brummte Admiral McBride zum Ende hin dann doch wütend und gestresst.
“Verstanden. Ich bleibe natürlich dran, Sir”, schluckte David McBride, der Angst vor seiner älteren Schwester bekam, die ihn immer noch mit einem außerordentlich sehr bösen Blick anfunkelte.

Wenige Sekunden später setzte er sich mit seinem Rollstuhl in Bewegung um sich in sein eigenes Quartier zu begeben und seine Aufgabe endlich zu beenden.



Milchstraße
Mars - SGCB

Es war nur wenige Minuten her als sich das Stargate geschlossen hatte und die letzten Mitglieder, die zur Verstärkung für die Destiny zum Sammelpunkt aufgebrochen waren, den Ereignishorizont durchschritten hatten.
Deswegen atmete auch General Ming erleichtert mehrmals durch, dann hatte er sich umgewandt und sich auf den Rückweg in sein Büro gemacht.
´Viel Glück Brigadier General Carter´, dachte der Chinese, der aber auch wusste dass die Teilnahme der Mission von Colonel Telford ein gewisses Risiko barg, doch lag dies nicht in seiner Verantwortung, denn diese lag bei General O’Neill höchstpersönlich, der sein Einverständnis dafür gegeben hatte.



Pegasus-Galaxie
Icarus III

Nach und nach trafen immer mehr Personen auf dem Planeten ein, die von den vielen Schlachtschiffen der Erde hinunter auf die Oberfläche auf einen der vielen Sammelpunkte gebeamt wurden.
An einer mobilen kleinen Kommandozentrale, wo sich eigentlich das DHD befand, wurde schon seit Tagen fieberhaft gearbeitet um den reibungslosen Ablauf durch das Sternentor zu ermöglichen.


Orbit Icarus III

Mittlerweile hatten sich im Orbit des Planeten zehn Schlachtschiffe der Erde eingefunden, welche man für die Absicherung dieses wichtigen Einsatzes abkommandiert hatte. Sie hatten bereits ihre Positionen eingenommen.

U.S.S. George Hammond - Brücke

An Bord des Flaggschiffes, das hin und wieder zwischen der Pegasus-Galaxie und der Milchstraße pendelte, wurde alles bereits schon seit einer guten Woche überwacht, kontrolliert und koordiniert.

Schließlich nickte Samantha zufrieden: “Achtung! An alle Schiffe und an das Personal auf Icarus III - hier spricht Brigadier General Carter: Die Anwahlsequenz für die Verbindung zur Destiny beginnt von jetzt an in 30 Minuten! Halten Sie daher sich selber und auch das gesamte Equipment wie besprochen bereit! U.S.S. George Hammond, Ende!”

“Ma’am, tut mir leid Sie stören zu müssen”, unterbrach jemand aus ihrer Crew, “doch leider habe ich hier etwas sehr Wichtiges: Die Tiefraumsensoren haben eine ziemlich große Flotte der Wraith entdeckt. Bei aktuellen Kurs und Geschwindigkeit werden die Banditen in einer knappen halben Stunde hier eintreffen.”
“So ein Mist! Genau zu dem Zeitpunkt wo unsere Leute das Tor auf Icarus III zur Destiny passieren… Danke für die Warnung und behalten Sie die Kerle im Auge, Lieutenant!”, seufzte Sam und nickte einen der Kommunikationsoffiziere zu, mit dem Auftrag alle anderen 9 Kommandeure Verbindung aufzunehmen. Parallel dazu widmete sich Carter selber ihrer Arbeit an einen der Bordcomputer.



Andromeda-Galaxie
Rand des Cyrannus Star Systems
Battlestar Thetis

Schon seit einiger Zeit liefen Commander Liam Aberdeen und der Commander des Battlestar Hephaistos, Arthur Tigris, gemeinsam durch die Korridore und Decks des Kampfsternes.
Man war aus rein höflicher Sicht froh, aber auch im Innern alarmiert darüber gewesen als man genau auf dieses Kommando der Hephaistos getroffen war. Dies lag an der nur als zu sehr bekannten und traurigen Akte, die das Verhalten von Commander Tigris bis ins kleinste Detail beschrieb.
Auf Grund dieser Tatsache und seines guten Gespürs hatte Aberdeen seinen Leuten den klaren Auftrag erteilt, jeden kleinen Schritt genau zu beobachten und notfalls auch mit Gewalt einzugreifen.

Als seine persönliche Rund-um-die-Uhr-Begleitung hatte der Befehlshaber der Thetis nur zwei Soldatinnen bestimmt, nämlich Private Sandra Kieras und überraschenderweise für alle in seiner übrigen Crew: Lieutenant Tessa de Vaux, die beide nur wenige Meter hinter den beiden herliefen.

Während sich zahlreiche andere Crewmitglieder aus der Mannschaft von Commander Aberdeen und auch einigen wenigen ausgewählten Mitgliedern der Andromeda-Expedition immer wieder Abschnittsweise abwechselten.

Als sie sich beide dann auf dem Rückweg zum CIC befanden, registrierte die Koloniale Soldatin mit ihren stets wachsamen Blicken wie sich Commander Arthur Tigris etwas, ungefähr einen guten halben Meter nach hinten fallen ließ, während seine linke Hand ganz langsam die Pistole aus dem Holster zog. Doch bevor der Befehlshaber der Hephaistos seine Waffe auf den Commander der Thetis richten konnte, krachte ein Schuss.

Voller Schrecken zuckte Aberdeen kurz zusammen und ließ sich auch schon zu Boden fallen, während er sich nach hinten umwandte.
“Danke, Private Kieras.”
“Gern geschehen, Sir. Sie haben wohl den richtigen Riecher gehabt was diesen Kerl hier anging. Commander Tigris hat wohl den Plan gehabt Sie zu ermorden um dann selber das Kommando hier an Bord zu übernehmen…”
“Apropos… Ist Tigris tot?”, erkundigte sich Aberdeen, der sich vorsichtig wieder erhoben hatte bei den herbeigeeilten Sanitätern, die de Vaux, die bereits Erste Hilfe geleistet hatte, beiseite geschoben hatten.

Einige Sekunden vergingen, ehe einer der Sanitäter nach einer kurzen Untersuchung die Frage beantworten konnte: “Noch nicht, Sir. Doch wenn wir ihn so schnell wie möglich in den OP bringen, könnte er es überleben.”
“Dann mal los! Eigentlich hat der Dreckskerl es nicht verdient weiterzuleben…”, brummte Liam angewidert.
“Ich kann Commander Tigris noch eine Kugel verpassen, Boss”, seufzte Private Kieras.
“Nein, Private! Warten wir erst einmal ab… Aber sorgen Sie für eine ausreichende Bewachung dieses Abschaums der Kolonialen Flotte! Und Sie Lieutenant de Vaux informieren ihre Miss Shen über diesen Vorfall hier! Sergeant Morgan, ich will das die Crew der Hephaistos sofort und alle ohne jede Ausnahme isoliert, überprüft und vernommen wird!”
“Jawohl, Commander”, nickte der Marine, der einigen seiner Kameraden nur ein paar Zeichen gab, worauf jene ihm folgten.


Helios Gamma System
Gasgigant Ophion
Battlestar Heracles - CIC

Von der Schönheit des Planeten und seiner Ringe bekam so gut wie niemand aus der Crew etwas mit, denn zuviel Arbeit wartete auf alle.

Die ganze Zeit über hatte Colonel Lot Hebridan als XO die Wache an Bord gehabt. Doch der Mann war froh, dass sich Admiral Diana McBride dazu entschlossen hatte wieder bei ihm im CIC vorbeizuschauen. Seit wenigen Minuten schon blätterte die Befehlshaberin des Kampfsterns in dem neuesten Bericht, der ihr den Zustand ihrer kleinen Flotte verriet.

“Oh nein! Bei den Göttern von Kobol, warum muss dies wirklich der Fall sein?”, fragte sie halblaut. “Also… Alle mal herhören: Laut des Berichtes hier, müssen wir wohlmöglich in den nächsten beiden Wochen die Icarus und die Dionysos evakuieren, da ihre Schäden zu gravierend sind, und deswegen die dortigen Besatzungen und Zivilisten auf die anderen Schiffe unserer Flotte umverteilen…”
“Das bedeutet wir rücken noch enger zusammen!”, bemerkte Colonel Hebridan sogleich.

Dieser Satz rief bei Admiral McBride einen kurzen Seufzer hervor, die dann sofort zu ihren jüngeren Bruder schritt.
“So, Captain McBride”, wisperte die Frau, “Sie müssen den Algorithmus endlich lösen, sonst sind wir erledigt!”
“Ich bemühe mich. Es sollte bald soweit sein. Spätestens morgen”, versprach David, der für einen kurzen Moment nur in die strengen und düster dreinblickenden Augen seiner Schwester und Vorgesetzten schaute.
“Gut. Hoffentlich.”



Pegasus-Galaxie
Orbit Icarus III
U.S.S. George Hammond - Brücke

Glücklicherweise hatte man den Umstand registriert dass die Wraith in einiger Entfernung den Hyperraum bereits einmal kurz verlassen hatten. Dies brachte für alle eine gewisse Gnadenfrist.

“General Carter. Die Bodencrew auf Icarus III meldet dass die Wurmlochverbindung zur Destiny stabil ist.”
“Sehr gut. Das sind gute Nachrichten, Lieutenant. Sie sollen sofort mit dem Transfer zur Destiny beginnen…!”, begann Samantha, die gerade einige Befehle aussprechen wollte, als der Annährungsalarm ausgelöst wurde.

Alle an Bord der George Hammond und auch die Besatzungen der anderen Schiffe der Erde, sowie das Personal unten auf dem Planeten wussten es jetzt, die Wraith hatten wie befürchtet diese eigentlich bevölkerungsreiche Welt erreicht.
Aber man war darauf vorbereitet gewesen, die Bevölkerung war mit Hilfe der Reisenden um Larrin evakuiert und umgesiedelt worden und aktuell befanden sich zehn Schiffe der Erde im Orbit, die bereits eine Verteidigungsformation eingenommen hatten.


Icarus III

Sofort nach dem Auftauchen der Wraith wurde auf der Oberfläche des Planeten ein Schutzschild aktiviert. Dieser war dazu bestimmt das Gelände um das Stargate und das gesamte Personal zusätzlich zu schützen. Außerdem standen noch einige modifizierte Puddle-Jumper für eine Evakuierung des technischen Personals bereit, welches nicht mit zur Destiny reisen würde.



Andromeda-Galaxie
17 Lichtjahre vom Cyrannus Star System entfernt
Epsilon-Sektor - Ephigenie-Nebel

Nur für einige wenige Sekunden waren die gut ein Dutzend leuchtenden Lichtpunkte zu sehen, die von den Überlichtblitzen der beiden Kampfsterne Thetis und Hephaistos sowie je einem Thyliumraffinerie-, Botaniker-, Minenbergbauschiff und den zwei verbliebenen zivilen Passagierschiffen stammten.
Die von Commander Aberdeen geführte Flotte hatte somit nach dem verhinderten Attentat einen sicheren Hafen erreicht.


Battlestar Thetis - Steuerbordhangardeck

“Verflucht noch mal! Was bei den Göttern soll dieses Geräusch seitdem wir hier sind? Ist ja nicht mehr auszuhalten!”, murrte der Chief total gestresst, während er schon damit begonnen hatte sich nach der Ursache dafür umzusehen.
Doch einer seiner Mechaniker war schneller gewesen und hatte die Quelle dafür bereits aufgespürt, rief seinen Vorgesetzten zu sich und sagte: “Das Geräusch kommt aus einen dieser Jumper unserer neuen Alliierten, die Private Kieras aufgegabelt hatte…”

Combat Information Center

“…es handelt sich um den Jumper, an welchen First Lieutenant Jin einige Kalibrierungen vorgenommen hatte. Somit wurde ein Impuls aufgefangen, den wir ohne jeden Zweifel absolut übersehen hätten. Der Größe nach könnte es sich dabei im schlimmsten Fall um ein Basisschiff der Zylonen handeln”, fasste Commander Aberdeen die gesammelten Fakten zusammen.
Danach ergriff sein XO das Wort und ergänzte: “Aber es gibt auch noch eine andere Möglichkeit: Es könnte sich um die Battlestar Electra einen bauneuen Kampfstern der Mercury-Klasse handeln, der einige Tage vor dem Ausbruch des zweiten Krieges gegen die Zylonen spurlos, ohne Crew an Bord während eines Testlaufes verschwunden ist.”
“Das ist wahr. Ich kenne den Bericht Colonel Iden. Und daher möchte ich, dass wir einige getarnte Jumper auf eine Aufklärungsmission genau zu diesen Koordinaten schicken, woher dieser Signalimpuls herkommt! Natürlich nur, wenn Sie damit einverstanden sind, Miss Shen.”
“Kein Problem. Wir werden drei Jumper dorthin entsenden um die Lage zu erkunden”, willigte Xiaoyi ohne lange zu zögern ein, da sie selber neugierig war.



30 Minuten später
Andromeda-Galaxie
17 Lichtjahre vom Cyrannus Star System entfernt
Epsilon-Sektor - Ephigenie-Nebel
Jumper #1

Allen an Bord war es sofort aufgefallen, First Lieutenant Jin war überglücklich darüber gewesen die Zelle mal wieder verlassen zu dürfen.
“Hier Lieutenant de Vaux. Wir haben Sichtkontakt zum Zielobjekt, welches ohne jeden Zweifel ein Kolonialer Kampfstern sein muss. Einer von den ganz großen Pötten. Fliegen für eine sichere Identifizierung noch näher ran. Jumper #1, Ende.”


Battlestar Thetis - CIC

Nur ein paar wenige weitere Minuten waren verstrichen, dann aber herrschte auch schon Gewissheit: Es war tatsächlich die verschollene Electra.
Ohne lange zu überlegen, befahl Commander Aberdeen seiner gesamten Flotte sofort dorthin aufzuschließen, aber dennoch einen  Sicherheitsabstand beizubehalten, sowie auch weiteres Personal an Bord des Kampfsterns des Mercury-Typs zu entsenden.


Battlestar Electra - Steuerbordgondel, obere Landebucht

“Hier Jumper #1. Commander Aberdeen, wie sind soeben in der Steuerbordgondel auf der oberen Landebucht gelandet, und werden sofort damit beginnen die Lage an Bord der Electra zu erkunden und den Kampfstern zu sichern”, meldete Private Sandra Kieras, die noch auf die Bestätigung der Thetis wartete genau dies auch zu tun.


Battlestar Heracles - CIC

“Sir. Der Sprung wurde erfolgreich durchgeführt… unsere Flotte ist… vollzählig… He, was sind das alles für Kontakte! Etwa ein gutes Dutzend! Alarm! Admiral wir sind nicht allein!”, meldete ein sich beinahe überschlagender angespannter Taktikoffizier.
“Bei den Herren von Kobol! Diese anderen Schiffe sollen sich sofort ausnahmslos identifizieren! Gefechtsbereitschaft für die gesamte Flotte! Alarmviper starten! Und all die anderen Geschwader sofort kampfbereit machen!”, verlangte Admiral Diana McBride.
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#19
Guten Abend, verehrte Leser. Heute ist Freitag, und ja, richtig - wir fahren fort mit dem Re-Start dieser FF-Serie und mit Staffel 3.

Odyssee
Folge 3.01 Die Electra, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Thetis - CIC

“Ich kann es Ihnen wirklich versichern: Hier ist wirklich die Battlestar Thetis, Admiral McBride. Und wir müssen zugeben dass wir sehr überrascht - aber auch natürlich absolut glücklich darüber sind, Sie hier draußen zu treffen”, bestätigte und erklärte Commander Aberdeen, dem nach wie vor jede Menge Schweiß auf der Stirn stand.
Doch die Unterhaltung mit Diana McBride war dennoch nicht vorüber, denn es gab sofort wichtige Punkte abzuklären.
“…ja. Ja, Sir… Wir haben bereits einige Leute an Bord der Electra entsandt. …Natürlich. Gut. Wenn Sie es so wollen… In Ordnung Admiral McBride. Ich werde mich umgehend darum kümmern”, versicherte Liam Aberdeen, der kurz darauf aber endlich wieder ruhiger und auch sichtbar entspannter wirkte.

Schließlich war das Gespräch mit Diana McBride beendet und er hängte den Hörer wieder ein. Kurz darauf wandte er sich an die diensthabende Kommunikationsoffizierin: “Sie sagen Folgendes unseren Leuten, die sich bereits auf der Electra aufhalten, nämlich das wir die Unterstützung von der Battlestar Heracles und einigen weiteren Kolonialen Schiffen haben, und somit weiteres Personal unterwegs ist um die Electra zu sichern, womit wir auch ab sofort unter dem Befehl von Admiral Diana McBride stehen!”
“Verstanden Commander.”


Battlestar Electra - Steuerbordgondel, Hangardeck

Nachdem wir die Funknachricht von der Thetis erhalten hatten, wartete unser Team auf das weitere Personal von der Heracles. Diese betraten über einige Luftschleusen und den Frachtaufzug das Hangardeck den Kampfstern, welchen wir schon zu einem kleinen Teil gesichert hatten.

Unter den Neuankömmlingen befanden sich nicht nur weitere Mechaniker, Techniker und Koloniale Marines, sondern natürlich auch Offiziere und Piloten.

Eine der jungen Frauen nahm schließlich ihren Helm ebenfalls ab, worauf Private Kieras nicht mehr zu halten war: “Oh! Bei den Göttern von Kobol! Du bist es! Du lebst Susan!”
“Das gleiche wollte ich selber sagen Sandra! Oh, meine liebe Schwester!”, stieß die Soldatin erleichtert hervor, während sich die beiden bereits herzlich umarmten.

“Hm! Ich unterbreche ja nur ungern eure Familienzusammenführung, aber wir haben einen klaren Auftrag: So schnell es uns möglich ist die Electra zu sichern und in Betrieb zu nehmen!”, meldete sich eine männliche Stimme räuspernd.
“Ja, Sir. Natürlich machen wir, Captain McBride”, nickte Private Susan Kieras verlegen dem Offizier im Rollstuhl zu.

Nach einer kurzen Lagebesprechung fuhren wir damit fort die Electra Deck für Deck und Sektion für Sektion zu überprüfen, während zeitgleich immer wieder weitere Personen an Bord eintrafen, weil Admiral McBride keine unnötige Zeit verlieren wollte.



Pegasus-Galaxie
Icarus III

Seitdem die Wraith in Waffenreichweite gelangt waren, war eine heftige Weltraumschlacht im Orbit des Planeten entbrannt. Wobei sich die zehn Schlachtschiffe der Erde bei diesen Einsatz nur darauf beschränkten einen gewissen Teil der Oberfläche zu schützen, fiel diese Aufgabe trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit, gegen die über einen Dutzend angreifenden Wraith-Raumschiffe leichter aus als zunächst befürchtet.

Aber schnell bemerkten die Wraith allerdings leider genau dies, weshalb sie sich darauf konzentrierten den Verteidigungsring zu umgehen und immer wieder aufs Neue gezielte gefährliche Scheinangriffe zu starten, die die zehn Schlachtschiffe der Menschen unter Druck setzen sollten.

Doch unten am Boden des Planeten aber stießen die Angreifer auf ein weiteres Hindernis, nämlich auf ein starkes Energiefeld das den Sektor am Boden umgab und schützte.

U.S.S. George Hammond - Brücke

Abwechselnd schaute Samantha Carter immer wieder auf die zahlreichen Monitore, die ihr die aktuelle Lage verrieten. Mit großer Sorge und großen Unbehagen registrierte sie aber auch die vehementen Versuche der Wraith das Kraftfeld auf Icarus III zu überwinden. Während Sam insbesondere den Ablauf der neuen Destiny-Mission im Auge behielt, kam ihr eine aber eine gute Idee.

Ihre Kommunikationsoffizierin holte die Kommandantin in die Realität zurück: “General Carter. Soeben kam die Meldung rein, das sich alles an Ausrüstung und Vorräten, sowie bereits ein Viertel des zusätzlichen Personals bisher durch das Sternentor auf die Destiny transferiert worden sind. Doch nach den aktuellen Zahlen benötigen wir noch eine weitere dreiviertel Stunde um das übrige Personal durchzuschicken, sowie dann im Anschluss den Abzug von Icarus III durchzuführen.”
“Danke, Lieutenant Martinez. Also weniger als eine Stunde noch. Hm”, murmelte Sam nachdenklich daraufhin.

Nur wenige Minuten waren vergangen, dann hatte sie auch schon erste Anweisungen an die anderen Schiffskommandeure ihres Kampfverbandes, sowie an das Personal auf den Planeten weiterleiten lassen.



Unbekannte Galaxie
Destiny - Tor- und Kontrollraum

Die vor dem immer noch laufenden Manöver besprochene Organisation klappte auf beiden Seiten der Sternentorverbindung hervorragend. Denn die meisten der vielen Paletten und verschiedenen Transportkisten, die die Ausrüstung und Vorräte beinhalteten waren bereits durchgeschleust, in nahe umliegende Korridore weitergeleitet und so positioniert worden dass sie niemanden behinderten.

Argwöhnisch überwachte Colonel Young dennoch das gesamte Treiben von oben. Er war auch nicht der einzige, dem auffiel das sehr viele Mitglieder der Luzianischen Allianz und auch zahlreiche Zivilisten von der Erde unter den Neuankömmlingen waren.



Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Electra - CIC

Obwohl erst nur wenige Stunden vergangen waren seitdem man auf den lange verschollenen Kampfstern gestoßen war, hielten sich schon mittlerweile mehrere hunderte Personen dort auf. Unter ihnen war auch Admiral Diana McBride, die ihren gewohnten Platz bei der DRADIS-Konsole im Combat Information Center eingenommen hatte, um von dort aus das weitere Vorgehen an Bord zu koordinieren und zu überwachen.

“Also. Was ist denn jetzt mit der Energieversorgung?”
“Einen Moment Geduld bitte noch Admiral. Wir werden gleich von der Notversorgung auf die reguläre Energieversorgung umschalten. Das Licht und die Monitore könnten daher für einen kurzen Moment flackern, oder kurz ausfallen”, antwortete Captain McBride.
“Danke, David. Das wird dann aber auch höchste Zeit…”



Pegasus-Galaxie
Orbit von Icarus III
U.S.S. George Hammond - Brücke

“So. Na schön, es sind nur noch 5 Minuten, dann sind endlich alle durch beziehungsweise vom Planeten evakuiert”, fasste Samantha Carter noch einmal kurz für alle zusammen, denn sie wusste wie allen anderen Menschen auch, dass es bereits seit ungefähr einer Viertelstunde kein zurück mehr gab.

“Alle Evakuierungsjumper werden gleich abheben, General. Ma´am?”
“Nur keine Panik Captain! Ich mache das nicht zum ersten Mal. Gut. Nachricht an die gesamte Flotte: Bereitmachen für den Rückzug und den Sprung in den Hyperraum, sobald wir die Jumper an Bord genommen haben! Die sollen uns ja nur weiter die Darts der Wraith und die Kreuzer vom Leibe halten, da wir dafür kurz die Schilde senken müssen!”, erwiderte Sam mit ruhiger Stimme, die pausenlos und hochkonzentriert den Monitor im Blick behielt, welcher ihr verriet dass die instabilen Werte des Naquadrias immer kritischer wurden. Sie hoffte inständig dass die Wraith dies nicht zu schnell merken würden, was ihnen da drohte.

Dann war es endlich soweit ohne große Verluste zogen sich die Schlachtschiffe der Erde schließlich in den Hyperraum zurück.
Verständlicherweise irritiert davon ließen einige Königinnen der Wraith daraufhin den Angriff abbrechen. Wovon ein kleiner Teil von ihnen sogar, misstrauisch davon geworden, sich ebenfalls in den Hyperraum zurückzogen.

Somit verblieben von den 15 Hives der Wraith am Ende noch 8 im Planetensystem von Icarus III, da sie unbedingt in Erfahrung bringen wollten was die Menschen dort getrieben hatten.

Aber sie kamen nicht mehr dazu, denn eine gewaltige Explosion vernichtete die reduzierte Angriffsflotte der Wraith, sowie mehr als ein Sechstel des Planetensystems.



Milchstraße
Erde
USA - Homeworld Command

Mit großer Erleichterung hatte General Jack O’Neill von Colonel John Sheppard erfahren dass man einen wichtigen Sieg gegen die Wraith in der Pegasus-Galaxie errungen hatte. Doch nachdem sich das Team von Sheppard wieder verabschiedet hatte, hatte sich O’Neill ebenfalls zurückgezogen.

Total gestresst eilte voller Hast Doktor Daniel Jackson schon seit einiger Zeit durch die Korridore der Basis von Cheyenne Mountain. Der Archäologe musste sehr lange nach seinen ehemaligen Teamgefährten suchen, der sich auf den Stützpunkt so gut auskannte wie sonst kein anderer. Der Leiter des Homeworld Command hatte sich so gut nach der von Sheppard überbrachten Botschaft in die abgelegenste Ecke zurückgezogen, die es auf dem gesamten Stützpunkt gab.

“Ach. Na endlich. Hier steckst Du also!”, schnaufte Jackson erschöpft als er O’Neill in einen kleinen Abstellraum fand, der spartanisch mit einem Feldbett, einen Campingstuhl und -tisch, sowie einen kleinen Schrank ausgestattet war.
Für einen Moment lang nur schaute Jack ihn an, sagte dann aber: “Zu niemanden ein Wort! Was gibt es, Daniel?”
“Ja. Richtig. Also hör mir bitte zu…”


Deutschland - Hamburg

Wie schon so oft in der letzten Zeit beratschlagten Nike und Bastet erneut, ob es vielleicht doch besser wäre sich als Goa’uld zu erkennen zu geben.

“…so mal angenommen wir tun es wirklich: Was hält die Menschen davon ab uns aus unseren Wirtinnen zu entfernen und zu töten?”, fragte Bastet berechtigterweise.
“Da gebe es ein kleines Mittelchen. Diesen Trank hier, den wir eine ganze Woche lang einnehmen müssen. Dieser bewirkt eine, im wahrsten Sinne des Wortes, Verschmelzung von Goa’uld und Wirt”, antwortete Nike, die eine Flasche mit einer orangefarbenen hellen Flüssigkeit präsentierte, die sie aus einem Geheimfach hervorgeholt hatte.
“Also eine echte Symbiose, wie eine richtige Tok‘ra”, spottete ihre Freundin daraufhin ein wenig verächtlich, während sie dabei ihren Kopf schief legte und das Medikament richtig misstrauisch beäugte.
“Die Wirkung hält etwa fünfzig Jahre an.”
“Puh. Ach ja?! Also gut meine Liebe - ich bin einverstanden. Wir machen es genauso. Aber nun sollten wir uns beeilen, da wir sonst zu spät zum Dienst erscheinen…”



Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Electra - Offiziersmesse

Noch während der gesamten laufenden Transfers hatte Admiral Diana McBride alle anderen kommandierenden Offiziere, Schiffskapitäne und auch die wichtigsten Vertreter der Andromeda-Expedition zu einem wichtigen Briefing zusammengerufen.

“…man muss wirklich zugeben, dass dies sehr seltsam klingt was sie uns da gerade eben berichtet haben Commander Aberdeen. Denn laut den alten Schriften ist dies sehr unglaubwürdig… oder es ist im Verlaufe unserer eigenen Geschichte sehr viel Wissen verloren gegangen”, stellte einer der zivilen Schiffskapitäne, der von Gemenon stammte nach einer Weile fest.
“Aber es ist nun einmal wahr. Wir kommen in der Tat aus einer anderen Galaxie, und sind zu dieser Expedition aufgebrochen um einer Legende nachzugehen, sowie nach einer Stadt wie Atlantis zu suchen… mit der man durch das Universum reisen kann”, erklärte Miss Shen, worauf sehr viele sie sofort skeptisch anschauten und kurz davor waren sie für verrückt zu erklären.

“Eine sehr schöne Geschichte… vielleicht einen Film um den langweiligen Abend zu verschönern”, meinte jemand schmunzelnd.
Dies reichte nicht nur Jennifer Hailey und Cassandra Fraiser, die das Kopfnicken von Xiaoyi Shen und Colonel Chou richtig interpretiert hatten und ein Holo-Projektor auf den Tisch legten, welcher Atlantis im Kampf gegen die Wraith sowie beim Start von der Erde zeigten.

Obwohl dieser weitere Beweis erbracht worden war, blieben bei einigen dennoch immer noch Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Geschichte, sowie der Absichten der Fremden.

Doch dass sich die Neuankömmlinge aus der Milchstraße als zuverlässige Verbündete und Freunde erwiesen hatten, konnte niemand von den Anwesenden von der Hand weisen. Deswegen einigte man sich darauf auch weiterhin zusammenzuarbeiten, wobei Admiral McBride und Commander Aberdeen auf Bitten von Miss Shen, Major Hailey und Lieutenant Fraiser die Fähigkeiten von Wolfrino verschwiegen. Was nicht daran lag, eine Panik und Unruhe zu vermeiden, sondern weil McBride und Aberdeen von Rosenthal gehört hatten, dass er Material über die Ursache besäße.

Spät am Abend versammelten sich die meisten Mitglieder der Andromeda-Expedition unter anderem zusammen mit Admiral McBride, Commander Aberdeen, den beiden Kolchis-Schwestern und den beiden Privates Kieras in der Offiziersmesse.

“Corporal!”
“Ja, Admiral.”
“Das ist ein streng vertrauliches Briefing - wir wollen in den nächsten knapp zwei Stunden nicht gestört werden! Sie und ihre Leute lassen hier niemanden rein, außer wir bekommen wichtigen Besuch!”
“Verstanden, Sir.”

Nachdem die Luke geschlossen war, kam ein Nicken von Admiral Diana McBride, welches Doktor Benjamin David Rosenthal das Signal war zu beginnen.

Doch zunächst sprach Admiral Diana McBride alle an und sah ihre neuen Verbündeten seufzend der Reihe nach an, dann sagte sie schließlich: “Ich könnte ihnen allen natürlich auch anbieten der Kolonialen Flotte beizutreten, falls sie damit einverstanden sein sollten. Aber was ist mit unserem speziellen Freund… denn irgendwie klingt diese Geschichte, die sie mir berichtet haben sehr sonderbar…”

Nur kurz räusperte sich Doktor Rosenthal, der ebenfalls kurz in die Runde sah: “Vielleicht kann ja ich, Licht in diese Angelegenheit bringen… Das sogenannte Komitee hat bei mir angefragt, und der Geheimdienst meines Landes hat mich darum gebeten… nun ja diese Sache zu überwachen, und dabei habe ich diese Aufzeichnungen sicherstellen können…”

“Sie haben was?”, zuckte Miss Shen zusammen, die davon zum ersten Male hörte.

Unbeeindruckt davon fuhr David fort: “Wie dem auch sei… Also ich habe lange Zeit nach dem geleisteten Militärdienst für mein Land sowie dem Studium an der Universität unter anderem für Mossad, den israelischen Geheimdienst gearbeitet. Vor circa vier Jahren bekam ich eine Anfrage von einem Komitee, zu welchen auch unter anderen Miss Shen angehörte, wegen meiner Fähigkeiten angeworben. Doch nach einer aufschlussreichen geheimen Recherche lehnte ich eine Zusammenarbeit ab. Überwachte aber weiterhin, wie von meinen Vorgesetzten angeordnet das Treiben und die Ereignisse in Tibet, da man sich Sorgen über die Folgen machte. Daher besitze ich einige Kopien davon, die zeigen was mit Wolfrino und den anderen sogenannten Objekten geschehen ist…”

Mit verschränkten Armen vor der Brust stand ich da. Eingerahmt von meinen engsten Teamgefährten und Freunden. Und obwohl mir klar war dass diese Neuigkeiten nicht nur für mich neu waren, rann mir ein kalter Schauer über den Rücken, als sich vor meinen Augen das Bild aufbaute. In mir kamen die erlittenen Qualen wieder auf.

“Tut mir leid. Ist sicherlich alles sehr interessant… aber ich muss hier raus!”, brummte ich müde, ja fast niedergeschlagen, wobei der Wunsch aufkam dass Xavier oder Jean in der Nähe wären um alle diese furchtbaren und qualvollen Erinnerungen sofort wieder aus meinem Gedächtnis zu löschen.
Viele aus meinem Team sahen mir mit sorgenvoller Miene hinterher und Leutnant Jessica Schneider sagte: “Ist verständlich. Und obwohl mich der Film und die Aufklärung hier auch sehr interessieren - würde ich Wolfrino nur sehr ungern…”
“Gehen sie ruhig mit ihm mit!”, bestätigte ihr Major Hailey sofort verstehend.

Als wir beide die Offiziersmesse durch die Luke verlassen und wieder geschlossen hatten, drängten sich so viele wie nur möglich an Doktor Rosenthal heran, um an dem Bildschirm, der aufgebaut worden war, um das Video sehen zu können…

Odyssee
Folge 3.02 Schmerzhafte Erinnerungen, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Electra - Offiziersmesse

Als wir beide die Offiziersmesse durch die Luke verlassen und wieder geschlossen hatten, drängten sich so viele Teammitglieder wie nur möglich war dicht an Doktor Rosenthal heran, um an dem Bildschirm, der aufgebaut worden war das Video sehen zu können.

Zunächst nur langsam baute sich das Bild auf, während dies geschah erklärte Rosenthal dass es sich um Bilder sämtlicher Überwachungs- und Dokumentationskameras handelte, die er hatte anzapfen können: “…die Bilder hier zeigen einen großen Raum, wie Sie alle sehen können, wo mehrere Dutzende spezielle OP-Tische stehen. Das war nach der Entführung der ausgewählten Personen, mit Hilfe der gestohlenen Gesundheitsdaten, die erste Phase…“

Alle sahen nun im selben Moment durch das Video, was in diesem Fall mit mir geschah, wo einer dieser Wissenschaftler, Professor Greiner mit dem linken Zeigefinger und einem falschen Lächeln zeigte, wohin ich gebracht werden würde.
Mit brutaler Gewalt wurde ich auf dem OP-Tisch fixiert, und sich der Professor zuerst an die Soldatin, dann an mich wandte: “Leutnant Greiner, danke für ihre Hilfe. Sie und ihre Männer können sich wieder zurückziehen! Oh. Hervorragende Venen haben sie da, Herr Martin...”
Man konnte klar erkennen, wie ich versuchte mich mit aller Kraft zu wehren, doch das injizierte Narkosemittel begann bereits zu wirken.

Nur einige kurze Szenen waren daraufhin zu sehen, in denen zu erkennen war, wie von meinem Körper in der Höhe des Bauches, des linken Schienbeines und am Rücken verschiedene Proben entnommen wurden.

Als anhand der Uhrzeit- und Datumsangabe zu erkennen war das so einige Stunden vergangen waren, schauten alle für einen Moment zu Leutnant Greiner hinüber, die nun zum zweiten Male im Video auftauchte.

Wieder einmal mehr zeigten die Bilder von weiteren Verschleppten, die ebenfalls auf Liegen in denselben Saal geschoben wurden. Schließlich stoppten man vor einem der noch wenigen freien Betten, über welches der Schriftzug: OBJEKT 12 angebracht worden war. Man konnte erkennen dass alles wie eine Mischung aus Kranken- und OP-Zimmer aussah.
“Objekte auf den Liegen positionieren und fest fixieren!”, befahl Leutnant Greiner im militärischen Ton mit lauter Stimme.

Nachdem alle Verschleppten mit den Gurten fixiert worden waren, öffnete sich eine kleine Tür und Professor Greiner trat in Begleitung von einem Dutzend weiterer Kittelträger aus einem Vorbereitungszimmer ein.
Man sah aber auch dass sich alle Fixierten nach Kräften verzweifelt versuchten sich zu bewegen und irgendwie freizukommen. Doch die Gurte waren so derartig fest gezogen worden, dass man sich fast gar nicht mehr bewegen konnte.

Durch die Zeitangabe auf dem Film konnte man erkennen das ungefähr zwei Stunden vergangen waren, und Doktor Rosenthal erklärte: “Ich habe mich auf das Schicksal von Jonathan Martin konzentriert und deswegen alle anderen Filmsequenzen rausgenommen. Sie sehen nun die 2. Phase, die Metamorphose genannt wird…”

Alle Zuschauer des Films sahen, wie die Gruppe des Professors bei mir ankam.

“So, und jetzt ist Objekt 12 an der Reihe…”, murmelte Greiner böse lächelnd.
“Mein Name ist Jonathan”, knurrte ich bissig, und zerrte an den Gurten. Die aber einfach nicht nachgaben
“Diese Aggressivität. Er ist wirklich hervorragend geeignet für dieses Experiment. Speziell, genau für dieses besondere Experiment. Nicht wahr?”, fragte Greiner grinsend in die Runde seiner versammelten Kollegen und Assistenten, der sich von meinem Zorn nicht aus der Ruhe bringen zu lassen schien. Stattdessen zog er sich mit einem bösen Lächeln ein weiteres neues Paar weißer Untersuchungshandschuhe an, nachdem er seinen Mundschutz wie die anderen auch ebenfalls erneuert hatte.

Es war klar zu erkennen, dass die Wut in mir immer mehr die Oberhand gewann - doch nutzte es mir in meiner ausweglosen Lage absolut gar nichts. Daher konnte ich nur verbal zum Ausdruck bringen, was ich von dieser Art und Behandlung hielt: “Ihr verfluchten Feiglinge! Bindet mich los! Dann zeige ich euch…”
“Immer dasselbe”, nuschelte einer der Assistenzärzte wegen des Mundschutzes, worauf er ein bestätigendes Nicken erntete.

Eine sterile Box wurde geöffnet, auf welcher der Schriftzug: OBJEKT 12, stand. Darin befanden sich einige fertig aufgezogene Spritzen.
“He, was zur Hölle habt ihr mit mir vor?”, fragte ich benommen geworden beim Anblick der Spritzen, die zu sehen waren.
“Aber. Aber. Ich tue Ihnen hiermit, mit dieser Behandlung wirklich einen sehr, sehr großen Gefallen. Nie wieder Knochenbrüche und auch keinerlei Krankheiten… womit ihr Leben einen völlig neuen Sinn bekommt - Objekt 12...”
Als er die letzten Worte immer leiser werdend sprach, wollte ich etwas erwidern - doch dann bemerkte ich, wie eine Assistentin meinen linken Arm für eine venöse Injektion vorbereitete. Diese erfolgte kurz darauf, ohne dass ich mich auch nur Ansatzweise zur Wehr setzen konnte. Deswegen schloss ich die Augen und betete leise - hoffte, dies alles möge sich doch nur als ein schlimmer Traum entpuppen, und ich würde sofort im eigenen Bett wieder erwachen.
Aber nichts geschah, nur das Eindringen der Nadel in die Vene war zu spüren - es war also kein Traum, sondern bittere Realität.

Plötzlich und für mich vollkommen unerwartet, verkrampfte sich mein Körper. Der Inhalt der Spritze breitete sich, spürbar rasend schnell durch die Blutzirkulation in meinen gesamten Körper aus.

Nach dem Setzen der ersten Spritze sah Greiner aufmerksam auf die Uhr, bis eine gewisse Zeit vergangen war und eine zweite Spritze sehr schmerzhaft und brutal mit einem lauten knirschenden Geräusch in das rechte Schienbein gesetzt wurde.

“Und jetzt ganz locker bleiben!”, murmelte eine weitere Ärztin.
Kurz darauf folgte auch schon bereits der nächste Stich.

Diesmal in den Rücken. Und zwar in die Wirbelsäule. Voller Schmerz schrie ich deswegen erneut auf. Nur gut das man mich so fest fixiert hatte.
Wie auch bei meinen Leidensgenossen zuvor, blieb auch mir dann ebenfalls die Luft weg, und ich verlor das Bewusstsein.

Voller Entsetzen sahen die Betrachter des von Rosenthal zusammengestellten Films hin und wieder zu Miss Shen und Leutnant Greiner hinüber. Als sie wieder zum Bildschirm schauten, erkannten sie aufs Neue dass wieder mehrere Stunden vergangen waren.

Ein Schrei ganz in der Nähe holte viele wieder in die Wirklichkeit zurück. Jeder hatte wieder einmal jegliches Zeitgefühl verloren. Nur mühsam ließen sich die Augen wieder öffnen. Mein rechtes Schienbein und auch Rücken schmerzten immer noch akut.
Immer noch befanden wir uns alle in dieser großen Halle. Aber irgendetwas war anders. Rings um mich herum waren die meisten Vorhänge zugezogen worden, die die Sicht auf die vielen anderen Mitleidenden verhinderte.

Aus den Lautsprechern, die sich verteilt in dem Raum befanden, meldete sich eine  bekannte und verhasst gewordene Stimme: “Meine lieben Objekte, da es ein wenig Zeit in Anspruch nehmen wird, bis sich die Therapie der Metamorphose bemerkbar und sich daher die Wirkung zeigen wird - gönnen ich ihnen allen mindestens einen Tag Ruhe. Bringt sie also alle wieder in ihre mittlerweile vorbereiteten Quartiere zurück!”

Allen war die Wirkung dieser qualvollen Prozedur anzusehen, da alle sich immer wieder mühsam zu bewegen versuchten und so aussahen, als ob sie gerade eine heftige schwere Grippeerkrankung durchmachen würde.

Das gesamte Personal dieser Einrichtung trug biochemische Schutzanzüge, Handschuhe und Mundschutz, wenn sie sich in der Nähe der Objekte aufhielten.

Immer wieder schüttelte Lieutenant Esther Bernstein entsetzt den Kopf. Und schließlich wandte sie sich wispernd fragend an Miss Xiaoyi Shen und Leutnant Vanessa Greiner: “Wie konnten Sie diesen Menschen nur so ein Leid antun?”
Doch erhielt die israelische Soldatin keine Antwort, stattdessen flüsterte Leutnant Natalia Adamaov: “Pst!”

Das Bild und die Kameraeinstellung änderten sich nun und zeigten wieder die Bilder des Quartiers, welches eher einer Zelle glich in welchen meine Liege geschoben wurde. Man sah dass immer noch dieses fröstelnde Zittern in meinem Köper erfasst hatte. Kaum war ich wieder aber in meiner Zelle allein, schlief ich vor Erschöpfung ein.

Wieder gab es einen Sprung in der Zeit nach vorne.

Etwas unsanft entfernte Leutnant Greiner die Pflaster. Doch dort wo eigentlich Wunden hätten sein sollen - war nichts mehr zu erkennen. Ja, es gab am gesamten Körper nicht einmal Spuren oder Anzeichen irgendeiner Narbe. Und selbst die Überbleibsel aller lang zurückliegender Erkrankungen waren verschwunden, inklusive der Leberflecke.
Mit Verwunderung registrierte nicht nur ich es. Irritiert und erstaunt sah auch Vanessa Greiner dies und trat instinktiv einige Schritte zurück, während sie ihre rechte Hand auf ihre Dienstwaffe legte und schnell mit der linken zum Funkgerät griff, um darüber sofort Meldung zu machen und auch weitere Befehle abzuwarten.

Diese kamen dann auch wenige Minuten später, weswegen Greiner diese kurz bestätigte.
Dann begann die Soldatin auch schon unvermittelt damit zu drohen jeden persönlich aufzusuchen und zu eliminieren, der mir etwas bedeutete, wenn ich nicht dazu bereit wäre mich ihnen anzuschließen. Dies war endgültig genug, und so bekam die bereits in mir aufgestaute Wut immer mehr die Oberhand. Ließ meinen großen Zorn nach weiter anwachsen.
Ein Umstand den Greiner anscheinend zuerst zu gefallen schien, denn sie grinste etwas zufrieden vor sich hin. Doch tat sie vorsichtig einen Schritt nach hinten.
Aber als ich mich mit einen ersten wütenden Aufschrei von den Gurten befreien konnte, zuckte sie erschrocken zusammen.

Davon überrascht und entsetzt wich die junge Frau noch weiter vor mir zurück, und das obwohl sie ja bewaffnet war. Denn sie war von ihrem Onkel, Professor Eduard Greiner, mir zugeteilt worden und hatte von ihm den klaren Auftrag erhalten durch Provokationen die Metamorphose mit den Mutanten-Genen in mir zu erwecken.

Sie tastete sich vorsichtig weiter zur Tür vor, die allerdings wegen meines aktiven Befreiungsversuchs protokollgemäß verschlossen blieb. Doch gepeinigt von den Erlebnissen schrie ich voller Zorn und Wut auf, während sich meine Hände zu Fäusten ballten.
Einen der Soldaten, der sich ebenfalls noch im Raum befand, streckte ich mit einem brutalen Schlag nieder, der mir entgegen und zu nahe getreten war, ehe ich mich erneut Greiner zuwandte.
Irritiert bemerkte ich dann den unerwarteten physiologischen Schmerz in meinen Händen.
Schockiert sah ich, was mit mir passiert war: Jeweils drei knöcherne Krallen ragten aus meinen zu zwei Fäusten geballten Händen heraus, die dem Soldaten drei fürchterliche Wunden an Kopf und Hals beigebracht hatten.

Innehaltend starrte ich auf diese Waffen. Klar, ich und viele andere kannten so etwas Ähnliches bei dem Mutanten Wolverine. Doch dessen Skelett und Krallen waren mit der Metalllegierung Adamatium überzogen worden, und so langsam ahnte ich was man mit den anderen Gefangenen, sowie mir hier in dieser Einrichtung wohl wirklich vorhatte.

Voller Panik begann Vanessa Greiner auf mich zu schießen. Sie hatte das gesamte Magazin verbraucht ehe ihr Ziel, ich, schwer verwundet zusammengebrochen war. Kurz darauf eilten weitere Soldaten herein um mich sofort wieder so schnell wie nur möglich wieder auf der Liege zu fixieren.

Erneut gab es einen Sprung in der Zeit nach vorne. Alle konnten erkennen dass einige Tage vergangen sein mussten an denen offenbar nur wenig passiert war, was Jonathan Martin betraf. Doch was sie dafür nun zu sehen bekamen, löste in den meisten mit der Ausnahme von Leutnant Vanessa Greiner großes Unbehagen aus als sie das Labor sahen welches im Bild auftauchte.

…“Dies alles, was sie hier sehen, Objekt 12, wurde für sie her- und eingerichtet”, verkündete Professor Greiner euphorisch, der bereits scheinbar ungeduldig auf diesen Moment gewartet hatte.
“Ah ja. Ist ein sehr merkwürdiges Badezimmer”, stellte ich fest, nachdem mein Blick umherschweifte.

Doch nachdem man mich neben die Wanne geschoben hatte, gefror mir regelrecht das Blut in den Adern. Denn jetzt sah ich ein knappes Dutzend merkwürdiger Zylinder, an deren Enden Bohrer oder Spritzen zu hängen schienen, die auf die Wanne gerichtet waren.

“Oh Gott! Nein!”
“Doch, Objekt 12. Ich löse mein Versprechen in den nächsten Stunden vollends ein. Bereitet alles für den bevorstehenden chirurgischen Eingriff bei Objekt 12 vor, damit wir endlich bei ihm mit der abschließenden Phase beginnen können!”
“Jawohl, Professor Greiner.”

Die Zuschauer sahen in den etwa folgenden 10 Minuten wie sich Professor Eduard Greiner mit mir unterhielt, weswegen Doktor Benjamin David Rosenthal die Lautstärke regulierte so das jeder die Unterhaltung hören konnte…

…“Tja, Objekt 12 - das hier ist das Labor, wo ich dafür sorgen kann - dich unverwundbar zu machen, …also keine Knochenbrüche, Bänderverletzungen et te cetera mehr…“
“Ist ja alles ganz nett, nur hole ich mir bestimmt gerade eine böse Erkältung - an der ihr
Typen hoffentlich alle verrecken werdet…!“
Greiner lachte für einen kurzen Moment erheitert auf: “Haha. Wir alle hier auf dieser Basis sind gegen alles nur Erdenkliche geimpft. Tut mir also leid, dich enttäuschen zu müssen - außerdem habe ich hier etwas für dich!“
Bei dem letzten Teil des Satzes zog er eine Kette mit Erkennungsmarken aus einer Tasche seines weißen Kittels. Langsam legte er mir die Kette um den Hals, dann hielt er mir die beiden Marken so vor die Augen, damit ich gerade noch so lesen konnte, was jeweils darauf eingeprägt war:
WOLFRINO
JONATHAN MARTIN
OBJECT-12
B.-T.: A RH+ (D+)
REL.: RK
Dann fuhr der Wissenschaftler fort, und erzählte mir auch noch das, was ich mir bereits schon vorstellen konnte: “…hiermit wird es gelingen. Du hast bestimmt schon davon gehört: Adamantium. Es wird zwar für dich schmerzhaft, und ich meine ziemlich schmerzhaft werden, da wir dich zunächst einmal zerstören müssen - da ja keine Schmerzmittel mehr bei dir eine lang genug andauernde Wirkung zeigen werden… aber es wird sich auf alle Fälle für dich lohnen.“
Ich atmete tief durch, da ich mich ja doch nicht wehren konnte. Leider. Zumindest hatte man nicht vor mich in dieser gläsernen Wanne ertrinken zu lassen, da man mir eine Art Beatmungsmaske anlegte, wie sie auch von Profi- und Militärtauchern verwendet wurde.
Dann wurde mir doch ein sehr starkes Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht, und Greiner befahl schließlich: “Na schön. Lasst endlich das Gestell in die Wanne hinein, und startet das Verfahren!“…

Odyssee
Folge 3.03 Schmerzhafte Erinnerungen, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Electra - Offiziersmesse

Voller Interesse verfolgten die Zuschauer weiterhin die weitere Prozedur, die auf dem Video über dem Bildschirm zu sehen war…

Es wurde schließlich nass. Bald war mein ganzer Körper im Wasser untergetaucht. Mein einziger Kontakt nach draußen war der Schlauch, der meine Lungen mit frischer Luft versorgte.
Schließlich war es soweit und mehr als ein Dutzend Nadeln, die bereits heftig rotierten, begannen sich in meinen Körper zu bohren. Die Wirkung des Anästhesiemittels ließ rapide nach, daher begann ich schon sehr bald, geplagt vor heftigen Schmerzen hin und her zu zucken. Doch die straff gezurrten Gurte an meinem Körper hielten stand, und schränkten diese Reaktion glücklicherweise ein.
Meine Gedanken und Erinnerungen kreisten, schlossen die Menschen ein, die mir viel, sehr viel bedeuteten: meine Familie, Freunde, und natürlich meine Ehefrau Jeanne, die ich alle unbedingt wiedersehen wollte.

Die Mitglieder der Andromeda-Expedition und die Kolonialen Offiziere sahen nun wie sich ein knappes Dutzend Nadeln in den Körper ihres jetzigen Teamgefährten, und neuen Verbündenten beziehungsweise Freundes zu bohren begannen. Einige drehten sich schon bereits nach wenigen Minuten von diesen Eindrücken schockiert weg. Deswegen hörten sie nur noch was gesagt wurde, während die anderen wie gebannt das Geschehen noch immer mit ansahen…

“Puls und Herzschlag sind unglaublich hoch! Lange hält er es nicht mehr aus!“, warnte einer der Ärzte, der das EKG überwachte, instinktiv und eindringlich alle anderen im Labor.
Die Zylinder mit dem flüssigen Adamantium leerten sich kontinuierlich, und auf einigen weiteren Monitoren konnte man, dank von Sensorenscans erkennen, wie sich dieses Metall auf das Skelett des Körpers von Objekt 12 anlagerte.
Alle Wissenschaftler schauten gebannt auf die Anzeigen ihrer Monitore, und einer der Techniker vermeldete endlich: “Alle Zylinder sind vollständig entleert!“
“Objekt 12 hat keinen Herzschlag mehr!“, seufzte einer der Ärzte etwas ernüchtert kurz darauf.
Ein weiterer murmelte deshalb: “Er ist doch nicht etwa tot?“

“Wird wohl einen Moment dauern bis er wieder zu sich kommt. Nutzen wir die Zeit. Schreibe endlich das Programm fertig, damit wir sein Gedächtnis löschen können! - Er soll ja möglichst keine Erinnerungen daran haben, was mit ihm hier passiert ist. Und wir wollen ihn schließlich unter Kontrolle haben, um…“, brummte Greiner im barschen Ton an die Adresse eines Mannes, der an einem speziellen Rechner saß, als das Piepen des EKG wieder da war.
Luftblasen stiegen im Wasser empor, während ich vehement an den Gurten zerrte und die Krallen ausfuhr.
“Professor! Er… ich denke…, er hat uns gehört…“, stammelte einer der Assistenten voll aufkommender Panik angsterfüllt und machte automatisch einen Schritt nach hinten.
“LOS! Löscht endlich sein Gedächtnis! Wie lange dauert denn das noch?“, brüllte der Wissenschaftler entsetzt, der hektisch unter seinen Kittel griff, und kurz darauf einen schussbereiten Revolver in den Händen hielt.

Doch für dieses Computerprogramm war es zu spät.
Wasser spritzte nach allen Seiten, und die gesamte angebrachte technische Anlage rings um die Wanne, in welcher ich noch stand, flog teilweise zertrümmert davon.

Mit einem wütenden Aufschrei erhob ich mich schließlich, denn die Gurte, die mich eigentlich festhalten sollten, waren schließlich von mir zerrissen worden, da sie zum Einen von Mystica, einer geflohenen Mutantin zuvor manipuliert worden waren, und zum Anderen weil die Mutation meine Körperkraft erhöht hatte.

Greiner brüllte voller Schreck auf und befahl in einem barschen Befehlston: “Verdammter Mist! Soldaten - Feuer frei!“

Viele weitere Soldaten stürmten kurz daraufhin in das Labor.

Die Ärzte und Techniker versuchten sich derweil panisch und voller Angst schnell in Sicherheit zu bringen. Die ersten Soldaten feuerten währenddessen ihre ersten Magazine leer.
Aber gegen mich hatten sie nach diesem Eingriff wenige Chancen, denn die Wut und die ausgeschütteten Hormone ließen mich diese Schmerzen vergessen. Zwar wurde mein Körper immer wieder mehrfach von den Kugeln getroffen, doch schlossen sich die Wunden beinahe umgehend wieder.

Doch nun tauchten auf einigen Bildern immer wieder zwischendurch die echten Mutanten auf, die mittlerweile in die bis dahin geheime Basis auf einem Hochplateau in Tibet eingedrungen waren um dem Treiben dort ein Ende zu setzen.

Auf ihren Weg nach unten befreiten die X-Men die übrigen Menschen, die in Mutanten verwandelt worden waren, die sich aber sogleich ihnen anschlossen.
Denn sie wollten nur eines, sich für die Qualen an ihren Peinigern rächen.
Außerdem wurde der Widerstand immer massiver, denn man kam den Laboratorien immer näher.

Derweil hatte ich im abgeschotteten Adamantium-Labor ein wahres Blutbad angerichtet, denn mittlerweile lagen sämtliche Soldaten tot auf dem Boden. Auch hatten sich die schweren Stahltore geschlossen - was in Anbetracht der Adamantiumkrallen nutzlos sein würde.
Schließlich stand mir nur noch Professor Eduard Greiner schwer atmend und blutverschmiert gegenüber. Der Wissenschaftler hatte seinen Revolver, den er bislang noch nicht abgefeuert hatte, noch immer in der Hand und drückte nun voller Angst mehrfach ab. Dabei sprang ich ihm mit einem Satz entgegen, holte mit aller Macht aus, und riss ihm mit den ausgefahrenen Krallen die Brust auf.

Das Fleisch und die Knochen des Wissenschaftlers wurden mit einem einzigen Hieb durchtrennt, sowie einige der lebenswichtigen inneren Organe schwer verletzt.

Stöhnend und röchelnd brach der Mann schließlich zusammen, während mich die Kugel, die er im Todeskampf noch abgefeuerte hatte an meinen Kopf streifte. Doch dies genügte, um mich einige Schritte nach hinten taumeln zu lassen.

Diese Bilder, die zeigten wie Professor Eduard Greiner ums Leben gebracht wurde, ließen in den Augen von Leutnant Vanessa Greiner den puren Hass aufflammen.
“Du verfluchter Mistkerl!“, zischte die deutsche Soldatin leise vor sich hin.

So gut es ihm möglich war, versuchte Charles Xavier auf dem telepathischen Wege mit allen in Verbindung zu bleiben. Doch an manchen Stellen war die Abschirmung immer noch immens. Was dem Anführer der X-Men darin hinderte positiven Einfluss auf das Geschehen nehmen zu können.
Magneto seinerseits hatte seinen Weg, und diesen bestritt er ohne große Rücksicht, außer es ergaben sich die Soldaten und weiteres stationiertes Personal, ihm und den Mutanten.

Schließlich erkannte einer der Soldaten erschrocken die unerwünschten Eindringlinge: “Verflucht noch eins! Das sind ja echte Mutanten! Die X-Men!“
Denn er hatte gesehen, wie Magneto einfach einen seiner Kameraden an die Wand pinnte, und wie Wolverine einen anderen seine Krallen in die Brust stieß.

In der Basis blieb Storm wie angewurzelt stehen, da Professor Xavier mit ihr telepathisch Kontakt aufgenommen hatte, denn das Energiefeld, welches die mentalen Fähigkeiten eingeschränkt hatte, war nun endgültig zusammen gebrochen.

“Wir müssen sofort hier raus! Die Selbstzerstörung wurde in Gang gesetzt!“
“…und wir haben nur eine knappe halbe Stunde für den Rückweg“, ergänzte Scott, den Satz von Jean Grey, während Erik Lehnsherr amüsiert grinste als Logan und ich uns gegenüberstanden und nach wie vor anstarrten.
“Also, wir sollten uns auf den Weg machen!“, brummte Magneto, der dabei auf die imaginäre Uhr auf seinen linken Handgelenk deutete.
Ein wenig widerwillig, folgte ich den anderen im schnellen Laufschritt nach oben, weil die Zeit ablief. Dies war letztendlich leichter als zuvor angenommen, da jeder dank seiner Fähigkeiten dies sehr erleichterte.

Perfekte Teamarbeit führte alle X-Men und uns die von ihnen Befreiten wieder hinaus nach oben auf die Oberfläche des Hochplateaus…

“So. Das war´ nun kennt ihr einen Teil der Geschichte. Es ist mir nur noch bekannt dass Wolfrino nicht gemeinsam mit den X-Men von dort entkommen ist, obwohl man es ihm angeboten hatte… Na ja. Seine Spur tauchte erst wieder nach über einen Monat später in Indien, in der Hafenstadt Mumbai auf. Dort heuerte er einige Tage später auf einem Frachter der “Diana“ an. Damit ging es zunächst nach Singapur, von dort weiter Richtung Horn von Afrika um dann über den Sueskanal ins Mittelmeer zu gelangen. Wo es dann aber zu einem Angriff von Piraten kam, wo aber Wolfrino der Besatzung und den Passagieren hilfreich zur Seite stand. Leider erlitt er dabei eine temporäre Amnesie, die seiner Frau bei der ersten Begegnung in Hamburg im schlimmsten Falle beinahe das Leben gekostet hätte… Und den Rest der Geschichte kennen ja die meisten von uns“, ergänzte Doktor Rosenthal ein wenig verlegen.

“Wie konnten Sie ihm das nur antun?“, warf Lieutenant de Vaux ihrer Kameradin vor.
“Wie bitte? Der Kerl hat meinen Onkel kaltblütig ermordet!“, antwortete Leutnant Greiner daraufhin wütend.
Aber auch Miss Shen musste sich so einige Vorwürfe von vielen gefallen lassen.

“Ich werde mir das nicht länger anhören!“, motzte Vanessa Greiner wütend, die aus die Offiziersmesse stürmte.

In einem ruhigen Korridor hatte sich die gesamte Zeit über Leutnant Jessica Schneider mit mir unterhalten. In dem Gespräch ging es natürlich um die Experimente, die an mir und den anderen durchgeführt worden sind, aber auch um die Zeit danach, weswegen ich von meinen kleinen Hilfsarbeiten berichtete um mir ein wenig Geld zu verdienen, ehe ich in Mumbai ankam und dann dort auf der “Diana” anheuerte, die irgendwann den Hafen von Hamburg ansteuern würde.
“Wow!”
“Ja. Ich war froh darüber, dass es nach Hause ging. Auch wenn wir lange brauchen würden. Ein Flugzeug konnte ich ja nicht nehmen, da ich keine Papiere hatte und das mit dem Adamatium zu erklären… tja. Blieb nur der Seeweg.”
“Aha. Und das mit diesen Somalischen Seeräubern? Da stand sogar in einigen Zeitungen etwas.”
“Woher wissen Sie davon?”
“Nun ja, ich habe mich auch mit deiner Frau unterhalten. Am Telefon. Persönlich. Sie hat mich darauf gebracht.”
“Sieh an. Wie dem auch sei. Die Crew der “Diana” war mehr als nur in Ordnung, auch die ganze Zeit über, bevor wir auf diese Spinner gestoßen waren. Und deren Hilfe danach konnte ich wirklich brauchen. Später halfen mir natürlich Jeanne, Jasmin, Professor Xavier, Wolverine um mit der Situation klar zu kommen. Oh Gott, wenn ich daran denke, was ich beinahe Jeanne angetan hätte… Dann kam es kurz darauf zum Krieg mit der Luzianischen Allianz. Später tauchten die Wraith auf. Es gab einfach zu viele Krisen. Vielleicht hätte ich doch auf der Erde bleiben sollen…”
“He! Wir kommen wieder nach Hause! Klar?”
“Ja. Werden wir.”
“Gut. Das wollte ich hören. Sieh mal an. Da kommt Leutnant Greiner. Verdammt sieht die wütend und stinkig aus… Und noch einige andere. Das muss ja richtig für Gesprächsstoff sorgen. Die debattieren ja ziemlich heftig”, stellte Leutnant Jessica Schneider fest, die kurz nebenbei auf ihre Armbanduhr sah, und kurz darauf ihrer jüngeren Schwester Sarah zuwinkte.

Aufenthaltsraum

Da ich Leutnant Schneider versprochen hatte, ihr und einigen anderen Freunden unseres Teams, von meiner Reise auf der “Diana” sowie meine Rückkehr nach Deutschland im Hafen von Hamburg zu erzählen, zumindest an das, woran ich mich noch erinnern konnte, hatten sich einige bekannte Gesichter versammelt.

Nachdem genügend Ruhe eingekehrt war begann ich zu erzählen…


Erde - Indien

Viele Wochen mussten vergangen sein, als ich endlich nach einer langen Reise vom Hochland Tibets eine Hafenstadt Indiens, Mumbai, erreicht hatte. Dort angekommen, gestaltete sich die Suche nach einem Schiff schwierig, welches direkt nach Deutschland fuhr.
Endlich nach einigen Tagen, fand sich ein Schiff, welches Hamburg ansteuern und mich damit nach Hause bringen würde - wenn auch nur über mehrere Zwischenhalte, in weiteren Häfen in Südostasien, die irgendwie auf der Route lagen.
Und da ich nichts weiter an Geld besaß, außer einige Rupien, die ich mir unterwegs für so einige Hilfsarbeiten verdient hatte, beschloss ich auf dem Frachter “Diana” anzuheuern.

Der erste Maat und Stellvertreter des Kapitäns musterte jeden sehr genau, ob man für die schwere Arbeit auf dem Schiff überhaupt geeignet sein würde. Wie nicht anders zu erwarten war, nickte er bereits nach kurzer Zeit und erklärte: “Fit sind sie, wie ich sehe und dass sie nicht das nötige Kleingeld haben, sagten sie ja schon um sich einen Passagierplatz, plus Verpflegung hier an Bord zu leisten - dafür aber ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen wollen. Das Geld wird ihnen aber erst ausgezahlt, wenn sie von Bord gehen. Allerdings werden die Kosten für die Verpflegung und Unterbringung hier an Bord sowie Steuern und so weiter abgezogen - wollen ja keine Probleme mit den Behörden haben... Da wir einige Monate unterwegs sein werden, lohnt es sich durchaus für Sie. Also: Es gibt fünf US-Dollar pro Stunde und eine Schicht dauert 8 bis 12 Stunden. Wenn sie damit einverstanden sind, bekomme ich hier eine Unterschrift von ihnen…”
Stumm nickte ich und unterschrieb nach kurzer Überprüfung das Formular.
“Dann sind sie hiermit angeheuert, Mister. Willkommen an Bord. Sergej, zeig ihm mal die Crewunterkunft.”
“Aye, Sir.”

Bereits früh am nächsten Morgen, mit dem ersten Zielhafen Singapur, stießen wir ihn See.

Indischer Ozean, Frachter Diana

Am Horizont konnte man, mit einem guten Fernglas, bereits das Horn von Afrika ein wenig erkennen, denn unser nächstes Ziel war der Suezkanal.
Während ich mit einigen meiner Kameraden einen Rundgang tätigte, herrschte auf der Brücke des Schiffes eine angespannte Aufregung. Denn man hatte auf dem Radar drei Objekte ausgemacht, die sich unserer Position mit großer Geschwindigkeit näherten.

“Achtung, hier spricht der Kapitän: Alle Passagiere begeben sich in die sicheren Schutzräume! Alle  Crewmitglieder, die eingewiesen wurden an die Wasserkanonen! Ich wiederhole…”
Alle riss diese Durchsage aus der Lethargie. Genauso, wie vor einigen Wochen als wir uns in den Gewässern von Malaysia aufgehalten hatten, wo wir schon einmal auf Piraten getroffen waren. Die beiden Boote der Piraten, waren allerdings von der Marine Malaysias versengt worden, wobei alle Piraten getötet wurden.
Jeder, der ein Fernglas zur Hand hatte, suchte sogleich aufmerksam das Wasser ab. Und ja: da draußen näherten sich drei kleine Boote unseren Schiff.
Schnelle und wendige Schnellboote.
Die Leute an Bord wurden nervös, denn es würde nicht mehr allzu lange dauern, bis man uns eingeholt haben würde.
Neben mir stand einer der beiden Brasilianer, der mich fragte: “Wieder keine Angst vor den Piraten, Bruder?”
“Nicht wirklich. Auch, wenn es somalische Piraten sein sollten.”
“Sind es aber.”
“Also wirklich, José.”
“Na ja. Machen wir die Wasserkanone bereit, Jonathan.”

Derweil hatte der Kapitän um militärischen Beistand gebeten, welcher ihm ohne lange Umschweife zugesichert wurde.
“Der Hubschrauber wird aber erst in circa 15 oder 20 Minuten hier sein, Käpt’n. Und solange können wir das Pack nicht aufhalten.”
Der Herr des Schiffes brummte zurück: “Sofort alle übrigen Crewmitglieder für den Rückzug in den Schutzraum vorbereiten! Und wir begeben uns in die geschützte Behelfsbrücke um die Diana weiter steuern und kontrollieren zu können!”
“Aye, Käpt’n.”

Es kam wie es kommen musste. Aufgrund des massiven Angriffes der Piraten mit drei Schnellbooten, auf denen Maschinengewehre montiert waren und unter den beinahe pausenlosen Beschuss, brach der Widerstand schließlich zusammen. Alle Crewmitglieder zogen deshalb in die Schutzräume zurück, um den Piraten keine Möglichkeit zu geben Geiseln zu nehmen.
Ausgerechnet unterwegs in einen Schutzraum stolperte und stürzte, der arme José, zu Boden. Sofort blieb ich stehen, um meinen Kameraden zu helfen.
Dies geschah zu dem Zeitpunkt, als die ersten Piraten das Schiff enterten und auf das Deck der Diana stürmten.

Derzeit war meine sichtbare, einzige Waffe, die knapp einen Meter messende Eisenstange in der linken Hand. Mit der anderen Hand riss ich den Brasilianer unsanft nach oben.
Doch es war zu spät. Warnschüsse krachten, und einer der Piraten, der aus Somalia stammte, brüllte: “Bleibt sofort stehen ihr Ungläubigen oder wir töten euch!”
Um das Leben von José nicht zu gefährden, stieß ich diesen durch eine Luke, und wies diesen an, diese zu verriegeln, ehe ich mich der scheinbaren Übermacht zuwandte.
Wieder krachten Schüsse, und ich spürte das Projektil, das mich traf und am rechten Oberschenkel verwundete. Allerdings nur kurz, denn die Verletzung heilte.
Irritiert sahen die Piraten sich an. Eine Verwirrung, die ich auszunutzen gedachte, weswegen ich die Krallen ausfuhr und zum Gegenangriff überging.

Im Verlaufe des Kampfes wurde ein zweites Geschoss aus einem Revolver abgefeuert, das mich links seitlich am Kopf traf, worauf ich das Bewusstsein verlor. Das geschah zu dem Zeitpunkt als die Unterstützung der Deutschen Bundesmarine eintraf.

Langsam, eine halbe Stunde in etwa war vergangen, kam ich wieder zu mir.
Der Sanitäter der Bundesmarine japste erschrocken: “Der kommt ja wieder zu sich!”
Alle schauten mich irritiert an. Aber mein Blick war nicht gerade klar, denn das Projektil war aus Adamantium gewesen, die mir eine leichte Amnesie zugefügt hatte, wie sich später herausstellte.
“Unmöglich”, stieß ein Marinesoldat erschrocken hervor, während weitere Leute untereinander tuschelten, oder auch nur vor sich hin nuschelten.
Da ich mich an nichts erinnern konnte, blickte ich mich immer noch ratlos um, bis ich den Arzt, der neben mir kniete am Kragen packte und diesen heiser mit fragend anschrie.

“Den hat es offenbar richtig heftig erwischt, Käpt’n.”
“Wundert mich, dass er überhaupt noch da ist - nachdem ihm die Kugel erwischt hat.”

In den nächsten Stunden versuchten der Kapitän und alle anderen aus der Mannschaft mir mit viel Geduld und Hilfsbereitschaft zu erklären, was sie von mir wussten. Dies sollte mir helfen, mich wieder zu erinnern. Doch vieles blieb nach wie vor hinter einem Nebel, den ich nicht zu durchdringen vermochte verborgen. Einer der Psychologen der Marine, erklärte aber zufrieden, dass dies nur eine Frage der Zeit war, und mein Gedächtnis wieder zurückkehren würde. Früher oder später.
“…es braucht dafür nur eine bestimmte Situation”, versuchte der Mediziner zu erklären.
Aber am Ende verdanke ich es Professor Xavier und Jean Grey das meine Erinnerungen wieder hergestellt werden konnten.



3 Wochen später
Milchstraße
Deutschland - Hamburger Hafen

Mehrere Schlepper und Lotsen dirigierten die Diana zu ihren Platz. Nachdem der Anker abgelassen worden war sowie die schweren Taue das Schiff schließlich sicherten, lud der Kapitän noch einmal alle Arbeitskräfte an Bord zu einem gemeinsamen Essen, auf seine eigenen Kosten ein, um sich von allen gebührend zu verabschieden.
Früh am nächsten Morgen gingen alle nach und nach von Bord, entweder in den Urlaub oder weil ihr Vertrag ausgelaufen war. Gemeinsam mit seinem ersten Maat zahlte Kapitän Sievers die Crew aus, indem er jeden einen dicken Umschlag mit Dokumenten und natürlich dem verdienten Geld überreichte.
Schließlich war auch ich an der Reihe.
“Nicht alles auf einmal ausgeben, Wolfrino, ja”, mahnte der Kapitän scherzend zu mir, der dabei meinen neuen Rufnamen gebrauchte. Dann fuhr er nach einer kurzen Pause fort: “…melden sie sich bei den Behörden, dass sie wieder da sind! Vielleicht gelten sie ja irgendwie als vermisst. Wenn das der Fall ist, wissen ihre Familie, Angehörigen und Freunde: es geht ihnen gut. Alles Gute für sie, es war mir eine Freude sie an Bord zu haben.”
Der Kapitän der Diana, und auch der erste Maat ebenfalls drückten mir die Hand, ehe ich das Schiff schließlich verließ.

“He, wir wollen in eine Bar - kommst du mit?”
“Klar - wieso nicht”, grinste ich, und schloss mich einigen der anderen Männer an, die seit Monaten zu wahren Freunden geworden waren…



1 Tag später
Andromeda-Galaxie
Epsilon-Sektor - Iphigenie-Nebel
Battlestar Electra - Combat Information Center

Admiral Diana McBride war immer noch sehr nachdenklich, befand aber dass es aber im Umgang mit Wolfrino keinerlei Bedenken gab.
“Ich werde zu dem Thema eine kurze Erklärung abgeben, erinnern Sie mich bitte daran!”, sagte die Befehlshaberin der Electra und der Heracles zu ihrem XO.
Dieser nickte und sagte: “In Ordnung. Die Aufklärungsraptor sind zurück, und die Berichte über die Zustände aller Schiffe unserer Flotte sollten in den nächsten Stunden vorliegen.”
“Gut. Was ist los?”
“Äh. Entschuldigung Sir. Aber eine Raptorcrew hat offenbar einen Planeten gefunden, der eventuell für eine Besiedlung in Frage käme”, antwortete ein junger Offizier, der an die beiden herangetreten war.

Odyssee
Folge 3.04 Tödlicher Hass, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor

Die von Admiral Diana McBride geführte Flotte von Überlebenden hatte sich aus dem Epsilon-Sektor entfernt. Die Gründe dafür waren die Berichte der zurückgekehrten Raptorpiloten, die über den gefundenen Planeten begeistert erzählt hatten.
Sowie auch das damit verbundene Interesse von Miss Shen und Major Hailey. Aber auch natürlich die Nachricht über einen potentiellen bewohnbaren Planeten, die sich wie ein Lauffeuer bei allen Menschen in der Flotte verbreitet hatte.

Battlestar Electra - Besprechungs- und Taktikraum

Die wichtigsten Leute, von Militär, der Andromeda-Expedition und kolonialen Zivilisten innerhalb der Flotte hatten sich zu einer entscheidenden Konferenz zusammengefunden.

“…es könnte wirklich mehr als nur vielversprechend sein. Doch sind die meisten dieser gemachten Aufnahmen von dem Festland dieses Planeten ziemlich trostlos”, seufzte Diana nüchtern nachdem sie sich genaurer angeschaut hatte.

Diese Bilder wurden von vielen, darunter waren auch Personen aus zwei Galaxien, die sich in Geologie und Archäologie sehr gut auskannten begutachtet und beurteilt.

“…nun ja, Admiral McBride hat Recht damit was diesen Planeten angeht: Er ist trostlos und unseren eigenen ähnlich. Und zwar in Bezug auf die Vergangenheit aber auch im Ausblick auf die Zukunft, wo es einen einzigen Superkontinenten gab und wieder geben wird, weil alle Kontinentalplatten in Bewegung sind”, erzählte Doktor Steven Michaels.
“Laut der ersten Messungen sind dieser Planet als auch das gesamte Sonnensystem schon sehr alt”, fügte eine Wissenschaftlerin aus den Kolonien hinzu.
“Major Hailey und Lieutenant Fraiser haben zudem noch etwas herausgefunden, und zwar dass die Koordinaten des Planeten zu denen, die wir aus der Datenbank von den Antikern entschlüsselt haben”, bemerkte Miss Shen, die somit auf das Ziel ihrer Expedition hinwies.

Eine Pause war entstanden. Kurz darauf bat Miss Shen die neuen Verbündeten um Unterstützung um somit den Planeten mit Bodenteams erforschen zu können.

Es dauerte nicht lange bis die erlösende Antwort kam. Denn auch die Überlebenden aus den zerstörten zwölf Kolonien von Kobol hatten dann ebenfalls Interesse an diesen Planeten, weil sie neugierig geworden waren. Nach einigen weiteren Minuten hatte man den Beschluss gefasst die schon bereits bestehenden Teams zur Erkundung auf diesen Planeten zu entsenden, sowie weitere zusammenzustellen.
Unter diesen Personen war auch wieder First Lieutenant Jin, die nach ihrer verbüßten Strafe ab sofort wieder aktiv an allen Einsätzen teilnehmen durfte.

Steuerbordhangardeck

Da man es gewohnt war Planeten und anderen Orten Namen zu geben, rätselte jeder welchen diese Welt wohl erhalten würde.
Langsam gingen Leutnant Jessica Schneider und ich auf dem Jumper zu, während wir uns dabei unterhielten.
“…ist doch seltsam. Will nur wissen was ausgerechnet wir beide da unten sollen? Denn soviel ich bislang in Erfahrung bringen konnte ist das, das dieser Planet fast am Ende ist. Er ist verlassen, sandig und steinig… beinahe tot - bis auf einige grüne Flecken…”, murmelte die deutsche Soldatin.
“Hm. Sieh es positiv, endlich mal wieder die Beine vertreten. Normale Luft atmen. Keine Zylonen…”
“Ha. Und wenn es da unten irgendwelche Ungeheuer gibt, Wolfrino? Hi, Jiao!”
“Hallo ihr beiden. Geht schon mal an Bord. Doktor Xiao. Ich freue mich Sie hier an Bord begrüßen zu dürfen. Willkommen an Bord.”
“Danke, First Lieutenant Jin. Ich werde den Platz hinter Ihnen einnehmen”, erklärte die chinesische Archäologin lächelnd.

Wie auch in allem anderen für den Einsatz bereitgestellten Fluggeräte, war auch unserer Jumper bis auf den Letzten, der 16 verfügbaren Sitzplätze besetzt. Niemand von den Führungskräften unserer Flotte wollte bei dieser Mission auf diesen fremden Planten ein Risiko eingehen.

Während wir zum Abflug zum Aufzug, der hinauf zum Start- und Landedeck führte gebracht wurden, verkündete uns der irische Geologe und Mineraloge Doktor Steven Michaels: “Wir wissen das viele in der Flotte die Frage umtreibt, wie man diese Welt nennen könnte. Nach kurzer Beratung hatten zumindest wir uns Wissenschaftler auf die Bezeichnung Pangaea geeinigt.”

Orbit von Pangaea - Jumper #1

Als wir gestartet waren konnten wir erkennen, dass wie von der Electra von der Thetis ebenfalls zwei Jumper gestartet waren. Zusätzlich wurden wir von etwa drei Dutzend Raptor, sowie beinahe einhundert Viper begleitet, die die Mission zusätzlich unterstützen sollten.

Da es nur vier Sitzplätze im Cockpitbereich gab, saßen 12 weitere Crewmitglieder, darunter auch ich im hinteren Bereich des Jumpers. Die beiden Pilotinnen, sowie die zwei Doktoren Xiao und Michaels konnten durch das Frontfenster die immer größere Landmasse erkennen auf die unserer Jumper von Jin angesteuert wurde.
Je näher wir dem Planeten kamen, umso mehr konnten die vier erkennen, darunter auch die wenigen Vegetationsgebiete auf dem Festland, die sich in Küstennähe, sowie an den Hängen der Gebirgszüge befanden.

Pangaea - Jumper #1

Die Crew im Cockpit konnte aber auch für wenige Minuten einige der vorgelagerten Inseln sehen, die zum größten Teil noch bewachsen waren. Doch nicht eine davon war unser Ziel, sondern der gewaltige Superkontinent. Dort waren die meisten Flüsse und Seen bereits versiegt, ausgetrocknet oder führten nur temporär, vermutlich nach ausreichenden Regenfällen Wasser.

Das Zielgebiet der Mission stand schon fest, zu welchen Doktor Xiao die beiden Pilotinnen hindirigierte. Wir steuerten über ein stark zerklüftetes Hochplateau welches sich in viele Canyons aufspaltete. Wir folgten eine dieser wenigen Schluchten in deren geschützten Bett sich ein Fluss wand. Nach vielen Kilometern mündete der gewaltige Strom, der aus dem hohen Bergen gespeist wurde, in einem gewaltigen Süßwassersee, der von einem noch ansehnlichen Vegetationsgürtel umsäumt war.
Doch war dieser beschauliche Ort nicht unser Landeplatz, denn Jiao landete auf einen Anhöhe in den Felsen von wo aus man die Gegend weitläufig überblicken, und die man im Ernstfall auch gut zu verteidigen wäre.

“Also schön. Eine von uns beiden Pilotinnen muss hier beim Jumper bleiben.”
“Ich weiß Tessa. Losen wir?”
“Nö. Geh ruhig mit. Die beiden Privates Kieras, sowie Curtis bleiben mit mir hier beim Jumper.”
“Danke.”
Die Luzianerin Jill Ludien sah sich in der Runde um, fragte und orakelte: “Also, will noch jemand in der Nähe des Jumpers bleiben? Nein. Aha. Vermutlich werden sich unterwegs so einige Expertengruppen bilden…”
Batos Nanes, der ebenfalls der Luzianischen Allianz angehörte und dem die Frage galt, zog nur die Schultern hoch, schüttelte den Kopf während er sein Gepäck aufnahm.

Als alle ihre Rucksäcke und Aufrüstung aufgenommen hatten, gab First Lieutenant Jin das Zeichen für den Aufbruch.

Wie die Soldatin der ehemaligen Todfeinde der Erde bereits vermutet hatte, hatten sich drei Gruppen gebildet, wobei die Wissenschaftler ab und wann Proben vom Wasser und den Boden zu nehmen.

“Die suchen doch etwas Bestimmtes. Diese Doktor Xiao geht zielstrebig in Richtung von der Wüste, die wir überflogen haben”, bemerkte Leutnant Jessica Schneider flüsternd, die neben mir ging, obwohl sie eigentlich nur den Befehl hatte auf mich zu achten, bewies sie immer wieder was für eine gute Soldatin sie war.
Erneut deutete sie auf Doktor Xiao, die abermals an den schroffen Felswänden nach etwas Ausschau hielt. Immer wieder musste sie dann aber des Öfteren enttäuscht mit ihren Kopf schütteln, sah sich kurz um und ging zielstrebig weiter.

“Wir müssen dort hin! Durch die Dünen da! First Lieutenant Jin, ich brauche ein Team”, erklärte Doktor Xiao, die chinesische Archäologin, die abermals auf einen Berg deutete, den wir näher gekommen waren und dessen seltsame Form mehr als nur auffällig war.
“Ich verstehe”, verstand die angesprochene Soldatin, die dann das Team in zwei Gruppen von je sechs aufteilte.

“He! Entschuldigung First Lieutenant! Wer hat das Kommando über unsere Gruppe?”, wollte Professor Doktor Elias Orkney von der Universität für Naturwissenschaften von Caprica City erfahren.
Die Antwort übernahm Lieutenant Fraiser, die sich noch einmal zu ihm umdrehte, ihn ansah und erklärte: “Wir dachten da an Sie, Professor!”
“Danke. Ich werde Ihr Vertrauen nicht enttäuschen. Gut. Dann wollen wir uns mal das Tal,  die Vegetation ansehen, sowie die Qualität des Seewassers überprüfen! Jill Ludien, Batos Nanes, Doktor Steven Michaels, Private Cork und Anise beziehungsweise Freya - mir nach!”

“So. Und wir gehen durch die hübsche Wüste da. Wird ein netter Fußmarsch”, stellte First Lieutenant Jin fest, die Leutnant Schneider, Leutnant Greiner, Lieutenant Fraiser und mir das Zeichen gab ihr und Doktor Xiao zu folgen.



Milchstraße
Erde
USA - Los Angeles

Im Hafenbecken der Kalifornischen Großstadt wiegte der Seegang das Hausboot sanft hin und her. Aber es war nicht vollkommen ruhig und still verlassen, denn zielstrebig arbeitete sich ein dunkel gekleideter Mann darauf und darin Stück für Stück vorwärts. Nachdem er die Treppe hinauf gestiegen war, blitzte in seiner rechten Hand die scharfe Klinge eines Kampfmessers auf, als er sich dem Bett genähert hatte.
Als der finstere Eindringling gerade zustoßen wollte, wurde es unerwartet hell.
“Was tun Sie hier?”
“Das geht Dich nichts an, Junge! Und außerdem ist Anonymität sehr wichtig - also…”
“Nicht so voreilig, Mister Einbrecher! Ich bin Sam MacGyver!”
“Oh, dann passt es ja doch irgendwie, wenn es auch nicht dasselbe sein wird. Ach ja, unhöflich von mir - ich vergaß mich vorzustellen: Ich bin Murdoc”, erklärte der finstere Eindringling mit einem bösen Lächeln, bevor er das Messer schleuderte.

Doch Sam wich geschmeidig aus und schleuderte Murdoc den schweren Koffer entgegen, den er bei sich hatte.
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#20
Odyssee
Folge 3.05 Tödlicher Hass, Teil 2

Milchstraße
Erde
USA - Los Angeles

“Ah!”, fluchte Murdoc, sowohl getroffen von der Wucht des auf ihn geschleuderten Koffers, als auch frustriert über seine eigene Unvorsicht. Es passierte ihm selten, ein Opfer zu unterschätzen.
Eigentlich gar nicht.
Bis auf MacGyver.
Und wie es den Anschein hatte, traf es auch auf noch weitere Mitglieder dieser Familie zu.

“Du bist dann wohl also sein Sohn”, brummte der Profi-Killer genervt. “Eigentlich bin ich ja nicht an Dich interessiert. Wusste bis zu diesen Moment nicht einmal dass er Kinder hatte. Aber nun… werde ich für ihn eine klare Botschaft hinterlassen. Nämlich dass das Spiel noch nicht vorbei ist. Ewige Ruhe, Sam MacGyver!”
Die letzten gesprochenen Worte erklangen voller Hass und Verachtung mit dem er den Familiennamen seines Erzfeindes bedachte.

“Schon wieder so vorschnell, Murdoc! Da gibt es ein kleines Problem, denn mein Vater ist spurlos vor einigen Tagen verschwunden, genauso wie seine beiden Freunde Thornton und Dalton.”
“Oh! Das bricht mir doch glatt das Herz…”
“Und ich bin nicht wie mein Dad”, seufzte Sam, der eine Glock 17 aus seinen Rucksack zog.
Verwundert erstarrte Murdoc in seiner Bewegung in der er eigentlich selber nach einer seiner Waffen greifen wollte. Dieser sicher geglaubte Vorteil war somit unerwartet dahin.

Aber nun sollte Sam besser selber sein Gegenüber nicht unterschätzen. Er hatte zwar von seinen Vater, Pete und Jack von Murdoc gehört - doch hielt man den Profi-Killer schon bereits seit einigen Jahren für tot.
Bis zur heutigen Nacht.

Verschlagen grinste der Erzfeind von MacGyver. Doch Murdoc hatte die Hände nicht richtig gehoben, obwohl Sam immer noch die Waffe auf ihn richtete.
Aus einem unscheinbaren Ring an der linken Hand von Murdoc waberte ein Energiestrahl auf den Sohn von Angus MacGyver zu. Schwer und ohne Vorbereitung wurde er davon gegen die Wand geschleudert. Instinktiv drückte Sam dreimal in kurzer Folge blind auf seinen Gegner ab.

Von den drei Schüssen wurde Murdoc von zwei Projektilen getroffen. Dabei streifte ihn eines am Kopf und das zweite traf ihn auf Grund der kurzen Entfernung so heftig an der linken Schulter, dass ihn die Wucht aus dem Schlafzimmer und auch noch durch das Fenster beförderte.



Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor
Orbit von Pangaea
Battlestar Thetis - Krankenstation

Zur gleichen Zeit als der Planet Pangaea von Dutzenden Teams erforscht wurde, hatte es Commander Liam Aberdeen nicht mehr länger ausgehalten, weswegen er die Zeit für gekommen sah. Mit einem steinharten Gesichtsausdruck war er an das Krankenbett von Commander Arthur Tigris herangetreten.

Der Befehlshaber der Thetis hasste den Mann, der vor ihm lag für das was er getan und vorgehabt hatte.
´Schade dass sie ihn nur verwundet haben Private Sandra Kieras. Wirklich schade…´, dachte Commander Liam Aberdeen, der mit der Erlaubnis von Admiral Diana McBride, die von den Vorkommnissen ausführlich unterrichtet worden war, bereits einige harte Strafen hatte vollstrecken lassen.
Doch um den Hauptverantwortlichen wollte er sich, im absoluten Gegensatz der gesetzten Anordnungen, selber kümmern. Ohne ein Wort zu sagen, klemmte er die Infusionen ab und fuhr mit einem vollkommenen leeren Gesichtsausdruck alle Überwachungsmonitore herunter.

“Was ist hier los? Oh, Entschuldigung Sir”, stammelte eine der Ärztinnen, die von ihrem Befehlshaber sofort den Befehl erhielt sich von diesen Patienten fernzuhalten, sowie im Falle einer Änderung des Zustandes absolut gar nichts zu unternehmen.



Milchstraße
Erde
USA - Los Angeles

Voller Zorn im Bauch schwamm der verwundete Murdoc zu einem Steg in der Nähe des Hausbootes von MacGyver. Mühsam zog er sich aus dem Wasser um sich wenige Minuten später triefend vor Nässe an einem Geländer entlang zuhangeln. Für gewöhnlich zog er sich immer nach einer solchen Auseinandersetzung mit MacGyver zurück, um an einen raffinierten Plan zu arbeiten um sich an seine Feinde zu rächen.

Aber nicht heute. Der langjährige Berufskiller hatte den Beschluss gefasst endlich reinen Tisch zu machen und nicht auf einen anderen Tag zu setzen.

Doch die beiden ahnten nicht dass sie aufmerksam beobachtet worden sind.

Voller Grimm in der Brust hatte sich Murdoc zurück ins Hausboot begeben. Doch zuvor hatte er die Kabel durchtrennt.
Verdutzt musste Sam feststellen dass die Telefonleitung nicht das einzige war was den Geist aufgab, denn es wurde dunkel. Der junge MacGyver wollte sich noch in eine Ecke zurückziehen von wo aus er hätte alles einigermaßen gut überblicken können - doch es war zu spät.

Die Wucht des Schlages mit dem Eishockeyschläger traf ihn vollkommen unerwartet.

´Ist schon ironisch´, dachte Murdoc böse grinsend während er auf sein hilfloses Opfer herabblickte. Dabei entschied er auch kein Spielchen zu spielen, sondern den Sohn seines langjährigen Erzfeindes ganz simpel umzulegen.

“Wach schon auf - Mac-Gyver!“, forderte er daher, der die Glock 17 aufgehoben hatte und bereits auf ihn zielte.
Sam kam mit heftigen Kopf- und Rückenschmerzen langsam wieder zu sich. Und gerade als Murdoc abdrücken wollte, meldete sich hinter jenen eine sanfte aber klare fordernde Frauenstimme zu Wort: “Nein! Das darfst Du nicht tun!“
Der Killer kannte diese Stimme, weswegen er sich überrascht in ihre Richtung umwandte. Er traute seinen Augen nicht, denn vor ihm stand sein einziges Kind und Tochter: Ashton, die er nach seiner zu früh verstorbenen Schwester benannt hatte.



Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor
Orbit von Pangaea
Battlestar Thetis - Krankenstation

Mit Befriedigung sah Commander Liam Aberdeen seit einer guten Stunde zu, wie der verhinderte Attentäter und der frühere Commander der Hephaistos, Arthur Tigris, von immer heftigeren Krämpfen gequält wurde.
Und schließlich war es soweit. Ein leiser Ton und die Anzeigen auf dem letzten noch aktiven Monitor kündeten schließlich vom eingetretenen Tode des Patienten.
“Gut. Das war’. Jetzt gehört er wieder ihnen, Doktor!”, nickte der Befehlshaber der Thetis.



Milchstraße
Erde
USA - Los Angeles

Diese unerwartete Begegnung brachte den sonst so eiskalten Profi-Killer vollkommen aus der Balance. Diesen Umstand nutzte Sam MacGyver aus, um sich voller Entschlossenheit auf seinen Gegner zu werfen. In Folge des Gemenges, während die zwei Männer ins Wasser stürzten, löste sich Schuss.
“MACGYVER!”, brüllte Murdoc noch, ehe er in den Fluten des Hafens versank.



Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor
Pangaea

Schon bereits seid ungefähr 2 Stunden hatten wir das hügelige Gelände des Canyons und seiner Ausläufer hinter uns gelassen. Seid dem war unsere Gruppe in den Dünen der riesigen Wüste, die ungefähr 90 Prozent der gesamten Landmasse bedeckte, unterwegs.

Der Sand war extrem weich. Und da wir alle in der Gruppe mit schwerer Ausrüstung ausgestattet waren, versanken wir hin und wieder sogar bis zu den Knien in den Sand.
Auch löste sich die Formation des Teams auf, weil einige Probleme mit diesen mehr als nur schwierigen Bodenverhältnissen hatten.

Als einzige ließ sich Leutnant Vanessa Greiner absichtlich bis ans Ende der Gruppe fallen. Mit finsterem Blick marschierte sie hinter uns anderen her. Die Soldatin beobachtete und analysierte konzentriert alle Bewegungsmuster ihrer Teamkollegen.
Schließlich erkannte sie endlich eine günstige Gelegenheit und zog langsam den Revolver hervor. Ein letztes Mal noch kontrollierte Greiner die Waffe, dann zielte sie sorgfältig und drückte mehrfach und schnell hintereinander ab.

Blind von Hass hatte Leutnant Greiner die Schüsse abgefeuert, und dabei vollkommen ignoriert möglicherweise andere verletzen zu können. Das Krachen hallte laut zwischen den Sanddünen wieder.
Das erste Geschoss traf Doktor Xiao. Die Archäologin aus der Volksrepublik China hielt sich ihre Hände stark pressend auf den Bauch und schrie verzweifelt um Hilfe.
Aber die Adamatiumkugel hatte ihren Körper durchschlagen und schon kurz darauf schmerzhaft Leutnant Jessica Schneider am linken Oberschenkel gestreift, ehe das Projektil in der Sanddüne verschwand. Die leicht verletzte Soldatin ging schimpfend in die Knie, während sie sich bereits in dieser Bewegung instinktiv umwandte.

Die anderen drei Projektile trafen mich. Wobei zwei von ihnen in meinen Rücken und die dritte in meine rechte Brusthälfte einschlugen, da ich mich alarmiert nach hinten umgedreht hatte. Doch schwer und tödlich von diesen Geschossen getroffen sackte ich in den Sand.

“Und jetzt: Stirb Wolfrino!”, zischte Vanessa hasserfüllt, die abermals anlegte und dabei sorgfältig zielte. Dann drückte Greiner ein weiteres Mal ab.
Dieses Mal traf sie mir genau ins Herz. Und da die Geschosse aus Adamatium waren, wurden sie nicht von meinem Körper herausgedrückt.
Langsam schritt die Soldatin näher heran.

“Sofort die Waffe weg, Leutnant Greiner!”, schrie First Lieutenant Jin im Befehlston, die von oben aus auf einer Sanddüne mit schussbereiter Waffe kniete, der Schützin zu.
“Nein! Er muss sterben!”
“Wirf jetzt endlich die verdammte Knarre weg! Oder ich mache von der Schusswaffe Gebrauch!”, rief dann auch noch Leutnant Schneider, die ihre Handfeuerwaffe gezogen hatte, warnend ihrer Kameradin zu.

“Nein! Ich muss ihn töten! Ich will Rache! Rache für meinen Onkel Eduard! Noch einen Schuss habe ich… Ich weiß was ich zu tun habe. Diesen verfluchten Bastard schieße ich den Schädel weg…”, murmelte Vanessa, die mit ihrer Waffe abermals anlegte.

Alle ihre Teamkollegen, die sich bislang um die verwundete Archäologin kümmerten, mit der Ausnahme von Jiao und Jessica, sahen benommen zu, wie sie sich darauf vorbereitete ihren, nun mittlerweile wehrlosen und verteidigungsunfähigen Gegner, mit der letzten Patrone in der Trommel, endgültig den Garaus zu machen.

Schon kurz darauf fielen erneut Schüsse, die zwischen den Sanddünen in der Wüste widerhallten.

Odyssee
Folge 3.06 Tödlicher Hass, Teil 3

Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor
Pangaea

“Was zur Hölle ist da nur los?!”, stieß Lieutenant Tessa de Vaux, die neben den Jumper stand hervor. Beim ersten fernen Knallen dachte sie zunächst noch, sich geirrt zu haben. Aber als die anderen drei, die mit ihr das Fluggerät sicherten beinahe gleichzeitig:
“Das waren doch schon wieder Schüsse!” - sagten, war ihr sofort klar geworden dass es wohl ernsthafte Schwierigkeiten gab.
Ohne zu zögern nahm sie daher sofort Kontakt mit dem übrigen Team auf, das sich auf Erkundung befand.
“…ja… Richtig, Wir haben uns vor etwa 4 Stunden getrennt, und haben ebenfalls das Knallen gehört, was sich verdächtig nach Schüssen angehört hatte. Ich versichere Ihnen aber, das bei uns ist alles in Ordnung ist. Aber auf Grund dieser Tatsache sind wir ein wenig beunruhigt, Lieutenant”, hörte man Doktor Michaels’ Stimme aus dem Funkgerät sagen.


Nachdem die Echos der Schüsse in den Dünen verklungen waren, lag Leutnant Greiner nur wenige Meter von mir entfernt im Sand. Die rachsüchtige Soldatin war in Bruchteil weniger Sekunden von zwei Projektilen getroffen worden. Dabei war Leutnant Jessica Schneider nur darauf ausgewesen ihre Kameradin aufzuhalten, wohin hingegen First Lieutenant Jiao Jin weniger zimperlich gewesen ist.

Die eine Schussverletzung an der rechten Schulter in der ein Pistolenprojektil steckte war nicht ganz so tragisch, im Gegensatz zu der anderen aus dem Sturmgewehr in der Brust, die lebensbedrohlich für die deutsche Soldatin war.
Der letzte Schuss aus dem Revolver, den Leutnant Greiner krampfhaft abgegeben hatte, war hingegen glücklicherweise für mich ohne weitere Folgen geblieben.

Von dieser Situation unter akuten Stress stehend, war Lieutenant Fraiser von Doktor Xiao weiter zu Leutnant Greiner geeilt, da Leutnant Schneider abgewinkt und sich schon selber verbunden hatte.

Alle zuckten kurz darauf zusammen nachdem sie einen Lufthauch gespürt hatten. Doch schnell waren alle wieder entspannt, weil es nur den Jumper mit dem übrigen Team an Bord handelte. Die Insassen strömten um zu helfen sofort hinaus. Aber zunächst starrten sie fassungslos in die Runde, ehe ihre Blicke bei den Verletzten haften blieben.

“Das verstehe ich nicht? Was ist nur mit Wolfrino los?”, murmelte Private Sandra Kieras irritiert fragend in die Runde.
“Er hat sich vermutlich einige Kugeln aus Adamatium eingefangen, weswegen sich sein Körper immer noch nicht regeneriert. Diese spezielle Metalllegierung kann von seinem Körper nicht abgestoßen werden… somit ist Wolfrino aus medizinischer Sicht betrachtet: tot!”, versuchte Lieutenant Fraiser zu erklären, die immer noch bemüht war Leutnant Greiner zu stabilisieren.

Nach einer Pause fuhr Cassie fort: “…ich vermute dass Jonathan damit einverstanden wäre, wenn wir uns zunächst um Vanessa kümmern…”
In genau diesen Moment erlangte ihre Patientin das Bewusstsein wieder und murmelte leise, kaum hörbar: “Nein! Nein! Lasst diesen verfluchten Bastard von einem Mutanten da liegen und sterben!”
Kaum hatte sie das gesagt, sackte sie erneut erschöpft vom hohen Blutverlust zusammen.

In der Zwischenzeit hatte sich die Tok’ra Anise um die ebenfalls übel verletzte Doktor Xiao gekümmert, indem sie die Verwundung größtenteils mit einem Handheilgerät kuriert hatte. Die Behandlung war einigermaßen erfolgreich gewesen, denn es kündete nur noch eine leichte Narbe von der Verletzung.

In der näheren Umgebung landeten zwei Raptor von der Battlestar Electra, die weiteres Personal, sowie unter anderem auch Miss Shen an Bord hatten. Die Unterstützung sollte Cassandra bei ihrer Arbeit helfen, sowie die Fortführung der Mission gewährleisten.

“Oh, nein! Lieutenant Fraiser! Wir dürfen niemanden mehr aus unserem Team verlieren! Wir haben bereits schon schwere Verluste hinnehmen müssen: Sub-Lieutenant Meng Sun, Gefreiter Andreas Wagner, Major James McAllister und Ta’mon in weniger als nur 2 Tagen… Jetzt nicht schon wieder! Tun Sie ihr Bestes!”, wünschte die Expeditionsleiterin, die aufmerksam die Rettungsmaßnahmen beobachtete.

“Danke. So das war’! First Lieutenant Jin! Lieutenant de Vaux! Leutnant Greiner ist jetzt stabil. Wir können sie und Wolfrino somit mit dem Jumper zur weiteren medizinischen Versorgung auf die Electra bringen!”, entschied Lieutenant Fraiser nach etwa einer guten Viertelstunde schließlich.
“Halt! Stopp! Ich komme auch mit! Autsch!”, rief Leutnant Schneider, die aufgesprungen war und sofort hinterherlaufen wollte, dann aber wegen des Streifschusses an ihrem linken Oberschenkel für einen kurzen Moment zusammenzucken musste.


Orbit von Pangaea
Battlestar Electra - Krankenstation

Allzu gerne hätte Cassandra Fraiser die chinesische Archäologin zur Kontrolle ebenfalls mit an Bord genommen, doch diese hatte lächelnd geweigert, weil sie weiter an den Einsatz teilnehmen wollte. Aus diesen Gründen blieb Anise/Freya ebenfalls unten auf Pangaea zurück.


Schon seit einigen Stunden dauerte die Operation in der chirurgisch die beiden Projektile aus der rechten Schulter und der Brust von Vanessa Greiner entfernt wurden. Durch die Glasscheibe sah Felix Müller dem Ärzteteam die ganze Zeit über dabei zu. Der deutsche Major machte sich in Gedanken immer wieder aufs Neue starke Vorwürfe wegen der ganzen Angelegenheit.

Es vergingen noch mehrere Minuten ehe Fraiser und ihr Team mit der Operation fertig war. Als sie den OP-Saal verließ und ihre Handschuhe auszog, bemerkte sie Müller und sagte: “Keine Sorge Sir. Greiner wird wieder gesund werden. Es wird zwar einige Zeit dauern, aber sie ist über dem Berg.”
Schließlich trat Miss Shen mit sorgenvoller Miene an die beiden heran, und fragte: “Na schön. Und was ist jetzt mit Wolfrino? Ich kenne, wie sie beide und die anderen auch, die Röntgenaufnahmen, die die Positionen der Geschosse in ihm zeigen…”
“Das wird auf jeden Fall kein Spaziergang”, seufzte Lieutenant Fraiser, “diese Projektile aus Adamantium sind das einzige was Wolfrino in diesem Zustand hält. Es sind vier von ihnen in seinem Torso, davon zwei im Herzen… Sobald diese dann entfernt wurden… wir müssen ihn auf jeden Fall die ganze Zeit über fixieren, sonst gibt es noch weitere Verletzte…”
“Oh ja natürlich - die Krallen. Das hatte ich beinahe vergessen, Lieutenant.”
“Ist schon in Ordnung, Miss Shen. Es ist nun einmal Tatsache, dass er vollkommen unerwartet während der OP das Bewusstsein wiedererlangen kann…”

“Ich bitte um Entschuldigung - aber Admiral McBride und Commander Aberdeen möchten mit Ihnen sprechen! Es gibt erste Ergebnisse und Funde!”, meldete Private Sandra Kieras.
“Wir kommen sofort”, bestätigte Miss Shen.

Offiziersmesse

Während der gesamten Präsentation war für alle anwesenden Teilnehmer zu erkennen wie erschöpft und mitgenommen Cassandra Fraiser war. Ein Umstand, der Xiao dazu veranlasste ihren Vortrag so kurz wie möglich zu halten, wie schon alle anderen vor ihr.

“…sie erwähnten diesen Kristall - und, dass sie bereits einen solchen in ihrer Ausrüstung dabei haben. Muss sehr wichtig sein.”
“Ja, Admiral McBride. Wir nennen diese Kristalle Zero Point Module. Oder einfach nur ZPM’. Sie sind eine sehr leistungsfähige Energiequelle. Und wir haben zwei bislang mitgebracht. Doch benötigten wir noch ein drittes, was unsere Mission erleichtern wird”, bestätigte Major Hailey umgehend.
“Gut. Wir haben sehr nützliche Erkenntnisse gewonnen, sowie wichtige Funde gemacht. Doch jetzt ist es an der Zeit dass wir uns so schnell es geht um Jonathan Wolfrino Martin kümmern! Lieutenant Fraiser!”
“Ja, Admiral. Natürlich”, seufzte Cassie müde.
“Sagen sie uns einfach wen und was sie benötigen um unseren Freund zu helfen.”
“Klingt vielleicht etwas seltsam, aber wir benötigen starke Gurte, Riemen oder Ketten um uns selber abzusichern… und natürlich das beste medizinische Personal, das Sie haben, Admiral.”
“Wir werden sehen was und wen wir auftreiben können. Wann wollen Sie beginnen?”
“Nun ja, Admiral McBride. Ich würde mich gerne zunächst etwas ausruhen wollen. Die Einführung für diese OP hatte ich für 8-Hundert geplant, und der eigentliche Eingriff eine Stunde später, um 9-Hundert”, antwortete Lieutenant Fraiser.

Krankenstation

Alle Beteiligten, aber auch interessierte Mitglieder aus der Expedition und der Crew waren anwesend als Cassandra Fraiser die wichtigen Informationen weitergab: “…bitte seien Sie nicht irritiert: Narkosemittel, also Anästhesie wirkt bei diesen Patienten wegen seiner Mutation nicht. Deswegen werden wir ihn fixieren damit wir nicht von Schlägen oder den Krallen, die er ohne Vorwarnung vermutlich ausfahren wird verletzt werden. Gibt es noch Fragen?… Nein. Gut, dann machen wir uns an die Arbeit!”

Wie es besprochen worden war, so wurde auch vom chirurgischen Team vorgegangen. Zuallererst entfernte Cassandra mit dem Chefarzt der Battlestar Electra das Projektil, das in der rechten Brusthälfte saß. Direkt im Anschluss entfernten die beiden dann das zweite Projektil das in der rechten Schulter steckte. Wie zu erwarten war gab es bislang keinerlei Komplikationen. Sorgfältig wurden die Wunden vernäht.

Nachdem dies geschehen war, wurden die beiden von zwei frischen und ausgeruhten Kollegen ersetzt. Denn jetzt wurde es sehr knifflig und sehr spannend. Nicht nur für das medizinische Personal, sondern auch für diejenigen, die diese Operation durch die Glasscheibe oder den Monitoren mitverfolgten.

Beide Chirurgen atmeten noch einmal kurz durch. Es waren zum einen Doktor Cong-Min Wang, der aus der Volksrepublik China kam, und zum anderen Doktor Hiroshi Soma aus Japan stammte. Beide hatten so einiges gemeinsam, nämlich sie waren unter anderem im OP Spezialisten und hatten sehr ruhige Hände. Die zwei hatten den Plan die beiden Adamatiumkugeln, die im Herzen steckten möglichst synchron zu entfernen. Ihnen zur Seite standen noch weitere Ärzte und Helfer aus zwei Galaxien zur Seite.

Bevor sie jedoch mit ihren Part begannen, überprüften sie noch einmal kurz die Fesseln, die ihre eigene Sicherheit garantieren sollten.

Als sie damit fertig waren, nickten sie zufrieden, schauten dann auf die Uhr. Schließlich gaben sie das vereinbarte Zeichen und begannen mit den ersten kleinen Schnitten.

Für den, der die Monitore mit den Vitalfunktionen im Blick behalten musste war es am meisten interessant, weil er die kleinste Veränderung festzustellen und zu melden hatte. Doch bislang war nur der Ton zu hören, der davon kündete dass der Patient am Leben war. Ein Umstand, der sich schon sehr bald erwartungsgemäß ändern würde.

Der Moment war gekommen. Doch wie es die beteiligten Ärzte und ihre Helfer es geschafft hatten, wussten sie nicht später nicht mehr ganz genau - aber sie hatten ihr Ziel erreicht und die beiden Projektile beinahe zeitgleich aus dem Herzen entfernt. Dabei zogen sich immer wieder welche aus dem Team in einer zuvor festgesetzten Reihenfolge aus dem Operationssaal zurück um den Stressfaktor zu reduzieren.
Doch seltsamerweise war der Zustand in dem ich mich befand so schwerwiegend, dass viele Minuten nichts geschah. Dann hörten die noch Anwesenden das was man erhofft hatte: Die bislang nicht messbaren Vitalfunktionen erwachten langsam wieder. Erst zögerlich und schwankend, bevor sie sich stets langsam immer weiter stabilisierten, steigerten und mein Körper nur kurz zuckte.

Eine wirkliche Erleichterung machte sich bei Miss Shen, Major Hailey, Lieutenant Fraiser und anderen meiner Freunde erst am späten nächsten Morgen bemerkbar, denn die vier Einschusswunden und das etwa eine Dutzend Operationsschnitte hatten begonnen zu heilen.

Somit war eigentlich das Schlimmste für mich überstanden. Aber, etwa eine halbe Stunde später blieb Cassandra hart und sagte streng: “Nichts da, Wolfrino - Sie bleiben noch mindestens 2 Tage zur Beobachtung hier! Denn immerhin waren Sie ja… ja tot… gewesen…”
“Äh…”
“Keine Widerrede! Zurück ins Bett! Das ist ein klarer Befehl!”, erklärte Lieutenant Fraiser abermals. Dieses Mal zusätzlich noch mit dem erhobenen rechten Zeigefinger.

Nachdem diese Unterhaltung beendet war, und sie noch ein kurzes klärendes Wort mit Leutnant Jessica Schneider gewechselt hatte, verließ Lieutenant Cassandra Fraiser die Krankenstation.
Kurz darauf hörte ich das Gemurmel. Es war Leutnant Vanessa Greiner, die wieder zu sich gekommen war und innerlich frustriert darüber war, dass ich nicht tot war.

Für wenige Minuten dachte ich nach was zu tun wäre. Dann fasste ich den Entschluss diese Angelegenheit zwischen uns beiden aus der Welt zu schaffen. Somit führten mich meine Schritte von meinen eigenen zu ihrem Krankenbett, welches sich nur einige Meter entfernt befand.

“Na los! Darauf hast Du doch nur die ganze Zeit gewartet, oder? Die Gelegenheit ist sehr günstig für eine solche Tat. Also los, töte mich - genauso wie Du auch meinen Onkel in Tibet umgebracht hast!”, murmelte Vanessa, deren Augen mich kalt und voller Hass anstarrten, während sie mit mir sprach.
Für die immer noch sehr stark von ihrer Verwundung geschwächte Soldatin sah es zunächst in der Tat so aus, als ob ich dies wohl wirklich vorhatte, weil ich bereits an das Bett zu ihr herangetreten war, nachdem ich die Vorhänge zugezogen hatte.

“Nein! Da liegen Sie falsch! So etwas tue ich nicht, Leutnant Greiner! Ich will mich nur mit Ihnen in Ruhe unterhalten…”
“Pah! Sie wollen wohl etwa auch noch dass ich Ihnen diesen kaltblütigen Mord an meinen Onkel vergebe, oder was?”
“Mal ganz ruhig, Vanessa! Bitte. So viel ich erfahren habe, hatten Sie ebenfalls dieses Video von Doktor Rosenthal geschaut…”
“Ja, habe ich. Und?”
“Sie haben sich während einer Mission in Griechenland darüber beschwert, dass ich Jiao, Shen und noch einigen anderen Beteiligten die Geschichte in Tibet hier vergeben habe… Und ich bin auch dazu bereit, Ihnen ebenfalls zu vergeben und somit einen Schlussstrich zu ziehen.”
“Und als Gegenleistung soll ich Ihnen vergeben?”
“Ist Ihre Entscheidung. Doch sagen sie mir eins: Sah es im Video wie kaltblütiger Mord aus?”, seufzte ich fragend in einem ruhigen sachlichen Ton.

Es vergingen mehrere Minuten in denen Stille herrschte. Dabei schauten wir beiden uns wortlos in die Augen.
Dann hielt es Vanessa Greiner nicht mehr aus, die dann verlegen geworden erst einige Sekunden nach oben an die Decke und dann zur gegenüberliegenden Seite schaute.
“Nein!”, war alles was sie sagte und ihre linke Hand in meine Richtung ausstreckte.

Odyssee
Folge 3.07 Verschleppt, Teil 1

Andromeda-Galaxie
Heraclia
Königreich Capripolia - Hauptstadt Capripolis

Vor noch nicht allzu langer Zeit waren die Amazonen und die Familie von Adriana im fast dem ganzen Reich verhasst gewesen. Doch war der bedrängte König wegen der aktuellen politischen Entwicklung dazu gezwungen, sich verlässliche Bundesgenossen zu suchen. Dass dies ein guter Entschluss gewesen war, konnte er anhand der Karte sehen, denn der Grund dafür war ein Krieg, welcher schon seit einigen Jahren andauerte, und von Darius in den entfernten Reichen eines weit entfernten Insel-Archipels entfesselt worden war. Dies erfuhr man nahezu täglich von einigen Flüchtigen, die vor der Grausamkeit dieses Eroberers geflohen waren.

Doch hatte Darius immer noch nicht genug, denn er hatte vor einigen Wochen von den größeren Inselreichen hinüber auf das Festland übergesetzt, mit dem Ziel diese gesamte Welt zu erobern und allen Bewohnern zum Glauben an die Ori und den wahren Pfad des Ursprunges sowie zur göttlichen Orici zu bekehren. Im Verlaufe der letzten Wochen hatte er es geschafft fast alle umliegenden Reiche zu unterwerfen. Nur das Königreich Capripolia, das weitläufige Land der Amazonen, sowie die kleineren Reiche im Norden, die sich wegen Darius bereits zusammengeschlossen hatten, sowie ein Großreich im Osten auf diesen Kontinent hielten seinen Angriffsversuchen immer noch stand.

Der König Capripolias und seine Untertanen waren froh und dankbar über den Beistand von Adriana und den Amazonen. Doch war die letzte Abwehrschlacht auf dem Meer nicht gut für ihn selber verlaufen, da er schwer verwundet bereits seit Tagen schon das Bett hüten musste.

Was ihn beunruhigte war das Gerücht der angeblichen Verwandtschaft zwischen Adriana und Darius. Auch Adriana setzte neben der Verhandlungspolitik auf Eroberung und Unterwerfung, doch zwang sie niemanden dazu die Ori, die Orici Adria, also ihre Mutter anzubeten und zu verehren. Somit stand sie zusammen mit den Amazonenprinzessin Veronika seinem weiteren Feldzug erfolgreich im Wege, denen es gelungen war eine mehr als nur ernstzunehmende Allianz, mit allen bislang noch freien Reichen auf diesen Kontinent, zu schmieden.

Seit vielen Tagen schon überwachte Veronika argwöhnisch den weiteren Ausbau der notwendigen Verteidigungsanlagen der Hauptstadt Capripolis, die immer mehr zu einer Festung ausgebaut wurde.

“Ah. Hier bist Du. Wie sieht es hier bei Dir aus?”
“Sehr gut, Adriana. Der Hafen ist mehr als nur gut befestigt, ebenso die drei vorgelagerten Inseln. Und unsere Kriegsflotte befindet sich bereits wieder auf dem Meer, wie Du es angeordnet hast.”
“Sehr gut. Denn ich habe, bevor ich zu Dir gekommen bin erfahren, dass Darius nun doch vor kurzen mit seiner Hauptstreitmacht in Ecosines eingefallen ist…”
“Wirklich?! Dann liegt nur noch dieses Niemandsland, die große Einöde zwischen uns und ihm. Und sollte Darius diese Wüste irgendwann durchquert haben, können wir ihn kaum noch aufhalten”, seufzte Veronika, die mit ihrer besten Freundin zu einer großen Karte gegangen war.
“Das ist leider wahr. Ist nur zu hoffen, dass unsere Verbündeten mit einigen Truppen aus dem Norden und Osten rechtzeitig innerhalb der nächsten Tage eintreffen, sonst wird es für uns alleine mehr als nur ein sehr harter Kampf”, wusste Adriana, die die Karte immer noch gemeinsam mit der Amazonenprinzessin betrachtete, auf welcher unter anderem die aktuellen eigenen Stellungen und die des Feindes vermerkt waren.


Lambda-Sektor
Battlestar Electra - CIC

“Sprung erfolgreich durchgeführt, und die Flotte ist vollzählig!”, meldete Colonel Hebridan nach einem kurzen prüfenden Blick auf das DRADIS. Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: “Nur noch einige wenige Sprünge und wir verlassen auch noch diesen Sektor, sowie den uns bekannten Bereich unserer Heimatgalaxie, womit wir aber dem Planeten näher kommen, den Doktor Xiao in den Aufzeichnungen auf Pangaea gefunden hat…”
“Doch zunächst muss ich mich um andere wichtige Dinge kümmern!”, seufzte Admiral McBride, die dadurch den Redefluss ihres XO beendete.


Heraclia
Königreich Ecosines - Darius’ Feldlager

Mit großen Erwartungen betrat Hauptmann Silon, der Anführer der Leibgarde von Darius, das große luxuriöse Zelt seines Gebieters. Kaum war er eingetreten, richtete er seine Stabwaffe auf den Gast, welcher neben seinen Herrn stand.
Doch senkte er jene sofort wieder als er Eremitias, den Prior wiedererkannt hatte.

“Bitte verzeiht mir, o Prior.”
“Ist schon gut, Silon. Es ist gut wachsam sowie stets bereit zu sein. Ich bin aus einem sehr wichtigen Grund hier, weswegen der Sohn der göttlichen Orici mit Euch zu sprechen wünscht. Denn die Zeit der großen Zusammenkunft ist nahe.”
“Jetzt schon? Diese Welt ist noch nicht komplett unterworfen worden.”
“Dies ist richtig Hauptmann. Doch zwingen die Umstände mich dazu das Geschehen zu beschleunigen. Darius! Ihr seid dran!”
“Danke, Prior. Hauptmann Silon, ihr erhaltet den wichtigen Auftrag mit der einen Hälfte der Leibgarde aufzubrechen, nach Adriana zu suchen und in meine Gewalt zu bringen, sobald der große Prior Eremitias uns wieder verlassen hat!”
“Ich verstehe, mein Gebieter. Doch… Sie verbreitet doch ebenfalls den einzigen wahren Glauben. Die Lehre des Pfades des Ursprungs.”
“Gewiss. Aber leider nicht mit dem feurigen Eifer wie Darius. Adriana scheint zu schwach für diese Aufgabe zu sein, die auf sie wartet”, erklärte der Prior knapp, den man ein wenig die Enttäuschung darüber ansah.

Silon nickte: “Gut. Ich werde Adriana, die Tochter der göttlichen Orici gefangen nehmen. Doch was tue ich, wenn ich auf meine Brüder und Schwestern treffe?”
“Vertraue auf Deine List und versuche das Vergießen von Blut zu vermeiden, denn auch diese Krieger der Ori dienen der göttlichen Orici!”, mahnte Eremitias während er sich noch einmal kurz umwandte.


Theta-Sektor
Planetarischer Nebel
Electra-Flotte

Schon seid Stunden herrschte eine gewisse Unruhe an Bord aller Kampfsterne. Die zivilen Schiffe hatte man aus taktischen Gründen noch nicht informiert, denn auf den Anzeigen der Jumper waren Signale aufgetaucht. Somit entstand der mutmaßliche Anschein dass sich im schlimmsten Fall eine Flotte der Zylonen in der Nähe aufhielt.

Battlestar Electra - CIC

“Die halten sich etwas außerhalb dieses Nebels auf, wo wir uns selber verbergen. Was meinen Sie? Sollten wir uns nicht vergewissern, ob es wirklich Zylonen sind, Admiral?”
“Ja. Es geht schon fast zwei Tage lang so. Wir können keinen sicheren Kurs berechnen solange wir uns in diesem planetarischen Nebel verstecken… Daher schicken wir am Besten einen getarnten Jumper als Aufklärer los. Vier Leute als Besatzung sollten für diesen Einsatz genügen. Darum würde ich Sie bitten das dafür notwendige Team zusammenzustellen Miss Shen”, antwortete Admiral McBride, die immer wieder auf das gestörte DRADIS schaute.

Kaum war Xiaoyi aus dem Combat Information Center der Electra verschwunden um sich um die Aufstellung des Aufklärungsteam zu kümmern, beugte sich Diana erneut über die Unterlagen. Diese Papiere beinhalteten den aktuellen Statusbericht aller Schiffe der Flotte.
Eines stimmte sie zuversichtlich, nämlich das sämtliche zivilen Schiffe keinerlei schwere Mängel aufwiesen.
Als sich die Befehlshaberin der Flotte im direkten Anschluss den Zustandsberichten der Kampfsterne zuwandte, meldete sich über Funk das Backbordhangardeck.
“Admiral McBride. Hier ist Jumper 1, wir sind startbereit und bitten um die Freigabe der angeordneten Aufklärungsmission!”, hörte man die Stimme von Tessa de Vaux aus dem Lautsprecher des Hörers sagen.
“Hier ist der Admiral. Sehr gut, Lieutenant. Sie haben Starterlaubnis! Bleibt im Tarnmodus! Keine Heldentaten! Und, gute Jagd Euch da draußen!”, erklärte McBride, die den Hörer sofort wieder einhängte.

“Was meinst Du?”
“Was wir da wirklich finden? Hoffentlich keine Zylonen, sonst kriegen wir ernsthafte Probleme Lot!”



Milchstraße
Erde
USA - Homeworld Command

“General O’Neill, Sir! Da wäre ein Gespräch für Sie auf Leitung 3.”
“Von wo ist es, Lieutenant?”
“Aus Deutschland. Hamburg um genau zu sein, Sir”, antwortete seine Adjutantin.
“Danke. Kann mir schon denken wer da auf der anderen Seite ist”, murmelte Jack O’Neill, der den Hörer abnahm und die Taste 3 drückte um das Gespräch entgegenzunehmen.

Schon nach wenigen Minuten verdrehte der General irritiert die Augen und verzog eine Miene, die jeden wohl aus seinem Büro vertrieben hätte. Vorausgesetzt es wäre jemand bei ihm gewesen.

“Ich finde das nicht in geringster Weise komisch!”
“Das ist kein Scherz, General O’Neill. Es ist wahr - wir sind beide wirklich Goa’uld. Jasmin und ich. Und das schon seit langer Zeit. Nur haben wir gewartet um uns zu offenbaren, da wir den Menschen der Erde misstrauen…”
“Redet nicht lange um den heißen Brei rum! Was wollt ihr?”
“Weiterhin in Frieden und Ruhe auf der Erde leben, sowie unserer Arbeit nachgehen…”
“Ach ja! Das soll ich euch zwei Schlangenköpfen glauben, oder was?!”, knurrte Jack ins Telefon zurück.

“Hm. Ja.”
“Ihr bleibt beide wo ihr seid!”
“Jetzt mal langsam. Wir beiden haben noch niemanden geschadet… ist nicht ganz wahr. Einen Mann habe ich erschossen, damit er nichts erzählt…”
“Aha. Ich kriege euch beide, denn wir müssen uns mal dringend unterhalten!”, erklärte der General hart, der seiner Adjutantin bereits ein Zeichen gegeben hatte.


Deutschland - Hamburg < = > Erdorbit - U.S.S. George Hammond

Irgendwie hatten Nike und Bastet das Gefühl richtig gehandelt zu haben, um den sehr misstrauischen Tau’ri ihre ehrlichen Absichten zu unterstreichen. Beide wollten gerade gemeinsam die Wohnung verlassen um sich auf den Weg zu ihrer Dienststelle zu machen als sie von einem hellen Licht umstrahlt wurden.

Dies war ein Transportstrahl gewesen, welcher die zwei vollkommen unvorbereitet auf die George Hammond transportierte.

Wie sie es gelernt hatten, griffen die beiden sofort zu ihren Dienstwaffen. Doch als sie erkannten dass sie sich beide auf einem Schlachtschiff der Erde befanden, erstarrten sie kurz in ihrer Bewegung und hoben ihre Hände empor.
“Willkommen an Bord ihr Beiden!”, erklärte Samantha Carter säuerlich, die ihre Zat-Waffe auf Jeanne/Nike gerichtet hatte. “Entwaffnet die beiden und legt ihnen sofort Hand- und Fußfesseln an!”, ordnete sie dann nach einer kurzen dramatischen Pause an.


USA - Homeworld Command

Es verging nicht einmal eine Viertelstunde und die beiden fanden sich dann auch schon bei General O’Neill wieder, der seine Ankündigung innerhalb von kurzer Zeit die Tat umgesetzt  hatte.
Und da Jack in punkto Goa’uld nie ein Risiko einging, war auch Teal’c anwesend, der ohne zu überlegen Chulak verlassen hatte.

Einige Minuten lang saßen sich die vier nur schweigend gegenüber. Was dem ehemaligen Primus von Apophis dann aber bereits schon nach den ersten Minuten des Verhörs auffiel, war dass sich Jeanne/Nike und Jasmin/Bastet irgendwie anders verhielten als gewöhnliche Goa’uld, da die beiden auch zuvor schon ohne sich zu sträuben der medizinischen Untersuchung gestellt hatten, wobei sie aber entspannt grinsten und lächelten.

Die erhaltenen Informationen machten Jack und Teal’c nachdenklich, weswegen sie beschlossen eine kurze Pause einzulegen und über die bisherigen neuen Erkenntnisse zu beraten.

Als die beiden draußen waren, brummte Jeanne/Nike verdrießlich: “Ist das erniedrigend: Gefesselt mit den eigenen Handschellen in einem Verhörraum zu sitzen.”
“Zumindest leben wir beide noch. Ist schon mal ein guter Anfang, nachdem wir beide so abrupt verschleppt wurden”, meinte Jasmin/Bastet daraufhin ein wenig zynisch.

Die beiden “Gäste” durch eine getönte Scheibe beobachtend, berieten sich Jack und Teal’c.
Schließlich brachte der Jaffa das sonderbare und abweichende Verhalten der beiden Goa’uld zur Sprache: “Wir haben schon viele Goa’uld kennengelernt. Doch scheint es mir so, als ob Jeanne und Jasmin irgendwie in einer gewissen Art und Weise ihre Symbionten beeinflusst haben…”
“Ah ja. Da fällt mir glatt die Schlange ein, die in der Kelownanerin Kianna gesteckt hat…”
“…und auch der Symbiont Kanan, der…”, unterbrach Teal’c, der aber sofort von seinem Freund abgewürgt wurde.
“Stopp! Erinnere mich bloß nicht daran, ja! Doch was mich beunruhigt ist die Aussage von Nike, dass sie und Bastet nicht aus ihren Wirtinnen erlernt werden können. Womit wir mal wieder an der Stelle wären, die mir nicht gefällt. Aber um zu verhindern, dass eines Tages ein wütender Wolfrino hier alles zerlegt… brauchen wir die Hilfe der Tok’ra. Denn ich habe so ein Gefühl, dass wir ohne die nicht in dieser Angelegenheit weiterkommen.”
“In der Tat.”

Odyssee
Folge 3.08 Verschleppt, Teil 2

Andromeda-Galaxie
Heraclia
Königreich Capripolia

Nach einem erfolgten Aufruf hatten sich alle Kriegerinnen und Krieger der Leibgarde um Adriana versammelt. Die Tochter der Orici nahm sich die Zeit, während sie an jeden einzelnen vorbeiging mit jeden von ihnen persönlich kurz zu sprechen.
Als sie damit fertig war, wählte sie zehn von ihnen aus. Diese Eskorte sollte sie auf einer sehr wichtigen Mission begleiten. Es geschah genau in dem Augenblick, wo Eremitias zurückkehrte.
“Euer Mentor, Eremitias, ist wieder da, Tochter der göttlichen Orici!”, verkündete einer der Wachposten, der zu ihr geeilt kam.

Somit wurde zwangsweise alle Aufmerksamkeit auf den Glaubensboten der Ori gelenkt.

Veronika, die Amazonenprinzessin, trat dem Mann entgegen um ihn für seine sehr lange und vor allem unabgemeldete Abwesenheit zur Rede zu stellen, und fragte daher: “Also! Wo wart ihr die ganzen vergangenen 2 Wochen Prior Eremitias?”
Der alte Mann schaute sie ruhig und emotionslos an ehe er antwortete: “Ich habe mich in aller Stille zurückgezogen - um in aller Ruhe ungestört zu meditieren und zu beten.”

Erst nachdem er dies gesagt hatte, versperrte die Amazone dem Prior nicht länger den Weg zu Adriana.
Die junge Frau, die mittlerweile zu einer sehr guten An- und Heerführerin geworden war, ging ihm entgegen um ihren alten Freund zu begrüßen.
“Dann scheint die Lage sicher genug zu sein, damit ich aufbrechen kann”, erklärte die Tochter der Orici, die sich kurz darauf auch schon auf ihr Pferd setzte, und somit auch ihrer Eskorte das Zeichen gab es ihr gleich zu tun.

Das Tor der Festung an der Grenze wurde geöffnet, wodurch Adriana und ihre Eskorte hindurchritten in Richtung des benachbarten und dürren Königreiches Ecosines. Vollkommen regungs- und wortlos sah Eremitias den Reiterinnen und Reitern nach, mit dem Wissen dass der Moment der Zusammenkunft nahe war. Aber auch was er selber in einigen Tagen zu erledigen hatte.

Allerdings gab es da noch Veronika, die einige ihrer besten Kriegerinnen aufsuchte und ihnen den wichtigen und eindeutigen Auftrag gab: “Hört mal her: Ihr werdet der Spur von Adriana und ihrer Eskorte in einem sicheren Abstand folgen, und somit über meine Blutsschwester wie Schutzengel wachen! Sollte es Schwierigkeiten geben, wird eine Hälfte von euch in der Nähe von Adriana bleiben, und die andere hierher zurückkehren! Ich kann leider nicht selber dieses Mal mitgehen, weil ich immer noch die Ankunft unserer Verbündeten aus dem Norden und Osten abwarten muss. Nun geht!”

Kaum hatte Veronika ihre Befehle ausgesprochen, brachen sofort sechs ihrer besten Kriegerinnen zu Fuß auf. Was die kleine Gruppe weniger auffällig machte.


Theta-Sektor
Aufklärungsjumper

Mit größter Vorsicht hatte Lieutenant de Vaux den Jumper an die angezeigten Signale herangesteuert, die sich ebenfalls in einem kleinen planetarischen Nebel verbargen. Dieser war nur etwas kleiner als jener in der sich die Flotte der Electra verbarg.

“Bei den Göttern, seht ihr auch was ich sehe?”, fragte Lieutenant Medea Kolchis die drei anderen Besatzungsmitglieder.
“Das muss auch eine Flüchtlingsflotte sein!”, ahnte ihre Schwester, Lieutenant Stella Kolchis.

Ohne zu zögern flog Tessa näher an die knapp über 1 Dutzend Raumschiffe heran, denn sie interessierte wie auch die anderen der große Battlestar der Mercury-Klasse, der sich momentan im Zentrum der Flotte aufhielt.

“Das ist die Iuno. Wahnsinn! Ich finde wir sollten zurückfliegen und Bericht erstatten”, erinnerte Medea an die gegebene Order von Admiral McBride.
“Tja… wir könnten ja auch nur den Nebel verlassen, versuchen Kontakt zur Electra oder einen anderen Jumper herzustellen”, schlug Sergeant Carl Grogan vor.

“So machen wir es, denn sonst verpassen wir wohl eine große Chance, nämlich um die  das Überlebens unseres Volkes zu verbessern!”, entschied Lieutenant Stella Kolchis nach nur kurzer Überlegung.



1 halbe Stunde später
Andromeda-Galaxie
Theta-Sektor
Battlestar Iuno - Steuerbordhangardeck < = > Offiziersmesse

Sehr viele Crewmitglieder der Battlestar Iuno hatten sich eingefunden, und nahmen auf Befehl von den als XO agierenden Commander Jonathan Richard Edwards sofort Haltung an. Denn der Raptor mit Admiral McBride an Bord hatte seine Parkposition endgültig erreicht.

Es vergingen noch einige wenige Minuten bis sich endlich die Luke öffnete. Diana stieg mit einem erleichterten Gesichtsausdruck aus, und schritt dann langsam auf die Frau zu, die die Iuno befehligte. Auch einige weitere mitgereiste Offiziere aus dem Kommandostab von Admiral McBride bezogen protokollgemäß Aufstellung. Als alle ihre Position eingenommen hatten, salutierte Commander Amanda Carter mit den Worten: “Admiral Diana McBride.”
“Schön Sie alle zu sehen Commander Carter”, erwiderte die ranghöchste Offizierin ebenfalls den militärischen Gruß tätigend, ehe sie kurz das Protokoll beiseite schob um ihre Cousine kurz zu umarmen.
“Den Göttern sei es gedankt, dass wir uns noch in dieser Welt wiedersehen nachdem das alles geschehen ist… Doch wir haben viel zu besprechen in der nächsten Zeit! Commander Edwards! Sie haben also wieder den Dienst aufgenommen! Sehr gut! Haben Sie nicht wieder Lust und Interesse an einem eigenen Kommando?”
“Äh, das sollten wir doch besser woanders besprechen, nicht wahr? Die Offiziersmesse sollte nunmehr dafür ausreichen”, antwortete der XO der Iuno gelassen.

Noch während die Gruppe unterwegs dorthin war, tauschten sich die Befehlshaber der Electra und der Iuno untereinander über einige Dinge aus.

Doch erst hinter verschlossenen Türen wurden die Themen detaillierter dargelegt.

“…wie war das? Habe ich das gerade richtig verstanden?”
“Ja, Amanda. Es ist wahr! Und mag für unsere Ohren verrückt und fremd klingen, aber es gibt auch noch Menschen in einigen anderen Galaxien. Davon sind einige in meiner Flotte. Sie haben sich als gute Verbündete und Freunde im Kampf gegen die Zylonen erwiesen”, bestätigte Admiral Diana McBride auf Nachfrage von Commander Carter.
“Das ist einfach unglaublich”, stellte Commander Edwards fest, “besonders wie sie uns gefunden haben. Nämlich mit einer sehr fortschrittlichen Technologie eines Volkes, das nach den bisher gehörten aus den sehr alten mythischen Überlieferungen unsere Urahnen handeln könnte denen man keine Beachtung gibt…”


Heraclia
Königreich Ecosines

Seitdem Adriana mit ihrer zehnköpfigen Eskorte das Königreich Capripolia verlassen hatte, waren schon ein paar Stunden vergangen. Mittlerweile hatten sie die trostlose Landschaft erreicht, in welcher es zunehmend sandiger wurde. Die ersten Ausläufer der Wüste, welcher sich der kleine Tross näherte, wurden mit jedem Schritt immer deutlicher sichtbar. Denn die vereinzelten Büsche, Sträucher und knorrigen alten Bäume, die diesen widrigen Lebensbedingungen trotzten wurden stets seltener.

Da sie sich quasi schon auf feindlichem Terrain befanden, hielt Adriana bereits einen Pfeil auf der Sehne ihres Bogens parat. Ihr Ziel war es die kleine Oase, die geschützt zwischen einigen Hügeln lag, vor dem Untergang der Sonne zu erreichen.


Doch was sie und ihre Eskorte nicht wussten, war dass eine kleine Streitmacht auf Geheiß und mit einem klaren Befehl von Darius, Adriana gefangen zu nehmen und ins Lager zu bringen, ihnen langsam entgegenkam.

Diese war vom Anführer der Leibgarde von Darius in mehrere Abteilungen aufgesplittet worden. Dabei ritt Hauptmann Silon mit einigen weiteren Ori-Kriegern einer anderen Abteilung voraus, die nur auf ein sichtbares Zeichen hin zu der ersten aufschloss. Der größte Teil der Streitmacht hingegen folgte in einem sicheren Abstand.

Während er und seine Leute sich langsam in der trockenen Wüste vorantasteten, grübelte Silon darüber nach wie er, wie er vom Prior aufgetragen kein Blut unter den Schwester und Brüdern der Ori-Krieger zu vergießen befolgen sollte. Er kam zu der Erkenntnis, dass es schon einmal ein Vorteil war, dass die Vorhut nur von Ori-Kriegern gebildet wurde. Außerdem hatte er angeordnet sämtliche Energiewaffen auf Betäubung zu stellen.

Endlich tauchte, als es bereits dämmerte, sein Späher wieder bei ihm auf, der eine überraschende Meldung zu machen hatte: “Offenbar kommt Adriana uns entgegen, Herr.”
“Wie bitte? Das würde uns große Mühen ersparen. Ist sie allein?”
“Nein. Zehn unserer Brüder und Schwestern begleiten sie. Es muss Adriana sein, denn sie sieht wahrhaftig der göttlichen Orici ähnlich. Sie lagern in einer Oase und haben wohl vor dort auch zu nächtigen, Hauptmann Silon.”

“Wir werden uns noch in der Dunkelheit ihr nähern, und wenn der Tag anbricht werden wir Adriana und ihre Eskorte überwältigen! Nur wir Ori-Krieger der Leibgarde werden diese Aufgabe bewältigen, damit es nicht zum Blutvergießen kommt! Hört mir daher genau zu, damit ihr meinen Plan versteht! Also…!”


Die sechs Amazonenkriegerinnen hingegen mussten in einer größeren Entfernung in einer Höhle eines kleinen felsigen Berges ihr Nachtlager aufschlagen, weil Adriana und ihre Eskorte sie sonst ihre Anwesenheit bemerken würden.


Früh am nächsten morgen, Adriana hatte gerade erst ihre Rüstung wieder angelegt, bemerkte sie eine kleine Gruppe von vier Reitern, die sich ihrer Gruppe langsam näherte.
Sofort wurde die Tochter der Orici von drei ihrer Kriegerinnen vorsorglich in die Mitte genommen.
“Halt! Gebt euch zu… oh, Hauptmann Silon. Was wollt Ihr? Ihr dient doch Darius!”
“Genau, so ist es Hauptmann Cassius. Bitte wehrt Euch nicht!”, lautete die wohlgemeinte Antwort, als schon die Energiewaffen der Angreifer sprachen um die Eskorte von Adriana auszuschalten.

“Vorsicht Herrin!”, mahnte eine Kriegerin alarmiert, die ihrer Anführerin noch irgendwie die schnelle und sichere Flucht zu Pferde ermöglichen wollte, aber ebenfalls kurz darauf von einem Betäubungsschuss niedergestreckt wurde.
Als auch noch fast zeitgleich das Pferd betäubt wurde, schrie Adriana frustriert: “Nein!”

Einige weitere Schüsse galten dann ihr selbst. Doch hatten sie keinerlei Wirkung, wegen eines Amuletts welches als Kette um ihren Hals hing.

“Halt! Das hat so keinen Zweck, ihr müsst sie anders überwältigen!”, befahl Hauptmann Silon.
“Und was machen wir mit unseren Schwestern und Brüdern, Herr?”
“Die fesselt ihr sofort!”

“Kommt nur her, ihr Verräter!”, schimpfte die Tochter der Orici, die bereits ihr Schwert gezogen hatte um sich dadurch ihre Bedränger vom Leib zu halten. Aber jene kamen von allen Seiten.


Aus sicherer Entfernung verborgen zwischen sandigen Dünen und kargen Sträuchern verfolgten die sechs Amazonen das Geschehen. Die Kriegerinnen hatten beschlossen nicht einzugreifen. Denn zum einen war die Entfernung zu groß, und zum anderen waren sie zu wenige um gegen eine solche Übermacht bestehen zu können.


Es verging in etwa eine halbe Stunde, dann geschah es schließlich unweigerlich doch. Ihre Kraft schwand letztendlich immer mehr, so dass sie von hinten gepackt und sofort zu Boden gerissen wurde, wobei man ihr noch den Dolch entwendete und somit komplett entwaffnet hatte.
Doch noch einmal bäumte sie sich schon nach wenigen Sekunden verzweifelt mit einer weiteren großen Kraftanstrengung wieder auf.

“Nun lege ihr doch endlich jemand Fesseln an!”, keuchte ein Krieger, der von Adriana einen harten Schlag ins Gesicht abbekommen hatte.

Zum wiederholten Male wurde sie niedergerungen, wobei jeweils einer der Krieger eines ihrer Körperteile fest umklammerte. Somit konnten ihr endlich Fesseln angelegt werden.

“Aufwachen mein lieber Bruder Cassius!”
“Im Namen der göttlichen Orici - was soll das Silon?”
“Wir hatten vor geraumer Zeit Besuch vom großen Prior Eremitias, der uns etwas aufgetragen hat, nämlich genau dies hier zu tun. Hört gut zu! Alle wieder wach liebe Schwestern und Brüder?… Sehr gut. Es geht um folgendes: Da es nicht anders geht und die Tochter der göttlichen Orici allen Anschein nach zu schwach ist für die bevorstehende Aufgabe, nämlich den Feldzug gegen alle Ungläubigen anzuführen, wird es eine große Zusammenkunft geben! Diese wird in der großen Ebene von Maranta bei den Ruinen, in von heute an in genau sieben Tagen, ausgetragen werden! Da dürfen alle, die zur Leibgarde der Orici gehören sich wieder vollzählig versammeln! Aber merkt euch alle dies: Solltet Ihr zu früh dort erscheinen, sehen wir es als Versuch an den Plan zu vereiteln, und dann wird Adriana sofort von ihren Bruder, dem Sohn der göttlichen Orici enthauptet werden!”

“Es ist zwar sehr schwer… aber wir werden uns an die Frist halten”, seufzte Cassius matt, der wie seine übrigen Leute gefesselt worden war und dann mit ansehen mussten wie seine Herrin verschleppt wurde.
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